Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 5 (1925)
- Issue
- 33 (14.8.1925)
- Date
- 1925-08-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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r 1SHJB.75 MWÄmleZÄm Organ -er Vereinigung für das liberale Lu-enivm e. V. Bezngsprel» durch die Geschästrstelle V« jährlich M. 2L0 Etu-elnummer 0.20. Lei freier Zusendung i. Inland SLS §ür die Mitglieder der Vereinigung ist der Dezugaprei» :: :: u im Mtgliedsdeitrage eulhaüen. :: « r: Chefredakteur: Dipl.-Ing. Bruno Doydn. SWWNNWISWMSSSSSSSSSWWWSWWWSWWWW vis „Jüdisch-nverols Iottung erscheint jeden Srettag. Nvdaktton u. SeschüttssleNe: verlin S>V, XVilheimflr. 147. »•rnruf: Amt Lützow llr. 9160-61 PoftfAMhliotit«: v«rUn nWT nr.iS70d« (V»f Iwlgwnfl fflr da» liberal» Iudantam NaO|brndi fflfntllct>»r Origlnat-voitrN»» nur mit vorb»rl««r 0»n»hmlaana dar Rft&aktibn »«ftattat. Anzeigenpreise: Die 12gef»alte«e Nom»a 0-lS Goldmark, die Beklamezetle 3.00 Goldi :: z r: Wiederholungen Rabatt. Anzeigenanuah««: .Mdifch-liberale bnseraleuadteilung: Berlin SD 48. Dilhelmsl (Lützow: 9160-61). sowie fämtl. AtmouceuExp Nr. SS Berlin. 14. August 1925 m Der Abfall vom Judentum. Die Flucht in das Nichts. Uutheoloprsche Betrachtung eines Laie« zur Lüfallbeweguua. Bon Brnjamin Segel. Bon Zeit zu Zeit werden die Völker von unheimlichen Seelenktankheiten geschüttelt. Eine Unruhe erfaßt sie. und sie verlieren das Gleichgewicht. Daß dieses grauenhafte Völkermorden, das wir überstanden. aber noch lange, lange nicht überwunden haben, wie immer es auch ausgehen würde, die Menschen. Sieger wie Besiegte, in einen Taumel der Besinnungslosigkeit versetzen müßte, sagten Einsichtige voraus. Aber die Zahl derer, die im Krieg ein ..Stahlbad" für die Menschheit sahen, aus dem sie gestärkt und veredelt hervor« gehen, einen Duell der Verjüngung, aus dem eine unendliche Fülle des Segens aufsprudeln und sich über die Welt ergießen würde — war größer, und sie war lauter und verwegener im Verkünden ihres Evangeliums. Das waren alles Nutznießer des Krieges, die von ihm Macht und Ruhm. Reichtum und Einfluß erwarteten. Sie versprachen der Welt einen gewaltigen religiösen Aufschwung. Die Religiosität schien in den ersten Phasen des Krieges auch wirklich neu zu erwachen, und seichte Optimisten jubelten, als sich die Gotteshäuser wieder füllten, und die Gläubigen sich lauschend um die Prediger scharten. Der Schein trog. Es war nicht die gesunde, natürliche Religiosität, die in freudvollen Herzen wächst und sich als Dankgobet zu Gott erhebt und sich inguten Werken verwirklicht, um die Göschövfe Gottes zu beglücken. GS war eine aus Angst und Todesfurcht und Verzweiflung geborene Religiosität: ihrem Herdentrieb folgend, drängten sich die von dem plötzlichen Ausbruch betäubten und überwältigten Menschen dickster aneinander und ließen sich willig' von den sanften und ergreifenden Gesängen und Melodien berauschen, die in einem so wohltuenden Gegensatz standen zu dem wüsten Donnern und Krachen da draußen, zu dem markerschütternden Stöhnen und Wehklagen von Millionen Gefallener, die aus den Schlachtfeldern ringsum in Todes- Lngsten verröchelten oder in wahnsinnigen Schmerzen mit dem Tode rangen. Diese Religiosität kitzelte sozusagen die Haut, die obersten Schichten der Seele, drang aber nicht tiefer hinein