Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 5 (1925)
- Issue
- 23 (5.6.1925)
- Date
- 1925-06-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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s. Jahrgang Hummer 23 MischlibemleZeitlMg Beisage ». Lum -192S Oie Iudenpoliiik der letzten Romanows Don Doris Wittner. „In einem Kulturvolk darf es keine Parias geben." ctuart Mill. ■’lls im Herbste des Ingres 1618 die .Kriegslage sich endgiiliig zu ungunften der Mittelmächte entschied und die Dolksüimmung in der Heimat sowohl als im Heer, allzu lange künstlich durch falsche Siegesnachrichten genährt, die Belastungsprobe jäher Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit nicht ertragen >,n können schien, sondern vielmehr revolutionäre Bciuegungcn •„ entbinden drohte, da erteilte im Kaiserlichen Hauptquartier zu Spaa einer der getreuen Triaricr Wilhelms II., Graf p o n der S ch u l e n b u rg , seinem Souverän den wohlmeinenden Rat. den drohenden Bolkszorn von den wahrhaft Schuldigen ßlizuwendcn und in eine minder gefährliche, dafür um so volkstümlichere Richtung zu lenken durch die Ausgabe „zugkräftiger Parolen", wie z. B. der Behauptung, die Inden seien die Urheber von Niederlage und Niedergang. Also mahrl)ßft geschehen und protokollarisch ausgezeichnet in den letzten Jktobcrtagen des Iahrcs 1918? Immerhin: der erlauchte Graf von der Schulenburg war nicht eben originell in dem Ratschlag und Ausweg. den er der Gerechtigkeit seines Obersten Kriegsherrn empfahl. Denn schon im Mittelalter war man nach derlei berühmten Mustern verfahren und hatte, wo immer Krieg, Krankheit. Seuchen, Mißernten oder sonstiges Unheil wüteten, die Inden als Brunnenvergifter. Zauberer. Kindesmördcr verantwortlich gemacht und hatte sie zur Strafe für Missetaten, die sic nimmer begangen, den Blutränschcn eines entfesselten Pöbels ausgeliefert, der die Wehrlosen nach Herzenslust knechten, entrechten, stäupen, zwacken, foltern, schlagen, drosseln, schänden und morden durfte, bis daß unterdessen die wirklichen Frevler entronnen waren und Hochsichselbst in sichere Obhut gebracht hatten. Und da die Weltgeschichte wenig Phantasie besitzt und ihre Einfälle immer gerne wiederholt, so schien dem zwanzigsten Jahrhundert recht sein zu sollen, was dem düsteren Mittelalter billig war. Die vom Grasen von der Schulenburg „fünf Minuten vor zwölf" empfohlenen „zugkräftigen Parolen" wurden von unserem öftlidjcn Nachbarn, dem Moskoivitcrtum. dem Alliierten dcr französischen Republik, die die Geburt der Menschenrechte, der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, als Ruhmestitel für sich beansprucht, schon seit Iahr und Tag gewissenhaft beobachtet und befolgt. 'Allerdings haben selbst die vielen tausend „im Perivaltungswege" oder Kraft unverhohlener Willkür gemeuchelten, gemetzelten, geschändeten, vertriebenen, recht- und besitzlos gemachten jüdischen Untertanen „Väterchens", des „Weißen Zaren", doch weder den verlorenen Krieg, noch die gewonnene Revolution von dem gesalbten Haupte des Selbstherrschers aller Reußen -idzuwenden vermocht, geschweige denn, daß sie das fromme und demütige Herrscherhaus der Romanows, dessen Spitzen sich mit Haut und Haar dem Willen eines abenteuerlichen, verrufenen, in Gasse und Gosse behausten Mystagogen, wie des .soi-dlsant" Priesters Rasputin verschrieben hatten, vor einem noch grauenvollen Schicksal als dem der Familie Lapet zu bewahren vermocht. Trotz alledem ist es interessant, heute, nach Schluß