Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 5 (1925)
- Issue
- 46 (13.11.1925)
- Date
- 1925-11-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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& Jahrgang Nummer 46 1. Beilage 13. November 1925 ■'mm c m$ «Bl Aus den Gemeinden Berlin. (Kursus für praktisch-soziale Arbeit.) Die überraschend große Teilnehmerzahl, die sich z» dem von der Zentralwohlfahrtsstelle veranstalteten Kursus für praktisch-soziale Arbeit eingefunden batte, ist ein deutlicher Beweis, wie stark der viertägige Lehrgang den Bedürfnissen der jüdischen Wohlfahrtspflege im Reiche entgegengekommen ist. Es waren sowohl berufliche als auch ehrenamtlich tätige männliche und weibliche Wohlfahrtspflegcr aus ganz Deutschland nach Berlin gekommen. Der Kursus wurde Sonntag, den 18. Oktober, eröffnet durch den Geschäftsführer der Zentralwohlfahrtsstelle. Herrn Dr. Segall. Bertreter der Großloge, des illdischen Frauenbundes und des Arbeiterfursorgeamtes begrüßten im Namen dieser Organisationen die zahlreich erschienenen Teilnehmer. Ter Kursus verfolgte folgende vier Aufgaben: Einmal die Erörterung der für die Wohlfahrtspflege grundlegenden Gesetze (der Verordnung über die Fürsorgepfltcht, des Reichsjugendwohlsahrtgesetzes.der in Preußen vorliegenden Gesundheitsgesetzgebung) und die Auswirkung derselben für die Praxis). lieber diese Gegenstände referierten: Frau Wronsky-Berlin, Herr Professor Seligmann-Berliu, Herr Obermagistratsrat Dr. Ollendorff-Berlin. Eine weitere Aufgabe des Kursus war die Darlegung des organisatorischen Aufbaues eines Wohlfahrtsamtes bzw. eines Provinzial- oder Landesverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege. Mustersatzungen, die anregende Vorschläge zur organisatorischen Zusammensetzung der Wohlfahrtsämter enthalten, hatte Herr Grünbaum-Hannover, der auch darüber referierte, ausgearbeitet. Nachdem Fräulein Weinreich-Berlin die Aufgaben der jüdischen R e i ch s o r g a n i s a t i o n e n für Wohlfahrtspflege öargelcgt hatte, folgten die Erörtern ugen der einzelnen Fürsorgegebiete in der Praxis, der wirtschaftlichen Fürsorge (Fränlein Klein-Dresden), der Jugendfürsorge (Fräulein Silbermrnn-Berlius, der Erholuugsfürforge (Fräulein Cohn-Berlin. der Gesundheitsfürsorge (Fräulein Neufeld-Berlinj und der Arbeitsvermittlung im Rahmen eines Wohlfahrtsamtes (Fräulein Dr. Strauß-München). Eine wichtige Aufgabe des Kursus war zum Schluß die Beratung rein praktischer Fragen der Methodik in der Fürsorge: die Verbindung der bern-slichen mit der ehrenamtlichen Mitarbeir. die Zusammenarbeit mit den Behörden und privaten Organisationen und die technische Einrichtung jüdischer Wohlfahrtsämter. Hierüber referierten Fräulein Frieda Kahn-Elberfeld und Fräulein Recha Ell-ern-Altona, An jedes einzelne Referat schloß sich eine fruchtbringende Diskussion an. die nicht nur einen 11 eberblick über den starken inneren Ansban der jüdischen Wohlfahrtspflege in den letzten Fahren gab. sondern vor allem auch die bestehenden Mängel und Lücken beleuchtete. Bor allen Dingen hat der Kursus gelehrt, daß in den letzten Fahren der Aufbau der jüdischen Wohlfahrtspflege eine starke Umwandlung erfahren hat. Fast allenthalben bestehen beute im Gegensatz zu früheren