Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 6 (1926)
- Issue
- 9 (26.2.1926)
- Date
- 1926-02-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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6. Jahrgang Nummer 9 Beilage 26. Februar 1928 I i 13 4: Die Tagung des Bayerischen Landesverbandes. Am Sonntag, -en 21. Februar, und Montag, den 22.- Febrlkar 1926. traten die Körperschaften des Verbandes Bäuerlicher Israelitischer Gemeinden in AargSbura zu ihrer ddesjahrigen Tagung zusammen. Die Eröffnungssitzung zanü L?» Sountag Vormittag im großen Saal der Börse statt. Der Präsident der Tagung, OberlanbeSgerichtsrat Pros. Dr. Sllüerschmiüt-München, begrüßte namens des BerbandeS, der « rstand der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg, Rechtsanwalt Dr. Strauß.Augsburg, namens der Kultusgemeinde Augsburg die versammelten Mitglieder des Rats und der Tagung sowie die erschienenen Gäste. Die Staats- Äderung, die Regierung von Schwaben und Neuburg und ate Stadtgemeinde Augsburg hatten Vertreter entsandt. Die Vrüße und Wünsche der Staatsregierung üb erbrachte der Referent für die Angelegenheiten des israelitischen Bekennt- «lffes im Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Oberregicrungsrat Mezger. der auf die gememsauven Interessen von Staat und Religionsgesellschaften hinwies. seiner Genugtuung über die bisherige erfolgreiche Tätigkeit des Verbandes Ausdruck gab und die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Staat und Berbandsleitung betonte Bürgermeister Ackermann-Angsbura wünschte der Versammlung im Aufträge der Stadt Augsburg einen gedeihlichen Verlauf der Verhandlungen. An Stelle des erkrankten Rabbiners Dr. Grünfeld-Augsburg gab Rabbiner Dr. Stein- Schweinfurt der Tagung die religiöse Weihe durch Ausführung religiös-sittlicher Gedanken des Judentums. Die weitere Vormittagssitzung füllte der Bericht des Präsidenten des Verbandes, Oberlandeögerichtsrats Dr. Neumeyer- München, aus. Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer gab in eingehender Weise Rechenschaft über die Tätigkeit des Verbandes im verflossenen Jahre und wies auf die Bedeutung der dieslähvigen Verhandlungen hin. Mit eindringlichen Worten berührte er Schäden unserer Zeit, zu derer Beseitigung unsere Gemeinschaft berufen sei, und richtete eine ernste Mahnung an alle Kreise des bayerischen Judentums, an dem Aufbau und der Gesundung bewußt vritzuarbeiten. Die Nachmittags-sitzung war der Durchberatung des .Haushalts gewidmet, der entsprechend den Vorschlägen der Verbandsleitung angenommen wurde. Den Beratungen gingen Verhandlungen der einzelneir Ausschüsse und Fraktionen voraus. Das Schwergewicht lag in den Verhandlungen des zweiten Tages. Sie wurden eingeleitet mit einem Referat von Justizrat Dr. Hcmrmel-Lchweinfurt über die Schaffung des Reichsverbandes der deutschen Juden. Der Referent gab ein Bild von dem gegenwärtigen Stand der Vorarbeiten und bekundete erneut die Bereitwilligkeit der bayerischen Judenheit. an der Schaffung des Neichsverbandes mitzuarbeiten. Die Hauptarbeit wurde geleistet durch die Annahme der «endgültigen Verfassung des Verbandes, wobei der Wille aller Richtungen zu deutlichem Ausdruck kam, einmütig zusammenzuftehen und die großen einigenden Linien zu betonen. Eine weitere bedeutsame Arbeit war die Annahme des vorgelegten Entwurfs eines Beamtenrechtes. Es ist damit MWn für die Beamtenverhältnisse in den israelitischen Knltusgemeinden grundlegendes Wevk geschaffen, das wohl auch für Ktdie anderen Landesverbände vorbildlich sein wird. Die Tagung fand in den: historischen Hause „Drei Mohren" in Augsburg ihren Abschluß, in das die