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Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-02-05 · 6 (5.2.1926) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
6 (1926)
Issue
6 (5.2.1926)
Date
1926-02-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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0. Jahrgang Nummer 6 Beilage S. Februar ISA & Vom Ein« -es Lebens. Bon D r. S. F e i st. In unseren Tagen, wo viele für unerschütterlich gehaltene Grundfesten des Lebens wanken, wo der Krieg und seine Nachwehen namenloses Elend über Hoch- und Niedriggestellte gebracht haben, da legt sich mancher wohl die trübe Frage vor: Hat unser Leben überhaupt einen Sinn? Ist es wert gelebt zu werden? Und wenn der Zweifelnde sieht, wie rohe Gewalt und sinnloses Geschehen in sein Leben oder das Leben seiner Lieben eingreift, um es zu zerstören, da mag die zagende Antwort oft lauten: „Nein, das Leben ist nicht wert gelebt zu werden, es löhnt nicht, mit so viel Mühsal und Weh beladen die Jahre hinzubringen: besser ist es schon, wie der griechische Philosoph meinte, nicht geboren zu werden." Daß eine solche pessimistische Weltanschauung aber doch nicht berechtigt ist, daß sie vor allem dem Geiste unseres Judentums widerspricht, das wollen wir in den folgenden Ausführungen zu erweisen suchen. Einer unserer bekanntesten populären Denker. Encken in Jena, hat vor vielen Jahren schon ein Buch geschrieben, das den Titel führt: Sinn und Wert des Lebens. Die Schrift hat seiner Zeit großen Widerhall gefunden und ist seit ihrem ersten Erscheinen immer wieder in neuer Gestalt verbreitet worden. Der Verfasser legt in dem Buche dar. wie unser heutiges Leben vor allem daran krankt, daß ihm der beherrschende Mittelpunkt fehlt, von dem aus es in seiner Mannigfaltigkeit überschaut und doch als ein Ganzes erfaßt werden kann. Wohl fehlt es nicht an Versuchen, diesen Mittelpunkt des Lebens zu finden, ihm einen Inhalt zu geben und das Leben des Einzelnen danach zu gestalten. Aber der Fehler unseres heutigen Lebens ist eben, daß es diesen einheitlichen Mittelpunkt nicht mehr so leicht findet, wie frühere Zeilen. Man braucht nur an den Gegensatz in der Lebensauffassung zu erinnern, der heute zwischen Jugend und Alter, zwischen Intellektuellen und Arbeitern, zwischen Reich und Arm besteht, um die ganze Zerrissenheit unseres Daseins anschaulich zu machen. Aber wenn es wenigstens zwischen diesen Gegensätzen ein Einheitliches gäbe, ein neutrales Gebiet, wo die auseinanderstrebenden Geister sich finden, sich versöhnen, sich vereinen könnten. Man sollte erwarten. daß die Religion es am ersten vermöchte, die Rolle des Mittlers zu übernehmen, den Boden abzugeben, wo die feindlichen Elemente sich versöhnt wiederfänden. Wir wundern uns ja nicht, wenn die christliche Religion, der die meisten europäischen Völker angehören und von der Eucken allein spricht, diese Rolle nicht mehr zu spielen vermag. Denn das Christentum legt den Schwerpunkt nicht in unser irdisches Leben, sondern betrachtet dies als Vorbereitung für das kommende, jenseitige Dasein. Unser Erdenleben ist gewissermaßen nur die Wegbereitung, die Vorstufe für das glücklichere Jenseits. Der in Sünden geborene Mensch muß erst geläutert werden, ehe er dieses Paradieses, das ihm nach dem Tode winkt, teilhaftig werden kann. Diese Auffassung kann in unserer Zeit mit schnell steigender Erkenntnis aus der Beherrschung der Natnrkräfte nicht mehr gehalten werden. Unsere jüdische Religion hat im Gegensatz hierzu aber zu keiner Zeit diesen weltvcrneinenden Standpunkt geteilt. Lo hamesim jehallelniah welo kol iorde dnmo „Nicht die Toten -haben und. nicht