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Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-06-04 · 23 (4.6.1926) · page 1

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
6 (1926)
Issue
23 (4.6.1926)
Date
1926-06-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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IMchÜberaleZeÜmg Organ der Vereinigung für das liberale Judentum e. V. Dezngspreis durch die Geschäftsstelle lh jährlich M. 2.50 Enzelnummer 0.20. Bei freier Zusendung i. Inland 0^5 Aür die MUglieder der Vereinigung ist der Bezugspreis im Mitgliedsbeitrage enthalten. :: :: :: Chefredakteur: Dipl.^ng. Bruno Wsyda. Vlv „Jüdifch-Nverale Settung" erscheint jeden Srettag. Redaktion u. SefchüttssteNe: Berlin BW, WUHelmftr. 147. fgrnruf: Safenl-eide 3358, 3359 Poftfcfcmkkonto: Berlin nWT Nr.isroo» (Vereinigung für da» liberale Judentum Nad>dru<k fümtlidyer Orlglnal>Beltrflge nur mit vorheriger Genehmigung der Redaktion geftattet. Anzeigenpreise: Die 12gespaltene Nonpareillezeile 0,45 Goldmark, die Reklamezeile 3,00 Goldmark, bei :: u u Wiederholungen Rabatt. :: :: Anzeigenannahme: «Jüdisch liberale Zeitung* Jnseratenabteiluug: Berlin SW 48. Wilhelmstratze 147 (Hasenheide: 3Ä58—50). sowie sämtl. Annoncen-Epped. Nr. 23 Berlin, 4. Juni 1926 6. Jahrgang e Zur kommenden ..Enzyklopädie des Judentums" Bon Moritz Sinti} n. (j’iS ift ^uitiiiDctfcIfjöft eine dankenswerte Ausgabe, das Sewaltiqe Stoffgebiet jüdischer Wissenschaft einmal in einer itt deutscher Sprache erscheinenden Enzyklopädie zu vereinen. In einer Zeit, in der der Fachutonu infolge des gewaltig gestiegenen llmfangö des indischen Komplexes gezwungen ist. sich zu spezialisieren und in der der £ttie ans vielerlei Gründen nicht in der Lage ist. sofort in jedet Frage. über die er sich unterrichten will, dickleibige Bücher durchzustudieren, durste auch auf dem Gebiet deS Judentums das Erscheinen alner Enzyklopädie dringendes Erfordernis sein. Die Leitung des Berlages Eickikol bat sich entschlossen, sich oieier gewiss nicht einfachen Aufgabe in Verbindung mit hervorragenden Männern der jüdischen Wissenschaft zu unterziehen. Es ist eine Redaktion non dreizehn Köpfen gebildet worden, an deren Spitze Tr Jakob Klatzkin steht. arofte Anzahl von Gelehrten haben außerdem ihre oeS Werkes soll bereits im Herbst dieses, Jahres erscheinen, ^,^..äwar in großem Lexikon-Format: die weiteren Bände in Abständen von je einem halben Jahr, so daß die gesamte Enzyklopädie voraussichtlich im Verlauf von sieben Jahren Mitarbeit an der Enzyklopädie zugesagt. Der erste Band lertiggestellt sein wird. Um ein Bild von der Art zu geben. iw der dgtz Werk geplant ist. gibt der Verlag Esckkol ein Probeheft heraus, das im wesentlichen eine Anzahl Artikel mit Stichwörtern des Buchstaben A enthält, daneben aber auch einige größere Abhandlungen aus späteren Bände«, um so ..für die verschiedensten Gebiete jüdischer Vergangenheit und Gegenwart möglichst repräsentative Artikel zu bringen". , Dieses Probeheft muß außerordentlich starke Bedenken Hervorrufen. Liest man die Arbeitsteilung der Redaktion, w steigen , dem Nichtzionisten schon mancherlei Zweifel auf. Man begrüßt es. daß das Gebiet „Geschichte der Juden im Mittelalter und in der Neuzeit" der Redaktion zweier Herren, unterstellt, wurde: Prof Tr. I. Ellwren und Dr. M. Wischnitzer. sicherlich