und verwitterte, sobald die ewia elastische Menschennatur sich an das Grauenvolle einiäermaßen gewöhnt. sich mit ihm abgefunden batte. Religion und Moral hüben infolge dieses Krieges in gleichem Maße Schädigungen erlitten, von denen die Knlinrmenschheit sich nicht sobald wieder erholen wird. Die vor dem Kriege stark angowachscne AuStrittsbewegung aus den Landeskirchen in Deutschland erfuhr zwar in den ersten Kriegszeiten eine starke Eindämmung. aber die Freude der kirchlichen Kreise dauerte nicht lange, denn -ie ÄuZtritlsbcweguna schwoll alSbald wieder an. und was noch schlimmer ist. eine religiöse Apathie und Gleichgültigkeit griff ein. die viel verhängnisvoller, für das Gedeihen und die Fortentwicklung der religiösen Kultur gefährlicher ist, als der Maffenaustritt, denn dieser ist der Ausdruck eines Widerspruchs, einer Unzufriedenheeit mit -er Religion, -er Austretende will bekunden, daß er zur Religion soder zur Kirche) ein negatives Verhältnis hat. Der Ausgetretene hat Protest erhoben, er ist mit Religion oder Kirche entzweit, er kann sich mit der Religion oder Kirche wieder aussöhnen. Der Gleichgültige dagegen bat gar kein Verhältnis mehr zur Religion, ste ist für ihn tot. in ihm ist jede religiöse Regung gestorben. Und eS ist nicht zu leugnen, daß die durch den Kriea herbeigestihrte Verwilderung des GemütSlebeus auch auf diesem Gebiete in einer trostlosen Oede zutage tritt. Von diesem Gesichtspunkt aus mutz man die Austrittsbewegung aus dem Judentum betrachten, die in den letzten Jahren so stark um sich gegriffen hat. Sie ist nur als eine Folge der noch immer andauernden Kriegspsychose. des zerrütteten und unterwühlteu moralischen Bewußtseins erklärlich. Lange vor dem Kriege gab e8 eine Abfallbeweguna vom Judentum, doch war ste bei weitem nicht io umfangreich wie die jetzige und unterschied sich von ihr in den Motiven und in den Zielen. . Mit dem Austritt aus der christlichen Kirche darf der Austritt auS dem Judentum überhaupt in keine Analogie gestellt «erden. Wer aus der christlichen Kirche austrat, erreichte damit niemals eisten materiellen Gewinn .eine Verbesserung seiner sozialen oder gesellschaftlichen Stellung, entging nie einem Druck oder einer Verfolgung. Umgekehrt, in neun von zehn Fällen brachte er ein großes Opfer, erschwerte oder versperrte sich den Zutritt zu höheren Aemtcrn. zum OffizierSrang, oder auch, er verdarb seinen Kindern die Karriere. Die Kirche war wohl berechtigt, in jedem Austritt eine Verirrung zu erblicken, und niemand konnte es ihr verübeln, daß sie diesen Schritt verdammte. Aber sie konnte der Verirrung, die sie verdammte, nie unedle Motive unterschieben. Der Austritt aus der Kirche war der Ausdruck eines Protestes gegen den Dogmenzwang, gegen die kirchliche Organisation, gegen das Verhalten der kirchlichen Funktionäre zu bestimmten politischen Richtungen. Masienaustritte wurden dadurch herveigeführt. daß in den Reiben des Proletariats die Uoverzeuguna auskam. die Kirche sei kapitalistisch orientiert. ibre Repräsentanten dielten eS mit den Ausbeutern gegen die Ausgebeuteten, die Religion vertröste die letzteren «mf ein himmlisches Paradies, um sie vom Kampf gegen das irdische Glend abzulenken, verhindere die sozialen Reformen. Mit dem Austritt a«S dem Judentum verhält eS sich gerabe umgekehrt. Bo» einem Dogmermva« ist