Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 5 (1925)
- Issue
- 27 (3.7.1925)
- Date
- 1925-07-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Mid Seminare solange Me$e Gesetz» EPche«, würde ich dagegen fi-vmüen, -atz wir Anstalten, gtachiMg ans welchem Stemopmckl fie stehe«. Telgeven von seLe» --er preußischen Iudenheit, die gsgen die Reichsversiosi«« »O«chpr«chen mb öte auf Qtaub eines Bruchs -er Beichsverfchstma geschaffen sind. Ich Hab« deshalb natürlich ke^ne Simvemdvirm» gegen «ine oimnattige Lntrrstützmig, «ine -solche vis znm Ichee M6. Aber ich bitte von vornhereLn fvsizusteüm. -atz es nicht angeht, -ah gegen im ReSchsvtttassrma gerichtete Anstalten hob uns weiter unterstützt werden. Drittms mochte Ich bemerke«, -vH jede Anstatt, die den Anspmch erhebt, von «vs unterstützt, stchventioniert oder anerkaamt zu werde«, auch -er Kontrolle «w -er Aufsicht -es Verbandes -er preußischen Sy«agogenge«ei»den sich unterstellen.muß. Dabei könnten selbstverständlich die kovservativen Anstalten einem konservativen Ausschvh und die WerÄen Anstatten einem liberalen .Ausschuß unterstellt werden. Aber es geht nicht an, daß Anstalten bestehen, die sich vollständig jeder Kontrolle entziehen. Unsere Kontrolle muß ergeben, ob die Anstalten denjenigen Grundsätzen entsprechen, die sowohl bas Judentum als auch der Staat für die Lehrerbildung au»s»«chen. Rechtsa«watt De. Horowlh, Frankfurt a. M. (kons.j, bittet, den Titel 3 bestehen -u lassen, wie er vom Haushaltsausschuß vor» geschlagen ist. Irgendwelche Bezugnahme darauf, daß nur für dieses Jahr etwas bevÄUgt werden soll, sind ganz unnötig, weil wir im nächsten Jahr von neuem bewilligen müssen. Wir stich aber der Ansicht, daß wir nicht päpstlicher sein dürfen als der preußische Staat. Wenn eine Lehrerbirdungsa nstalt existiert, und ste sollte nach der Aeichsverfasiumg nacht existieren, so werden wir trotzdem Mittel bewilligen. Eine Kontrolle, Prüfung und Aufsicht i%!r die Institute, die wir subventionieren, können wir nicht in Anspruch nehmen. Offenbare Mlhstände könnten vielleicht mit irgendeiner Klausel bei der Neubewilligung zur Sprache gebracht werde«. Aber nur Subventionen umter der Bedingung zu geben, daß uns ein Kontroll- und Aussichtsrecht zusteht, einen derartigem Standpunkt können wir nicht teilen. Zum Kapitel 8 „Biidungsansialbeu zur Heranbildung von Lehrern, Kantoren und Gemeind ebeamten ergreift Semlnardlrektor Dr. Gmttmann (lib.) das Wort: Er führt u. a. aus, daß er Kapitel 8 tm augenblicklichen Etat für das wichtigste halte, denn man könne sich nicht «mf die Abiturienten beschränken, die in Köln und Würzburg ausgebildet werden. Köln werde jetzt noch von 13 Schülern besucht, in Würz, bürg sei die Zahl der Schüler zwar sehr viel größer, aber es sei fraglich, ob die Zöglinge des Würzburger Seminars, soweit es sich um Volksschuüehrer handelt, für' uns in Betracht kommen. Es sei ja zu befürchten, daß die Lehrerprüfung, die in Würzbung abgeschlossen wird, in Preußen keine Geltung hat. Daß die Lehrerbildung vom Staate übernommen werden muß, soweit es sich um Volksschullehrer handelt, ist eine