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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-12-11 · 50 (11.12.1925) · page 10

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
50 (11.12.1925)
Date
1925-12-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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rvisseufchaftlicher Werke, Schöne Literatur und -um Schluß Werke, die nicht zu den Hebraica und Judaica gehören. AuS den Bücherkäufen des letzten Jahres seien die Sammlungen des Prof. S. Dubnow (von Wichtigkeit für die Geschichte der Juden in Rußland) und Prof. S. I. Hurwitz besonderher. vorzuheben. Auch die Handschriftenabteilung wurde reichlich iiermehrt. Die Drucklegung des Handschrtften-KatalogeS ist beschlossen. AIS erstes Heft wird ein Verzeichnis der'wert, vollen Autographen-Sammlung erscheinen. Berlin. iGottesdienstltche Neuerungen.) Die Jüdische Gemeinde zu Berlin hat jetzt wieder die zweiten Freitagabendgottesdienste eingerichtet. Dies ist um so erfreu, licher, als bei der jetzigen Wirtschaftslage einem großen Teil der Gemeindemitglieder der Besuch des ersten Gottesdienstenicht möglich ist, weil die Arbeitszeit voll auSgenutzt werden muß, und weil in dieser Zeit der Depression die meisten Men. schen der religiösen Erhebung dringend bedürfe». Darum weisen diese Gottesdienste auch eine sehr starke Besucherziffer «ruf. So erschienen in der Synagoge Fasanenstraße an einem der letzten zweiten FreitagabendgotteSdienste etwa 800 Be. fucher. — Auch die Jüdische Reformgemeinde bemüht sich, tfire Freunde im Westen der Stadt, insbesondere die heran, wachsende Jugend, in liberalem Sinne ans Judentum zu fesseln. In einem Zwischenraum von ca. 6 Wochen veran. sraltet sie in einer Schulaula Jugendgottesdienst« und hat damit bereits sehr schöne Erfolge erzielt. Der erste Jugend. Gottesdienst war in jeder Beziehung ausgezeichnet geleitet vnd eingerichtet. Rabbiner Dr. Lehmann sprach in anschaulicher Weise anläßlich des Wochenabschnitts über das Ber. bältnis von Esau und Jakob nnd daS Verhältnis von Gefchwisiern zueinander. Seine Predigt war dem Verständnis der Kinder sehr gut angepatzt. Berlin. lBortragsabend über Bibelkritik.) Emanuel bin Gorion, der zusammen mit seiner Mutter auS Sem Nachlaß Micha Josef bin Gorious das wissenschaftliche Werk Sinai und Garizim (Forschungen zum Alten Testament auf Grund rabbinischer Quellen) herausgibt, hält über einzelne biblische Fragen, die in diesem Buche behandelt werden, einen gemeinverständlichen Vortrag am Montag, beit 14. Dezember, pünktlich 8% Uhr im Lessing-Museum, Brü. derstraße 13 (nahe Spittelmarkt). Jeder ist willkommen. Breme«. (G e m e i n ö e a b e n d.) In einem ausgezeichneten Referate über .Jüdische Schwärmer im Mittelalter", das als Einführung in den neuen Roman von Max Brod „Neuheni. Fürst der Juden" gedacht war. schilderte diefer Tage Herr Rabbiner Dr. Aber in der Bemer Kunsthalle an einem leider ganz unzureichend besuchten Gemeindeabende diese interessante und noch viel zu wenig bekannte Epoche jüdtscher Geschichte. Den ersten Teil seines Vortrages bildete die geschichtliche Darstellung, die Mission Reubents als Diplomat der angeblichen Ueberreste der Stännne Rüben und Gad. Lämmlein und Molch» traten als Persönlichkeiten aus einer Umgebung hervor, in der Kabbala und religiöser Fanatismus das jüdische Leben. Reformation und Weltmachtsstreben das nichtiüdische Leben bestimmten. Im zweiten