bei uns 5. Jahrgang «W Das Jubiläum der Amsterdamer Synagoge. Am 2. August wurde in Amsterdam die Feier des 250jährigen Bestehens der portugiesischen Synagoge begangen. Sämtliche Inden Amsterdams und zahlreiche nichtjüdische Kreise beteiligten sich an der Festlichkeit. Die holländische Preffe widmete diesem Ereignis Festartikel. Die berühmte Amsterdamer portugiesische Synagoge wurde am 21. Ab 5435 (2. August 1675) emgeweiht. Noch heute bewahrt die Synagoge dar äußere Bild und die Gebräuche aus der Zeit ihrer Gründung. Alle Beamten, vom Oberrabbiner bis zum Tempeldiener, tragen die historischen Dreieck-Hüte, Talar und kurze Beinkleider. Sie bildet eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten Amsterdams. — Der 250ährigen Bestandesfeier wohnten u. a. der Ministerpräsident Hollands, der Vizepräsident des KronrateS. ein Vertreter der Königin, der Bürgermeister von Amsterdam, der portugiesische Konsul, zahlreiche Oberrabbiner und Vertreter iüdicher Gemeinden, auch Vertreter der jüdischen Gemeinden in Lissabon und Madrid bei. Beim Einzug mit den Thora- Rollen wurde an der Spitze jene Thora getragen, die die Inden bei ihrer Flucht aus Spanien vor mehr als 400 Jahren mit sich gebracht hatten. Diese Thora-Rolle war . in ihr ursprüngliches Mäntelchen, stn welchem sie feinerz-oit gerettet worden war» gehüllt. Der schimpfende Lehramtskandidat. Im Gymnasium in Lörach hat sich bei einer ReichSverfaffungsgedächtnisfeier in der Oberprima ein junger Lehramtsreferendar unglaubliche Entgleisungen zuschulden kommen lassen. Er äußerte u. a., die ganze Verfassung sei ein Schieber- und Juden- Machwerk. Allein der Name Erzberger -- „dieser Schuft, man kennt ihn ja" — bekunde dies zur Genüge. Die Reichsfarben seien Schwarz-Weitz-Rot. Die Farben Schwarz-Rot-Gelb seien „in Paris geboren". Daraufhin fragte der Abg. Foehr lZentrmn) im badischen Landtag an. was die Negierung getan habe, um solcher politischen Verhetzung im Schulunterricht zu begegnen. Nach der Antwort, die der badische Kultusminister Dr. Hellpach auf Anfrage erteilte, hatte der LehramtSreferenbar Buchenmüller auf Anordnung des stellvertretenden Direktors am Vormittag des 31. Juli d. I. der Verfassung zu gedenken. Anstatt nun den Schülern in würdiger f orm die Bedeutung der Weimarer Verfassung darzulegen, enützte der Lehcamtsreferendar die Gelegenheit, um sich in verletzender Weise über die Verfassung und einen Teil der Männer, die an dem Werk mitgearbeitet haben, zu äußern. Zwei Schüler der Oberprima baten währender Ansprache den Lehrer, aus der Klasse hinausgehen zu dürfen, weil sie sich in ihren Gefühlen verletzt fühlten. Am Nachmittag des 31. Juli wurde daS Vorkommnis von Realschuldirektor Lvos-Lörrach dem Gymnasialreferenten telephonisch mitgeteilt. Daraufhin wurde noch am Abend des gleichen Tages die sofortige Enthebung deS Lehramtsreferendars Buchenmüller von seiner Stellung am Gymnasium in Lörrach verfügt, sowie seine Streichung in der Liste der badischen Lehramtsreferendare. Die Angelegenheit selbst ist dem Generalstaatsanwalt zur weiteren Amtsbehandluna übergeben worden. Palästina, das «freieste" Land der Wett. In der Sitzung des Unterhauses am 3. August richtete Sir F. Sandevson an den Kolonienminister die Frage, ob ihm bekannt sei. daß die Palästina-Regierung eine Verordnung erlassen