Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 6 (1926)
- Issue
- 34 (20.8.1926)
- Date
- 1926-08-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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IWchMeraleZMmg Organ -er Vereinigung für das liberale Iudenium e. V. Bezugspreis durch die Geschäftsstelle l/t jährlich Sk. 2.50 Einzelnummer 0.20. Bei freier Zusendung t. Inland 0,25 )ür die Mitglieder der Vereinigung ist der Bezugspreis im Mitgliedsbeitrage enthalten. :: s n Chefredakteur: Dipl.-Ing. Bruno Doyda. vie „Iüdisch-liderale Zeitung" erscheint jeden Sreitog. Nedaktion u. Geschäftsstelle: Berlin 9W, WUbetmftr. 147. Sernruf: Vafvnhaido 3358, 3359 postsrhsMNonto: Berlin nW7 Nr.isrosv (Vereinigung für da» liberal» Judentum Nad)brudt fämtlldjer Original-Beitrag» nur mit vorberlger Genehmigung 0»r Rebaküon geftattet. Anzeigenpreise: Die 12gespaltene NonpareiklWse 0.45 Goldmark, die Ntklamezeile 3.00 Goldmart, bei :: :: u Wiederholungen Rabatt. «SU Anzeigenannahme: jüdisch -liberale Zeitung" Inseratenabteilung: Berlin SW 48. Wilhelmstrahe 147 (Hasenheide: 3358—50). sowie sämtl. Annoncen-Lxped. Nr. 34 Berlin. 20. August 1926 6. Jahrgang Aufgaben des Liberalismus. Me machen wir das Ergebnis von London fruchtbar? Bon Dr. S. Samuel, Esten. Es war wohl die lebhafte Empfindung aller Mitglieder der deutschen Delegation, die das Glück hatten, an der Londoner Weltkonferenz für liberales Judentum teilzunehmen, daß es sich bei diesem großen Erlebnis für sie nicht nm vorübergehende. rein persönliche Eindrücke handeln dürfe. Jeder fühlte nicht allein den Wunsch, sondern die Verpflichtung, neue Einsichten und Absichten in seinem Kreise nach Möglichkeit weiterwirken zu lasten, das Ergebnis, w i e eS sich ihm dar stellte, fruchtbar zu machen. Nur so kann London zum Markstein auch für die religiös-liberale Bewegung im deutschen Judentum werden. So gewiß es ist, daß kaum eine Besonderheit in der Ausprägung des Auslandes unmittelbar auf unsre deutschen Gemeinden übertragen werden kann, so sicher Hat doch die verwandte Geistesrichtung. die gleiche, tiefe Seelenstimmung uns auch in der engeren Heimat unendlich viel zu sagen. Dies gilt besonders für die liberalen Rabbiner: alsdann für unsre nicht theologischen Führer und zuletzt für unsere Organisation. Für die Rabbiner. Sie müssen sich sagen, daß sie zunächst einmal dazu berufen sind, die Berechtigung, ja den Vorzug nnk die Ueberlegenheit religiös-liberaler Denkweise im Judentum darzutun, theoretisch unaugrestbar zu machen, M in dl^ Dell-'mw"M-eüSaüstcht des modernen Menschen «inzubauen. Es wäre tratttlA. wenn es üdch tritt für lmerika wahr wäre: DaS liberale Judentum habe seit Geiger keinen neuen Gedanken heruorgebracht. Wir haben deren bei Manuel Joel und' St ecke l macker, bei Lazarus. Stcintyal und Cohen in reicher Fülle gefunden: das kurze Referat von Mar Wiener enthielt sie, die Botschaft von Leo B a e ck gab vollkommen neue Ausblicke, die in dieser Kürze und Präzision noch nirgends ausgesprochen waren. Unsere Gebildeten können beute verlangen, daß ihnen eine wissenschaftlich begründete, aber doch wohlverstänöliche Darstellung lebendigen Judentums gegeben werde, in der sie den Glauben der Väter und zugleich die tiefste Sehnsucht ihres eigenen Herzens und die Ueberzeugung ihres Denkens wiederfinden. Die Vorarbeiten sind vorhanden: die Zeit ist reif. Nicht die Fähigkeit dazu