Teile seines Referates würdigte Dr. Aber dann in nicht weniger sachkundiger und fesselnder Weise die Bedeutung des Romans. Dem Bestreben. Reubeni literarisch verklärt in aünstigerem Lichte erscheinen zu lassen, als e» bisher in den historischen Betrachtungen der Fall war. konnte der Redner trotz d-er durch den Roman zweifellos sympathisch erscheinenden Tat Reubcnis nicht zusttmmen. weil eS gefährlich und auch nicht zu rechtfertigen ist. auf eine Fiktion, wie es Reubeni tat. Wirklikcheitsfordernngen aufzubauen und dadurch Katastrophen heraufzubeschwören, statt sie zu verhindern. Bresla». (Berufung des Leiters der Erzie- \u ngsanstalt.) Das Kuratorium deS BerbandeS zur ^Erziehung hilfsbedürftiger israelitischer Kinder hat den Kattowitzer Gemeinöerabbiner Herrn Dr. Louis Lewin zur Leitung der Erziehungsanstalt gewählt. Herr Dr. Lewin wird dem Rufe Folge leisten. Er wirkte als Religionslehrer in Frankfurt a. M. und als Rabbiner in Hohensalza, Pinne, Kempen und seit 1920 in Kattowitz. Er hat eine ansehnliche Zahl wissenschaftlicher Arbeiten, die besonders die Geschichte der Juden in Polen betreffen, veröffentlicht. Cassel. (Ein neuer Friedhof.) Da der zur Zeit benutzte jüdische Friedhof in Bettenhausen bald belegt ist, muß die Anlage eines neuen Friedhofs in Angriff genommen werden. Die hierfür erforderlichen Ausgaben sind für das neue Etatsjahr bereits vorgesehen. Frankfurt a. M. (Ausstellung „Die Menorah desChanukahfeste s".) Die Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler veranstaltet im Museum jüdischer Altertümer, geöffnet Sonntag von 10—11. Montag bis Freitag 3—4 Uhr, eine Sonderausstellung „Die Menorah deS Chanukahfestes", vom 1. Dezember 'bis 15. Januar sind dort außerdem eine Anzahl moderner Menorvth ausgestellt. Frankfurt a. M. (Zur jüdischen Lehrerbildüng.) Der im Unterrichtsausschuß des Landtags angenommene Antrag der Errichtung einer simultanen pädagogischen Akademie in unserer Mainstadt wird auch das Problem der jüdischen Lehrerbildung vorteilhaft beeinflussen, weil jüdischen Kandidaten nicht nur der Besuch der Akademie ermöglicht ist, sondern auch die Spezialausbildung auf religiösem Gebiete weitestgehende Berücksichtigung erfahren kann. Der Antrag, neben der konfessionellen auch die simultane pädagogische Akademie zu versuchen, war vom Vertreter der Deutschen Bolkspartei, Schulrat Schwarzhaupt von hier, zur Diskussion gestellt worden. Der Minister für Volksbildung machte zwar seine grundsätzlichen Bedenken geltend, stimmte aber doch dem Antrag, der auch von demokratischer Seite unterstützt wurde, zu. In jüdischen Lehrerkreisen wird man das Ergebnis der Abstimmung und die Tatsache der Errichtung der simultanen pädagogischen Akademie mit großer Befriedigung begrüßen. Hofgeismar. (Tod des KreiSVorstehers.) Der früher hier ansässige Kreisvorsteher Siegmund Sterner, der sich um die religiösen Interessen der Gemeinde und des Bezirks mancherlei Verdienste erwarb, ist im hohen Alter von 04 Jahren verstorben. