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Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-04-16 · 16 (16.4.1926) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
6 (1926)
Issue
16 (16.4.1926)
Date
1926-04-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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6. Jahrgang Nummer 16 Beilage 16. April 1928 mm Aus den Gemeinden AgnetLvborf. (L o g e n h e i nt.) DaS von dem Ostdeutschen Logenverband (früher Nordostdeutscher Logenverband) in Agnetenüorf i. R. errichtete Logenerholungsheim, war auch in der Pessach-Woche für seine Besucher geöffnet. Die Seder-Abende wurden bei vorzüglicher Verpflegung festlich begangen und wurde nicht nur die „Hagadah" vorgelesen, sondern auch Fragen gestellt und Erläuterungen und Erklärungen gegeben. Das Heim war an diesen Tagen von Brüdern und Schwestern und deren Angehörigen aus Berlin, Breslau, Hamburg und Landsberg a. d. Warthe voll besetzt. Am Freitagmtttag nahmen durch Besuch wandernder Logenbrüder 37 Personen am Mittagessen teil und für mehrere Tage mußten sogar mehrere Gäste in benachbarten Häusern untergebracht werden, fanden aber im Heim Verpflegung und Geselligkeit. Für Sch'wuos und die Sommermonate liegen schon jetzt Meldungen vor. Dank seiner äußerst günstigen Lage, vorzüglicher streng ritueller Verpflegung, bei sehr mäßigen Preisen und durch seine große Behaglichkeit sowie durch die angenehme Gesellschaft, findet das Heim in Logenkreisen immer mehr Beachtung. Berlin. (Zangwill-Uraufführung.) Die führende deutsche Privatbühne, das von Max Reinhardt geleitete Deutsche Theater, hat das neueste Bühnenwerk Israel Zangwills „Wir Modernen", eine satirische Komödie, angenommen. Das Stück wird noch im Laufe dieser Spielzeit zur Aufführung gelangen. Berlin. (Kantorenversamm lun g.) Die Bereinigung der Kantoren Groß-Berlins und Umgegend hält ihre Generalversammlung Montag, den 19. April, pünktlich 8V£ Uhr, Rosenstraße 2—i (Plenarsaal) ab. Dortmund. (Amtseinführung Rabbiner Dr. > Appels.) Am Borabend des siebenten Pessachtages fand in der Synagoge die feierliche Einführung des Herrn Rabbiner Dr. Appel statt. Das Gotteshaus war mit Blumen reich verziert und bis zum letzten Platz gefüllt. Unter den feierlichen Klängen der Orgel wurde der Rabbiner vom Vorstand und seinem Amtskollegen au feinen festlich geschmückten Platz geleitet. Ein weihevoller Festgesang begrüßte ihn. Alsdann hielten Herr D. Leeser und Herr Rabbiner Dr. Jakob herzliche Ansprachen, auf die Herr Dr. Appel mit tiefempfundenen Worten antwortete. Ein Chorgesang und Orgelfpiel beschloß die würdige Feier. Am nächsten Morgen hielt Herr Dr. Appel seine Antritts- Predigt mit dem Texte: Auf drei Dingen beruht die Welt, auf der Gotteslehre, auf dem Gottesdienst und auf der Liebestat. DranSfeld. (Amtsjubiläum des Gemeinde- Dvrstehers.) Die hiesige Gemeinde bereitete ihrem Vorsteher Jakob Ofenberg, der 25 Jahre die Interessen der israelitischen Gemeindemitglieder mit Eifer und Umsicht vertreten hat, anläßlich feines Jubiläums einen besonderen Festakt. Landrabbiner Dr. Lewinsky aus Hildesheim gedachte beim Gottesdienst mit ehrenden Worten des Jubilars, der sich um das Gemeindewohl in anerkennenswerter Weise «ingesetzt hat. Lehrer Schwalm sprach den Dank der Ge- «meindemitglieöer für alle Mühen und Arbeiten aus und machte Mitteilung von einer seitens der Gemeindemitglieder 'in Anerkennung der Verdienste des Jubilars geschaffenen „Jakob Ofenberg-Stiftung", die zur Erhaltung- und würdigen Ausstattung der Synagoge und des Friedhofs Verwendung finden soll. Auch der Bürgermeister der Stadt