Selbstverständlichkett. Es wird uns nicht möglich sein, pädagogische Hochschulen zu gründen, denn dazu fehlen die Mittel. Es hat aber keinen großen Zweck, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, solang« im allgemetneu Bestimmungen über die Lehrerbildung durch die Negierung noch nicht herausgegeben worden sind. Die Gemeinden kommen schon seht -in große Schwierigkeiten, well -es ihnen an Lehrern und K-Altnsbeamten fehlt. Es ist zu erwägen, ob nicht sofort Einrichtungen geschaffen werden müssen, die von derjenigen benutzt werden, die sich für das Amt eines Kantors und Äsfig-ionSlehrers ousbilden sollen. Welche Vorbildung sollen diejenigen habe«, die das Amt eines Kantors und N-eligionslehrers übernehmen wollen? Es geht nicht an, die ReLlgionSschullehver- und VMSschullehrerbiltmng so zu vereinigen, wie daS bisher der Fall war. Die Anforderungen an den Religionslehrer und Kultusbeamten sind immer hichere «worden. Es wird der Fall sein, daß an einer rabbinerlosen Gemeinde der Lehrer und Kantor als Ersatz fungiert. An «inen solchen Mann können tu wissenschaMcher Beztehung gar nicht genug Anforderungen grfieiltt wervem.' Es ist «r vorr geworfen, daß meine Forderungen zu hoch gegrisstm Men. Wer Mr dt« tatsächliche Lage wird diese Behauptung .nicht aufrecht «challen werden können. Es kam von einem, der den RaLdimer vollständig ersehen muß, nicht genug-Vorbildung verlangt werdm. Ss handelt sich darum, Anstalten eÄtzurichten, m denen die erfovderviche Bildung den jungen'Leuten gegeben wird. Vorläufig yondett es sich -nicht darum, ob der ^RÄigtonSlehrer auch gleichzeitig VolkSschullehrer fein soll. ES fragt sich -mm, soll von den- Wenigen, -dir diese Anstalt besuchen sollen, genau so wie von dem Mnstigen Volksschullehrern das Abiturientenexanren verlangt werden? Die Lehrerschaft steht durchweg auf dem Standpunkt, daß auch die wifsenschaftl-icye Vorbildung der VolkSschullehrer von den ReligionÄchrern erreicht werden muh. Die Bedenken hiergegen sind mir bekannt. Man sogt sich, -atz der jüdische Abiturient nicht^Religionslehrer oder Kantor, sonö-eru Rabbiner oder Mediziner werde. Dieses Be-denken büsteht auch bei mir. Das darf den Versuch aber nicht hindern. Es müßte allerdings dann die Besoldung so sein, daß sie für einen jungen Menschen e-in-en Reiz bildet, sich diesem Fach zu widmen. Einen Vorteil würden diese jungen Menschen doch dadurch haben, daß sie nicht ein sechs-, sieben- oder achtjähriges Studium zu absolvieren haben, sondern daß drei Jahre ausreichend sein würden. Die Kürze der Zeit dürfte doch -für manche ausschlaggebend -sein. Ich glaube doch, daß hi-er in der Versairnmlung die Frage einmal im Prinzip entschieden werden mutz. In -einer Auseinandersetzung unseres Gemeindevorstandes wmÄe zunächst die Sekrmdaveife verlangt. Es ist dem aber v-iel wi§ersiprochen worden, und wir haben uns. im Schulausschuß veranlaßt gesehen, das Abiinri-mn zu verlangen.?lber es ist sehr fraglich, ov junge Leute bei dieser Lage ge-moilnen werden. Man kann sich aber nicht dazu verstehen, daß die Bildung des Religionslehrers herabgesetzt wird, denn der ReliglonÄehrer muß