Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 6 (1926)
- Issue
- 15 (9.4.1926)
- Date
- 1926-04-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5. Jahrgang Stummer 15 •*" ij Beklage 9. April 1926 »«WMWWWW» Aus den Gemeinden Berlin. (Iua e n d s e d e rab e nde.) Der Verein Synagoge Fasanenstratze veranstaltete im Synagogensaal unter Leitung -es Herrn Rabbiner Dr. Bergmann am Dienstag, den 80. März 1926, einen Seder für unser« Jugend. Ueber 30 Knaben und Mädchen nahmen daran mit grobem Interesse'teil und waren entzückt und voll befriedigt von den gegebenen Erklärungen der Hagada und den Gesängen. Alle Anwesenden waren freudig gestimmt und angeregt, datz unser erster Versuch, einen Seder zu geben, in so hervorragender Weise gelungen ist. Es wurde das Versprechen gegeben, im nächsten Jahre zwei Seder für unsere Jugend zu veranttalten. um so über 100 Kindern, die den Seder im Elternhause leider nicht vor sich sehen. Gelegenheit zu geben, diese schöne Sitte kennen und schätzen zu lernen. dürfte sicher im Interesse unserer Jugend liegen, wenn die anderen Orgel-Synagogen dem Beispiel im nächsten Jahre folgen würden. Berlin. (Le hrerhort.j Vor einiger Zeit sind mehrere Berliner Lehrer zusammengetreten, um über die Wiederaufrichtung des ..Lehrerhort ehemaliger Zöglinge der Berliner Lehrerbildungsanstalt" zu beraten. Einstimmig wurde beschlossen, den Lehrerhort wieder ins Leben zu rufen. Wir bitten nun alle ehemaligen Zöglinge der jüdischen Lehrerbildungsanstalt zu Berlin, die dem Lehrerhort bereits angehört haben oder ihm anzugohören wünschen, ihre Adresse dem Kollegen Konrektor Arndt. Eharlottenburg. Rückertstr. 6, baldigst, spätestens bis zum 15. Mai einzusouden. Als vorläufigen Mitgliedsbeitrag hat der bisherige Vorstand einen Mindestbetrag von fünf Mark jährlich festgesetzt. Beiträge sind gleichfalls an obige Adresse zu senden. Weitere Mitteilungen folgen. Falls Kollegen Adressen von früheren, heute nicht mehr dem Lehrerstande angehörigen Zöglingen kennen, wird um Angabe derselben gebeten. Berlin. (Freie Jüdische Volkshochschule^ Prof. Elbogen beginnt am Dienstag, den 13. April, abends 8 Uhr. Synagoge Fasanenstraßc. einen Vortragszyklus über die ältesten Niederlassungen der Juden in Europa. Hörergebühr für alle drei Vorträge 1 Mark. Biuge« a. Rhein. sA b s ch i e d von Rabbiner D r. Appel.) Am zweiten Pesgchtag hielt Herr Kreisrabbiner Dr. Appel in der Synagoge vor der vollzählig erschienenen Gemeinde seine tief zu Herzen gehende Abschiedsrede. Mit demselben Texte, den er vor 15 Jahren für seine Antrittsrede gewählt hatte, verabschiedete sich der beliebte und geachtete Rabbiner: ..Liebe und W-ahrheit mögen sich vereinen, Gerechtigkeit und Frieden sich küssen." Der erste Vorsitzende der Gemeinde würdigte die Tätigkeit des Scheidenden und dartkte ihm für seine rege und selbstlose Wirksamkeit auf allen Gebieten des religiösen und sozialen Lebens. Dr. Appel wurde Gegenstand zahlreicher Ehrungen. Man bedauert allgemein seinen Weggang. Sein Nachfolger wird Tr. Ignatz Maubaum aus Berlin. Cassel. (Se e l e n s a n g.f Unter der Ueberschrist „Das PesachfeÜ in Aegypten" versendet ein Dolman in Wandsbeck ein Traktätchen, das übertrieft von Judensreundlichkeit, mit der leicht erkennbaren Absicht, auf diese nicht mehr ganz ungewöhnltche Art Gimpelfang zu treiben. Wenn der Verfasser am Schluß sagt, dass er gern mit Israeliten in schriftliche Verbindung treten würde, weil er daS Volk lieb habe um der Väter willen, weil er seine