Kultusgemeinde die Teilnehmer zu einem wohlgelungenen Festabend emgeladen batte. Aus der Berliner Repräsentanienverfammlung. Der liberale Antrag zur Schnlfrage. Am Mittwoch, den 17. Februar, tagte die Repräsenlantenversammlung. Zunächst wurden einige kleine Vorlagen erledigt. Zum stellvertretenden Vorstandsmitglied wurde mit sämtlichen abgegebenen Stimmen Direktor Kleemann gewählt. Für Nötstandsarbeiten wurde r><nn Wohlfahrtsamt ein weiterer Betrag von 7000 M. zur Verfügung gestellt. Eine Nähstube soll im alten Krankenhause errichtet werden, verschiedene weitere Arbeitsmöglichkeiten fAnfertiqnng von Kopfhörern, Spazierstöcken usw.) sollen ausgenützt werden. Eine weitere Vorlage wünscht die Bewilligung von 15 000 M. für die Errichtung eines Kriegerdenkmals ans dem Ehrenfelde in Weitzemee. Sie wird vertagt, da die Mehrzahl der Versammlung mit Recht der Ansicht zuueigt, das; in der jetzigen krisenyasten. Zeit die Veste Ehrung der Gefallenen die Unterstützung der notleidenden Lebenden ist. Schließlich wird noch der ger'.ttgfngige Betrag von 2?l> M. drr Zentralwvhlfahrtsstelle bewilligt, der für die Herstellung eines auf der Düsseldorfer Ausstellung „Gesolei" oorznsührcnden Wohlfahrtsfilms dienen soll. * * * Nun kommt die Schulfrage an die Reihe. Die Liberalen haben beantragt, an Stelle der abgebauten und noch abzubanenden Klassen der beiden Mittelschulen der jüdischen Gemeinde neue Klassen für Knaben und Mädchen rttt dem für Volksschulen gültigen Lehrplan einzurichten. Drei Gründe sind vor allem hierfür maßgebend gewesen. Einmal die Wiederherstellung des bisherigen Zustandes, La durch den Abbau der unteren Klaffen der Mittelschulen. der vom Staat vorgeschrreben ist, die Zahl der Schüler wesentlich zurückgeoangen ist Dieser Abbau der unteren Klassen drohte aber den besonders den Liberalen ans Herz gewachsenen Anstalten gefährlich zu werden, da die Frage des Nachwuchses sich immer schwieriger gestaltete. Und zu Dritt war maßgebend, daß bei einer Annahme öeö liberalen Antrages im Gegensatz zu den früheren Projekten, die die Umwandlung zweier städtischer Gemeindeschulen in lüdische städtische Gemeindeschulen bezweckten, jeglicher Zwang zum Besuch einer jüdischen Schule auf die Eltern inhibiert wurde. Der liberale Antrag hatte eine seltene Einmütigkeit geschaffen. Die Konservativen und Zionisten zogen zu seinen Gunsten ihre Anträge zurück,' der Vorstand schloß sich den: liberalen Anträge an. So hätte man annehmen können, daß man den Rest der noch zur Verfügung stehenden Zett der Erledigung dringendster Aufgaben nutzbar zugewanüt hätte. Statt dessen kam es wieder einmal — wie das nachgerade in der Repräsentantenversammlung zur Gewohnheit wird. — zu einer der ufer- und sinnlosen Debatten. Klee von der Jüdischen Volkspartei begann, nachdem der Berichterstatter, Neumann von den Konservativen, statt eines sachlichen Berichtes schon eine Schilderung der verschiedenen Parteiströmungen geben zu müffen glaubte. So wurden die Liberalen gezwungen, ausführlich zu erwidern. Mit Geschick vertrat Prof. Türk den liberalen Standpunkt. Er führte etwa folgendes aus: Ich wünsche nicht, baß in dem Kampfe, der draußen zwischen den Anhängern der Gemeinschaftsschule und denen der Konfessionsschule tobt, die Vertretung -er größten jüdischen Gemeinde eingreise. Dadurch würde draußen der Eindruck Servorgerufen werden, als oh unsere Gemeindevertretung für die Konfessionsschule sei. Ferner will ich nicht, daß die Sache -er jüdischen Schule vor dem Erlaß -es Reichs- SchulgesetzeS tnS Rollen komme im Interesse des Friedens und der Einheit unserer Gemeinde. Versuchen Sie einmal, meine Herren, einen Volksentscheid