der Träger des religiösen Lebens innerhalb vieler Gemeinden (ein. Iustizrat Dr. Hirschberg (Kons.): Wir werden noch Gelegenheit haben, darüber zu sprechen, aus welchen Kreisen wir die Kantoren gewinnen. Es -ist aber ganz zweifellos, d-aß das Material für die Kantoren, und zwar nahezu ausschließllch, aus dem Auslande zpfließt. Aus diesem Grunde ist der für die Bi-ldu-ngsa-nstalten zur Heranbildung von Lehrern, Kantoren und Schächtern -eingesetzte Betrag von 36000 M. viel zu niedrig. Ich bitte um Erhöhung auf ungefähr 60 000 M., damit nur das Notwendigste A-ach -dieser Richfung geschieht. Rabbiner Dr. Freund (Kons.): Ach muh mich gegen die Vorschläge des Herrn Direktor Dr. Guttmairn wenden, nicht darum, weil ich die Bildung der Religion sichrer Md Kantoren damit herabsetzen will, sondern weil ich der Ansicht bin, daß die Bedenken, die Herr Guttmann leider beiseite geschoben hat, so schwerwiegend sind, daß man daran feschalten muß. Verlangen wir für den KmtuSdeamten das Abiturium, so werden wir inzchn Jahren überhaupt keinen Kultusbramten mehr vorfinden. Wenn jemand die Möglichkeit hat, auf Grund seiner Vorbildung durch ein paar Semester weiter zu studieren, warum sollte *er es nicht tun? Wir haben die Aufgabe und die Pflicht, den KultusbeamtenstanL und -den Schächter möglichst groß und achtunggebietend hinzustellen. Wiener, Beuthen (Iüd. Volksparkei): Auch im Namen meiner Freunde von der Jüdischen Volksparkei will ich der besonderen Freude Ausdruck geben, daß es bei den Verhandlungen des Landesverbandes gelungen isi, für die Materie des Lehrevstandes und der Ausbildung des Leyrerstand-rS erhebliche Millol bewilligen zu können. Es hat die Möglichkeit bestanden, in Preußen mit einem Schlage 80 jüdische Studienräte ins Amt zu bringen, wenn sie jüdischen Religionsunterricht hätten erteilen können, aber wir haben -sie nicht gehabt. Das bedeutet für die Jungen des jüdischen Lebens in allen Teilen Preußens ein Manko. Auch wir fordern eine ausreichende Allgemeinbildung, aber wir müssen es avl-eh-en, dieses starke BUdungsmah den Lehrern der jüdischen Religion arffzuerlegen. (Äsawssafffa Stelle bes Havcha«» fpfcaett sich der schwere Kampf, de« di« Synagogenaemeinden zu führen haben, so deutlich wieder wie an dieser GM», wo es sich ttÄbejpodere am die StawtsbÄhAfen Hande«. Alle vuseve schonen Befchlüsse fallen ins Cem, wenn «S ans nicht geftnflt die Mittel zur Ausführung dieser Beschlüsse Mr Verfügung zu stelle«. Der Redner teilte dann mit, daß er. Äs er in einer Sitzung des preußischen Landtages den damaligen volkSporteMcheu Fmanymtaister von Richter um Aufklärung erfachte, weshalb dem» ein Unterschied zwischen -en jüdischen Steuerzahlern, die doch auch Mr UntechÄtuüg der evangelische« Md katholische« Kirchen herangezogen werden, gemacht werde, dieser chm sagte, es wäre «tn Göbot der Gerechtigkeit, die Synagoaengemeinoen ln derseSben Weife zu unterstützen wie die Kirchen, wenn diese wirklich MskmgSschwoch wären. Stelle es sich aber heraus, daß die Synogogeugemeinde« leistungsfähiger seien als die christlichen Kirchengemrinden. so würde es sich nicht mehr um ein Gebot