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte der Verewigte in Cassel, wo er im Eltsabethkrankcnhaus dauernden Wohnsitz genommen hatte. Die außerordentliche geistige Regsamkeit, die den alten Herrn bis kurz vor feinem Lebensende auszeichnete, erregte in seinem Bekanntenkreise allgemeine Bewunderung. Leipzig. (R e p r ä s e n t a u t e n m a h l e n.) Nach lebhaftem Wahlkampfe haben am 6. Dezember die Ergänzung-- mahlen zur Gemeindesitzuna stattgefunden. Das nach Abschluß deS Wahlaktes festgestellte Ergebnis verkündete die Wahl von 6 Berordneten der liberalen Liste, 4 der demokratischen, je eine der Liste der jüdischen Arbeitsgemeinschaft (Zionisten) und der Bereinigten Orthodoxie. Gegen diese Feststellung wird seitens der Liberalen Einspruch erhoben, da bet der Berechnung ein Versehen unterlaufen ist. Nach Berichtigung erhalten die Liberalen noch einen weiteren Berordneten. währeneiner von der demokratischen Partei abgerechnet wird. Da es sich um -einen offenbaren Irrtum bei der Berechnung handelt, kann mit der Anerkennung deS Einspruches gerechnet werden. Danach bewahrt die liberale Fraktion ihren Besitzstand (17) nnd die Majorität gegenüber den anderen Parteien (10) Veränderungen bei den nichtliberalen Parteien sind insofern eingetreten. alS der eine Vertreter ber Poale Zion nicht wieder ins Gemeinbeparla- «e«t einzieht,' sei» Sitz ist einem Mitgliebe der orthodoxe» Partei zugejallen. Im ganze» kann wohl gesagt werden, daß da» Ergebnis der Wahl dte gegenwärtige Linie der Entwickelung kan« verändern würde. Obernktrche« (70. G e b u r t S ta g.) Der langjährige Vorsteher der hiesigen Gemeinde, Herr Leopold Stern, der jetzt da» Amt des KreiSvorsteherS versteht? konnte kürzlich unter reger Beteilig«»- aller Ortseingesessenen in körperlicher Frische seine» 7V. Geburtstag begehen. Wie«. (Dreißigjähriges Bestehen des jüdis ch e n M u se u m S.) Dieser Tage fand in Wien die 17. ordentliche Generalversammlung der Gesellschaft für Sammlung nnd Kvnfervierung von Kunst, und historischen Denkmälern de- Judentums (Jüdisches Museum) statt. ES waren führende Vertreter deS Wiener Judentums erschienen, so da- Präsidium der Israelitischen Kultusgemeinde. Prof. Dr. Alois Pick und Vizepräsident Dr. Joseph Löwenherz. dte Mitglieder deS Kuratoriums -er Gesellschaft und zahlreiche jüdische Gelehrte. In seiner Eröffnungsrede wies -er Präsident Hofrat Frankfurter darauf hin. daß das Museum nunmehr SO Jahre bestehe, seit eS 1898 durch Baurat Wilhelm Stiaßny gegründet wurde. Im abgelaufenen Jahre ist auS Anlaß de- 14. Zionistenkongresses eine Umstelluna Ser Objekte vorgenommen und ein besonderes Palästina-Zimmer geschaffen worden. Nach erfolgter Wiederwahl des voriähriaen Kuratoriums hielt Ocherrabiner Prof. Dr. Chajes den Festvortrag. WormS. (Jüdische Wimpel.) In der vorigen Nummer hatten wir auS Berlin einen Bericht über dte Sitzung der Gesellschaft für jüdische Familienforschung veröffentlicht. Zu der Schlußbemerkung'. wonach der vorgezeigte Wimpel vou1681der älteste Wimpel Deutschlands sei, schreibt unö Herr I. Kiefer, Worms: Das Museum der israelitischen Gemeinde Worms besitzt mehrere hundert Wimpel, die bis zum Jahre 1870 zurückreichen. Aus der Bewegung Bi«ge« a. Rh. (OrtsgruppederBereiniguug für das liberale Judentum e. B.) Am Mittwoch, den 2. Dezember, hielt Herr Lehrer Lilienthal-Wiesbaden in unserer Ortsgruppe einen sehr anregenden und belehrenden Bortrag über „Jüdischer Liberalismus und religiöse Erziehung". Der Redner verstand es ausgezeichnet, die jür diese Erziehung grundlegenden Ideen deutlich herauszuarbeiten. Di« innere und äußere Wahrhaftigkeit ist das wertvollste und wichtigste Fundament, aus dem eine aufbauende Erziehungstätigkeit sicher und fruchtbringend sich entwickeln kann. Die im Unterricht häufig ausgesprochene Behauptung, daß unser Judentum von der Tochterreligion an innerem Gehalte