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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-11-27 · 48 (27.11.1925) · page 12

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
48 (27.11.1925)
Date
1925-11-27
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Königliche Diener, lebensgroß aus dem Alabaster herausgearbeitet, in lange Talare gekleidet, Zeichen ihres Amtes in den Händen, stehen rechts und links beim Eingang.“ „Das will ich nicht hören,“ sagte Rammannarari und wies an die Wand. „Was siehst du dort?" „Ich sehe den König, meinen Herrn, im zweirädrigen, nur von der Rückseite besteigbaren Streitwagen. Aufrecht ist, der Speer befestigt, an der Seite hängen die Köcher. Der König, mein Herr, steht hinter der schützenden Brustwehr. Sein Haupt schirmt ein Helm, seinen Leib ein Schuppenpanzer. Die feurigen Rosse lenkt der Tartan, Merodach selbst schwingt den Schild, den König, meinen Herrn, zu decken.“ „Gut, Istar-Iddina. Ich sehe, du verstehst, was ich sagen will. Was zeigt die andere Wand?“ „Sie zeigt, wie Rammannarari, der Günstling der Götter, eine Stadt angreift. Dann empfängt er den Tribut der unterworfenen Feinde, Haufen von Menschenhäuptern türmen sich zu seinen Füßen, und immer neue werden herbeigebracht, die Nusku, der Schreiber, auf langer Liste vermerkt. Gefangene werden fortgeführt, endlos ist ihre Zahl. Und weiter sehe ich den König, meinen Herrn, den Göttern opfernd, und sieggekrönte assyrische Heere beginnen den Heimmarsch.“ „Weiter“ „Der siegreiche König, mein Herr, sitzt beim Mahl, laueeht den Melodien der Lautenschläger, den Liedern zahlreicher Sänger. Dann besteigt er den Prunkwagen und fährt, den Kosgelenker zur einen, den Diener mit prachtvollem Sonnenschirm zur anderen Seite, durchs Land, fürbittend und segnend, ein Gott für die Augen der Mensche». Auf dem Haupte trägt er die Tiara, darunter Haupthaar und Bart, sorgsam gesalbt und gekräuselt, auf Schultern und Brust herabwatlend. Ein langes Gewand, bis auf die Füße wallend, von herrlichen Stickereien seiner Frauen durchwirkt, mit Fransen reich verziert, vom Edelsteingürtel gehalten, schmückt den König, meinen Herrn.“ Istar-Iddina schwieg und schaute von dem letzten Bilde auf den König. Dieser fragte: „Ist es so, wie du gesehen fr“ „ABe Bilder tragen deine Züge. Der Liebling der Götter altert und ändert sich nie," sagte Istar-Iddina. Rammannarari bückte eine Zeitlang schweigend vor sich hin. Dann sprach er, mit einem lauernden Blick in defl^Augeni „Es ist gut, daß AsurS Sohn nicht altert. Da es keine Hoffnung für den, der nach seinem Purpur vermögt. Wae riefen die Scharen, als er kam?'* „Achardise?" „Ja. Warum staunst du?“ „Freund des Königs,“ riefen sie. „Nur Freund des Königs?" fragte Rammannarari mißtrauisch. „Nicht König?" „Heil, Achardise, Freund des Königs," erwiderte Istar- Iddina, der plötzlich verstand, warum ihn Rammannarari auf die Bildwerke seiner Machtfülle hingewiesen hatte. So unfaßbar es ihm in diesem Augenblick schien, der König bangte um seinen Purpurmantel. „Heil, Achardise, Freund des Königs,“ wiederholte der Oberpriester. „Es ist gut,“ sagte darauf Rammannarari mit einem seltsamen Lächeln. „Rufe meinen Freund!" *, Als Achardise wenig später, gefolgt von den Palasibeamten, vor den Thron des Königs trat, ließ ihm dieser keine Zeit, um niederzuknieen und die Erde zu küssen. Herzlich, wie einen heimkehrenden, geliebten Sohn, empfing er den jungen