Fahren unter Leitung und Mitarbeit fachlich geschulter Kräfte Wohlfahrtsämter. Lach einer Feststellung der Zentralwohlfahrtsstelle sind heute schon ungefähr 80 indisch-soziale Arbeiter beruflich in der" offenen Wohlfahrtspflege tätig: dazu kommen ungefähr 2000 ehrenamtliche Mitarbeiter in Deutschland. Der Plan der Zentralwohlfahrtsstclle, einen derartigen Lehrgang zu veranstalten, um die geschulten und ungeschulten Kräfte mit den Grundlagen einer geordneten sozialen Arbeit und der Snstematik der Wohlfahrtspflege bekunntzumachen. wurde überall sehr begrüßt. Der Kursus ioll als Ansaangspunkt für weitere Kurse, die von den Landes- und Provinzialstellen und den örtlichen Wohlfahrtsämtern veranstalte« werden, dienen. Als notwendig hat sich ferner die Veranstaltung von Kursen über einzelne spezielle Gebiete gezeigl, da in der kurzen Zeit von vier Tagen nur ein Gesamtüberblick über das Gebiet der Wohlfahrtspflege gegeben werden tonnte. Es iß beabsichtigt, den Kursus in gedrängter Form im Druck heranszugckben damit die behandelten Fragen einem breiteren Kreise zugänglich gemacht werden können. Berlin. (Zum Jubiläum der Knabenschule.) Der Verein ehemaliger Schüler der Knabenschule der Jüdischen Gemeinde zu Berlin E. V. bittet uns um Veröffentlichung nachstehenden Aufrufes: Ehemalige Lehrer, Schüler und Freunde! Am 3. Januar 1920 sind 100 Jahre verflossen, seitdem die Knabenschule m Berlin eröffnet worden ist. Da gewiß bei sehr vielen Schülern der Anstalt der lebhafte Wunsch besieht, an den aus diesem Anlasse stattnnLenden Feierlichkeiten teilzunehmen, erklärt sich der Verein bereit, allen denen, die seinem Rendanten. Herrn Herbert Groß, Berlin O. 27. Blan kenfeld er S t r. 6, rechtzeitig ihre Adresse angeben. mitzuteilen. was in dieser Beziehung geplant ist. Ter Verein möchte aber diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne der Anstalt, der viele seiner Mitglieder ihre ganze Bildung, andere wenigstens deren Grundlage schulden, seine Dankbarkeit zu bezeigen. Daher ist geplant, der Schule an ihrem Jubiläumstage den Grundstock einer Stiftung zu überreichen, über deren Zweck später Beschluß gefaßt werden soll. An alle ehemaligen Lehrer und Schüler richten wir daher die' herzliche Bitte, nach ihren Verhältnissen größere oder kleinere Gaben zu spenden. Unser Rendant. Herr Herbert Groß. Postscheckkonto Berlin 52546. ist bereit, solche entgegenzuncbmen. Dr. H o l z m a n. Direktor der Knabenschule i. N.. Ehrenmitglied des Vereins. Tr. G u t m a n n. Direktor der Knabenschule, Ehrenmitglied des Vereins. Tr. L a ch m o n n, San.-Rat. Ehrenvorsitzender des Vereins. Tr. Leiser. Vorsitzender des Vereins. Berlin. (30 Fahre jüdischer Handwerkerverein.) Am 8. November beging die Ortsgruppe Berlin des Zentralverbandes jüdischer Handwerker Deutschlands, der Jßeietit selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens E. V." die Feier seines 30 jährigen Bestehens. Von Berlin aus nahm die Bewegung der Organisierung der jüdischen Handwerkerschaft weiter ihren Weg. heute sind viele Tausende jüdischer Handwerker in 18 Ortsgruppen im Zentralverband organisiert.» Die Berliner Ortsgruppe zählt 600 Mitglieder und ist seit Fahren korporativ Mitglied des Centvalvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Die