fehlt, sondern der Mut. Nachdem London aber bewiesen hat. daß Liberales Judentum noch Resonanz hat. darf der liberale Rabbiner darauf vertrauen, vielen Tausenden und Abertaüsenden. die heute noch schweigen und harren, aus dem Herzen sprechen und sie seelisch befreien zu können. Man rief lange nach einer wissenschaftlichen Begründung der sogenannten Richtlinien. Nein: diese lag in den Referaten. Ganz unabhängig von bereits Feststehendem, das seine Wirkung getan hat, kann ein weiterer Unterbau geschaffen werden: und sei er auch subjektiv, wie Claude Montefiores „Liberales Judentum", so würde er doch gerade als Bekenntnis eine große Lücke ausfüllen. Nicht minder ist es der Rabbiner, -er der Gemeinde eine Bibel, unser aller heiliges Grundbuch in die Hand zu geben verpflichtet ist. Die englische Jndenheit besitzt sie wieder durch Montefiore: mir haben nichts dergleichen. Jede Richtung im Judentum wird sich immer wieder auf die Bibel berufen müssen: denn mir sind eine historische Religion, mit einem anerkannten Grundbuch für unfern Glauben und unser Tun. Aber der Unterschied zwischen der Behandlung der Bibel im alten Cheder und der in unserm Geiste, in dem sich Glauben und Wissen verschwistern, mutz herausgearbeitet werden. Man verlangt nach einer neuen Bibelübersetzung für die Gemeinde. Zu gleicher Zeit betont man. daß wirkliches Bibelverständnis nur -er hebräische Urtext bieten könne. Sehr wohl: beides gehört zusammen: cs soll sich eben nur um eine möglichst getreue Uebertraguns, ein notwendiges Uebel handeln, beileibe nicht um ein Werk, das die neuen Einsichten über sie Schrift auch nur ahnen läßt. Wir begehren eine Bibel aus wiffenschaftlichem und deutschem Geiste. Sie wird nie das Verlangen der Strebsamen und Ernsten nach dem Urtexte unterdrücken. Aber sie würde Wunder tun und endlich eine Wiedererwerbung und geistige Aneignung der Bibel anbahnen, wo heute Fremdheit, Unbefriedigtheit biS zur Abstoßung, vor allem aber Ratlosigkeit herrschen. Niemandem kann endlich mehr daran gelegen sein im Gottesdienste wahre Andacht wahrzunehmen. als dem Rabbiner. Der RituS der liberalen Synagogen Londons lund Amerikas) ist nicht der unserer liberalen Gotteshäuser, geschweige für die einzigen Synagogen von Einheitsgemeinben zu verwenden. Die freie Behandlung und Anordnung der überlieferten, liturgischen Texte, die umfaffendere Verwendung der Landesspräche, die Vereinfachung der Schriftvorlesung lohne daS sogenannte Aufrufen) sind nicht daS Ausschlaggebende: eS kann hier eine größere Rücksicht auf das Herkommen walten, und doch dem modernen Verlangen beS Betenden Rechnung getragen werden. Die englische Frömmigkeit, wie ste in der Hochkirche zum Ausdruck kommt, hat auf dem Festlanöe keinen unbestritten guten Ruf. Sie mag anders sein, als deutsche: angeblich besitzt ste nicht die letzte Tiefe und Innigkeit. Nun, wir alle geben wohl heute zu. daß seelisches Verständnis zwischen den Nationalitäten äußerst schwierig ist. Der jüdische Gottesdienst, au dem wir in London teilnahmen, bewies uns in mancher Hinsicht, die Einwirkung englischer Frömmigkeit, anch englischer Förmlichkeit. Und dennoch! ES wehte uns der Geist wahrer Andacht an, den wir in unsern Synagogen oft so schmerzlich vermissen. Sagen wir es frei heraus, die meisten von uns haben verlernt zu beten, sich andächtig zu versenken. Gott in seelischer Zwiesprache zu suchen, ihr Anliegen und ihr