der Gerechtigkeit handÄu. Sie sehe«, es heißt immer, die Juden haben ja doch das Gäd, es muh hier einmal gesagt werden, daß es viÄÄcht geroisi« reich« jüdische Persönlichkerten gibt, daß aber gerade die finanziell potenten Kreise ihren Derpflichtunge-n gegenüber der Allgemeinheit nicht immer tn drr Weise Nachkommen, wie «s in der christlichen OeffenMchK-eit vielleicht angenommen wird. Der Redner schildert in ausführlicher Weise die Haltung der sozialdemokratischen Partei bei den Ber- Handlungen im PrMßischen Landtag bezüglich der staatlichen Unterstützung der Synagogengemeinden. Wenn die Sozialdemokratie auch grun-sählich gegen jede Beihilfe von ReligionSges-ellschaften s-ri Md den Standpunkt vertrete, daß die Trennung von Staat und Kirche praktisch du-rchgeführt werden müfle, so habe fic sich doch aus Gründen der Gerechtigkeit für die Beihilfe der Synagogengemeinden eingesetzt, Äs Beträge für die anderen Kirchen bewilligt wurden. Der Redner stellte dann die jetzige Behandlung der Itonisteu der Behandlung der Sozialdemokratie im alten Staate gegenüber. So wie man noch vor il Zähren die Sozialdemokraten vaterlanüslos« Gesellen nannte, so würden die Liberalen, beeinflußt von Naumannschen Gedanken, den Zionisten dasselbe bezüglich ihrer Arbeit im LanLesverbande vorwerfen. Die Liberalem würden Herrn Dr. Naumann wie einen Freund behandeln, den man „nicht Unter den Linden grüßt". Cs gibt, sagte er zum Schluß, zwei Kategorien von Juden, die sich ihres Judentums bewußt geword-rn sind. Die einen sind die Zionisten, die anderen sind die Nochnichtzionisten. (Lebh. Beifall lurks.) Vizepräsident Dr. Kollenscher wendet sich gegen die Kundgebungen, die während der Rede des Abg. Badt von der Tribüne gefallen sind. Zur Geschäftsordnung bemerkte Abg. Wertheim M.), daß Herr Dr. Badt die ihm gewährtr längere Redezeit» -damit er wichtiges Material aus se-mer Praxis im Landtage vorbrmg-e, zu einer sozialistisch-zionistischen Agitationsrede mißbraucht habe. Dr. Ismar Freund erkennt die wertvolle Hilfe an, die bei den sehr mühf-elioen Arbeiten des Landesverbandes zur Erhaltung und Durchführung der iSiaatsbeihNfen Herr Dr. Dadt geleistet hat. Aber di« politische Hllfe ist in dankenswertem Weise von den verschied-rnften Parteien geleistet worden. Präsident Sonnenfeld: Wir kommen zur Abstimmung. Ich schlage Ihnen vor, zunächst eine Sonderadsti>mmunig, dann eine Gesamtabstimmung vorzun-chmen. Anträge tn bezug auf Mernmäßige Aendervng der Etatpositionen liegen nur in ein-em Falle vor und zwar im Kap. 8 deS gedruckten, Kap. 6 des vom Haushaltsausschuß vorgelegten Entwurfes. Dort ist beantragt worden, außer den Ängesetzten Positionen noch 2S 000 M. zu bewillige« zur Errichtung einer Kautorenschule und zur AusbÄdrmg von Schächtern. Durch diese» Antrag würde die Position im Kap. 6 des tzaushaltsetats von 46000 auf 70 000 M. erhöbt werden Der Antrag hat die satzungsmäßige Zahl von Unterschriften gefunden. Ich bitte um Ihr« Abstinrimmg darüber. Der Antrag wird angenommen. Me anderen Etatsposttronen werden in der Einzelabstimmung auch angenommen. — Ebenso wiyh der Gesamtetat mit dem