Bereinszeitschrist „Der jüdische Handwerker" widmet dem Jubiläum der Berliner Ortsgruppe einen Festartikel. dessen Verfasier der Vorsitzende der Ortsgruppe. Herr Louis Wolfs, ist. Louis Wolfs hat auch kürzlich in unserer Handwerkernummer einen Aufsatz über Handwerkerfragen veröffentlicht. Aus dieser Nummer werden unsere Leser die Bedeutung der Handwerkerorganisation-erkannt haben. Wir wünschen der Vereinigung der Handwerker auch für die nächsten Fahre eine recht erfolgreiche Tätigkeit. Berlin, (75. Geburtstag Prof. L e w i n s.) Am 9. November vollendete der bekannte Toxikologe Prof. Tr. Louis Lewin sein 75. Lebensjahr. Zu Tuchcl geboren, studierte Lewin an der Berliner Universität 1870 bis 1875 und begann schon als Student Untersuchungen zur medizinischen Chemie und Arzneilehre. 1881 habilitierte er sich in Berlin. Lewins literarische Tätigkeit ist eine sehr umfangreiche. Von seinen selbständigen BerösfeMichnngen seien erwähnt seine Darstellung der „Nebenwirkungen der Arzneimittel", sein „Lehrbuch der Toxikologie" und die „Rauschgifte". Bremen. (G e m e i u d e a b e n d.) Aus einem Geweindeabend. der leider längst nicht den Besuch gefunden hatte, den man in einer Gemeinde wie Bremen bei der Aktualität des Themas wohl erwarten durste, referierte von hoher literarischer Warte aus Herr Rechtsanwalt Dr. Julius Katzenstein, Bremen, über: Soziale Motive in den Werken zeitgenössischer jüdischer Schriftsteller". Der Redner ging davon ans, daß es uns modernen Juden nicht genügen dürfe, immer wieder eine unfundierte Anleihe bei den Verdiensten unserer Ahnen zu machen, sondern daß wir eigene schöpferische Leistungen vollbringen müssen. In diesem Zusammenhänge sei auch das Wirken der zeitgenössischen südlichen Schriftsteller zu betrachten. Während der unfreie Schriftsteller sich in sozialen, Motiven verstricke, wachse der freie und vollendete Schriftsteller darüber hinaus. und stelle den Wert der sittlichen Persönlichkeit und das innere seelische Erleben in den Vordergrund. Diese Gedanken erläuterte der Referent an drei Einzelbeispielen: Wassermann. Brod und Dublin. Wassermann habe sich immer mehr in soziale Motive verstrickt und seine schöpferische Kraft habe deshalb sehr abaenommen. Bei Brod war das Soziale stets nur Beigabe. In seinem neueste« Werke habe er sich davon befreit und sei so auf Umwegen zur schöpferischen Gestaltung gelaugt. Dublin hat alle Umwege vermieden, er ist der wahrhaft Große unter den indischen Schriftstellern der Gegenwart. Mit dem Vortrage verbunden war eine indische Buch- und, Kunstausstellung, um das Interesse unserer Glaubensgenossen für das südliche Schaffen zu beleben. Leider konnte diese Ausstellung ihren Zweck nicht erfüllen, weil von einer Kunstausstellung kaunr etwas zu merken und die Vüchersibau völlig einseitig unter Ausschluß fast der gesamten irichtzionistiichen und nichtbelletristncben südisch-w Literatur zusammengestellt morden war. Darmstadt. sR a b b i n e r Pr o f. •% r. M a r x g e - ftorben.) Rabbiner Prof. Dr. Oicher Marx, ein Vorkämpfer der Orthodoxie in Deutschland, ist im 84. Lebensjahr verschieden. Düsseldorf. (Einweihung des Gefallene n- Denkmals.) Am Sonntag, den 1. November, fand unter außerordeutlich zahlreicher