die, welche in die Gruft hinabgestiegen sind," singt der Psalmist. Und in dem gleichen Psalm 115 stehen die Worte: „Die Erde gab Gott den Menschenkindern." Das Judentum ist zu allen Zeiten lebensbejahend gewesen, wenn es auch den Glauben an ein Fvrtleben nach dem Tode im Laufe seiner Entwicklung zum Grundsatz erhoben hat. Die jüdische Religion ermahnt nicht zur Weltflucht: aber sie billigt auch nicht den unbegrenzten Lebensgenuß, die Sucht sich „auszuleben", wie man heute zu sagen pflegt. Niemals hat sie die Aufgabe des Menschen im rein materiellen Genuß erblickt: stets hat sie ihre Bekenner hinaufgesnhrt zur Höhe geistigen Genießens, zur Lehre und zum Lernen. Denn die materiellen Genüsse hinterlassen schließlich, wenn sie ausgekostet sind, Erschöpfung und Ekel, und die Reue pflegt am Ende alles maßlosen Genießens zu stehen. So lange das Judentum auf sich allein gestellt war, hat seine Religion, die Materielles und Geistiges zu vereinen wußte, in der Tat die Rolle eines Mittelpunktes des Menschenlebens anszusnllen vermocht. Aber der Jude ist längst in unserem Vaterland und auch anderwärts aus seiner Isolierung herausgetreten und dadurch den Einslttsien seiner Umwelt zugänglicher geworden. Unsere Religion ist jetzt nicht mehr der beherrschende Mittelpunkt des Lebens, sie ist vielmehr an die Peripherie unseres Daseins gerückt und ein Ersatz für die verlorene Lebenseinheit bleibt noch zu suchen. WM, haben ihn viele in einer Art ethischer Auffassung um eres Daseins, im Wvhltun und im rechten Lebenswandel, zu finden geglaubt und vielleicht auch gefunden. Aber mag dieser Weg auch für Auserwählte gangbar sein, für die große Menge kann ein rein geistiger Idealismus niemals Richtschnur und Maßstab ihres Erdrnlebens bilden. Wir wollen also aufs Neue darüber Nachdenken, wie wir den festen Boden wiedergewinnen, aus dem wir unser Leben gestalten, ihm Sinn und Wert verleihen können. Es gibt noch manche unter uns, für welche die ererbte Religion mit ihren Formen den Mittelpunkt des Lebens abgibt. Sie sind die Glücklichen, denn für sie gibt es keinen Zweifel, keine Bedenken und keine Unsicherheit: der Glaube ist ihnen Richtschnur und Ziel ihres Daseins Aber daneben sind unendlich viel mehr, die diesen Halt verloren haben, die wohl noch, aus Pietät manche Formen des Glaubens beobachten, aber im Herzen kühl bleiben gegenüber den wahren Anforderungen der jüdischen Religion, dem Verzicht auf manchen Lebensgenuß und der Versagung irdischer Freuden. Denn die Religion besteht nicht nur darin, daß man am Jahrgedächtnistage der Eltern etwa Kaddisch sagt, daß man ihre Gräber pflegt oder an den hohen Feiertagen den Gottesdienst besucht. In der übrigen Zeit läßt man die Religion meistens Privatsache, d. h. Nebensache sein. Nein, Formen sind bei jeder Religion notwendig, so gut wie wir Formen im täglichen Leben nötig haben: aber sie erschöpfen die Religion nicht. Man kann nicht Tefillim legen und Kaddisch sagen, aber neben einer nur äußerlichen Frömmigkeit sich im persönlichen und geschäftlichen Verkehr mit dem Nächsten jede Freiheit erlauben. Es gibt bei wahrhaft religiösen Menschen keine Zweiteilung des Lebens: eS gibt nur eine 1 Nach 2 Minuten fy Stromanschluß gebrauchsfertig V Verbrauch gleich Null. Zu bestehen durch: EBIOH BURBEBO, Berts SW61, Ottsobioer Straße 107 einheitliche Richtschnur, die ihnen in jeder Lage Art und Ziel ihres Handelns vorschreibt. Aber, wie gesagt, es gibt nur noch wenige unter uns heutigen Juden, die mit der altererbten Religion so innig verwachsen sind, daß sie ihnen in allen Lebenslagen Richtschnur für ihr Tun und Lasten sein kann. Gibt es für die Zweifler einen