und Werte überholt sei, muß von dem Religionslehrer aufs schärfste bekämpft werden. Dazu gibt es zwei Mittel: Die Persönlichkeit des Lehrers und die enge Verknüpfung des Schülers mit dem Lehrgehalt der Religion. Die Diskussion führte eine Klärung verschiedener Begriffe und Anschauungen herbei. Insbesondere war die Rede von den Disharmonien im Leben des jüdischen Schülers und von dem Unterschied in den religiösen Meinungen liberaler Juden und liberaler Christen. Der nächste Vortrag soll über die modernen Methoden des hebräischen Unterrichts unterrichten. Frankfurt a. M. D t e I ü d i s ch - l i b e r a l e I u g e n dg e m e i n s ch a f t hat neben der ernsten Arbeit in Vorträgen und Arbeitsgemeinschaften, den sonntäglichen Wanderungen und Besichtigungen, dem geselligen Beisammensein an.den Heimabenden besonders die gemeinsame Feier unserer Feste als wichtige Aufgabe gepflegt. Das kommende Chanukahfest soll uns wieder einmal mit dem weiteren Kreis unserer Freunde und Gesinnungsgenossen zusammenführen. Wir sind eifrig an der Arbeit, unseren Freunden viel Schönes bieten zu können. Wir werden uns am Samstag, den 12. Dezember, abends ^8 Uhr, in Forells Garten, Leipziger Str. 30 (Nähe Bockenheimer Warte) treffen. Den ernsten Teil der Feier leitet Instrumentalmusik der Herren Sanitätsrat Dr. Baer und Frank Rothschild ein; es folgen Gesangsvorträge von Frau Dreyfutz und Herrn Westheimer. Dem Entzünden der Lichter wird eine Ansprache, die auf die Bedeutung des Festes hinweist, vorausgehen. Liebenswürdige Spender werden es ermöglichen, unsere Freunde bei einer geschmackvollen Teetafel zu vereinen,- auch geistige Genüsse, Vorträge und Aufführungen verschiedenster Art, werden vorbereitet. Nachher soll Tanz und Spiel uns noch beisammen halten: als ganz besondere Ueberraschung gibt's eine Tombola, für die viele wertvolle Gewinne gestiftet wurden. So hoffen wir, am 12. Dezember nicht nur alle unsere Mitglieder zu einer harmonischen Feier zu vereinen, sondern auch manchen neuen Freund für unsere Sache zu gewinnen. Frankfurt a. M. (Jüdisch-liberale Jugendgemeinschaft.) Am 29. November veranstaltete die Jüdisch-liberale Jugendgemeinschaft eine Besichtigung des „Museums für jüdische Altertümer", wobei Herr Erich Töplitz, der Leiter dieses Museums, die Führung in dankenswerter Weise übernommen hatte. Wer das Interessante, das sich hier de« Besucher bietet, unter den sachkundigen Erläuterungen des Herrn Töplitz bewundern konnte, der versteht das Interesse, das dieser Sammlung selbst im Ausland entgegengebracht wird,- denn selten hat man Gelegenheit wie gerade an dieser Stätte, sich einen Einblick in das kulturelle Leben der Juden vergangener Jahrhunderte zn verschassen. Wir sehen hier, wie trotz Ghetto und sonstiger Abgeschiedenheit die Juden in früheren Zetten ebenfalls an der Kultur der Völker und der verschiedenen Epochen teilgenommen baden, welchen Wert der einzelne auf schöne und künstlerisch« Ausgestaltung der zur Ausiibung jüdischer Gebräuche verwandten Gegenstände gelegt hat. Wir finden u. a. reich illustrierte Haggadas und Megillohs, sehen Chanukahleuchter in einfachster Ausführung bis zu den kostbarsten Stücken, Psomimbüchsen von hohem künstlerischen Wert. Beschneidungsgegenstände in mannigfacher Ausführung. Besondere Erwähnung verdienen auch eine Sederschüssel und ein Habdahlahteller mit hebräischen Inschriften aus echt Meißener Porzellan. Neben diesen Kultgegenständen