der Tragödie, die Aufzeichnungen eines zuverlässigen Augen- und Ohrenzcugen, der als getreuer Chronist die Ereignisse bis zu ihrer gewaltsamen Lösung verfolgte, gerade in diesen Punkten 'lachzuprüfen und sich der rechtzeitigen Erkenntnis und souveränen Unparteilichkeit des Beobachters zu erfreuen. Maurice Paleologue, während des Weltkrieges und bis zum Ausbruch der Mairevolution 1917, französischer Botschafter am Zarcnhofe, hat in zwei stattlichen Bänden seine Tagebücher und Betrachtungen während der Kriegszeit gesammelt, um sie jetzt der Weltgeschichte, die das Weltgericht darstellen soll, zu übergeben. (In deutscher Uebertragung erschienen im Verlag F. Bruckmann-München). Monsieur Paleologue ist ein Mann von Geist, ein aufgeklärter äohn seines Landes, der atheistischen Republik, der als kluger Diplomat und Politiker die Wünsche seiner Regierung bei dem i verbündeten Staat durchzusctzen weiß, ansonsten aber nicht ohne offene Verwunderung und etwelche geistige ,lrl880N8" die dumpfen, mystisch verschleierten Stimmungen und Unstimmigkeiten des abjolutrstlschen Hofes, bei dem er beglaubigt ist, wahrnimmt und gewissenhaft verzeichnet, in den mancherlei „Sphären" der russischen (ihm, dem westlichsten Westeuropäer, durchaus asiatisch dünkenden) Hof-, Militär- und Gesellschaftskreisen, nebst ihren mannigfachen Klüngeln und Cüterien, scharfe Beobachtungen und vielfältiges anekdotisches Material sammelt. Eben die Anekdote, diese .iine fleur“ der Geschichte, gibt den Denkwürdigkeiten Paleologues ihren spezifischen Wert. Und den Wert der Wahrhaftigkeit auch dort, wo dcr aufgeklärte Franzose mit allen Zeichen des Mißfallens und der Mißbilligung von dcr verwerflichen Fudenpolitik der letzten Romanows Zeugnis ablegt. Schon im Oktober 1014 vermerkt Paleologue: „Für die Iuden aus Polen und Litauen ist dieser Krieg die härteste Prüfung, die ihnen je auferlegt wurde. Es sind ihrer mehrere tzunderttausendc, die ihrer Wohnsitze in Lodz, .tzielcc, Pelrokoro, Iwangorod, Sierniewice, Wloslarosk, Suwalki. Grodno, Bjelostok usw. verlassen mußten. Fast überall hat ihr kläglicher Auszug die Plünderung ihrer Geschäfte, ihrer Synagogen, ihrer Wohnungen zum Borspiel gehabt. Einige tausend Familien haben sich nach Warschau und Wilna geflüchtet: die größere Mehrzahl irrt aufs Geratewohl umher wie eine Herde. Wunderbarerweise hat es noch keinen Pogrom, keine wohlvorbereitete Metzelei gegeben. Aber in der Kampfzone vergeht kein Tag. an dem man nicht unter dem haltlosesten Borwande des Spionierens einige Juden aufhängen würde. Gelegentlich sprechen Sazonow und ich über die Ludenfrage und über alle religiösen, politischen, sozialen, volkswirtschaftlichen Probleme, die sich daraus ergeben. Er teilt wir mit. daß sich die kaiserliche Regierung mit Milderungen beschäftigt, durch die man die falsche, willkürliche und bedruckende Gesetzgebung, die auf den russischen Juden lastet, abändcrn könnte: im übrigen wird man für die galizifchen Luden, die jetzt Untertanen des Zaren sein werden, eine neue Perordnnng erlassen. Ich bestärke ihn in dem Gedanken, sich so duldsam und freisinnig zu zeigen, wie nur möglich: „Ich spreche als Verbündeter zu Ihnen. In den Bereinigten Staaten lebt eine große Anzahl sehr begüterter, sehr einflußreicher Iuden. die über das Los, das Sie ihren Glaubensgenossen bereiten, aufs tiefste empört sind. Deutschland beutet diesen Groll gegen Euch und infolgedessen auch gegen uns in sehr geschickter Weise aus. Nun haben wir aber großes