Ersatz für die verlorene Heligion? Vom ethischen Idealismus haben wir schon gesprochen: aber ihm entgegen steht heute mächtiger als je der mechanische Materialismus. Doch so wenig wie die rein idealistische vermag die materialistische Weltauffassnng, die alles Höhere, alles Geistige verneint, uns glücklich zu machen. Möge cs auch noch so sehr Mode, ja sogar wie in den Sowjet-Republiken Staatsüberzeugung geworden sein: niemals kann die Mechanisierung'des Lebens, die Abstreifung jedes höheren Gedankens die Menschheit auf die Dauer über den Alltag erheben, ihr Feierstunden des Geistes gewähren, die wir Menschen ebenso dringend gebrauchen wie Feierstunden des Körpers. Es kann nicht Sinn und Zweck unseres Lebens sein, die Jahre abrollen zu lasten wie das Räderwerk einer Maschine. Die materielle Weltauffassung zum Mittelpunkt unseres Lebens und zur Richtschnur unseres Handelns machen zu wollen, ist ebenso verfehlt, wie einen schattenhaften ethischen Idealismus mit dieser Aufgabe zu betrauen. Kann die vhilosophische Wcltansfastung. die geistige Durchdringung des Ablaufs des Weltgeschehens und der Strömungen des Menschengeistes diese Rolle übernehmen? Gewiß haben sich die Philosophen seit uralten Zeiten bemüht, die letzten Gründe unseres Daseins zu erforschen. Doch sie mögen die Lösung des Rätsels immer weiter zurückgeschoben haben, zuletzt stießen sie doch stets wieder auf den Punkt, wo menschliches Wissen versagt und wir unsere Ohnmacht gegenüber den letzten Fragen unseres Lebens einsehen mutzten. Was hat aber gar der kunstvolle Aufbau der sogenannten Entwicklungslehre des Menschen durch Haeckel genutzt, die jahrzehntelang begeisterte Anhänger in der ganzen Welt gefunden hat? Jetzt wissen wir, daß unentbehrliche Zwischenglieder in der natürlichen Entwicklungsreihe fehlen, wodurch das Gebäude als ein Kartenhaus erwiesen wird. Aber gesetzt auch, es wäre gelungen, die Entwicklung des Lebens bis zum einzelligen, dem denkbar kleinsten Lebewesen zurückzuverfolgen, hätten wir damit die Lösung des Welträtsels gefunden? Wir hätten sie nur um einige Stufen zurückverlegt um dann doch vor der Frage zu stehen, die uns immer wieder beschäftigt: wie ist das Leben geworden? Weil aber diese Frage mit den Mitteln der Forschung nicht beantwortet werden kann, ist es gekommen, daß der Mcnschengeist sich resigniert mit der Tatsache abfindet, eine Beantwortung dieser Frage sei für unseren enggebundenen Verstand überhaupt unmöglich, sie überschreite die Grenze unseres Wissens und Könnens, sie sei, wie der große Philosoph Kant sich ausdrückt, transzendent, sie liege jenseits der Grenze unserer Intelligenz. ^^r^äusmann-Kohlw/H Bor einigen Tagen verstarb in New Aork im Alter von 82 Jahren Dr. Kaufmann-Köhler, der frühere Präsident des Hebrew Union College (Liberales Rabbiner-Seminar Amerikas). Er hat 19 Jahre lang das Institut geleitet. Dr. Kaufmann-Köhler wurde allgemein der Abraham Geiger der amerikanischen Judenheit genannt. Der im vorigen Jahre verstorbene berühmte jüdische Philosoph Dr. David Neumark hat aus Anlaß des 70. Geburtstages Dr. Kaufmann-Köhlers ein Werk über „Systematische Theologie^ veröffentlicht. Darin wird der folgende Ausspruch eines englisch-jüdischen Gelehrten zitiert: Dr. Kaufmann-Köhler darf mit Recht der Zunz der jüdischen Theologie genannt werden. So wie Zunz Lithnrgie popularisiert und zu einem Quell von Enthusiasmus gestaltet hat, so hat Köhler den Judaismus verständlich und vielen liebenswert gemacht, die ohne seine Führung den Weg zur jüdischen Wissenschaft nicht angetreten hätten. . . ,, Dr. Köhlers monumentales Werk über jüdische Theologie wird nicht allein als epochemachend auf dem Gebiete jüdischer theologischer Studien, sondern auch als ein wichtiger Beitrag zur vergleichenden Religionswissenschaft betrackMt. Dr. Kaufmann-Köhler wurde im Jahre 1843 in Fürth (Bayern) geboren und kam 1869 nach Amerika. Schon nach zweimonatiger Anwesenheit im Lande nahm er hervorragenden. Anteil an der ersten Konferenz der Reform-Rabbiner Amerikas. 