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Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-03-12 · 11 (12.3.1926) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
6 (1926)
Issue
11 (12.3.1926)
Date
1926-03-12
Page
– (sequence 8)
Language
German
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T:fr.,.T .-»■„... .in IN.IMW W,um >n 11.1.. I ,«MW^W»MWWWMWWWWWWWWWWW> Die KaraiHn. Novelle von Hedwig Ries. . Dem Leben nacherzählt. Der Sabbat war eingezogen. Die kleine karaitische Gemeinde eines Wolgastädtchens versammelte sich im Bethause. Sommerliche letzte Helligkeit umgab die Betenden, die voller Ehrfurcht sich neigten vor dem Gotte Israels und seinem Diener, dem Chacham. Nach vollendeter Andacht verließ die Gemeinde das heilige Haus und verteilte sich im Dämmerdunkel auf die Gassen und Heimstätten. Ein Fremder stand am Tor. Er blickte mit gespanntem, sehnsüchtigem Ausdruck in die Menge. Er suchte; denn er hatte beim Eintritt ein Mädchen gesehen, schön und edel, mit einem gottgezeichneten Anlitz. „So muß Rahel ausgesehen haben! Edelwesen, wer bist du?" Er wartete, bis die Letzten das Tor durchschritten. Da kam sie einher, an der Seite eines stolzen Mannes, dessen Würde unverkennbar war: Der Chacham. Und die Lieblihce zur Seite, seine Tochter. Mit ehrfürchtigem Gruß trat der Wartende zu dem Manne. Das Mädchen ging schüchtern zur Seite. Der .Chacham blickte ihn forschend an. „Du bist ein Fremder, ich sah dich nie zuvor." „Ein Fremder wohl. Aber ein Sohn Abrahams wie du. Ich erbitte einen Platz am Sabbattisch." „Sei willkommen, Fremder!" Sie gingen zu dreien in das Haus des Chacham. Die* Hausfrau erwartete sie am Eingang. Feierlich begann man die Bräuche des Abends und Setzte sich still zu einem einfachen, kalten Mahl im dunklen Raum. Michael, der Gast, fühlte eine Kälte im Herzen. Wie anders war der Sabbat daheimI Am weißgedeckten Tisch das rechtzeitig vollendete, warme Mahl bei strahlender Sabbatlichtern. Sabbat, Freudentag, Lichttag, Herzenswärmer! Wäre nicht in seinem jungen Sinn das Wissen von ihm naher Schöheit gewesen, hätte er nicht des Mädchens Blick durch das Helldunkel des Sommerabends gefühlt, und hätte ihr lichtes Gewand nicht das Dunkel erleuchtet, so wäre es trostlos, unsabbatlich gewesen. Die Gebete waren verrichtet. Der Fremde ging mit Dank und Gruß. Wie geschieht es doch im Leben? Episoden werden zu schicksalhaftem Erleben! Michael war in das Städtchen gekommen, um das karaitische Judentum kennen zu lernen. Er entstammte einer russischen Großstadt und war mit ganzer Seele dem Studium des Judentums, seiner Quellen und seiner Geschichte hingegeben, berufen, ein Führer zu werden und auf dem besten Wege dahin. Klug und nicht bescheiden, wo es galt, ein Ziel zu erreichen, hatte er sich sogleich dem ersten Hause der Gemeinde, dem des Chacham verschrieben, vermied es aber, sich sogleich zu enthüllen oder gar zu disputieren. Denn nicht um Gottes Wort streiten wollte er, sondern dessen Anwendung auch im Lichte dieser Sekte kennen lernen. So verließ er das verehrungswürdige Haus unter dem Gesichtspunkt des Gemeinsamen und doch an Kenntnissen bereichert. Lehrhafte Episode sollte es sein, dir Michael! Aber Herzensfessel wurde es. Unentrinnbar, qualvoll-süß! Wkrum blickst du Heimgekehrter von deinen Büchern auf und suchst zwei