hat. laut welcher dem jüdischen Einwanderungs-Oberbeamten die Vollmacht qegeben ist, alle diejenigen Personen, die sich der zionistischen Politk widecsetzen, von der Einreise in Palästina fernzuhalten und diejenigen Zionistengegner. die das palästinensische Bürgerrecht nicht besitzen und in Palästina selbst antizionistische Propaganda betreiben, auS dem Lande auszuweisen. Sir F. Sandecson fragte weiter, was der Minister gegen die Praxis zu tun gedenke. Der Minister für die Kolonieen. Mr. Amern. erwiderte: Die Verordnung wurde nach meinen Instruktionen abgefaßt und mit meiner Billigung veröffentlicht. Ich muß gegen die Jnsinnation, als ob der gegenwärtig« EinwanderungS-Oberbeamte als Jude die ihm gegebene Vollmacht anders alS im Sinne der ihm von dem Oberkommiffar und von der britischen Regierung erteilten Instruktionen ausübt. protestieren. Im übrigen hat nicht der JmmigrationS- Oberbeamte, sondern der Oberkommissac oder die von diesem autorisierten Beamten über Ausweisungen zu entscheiden. Werbt neue Mitglieder! nicht die Rebe, von der 'orthodoxesten kbtr zur radikalste» GlmrbenSmeinung finden all« im Rvihmen des jüdischen Bekenntnisses Matz. Wer mit der „kirchlichen" Organisation seiner Gemeinde unzufrieden ist. kann sich getrost einer anderen Gemeinde anfchlietzen, eine eigene Gemeinde gründen: er kann gegen die bestehende Gemeindeoraanisation ankämpfen, eS ist kein Hochverrat und nicht staatsgefährlich, gegen unsere Gemeindeorganisationen sich arvfzulehnen. Das kostet niemandem Sen Kopf. Gs ist auch schwer zu behaupten, daß die Mische Kirche" und ihre Diener im Dienste der «recckti>o«üren Politik oder der kapitalistcschen Gesellschaftsordnung stehe. Sie hat im Staate so wenig zu sagen, daß die politischen und sozialen Mächte ihrer Stütze ganz gut entraten können. Der Gedanke jedoch, daß etwa em sortschritt- >lich Gesinnter es im Judentum nicht aushalten könne, weil die Lehren der jüdischen Religion in sozialer und politischer Hinsicht reaktionär und arbeiterfeindlich seien, dagegen die Besitzenden und die Machthaber bevorzugen, das Kapital am Kosten der Arbeit begünstigen — dieser Gedanke «st so -skurril, daß bisher noch kein Abtrünniger gewagt bat. seinen Schritt mit diesem Vorwand zu bemänteln. Daß aberiemand üen Abfall vollzieht, well ferne philosophische lleberzeugung das Judentum innerlich überwunden habe, wirb niemandem einleuchten. Gerade bie Männer unter uns, die in Philosophie und Wissenschaft eine« seür hohen Rang eingenommen haben, sind dem Judentum mit allen Fasern ihres Herzens treu geblieben, viele unter Mnen haben mit der ganzen Kraft ihres Geistes Mr die Befestigung. Erhöhung und Verteidigung der jüdischen Lehre aekamvft. Die Abtrünnigen rekrutieren sich >)u W Prrge^ aus den Kreisen derer. Sie von Philosophie iM Wissenschaft himmelweit eutfetnt Mb. Die Motive des- MfallSvom Judeutm» liege» überhaupt jenseits von allem GeiMen. Sie sind in der! Sphäre des persönlichen Egoismus, der Nützlichkeitsrechnung zu suchen. In den weitaus «eisten Men brachte der Austritt aus dem Judentum große, versünliche Vorteile mit sich: Zutritt zu gutbezahlten A-emtern. Eintritt in sogenannte höhere Gesellschaftskreise. wo man Einfluß und äußere Ebrew ernten kann. Mer auch in Fällen, wo solche positiven Vorteile nicht in Betracht kamen, war schon allein die