Omendeuter, legte ihm vom Thron herab beide Hände auf die Schultern und berührte mit den Lippen seine Stirn. Dann stieg er vom Thron, nahm den Heimgekehrten an der Hand und führte ihn, ohne ein Wort zu sagen, durch die Reihe der Palastbeamten in einen Nebensaal. Achardise wußte nicht, wie ihm geschah. Willenlos, wie ein Nachtwandler, folgte er dem König durch den langen, schmalen Jagdsaal. Er hörte, wie dieser umständlich über die Relief Darstellungen an den Wänden redete, aber er fragte sich nicht einmal, was dieses seltsame Gebaren des Königs bedeute. Ganz wie aus weiter Ferne hörte er die Stimme Rammannararis, der zu ihm sagte: „Sieh, wie ich da den Löwen, den Panther, den Hirsch, den wilden Esel, die Gazelle jage. Schau, wie die Meute an der Leine zerrt. Sieh, wie stolz die Rosse aufgezäumt sind, Quasten und Federbüsche tragen. Das ist die jüngste Königsjagd. Aber, bei Nebo und Merodach, es wird nicht die letzte sein." Achardise folgte jeder Handbewegung des Königs, aber er Wußte kaum, daß er es tat. Erst die folgenden Worte Rammannararis erweckten ihn zur Wirklichkeit. „Du schriebst mir seltsame Dinge," sagte der König, indem er Achardise neben sich auf ein Polster zog, „wirklich seltsame Dinge. Ich verstehe nicht alles. Aber es gefiel mir, was du schriebst. Und als ich eben dasaß und das Volk dir zujubelte, dachte ich, da kommt der Mann, der vor seinem Könige die Harfe spielte. Erzähle mir davon, denn mich deucht, wer Berichte schreibt, wie du, liest viel in den Büchern der Juden." Wie einer, der von Dingen redet, die lebendig sind in seinem Herzen, erzählte nun Achardise arglos vom Judenkönig Saul und David, seinem Harfenspieler. Er sprach, und wußte nicht mehr, daß Rammannarari die Juden haßte, bis dieser ihn mit heiserer Stimme unterbrach: „Was ist das für ein Gott, der einem König gebietet? Was sind das für Könige, die den Befehlen eines Gottes gehorchen? Habe nicht auch ich dem Sonnengott geopfert, ohne auf den Priester Zu warten? Wehe Istar- Iddina, wenn er sagte, was Samuel dem JudenkÖnig sagte. Steht es mir nicht frei, zu opfern, was ich will? — Doch sprich fort! Was du sagst, ist sehr lehrreich, sehr lehrreich." ' Achardises Stimme bebte, als er weiter redete. Seine Stirne war ganz weiß geworden, während seine Wangen flantmten, seine Augen brannten. Er wußte nun, daß der König sein Spiel mit ihm trieb und er Verderben auf sich und die Seinen sprach. Aber er wußte auch, daß er nun weiter reden müsse bis zum letzten Atemzug. „Der‘Mann Gottes trauerte um Saul," fuhr Achardise fort, „weil der Herr ihn verworfen hatte. Gott aber sprach: Warum trauerst du so lange um Saul? Fülle dein Hora mit Oel und gehe hin nach Bethlehem zu Isai! Ich habe mir einen seiner Söhne zum Könige ausersehen! Und Samuel kam zu Isai und rief dessen Söhne. Er dachte, daß alle versammelt seien und brachte ein Opfer. Es fehlte abe% David, der jüngste von den Söhnen des Isai. Da führte ihn der Geist des Herrn herbei und sprach zu dem Propheten: Dieser ist es, Wohlan, salbe ihn! Und Samuel salbte David vor den Augen seiner Brüder. Es wich aber der Geist des Herrn vom dem .ungetreuen König und kam auf David, den Jüngsten Isais. Und ein böser Geist plagte Saul von dieser Stunde an. Da sprachen seine Diener zu ihm: Wir wollen einen Harfenspieler suchen, der vor dir spielt, wenn du schwermütig bist. Dann wird dir leichter. Und sie riefen David. Und David spielte vor dem König, wenn der Geist der Finsternis über ihn kam, die Harfe. Dann wurde es Saul leichter und er liebte den David." Als Achardise schwieg, war es, als lausche der König noch immer. Die Finger in den Purpurmantel gekrampft, starrte er auf einen Punkt und schien zu träumen. Und wie im Traum fragte er: „Du sagst, der Geist der Finsternis wich, wenn David spielte?" „Ja, Herr.