Interesse daran, uns das Wohlwollen der Amerikaner zu wahren." Wiederum im März 191f> verzeichnet Palvologue: „Seit dem Beginn des Krieges find die Juden Polens und Litauens furchtbarer Drangsal ausgcscht. Während des Monats August hat man sie gezwungen, sich aus der Zone, die an der Grenze liegt, schleunigst zu entfernen. Nach kurzer Frist haben die ebenso bündigen wie übereilten und grausamen Ausweisungen begonnen, die sich täglich weiter nach Osten hin erstrecken. Nach und nach ist die ganze israelitische Bevölkerung von Grodno, Lomza, Plozk, .Kntno, Lodz, Pictrokow. Radom. Lublin in das Innere des Landes gegen Podolien und Wolhynien znriickgedrängt worden. Ucberall wurde der Auszug, unter den wohlwollenden Augen dcr Behörden, von Gewalttätigkeiten und Plünderungen begleitet. So hat man Unglückliche zu hundcrttauscndcn durch den Schnee umherirrcn sehen, von Kosakcnhaufen wie Vieh vor sich hergetriebcn, in höchster Not, an Bahnhöfen verlassen, aus offenem Felde, vor den Toren dcr Städte zusammengepfercht, sterbend vor Hunger. Erschöpfung und Kälte. And zur Stärkung ihres Muts haben die bejammernswerten Menschen auf ihrem ganzen Wege dieselben Gefühle des Hasses und dcr Verachtung, dieselbe Verdächtigung der Spionage und des Verrates wicdcrgcfnnden. Im Laufe seiner ganzen schmerzerfüllten Geschichte hat Israel niemals einen tragischeren Auszug kennen gelernt. Und doch gibt es in den Reihen der r u s s i s ch e n Armee z w e i h u n d e r 1 v i e r z i g t a n s e n d jüdische Soldaten. d i c sich sehr wacker s d) I o g c ii.' Unter dem I. Iuli 1915: „Seit einigen Wochen werden alle Iuden aus Litauen und Kurland auf Befehl des Oberkommandos in Massen ausgewiesen. Wie immer werden diese Befehle von den russischen Behörden ohne die mindeste Vorbereitung, ohne die geringste Schonung, mit unerbittlicher Roheit vollzogen. So wurde der israelitischen Bevölkerung Kownos. die vierziglaufend Menschen zählt, am 3. Mai abends angezeigt, daß sie binnen 48 Stunden die Stadt zu verlassen habe. Ueberall wurde die Ausweisung von tragischen Zwischenfällen, von schmählichen Gewalttaten, von Plünderungen und Brandstiftungen begleitet. Gleichzeitig verbreitet sich ein Wiedererwachen des 2lntisemitismusdnrchdasganzeReich. Wenn die russischen Armeen geschlagen werden, so ist es natürlich die Schuld der Iuden. Die reaktionäre Zeitung „Wolga" schrieb vor einigen Tagen: „Russisches Volk, fleh hin und erkenne, wer dein Feind ist. Es ist der Jude! .... Keine Gnade dem Juden! . . . Bon Geschlecht zu Geschlecht wurde dieses gottverdammte Volk von allen gehaßt und verachtet. Das Blut der Söhne des Heiligen Rußland, das sic täglich verraten, schreit nach Rache! . . Die Zahl dcr seit Kricgsbeginn ausgewiesenen und ins tiefst: Elend gestoßenen Juden übersteigt 690 996." Im August 1915: „Bei jedem Rückzug der russischen 'Armee setzt die Polizei die Ausweisung der Iuden noch weiter fort. Ueberall. wie gewöhnlich, wird dieses Verfahren hastig, mit ebensoviel Ungeschicklichkeit als Roheit durchgesetzt. Man pfercht die Beteiligten eiligst in Eisenbahnziige: man stößt sie auf den Straßen vor sich hin wie Herdenvieh, man gibt ihnen nicht einmal ihren Bestimmungsort kund, der übrigens zwanzigmal auf dcr Strecke geändert wird. Und fast überall stürzt sich, sowie ihr Abfahrtsbefehl in der Stadt bekannt gegeben wird, die orthodoxe Volksmenge zur Plünderung auf das Ghetto. Nach Podolien, Wolhynien, Bcffarabicn und der Ukraine zurückgedrängt, sind sie einem