1885 berief er die historisch gewordene Pittsburger Rabbiner-Konferenz ein, die sein als die „Pittsburger Plattform" bekanntgewordenes Programm annahm. Dr. Philipson nannte seine „Geschichte der Reform-Bewegung" die beste und eindrucksvollste Geschichtsschreibung dieser Art. 1903 wurde Köhler zum Präsidenten des Hebrew Union College gewählt. Er behielt diesen Posten bis zum Jahre 1822, da er 80 Jahre alt geworden war. Er war Ehrenpräsident der Zentral-Konferenz amerikanischer Rabbiner. Von seinen wissenschaftlichen Werken sind zu nennen: „I'ste Song of Songs“ (Das Hohe Lied): ,,Backwards or Forwards“ (Rückwärts oder Vorwärts): ,,Fsie ethical Basis of Judaism“ (Die ethische Basis des Judentums): „Church and Synagogue in their Mutual Relations“ (Kirche und Synagoge in ihren gegenseitigen Beziehungen): ,,A Guide to Instruction in Judaism ' (Ein Führer für jüdischen Unterricht): „On Capital Punishment (Die Todesstrafe). Ä _ Der Sohn von Dr. Kaufmann-Köhler, Max I. Köhler, ist der bekannte Rechtsanwalt beim Obersten Gericht der Vereinigten Staaten und Vizepräsident der amerikanisch, jüdischen historischen Gesellschaft. Aus den Gemeinden Sollen wir aber deshalb auf die Beantwortung des Problems: „Sinn unseres Lebens" für immer verzichten? j Doch wohl nicht! Denn neben der theoretischen Wissenschaft,! die uns die engen Schranken des Geistes zeigt, gibt es die! praktische Lebenserfahrung, die ihre eigenen Wege wandelt! Sie sagt uns, daß der Mensch in seinem Erdenwallen der j Führung bedarf, daß er Richtlinien braucht, nach denen er \ sein Leben gestalten kann. Mögen auch noch so viele Veri suche, nnserm Leben Sinn und Richtung zu geben, fruchtlos > geblieben sein, wir können nicht darauf verzichten, immer > wieder den Weg zu suchen, auf dem das Ziel erreicht werden kann. Wie erreichen wir dieses Ziel, wie gestalten wir unser Leben derart, daß wir Befriedigung in uns selbst finden? Die Antwort lautet: Wir müssen religiös sein. Religiös sein heißt aber, nicht nur die Formen einer Religion gewissenhaft erfüllen. Die Formen sind die Grundlage, aus der die praktische Gvttcsverehrnng sich aufbaut. Aber sie erschöpfen die Religion nicht. Um wirklich religiös zu sein, muß der Mensch daneben innerlich sein, das will für uns Inden sagen, daß die Gebete, die Gesänge, die Vorlesungen anL der Thora, die Predigt, ja selbst das Fasten am Bcrsöhmlngsta.a einen Widerhall finden müssen im inneren Menschen, ihn aufmühlen, ihn erheben über das Alltägliche, mit einem Wort, daß sie Ehrfurcht in ihm erwecken müssen. Denn das ist der Kern einer jeden Religion, daß sie im Menschen Ehrfurcht vor etwas Höherem erweckt, vor etwas, das über das Erdenhafte erhaben ist, und das uns selbst erhöhen kann, wenn wir es innerlich verspüren. Denn damit geben wir dem Leben den rechten Sinn und Wert, wenn wir es verinnerlichen, wenn wir nicht oberflächlich die Tage dahinbringen, sondern Einkehr bei uns halten, uns auf uns selbst besinnen. Tun wir das aber, dann stellt sich Religion, das will sagen, Ehrfurcht vor allem Hohen, von selbst ein. Ehrfurcht vor Gott und seinem Willen, Ehrfurcht vor seiner Schöpfung, der Natur und dem Menschen, sei er hoch oder niedrig gestellt. Unser größter Dichter Goethe hat die Worte gesprochen: „Wer Kunst und Wissenschaft besitzt, der