schwarze, langbewimperte, seelenvolle Augen, denkst an tiefschwarze Haarwellen um ein feines ovales Mädchenantlitz, liebkosest im Geiste zwei schlanke, weiße Hände und eine feine Gestalt? Nicht Thora und Talmud fesseln dich, denn dein Herz ist gefangen. Rahel, Stammutter, Edle in Israel. Und in der Tat, Rahel ist ihr Name. Auch sie gedachte des Fremden. Sie war gebannt. Groß, stolz und weltgewandt, schien er ihr aus einer andern Welt zu kommen, einer Welt, nach der sie sich uneingestandenermaßen schon lange gesehnt hatte, hinausgesehnt aus der Enge des kleinstädtischen Karai'tenlebens. Denn als Tochter des Chacham war sie noch strengeren Gesetzen unterworfen als andere. Lernen durfte sie, denn ihr Vater war ihr Lehrmeister, und die Thora war ihr ein vertrautes Buch. Aber tat sie einmal unerlaubte Fragen, denn wohl wußte sie, daß es noch andere Auffassungen gab, so wurde sie streng zurückgewiesen. Sollte ihr Leben nun ewig in diesen engen Grenzen bleiben, war die Welt mit ihrer Weite, ihrem Anderssein ihr verschlossen? Nur ganz tief im Herzen hatte sie bisher gefragt, selbst erschrocken über die Kühnheit solcher Frage. Seit jenem Sabbatabend aber wurde die Frage lauter, eindringlicher. Sie kam wieder undließ sich nicht abweisen. Sie quälte und schnitt ins Herz und gab das Mädchen nicht frei. Nicht Liebe zu dem Manne war es, der da so unerwartet in ihr Leben getreten. Nein, aber ein Bote des Lebens, ein Sendling der Welt schien er ihr zu sein. So harrte sie seiner und sehnte sich. Gott würde ihn noch einmal schicken. Gewiß würde er das! Nun war es Winter geworden und Wintersabbat im Städtchen. Nicht einmal das Helldunkel des Sommers gab diesen Stunden das Geleit. Michael war wiedergekommen. Am Sabbattage wollte er das Haus des Chacham wieder auf suchen, denn das Dunkel des Freitagabend bedrückte ihn zu sehr. Nach dem Tempeldienst nahte er Rahel und sprach zu ihr: „Erkennst Du mich?" „Du bist der Fremde vom Sommer." Mit einem schwer verhehlten, freudigen Schreck sagte sie das. „Nenne mich Michael." — „Und Du mich Rahel." „Rahel! Ich wußte es. Als Rahel schwebtest Du mir vor." „Du hast meiner gedacht?" .Immer, Rahel, immer!" „Weswegen kamst Du her?" „Um Neues zu lernen, denn ich gehöre den „Andern" an." „Den Andern? Können es andere sein, da sie Kinder der Lehre Moses sind? Sollten wir nicht alle eins sein?" „Wie wahr Du sprichst, Rahel. Aber wir sind es nicht. Die Satzungen der Jahrhunderte haben uns auseinandergerissen. Jedes ging andere Wege." „Lehre mich, was Ihr andern denkt und glaubt." Da trat der Chacham hinzu, grüßte, den Fremden erkennend, und reichte ihm die Hand. „Seid wiederum mein Gast." Ein wenig schlug Michael das Gewissen. Er dachte: „Ich Unheil in Dein Haus." Aber Rahels Augen blickten ihn an und sagten: „Ich rufe Dich; ich brauche Dich!" — Da nahm er an. Das Gespräch ging um Heiliges, Gemeinsames. Und freudig erkannte der Hausherr das reiche Wissen des Gastes, seine Liebe zum Judentum und seinen edlen Sinn. Michael gab Antwort, als man ihn nach Herkunft und Beruf, nach Weltanschauung und Richtung fragte, und der Chacham wußte nun, daß er von den „Andern' sei. Aber er tat seinem Gaste nicht Unrecht. Michael hatte befürchtet, daß ihm Haus und Tisch verwehrt werden würde. „Du sitzest an meinem Tische und bist ein Sohn Israels. Gott wird es verzeihen." „Uns bindet