“ „Und darum liebte Saul den Harfenspieler?" „Ja, Herr.“ „Warum spielte er dann die Harfe vor Saul?" „Weil der Geist des Herrn es ihm gebot." „Der Geist des Herrn? — Wer ist der Herr?" „Jehova," antwortete Achardise mit bebender Stimme. Da schien Rammannarari plötzlich aus einem langen. Traume zu erwachen. Sein Gesicht, bis dahin fast ruhig, verzerrte sich zu einer Fratze, als er sagte: „Auch du spielst keine schlechte-Harfe." Dann erhob er sich und ging in den Thronsaal. Achardise folgte ihm. Istar-Iddina hatte währenddessen die Priester und Traumdeuter in einem anderen Nebensaale versammelt, und alle waren seinem Rufe gefolgt, obwohl sich seit den letzten Vorgängen eine bedenkliche Gegenstimmung zum Oberpriester bemerkbar machte. Die lange Unterredung aber, die Istar-Iddina vor dem Empfang Achardises mit dem König hatte, war zu wichtig für jeden Traumdeuter. Von dem aber, was Istar-Iddina mit Rammannarari gesprochen hatte, erfuhren sie kein Wort. Die große Sicherheit, die der Oberpriester zur Schau trüg, machte sie geneigt zu dem Glauben, daß dieser wieder fest in der Gunst des Königs stehe. In der Tat bangte Istar-Iddina nicht mehr für sein Leben, Uebrigens war er ein furchtloser Mann, der sich weit mehr um das Ansehen seiner Oberpriesterwürdc als um Sein Leben sorgte, Seit einer langen Reihe von Jahren war er gewohnt, an der Grenze von Sein und Nichtsein zu gehen. Immer aber war der wankelmütige, grausame König vor einem Mord des Oberpriesters zurückgeschreckt. Nie auch hatte sich Istar-Iddina dem Tod so nahe gefühlt, wie damals beim Zerspringen der beiden Tafeln des Siegeszylinders. Dieser Schrecken, der mehr der Furcht vor dem Verlust des Ansehens der Oberpriesterwürde, als der Furcht vor dem Ende entsprang, war nun überwunden. Beldurs Säure hatte ihm eine Probe geliefert, die ein Scheitern seines Planes zur Unmöglichkeit machte. Istar-Iddina sagte zu den Priestern und Traumdeutern, die ihn neugierig umstanden, mit ruhiger Stimme, als spräche er von einer unumstößlichen Tatsache: „Es ist nun offenbar, Der Traum, der den König schreckte, bedeutet, daß eine Hand sich ausstreckt nach seinem Purpur. Der König hat auch den Frevler gefunden, der solches wagte." Bei dieser Mitteilung fragten die Priester und Traumieuter erregt, wer der Wahnsinnige sei, der sich unterfinge, nach Purpur und Tiara zu streben. Istar-Iddina ber winkte mit der Hand und schnitt alle Fragen ab mit len Worten: „Wir müssen zurück an den Thron. Der Cönig darf nicht wissen, daß wir zusammen sprachen. )arauf steht der Tod, wie er mir drohte, als ich mit ihm edete.' Die Priester und Traumdeuter erbleichten. Wenn star-Iddina die Wahrheit sagte, hatte er sie in einer schlinge Ot fangen. Von nun an maßten sie mit ihm teigen oder fallen. Die Zügel, die ihm des Königs vorübergehende Ungnade aus der Hand genommen, für den Entscheidungstampf gegen Achardise wieder an sich zu reißen, war iuch der Zweck, den Istar-Iddina mit seiner Lüge verolgte. Er sab, daß er seine Absicht erreicht hatte, und .