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Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-09-03 · 36 (3.9.1926) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
6 (1926)
Issue
36 (3.9.1926)
Date
1926-09-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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jqj'fi'ju1 r Wir erbitten ferner die tatkräftige Unterstützung all derer, die in Hugo Zuckermann den Mann ehren, der eine machtvolle Verkörperung idealer Begeisterung und hingebender Arbeit für eine große jüdische Zukunft gewesen ist. Zuversichtlich hoffen wir, baß uns niemand feine Mit- Hilfe versagen wirb, der Hugo Zuckermanns von reiner Liebe zu seinem Volke erfüllte Lieder kennt, die ihre Bewunderer auch in -er weitesten Ferne gefunden haben. Wir erbitten die direkte Einsendung der Beiträge an die Oesterreichische Kreditanstalt für Handel und Gewerbe. Wien I, Am Hof für den Dr. Hugo Zuckermann-Fon-s und werden die eingelaufenen Spende» mit herzlichem Dank öffentlich quittieren. Hameln. (Lehrer Bachrach gestorben.) Nach längerem Leiden starb der im Ruhestand lebende Lehrer der hiesigen israelitischen Gemeinde, S. Bachrach. Früher an der Simonschen Erziehungsanstalt in Ahlem tätig, hat der Verstorbene viele Jahre hindurch der religiösen Unterweisung der Jugend seine Lebenskraft gewidmet und mit Eifer und Hingabe das jüdische Gemeindeleben gefördert. Meimbrasfen. (Tempelweihe.) Die hiesige Gemeinde konnte am vorletzten Sabbat in besonderer Feier ihr durch Renovierungsbanten verschönertes Gotteshaus erneut feiner Bestimmung entsprechend benutzen. Lehrer Löwenstein, der sich um die Erneuerungsarbeiten verdient und namentlich manchen in Amerika lebenden, aus Meimbrasfen gebürtigen Glaubensgenossen für finanzielle Hilfe zugänglich gemacht hatte, gedachte in einer Ansprache, die dem besonderen Anlaß der Feier Rechnung trug, der treuen Mithilfe aller am frommen Werk Beteiligten und fand mit seinen zu Herzen gehenden Worten bei allen Zuhörern nachhaltigen und dankerfüllten Widerhall. — Das I. Frankenbergsche Ehepaar beging letzten Sabbat unter reger Anteilnahme der ganzen Gemeinde das Fest der Silberhochzeit. Herr Frankenberg hat sich als langjähriger Gemeindevorsteher um die jüdischen Interessen verdient gemacht. Nürnberg. (Ableben des G e m e i n d e v o r s i tz e n - d e n.) Nach kurzer Krankheit verstarb der 1. Vorsitzende der hiesigen Kultusgemeinde,'Geh. Justizrat Dr. Sigmund Held. Der Verstorbene, der in Anwalts- und Jndustriekreisen zu den geachtetsten Persönlichkeiten gehörte, war seit dem Jahre 1885 Mitglied der Verwaltung der israelitischen Kultusgemeinde. Im Jahre 1909 übernahm er als Nachfolger von Geh. Hofrat Gustav Josephthal den Vorsitz in der Gemeinde. Vorstand und Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg veröffentlichen einen Nachruf für ihren verstorbenen Führer, dem wir entnehmen: „Alle glänzenden Eigenschaften des Geistes und die ganze Fülle der Lebenserfahrung, die ihn in seinem Berufe hervorragend auszeichneten, stellte er in diesen drei Jahrzehnten in aufopferndster Treue in den Dienst unserer Religionsgemeinschaft. Nicht minder wirkte er durch seine Persönlichkeit, die mit ihrer Vornehmheit und abgeklärten Ruhe in idealster Weise die Verhandlungen der Verwaltung und sonstiger Korporationen zu leiten, die Gegensätze, ohne die Sache hintanzusetzen, auSzugleichen und die Einheit der Gemeinde auch in den schwierigsten Zeiten aufrechtzuerhalten wußte. Mit weitem Blick förderte er den Ausbau der Kultussnstitntionen und die Entwicklung der gemeindlichen Vereine und Anstalten. An der Schaffung des Verbandes Bayer. Israelitischer Gemeinden hatte er hervorragenden Anteil: die vorausgehenbe langjährige Entwicklung wurde durch seine kenntnisreichen