Tatsache, daß man den Ballast des Judentums abschüttele. Mr niedrige nur aus ihren persönlichen Nutzen und ihre Beauemlrchkeit bedachte Naturen verlockengenug, um ste «mm Abfall zu bewegen. Bringt eS auch nicht immer Nutze«, NichtMe zu sein, so ist es doch immer nützlich un angenehm, kein Jude zu sein. Dann ist man -i>e ewige Hetze los. die stets und überall hinter -em Juden her ist. Man braucht nicht das Damoklesschwert zu fürchten, welches dauernd über den Köpfen der Juden bald höher, bald tiefer bängt und niederzufqusen droht. Man brauchte sich z. B. die Pogrome, die in den ersten Jahren nach dem Kriege in halb Europa wüteten, und Zehntausende bluttger Opfer forderten, nicht sonderlich zu Herzen zu nehmen, man kan« solchen Erscheinungen als unbeteiligter Zuschauer kühl gegenüber stehen, mit jener kopfschüttelnden, verschwommenen Teilnahme, mit der man von den Verfolgungen der Nvger in den Vereinigten Staaten oder der hindostanrfchen Völkerschaften vernimmt. Ueber die Beschiuwstrvgen und Verleumdungen des Judentums braucht man sich nicht aufzuregen, ebensowenig Mer die Bedrohung der Gleichberechtigung, denn das alles betrifft ia eine Menschensorte, die eine« nichst angeht, mit der man in keiner Weife zu sammenhängt. Wenn Paris eine Messe wert war. so ist das alles sogar zwei Messen wert. Alle diese ganz unten in den niederen Regionen des moralischen Bewußtseins sich abwickelnden Prozesse waren vyr dem Kriea und wäbrenö des Krieg-es die treibenden Kräfte der Flucht auS dem Judentum Der Wea Mhrte in 99 von 100 Fällen direkt in Sen Schoß der herrschenden Religion, die die besten Ehancen bot. Nur wenige machten aus einer gewissen Scham oder Unentschlossenheit das neutrale Zwischenstadium des DiWdententums oder der Konfessionslosigkeit durch, und überließen den letzten Schritt und — den vollen Nutzen der zweiten Generation. In der allerjüngsten Zeit sind zu üen obgedachten Motiven zwei neue von gleichem sittlichen Wert hinzugekommev: die unglaubliche Erleichterung des Austritts, die einer förmlichen Aufforderung gleichkommt, und die Aussicht, daß fortab im bürgerlichen Leben die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft nicht nur nicht mehr förderlich, sondern vielleicht hinderlich sein werde. Es gehört zu den zahlreichen, einem unsachlichen und unpsychologischen Doktrinarismus entspringenden Mißgriffen des neuen Regimes, daß es auf die Lockerung der bestehenden sozialen und natürlichen Verbände hinarbeitet, anstatt sich mit deren lebendiger Kraft zu verbinden und dadurch das HeraufMhren einer neuen Epoche zu erleichtern. Die AMösuna der Kirchen und Religionsgemeinschaften muß also gefövdert werden. Die Formalitäten wurden enorm erleichtert und die geMlichen Verpflichtungen auf ei« Minimum herabgesetzt. (Aehnliches ist in Deutschösterreich eingeMhrt worden.) Seither steigt die Flut der AuStretenden immer höher, und wer in den Blättern deren Namen lieft, die ganze Kolvnnen füllen, den beschleicht Bangigkeit. Nun darf man die Sache allerdings nicht übertreibtz«.- Verglichen mtt der Zahl der Austritte aus den christliche» Kirchen ist die AM der abtrünnigen Jude« noch immer ein verschwindendes Minimum, besonders, wenn man die oben dargvlegten Anreize zum Abfall berücksichtigt, bene« in ö.en christlichen Kirche» ebenso viele Hindernisse ^egenüberstehen.