^V,oV>orie>n Haimtes führte er die Priester und Traumdeuter in den Thronsaal zurück. Wenig spater kam auch der König, gefolgt von Achardise. Am Throne angelangt, sprach Rammannarari zum Oberpriester: „Stelle dich zu meiner Rechten, Istar- Iddina, mit den Priestern und Traumdeutern." Zu Achardise aber sagte er: „Tritt zur Linken, jüdischer Harfenspieler, und sinne auf ein neues Lied." Dann stieg Rammannarari auf den Thron und befahl seinem Geheitnkämmerer: „Nimm die Tafel, die von dem Fisch berichtet, und lies! Lies laut und langsam, damit alle dich vernehmen[* Atemlose Stille herrschte in dem weiten Saale, als der Geheimkämmerer den Bericht las, den Achardise an den König geschrieben hatte. Selbst die lebensgroßen Alabasterfiguren an den Wänden schienen zu lauschen. Nur Achardise nicht. Jener wundersame Traumzustand, der ihn nur im Jagdsaale für ganz kurze Zeit verlassen hatte, war wieder über ihn gekommen. Er umpfing ihn so wohlig und lind, als bestände gar keine Gefahr für ihn. Und doch war es eine gefährliche, meisterhafte Fälschung des Oberpriesters, die der Geheimkämmerer eben Wert M Wort/ verlas. Kein Wort von den Juden war darin. Wer aber Achardises kannte, der verstand auch die Wendungen des Schreibens, in dem e« an einer Stelle hieß: „Der Geist des großen Meeres Sidoni, der allem Getier den Weg weist.“ Die Zornesader auf des Königs Stirn begann zu schwellen, als der Vorlesende schwieg und sein Blick auf Achardise fiel, der noch immer vor sich hinblickte wie in eine andere Welt. „Jüdischer Harfenspieler,“ schrie er mit heiserer Stimme, „hast du gehört?“ „Ja, Herr," erwiderte Achardise erwachend. „Zeige ihm die Tafel und das Siegel,“ gebot der König dem Kämmerer. „Mich deucht, er ist von Sinnen.“ Achardise warf einen flüchtigen Blick auf das Schrift, stück und sagte: „Es ist das Siegel, das du meinem Vater, geschenkt hast. Ich erkenne es." „Gut," sagte hierauf Rammannarari mit unheimlicher, Ruhe. „Ein Lügner warst du nie, und das rettet dich für jetzt. Ja, ich will dir dein Leben schenken, wenn du d4n Traum mir deutest, den ich deinem Loblied an den Judengott verdanke. Höre!" Der König erzähllte nun mit noch reichlicheren Aus, schmückungein als früher seinen Traum. Dann sagte er zu Achardise mit kaltem Spotte: „Drei Tage gebe ich dhr Zeit, und niemand soll dich stören, wenn du den Gott der Juden rufst." . Hierauf stieg der König vom Throne und verließ mit seinem Gefolge den Saal, Der Tartan aber führte Achats dise in eine Zelle des Serails und stellte eine Wache vor die Türe. * Razu hatte die Tiere in den Stallungen untergebracht und ging bis zum Abendtor. Dann verließ er die Stadt« mauer und schritt die Sesamstraße entlang nach dem Marktplatz, wo ihm jedes Haus bekannt war, obwohl er seit zwei Jahren Ninive nicht mehr gesehen hatte. Zwischen dem Hause des Mannukiacha und dem des Elittija stand sein bescheidenes Eigentum und schaute Wie vor zwei Jahren mit seinen beiden Tonkegeln, die tzlch als Dach und zugleich als Aufbau über dem Sockel wölbten, auf den Marktplatz. Razu blieb eine Weile stehen und schaute nach dem Hause, über das eben der Mond stieg. Dort hatte er ge, wohnt und war er glücklich gewesen. Wenn jetzt die Tür sich öffnete und Libeja käme ihm entgegen. Razu trat schnell an die kleine Pforte, die an der linken Seite des Sockels lag und klopfte. Es dauerte aber geraume Zeit, ehe ihm geöffnet wurde; denn Frau Tavat-Hasina hatte gerade die Tongeschirre zum Brot, backen geglüht, und bei dieser Beschäftigung hörte sie