Dransfeld, Herr Schulze, sprach dem Jubilar die Glückwünsche des Magistrats und der Ortseingesessenen aus. Endlich überbrachte Herr Otto Rosenberg aus Göttingen Glückwünsche und Grüße der Nachbargemeinde Göttingen. Die Feier hinterlieb bei allen Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck. Gnben. (D e r W c g g a n g von Lehrer Bacher.) Am 8. April siedelte Herr Bacher, der Prediger und Lehrer der hiesigen Gemeinde, nach siebeniähriger erfolgreicher Tätigkeit nach Cassel über. Herr Bacher, der viele Jahre hindurch Vorsitzender der Ortsgruppe RIF., Schriftführer der hiesigen CV.-Gruppe und Mitglied des Repräsentanten- Kollegiums der hiesigen Gemeinde gewesen ist, wurde von den genannten Organisationen und Körperschaften in ebenso herzlicher wie ehrenvoller Form verabschiedet. — Durch seine siebenjährige Tätigkeit als Lehrer an den hiesigen städtischen Volksschulen hatte sich Bacher einen weiten Kreis von Freunden auch unter den nichtjüdischen Mitbürgern unserer Stadt erworben. Das Lehrerkollegium der Hindenburgschule, au welcher Bacher zuletzt gewirkt batte, veranstaltete ihm eine Abschiedsfcier, in welcher sowohl seine besonderen unterrichtlichen Erfolge, die von den Behörden stets gebührend gewürdigt worden sind, als auch sein aufrechtes, taktvolles Verhalten als Mitglied des Kollegiums gerühmt wurden. Die hiesige Gemeinde lud aus Anlaß der Verabschiedung zu einem Gemeinde-Abend ein, an welchem die Freunde und auch einzelne Mitglieder der Gemeinde in ergreifend herzlichen Worten von ihrem religiösen Führer Abschied nahmen. Am 1. Pessachtage verabschiedete sich Herr Bacher im festlich geschmückten Gotteshause in einer eindrucksvollen Abschiedspredigt von seiner Gemeinde. — Der Vorstand der Gemeinde würdigte bei dieser Gelegenheit die segensreiche und erfolgreiche Tätigkeit des scheidenden Beamten aut allen Gebieten seines Wirkens, schilderte die unablässige Sorge um die Erhaltung der jüdischen Institutionen, den vorbildlichen Eifer in jedem jüdischen Streben, die herzliche Vertrautheit mit den jüdischen und nichtindische» Kindern und sprach in tiefbewegten Worten den Dank und die herzlichen Wünsche der Gemeinde aus. Hannover. (Allgemeiner R a b b i n e r v e r b a n ö.) Am 7. und 8. April tagte in Hannover der Zentralausschuß des Allgemeinen Rabbinerverbandcs in Deutschland unter dem Vorsitz seines ersten Vorsitzenden. Rabbiner Dr. Baeck in Berlin. DaS Hauptreferat erstattete Rabbiner Dr. Lewin- > Königsberg zu dem Thema: „Welches Interesse hat die deutsche Judenheit an dem Jugendwoh.fahrtsgesev?" In; klaren und den Gegenstand nach allen Richtungen eri schöpfenden Aus'ührungen beleuchtete ^er Remrent die amtlichen mit der Jugendwohlkahrt in Verbindung stehenden Fragen, insbesondere die Frage der Gefährdetenfürsorge und der Serualetknk zeigte aus in wie hervorragen dein , Maße die deutsche Judenheit an den einzelnen Bestimmungen deS Gesetzes interessiert ist und welche Aufgaben insbesondere dem Rabbiner aus diesem Gebiete in immer steigendem Maße zuwachsen. Die daran sich anschließende Debatte gab Ge-! legenheit, Len ganzen Komplex der soziale» Arbeit Leb Rabbiners zu erörtern und nach den verschiedenste» Richtungen hin Anregungen zu aeSen und Forderungen zu erheben. Eine der wichtigen Forderungen — nur ein Ausschnitt auS den vielen — ist die Errichtung billiger jüdischer MittagStische in Universitätsstädten, well ihr Fehlen erfahrungsgemäß die erste Ursache späterer Mischehe ist. AuS dem Geschäftsbericht ist besonderhervorzuheLe» der über den Preußischen Landesverband erzielte Erfolg, baß die mit Steuerlast überbürdeten Gemeinden die neu