furchtbaren Elend preisgegeben. Dir Gesamtzahl der Ausgewiesenen beträgt 800000. Dieses barbarische, auf eine ganze Nation unter der Ausrede angewandte Vorgehen, daß sie infolge ihrer religiösen Abstammung samt und sonders der Spionage und des Verrates verdächtigt erscheine, hat schließlich die liberalen Gruppen der Duma in Erregung versetzt: ein jüdischer Abgeordneter aus Kowno, Friedmann, brachte eine beredte Verwahrung zum Ausdruck: „Die russischen Iuden," sagte er, „nehmen am Kriege einen weitgehenden Anteil. Die Presse hat eine bedeutende Anzahl jüdischer Freiwilliger festgcstellt. Durch ihre Bildung waren diese Freiwilligen zum Offiziersrang berechtigt; sie wußten, daß sie ihn niemals erreichen würden, sie haben sich dennoch gemeldet . . . Mehrere 190 000 Juden ließen ihr Blut auf den Schlachtfeldern. Wir wohnen nichtsdestoweniger einem Wiedcrausbruch der Gewalttaten und schweren Ungerechtigkeiten gegen die Juden bei . . . In einem langwierigen Kriege ereignet es sich, das; Erfolge mit Schlappen abwechseln. So ist es denn zweckmäßig, immer sogenannte Schuldige bei der Hand zu haben, um sie für die Schlappen verantwortlich zu machen. Man soll immer einen S ü n d e n b o ck auf Lager haben! Zu allen Zeiten war cs Israels Schicksal, Siindenbock zu sein! Kaum hatte dcr Feind unsere Grenze überschritten, als sich auch schon folgendes Märchen verbreitete: Die Iuden übersenden den Deutschen ihr Gold, man hat dieses unreine Gold in Ftugzeugen, in Särgen, in Wodkafässern, in Enten- und Lammsbrüsten aufgefunden! Von den Behörden verbreitet und bestätigt, fand dieses Märchen überall Glauben Und dann haben wir gesehen, wie man die Juden einer ganzen Reihe entsetzlicher Maßnahmen unterworfen hat, wie sie noch kein anderes Volk jemals im Laufe der Weltgeschichte erdulden mußte. Es ist schändlich, eine ganze Rasse des Verrats anzuklagen. Eine so abscheuliche Verleumdung könnt» nur in einem'Lande der Selbstherrschaft entstehen, in einem Lande, wo die Iuden der elementarsten Rechte beraubt sind. Im Angesicht von ganz Rußland, im Angesichte dcr ganzen Kulturwell erkläre ich. daß die gegen die Juden geschleuderte 'Anklage nichts anderes ist als eine elende Lüge, von denjenigen geschmiedet, die ihre eigenen Verbrechen zu verheimlichen suchen." Im September 1910 berichtet Paleologue über ein Gespräch, das er mit dem einflußreichen Russen Neratow führte. Paleologue regt an, Amerika für die Allianz zu gewinnen und äußert zu diesem Zweck: „Es würde genügen, wenn Ihr Eure Gesetzgebung über die Juden etwas mildern wolltet: die Wirkung wäre in Amerika sehr bedeutend." Neratow wehrt sich: „Während des Krieges an die jüdische Frage rühren?? . . . Das ist unmöglich . . . Da hätte man das ganze Land gegen sich und das würde der Allianz ungeheuer schaden: denn seien Sie überzeugt, daß unsere Partei der äußersten Rechten sofort Frankreich und England anklagen würde, die Forderungen der Iuden insgeheim unterstützt zu haben." — Wir kommen auf die laufenden Angelegenheiten zurück. — Die jüdische' Frage lastet schwer auf den Beziehungen zwischen Rußland und den Vereinigten Staaten: ich habe mit meinem amerikanischen Kollegen Marye, Borgängcr von Francis, sehr oft darüber gesprochen. Es gibt in New 9)ork, Chikago. Philadelphia und Boston hunderttausende russischer Juden. Arbeitsam und klug, wohlhabend und einflußreich, unterhalten sic in den Vereinigten Staaten den Haß gegen den Zarismus. Das harte, von Katharina ll. im Fahre 1791 eingeführte, durch