Beteiligung die Einweihung eines Denkmals für die im Weltkriege gefallenen indischen Mitbürger statt. Nach Erscheinen der zur Einweihung geladenen Ehrengäste widmete der 1. Vorsitzende der Ortsgruppe Düsseldorf den gefallenen Kameraden der Svnaaogengemcinde Düsseldorf zu Herzen gehende Worte, die die Treue und die dauernde Verpflichtung, znsammenzuhalten den Gefallenen gegenüber zum Ausdruck brachten. Wir haben die heilige Ausgabe, etwaige Angriffe, die von verleumderischer Seite gegen unsere deutsche Gesinnung erhoben werden, abzuwehren. Der Rcichsbund jüdischer Frontsoldaten hat die Aufgabe, das Andenken hoch und heilig zu halten. Der Vorsitzende, Kamerad Lewin. begrüßte dann besonders die erschienenen Spitzen aller staatlichen, städtischen und militärischen Behörden, deren Erscheinen als Zeichen der Ehrung an dieser Stelle von uns anerkannt wurde. Er übergab das Denkmal, welches der iüdische Düsieldorfer Bildhauer Leopold Fleischhacker geschaffen hot, der Pflege und Obhut der Synagogengemeinde Düsseldorf, während nach Niederlegung eines geschmackvollen blumengeschmückten R.j.F.-Schildes eine Minute stillen Gedenkens den Toten unter stimmungsvoller Wiedergabe des so oft im Felde gemeinschaftlich gesungenen Liedes „Ich halt' einen Kameraden" geweiht wurde. Der 1. Vorsitzende der Synagogcngerneinde Düsseldorf, Herr Felsenthal, nahm das Denkmal in seine Obhut als ein Vermächtnis mit der Zusicherung, dieses Lauernd zu pflegen als Symbol treuer Gesinnung und Dankbarkeit. „Auf heiliger Stätte ist dieses Denkmal errichtet auf dem Wege, den alle Menschen einstmals gehen müssen, ganz gleich, welchen Standes, ganz aleich welcher Gesinnung sie angehören. Wach gehalten wird die Erinnerung an die treuen Söhne Düsseldorfs, welche bis aus wenige in allen Erdteilen zerstreut ihre letzte Ruhe gefunden haben." Spätere Geschlechter mögen von diesem Denkmal ablesen von der Treue für das Vaterland und für die engere Heimat. Dann gedachte Rabbiner Dr. Eschelbacher der 112 Frontsoldaten der Düsseldorfer Svnagogengemeinde. Nach ihm ergriff Landgerichtsrat a. D. Rechtsanwalt Dr. Weinberg das Wort. Im Namen der Stadtverwaltung Düsseldorf legte Bürgermeister Geußen einen Kranz nieder. Erzellenz General Dieffeubach, der in Galauniform erschienen war, gedachte in tiefster Dankbarkeit und Treue der gefallenen deutschen Helden. Kranzniederlegungen erfolgten ferner im Namen der Deutschen Friedensgesellschaft durch Frau Kapitän Müller, weiter von Militärvereinen, vom Bund deutscher Kriegsgräber-Fürsorge vom Roten Kreuz vom Verband der Kriegsbeschädigten. Auch unsere nicht militärischen jüdischen Vereine ließen es sich nicht nehmen zu ehren, wem Esire eebührt. Es legten Blumenangebiude nieder: im Namen der jüdischen Jugend Herr Referandar Herbert Felsenthal, für den jüdischen Turnunö Sportverein Herr Dr. med. Roos. für den Verein selbständiger jüdischer Handwerker Herr Josef Erle, für die akademische Verbindung im K. C. Herr Rechtsanwalt Dr. Kann. ' Eine ganze Reihe benachbarter Ortsgruppen war erschienen. u. a. Krefeld, Essen, Herne, Gelsenkirchen, Sterkrade, Oberhausen, Osterfeld, Hamborn, Lüdenscheid. Barmen, Elberfeld. Mülheim-Ruhr. Duisburg. Bochum, Köln. Es folgte eine Kranzniederlegung nach der anderem Persönlich