herbeizusühren. Sie würden von den Gemeinbemitgliedern, auch aus den konservativen Reihen, eine Antwort erhalten, die Ihnen jede Lust zu einer neuen Anfrage nehmen würde. Endlich drittens: Nach dem Stande der Gesetzgebung — wir leben ja noch unter dem Gesetz von 1847 — ist eS unzweifelhaft, daß eine öffentliche jüdische Schule für den Bezirk, in dem sie sich befindet, eine Zwangsschule sein würde. Wir werden uns mit allen Kräften dagegen wehren, daß den jüdischen Erziehungsberechtigten irgendein Zwang auferlegt werde,- selbst die ostjüdischen Eltern, in deren Stadtteil ja die neuen Schulen liegen sollten, müffen volle Freiheit in der Wahl der Schule haben. Das ist ja das Gefährliche für die Gründung jüdischer Schulen in den Mittelstädten, daß kein Jude sich dem Zwange entziehen könnte. Eine zioni st ischeSchule.sagt HerrDr. Klee, hat noch niemun-verlangt. Mit Verlaub, meine Herren, zur rechten Zeit veröffentlichen die Zeitungen einen Bericht über die Versammlung der radikalen Zionisten. Diese Versammlung besteht in der Hauptsache ans Männern, die nach Deutschland gekommen sind, um das deutsche Judentum zu reformieren, oder, wie wir das nusdrücken, den Boden, ans dem die deutschen Juden stehen, zu untergraben. Di>e Vereinigung radikaler Zionisten fordert die Wiederherstellung der zionistischen Organisation als der Trägerin der nationalen Renaissance-Bewegung des jüdischen Volkes durch die Nationalisierung des Volkes im Galuth. D>er Kampf um die Nationalisierung und Hebvaisierung des Volkes in Galuth und in Palästina muß wieder in den Vordergrund der zionistischen Tätigkeit treten und darf nicht aus Gründen der Gelüfammlung aufgegeben werden. Ablehnung der Politik der Verständigung um jeden Preis mit den Nichtzionisten. Aufnahme des Kampfes gegen die Assimilation in allen Ländern. Ein wesentliches Argument für die Gründung jüdischer Volksschulen ist Ihre Behauptung, daß die Volksschulen konfessionell seien. Oe jure sicherlich. Aber, meine Herren, oft genug geht die Entwicklung über die Gesetze hinweg. Was ist denn eine konfessionelle Schule? Darüber gibt uns eine Ned.e von Moritz Veit Auskunft, die er im Jahre 1840 -bei der Einweihung des Lehrerseminars gehalten hat. Selbstverständlich, wenn man ein jüdisches Lehrerseminar begründet und cimveiht. muß man für die Konfessionsschule eintreten. Das war für jene Zeit natürlich. Kein Mensch dachte damals daran, daß jüdische Lehrer an öffentlichen Schulen wirken könnten, und der Gedanke, an öffentlichen Schulen jüdischen Religionsunterricht einzurichten, lag noch völlig fern. Der erste Religionsunterricht an einer öffentlichen Schule wurde in den 50er Jahren in Posen eingeführt. In jener Rede schildert Beit die Verhältnisse an den öffentlichen Schulen folgendermaßen: „Alle Lesebücher, also auch die Lefcübungen. sind religiös. Meist wird Bibelgeschichte gelesen. Auch der Stoff zu Aufsätzen wird der Bibel entlehnt." Ich wünschte, Moritz Veit könnte den Lehrplan der -heutigen Volksschulen mit dem Plane seiner Zeit vergleichen. Ich bin bereit, meine Herren, mit Ihnen zusammen die sämtlichen Lehrmittel an den öffentlichen^ Volksschulen einer Prüfung zu unterziehen, um sestznstellen. ob der Unterricht wirklich so konfessionell ist. daß jüdische Kinder an ihm nicht teilnehmen dürfen. Inzwischen habe ich mich dieser Mühe selbst unterzogen. Ich habe festgestellt. daß in einer der größten Volksschulen Charlottenburgs ein Lesebuch gebraucht wird, das nicht den Titel führt „Evangelisches oder katholisches Lesebuch, sondern den schönsten, den ich mir denken kann, „Lesebuch für vaterländische Bildung". Und zu meiner Freude sehe ich. daß