Arbeiten und durch seine beredte Klugheit zum Ziele geführt. Er war die Zierde unserer Gemeinde, in der er uneingeschränktes Vertrauen und aufrichtigste Verehrung genoß, er hat ihr auch nach außen hin als ihr würdiger Vertreter die gebührende Ehrenstellung, wo auch immer, zu sichern verstanden. Di« Kultir-gemeinLe betrauert aufs Tiefste den frühzeitigen Heimgang dieses ausgezeichneten Mannes und wird ihm alle Zeit ein treue- und dankbares Gedenken bewahren." Pohl«Gv»s. (Synagogenbau.) Die hiesige israelitische Gemeinde, die 28 Seelen zählt, hat am Ausgang des Ortes nach Kirch-Göns einen Bauplatz zum Bau einer Synagoge erworben. Die Bauarbeiten haben bereits be- §onnen. An den Kosten des Synagogenbaues nehmen die Israeliten der nahegelegenen kleinen preußischen Orte teil. VenSburg. (Goldene Hochzeit.) Am Sonntag konnte der Kultusbeamte der hiesigen Synagoge, Kantor Taub, und seine Frau im Kreise ihrer Kinder und Enkelkinder das seltene Fest der goldenen Hochzeit begehen. Biele Ehrungen wurden dem Jubelpaare zuteil. So stiftete die jüdische Gemeinde ein Ehrengeschenk. Bürgermeister Rabe beglückwünschte das Jubelpaar im Namen der Stadt und der Regierung unter Ueberreichung einer Jubiläumsgabe. Antworten Annahme, daß der Vorsitzende oer Ztontstischen Bereimgung für Deutschland, Kurt Blumenfeld, dem Artikel nicht fernsteht. H. A.» Berlin. Wie das jüdische Volksfest der »Jüdischen Bolkspartei" auf Berlins größtem Rummel, dem Map, am 25. August verlaufen ist? Volk — ja, jüdisch — nein. Ein paar Höhepunkte. Kareski, Richter, Verteidiger, Ankläger in einer Person, läßt sein schlechtes Gewissen gegen die Aufpasser über seine Wahltätigkeit schmettern: nur noch mit dem Ellenbogen könne man regieren. Zwei Stunden lang ein Revuechen, verfaßt von Killemann Groneberger, dem Dichter vieler Tohuwabohus. Einige alte Witze über liberales Judentum, gut gewärmt. Die Festrede hielt der durch Josef Meist berühmt gewordene Rabbi aus Wotikin, die Geflügelfeder auf dem Lastträgerhut überragt um Haupteslänge die Umgegend. Er ermahnte die versammelte Gemeinheit, nur noch über Gegenstände zu schreiben, von denen man nichts versteht. Bücher zu besprechen, die man nie gelesen, Ansichten zu äußern, die keine Ueberzeugung trägt. Unter dem Jubel der Menge umtanzten Kareski. Meist und der Rabbi aus Motkin einen (PhjRasenberg und brachen in den Ruf aus: Gegen die Diskreditierung der jüdischen Wissenschaft! E. B.» Frankfurt a. M. Wir sind durchaus mit Ihnen darin einig, baß man die Schuld am mangelhaften Arbeiten des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden nicht immer nur bei anderen suchen sott. Wenn auch zweifellos den Rat bzw. einzelne seiner Mitglieder die Hauptschuld trifft, so besteht doch noch der Artikel 16 der Verfassung des Landesverbandes. Danach kann ein Zehntel der Verbandsabgeordneten die Einberufung des Berbandstages erzwingen. Wenn diese, durch die das Dunkel, das über dem Landesverband schwebt, ja schnellstens erhellt werden würde, bisher nicht erfolgt ist. so tragen die Schuld daran alle die Fraktionen, die von diesem Recht keinen Gebrauch machen: neben den Vorständen der konservativen und zionistischen Fraktionen gewiß auch der der liberalen Fraktion. M. L., Berlin. Sie irren. Klee, Kareski, Kollenscher, das K. K. Kleeblatt, war nicht auf dem jüngsten Erfurter Zionistenkongreß. Aber auch darin können wir Ihnen nicht zustimmen, daß es auf einer solchen Tagung nicht höhere Ziele gibt als Demagogie in der Gemeindestube. In der Nationalökonomie Kräfteverteilung genannt. E. S., BreSlau. „Liberales Judentum — Humbug oder Verirrung". „Das Reformjudentum ist und bleibt eine künstlich gezüchtete Giftpflanze, deren Wurzel im gesunden, historischen und religiösen Boden des jüdischen Volkes verdorren muß." So