erschienen weiter der Regierungspräsident und Pvlizeiinspektor. Die evangelische Gemeinde, die vorher schon der Ortsgruppe ein warmempfunöenes Sympathieschreiben geschickt hatte, war mit mehreren Herren vertreten und ließ durch Herrn Pfarrer Jacobi folgende Worte sprechen: „Die evangelische Gemeinde Düsseldorf nimmt teil an den heiligen Handlungen, welche heute die Synagogengemeinöe unö der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten begeht. Wir gedenken auch derer, die Seite an Seite mit unseren Glaubensgenossen für das Wohl unseres teueren VaterlanLes ihr Leben hergegeben baben. Gott der Herr gebe, daß aus dem Gedenken an diese Treue eine Segensfrucht für unser Vaterland erwachse." Ergreifend war dann die Wiedergabe de8 Trauergosanges „Enosch Kechozir" aus den Seelenseiergebeten durch den Synagogenchor und Las gemeinsame Kaddischgebet. In geschlossenem Zuge begab sich nun eine fast unübersehbare Menge Menschen nach dem aleich in der Nähe gelegenen alten jüdischen Friedhof, m den Gräbern der daselbst bestatteten Gefallenen. Hier verstand eS Kamerad Dr. Wertheimer nach einem einleitenden hebräischen Gebete in einer tief empfundenen Rede mit innigen und warmen Worten das Gedächtnis und die Erinnerung an die Gefallenen roachzurufen. Frankfurt a. M. (E i n w e i h u n g d e s E h r e n f r i e d - Hofs.) Am Sonntag, den 8. d. M.. fand hier die Einweihung des Ehrenfriedhofs und Enthüllung des Ehrenmals für chie gefallenen Krieger statt. Das Denkmal besteht aus einer Ruhebank aus Muschelkalk und trägt die Inschrift: „Dem Andenken der 167 Söhne unserer Gemeinde, die im Weltkrieg 1914/18 ihr Leben für das Vaterland hergegeben haben." Bei der Feier hielten die Fahnen des Neichsanners und der Samariter die Ehrenmacht. Iw Auftrag der Gemeindeverwaltung hielt Herr Rabb. Dr. Lazarus die Ansprache. Er knüpfte an das Dichterwort an „Verg-etzt die Toten nicht" und gedachte besonders der Toten aller Konfessionen, die durch ihre heldenhafte Wehr das Vaterland vor feindlichem Eindringen geschützt haben. Er dankte dem Oberbürgermeister und den Vertretern der Behörden für ihr Erscheinen, er gedachte des verstorbenen Meisters Seckbach, der den Friedhof entworfen habe, aber die Vollendung nicht mehr erleben durfte. Meister Horovitz habe das Werk zu Ende geführt. Unter den Klängen des Liedes „Ich halt' einen Kameraden" fiel dann die Hülle Les Denkmals. Namens des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten sprach Herr Rabb. Tr. Salzberger. Er versicherte die Toten, daß wir ihrer dächten, auch wenn die. mit denen sie Seite an Seite, als wär's ein Stück von ihnen, gekämpft und geblutet, sie heute nicht mehr anerkennen. Sie hätten in ihrem Heldentum bewiesen, daß sie Deutsche seien. Der Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge, die alten Frankfurter Soldaten, der deutsche Offiziersbuird. der Reichsbund der Kriegsbeschädig' ten, der Zentralverband deutscher Kriegcrwitrven und -Waisen, die Ortsgruppe des Reichsbanners Schwarz-Rot- Gvld und der Vaterländische Gesangverein, die Ortsgruppe des republikanischen Rcichsverbandes, des Samaritervereins feierten die Gefallenen durch Ansprachen ihrer Vertreter. Gcisar (Rhön). (Tod des G e m e i n d e ä l t e st e n.) Im 84. Lebensjahre