wird hierdurch das Vertrauen zur Objektivität der Darstellung erhöht. Man begreift aber nicht, wieso nicht das Gleiche für das doch ähnlich liegende Gebiet «.Jüdische Gegenwartsfragen", das dem bekannten zionistischen Führer Dr. Nachum Goldmann übertragen wurde, gilt. Auch bei einigen anderen Komplet ev lz. B. Sozial- und Wirtschaftsgeschichte) kommen einem diese Bedenken, die nm so stärker sind, da die Ehcsredaktion in extrem-zionistischen Händen liegt. Glaubt man. diese Bedenken zunächst noch als Voreingenommenheit zurückstellen zu ntüffeu, so erweisen sie sich bei der näheren Durchsicht des vorliegenden Probeheftes als voll und ganz berechtigt. Was hier geboten wird, bat mit der dringend erforderlichen Neutralität schlechthin nichts mehr gemein. Es ist Zionismus im neutralen jüdisch-wissenschaftlichen Gewände. In dem Vorwort heißt es. die Darstellung soll in einer Form erfolgen, die „sich mit der rein sachlichen Wiedergabe der Tatsachen bescheidet. die Ergebnisse der Wissenschaft in konzentrierter Fassung darznbieten sucht und subjektive Werturteile nach Möglichkeit zurückstellt. Die. Redaktion erachtet cs als einen der wesentlichen Grundsätze der Enzyklopädie, daß die Autoren in allen Streitfragen die verschiedene,: Meinungen und Standpunkte referierend wiedergebcn nnd sich jeder Polemik enthalten." Papier ist geduldig. Und so verträgt dieies Probeheft im Vorwort auch diese schönen Grundsätze und im sachlichen Teil die Anwendung des Gegenteils. Es ist an dieser Stelle unmöglich, ausführlich setzen Aussatz des Probeheftes eingehend unter die Lupe zu nehmen. Einige Beispiele mögen genügen. Da findet sich z. B. unter, dem Stichwort „Autonomie" eine Abhandlung, verfaßt von Tmbnow. unter der Redaktion von Wischnitzer. Der erste Absatz lautet: „Autonomie in der indischen Geschichte — einer der Grundpfeiler, auf denen das Gefüge der Judenheit in .weiten der Fremdherrschait nnd in all»'« Ennchen ^er Diaspora beruht. Das jeder Äulturnation eigene Bestreben. ihr inneres Leben auch unter fremden Völkern nach autonomen Entwicklungsgesetzen zu regeln und die Einwirkungen der fremden Nmgebimg. sofern sie die nationale Wesenheit tangieren, abzumehren. kam besonders in der Geschichte des indischen Volkes zur Geltung, das von altersher eine Sonderstellung in der Welt einnahm." Würde eS fick um eine zionistische Enzyklopädie handeln, di« Einleitung dieses Abschnittes könnte wohl nicht anders lauten. Dieser Einleitung folgen dann zwölf Abschnitte, die deren Berechtigung durch die geschichtlichen Bewegungen erweisen sollen. Im XI. Abschnitt kommt der Verfasser aus die Gegenwart. Was im XI. und XII. Abschnitt ausgeführt wird, ist von der im Vorwort versprochenen Objektivität so iveit entfernt und beweist so deutlich, daß die Autoren gar nicht daran denke'», in allen Streitfragen die verschiedenen. Meinungen und Standpunkte referierend wiederzugeben und sich jeder Polemik zu enthalten, daß sie hier im Wortlaut wieder- «avben fe««. «nd „XI. Die neuen Strömungen innerhalb der Judenheil im Zeitalter der Emanzipation in Westeuropa ivon der französischen Revolution an) bewirkten gewaltige Arnderungen im Verhalten der jüdischen Führer ihrer politischen Umgebung gegenüber. Bis dahin betrachteten sich die Ghettoeinwohncr als Bürger ihrer Gemeinden und als Fremde im Staate. Nun aber, da sic Bürgerrechte im Staate