waid- (für den Setzer: nicht wald-) männisch erlegt man uns nur in der Meinekestraße, in ukrainischen Gesandtschaften, die Jonrnalistenphantasic sich erdichtet, oder ans dem Balkan. Diesmal kommt man uns serbisch. „Jzrael" heißt die jüdische Wochenschrift. die sich solche Tiefe über die Londoner Konferenz auö dem Unterbewußtsein holt. „Ob an der.liberalen Synagoge von St. Johns Wood Road in London Glocken angebracht sind", fragt das Schreiberchen. Das nicht. Aber eine Ehrentafel für deren Stifter, den verehrungswürdigen Industriellen B e r n h a r o Baron. Dessen Bild unser Schmock eine Seite weiter abdruckt, weil diese liberale „Giftpflanze" sich für die palästinensische Industrie interessiert. Die Erklärung? Am Kopf der Zeitung steht „Nadrabinat". Das mutz ein Bruder des großen Rabindranat sein. Die Sache kommt mir indisch vor. K. L. Hamburg. Es ist auch uns ausgefallen, daß der Schmähartikel der „Jüdischen Rundschau" über unsere Palästinanummer, den H. S. in unserer letzten Ausgabe eingehend gekennzeichnet hat, nicht wie üblich von R. W. (Robert Weltsch) oder M. W. (Moses Waldmanu) gezeichnet mar. Hieraus und ans anderen Gründen, iiber die wir uns einstweilen ausschweigen wollen, haben wir Grund zu der Sprechsaal Synagogenordnung oder Synagogenunordnung? Die Unsitte des Blnmenbringens in die Synagoge zu den Feiertagen ist schon wiederholt Gegenstand langer Erörterungen in Jugendvereinen gewesen. Nun wird auch der Artikel in Nr. 33 dieses Blattes zum Nachdenken Anlaß gegeben haben, aber wird er eine Aenderung bringen? Es ist leider wohl kaum anzunehmen. Ebensowenig werden andere Mängel beseitigt werden durch Diskussionen, sondern allein durch Vorschriften der Gemeinden, die möglichst einheitlich abgefaßt werden sollten. Ebenso wie das Blumenbringen, abgesehen davon, daß es der Würde des Tages gar nicht entspricht, solche kaufen zu gehen, eine ungeheure Störung verursacht, tragen die vielen verschiedenen Gerüche besonders am Bersöhnungstag gerade nicht dazu bei, die Luft zu verbessern. Soll aber die Vorschrift „Das Blumenbringen ist untersagt" streng durchgeführt werden, dann müssen entweder ehrenamtliche Aufsichten ihres Amtes walten, oder die zu diesem Posten ausersehen sind, müssen angewiesen sein, ohne Unterschied des Ranges und Stenerzettels nach Vorschrift zu verfahren. Es mühte ferner durchzuführen sein, daß während der Predigt die Türen geschlossen werden, damit man durch die Nachzügler nicht beständig gestört wird. Weiter dürfte cs nicht gestattet sein, daß bei Beginn der Totenfeier die Kinder herausmarschieren und nach Belieben zurückkommen. Es wird keinem Kinde etwas schaden, wenn es auch zu dieser Andacht — die für die im Weltkriege Gefallenen ist ja angcgliedcrt — anwesend sein wird. Durch die übliche Abwanderung aber entsteht eine unangenehme Störung. Wer kümmert sich auch ferner um die Plakate „Kinder unter sechs Jahren haben keinen Zutritt". Es werden merkwürdigerweise immer nur artige Kinder mitgenommen: nur stellt sich später heraus, daß die Nachbarn dauernd belästigt und gestört werden. Verlangen könnte man auch weiterhin, daß wenigstens während der Hauptgebete Nulle herrscht, und wenn die Synaaogenbesucher nicht selbst das Einsehen haben, sich in dieser Zeit ruhig zu verhalten, dann müssen die Aussetzer energisch darauf halten. Es sind wohl in fast allen Gemeinden dieselben Mängel und müßte man daher versuchen, sie gemeinsam von „Oben" abzuschaffen, vielleicht wird dann aus der Synagvgenunordnung Synagogenordnung. ..; Oie glückliche Geburt eine« gesunden Mädels zeigen hoch« erfreut an Rechtsanwalt Vr.Augo Hoffman u. Trau Rose geb. Mecklenburg Frankfurt a. NI., — Medenau 37 ^_✓ Verein für Feaerbestattnnfi in Berlin von 1874, e.V. 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