bewilligte StaatSbeiHilfe zur Besoldung des Rabbiners und zur Erleichterung der Pensionspflicht erhalten. Für die bet der Neuordnung der Gemeindeverhältnisse sich ergebenden Veränderungen wurden bestimmte Forderungen erhoben, deren wesentliche sind: Einrichtung von Bezirksrabbinaten dergestalt, daß iede Gemeinde zu einem Rabbinat gehört und der bisherige Zustand aufhört, daß viele kleine Gemeinden überhaupt keine rabbinische Betreuung haben,' Einbeziehung des Rabbiners in den Vorstand, damit der unwürdige Zustand aufhört, daß die Angelegenheiten der ReligionSgemetnde ohne den Vertreter des religiösen Prinzips besprochen werden; Garantierung der Pensionslast der Gemeinden durch die Verbände. Im Geschäftsbericht kam ferner die mancherlei ideelle und materielle Hilfe zum Ausdruck, die den Mitgliedern durch die Verbandsleitung geleistet wurde, indem sie ihnen bei allen Fragen ihres ideellen und materiellen Interesses mit Rat und Tat zur Sette stand. Für die Oeffentlichkeit ist von besonderem Interesse die noch in der Bearbeitung befindliche Bemühung, denjenigen Rabbinern, die von ihren Gemeinden in eine staatliche Pensionskasse eingekauft sind, und die während des Krieges Feldrabbiner waren, zu der doppelten Anrechnung ihrer Dienstzeit zu verhelfen, was gelegentlich unter dem Hinweis auf mangelnde Beamtenqualität verweigert wird und eine Benachteiligung des jüdischen Feldgeistlichen gegenüber denen anderer Konfession darstellt. Einen besonderen Punkt der Debatte bildete die Erörterung der mit den Schwierigkeiten der standesamtliche» Eheschließung von Ausländern zusammenhängenden Fragen. Für die von der prentzischen Regierung gewünschten Lehrpläne für den jüdischen Religionsunterricht, die mit der etwa sich vollziehenden Neuordnung aller Lehrpläne eingeführt werden sollen, hatte der Verband eine Kommission eingesetzt, die in Zusammenarbeit mit dem Preußischen Landesverband Lehrpläne aufzustellen hatte. Dr. Bogelstein-Breölau erstattete den Bericht über die umfangreiche und fruchtbare Tätigkeit. Der Ausschuß erneuerte angesichts der wieder hervortretenöen Angriffe auf daS Schächten, die bereits im Jahre 1894 von allen Rabbinern abgegebene Erklärung des Inhalts: „Die rituelle Schlachtmethode ist eine religiöse Satzung des Judentums, die im biblischen und nachbiblischen Schrifttum ihre Begründung hat. Dieser Satzung gemäß darf ein Tier nur dann geschlachtet werden, wenn es in keinem seiner wesentlichen Organe irgendwie verletzt ist. Die Betäubung durch Gehirnschlag, Schlachtmaske, Schußmaöke würde somit einem Verbote des Schächtens gleichkommen. Eine großzügige Bewirtung und Gastfreundschaft, mit der die Gemeinde Hannover den Erschienenen erfreute, gab der Tagung den besonderen Rahmen. Magdeburg. (Rechtsanwalt Dr. M e r z b a ch R e p r ä s e n t a n t e nv o r st eh e r.) Die Magdeburger Repräsentanten wählten an Stelle des bisherigen Vorsitzenden, Herrn Alfred Schattmann, der feiu Repräsentantenamt nieöergelegt hat, Herrn Rechtsanwalt Dr. Ernst Merzbach zum Vorsitzenden des Kollegiums. Dr. Merzbach ist Haupivorstandsmitglied und erster Vorsitzender des Landesverbandes Provinz Sachsen und der Ortsgruppe Magdeburg des Zentralvereins. Merzig (Saar). (Lehrerwechsel.) Nach breißigfähriger Tätigkeit als Religionölehrer und Kantor der hiesigen Gemeinde ist Herr Tannenbaum in den Ruhestand getreten In feierlichem Gottesdienst verabschiedete sich der bei allen Mitgliedern beliebte Beamte von seinen Freunden, die ihn mit Bedauern aus seinem ersprießlichen seelsorgerischen Wirken scheiden sehen. Der Amtsnachfolger, Herr Friedemann, übernahm dann durch besondere