forderten und mancherorts auch bekamen, hielten sie sich verpflichtet, auf das Recht der inneren Autonomie zu verzichten. Staatsbürgerschaft und besondere Gemeiudeautonomie erschienen ihnen als innerer Widerspruch. Im ersten Jahre der französischen Revolution betonten die Vorsteher der Pariser jüdischen Gemeinde in ihrem Brief au die konstituierende Nationalversammlung, daß ne bereit seien, sich von ihrer Selbstverwaltung loszuiagen. zugunsten der Allgemeinheit und um des eigenen Nutzens willen". Als die elsäsiischen Gemeinden baten, ihnen die Genreindeverivaltuna zu belassen, traten die Vorstelier der sefardischen.Gemeinden Südsrankreichs dagegen auf nnd ersuchten die Regierung, sie mit den „afchkenaiischen Juden, die auf ihre nationale Absonderung Wert legen." nicht zu identifizieren. Die französischen Juden erreichten die Emanzipation im Jahre 1791 auch nur unter der Bedingung. daß sie auf ihre ..nationalen Rechte" verzichteten. Sowohl die jüdische Notabelnversammlun.i als das „große Synhedrion" zu Paris von 1806/7 erklärten, „daß die Juden unserer Zeit nicht als Nation gelten, nachdem sie ein Bestandteil der großen isranzösischen) Nation gewprdrn sind." Die Beschlüsse des Synhedrions wurden zur neuen Offenbarung für die deutschen Juden bei ihrem Kampf um die Emanzipation in der ersten -Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ueberall bemühten sie sich, die alte Autonomie zu beseitigen, und bezeichneten die jüdischen Gemeinden für die Zukunft als K u l t uS gemeinden, da die Judenheit nur eine Religionsgemeinschaft, aber keine Nation sei. In ihren Futztapfen gingen die aufgeklärten Juden in Osteuropa. dem großen nationalen Zentrum Rußland und Polen, bei denen es als ausgemachte Sache galt, daß die jüdische Autonomie um der Staatsbürgerschaft der Juden willen zum Tode verurteilt sei. XII. Das Rad drehte sich jedoch wider Erwarten. Die neue nationale Bewegung, die die Judenheit Osteuropas untz später auch Westeuropas am Schlüsse des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfaßte, formulierte das Problem anders: Besteht denn wirklich ein innerer Widerspruch zwischen Staatsbüraerschast und Autonomie in den Ländern der Diaspora? Nnd da lautete die Antwort: eS gibt hier keine Gegensätze, sondern lediglich zwei Seiten der Befreiung, eine individuelle und eine nationale, diejenige Vollemanzipation. auf die jedes „Volk im Volke" von seiten der herrschenden Nation Anspruch hat. Jeder Jude darf um seine persönlichen Bürgerrechte und um seine Gemeinschaftsrechte als Glied einer kulturellen Sondernation. um seine bürgerliche, politische und nationale Emanzivation kämpfen. Zuerst nahm man an. daß nur ein Volk, das in einem national gemischten Staate ein eigenes Territorium besitzt, begründeten Anspruch auf nationale und kulturelle Autonomie erheben dürfe: in der letzten Zeit aber haben die Tatsachen des nationalen Lebens bewiesen, baß dieser Anspruch allen „nationalen Minderheiten" zusteht, die inmitten fremder Völker zerstreut leben, selbst wenn sie kein eigenes Territorium aufwei'en können- Die nach dem Weltkriege geschlossenen Friedensve» träge haben folgenden Grundsatz bestätigt: Ein Volk im Volke genießt alle Bürgerrechte gleich den anderen Staatsbürgern, hat aber außerdem den Anspruch ans nationale Rechte in der Form einer Autonomie seiner Gemeindeorganisation nnd seiner