Inneres vor ihn zu bringen. Es ist eine große und feine Kunst, zu beten, so daß wirklich der Kontakt zwischen Gott und uns hergestellt ist. Darin kann uns oft der schlichte, ungelehrte Mensch beschämen. Wir wissen gar nicht, was wir dadurch eingebützr haben. Das gilt vom persönlichen Gebet, das in liberalen Kreisen fast ganz geschwunden ist. aber auch vom gemeinsamen Gottesdienst. In London betet die Gemeinde wichtige Stücke im Sprcchchor mit dem Vorbetcr: und der herzliche, wissende Vortrag des letzteren teilt sich jedem Betenden mit. Ein weiteres, bei uns gänzlich unbekanntes Moment war das sogenannte silent praver. das stille Gebet. Im Gegensatz zu dem in unsern Gebetbüchern so bezeichneten Stücken, also wieder v o r g e s ch r i e b e n e n Liturgien, ist das dortige „Stille Gebet" dem Einzelnen überlassen: und was er stillsinnend, ohne hörbare Worte ans dem Herzen heraus beten wolle, ist sein eigenstes Anliegen. Es waren nicht mehr als etwa zwei Minuten. Silber was kann in dieser kurzen Zeitspanne durch die Seele ziehen au jubelndem Dank, an heißem Wünschen. Bitten. Hoffen! Alsdann führte-leises Orgelspiel wieder zur gemeinsame^ Andacht zurück. Daß die Gemeinde in vollem Chor (abgesehen von kunstvollen Liedern und Solis) schlichte, melodiöse Hymnen sang, ließ die deutschen Rabbiner wieder einmal den so oft geforderten G c m e i n d e g e s a n g in unsern Synagogen schmerzlich vermissen, für den sie im Verein mit gebildeten Kantoren sich mit neuem Nachdruck cinsehen sollten. Lange genug ging der Streit um gewisse Texte, um Kürzungen, Auslassungen: soweit ist aber heute wohl jede liberale Gemeinde. daß sie zum Vortrag nur gebracht haben will, was ihr zu Herzen geht: wie denn niemandem mehr zngemutet werden kann, daß er bete, was er nicht glaubt oder wünscht. Auch für den hohen Wert öeS Kunstgesanges, der musikalischen Begleitung, des Gemeindegesanges, ja selbst eines SprechchorS wird der Rabbiner wachsendes Verständnis finden. Aber eine gewisse Geringschätzung der Liturgie überhaupt gegenüber der schonen Sprache und eindrucksvollen Anordnung der Gebete hat Platz gegriffen. Geiger, Aub. Jogl, Rippner, Leop. Stein, unser Seligmann und manche andere haben Bedeutendes ans diesem Gebiete geleistet: heute will unS scheinbar ein Gebet ganz aus unsern Seelen gesprochen, und sei es auch in treuer Anlehnung an klassische Vorbilder, nicht gelingen. In London war cs eine Ehre, zum Gebet vor und nach den einzelnen Sitzungen aufgefordert zu werden: und wie stellten sich da die rechten Worte ein! Wo aber bleibt unser Ei nhcitsgebetbuch? Fühlt man in Berlin, Köln, Königsberg, Frankfurt. Breslau. Hamburg. München so grundverschieden, daß man an dem lang geforderten Werke verzweifelt? Nur an der Hand eines wahrhaft modernen Gebetbuchs werden wir wieder beten lernen. Es ist schon oft darüber geklagt und auch gespottet worden. daß es wohl liberale Rabbiner, aber nicht liberale Gemcindemitglieder gebe. Nur die elfteren wüßten mit ihrem theoretisch-liberalen Standpunkt eine positiv-jüdische Lebenshaltung und Lebensführung zu verbinden, — der Durchschnittsliberale sei' nur davon durchdrungen. Laß er frei von jeder Bindung religiösen Denkens. Fühlens und Handelns sei. Nun ist es gewiß, das; der Durchbruch modernliberaler Gesinnung auch im Judentum seit etwa 175 Jahren zunächst eine Befreiung aus unerträglicher Bevormundung und Unselbständigkeit