es dasselbe Lesebuch ist. das in unserer eigenen jüdischen Knabenschule im Gebrauch ist. Jüdische Schriftsteller und Dichter — so antisemitisch sind unsere Volksschulen — sind darin berücksichtigt. Ich nenne vor allem unseren Jakob Löwenbeg. ferner Aron Bernstein. Lassar-Cohn, Ferdinand Cohn. Ich habe auch dasjenige Lesebuch dnrchgesehen, das vom Ostertermin ab an einer der Schulen gebraucht werden wird, aus der ja nach Ihrem Wunsche die jüdischen Kinder answandern sollten. Auch MM ML hier Jakob Löwenberg und Walter Gottheit. -er frühverstorbewe Dichter der Berliner Märchen. Die Gebete, die sich darin finden, sind solche, die jedes deutsche Kind, welcher Religion es auch angehören wag. beten kann. Natürlich gibt es hier in allen Büchern Weihnachtslieder, aber sind Ernst von Wildenbruch, Theodor Storm, Gustav Falke, konfessionelle Dichter? Und. übrigens. nun werden Sie staunen, in der zionistischen Schule in der Fasanenstratze wird ein Lesebuch gebraucht, das dieselben Weihnachtslieder enthält wie alle anderen. Die jüdischen Kinder brauchen solche Schulen nicht zu meiden, wir selbst haben sie alle besucht: die Erziehung zur jüdischen Religion ist Sache des Elternhauses und des Religionsunterrichts in den öffentlichen oder Religionsschulen. Wenn wir heute vor die Frage gestellt würden, ob wir von Gemeinde wogen eine jüdische Mttelschule oder Volksschule gründen sollen, so würden wir diese Frage verneinen. Aber die Schule besteht ja, und sie besteht seit 100 Jahren. Unsere Jahrhundertfeier, an der wir mit Freuden teilgenvmmen haben, hätte ihren Sinn verloren, ivenn wir nicht cntschloffen wären, die Schule in ihrer Entwickluna zu fördern. Bon allen Jnstttutionen unserer Gemeinde ist uns Aberalennnsere Knaben- und Mädchenschule an das Herz gewachsen. An der Wiege der Knabenschule standen David Friedländer. Leopold Zunz, der durch die Begründung der jüdischen Wissen - schaft dem Liberalismus erst den Boden bereitet hat. Au der Spitze -er Schulen standen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts Männer, die wir verehren, und es isst uns eine Freude, daß die gegenwärtigen Leiter der Knaben- und Mädchenschule in ihren Spuren wandeln. Die Knabenschule hat in den beiden letzten Jahrzehnten eine merkwürdige Entwicklung genommen. Eine Volksschule ist sie immer gewesen. wenn auch eiue gehobene, sie hat zeitweise sogar für die höheren Schulen vorbereitet und späterhin ist aus ihr eine lehrplanmäßige Mttelschüle geworden. Die Oeffentlichkeitserklärung der Schule hat zur Folge gehabt, daß die Grnndschnlkbaffen abgebaut werden mutzten. Beseitigt wurden ferner die Michaeliscoeten. und übriggebtteben sind nur sechs Mittebschultlaffen. Da die Lehrer und die Räume vorhanden waren, hat man zur Füllung der Schule zu dem Mittel gegriffen. Parallelblaffen einzurichten. und trotzdem ist die Schule, die Jahrzehnte hindurch 600 Schüler Hatte, auf wenig mehr als 4M zurückgegangen. Dazu kommt. dah nach den Berichten des Direktors das Mittelschulpensum nach den neuesten Lehrplänen mit zwei Fremdsprachen zu hoch geworden ist, so -atz Verhältnis«ätzig wenige Schüler das Mel der Schule erreichen. Ist es so wunderbar, -atz wir bestrebt sind, die Schule zunächst quantitativ auf ihre frühere Höhe zu bringen? Darum haben wir uns entschlossen, statt: der Parallelklassen acht aufsteigende Kläffen mit dem Lehrplan der Volksschulen einzurichten. Die Begabtere» unter den Volks schülern können dann mit Leichtigkeit nach Absolvierung der Grundschulklaffen in die Mittelschule eintreten. Und noch ein wichtiges Moment! Wenn wir eine öfentliche Volksschule errichtet hätten, so würde der Magistrat von den