b'stori'chen Kultur. Diese Synthese kann als letztes Wort der Entwicklung des nationalen Problems in der Weltgeschichte gelten, ist jedoch vorläufig in den meisten Staaten nur theoretisch, nicht aber praktisch anerkannt, während sie innerhalb des jüdischen Volkes auch theoretisch umstritten ist." Und bannt schließt die Abhandlung über ..Autonomie". Fürwahr eine eigenartige Ansicht über Objektivität der Darstellung und referierende Wiedergabe der verschiedenen Meinungen und Standpunkte. So geht es nicht. Es ist Pflicht der deutschen Judenheit zu betonen, daß sie den hier vertretenen Auffassungen völlig ablehnend geaenübersteht. und daß sie das Erscheinen einer Enzyklova-die des Judentums, die in diese. Form die Dinge behandelt, nur als das Erscheinen eines Barteiwerkes betrauten kann. Auch anderen Abhandlungen in diesem Probeheft liegt offensichtlich die national-jüdische Weltanschauung zugrunde. Sv z. B. den Ausführungen über jüdische Kunst. Hier ist von der ersten und der zweiten nationalen Schule, die beide in die Gegenwart verlegt werden, die Rede, und es finden sich z. B. Sätze wie diese: „An dieser Bewegung für die Rehabilitierung der gemeinen Darstellunasobjekte haben sich Inden lebhaft beteiligt. hairf'g im Dienste anderer Völker, aber im Grunde genommen für eine Sache kämpfend, die sie selber nur zu tief anging." Oder: „1. nationale Schule. Neben den das rein Emcst'elle. naturgemäß zurückdrängenden Bestrebungen, die die Ideologie des Impressionismus förderte, machte sich im jüdischen Kulturleben eine Bewegung geltend, die sich der Pflege der nationalen Werte Partei. ganz besonders widmete . . Oder: „Die Zeitschrift... hat bas Kunstschaffen der aeschilderlei, Periode verfolgt, tue als die des nationalen Wiedererwachens bezeichnet wird. Neben diesen einzelnen Sätzen aber ist m. E. die ganze Art der Abhandlung wenigstens in ihren letzten Teilen nur auf dem Boden nationaljüdischer Anschauung möglich. Jüdische Kunst wird bedingt durch den jüdischen Inhalt und du'diesem adäquate Form. Wenn beispielsweise die Sixtinische Madonna nicht von Raffael, sondern von einem indischen Künstler gemalt worden wäre, io würde man sie unzweifelhaft noch immer dem Kapitel „Eliristliäse Kunst" zurechnen müssen. Ebenso wird aber umgekehrt nicht jeder jüdische Künstler in dem Gebäude „Jüdische Kunst" Unterkunft finden. Neben diesen Unmöglichkeiten einer neutralen jüdischen Enzyklopädie verblassen Ausstellungen. die tm einzelnen noch zu erheben wäreil. Sic mögen z. T. darauf znrückzuführen sein, daß das Werk gleichzeitig in deutscher Sprache und in hebräischer für Palästina erscheinen soll. Sonst wäre es beispielsweise bei dem Aufsatz zum Wort Handwerk nicht zu verstehen, daß hier das jüdische Handwerk in Deutschland io kurz wegkommt und daß beispielsiveise der Eentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands überhaupt nicht erwähnt wird. Bedenklich stimmt auch, daß »tau sich bei jüdischen Persönlichkeiten, die ans nicht indischem Gebiet ihre Hauptbedeutung erlangt haben, nicht die lminschonswerte Beschränkung auferlegt. Das gilt z. Bfür Ludwig Barnberger. -- bei dem mir übrigens, wenn man schon so ausführlich seur rvill. seine Bedentnng auf dem Gebiete des Nttinz- und Wcchrungsweiens zu kurz weggekommen zu sein scheint — und Albert Einstein. Eine Darlegung der Relativitätstheorie gehört in eine