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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-10-23 · 43 (23.10.1925) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
43 (23.10.1925)
Date
1925-10-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5. Jahrgang Nummer 43 Beilage 23. Gktober 1925 MffchÄemkZeilmg mmmmmmmmmmmmaBmamBBBmaaamm I! Die jüdische Gegenwart u ÜO Zur Jubelfeier des Hebrew Union College. Von I. Elbogen. Refor-ngemeinden der Bereinigten Staaten rüften uch zu ei»e«^ schönen Fest. 50 Jahre sind verflossen, -seitdem daL HeLrerv Union College in Cincinnati "öffnet wur^. am 23. Oktober soll die Wiederkehr dieses vntorlfchen Gedenktages feierlich begangen werden. Her- «orragen.oe Männer und trauen aus allen Teilen des grotzen Landes werden sich zu einer bedeutsamen Kund, sebung m Cincinnati versammeln. Aus Deutschland nimmt rÄttei ^r* Hermann Bogelstein-Breslau an den Feier- «Seiten teil. Das Hebrew Union College verdankt sein Dasein der Jni- Lative von Dr. Jsaac M. Wise, dem großen Führer und Organisator des amerikanischen Reformjudentums. Wise gehörte zu den ganz seltenen providenziellen Männern, die EUit sicheren Blick für das Notwendige einen energischen Willen zu seiner Durchführung vereinen. Ihm stand "llS schwierige Problem vor Augen, wie aus der immer rvachsenden chaotischen Masse amerikanischer Juden ein ame. »lkanlsches Judentum gestaltet, mit geistigen und religiösen Ideen erfüllt werden konnte. Als hauptsächlichstes Mittel chrerzu erkannte er die Heranbildung von religiösen Führern, «re. mit dem Geiste des Landes vertraut, in der Lage wären, den ewigen, allgemein menschlichen Gehalt des Judentums «nerner unbedingt amerikanischen Gestalt vorzutcagen. Seit 1854, Sem Jahre der Eröffnung des Jüdisch-theologischen Seminars in Breslau, versuchte er seinen Gedanken in die Mt umzusetzen, aber lange blieben seine Anstrengungen vergebens. Dornenvoll, wie nun einmal der Weg jüdisch« wissenschaftlicher Anstalten ist. bedurfte es jahrzehntelanger Anverörossener Bemühungen, bis dem unermüdlichen, tapferen Streiter auch dieses Werk gelang. Er erkannte rnit genialem Blick, daß der. Eröffnung des College die Be« Srundung einer Körperschaft vvrausgehen mutzte, die seine materielle Grundlage sicherstellte. So schuf er. ebenfalls nach Ueberwindung nicht geringer Schwierigkeiten, die Union ff American Hebrew Congregations, die 1873 ihre Tätigkeit begann, und konnte schon 1875 die Schaffung dieses Gemeindebuuds durch die Gründung des Hebrew Union College rechtfertigen. Der Gemeindeverband und das College waren von ihrem Schöpfer als überparteiliche Vereinigungen aller jüdischen Kräfte der Vereinigten Staaten gedacht. Dieser ideale Traum verflog nach kurzer Zeit vor der Wirklichkeit: beide Institutionen blieben auf die Reformgemeinden beschränkt, die anderen Gruppen des amerikanischen Judentums schufen sich ihre eigenen Organe, aber alle folgten dem organisatorischen Vorbild, das I. M. Wise ihnen gegeben hatte. Das College begann mit der geringen Zahl von 16 Schü« lern: in weiser Umsicht hatte der Leiter mit der untersten Borbcreitungsklasse begonnen. Jahr für Jahr eine neue Abteilung aufgebaut, bis es ihm schließlich vergönnt war. 1883 den ersten Kurs zu beendigen und die ersten Jünger «—als Rabbiner zu diplomieren. Einen tiefen Eindruck machte ldieseS Ereignis aus die gesamte amerikanische Jubenheit. moch 40 Jahre später schilderte einer dieser ersten Jünger Sie Stimmung „jenes seltenen Augenblicks von Ekstase, in dem die Herzen aller Teilnehmer sich zu überirdischen Empfindungen erhoben fühlten." Das College nahm eine stetige und mit dem ungeheuren Anwachsen der amerikanischen Jubenheit parallel gehende Entwicklung. e8 zählt gegenwärtig etwa 120 Studierende, deren Zahl der immer dringender werdenden Nachfrage der Gemeinden nicht