gewesen ist. Wer gerade die harte Bedrängung. die der Liberalismus von der rückläufigen Bewegung der vordringenöcn Reaktion erfuhr, ist ihm zum Heile .geworden. Es genügt kein bloßes, verschwommenes Gefühl davon, daß Orthodoxie nicht der einzige Ausdruck des Judentums sein könne, es genügt noch weniger ein bloßes Negieren, Abstreifen, Für-unverbindlich-erklären: hinzukommen muß ein freudiges Bekennen, ein klares, überzeugtes Wissen von der Stellung, die man sich innerhalb des Judentums erkämpft hat und zu behaupten gewillt ist. Hier stehen heute bereits unsere wenigen, aber trefflichen nichttheologischen Führer. Die neuen Impulse, die sie von London empfangen haben, können nicht zweifelhaft sein. Sie können sich der dort verkündeten Wahrheit nicht entziehen, daß man Jude sein müsse, bevor man liberaler Jude sein könne: und sie wollen, wenn wir sie recht verstehen, das Wesen -es Judentums nur in der Religion erblicken. Dr. Wiener hat aber recht mit seiner Behauptung, Religion und Offenbarung sind dasselbe. Vielleicht hätte er hinznfügen können, zumal jüdische, historische Religion. Aber auch seelische kann nicht allein ans das Erkennbare, Begriffsmäßige, Nationale beschränkt bleiben: ihr Wesen ist es gerade, dem Uebernatürlichey im göttlichen Wirken und dem Mbermenschlichen in GotteS Heiligkeit Raum und Anerkennung zn gewähren. DaS bedingt, baß der jüdisch-liberale Führer eine religiöse Natur und ein religiöser Charakter sein müsse. Religiöse Kräfte müssen in ihm lebendig sein und ihn vorwärts treiben, er mutz anders religiös Suchende um sich scharen, im geistigen Austausch mit ihnen zur Klarheit gelangen und immer festeren Gruntz suchen. Allzulange hat unsere wertvollste Jugend dem bodenlos leichtfertigen Vorurteil gehuldigt, daß Religiosität sich mit sozial-gehobener Stellung nicht vereinbaren lasse, und mit zunehmender Verstandesbildung ganz von selbst verflüchtige. In London werden aufmerksame Beobachter entdeckt haben, daß man Frömmigkeit für den höchsten Adel hält. Menschen, Familien, Häuser von Rang, Reichtum und Bildung stellen dort anch die Führer unserer religiösen Bewegung. Bei uns strömt eine gewisse religionsleere Intelligenz, wenigstens aus irgendeinem dunklen, idealem Drange, dem Zionismus zu (während ein anderer Teil seine Befriedigung im politischen Eentral-Verein findet undjüdisch-religiös neutral bleibt). Zum religiös-liberalen, echt jüdischen Bekenntnis kommt es noch selten. Religion ist vom Opfer nickt zu trennen: nur ist zu beachten, daß es nur da freudig gebracht werden kann, wo ein lebhaftes Gefühl von dem hohen seelischen Gewinn! gegenüber dem materiellen Einsatz herrscht. Wer mit seiner Zeit, seinem Geld, seiner Persönlichkeit geizt, wo es sich um Gottesdienst, religiöses Vortragswescn und sonstige religiöse Kultur handelt, der kann kein liberaler Führer sein. Seine Aufmerksamkeit mutz der religiösen Bildung der Jugend zng-twandt bleiben: hat er selbst bereits ein Haus gegründet, so muß darin jüdische Religiosität zum leuchtenden Ausdruck gelangen. Es muß zugleich die große sozial* Botschaft des Judentums für die wirtschaftlich Schwachen in ihm einen starken Vertreter besitzen. Die Londoner Liberale Synagoge ist stolz ans die von ihr gegründet« Siedlung mitten in W h i t e ch a p e l, wo viele Huti« derte jüdischer Angestellter und Arbeiter Unterkunft/ Gelegenheit zur Fortbildung und zur Unterhaltung