mehr als 60 jüdischen Lehrern an -en Berliner Schnlen, 16 an die jüdischen Schulen abkommandiert haben. Für unsere private Schule ist die Zahl unserer Lehrer ausreichend, und sollten «etwa neue gebraucht werden, so werden wir sie außer-» halb Berlins suchen. Ich bitte Sie ferner zu beachten, daß die Schüler der. Knabenschule jetzt schon zu 75 Prozent ostfWische Stfttfcetr sind. In -er Mädchenschule ist der Prozentsatz etwas öe»v «ringer. Und da voraussichtlich die Zahl der ostjüdischen? Kinder wachsen wird, so dürfen wir sagen, datz unsere Schule eine solche für ostjüdische Kinder sein wird. Für uns Liberalen ist die Schnlfrage mit der «uuahMe unseres Antrages bis mrf weiteres geschlossen. Ich habe ausdrücklich namens meiner Fraktion zu erkläre», -atz wir uns an keiner Schulöebatte mehr beteiligen werben, bis zw dem Tage, au denr das Reichsfchulgesrtz in seiner endsAtigen Fassung uns vorliegeu wird. * * * ES wird weiter geredet. Da wir- -eu zahlreiche» auf'der Galerie anwesenden jüdischen Erwerbslosen, die glaube», in dieser Repräsentantenverfammlung überhaupt nicht das rechte Verständnis für ihre Not zu finden, die Zeit zu lang. Ruse wie ,L8ir wollen Brot" ertönen. In dem allgemeinen Tumult, über den wir bereits in -er letzten Nummer berichtet haben, wird die Sitzung unterbrochen. Nach Wieder* eröffuung der Sitzung wird endlich der liberale Antrag zur Schnlfrage einstimmig angenommen. Hierauf kommt eS zw kurzen Erklärungen, in denen den Erwerbslose» versichert wird, daß alles Notwendige geschehen wird. Aus den Gemeinde» Agnetcndorf. (Erholungsheim des Ostdeutschen Logenverbandes U. O. SB. B.) Inmitten des Riosengebirges, in Agnetendorf. ganz in der Nähe der bekannten Villa G. Hauptmanns, erhebt sich auf freundlicher Anhöhe das „Erholungsheim", welches der Ostdeutsche Logerrverband U. O. B. B. erworben und den neuzeitlichen Anforderungen entsprechend behaglich ausgebaut hat. Die Leitung hat zur Zeit Frau Friedemann in Händen, die sich bereits als Leiterin eines andern Heims glänzend bewährt hat, so daß alle, die im Hause Aufnahme finden, aufS beste betreut und versorgt werden. Das Heim, welches für 30 bis 24 Gäste Raum hat. ist im Dezember v. I. eröffnet worden. Alle bisherigen Besucher sind von der Einrichtung, der Verpflegung, von der Behaglichkeit, die das Zusammenleben mit Gleichgesinnten ausströmt, begeistert. Daher dürfte für einen jeden Logenbruder und feine Angehörigen, die einige Wochen von den drückenden wirtschaftlichen Kämpfen ausspanuen wollen, und Stärkung und Erholung suchen, der Besuch des Heims warm zu empfehlen sein. Der Preis ist zur Zeit für volle Pension täglich mit 6.50 M. festgesetzt. Für Mitglieder der Logen, die an der Gründung des Heims sich beteiligten, wird ein lOprozetiger Rabatt gewährt. Anmeldungen mit Angabe der Zeit und der Länge des Aufenthalts sind an den Leiter des Arbeitsausschusses Herrn Mar Metz. Liegnitz. Schulstraße 9. oder an den Vorsitzenden des Kuratoriums Herrn LouiS Liebert, Landsberg a. W.. Wasserstraße 7. zu richten. —• Wenn genügend Teilnehmer sich melden, dürfte das Heim, das streng rituell geführt wird, auch für die Peffachtage zur Aufnahme der Gäste gegen einen Zuschlag di« nötigen Einrichtungen treffen. Berlin. (Prof. James Israel gestorben.) Der über die Grenzen Deutschlands hinaus berühmte Arzt und Chirurg Prof. Dr. James Israel ist am 20. Februar früh in seiner Berliner Wohnung nach längerer Krankheit kurz nach Vollendung des 78. Lebensjahres gestorben. Prof. James Israel wurde am 2. Februar 1848 in Berlin geboren. Nach Beendigung seiner Studien wurde er , Assistent des großen Langenbeck, von dem aus üje moderne