genügt. Es war am Anfang nicht immer leicht, die geeigneten Lehrer zu finden. Immer wieder mutzten Gelehrte aus Europa berufen werden, -och es gelang, so ausgezeichnete Kräfte wie den Talmudisten Mielziner, den Historiker Deutsch und den Philosophen Reumark. um nur einige der Heimgegangenen z-u nennen, für die Anstalt zu gewinnen. Auf Wise. der 1900 im hohen Alter starb, folgte 1903 in der Leitung der Anstalt Kaufmann Köhler, ein ausgezeichneter Gelehrter und Wahrheitssucher. dem selbst seine Gegner ausgebreitetes Wissen, begeisternden Enthusiasmus und vornehme Persönlichkeit vachrühmen. Seit einigen Jahren lebt der jetzt 82iährige ehrwürdige Greis im wohlverdienten Ruhestand, sein Nachfolger. Dr. Julian Morgenstern hat das reiche Erbe übernommen und ist bestrebt, es würdig auszugestalten. Der Kampf anderer ähnlicher Anstalten um die Mittel zur Erhaltung blieb ibm erwart, und für besondere Ansgaben standen ihm reiche Spenden zur Verfügung. Die äußerliche Erscheinung des College ist eine überaus glänzende. Ursprünglich wurde der Unterricht in den Räumen zweier Synagogen erteilt, heute besitzt daS College ein ausgedehntes Gelände mit vier stattlichen Gebäuden für Unterricht, Internat und die sehr umfangreiche Bibliothek, hoch oben auf einem Hügel mit herrlicher Fernsicht gelegen. Der hiesige Ministerialdirektor Dr. Remme bereiste vor einiger Zeit die Vereinigten Staaten, um das dortige Universitulssystem zu studieren: mit den nachhaltigsten Eindruck empfing er von der prachtvollen Lage und den monumentalen Gebäuden des Hebrew Union College in Cincinnati. Ebenso großartig wie diese äußere Entwicklung ist die Stellung des College innerhalb der Gemeinden. Schreiber dieser Zeilen war 1623 Zeuge der enthusiastischen Ovation, mit der die von 2000 Delegierten besuchte Jubiläumstagung der Union of American Hebrew Congregations den Direktor des College empfmg. als er sich zu einem Rückblick über die Leistungen des Instituts erhob. Das war enr beredter Ausdruck dafür, wie fest das College im Bewußtsein der Gemeinden verwurzelt ist. zu wie tiefer Dankbarkeit sich die Gemeinden dem College, welches ihnen die geistigen Führer erzieht, verpflichtet fühlten. 254 Zöglinge der Anstalt wirken in allen Teilen der Vereinigten Staaten und nehmen teilweise eine führende Stellung im jüdischen Leben deS Landes ein. Das College hat nicht stillgestauden. es hat die Veränderung der Verhältnisse und die Forderungen der neueren Entwicklung! erkannt, es ist nicht bei dem starren Reformproaramm der achtziger Jahre stebengeblieben. sondern hat der veränderten Art religiösen Gefühls und Lebens Rechnung getragen. Es hat auch die Notwendigkeit erkannt, neben der Heranbildung von Rabbinern die von Religionslehrern auszunehmen: seit zwei Jahren unterhält eS in New Bork ein Lehrerseminar mit gegenwärtig mehr als 180 Schülern. Größere Schwierigkeiten machte die Erreichung eines weiteren Zieles, das von vornherein ins Auge gefaßt worden war. die Förderung rein wissenschaftlicher Studien. Ein Versuch, dem College eine Abteilung für semitische Philologie anzugliedern, hatte keinen rechten Erfolg. Hingegen bedeutet die Herausgabe eines wissenschaftlichen Jahrbuchs, des Hebrew Union College Annual, von dem bisher zwei Bände erschienen sind, einen wesentlichen Fortschritt — wie überhaupt das Streben der Anstalt daraus gerichtet ist. ohne Vernachlässigung der Abgaben für daS praktische Leben bie wisienschaftliche Forschung zu vertiefen. Es darf als ein bedeutender Fortschritt begrüßt werden, daß es in steigendem Maße in der Lage ist. Söhne des Landes und Zöglinge der eigenen Schule in die leitenden Stellungen zu berufen. So tritt das College mit einem befriedigenden Rückblick auf seine bisherige Tätigkeit und einem frohen Ausblick in die Zukunft in das zweite halbe Jahrhundert seines Daseins. Es ist eine der Grundsäulen des amerikanischen Judentums geworden und bei allen Veränderungen geblieben. Alle, denen die Zukunft des Judentums am Herzen liegt, werden ihm an seinem Jubeltage ihre herzlichen Sympathien zuwenden. eS mit dem aufrichtigen Wunsche begrüßen, daß es weiter blühe wachse und gedeihe, daß es „rüstig schreite von Kraft zu Kraft"! Ein internst. Anttsemitenkongreß in Budapest. In Budapest hat jüngst ein .