Enzyklopädie der Philosophie. aber nickt ttt eine solche des Judentums. Beide Männer sollen auch m diesem Werke erwähnt werden, aber nicht in den Formen, wie es hier geschieht. Eine Enzyklopädie des Judentums fehlt itus. ä« Mt schaffen, ist dringendes Gebot. Voraussetzung für ihre Bedeutung ist aber, daß Objektivität der Darstellung und neutrale Wiedergabe der verschiedenen Anschauungen nicht nur in der Vorrede versprochen, sondern auch in den einzelvetv Abhandlungen dnrchgefnhrt wird. verbandstag der jüdischen Handwerker Der Zeutralverband jüdischer Handwerker Deutschlands hielt am 30. und 31. Mai d. I. in Leipzig seinen 7. Berbandstag ab. der aus allen Teilen des Deutschen Reiches zahlreich besucht war. Die Ortsgruppen Berlin. Breslau. Dortmund. Düsseldorf. Frankfurt. Hamburg, .Hannover. Köln und Leipzig hatten Vertreter entsandt, der Jüdische .Handwerkerverband der Tschechoslowakei bewies sein In-, teresse durch die Entsendung eines Delegierten aits Prag. Ferner waren die dem Verbände angeschlossenen Gehilsen- und Frauenvereine zum Teil vertreten. Die Bedeutung des jüdischen Handmerker-staudcL im öffentlichen und jüdischen Leben wird in der letzten Zeit immer mehr erkannt. Man weiß, daß die jüdische .Handwerkerbewegung die beste Widerlegung der antisemitischen Phrasen bedeutet und daß ihr gerade in der jetzigen Zeit der Wirtschaftskrise in Deutschland auch für daS gesamte deutsche Judentum besonderer Wert beizumenen ist. Erft durch die Sturmwehen in unserem Vaterlaude im Jahre 1848 wurde den Juden die volle Gemerbefrefheit gewahrt. Aber noch lange Zeit verging, ehe dem jüdischen Hand, werkerstand in der jüdischen Gesellschaft die Achtung entqegengebracht wurde, die er verdient. Als die Juden noch hinter Ghettomanern eng zirsammengeballt waren, führte man de-m Handwerkerberuf nur die Menschen zu. die für das Tolmudstndium ungeeignet nnd mittellos waren. Man sprach z. B. einmal von „Gerbern und was dergleichen mehr verächtliche Professionistcn seien" und glaubte, ihnen ein Mitbeftimmungsrccht an den Gesta'stnngen jüdischen Lebens versagen zu dürfen. Mit diesen Vorurteilen hat die Gegenwart endlich gebrochen. Das Problem der Berufsnmschichtung der deutschen Jildeu machte auf die Bedeutung des Handwerks unter den Juden eindringlich aurnterfiam, und der Zusammenschluß der Handwerker selbst sowie die Tätigkeit ihrer ausgezeichneten Führer widerlegte aufs Schlagendste die Behauptung von der Minderwertigkeit des jüdischen Handwerkers. Diese Gefinnungsändernnq unter den deutschen Juden verursachte, daß dem Berbaudstag des Zentralverbrudes jüdischer Handwerker Denkschlands besonderes Jntercsic entgegengebracht wurde. Alle größeren jüdischen Orttzanlsationen waren vertreten und ließen durch ihre berufenen Persönlichkeiten in der Festsitzung, die am 30. Mai vormittags im Leipziger Kristall-Palast stattfand, ihre Sympathie für die jüdische Handwcrkcrbewegung erklären. Diele Sympathie findet nicht nur in Worten ihren Ausdruck. sondern auch in der Tatsache, daß in den Repräfentantenversammlungen vieler jüdischer Gemeinden Handwerker eifrig an der Gestaltung der Geschicke des deutschen Judentums Mitarbeiten. So ist z. B. der Vorsitzende des Zentralversandes jüdischer .Handwerker Deutschlands. Wilhelm Marcus, bei den letzten Berliner RepLgsentiänten»

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