die berühmten „Ignatiew-Gesetze" bestätigte und verschärfte Regime erscheint dem Amerikancr als eine der empörendsten Ungerechtigkeiten, die jemals in der Geschichte der menschlichen Gesellschaft vorgekommcn sind. Ich kann mir in der Tat »orstcllen, was ein freier Pankcc, der im Glauben an das demokratische Ideal, in der Leidenschaft und Hochachtung für persönliche Initiative großgezogen wurde, bei dem Gedanken empfinden muß. daß über f ü n s M i l! i o n c n in c n s ch l i ch e r W e s c n durch die bloße Tatsache ihres Glaubensbekenntnisses auf ein enges Gebiet beschränkt werden, wo sie ihre große Anzahl allein zum Elend verurteilt. Daß sie den Boden weder bebauen, noch besitzen dürfen: daß sie von jeder öffentlichen Rechtsprechung ausgeschlossen sind: daß die mindesten Handlungen ihres äußeren Vorgehens der Willkür der Polizei unterworfen find: schließlich, daß ewig die Drohung wiederkehrender Metzeleien über ihnen schwebt. — Mein amerikanischer Kollege Maryesagte mir eines Tclges: „Wirs miS bei der Lage der Iuden in Rußland am meisten verletzt, ist, daß sie lediglich um ihres Glaubens willen verfolgt werden. Der Vorwurf der Rasse und der volkswirtschaftliche Groll sind nur Ausreden. Beweis dafür ist, daß es genügt, wenn ein Jude das Iudentnm abschivört und zur Orthodoxie übergeht, um sofort allen Russen gleichgestellt zu werden." Im Jahre 1904 riefen die Pogrome von Kischinew in den Bereinigten Staaten eine derartige Entrüstung hervor, daß sich dcr Präsident Roosevclt veranlaßt fühlte, einen feierlichen Protest zu erheben, den ihm die russische Gesellschaft noch heule lebhaft nachtrngt: „Es werden manchmal jo gräßliche Verbrechen begangen." erklärte er. „daß mir uns fragen, ob es nicht unsere ausdrückliche Pflicht sei, den Bedrückern unseren Tadel und den Opfern unsere Sympathie nuszusprechen. Wir können natürlich nur in ganz besonders ernsten Fällen eingreifen. Aber in diesen äußersten Füllen ist unser Eingreifen durchaus berechtigt. Daher ist es sich das amerikanische Volk selber schuldig, sein Entsetzen auszudrücken über die gräßlichen Metzeleien von Kischinew . . . So und in ähnlichem Sinn äußert Maurice Paleologue sich in seinen politischen Memoiren zu vielfältigen, iiidjt immer in aller Ausführlichkeit wiederzugebenden Malen. Und es ist als ein kulturelles Verdienst des französischen Diplomaten und bedeutenden Staatsmannes anzusehen, daß er sich nicht scheut, de» Finger offen in die Wundmale der sogenannten europäischen Zivilisation zu legen. In Wahrheit sind die Menschenrechte jenseits des Ozeans, in Amerika, geboren worden und Frankreich trägt nur den Ruhm, sich freiwillig zu ihrer Wahlheimat bekannt zu haben. Maurice Paleologue ist ein würdiger Sohn dieser Wahlheimat, indem er die Güter der Freiheit und Gleichheit mit denen der Menschheit und Menschlichkeit schlechthin identifiziert und indem er es ablehnt, sich mit der mittelalterlichen Iuden- Politik der letzten Romanows, der Politik der „zugkräftigen Parolen", wie sie auch Wilhelm ll. oorgeschlagen wurden, solidarisch zu erklären. Und das Material, das er beibringt, ist von unschätzbarem historischem Wert für die Geschichte des Volkes Israel wie für die Geschichte des Antisemitismus in Europa. lianos u.|IUgel I ca. IM Instrument« der verschiedenst. altrenommiert. Marken W stets vorritig, auch Kuastspielpianos Bmmmmmm TallMhluHi aastattat! Hans RehfaocK&Go„ Motzstr.78 WWWWWWWWWWWWWIIW (a. Mallesferfslatz) Generalvertretung von Schiedmayerfc Söhne