etwas, das größer ist als Menschensatzung und Form. Uns bindet der Inhalt, der große unzerstörbare Inhalt, Chacham." „Laß uns nicht streiten um das, was Du Form nennst. Und die Frauen sind bei uns. Sie sollen nichts hören, was ihren Sinn trüben könnte. Willst Du aber mit mir disputieren, so komm in mein Zimmer." „Chacham, laß mich lieber gehen. Ich fürchte, daß diese Stunde stärker ist als meine Kraft." Der Chacham sah überrascht auf. Er beobachtete, wie Michaels und Rahels Blicke sich trafen, einen Augenblick nur, fragend, suchend und geängstigt. Gefahr schien nahe! Hier mußte ein Schnitt sein, schnell, schmerzvoll, sicher. „So geh, Fremder, und komm nicht wieder!" Chacham, du trägst den Namen „Weiser". Aber so weise warst du nicht, um zu wflsen, daß es schon zu spät sei. Denn dein Kind ist erwacht und sucht und grübelt und — handelt. Sie ist ja deines Blutes: ein Ziel erkennen, heißt ihm zusteuern mit ganzer Kraft und ganzem Willen. So wie du es tatest, dein Leben lang. Und so tut es nun dein Kind. Wenige Wochen nach dem beschriebenen Beisammensein trat Rahel vor ihre Eltern und bat sie, ihrem Plane nicht entgegenzustehen. Sie wolle in die Großstadt, um Heiliges und Profanes zu lernen. Man lebe ja nicht mehr in der Enge und Finsternis vergangener Zeiten. Keinem Menschen, ob Mann, ob Weib, sei es mehr verwehrt, sich zu bilden, seine Fähigkeiten zu entwickeln. „Ich bin fest mit Euch verbunden, Vater und Mutter. Ich bleibe Euer und nehme Euer Bild und Wesen mit mir. Aber steht mir nicht ira Wege. Ich muß frei sein. Frei will ich zurückkehren, erhöht und in meinem Sein gesteigert! Glaubt es mir!" Da gab es arge Kämpfe. Schroffste Ablehnung zuerst, dann Anklagen und. Bedenken, Mahnungen und, ach, auch lieblose Scheltworte. Aber Rahel blieb voller Liebe und Geduld. Nicht ein Wort kam über ihre Lippen, das ohne Ehrfurcht und Kindesliebe gewesen wäre. Nur immer dringlicher wurde ihr Bitten um Gewährung und Freiheit, immer fester ihr Wille und Entschluß. „Habt doch Vertrauen zu mir. Ist Euer Einfluß und Eure Liebe in all den Jahren so schwach gewesen, daß Ihr fürchtet, mich zu verlieren? Dann wären sie wert, verloren zu gehen. Sind sie aber stark genug, mich zu halten, was fürchtet Ihr dann?" „Jenen Fremden fürchten wir," „Kann man einen Edlen fürchten? Er soll mein Lehrer sein. Ihr wißt es wie ich, daß er ein Führer ist. Und nur als solcher wird er mir nahen." Was half es! Die Mutter fand einen Weg. Auch in der Großstadt gab es Juden aus ihrer Mitte, Kara'iten. Dort sollte Rahel leben, von dort aus betreut und behütet werden. Was konnte ihr geschehen? So zog die Karai'tentochter aus, um zu lernen. Michael saß in seinem Studierzimmer. Es wurde ein Brief gebracht. Der junge Mann traute seinen Augen kaum. Rahel schrieb: „Ich kam, um Deine Schülerin zu werdejj. Wann darf ich Dich erwarten? Name und Wohnung ihrer Gastgeber waren angegeben. War dies möglich? Rahel, die Tochter des Chacham in der Großstadt? Ihm nahe und seinetwegen gekommen? Und die Eltern? Hatten sie gewährt oder ausgestoßen? Sein Herz schlug vor Angst und Freude, vor Sorge und Erwartung. Am nächsten Tage war er bei ihr. Rahel berichtete von ihren Nöten und Kämpfen und erbat Unterweisung. Ganz sachlich und ohne Gefühlsbeimischung. „Lernen will ich und durch meinen Lehrer alle Schätze heben, die im Judentum und