nicht gut. Auch sonst mußte man schreien, um von Ihr verstanden zu werden. Razu, der das Üebel seiner Schwester kannte, klopfte solange, bis sie ihn doch hörte« ihm öffnete und ihn nach Art der Halbtauben mit einem Redeschwall, der seinerseits kein Wort aufkommen ließ, begrüßte. Endlich erfuhr er von ihr, daß ihr Mapn Litturu jeden Augenblick kommen müsse. Auch Inu«Siti, ihr, Sohn, der . im Palast diene, sei um diese Stunde sonst da, heim, wenn er auch nachher noch Nachtdienst habe. Es dauerte auch nicht lange, bis Litturu, der Schifier« kam. Er war ein großer, kräftiger Mann mit einem güt«< mütigen, etwas einfältigen Gesicht. Er begrüßte Seinen Schwager weniger laut, als seine Frau, aber herzlich« wenn seine Worte auch eine gewisse Verlegenheit vef, rieten. „Es wird dir wohl auch leid sein, dem Sohne dis Idinabus zu dienen, wo es nicht nötig ist und du hier ein schönes Haus hast," sagte er in seiner langsamen Spreche weise. „Darüber rede nicht," erwiderte Razu, der die Ver, legenheit des Schwagers anders deutete und dachte, jener fürchtete, seine billige Wohnstatt zu verlieren, „solange du hier wohnen willst, wiegst du mir keinen Zins dar." „Das ist es nicht," stotterte der Riese, der in dem Raume kaum aufrecht stehen konnte. „Ich meine« es müsse dir leid tun um deinen Herrn." „Weil er im Palast ist?" „Ja, und weil Wachen vor seiner Kammer stehen.“ „Woher weißt du das?“ fragte Razu erschrocken, ob, wÄhl sich seine Ahnung nur bestätigte. „Inu-Sin hat es mir gesagt," erwiderte Litturu. „Br ist ein bißchen in der Nachbarschaft. Er weiß ja, daß er immer warten muß, bis die Mutter das Essen auf dem Tisch hat. Da geht er solange an den Kanal, bis Ich ihn rufe. Du weißt ja, Schiffe hat Cr für sein Leben gern, und es war nicht leicht, daß er in den Palast ging.“ „Rufe ihn gleich her," sagte Razu erregt. „Ich muß mit ihm reden." Aber auch Inu-Sin, der seinem Vater vorausgeeilt war« als er hörte, daß sein Oheim, der Schiffskapitän, ge, komemn sei, konnte die Worte des Vaters nur bestätigen. Indes erfuhr Razu, daß der Junge im Palast genau Be, scheid wisse, und schon am nächsten Tage konnte dieser seinem OhCim berichten, daß die Wache vor der Kammer des Achardise entfernt sei, die Bitte der Frau Amat-Sula aber, ihren Sohn zu sehen, abgeschlagen worden sei. In, des habe sie eine für sich abgeschlossene Wohnung im Harem, und das Mädchen aus dem Judenland sei bei ihr« Dienerinnen, die niemals aus dem Harem kämen, he, dienten die beiden Frauen. Inzwischen lebten Frau Amat-Sula und Esther in qualvollster Ungewißheit dahin* Kein Lebenszeichen V0n draußen drang in ihre Einsamkeit. Aber die Bitte, die Frau Amat-Sula abgeschlagen wurde, sagte ihnen deut, lieh genug, daß sie Gefangene waren. In der Tat dienten sie dem König als Geiseln für Achardise, dem Rammannarari von der Bitte ****** Mutter Mitteilung machte, die Wachen entfernen und ihm sagen ließ: „Wenn nun nicht der Gott der Juden zu dir kommt, dann gehe du zu ihm.“ Auch die Dienerin, die den Frauen die Speisen brachte« konnte keine Nachricht von draußen geben. Sie kam nur bis an das erste Vorzimmer des Harems. Außer den Haremswächtern und einigen Frauen, sagte sie, habe sie seit zwei Jahren niemand gesehen. Nur einmal habe sie auch den König gesehen, aber das sei furchtbar gewesen. In der Erinnerung daran bedeckte die Sklavin ihr Gesiebt mit den Händen. (Fortsetzung folgt.)

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