Bibel schätze und glaube, daß dieses Volk noch eine herrliche Zukunft habe, um dann den Pferdefuß hervorzukehren, wenn er fortfährt, auf die Worte des großen Vorläufers des Messias zu hören, dann ist deS Pudels Kern ja genügend gekennzeichnet. Wir bedanken unS für solche Judensreundlichkeit und glauben kaum, daß der Vogelfänger auf seine Kosten kommen wird, möchten aber doch nicht verfehlen, auf di« Methoden des Herausgebers von .Israels Hoffnung" hinzuweisen, der da unbedingt. wie die irreführenden Titel beweisen, die Konjunktur für seine Zwecke auSrmtzen will. Düsseldorf. (LehrlingSheim.j Nachdem das Helm mehrere Jahre geschloffen war. ist gemäß Borstandsbeschluß seine Wiedereröffnung am 1. April d. I. erfolgt. Es wurde beschlossen, vorläufig bis zu 16 Zöglinge in das Heim aufzunehmen. Die Aufnahme von Lehrlingen findet wie in früheren Jahren statt: diesbezügliche Gesuche sind an den Vorstand des Vereins zur Förderung der Handwerke untechnischen Berufsarten unter den Juden, Düsseldorf. Bilker Straße 26. zu richten. Gelfeukirche«. (Erweiterungdes Friedhofs.) Im „Gelsenkirchenex Stadtanzeiger" findet sich folgende interessante Nachricht: Im vorigen Sommer wurde als Vorbereitung auf die Anlage des neuen Synggogenfriedhofs die Straßenfront Am Dördelmannshof. anschließend an die Friedhofskapelle. mit einer recht schönen Mauer eingefriedigt. Am westlichen Ende dieser in neuzeitlicher Backsteinarchitektur mit Verstärkungspfeilern gegen Winddruck errichteten Mauer ist die besondere Einfahrt für den neuen Synagogenfriedhof eingebaut nnd mit einem schönen Tor geschlossen. Die Straßewbauarbeiten für die Zufahrtsstraße werden demnächst ausgeführt. Es ist bekannt, datz der bisherige Friedhof der Jüdischen Gemeinde an der Wanner Straße voll belegt und zu klein ist und ein neuer Friedhof im Anschluß an den neu erweiterten katholischen Teil des Südsriedhofs hergerichtet werden sollte. Ein schmaler Streifen des jüdischen Friedhofs liegt zudem vor der Baufluchtlinie der Wanner Straße. Dieser Streifen wird an die Stadtverwaltung abgetreten und der Bürgersteig in der festgelegten Breite demnächst ausgeMrt. Als Gelände für den neuen jüdischen Friedhof, der Anfang Dezember 19-25 begonnen wurde, ist die Südwestecke des Wattenicheider Gebietes, das durch die Eingemeindung vom 1. April ab zu Gclsenkirchen gehören wird, in Größe von fünf Morgen durch einen kräftigen Spriegelzaun eingefriedigt. Die Jüdische Gemeinde ist nicht sehr zahlreich, und deshalb ist vorläufig erst ein Teil in Größe von ein und einem halben Morgen parkartiq angelegt. Der größere Nestteil findet fürs erste als Baumschule praktisch Verwendung. Auch das gesamte übrige, bis an die Eisenbahn reichende, für die spätere Friedhofserweiterung vor Jahren schon angekaufte Gelände, das nach der Eingemeindung an Gelsenkirchen fällt, ist kultiviert für die Zwecke der Garten- und FrivdhvfKverwaltung. Ueber 170 Arbeitskräfte find zur Zeit damit beschäftigt, die gesamten Erweiterungsarbeiten auszuführen. Dazu gehören außer der Neuanlage des jüdischen Friedhofs die bauliche Erweiterung der Friedhofsgärtnerei um etwa das Doppelte des früheren Bestandes, umfangreiche Erdbewegungen und sonstige Arbeiten. Im Laufe des Jahres sollen auch die ältesten Holzbvücken erneuert, wenigstens deren Unterbauten massiv neu hergestellt werden. Es bleibe nicht unerwähnt, daß die laufenden Ausgaben für die Unterhaltung allein durch den Betrieb des Friedhofs selbst und der Gärtnerei ausgebracht werden. Eine