AusschuhSnoerungen angenommen. Präsident Sonnenfeld: Es lleg-en nun «och eine Anzahl von Resolutionen zum Etat vor, über die wir abzustimmen haben werden. Zunächst ist da eine, tn der es heißt: „Der Preußisch« Landesverband jüdischer Gemeinden spricht den Wunsch auS, es möge dem Zufammenlchluß der preußischen Ge-meinden -in möglichst naher Zeit eine gemeinsame Organisation ver jüdische« Gemeinden aller deutsche« Lande folgen. Er bittet den Rat» alle zum Zwecke dieser Aeichsorganisation erforde-rlichen Schritt« ungesäumt zu unternehmen." Diese Entschlleßung wurde einstimmig angenommeu. Dem Rat überwiesen wurde folgender Antrag: ,L)ie Vorbedingung für die Aufnahme in die Anstalten zur Ausbildung von Religionslehrern usw. -ist die Ablegung der Reifeprüfung an einer neunklasfigen höhere« Schule." Dem AntsrrichtSausschuß und dem Aal wurde folgende Resolution als Material Überwiesen: ,F)«r Derbaudstag wolle beschließen, der Landesverband möge die im Eingehen befindlichen jüdischen Schulen in Stadt und Land nach allen Kräften unterstützen und erhalten." Unter lebhaftem Beifall wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: „Der Verbandstag des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden wolle beschließen: Der Verbandstag ersucht den Rat, durch Verhandlungen mit der Preußischen Staatsregierung und den Parteien des Preußischen Landtags dahin zu wirken, d-oß im Haushalt des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, wie es 1023 b«reits geschehen ist, auch jetzt wieder bei Kapitel „Dauernde Ausgaben" ein besonderer Titel „Synagogenaemeinden" eingestellt wird und zwar unter Bemessung des Betrages a«uf der Grundlage vollkommener Gleichberechtigung mit den übrigen Religionsgemeinschaften." Die liberale ^raletion hat für die Tätigkeit des Landesverbandes auf dem Gebiet -der Wohlfahrtspflege einaeh-ende Leitsätze aufg-estellt, dis dem zuständigen Ausschuß als Äcaterial überwiesen werden. Der Umlagebeschlutz für das Jahr 1025. Entspreche-u-d der Vorlage drr Geschäftsführung i'-nd dem Bericht des Vorsitzenden des Haushalts-cmsschusses wird die Umlage auf der Rcichseinkommensteucr für Mitglieder festgesetzt. 3. VerhaudlnngStag (Nachmittag): Um 3 Uhr nachmittags wird die unterbrochene Sitzung wieder ausgenommen. Es beginnt nunmehr die Diskussion über die Vorlage Nr. 11 über die Revision des preußischen Iudenrechts. Rechtsanwalt Wertheim-Berlin (Ub.): Die Leitsätze von Dr. Freund sind nicht annehmbar. Sic widersprechen in verschiedenen Punkten der Reichsverfassnng im Artikel 137, Der Redner wendet sich dagegen, daß ausgetretene Mitglieder auch weiterhin an den Verband zahlun-gspfNchtig sein sollen. Sodann begründete cr die von der liberalen Fraktion vertretene AussÄfMg, Änter Ablchnmrg der Vorlage der GeschäftssührMg gende Anträge anzunehmen: I. Gesetzgebung. Der Derbandsta-g des Preußischen Landesverbandes Ms, Gemeinden erwartet, -atz der Rat anläßlich Neuregelung Iudengesetzgebung die Einhalllma folgender Grundsätze 1. Die durch Art. 137 der Reichsverfassumg gewährileis^H Rechte, namentlich die Selbst» er-waltung, dürfen k«i» falls stärker eingeschränkt werden, als dies bezüglich \ christlichen Religionsgeselll(haften geschehen ist. 2. Dies gilt namentlich für -oie Anstellung von Beamten die Wahl von Mitgliedern der Gemeindeorgane. 