seiner Geschichte ruhen. Denn, was Jahrtausende überdauert hat, muß ins Riesenhafte gewachsen sein, und ich kenne nur ein so kleines Teilchen von diesem Ganzen." Der Unterricht begann. Michael kannte viele Frauen und Mädchen von Bildung und Wissen; denn er lebte in und mit der Zeit. Nie aber hatte er eine gefunden, die mit so natürlicher Weisheit begabt war, die so schnell in das Wesen der Dinge eingedrungen wäre und sie mit treffenden Worten zu kennzeichnen verstanden hätte. Bewundernd und des Staunens voll, sagte er einst zu ihr: „Wundersame Du! Rahel! Stammutter eines neuen Geschlechts in Israel solltest Du werden! Dazu hat Dich Gott auserlesen! Du! Ach Du!" Es war eine leuchtende Zeit des Gebens und Nehmens. Wer gab? Wer nahm? Der Lehrer brachte den Stoff, die Schülerin gab ihm die Weihe. Alles wurde erhöht und veredelt unter ihren Augen. Gott weilte bei ihnen. Der Gott vieltausendiähriger Vergangenheit, der Gott vieltausendjähriger Zukunft. Wurzelten sie doch, trotz aller Unterschiede ihrer Satzungen und ihres Werdeganges in dieser Vergangenheit und glaubten sie doch mit gleicher Kraft und Inbrunst an diese vicltausendiährige Zukunft, an die große Aufgabe und das große Ziel. Aus Rahels Briefen an die Eltern leuchtete reinstes Wissensglück ohne den Mißklang von Zweifel und Loslösung. In süßer Herzlichkeit umschmeichelte ihr einziges geliebtes Kind die Herzen der Eltern. „Ich bin fest mit Euch verbunden", so klang es noch in ihren Ohren und Herzen und aus Rahels Briefen hervor. Unbesorgt durften sie ihr Mädchen der Fremde und dem fremden Lehrer überlassen. — Da erlebte Rahel etwas Neues. Bisher hatte sie den Sabbat nur im karaitischen Sinn und Stil verlqbt. Eines.Tages bat Michael: „Rahel, möchtest Du nicht einmal e;nen Freitagabend in meinem Elternhause verbringen? Noch kennen meine Eltern Dich nicht und sie verlangen es so sehr. Willst Du?" Rahel zögerte. Durfte sie das rein geistige Band, das sie mit ihrem Lehrer verband, mit privater Annäherung, mit einem Bruch alten Brauches verweben? Aber seine Augen baten so innig, und in flehender Geberde stand er atemlos und beobachtete ihr zögerndes Verhalten. Sie sagte zu. (Fortsetzung folgt.) Unsere Rätsel-Ecke 8 1 910 510 3 7 ZaHlenratsel. König her Inden. Religiöses Sammelwerk. Vater eines jüdischen Königs. Erbauungstag. Anöachtsstätte. Weihehandlung. Biblisches Königreich. Priester aus dem Buche Samuel. Angehöriger ber jüdisch. Priesterkaste. Geistliches Gewand. Anfangsbuchstaben der einzelnen Worte von oben nach unten gelesen nennen die Andachtsstätte der Inden während ihres Zuges durch die Wüste. W. 61110 110121013 141516 2 10 4 8 41017 5 2 4 Die 8 5 218 Bilderrätsel. ,6ctf7T! wm iWli Auflösungen der Rätsel von voriger Rümmer: 1. Kammrätsel. D e u 1 c r o n o m I u m a r 1 P P s i V 1 i h i a c i a a i e a h d s s r r k a 2. Wer und Was? Ein Stein — Einstein. BÜCHERSCHAU ii Das lustige Buch fürs jüdische Kind. Von Siegfried Abeies, Buchdecke und Illustrationen von Willy Braun. (Verlag? Jakob B. Brandeis, Breslau.) - Außen ist der Mond und die Sterne und der Himrneitim! zwei Männer mit einem Netz und einem großen Schlüssel, und man ist versucht den Kindern zu erzählen, daß vermutlich der gute Mond vom Himmel herimtergeholt werden soll für die Kinder und die goldenen Sterne ebenfalls, und daß der Mann mit seinem