räumlich auffällige Trennung zwischen dem katholischen und jüdischen Friedhof ist vermieden. Beide schließen ftd) zu einem lieblichen, zusammengehörigen Landschaftsbilde. Dichte Buschgruppen zwischen Bäumen, durch Wege von einem zum anderen Teile geöffnet, bilden eine natürliche Grenze. — Der Einifahrtweg endigt auf einem Wagenwend«- platz, den 14 Platanen beschatten. Bon hier aus durchzieht in plastischer Form ein Hauptweg diesen Ruheplatz, kleinere Teile. Familiengräber. Gräberfelder für Kinder und für Erwachsene schließen sich an. Das Feld für Kinder ist von Zentifolienrosen umrahmt, das für Erwachsene mit Rotbuchen betont. Mitten durch die Anlage zieht sich ein schmaler, offener Graben, von Brücken überdeckt, ein besonderer Reiz, der Landschaft. Alles, was an Bäumen, Büschen und Hecken Dutzende verschiedener Arten hier in dem während des Vorjahres angelegten neuen katholischen Teil in lieblichen Gruppen angepflanzt wurde, ist fast restlos ans eigener Anzucht der FriedhoMaumschulen gewonnen. Die Ueppigkeit und Schönheit aller Gewächse, die mit liebender Geduld erzielten Erfolge gärtnerischer Tüchtigkeit, die diesen schönsten Friedhofspark auszeichnen, ist auch der Tatsache zu danken, daß seit sechs Jahren die Kokerei von „Holland" stillgelegt ist. Nur deshalb war es möglich, hier die markantesten aller Friedhofsgewächse, Thuja, Koniferen. Lebensbäume in zahlreichen Spielarten, zu erhalten nnd zu wundervollen Eremplarcn heranzuzüchten. Wenn der Südfriedhof. der älteste der städtischen Friedhöfe. auch spöttisch als „Ligusterfriedhof" bezeichnet wird, so ist er doch der weitaus schönste der Stadt. Es liegt wie Sammetschimmer über Hecken und Buschwerk und wie rin Strahlenkranz um das Filigran der knospenden Baumkronen. Die heurigen, hoffentlich .^grünen Ostern" werden den Südfriedhof im ersten Blütenschmuck finden. Und sicher werden dann Zweifel in den Besuchern mach, wo es schöner fei: im Stadtgarten oder hier im Südfriedhof. Ganz gewiß liegt einer der größten Reize des Friedhofs in seinen nach oben hin verjüngt geschnittenen Ligusterhecken. Aber ebenso gewiß ist es die Gesamtanlage, die hier fesselt, die in jedem Gräberfeld, in hundert stillen Plätzen friedliche Ruhe und andachtvolle Weihe atmet. Köln. (Rektor Coiblenz' A m t s j u b i l ä u m.j Nach fast 26jähriger Tätigkeit als Leiter der städtischen israelitischen Volksschule Lützowstraßc tritt Rektor Bernhard Coblenz in den Ruhestand. Vielen hundert Schülern war er ein väterlicher Freund, der Lehrerschaft seines Systems ein treuer Berater und geschätzter Führer, weiten Fachkreisen ein Weggenosse. dessen Wort Gewicht hatte, zahllosen Freunden ein Mann mit wertvollem, geistigen Gut. allen aber ei« »>* fi! Dieses Sonderangebot in Kinderschuhen vereint beste Verarbeitung, erstklassiges Material mit grösster Billigkeit M Braune Boxe.-Agraffenstiefel M billigste ».beste Schalstiefel, 31-35 1 BrauneRlndb.-MUddiensHefel /7/ best Bodenmat. 31-35 7,90,27-30 jjjiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiitiiiiHimiiiniiniiiiiiiiiiiiiin | Jedes Kind erhält ein Geschenk! | IlllllillllNIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIlllllllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIliÜ Schwarze Oesenu.Adraffensüefel besonders kräftige Ausführung, m aa Grösse 36-39 7,50, Grösse 31-35 ft,9Ö.AW Grösse 27-30 * Lack-Spangenschuhe passrechte Form, sehr preiswert, Gr.31#%VU bis 3t 8,50, Gr. 27-30 7.50. 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