3. Die Errichtung von P-ersonatgemei-nden ist nur unter schwerten Bedingungen zumllassen. Nur diejenigen, sJ die Erklärung abgeben, daß ihr Austritt aus der örtlich! Gemeinde lediglich wegen religiöser Bedenken können eine Personal gemeinde bilden oder ihr beiiiM 4. Me UeberlÄtung in Ansehung der neupreußischrn ®ebij darf nur erfolgen unter Mitwirkung jüdischer Selbst, «altungskörper der einzelnen Gebiete und unter wohlerworbener Rechte der jetzigen A-mtsinhaber. II. Staatshaushalt. Der Rat wird ersucht, darauf hinzuwirkrn, daß durch „ stellung in den Staatshaushaltsplan den jüdischen Gcmeich Gemckndeverbänden und Einrichtungen in ähnlicher Weise, jeweils den christlichen Gemeinden, Verbänden Md (&lnti| tungen eine staatliche Beihilfe zur Besoldung -ihrer Re Prediger und anderen Kultusbeamten gewährt roir-d. Abg. Wertheim kommt dann noch aus die Vormittägig Dr. Badts zu sprechen, wozu er bemerkt: Wir haben fctjl Freunde, die wir nicht Unter den Linden grüßen. Herr Naumq gehört nicht zu unserer Fraktion. Wenn wir auch mit Grundsätzen in vieler Hinsicht übereinstimmen, so verwerfen doch seine Methoden. Wir akzeptieren den Satz von ' Dr. Klee: ..In jüdischen Dingen jüdisch, in deuffchen deutsch". Jüdisch sind ausschließlich religiöse und Verwalt Angelegenheiten der jüdischen Gemeinden. Alles ai deutsch. Zum Schluffe verlangt Abg. Wertheim, daß endgültigen Vorlage des Entwurfes der Verband Stag nod zwecks Stellungnahme einberufrn wird. Dr. Kollenscher (Iüd. Volksp.) sagte zunächst, das Gesetz 1847 habe einige Vorzüge: 1. bestimme es die xroangsweist i gsiedschast zur Gemeinde, 2. bringe es dem Judentum etnei wisse Einheit, dagegen wären Bedenken gegen den poliMq Charakter des Gesetzes, aber auch dieser habe in den weis Fällen heute Erfolge gezeitigt. 3. habe die Staatsrcgirn gegen den Willen mancher Gemeinden das Wahlrecht der 7 länder konstatiert. Trotzdem müsse man gemäß der Reichs fassung die freie Venvaltung natürlich auch für das Juck fordern, allerdings nicht in öersel-ben Form wie eS bei der geloschen Kirche der Fall sei, vielmehr müsse die Gelbstver ganz uneingeschränkt fein. Dr. Kollenscher brschäfttgte st, mit der Verfassung selbst und sagte u. a.: Abs. .1 des Artikels bedürfe noch einer Interpretienmg durch das Landesgeseh. gleichen müsse Absatz 6 noch geändert werden. Wenn mm zutage den Verband fordere, so sei dies Mr «ine uatüMch« { setzuna des Gesetzes von 1847, indem nämlich das Gesetz von die Zwcmgsmitgliedschafi zur Gemeinde verfüge und mi die ZwangSmitgliedfchaft der Gemeinden zu-m Bunde werden sollte. Er selbst habe zur Reife der Gemeinden Vertrauen, jedoch wäre ein Sich-echeitsventil rmumgä-nglii schlage deshÄb vor, daß die Amsstchtsrechte, weilche der bisher hatte, dem Verband übertragen werden sollten, jedoch! es nicht ein ju-s in sacra, sondern ein jus dren satcra jem. i Verband dürfe sich in die Angelegenheiten der Gemeinden, es ftnanzleller ober