hat auch Religion." Gewiß sind das schöne Worte, aber sie erschöpfen das Wesen der Religion nicht.' Denn sie beschränken ihr Gebiet allzusehr. Kunst und Wissenschaft mögen den Menschen erheben, mögen sogar Auserwählten ein Ersatz für die Religion sein. Aber die Religion ist umfassender. Sie wendet sich nicht allein an den Kunstsinn und an den forschenden Verstand, sie umfaßt den ganzen Menschen in jeglicher seiner Betätigungen. Wo immer der Mensch Ehrfurcht vor dem Wirken der Natur oder des Mitmenschen hat. da hat er Religion. Ja. ich will noch weiter gehen: vor seinem eigenen Wirken muß er Ehrfurcht haben. Es kommt nicht so sehr darauf an, auf welchem Gebiet ein Mensch sich betätigt, er mag Studierter, Kaufmann, Arbeiter oder Handwerker sein: das Wesentliche ist, daß er seine Tätigkeit mit Ehrfurcht ausübt, immer mit Achtung vor sich selbst und seinen Mitmenschen und im Hinblick auf den Nutzen, den er der Gesamtheit bringt. Damit wird die Lebensauffassung jedes Menschen, mag sie auch in erster Linie auf seinen eigenen Nutzen eingestellt sein, doch im wahren Sinne des Hortes sozial, insofern nämlich, als es der Gesamtheit dient. Dann steht der einzelne Mensch nicht mehr allein neben seinen Nächsten in der Brandung des Lebens: er ist vielmehr unlöslich verkettet mit seinen Mitmenschen und ihren Zielen. Dann erhält sein Leben einen neuen Sinn: die egoistische Betrachtung weicht einem böheren Ziel: dem Dienst an der Gesamtheit. Mögen auch Enttäuschungen und Leiden nicht ausbleiben, sie werden leichter zu ertragen sein, wenn der einzelne Mensch sich eng verbunden fühlt mit Gleichgesinnten. Wohl ist diese Wertung des Lebens nicht leicht zu erringen: aber dem religiös veranlagten und verinnerlichten Juden mag sie doch leichter fallen als vielen nichtjüdischen Menschen. Denn ihr Kern stellt das wahre Wesen des Judentums dar, wie es in seinen höchMehenden ewigen Lehren niedergelegt ist. Abbazia. (Ban eines neuen Tempels.) Jtt Abbazia fand dieser Tage die feierliche Grundsteinlegung für den neuen jüdischen Tempel statt, der zum Andenken an das 25jährige Regiernngsjnbiläum des Königs Victor Emanuel Hl. erbaut wird. Die höchsten Vertreter dex Zivil- und militärischen Macht, der Vorstand der jüdischGj Gemeinde Fiumes, der Jüdische Pfadfinder-Verbayd vÄ Fiume, der Triester Oberrabbincr Prof. Zoller und der Vorsitzende des Verbandes jüdischer Gemeinden in Italien, Dr. Morpurgo, sowie zahlreiche andere Persönlichkeiten wohnten der Zeremonie bei. Der Tempel wird nach Plänen des jüdischen Architekten Angyjel erbaut. Bochum. (Amts-Jubiläum.) Am 30. Januar beging unser Gesinnungsfreund, Rabbiner Dr. David in Bochum, sein 25jähriges Amis-Jubiläum. Mit seiner Gemeinde wünschen auch wir dem Jubilar noch recht lange die Möglichkeit eines segensreichen Wirkens. Bereits am vergangenen Samstag hat zu Ehren des Herrn Dr. David eine Schüler-Feier in der Bürgergesellschaft stattgefunden, der ein Festjugendgottesdienst in der Synagoge vorangegangen war. Im überfüllten Saale der Bürgergesellschast scharte sich die Jugend um ihren verehrten Religionslehrer. Eingeleitet wurde die Feier durch das vom Schüler-Chor gesungene Lied „Gott grüße dich" dem Adagio Apassionata aus der Sonate opus 2 Nr. 2 (vvrgetragen von Erwin Rosenthal) und einem von Herrn M. Hühnlein verfaßten Begrüßungsgedicht. Den Höhepunkt der Feier bildete, nach einem von Herrn Hühnlein verfaßten Vorspruch, das uo* bringt allen, die an Fussschmerzen leiden,die pneumatische Schuheinlage Pneumetie 8 Tage zur Probe Kostenlos fachmännische Untersuchung Das grösste $chuh~Spezialha«ij i

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