großen Schlüssel ihnen vielleicht den Himmel aufscliließen will... Drinnen in dem Buch stehen aber ganz andere Sachen über dieses Bild, nämlich eine Geschichte von den törichten Chelmern, den jüdischen Schildbürgern in Polen. Mir sind aber diese Witzchen und Späßchen nicht einfach genug für, die Kinder; wenn auch manchmal ein nettes Wort verborgen ist, z. B., daß man sich nicht dumm stellen soll, weil man es sonst wirklich werden könnte; oder der Hinweis, daß sich bei den Juden weit und breit keiner bereit fand, einen Menschen zu töten. An den übrigen Geschichten ist vor allem erfreulich, daß sie unbemerkt die Kinder belehren in jüdischen Dingen. Z. B. in „Josis Frömmigkeit“, weshalb am Jom Kippur die Sterbekleider angelegt werden, oder in „Die Feste“, die reizende Gegenüberstellung der großen und der kleinen Feste, oder die Belehrung über das Chanukafest in „Chane und ihre sieben Kinder“, an dem mich nur der unernsthafte Schluß von den Zuckerln stört. Im „Roten Meer“ ist in anderer Weise jüdisches Wissen angenehm vermittelt und biblische Geschichte reizvoll gegenwärtig gemacht, ohne das, was den Kindern unallläglich bleiben soll, zu trivalisieren. (Was von dem Gedicht „Mah Nischtanah“ nicht gesagt werden kann.) Der „Purimtraum“ ist zu wenig spielerisch für ein Spiel, besonders für ein Spiel für Kinder. Auch die Geschichte „Pipsi“ ist — wenn sie' sich auch recht ansprechend liest -- zu wenig einfach, nicht holzschnitthaft klar genug in der Tendenz. Welche Lehre soll nun der kleine Leser daraus ziehen: daß Ellern ihre Kinder nicht mit deren Lieblingstieren zum Schochet schicken dürfen, sonst bringen sie die Kleinen in Seelennöte und haben sich deren Ungehorsam selbst zuzuschreiben? Ohne Einschränkung gefiel mir „Das Trendel mit Kopf und Fuß“, ein lustiges, jüdisches Märchengeschehnis, wiederum mit einer Menge unauffälliger Belehrung. Schließlich: — es gilt für dies wie für alle Kinderbücher — die Mutter muß sich die Zeit nehmen (es ist das Allerwichtigsle für die Mutier!), sich zu den Kindern zu setzen, mit ihnen lesen, erklären, fragen, ausdeuten, erganzen ... Giern. Krämer. Die jüdische Frau. Ueberparteiliche Monatsschrift für alle Lebensinteressen der jüdischen Frau. Berlin 1926. Jährlich M. 6.—. Unter der neuen Leitung von Frau Regina Isaacsohn tritt diese Zeitschrift jetzt in ihr zweites Jahr. Das Februarheft zeigt, daß die Redaktion es versteht, die Zeitschrift, die den Interessen der jüdischen Frau und Mutter und des jüdischen Haushalts zu dienen bestimmt ist, interessant zu gestalten. Erzählungen und novellistiche und belehrende Beiträge wechseln in bunter Folge. Besonders wichtig ist es auch, daß sich hier jüdische Frauen ein Forum geschaffen haben, von dem aus sie zu ihren Glaubensgenossinnen sprechen können. Die Mütter werden die neue Beilage „Das jüdische Kind“ begrüßen, die eine Bereicherung der jüdischen Journalistik darstellt. Nachdem es unseren Frauen gelungen ist, sich die Stellung im jüdischen Leben zu verschaffen, die ihnen zukommt, und nachdem sie gleichberechtigt an den Gemeindeangelegenheiten teilnehmen sollen, werden sie es erfreulich finden, in der „Jüdischen Frau“ eine weitere Zeitschrift zu besitzen, die die Probleme vom jüdisch-weiblichen Standpunkt aus anfaßt. Dr. Botho Laserstein.

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