^Ornithologe«"-Kongreß getagt, der durch eine bei wissenschaftlichen Diskussionen sonst nicht übliche Geheimtuerei auffiel. Die „sauberen Böge l". die sich dort gegenseitig präsentierten. entpuppten sich allerdings als — Nachttiere, die rein instinktiv das Tageslicht scheuen, so daß sie ihrer Gewohnheit. im Dunkeln zu munkeln, auch in jener Stadt treu blieben, wo ihre Bestrebungen auf die Lichtstrahlen einer Gnadensonne rechnen konnten. Denn es handelte sich um eine Ornithologie, die die Raubvögel mit den — Juden identifiziert, also um Jünger jener erhabenen Wissenschaft, die im Lande der „erwachenden" Magyaren von allen Fakultäten als der Weisheit letzter Schluß gelehrt und auch von den offiziellen Gewalthabern als solche anerkannt und propagiert wird. Es ist also nicht recht einzusehen, warum ein Kongreß ihrer Adepten gerade in Budapest heimlich Zusammentritt, nachdem ein solcher im März 1921 in Wien ganz offen getaqt hatte. Die Herren brauchten allerdings nicht den Terror zu fürchten, mit dem der herrschende „christliche" Kurs gegen alle Geheimgesellschaften vorgeht. Sie dürften sich auch in der Stille und Heimlichkeit, mit der sie sich diesmal zu umhüllen beliebten, ganz kannibalisch wohlgefühlt haben. Dafür sorgte wohl die sprichwörtliche magyarische Gastlichkeit, die zwar jüdische Geschäftsreisende ohne viel Federlesen ins Jenseits befördert. aber denen, die das einträgliche Geschäft der Judenhetze im Umherreisen betreiben, alle Freuden des Diesseits, über die der ungarische Globus verfügt, im reichlichsten Maße erschließt. Wenn man sich im Tanze mit den feurigen Magyarinnen wiegt, die vor einem Lustrum mit den Rotgardisten schlafen gegangen sind, seither aber mit den Weißgardisten „erwachen", dann ist wohl jene Stimmung allgemeiner Verbrüderung gegeben, in der die politische Diskussion höchstens Widersprüche der Logik, aber Gott behüte nicht solche einer Opposition auszulösen vermag. Einmütig braust vielmehr der Beifall gen Himmel, wenn christlich-; Priester die Rasse, der der Gründer und die ersten Apostel und Blutzeugen ihres Glaubens entsprossen sind, der eingeborenen sittlichen Inferiorität zeihen, wenn „nationalsozialistische" Abschreiber der Lehren von Karl Marx und Ferdinand Lassalle dem Judentum bie Fähigkeit absprechen, originell zu schassen, so daß eS auf die Ausbeutung der Schöpfungen anderer Rasten angewiesen ist, also ein kulturelles und wirtschaftliches Parasitenleben führt, und wenn in einer und derselben Sitzung die jüdische Arbeitsscheu angenagelt und der numsrus clausus als einziges Albwehrmittel gegen die mächtige jüdische Konkurrenz auf allen Arbeitsgebieten gefordert wird ... Man kennt ja die antisemitische Walze zur Genüge, auch wenn ihre Nutznießer es einmal aus unerfindlichen Gründen verziehen. sie unter Ausschluß der Oesfentlichkeit ableiern zn lasten. Da sich die Herren aber einmal zu solcher Geheimniskrämerei entschlossen haben, berührt es um so wunderlicher, daß sie gerade in bezug auf solche Dinge, die man sonst zutiefst in seinem Busen zu verschließen pflegt, eine ganz erstaunliche Offenheit an den Tag legten. So hat der rumänische Delegierte Cu za nach seiner Rückkehr in die Heimat die magyarischen Gastgeber als Dumm köpfe bezeichnet, die die antisemitischen Lehren für bare Münze nehmen, während es dock die anderen umgekehrt halten: sie nehmen bare Münze für die antisemitischen Lehren ... Daß der edle