Ansprache die ihm übertragenen Funktionen. München. (Synagogenjubiläum.) Am 1. Pessachtage wurde in der Hauptsynagoge der hundertjährigen Wiederkehr des Tages gedacht, an dem die ehemalige Synagoge an der Westenrieder Straße, das Gotteshaus der damals erst wenige Jahre bestehenden Münchener Kultusgemeinde. einaeiveiht worden war. Im Rahmen des Gottesdienstes wurde von dem Synagvgenchor unter Leitung de.8 Chordirigenten Ziegler der Psalm 24 in der Komposition des seinerzeitigen Hoikayellmeisters Stunz in mächtiger und ergreifender Beile vorgetragen, worauf Rabbiner Dr. Baerwald in seiner Predigt die Bedeutung des Tages würdigte und der Entwicklung gedachte, die die Gemeinde in dem verflossenen Jasirhttndert genommen hat. Die eigentliche Gedenkfeier wird am 2. Mai d. I. abgehalten werden. Sontra. (Ein neuer G e m e i n d e ä lt e st e r.) Nachdem der bisherige Geme'ndeälieste H. Katz I von feinem A>nr zurücknetreten ist, wurde in der für diesen Zweck einbernlenen Generalversammlung Bnchdruckereibesitzer Simon Heilbrnnn von den anwesenden Gemeindemitgliedern zum Aeltesten gewählt Für den seit mehr als 20 Jahren das Amt des ersten Gemeindeältesten bekleidenden Kaufmann B. Löbenstrsin. der nach Osnabrück vorigen ist wurde Ferdinand Heilbrnnn in den Gemeindevorstand gewählt. »4444444 4»»»»»»4»444444444444444444444» »4440444 4»4»4«»»»»444 fff! Aus der Bewegung ffff 4»»44»»4»444»4»440044»44»0»44»4»44»»4»4444»»0»4fr»4»44444»444 Berlin: Am Freitag, den 2. Avril, fand zu Pessach der erste Jugendgottesdienst des Jüdisch - liberalen Jugendvereins statt Wir konnten ilm. dank der Freundlichkeit des Herrn Direktor Plaut in der Synagoge des Auerbachschen Waisenhauses abbaltcn. ^nr Vorbereitung wurde in allen Gruppen über die Gest-astuna dieses Gottesdienstes diskutiert und die Resultate dieler Besprechungen wurden im Gottesdienst verwertet. Es wurde eine Liturgie ausgestellt, in der die Gelänge zum Teil hebräisch gehalten waren, während die Vibelnorlesttng lJ-esaia Kap. 11). Psalm (114) und Gebet deutsch aelc'en wurden. Den Hauplwert leatcn wir au? die Beteiligung der Gemeinde, daher hatten wir keinen Chor, sondern Gemeinde,aesang. Malm und Eingangsgebet laten die einzelnen von ihrem Platz aus: auch sahen wir von dem Tortrete» des BorüeterL ab. Aber um der Bibelvorlesung, au der drei von unS. auch ein Mädchen, teilrvahmen, und der Ansprache, von der »leich die Rede sein wird, mehr Wüöde zu -eben, traten die Beteiligten aus der Gemeinde heraus. In der Ansprache sollte einer von uns sagen, was Pessach ihm und unS bedeutet: um auözudrücken. daß Lies mitten aus der Gemeinde kommen sollte, wählten wir dazu keinen Aelteren. sondern gerade einen Jüngeren: und wir können sagen, daß er in Inhalt und Ton die Sache wohl getroffen hat. Hierauf folgte ein stilles Gebet, das seinen persönlichen Charakter darin trug, daß ihm kein Text unterlag, sondern die Andacht jedem überlassen blieb. Das Kaddisch- Gäbet und ein Gemeindegesang bildeten den Schluß des Gottesdienstes. Paul Hcmrichsöorss. Frankfurt a. M. (Sedorabend der Jüdisch, liberalen I ug e n d g e nr e i n s ch a f t.) Es ist ein nicht mtßzuverstehenües Zeichen der Zeit, daß. während mm draußen Neid, Haß. Verleumdung und gesellschaftliche Zlechturrg uns Inden bedrohen, der religiöse Sinn gerade bei unserer Jugend erwacht. So waren eine ansehnliche Zahl unserer jungen Damen und Herren .zusammengekommen, um am festlich geschmückten Sedertisch Lei Westheimer den Sederabend zu begehen. . . Herr Dr. Lazarus hatte sich in dankenswerter Weue ücreiterklärt, den Seder zu geben. Aber weit über diese Bereitwilligkeit ging die