werden Bilder nnd Möbelstücke gezeigt, die aus dem ehemaligen von Rothschildschen Geschäftshaus, in dessen Räumen sich das Museum bekanntlich befindet, stammen. Wohl manches Stück jüdischer Vergangenheit liegt unbeachtet in unseren Häusern, das an dieser Stätte zur Kenntnis jüdischen Lebenbeitragen könnte,- aber auch heute schon bietet die Sammlung eine interessante Bereicherung unseres Wissens und Förderung unseres Verständnisses für jüdisches Leben vergangener Zeiten. Geifenttrche«. Am Abend des 6. Dezembers hatte die Ortsgruppe Gelsenkirchen der Bereinigung für das liberale Judentum daS Glück, den Vorsitzenden der „Vereinigung für daliberale Judentnm" Deutschlands, Herrn N.-A. Stern, Berlin, als Redner in ihrer Mitte begrüßen zu dürfen. Der Redner hatte sich alS Thema: ,FSer nennt sich liberal, wer ist liberal?" gewählt. In vollendeter warmer Form hat es der Redner verstanden, die Zubörer von dem eigentlichen Sinn und Wert deS liberalen Judentums zn llberzengen. Wohl eine Stunde lang führte uns der Redner durch das religiöse, geistige Land, das unseren Vätern zu eigen war, und in daS unsere Jugend wieder hinetngeführt werden soll und muß. Geradezu packend war die Schilderung deS Freitacabends und der Feste und machte die Stunde zu einem religiösen Erlebnis. Möge in die Herzen derer, die dieses Paradies nicht kannten, und die es nicht mehr kennen, ein Fünkchen gefallen fein, das bald zur lodernden Flamme und-der Begeisterung für unser herrliches Judentum werden möge. Heidelberg. (Ortsgruppe der Bereinigung fürdasliberaleJudentume. B.) In dem bis zum letzten Platz gefüllten großen Saal des Hotel Schrieder sprach am Mittwoch, den 2. Dezember, Herr Bezirksrabbiner Dr. Ptnkuß über „Das Judentum und seine religiöseUmwelt". Drei Dinge machen den WesenSkern des Judentums auS: 1. Datz Judentum ist unorthodox; eS befand sich zu allen Zeiten in einem stetigen Weiterstreben zu den letzten Dingen, äußerlich gekennzeichnet durch die Unzahl der Kommentare zu allen religiösen Schriften des Judentums. 2. Das Judentum ist u u k i r ch l i ch; jedes Individuum ist für sich selbst verantwortlich und kann diese Verantwortung nicht auf eine für den einzelnen denkende Kirche abwälzen. 3. Das Judentum ist interkonfessioneilt es hat noch nie beansprucht, die allein seligmachenden Hetlswahrheiten zu besitzen, und läßt wirklich jeden nach seiner Fasson selig werden. Es war ein hoher, geistiger Genuß, eine Stunde edelster religiöser Erbauung, wie der Vortragende aus dem reichen Schatze seines Wissens heraus diese drei Formeln entwickelte und erläuterte. Dankbaren Herzens spendete man reichen Beifall. U j Versammlungskalender Berlin. (Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162.) Gottesdienst am Ehanukah: Freitag, den 11. Dezember, abends 7*4 Uhr. Predigt: Rabbiner Dr. Salomonski. Sonnabend, den 12. Dezember, vormittags 10 Uhr, Neumondsfeier. Berlin. (Liberaler Verein, Ortsgruppe Norden.)' Dienstag, den 15. Dezember, abends 8 Uhr, pünktlichst im Auerbachschen Waisenhame. Schönhauser Allee 162. pari., Vortrag des Herrn Prof. Dr. Elbogen: „Wie lebten die Makkabäer in der Geschichte fort?" Danach Aussprache und künstlerischer Teil. Gäste herzlich willkommen. Breslan. (Jüdisch-liberaler Jugendveret« l i". „Ab rabamGeiae r".) S o n n tag, d e n 13. De - zember, abends 7% Uhr in der Wohnung des Herrn Koenigsberger, Kaiser-Wilhelm-Straße 27 Chanukah-Feier. Lichterweihe: Herr Oberkantor Borin; Festansprache: Herr Rechtsanwalt Erich Spitz: Festspiel, musikalisch-deklamatorische Darbietungen. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Frankfurt a. M. (Freisinniger Verein für jüdisches G e m e i n d e l e b e n.) Der Freisinnige Verein für jüdisches Gemeinöeleben (Ortsgruppe der Vereinigung für das Liberale Judentum e. V., Berlin) macht darauf aufmerksam, daß der zweite Vortrag aus dem Cyclus „DaS Judentum innerhalb der Kultur der Gegenwart" am Dienstag, den 16. Dezember 1925, abends 8 Uhr im Saal des Dr. Hoch'schen Konservatoriums, Eschersheimerlandstraße 4, stattfinden wird. — Herr Rabbiner Dr. Gg. Salzberger spricht sicher „Die Weltkonferenz f jt p r akt isches C.hri st e utum im L i ch t.e des Jude n * tu m s". Karten zu diesem Vortrag sind bei der MufikalieAhanölung B. Firnberg, Schiller-Straße 20, und an der Abendkasse erhältlich. Liegnitz. (Liberaler Verein der Synagogengemeinde.) Unsere Chanukahfeier wird am Montag, den 14. Dezember, 8 Uhr abends in den Räumen der Silesia-Loge stattfinden. — Dem religiösen Teil soll sich eine gemütliche Tcetafel anschließen und hierauf wird unser verehrter Freund, Herr Rechtsanwalt Erich Spitz-Breslau, einen Vortrag halten. Thema: „Ludwig Jacobowski als Dichter und Jude." BÜCHERSCHAU „Scncino-Blatter.“ Beiträge zu Kunde des jüdischen Buches. Herausgegeben von der Soncino-Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches, E. V. 1. Jahrgang, Berlin 1925. Die Soncino-Gesellschaft, die schon im vergangenen Jahr eine wertvolle hebräische Bilderhandschrift in wundervoller Ausstattung herausgegeben hat, tritt jetzt mit zwei neuen Veröffentlichungen vor ihre Mitglieder. „Die Umkehr des Abtrünnigen“ von Arnold Zweig, in der Ernst*Ludiwig-Presse hergestellt, kann jeden Freund eines schönen Buches wirklich begeistern, abgesehen von dem Inhalt, dessen Würdigung ich Berufneren überlassen möchte. Mit den oben angezeigten Blättern will die Gesellschaft einen Auftaict geben zu einer Geschichte des schönen jüdischen Buches und läßt dabei verschiedene Verfasser über interessante Themata, über die Herstellung und die Geschichte jüdischer Manuskripte und Drucke zu Worte kommen. Eine Reihe von Illustrationen und wertvolle Mitteilungen über jüdische und andere Ausstellungen und bibliophile Vereine bilden den Schluß des in der Otto-von-Holten- Presse hergestellten stattlichen Heftes, in dem auch noch eine wertvolle Bibliographie der Judaica. — Palästina — und He« braica-Literatur der Jahre 1920—1925 begonnen ist. Die Soncino-Gesellschaft hat ursprünglich nur 500 Mitglieder aufnehmen wollen, hat sich aber wegen des starken Zustroms auf ihrer ersten Jahresversammlung entschlossen, ihre Zahl'auf 800 zu vergrößern, die auch bald erreicht sein wird. Der Jahresbeitrag beträgt 20 Mark. Weitere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle Hermann Meyer, Berlin C 2, Kaiser-Wilhelm-Str. 12. , Robert H ir s c h f e 1 d, Berlin. ftrenfttrimn fttr Me Zelt Demi2.t2.fU9.i2.l925. Dezember 1925 Kislew 5685 Sonnabend 12. 25. Sabbat Channkah —Neumondweihe — Wochen-Abschnitt: Wajjeschew Sonntag (1. B. M. Kapitel 37—40) Hastarah: S'charia 2,14—4^7 13. 26. 2. Tag Channkah Montag 14. 27. 3. „ Dienstag 16. 28. 4. „ „ Mittwoch 16. 29. 5. „ „ Donnerstag 17. 30. 1. Tag Rosch Chodesch TeweS 5686 Freitag 18. 1. 2. Tag Rosch Chodesch Sonnabend 19. . 2. Sabbat Channkah

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