Rumäne mit seiner Auffassung nicht allein steht, geht schon daraus hervor, daß als Vertreter Oesterreichs am Vudapester Antisemitenkongreß just der Monorchistenführer Scbager-Eckartsau figurierte, der jüngst einem Wiener Mitarbeiter der „New Aork World" gegenüber gestanden hat. daß ihm der Antisemitismus nicht Selbstzweck, sondern nur ein Mittel ist. den Mob zu ködern ... Außer den Rumänen und Oesterreichern wohnten nur noch D e u t s ch b ö b m e n als auswärtige Gäste dem Kongreß bei. Ob gerade die Sudetendentfchen. die die ganze Welt mit dem Jammer über ihre Unterdrückung erfüllen, Anlaß zur Förderung einer Bewegung haben, die die Unterdrückung einer Minorität in allen Staaten zum Ziele hat. bleibe unerörtert. Es ist ia eine alte Erfahrung, daß man gegen den Antisemitismus und seine Träger mit logischen Argumenten am wenigsten ausrichtet. D r. H u g v S p i e g l e r. Vücherspenden preußischer Universitäten für die Jerusalemer Universität. Die Jüdische Telegraphen-Agentur war vor einiger Zeit in der Lage, mitzuteilen. daß der preußische Kultusminister Becker die preußischen Universitäten und die Staatsbibliothek ersucht hat, die laufenden Publikationen, sowie Werke aus allen Wissensgebieten der Jerusalemer ^Bibliothek zu übermitteln. Nunmehr ist, wie die ITA. erfahrt, eine große und sehr wertvolle Büchersammlung an die Jerusalemer Universitätsbibliothek abgegangcn. Ein jüdischer Athlet. Breitbart ist gestorben. Der starke Mann, der sein Leben dadurch fristete, daß er Nägel mit der Faust einschlug, hat durch einen rostigen Nagel, der ihm in den Fuß drang, das Leben eingebüßt. Das ist die Rache des Objekts. Des „Eisenkönigs" Schicksal war gewiß nicht typisch jüdisch, höchstens im symbolischen Sinne: der Jude trifft solange den Nagel auf den Kopf, bis er die Spitze -zu fühlen bekommt. Aber der bildliche Vergleich stimmt nicht ganz. Denn der intellektuelle Jude, der neue Gedankenwelten zimmert, zieht sich dadurch automatisch den Hatz derer z«. die aller Geistige instinktiv hasten unü diesem Instinkt das Mäntelchen politischer Vernnnftgründe umbängen. Solche Nibelungen — in des Wortes wörtlichster Bedeutung: „N e b e l w e s e n" — haben Einstein auf eine schwarze Liste gesetzt und Rathenau ermordet. Breitbart hat keinen Haß geerntet — nur Bewunderung. Wie Julius Cäsar fuhr er allabendlich im Triumphwagen unter Trompetenschall vor das versammelte Volk, das ihm mit ehrlicher .Begeisterung zujubelte. Kein Hakenkrenzler fühlte sich durch diese» Triumph beleidigt, kein antisemitisches Ohr hörte aus dem Trompetenschall den Fanfarenton jüdischer Weltbeherrschungsgelüste heraus. DaS machte. Breitbart hielt keine Vorlesungen: er brauchte seinen Mund für imponierendere Arbeit: er zerbiß Nägel. Hätte er sich seine Zähne an national-ökonomischen, literarischen oder physikalischen Problemen ausgebisten — die völkische Fehme hätte gegen ihn mobilisiert. Aber da er mit freier Hand Eisenreifen um Wagenräder bog. statt lyrische Rhythmen um Menschenherzen, stand er hoch über einem Hatz, der sich noch am Standbild des toten Heine auStobt. Vom jüdischen Freih«itA-ichter fühlen sich die deutschesten -er Deutschen durch eine Welt getrennt — dem Juden, der nicht symbolische, sondern wirkliche Ketten mit der Kraft seiner Muskel zerriß, flogen ihre jugendlichen Herzen zu ... Und doch war dieser Simson unser. Wohl hat er keine Säulen über den Feinden Judas znsammenstürzen lasten» aber er hat feurige Kohlen auf ihrem Haupt gesammelt. Breitbart ist arm gestorben. Das ist oft genug das Ende einer Künstlerlaufbahn. Künstler sind schlechte Rechner, auch Künstler der Körperkraft. Aber der jüdische Athlet hat nicht in eitler Sinneslust geschwelgt. Die Freude, die er sich mit seinem Reichtum erkaufte, war die. die ihm aus den Augen gesättigter Bettler, unterstützter Waisen entgegenleuchtete. DaS