anregende und begeisternde Art und Weise, in der er es verstand, den Abend zu einem tiefreligiösen und doch so voll fröhlichster Stimmung getragen cn zu gestalten, daß er allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung ibetben wird. Da wurden die aten Bräuche sinn« gemäß erklärt und mit der Kulturgeschichte verglichen. Ta wurde der Humor in seiner ganzen Fülle aufgedeckt, der versteckt und doch gewollt, in der Hagaüah zu -seinem Recht kommt und so unbewußt die Fröhlichkeit dieses Abends vermehrt, die Freude, daß wir einst als Sklaven, letzt als Freie leben dürfen. Wundervoll verstand es der Sedergebende die geschichtlichen Zusammenhänge aufzndecken und io zu beweisen. daß uns längst veraltet Scheinendes bei rechter Betrachtung lebendigen GegenwartL. wert hat. Nicht nur denen, die dem Liberalismus bisher fcriifiajti»en, sondern auch denjenigen, die sich lange zu ihm bekannten, ging so recht die Bedeutung auf. die er gerade in unserer Zeit gewinnt. Eine Aneinanderreihung und Ablesung aller Hagadah-Stetten hätte uns nicht den Eindruck hinterlassen können, den uns dieser Art des Durchdenkens. Durchsprechens, diese Verbindung des Alten. Ueberkommenen mit dem Neuen, unserer Kultur Gemäßen zu geben vermochte. So gaÜ auch Dr. Hoffman», öcx Herrn Dr. Lazarus in bewegten Worten dankte, die so recht unser aller Empfinden ansdrückten. diesem Gedanken Ausdruck, den schon ein ganz Großer im Reiche des Geistes, Goethe, in die Worte gefaßt Hatte: Aeltestes bewahrt mit Treue. Freundlich aufgesatzt das Neue. Gundersh ei m. - Versammlungskalender Berlin. (Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde e. V.) Am Montag, den 19. April 1926, abends 8 Uhr, findet im Mnschelsaal des Rheingold, Potsdamer Str. 3, eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt mit der Tagesordnung: Die Wahlen zur Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde am 16. Mai d. I. (Aufstellung der Kandidatenliste). Bei der großen Bedeutung, die dieser Versammlung zukommt, wird auf das Erscheinen aller Mitglieder gerechnet. Nur Mitglieder haben Zutritt. Berlin. (Liberale Synagoge N v r d e n, S ch ö riss au s e r Allee 162.) Freitag, den 16. April, abends 71» Uhr, Gottesdienst und Predigt, Rabbiner Dr. Salvmonski. Sonnabend, den 17. April, früh 10 Uhr. Licguitz. (Liberaler Verein der Synagogen-- Gemeinde zu L i eg n i tz.) Am 23. April d. I. wird nochmals eine Freitagabend-Feier — zugleich die letzte dieses Winterhalbjahres — veranstaltet, und sind hierzu die Mit-, glieder sowie Freunde des Vereins herzlichst eingeladen. Ein neues Seiden-Spezialhaus. Die Firma Leiser-Teide eröffnet« am Donnerstag. freit 15. April, in der Tauentzienstraße 17 ein neues Seiörn-- SvezialhauZ. Die Firma Leiser hat keine Mühe gescheut, eine Verkaufsstelle zu schaffen, in der sich ihre Kundschaft lmmisch fühlen wird. Schon die äußere Front zeigt, daß etwas Einzigartiges geschaffen ist. Schwere Brvnzepseiler, -Genni'c und -Fensterrahmen ruhen aus einem Sockel aus rarem Granit. Eine neuartige Frvntbekleiduug aus Onyxplarten erscheint abends durch dahinterliegcndc Beleuchtung als Transparent. Der Namenszug L e i s e r - S e i d e ist in vergoldeten Schlitzbuchstaben eingelassen. Edelste Hölzer, wie Pyramiden, Mahagoni, wurden für die Ansgestalrun des JnneNraumes verwendet, so daß ein harmonisches Ganzes entstanden ist. Sämtliches Holzwcrk. Wä^e Pfeiler. Gesimse, Tische, Stühle usw., sind in massiv Maire.» goni ausgekührt. Diesem Jnnenraum schließt sich ein Hosgärtchen mit marmornem Fußboden an. das von einer Taxushccke umg lev, ist. 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