verstarb das älteste Mitglied der hiesigen (Gemeinde, Herr L. Levistein. Nicht nur bei seinen Glaubensgenossen, sondern auch bei der gesamten Bürgerschaft und über die Grenzen der Heimat hinaus erfreute sich der Verewigte. der für religiöse Fragen großes Interesse bekundete, und den Wohltätigkeitsverein Chewra Gemilus Chessed, den ex begründen half, und dem er 52 Jahre angehörte, zur gedeihlichen Entwicklung führte, allgemeiner Achtung und Wertfchötzung, Ein stattliches Trauergefolge gab dem Entschlafenen das Geleit zur letzten Ruhestätte. Landau» (Ehrung eines jüdischen Lehrers.) Eine besondere Ehrung wurde kürzlich dem im Ruhestand lebenden Volksschullchrer F. Moses dadurch bereitet, das; der Pfälzische KrciSlehrerverein und der Bezirkslehrerverein Landau ihn zum Ehrenmitglied ernannten. Die Auszeichnung. die dem 85jährigen Veteran der Schule in feierlicher Zusammenkunft bekanntgegeben wurde, ehrt nicht nur ihn. sondern beweist auch die über konfessionelle Engherzigkeit erhabene Auffassung der Mitglieder genannter Vereine. München. (Vom Verband der israelitischen Gemeinde Bayerns.) Fm Verband der israelitischen Gemeinden Bayerns tritt anstelle des verstorbenen Kommerzienrats Sigmund Fraenkel im Rate Herr Justizrat Tr. Max Fenchtwanger. An dessen Stelle in der Tagung Herr Samuel Rothschild. Im Sitzungsiaale der Gemeindevertretung fand im Beisein der Mitglieder der Gemeindevertretung, des Vorstandes und der Beamten der Gemeinde eine Trauerfeier für den verstorbenen Kommerzienrat Siegmund Fraenkel statt. Ter Vorsitzende Dr. Oestreich, Dr. Elias Strauß und Justizrar Dr. Fraenkel würdigten in ergreifenden Worten die Persönlichkeit des Dahingeschiedenen. Oldenburg. (A m t s j u b i l ä u m.) „Dem Verdienste die Krone", das war der Leitgedanke einer stimmungsvollen Feier, die von der israelitischen Gemeinde im benachbarten Varel anläßlich des 40 jährigen Berufs- und Ortsjubilünms ihres Lehrers Bernheim veranstaltet war. Gute Freunde und Berufsgenosien überbrachten Glückwünsche und ehrten den Jubilar durch tief empfundene Ansprachen. Beim Festgottesdienst, den Oberkantor Zivi aus Elberfeld weihevoll gestaltete, hielt Landrabbiner Dr. Haas aus Oldenburg eine alle Zuhörer ergreifende Festrede zur Würdigung der langjährigen erfolgreichen Arbeit, die Lehrer Bernheim im Dienste der Gemeinde geleistet hatte. Die Lehrer Mcyberg, Oldenburg und Hartog-Jever übermittelten Grüße und Gratulation der jüdischen Lehrerschaft. Allen Rednern stattete der Jubilar in bewegten Worten seinen Dank ab. Rothenburg o. T. (50 I a h r e jüdische K nl tusgemeiude.) Die hiesige israelitische Kultusgemeinde beging die Feier ihres 50 jährigen Bestehens und gleichzeitig damit auch das 50iährige Amtsjubiläum des Lehrers MoseS Hofmann. Im Jahre 1875 fanden sich 8 Männer zusammen, um die Gemeinde zu gründen und M^'es Hofmann zum Vorbeter und Lehrer zu wählen, der heute noch, als der einzige Ueberlebcnde der Gründer aus seinem Posten steht. - BIElMillSIAIi, nur Qualitälsware, kauft man am besten bei Qliishiiios •j=== 3 Qesdiiftftfe —- - . Leipziger Stra&e 93 Kurfürstendamm 33, Ecke Grolmanstraöe Maafeenstrabe 11 am Nollendorfpiatz Umarbeitung Neuanfertigung nach neuesten Modellen JETZT: BEkLlN-WiOBAYfüSCHEfL PLATZ 6 ~