menschliche Elend machte diesen Starken schwach. Er war ein j ü ü i s ch e r Athlet ... Dr. H u g o S v t e g I c u Aus den Gemeinden Berlin. („O rt" . Konf erenz.) In der letzten Nummer unseres Blattes hatten wir eingehend über einen Presse-Empfana der Gesellschaft zur Förderung -es Handwerks und der Landwirtschaft unter den Juden berichtet. Am 15. M. fand im Hotel Kaiserhof eine ähnliche Konferenz vor einem größeren Kreise statt. Die Konferenz hatte den Zweck, mit den führenden Persönlichkeiten des deutschen Judentums die mit dem Wiederaufbau des jüdischen Wirtschaftslebens in den osteuropäischen Ländern zusammenhängenden Fragen zu erörtern. Gemäß einem Anträge des Herrn Justizrat Chodziesner wurde die folgende Resolution einmütig angenommen: . Auf Grund der Mitteilungen über die wirtschaftliche Lage der Juden in den Ländern des östlichen.Europa und über die Bestrebungen, die zu Grunde gerichteten jüdischen Masten in ihrem Streben nach Umstellung zu ernster und produktiver Arbeit auf dem Gebiete des Handwerks und der Landwirtschaft in ihrem Heimatsgebiet zu fördern, stellt die Versammlung fest. Latz die Arbeit des Verbandes „Ort" jede moralische und materielle Unterstützung auch aller jüdischen Kreise Deutschlands verdient. Die Versammlung wählt einen Ausschuß, der die Wege beraten und ebnen soll, um die Beteiligung Deutschlands an der Arbeit des jüdischen Wiederaufbaufonds in jeder nach Vage der deutschen wirtschaftlichen Verhältnisse möglichen Weise zu fördern. Berlin. (Die Sch ul Lnspektion.) Ein Problem, das die Berliner Gemeindehörde seit langer Zeit beschäftigt, nämlich die Einführung systematischer Schulinspektionen für das gesamte jüdische Religionsschulwesen, nähert sich sein« Lösung.' Nunmehr soll die gesamte bureaumäßige Organisationslertung dem bisherigen Referenten. Herrn RtzbeÄ Hirschfeld, der ans Lebenszeit als Referent für jüdische Schulfragen angestellt ist, überwiesen werden. Die eigentliche Schulinspektion sollen die Herren Rabbiner Dr. Baeck und Rabbiner Dr. Levn übernehmen. Es ist eine Einteilung in Aussicht genommen, etwa dahingehend, daß Herr Rabbiner Dr. Baeck in erster Linie die liberalen. Herr Rabbiner Dr. Arthur Levy die konservativen Schulen inspizieren soll. Berlin. (Amtsjubiläum des Direktors Gutmann.) In diesen Tagen begeht Herr Seminardirektor Dr. Gutimann, der Leiter der Knabenschule der Berliner Jüdischen Gemeinde das 25iährige Dienstjubiläum. Auf Wunsch des Jubilars wird von einer öffentlichen Frier vorerst Abstand genourimen werden. Deshalb sei hier nur in aller Kürze der Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß es dem Leiter der Berliner jüdischen Knabenschule noch recht lange vergönnt sein mag, erfolgreich zum Wochle der Allgemeinheit zu wirken. Direktor Tr. Gutmann gehört als liberaler Abgeordneter der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde und dem Preußischen Landesverbände jüdischer Gemeinden an. In beiden Gremien hat er stets mit Wärme und Energie die Interessen des religiösen modernen Judentums gefördert. »m-.■■nnwimi.n.. i in i i m >> -«mm«, Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin e. V. Bezirksgruppe O st e m Einladung zur Versammlung am Mittwoch, Len 28. Oktober 1925, abendkf 8 Uhr, in F ü r st e n b e r g s F e st s ä l e n . F r a n k s u r t e r Allee 2 (beim Warenhaus Tietz). Tagesordnung: , 1. Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Weyl: „Was ist libei rales Judentum?" 2. Aussprache. (Mehrere liberale Führer ergreifen das Wort.) 3. Konstituierung der Bezirksgruppe Osten. 4. Wahl des Vorstandes. 5. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen ist dringend erforderlich! Gäste sind herzlichst willkommen! neueste Modelle für kommende Saison JBTZTi BBRUNWiO' BAYRISCHER. PLATZ 6*

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