in Sport und Spiel finden, und wo auch der jüdisch-liberale Gottesdienst nicht fehlt. Wo haben wir in Deutschland etwas Aehnliches? Banen wir wenigstens die kleinen Ansätze (Freitagabende u. 8.) aus, und streben wir weiter, das Vertrauen der arbeitenden Klasse zu gewinnen. Alle Bekenntnisse haben wahrlich an dem Vorwürfe, im Kriege als Friedensmächte versagt zu haben, schwer genug zu tragen. Wollen wir eö wieder den zionistischen Führern allein überlassen, sich zn den Kleinen und gesellschaftlich Geringen zu begeben, die nach alter Erfahrnna die geistig Ucberlegeneni hervorzubringen pflegen? Muß es nicht der höchste Ehrgeiz des jüdisch-liberalen Führers sein, die soziale Gerechtigkeit zur Geltung zu bringen, ohne die wir, um mit Dr. Seligmann zn sprechen, noch gar nicht das Recht haben, uns schon Inden zn nennen! Wohl keiner von uns erwartet von der neugegründeten Weltimion unmittelbare, weithin sichtbare Erfolge der jüdischliberalen Sache in den deutschen Gemeinden. Die Wirkung kann nur langsam sich fühlbar machen und zunächst innerhalb der schon bestehenden Organisation: in unserer Bereinigung. ihren Ortsgruppen und Jlis. Damit dies aber geschehe, muß sie sich aller ihrer Kräfte, ihrer Mittel und Menschen bedienen. Für die eigentliche Gemeindepolitik hat Justizrat Dr. Blau in seinem Referat so treffende Gedanken und Grundsätze entwickelt, daß kaum ein Wort hinzuznfügen ist. Allein, er geht von der problematischen Voraussetzung aus, daß die Majorität der größten und größeren deutschen Gemeinden zweifellos liberal sei, und hält es für selbstverständlich, daß der Liberalismus in allen Wegen sich behaupten müsse und könne. Er sagt uns aber nicht, wie wir diese Vorzugsstellung, die uns überall (siehe Berlin!) streitig gemacht wird, festhalten und erweitern, durch welche Maßnahmen, z. B. sogen, „liberale" (lies: völlig indifferente) Gcmeindemitglieder zur Wahlurne zu bringen, aus pseudoliberalen wirkliche gemacht werden können? Nichtig ist, daß wir bis an die äußerste Grenze der Selbstachtung gehen müssen, um die Einheit s g em e i n d e zu erhalten: aber wo ist diese Grenze? Hat man jemals gehört, daß die Liberalen mit dem Austritt gedroht hätten? Wie erfüllen wir auch diese mit der gleichen Ueberzeugnngökrast der Gegner, die keiner Drohung weicht und ihren Standpunkt mit unwiderstehlicher Herzeuöwärme verficht? Davon haben wir noch wenig bemerkt. Hier muß die ununterbrochene, zielbewnßte Arbeit der Organisation sich bewähren! Ihre anerkennenswerten Leistungen zu fördern und durch daS Ergebnis von London noch fruchtbarer zu machen, müssen Fehler vermieden, gute Vorbilder nachgeahmt werden. Ein Fehler ist es, die liberalen Rabbiner neuerdings wieder auf Erfüllung der Zusage warten zu lassen, baß' man sich für die Zugehörigkeit des Rabbiners zum Gemeindevorstanöe einsetzen werde. Die Preußische LandeSversammlung hat eine „liberale" Mehrheit, nicht minder der Rat und Verfassungsausschuß. Aber das Normalstatut für die Gemeinden scheint wieder über die Forderungen Ser Rabbiner hinwegzugehen. Sie verlangen die Mitleitung der Gemeinden im Verwaltungskörper als einen Fortschritt, den die Zeit dringend gebietet. Statt dessen orakeln liberale Gemeindevertreter in Berlin, daß diese Zulassung nicht tragbar wäre. In orthodoxen Gemeinden regiert in Kultus, Ritus und Unterricht einfach das Machtwort des Raws,. In liberalen will dermoöerne