religiöser Art. nicht einmischen. Die M Partei habe sich in de« Jahren 1906—10 zu den SnhDürfett' Aosln und Macholl ablehnend verhalten, well diese ein vyn bestehen errichten wollten. Das 'frei aber bei dem heute gep Verband nicht der Fall. Der Austritt sei ein notwendiges er Mülle beschränkt werden auf das Gesetz von 1876 mt müsse Mittel finden, die Gteuevsiucht zu verhindern. Die getretenen Gemeinden hätten vielleicht das gliche Recht zusoMmenguschliehen wie die a-nder-en. Dr. Isi Kahn-Berlin (Kons.) wendet sich gegen die Dr. Freund Angebrachte Vorlage. Er erklärt oieselbr ftz Konservativen für »Mg unannehmbar und verlang, obwo ' selbst entschiedener Anhänger des Einh-eitsgedankens ist, to Rechte der Austrittsgem-einden unbedingt gewahrt werden mlstj I.-R. Lilienkhal (lib.) sagte, daß er als Mitglied des spreche, jedoch nicht für den Rat. Freunds Thesen müssen lehnt werden. Der Redner wandte sich insbesondere ootd gegen, daß man trotz des Aus-tribks auch weiterhin zm BM entrichtung verpflichtet fein sollte. Er sei auch gegen ck« lärvgerung ckrs Gesetzes von 1876. Im Anschluß <w die Gck der liberalen Fraktion meinte er, selbst die separatt-Mche doxie könnte sich mit den Persvmrlgemeinden Mfrieden § Wenn man -beabsichtigt, das Judentum von Eingriffen der Ek gew-Ät möglichst M befreien, so darf aber die Staatsgewalt > in Anspruch genommen werden, um den Zwangsverband zO zu bringen. Das ist gesetzlich unzwlüsstg nach der Reichsverfch Außerdem ist es historisch erwiese«, daß man dies nicht sehen kann. Es ist ummöglich im Parlament gegen die ' tistische Orthodorie durchzudringen. Würde man einen oder ähnlich-en Entwurf im Landtag einbringeu, so würde die Rechte wegen der Orthodoxie und die Linke ohnediei, lehnen. Außerdem mache ich darauf aufmerksam, daß imnost solche Entwürfe die Auszahlung der Sta-aissubventionen l schi-ebt, denn das FinanMinisterim. soll die Auszahlungen an Körperschaften öffentlichem Rechts vollziehen, und die «fl Kennung könnte sich bei solchen Entwürfen noch jahrclaiq ziehen. Cs wird hieraus zur Abstimvumg geschritten. Der M der liberalen Fraktion zu Kapitel 2 „Staatshaushalt" wirstimmig angenommen. Für Kapitel 1 »-Gesetzgebung" sW" nachdem der Antrag in umwesemtlkchen Punkten geändert > die Konservativen und Liberalen, so daß er mtt groß« heit angenommen wird. Rach Erledigung sämtlicher avf der TagesordnMg Punkte gibt Iusiizrat Sonnenfeld einen kurzen Rückbuck < lebhafte Tätigkeit des Verbandstages. Herr Wiener-Mit dankt dem Präsidenten Mter allgemeinem Beifall für seirie , parterijche GeschästSfthrung. Iustizrat Sonnenfeld bittet, Dank auch auf die Dizepräfidenten mi tausdehnen zu dürfen' schließt den Verbandstag gegen 7% Uhr. Kalendarium für die Zelt vom 4.7.dls1l. IM Juli 1925 Sonnabend 4. 12. Sonntag s. 13. Montag ö. 14. Dienötaq 7. 15. Miltwoch 8. T6. Donnerötag S. 17. Freitag 10. 18. Sonnabend 11. 19. Tammus 5685 LZolhen-Abschnitt: Chukaß u. Aal« (t. D. M. Kap. 19—25,9) Hafiarcch: Micha V 6—14, VI l- Fasttag Gchlwoh oßor b'tammuS Wochen-Abschnltt: PInchaS I (4. Ä. M. Kap. rs, 1« Kap. E Haftarah: Seremia Kap. h W'a\ 33 tri 1-3