Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 5 (1925)
- Issue
- 19 (8.5.1925)
- Date
- 1925-05-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Organ -er Vereinigung für das liberale Judentum e. V. Bezugspreis durch die Geschäftsstelle '/»jährlich R. 2,50, Einzelnummer 0,20. Bei freier Zusendung im Inland 0,25. Zur die Mitglieder -er Vereinigung ist der Bezugspreis :: L :: im Mttgliedsbeiirage enthalten. :: u u Chefredakteur: Dipl.-In-. Bruno Woyda. Die „JtidiTdy - liberale - Zeitung“ erscheint jeden fVeitag, Bcforiftleitimg und Geschäftsstelle: Berlin, JMauerftr. 22. Anzeigenpreise: Oie 12gespötteneAvupareillezeilo 0,45 Gol-mark, die Neklamezeile 3,00 Soldmark, bei :: L :: Wie-erhokmgeu Rabatt. :: :: :: Anzeigenannahme: Hermann Baswitz, Verlags« abieilung, Berlin SV SS, Lbarlottenftr. 90 (Kernsprecher. Dönhoff 5300—65), sowie sömtl. Annoncen'Srpe-tttonen. ■pernrufr jfimt jvkrkur pir. 8225 PoftfChc&honto: Berlin 7 ftr. 132069 (Vereinigung für cU9 liberale -Judentum) ff achdruch fämtlieber Original - Beitrige nur mit vorheriger Genehmigung der Redaktion geftattet! Nr. -19 Berlin, S. Mai -1925 5. Jahrgang Religiöse Entwicklung. Liberale Tai in -er jüdischen Geschichte. Von Hedwig Ries. (Fortsetzung.) Der ungeheure Schmerz, den die Zerstörung Jerusalems und -es Tempels in den Seelen aller, auch der zerstreut lebenden Juden auslöste, wirkte wie Sturm auf See. Alle inneren Kräfte spannte er an: „Retten, erhalten" mar das große Losungswort! -Erhaltung -es köstlichen Besitzes, den keine Macht der Welt dem Volke Gottes rauben konnte, auch das Raubtier Rom nicht. Erhaltung der Idee, der Lehre, der Schriften. In dem politischen Scheindasein, das Judäa unter Roms Knute noch eine Zeitlang führte; unter dem an die Juden erlassenen Verbot, Jerusalem zu betreten, bildeten sich in den kleinen Plätzen Iudäa's Lehrhäuser, in denen Bibel- und Talmudstudicn, Unterweisung der Jugend, Gottesdienst und Pflege der barmherzigen Nächstenliebe als Banner aufgepflanzt wurden. Ragen aus jener Zeit schwerer Bedrängnis auch nur wenige große Namen hervor, so fehlte es nicht an tüchtigen und begeisterten Männern, denen die Zukunft des Judentums seherisch vor Augen schwebte und die, um zu erhalten, was wesentlich war, fortschreitend neue Formen schufen. Ich nenne dies „liberale Tat des Geschehens". Unter den großen Gesetzeslehrern der ersten Iahrhnnderte nach dem Zusammenbruche seien einige erwähnt. Rabbi Iochana» den Sakkai, der sich Rom gegenüber kraftvoll für die Gründung einer geistigen Zentrale für das zu Bode« geworfene jüdische Volk einsetzte, der ei« freies Synhedrion ohne Dewpeldienft errichtete und damit den Grundstein z« einem freien, sozusagen akademischen Judentum legte. Er rief seinen Jüngern, als sie um Tempel und Opferdienst trauerten. zu: „Liebestätigdeit ist mehr als Opferdienst!" Cr ist auch der eigentliche Begründer des Gemeindelebens, welches das staatliche ersetzen mußte. Rabbi Iosua den Chananja ist eine der herrlichsten Erscheinungen jener Zeit der Trostlosigkeit. Sein hervorragendster Charakterzug war Toleranz. Aus der Erkenntnis des Wesentlichen im Judentum trat er mild tadelnd gegen die übertrieben-zergliedernde und einengende Gesetzesauslegung auf und bildete im politischen Leben einen verständigen Mittler zwischen dem Bedrücker Rom und dem ausgesaugten Volke. Der überragendste und eigenartigste unter den großen Gesetzeslehren war Rabbi Akiba. Er führte die schematische Orduung der bisher fast nur gedächlnismäßig fortgepflanzten Tradition ein und erleichterte dadurch den Thorabeflissenen aller jüdischen Gemeinden in Ost und West das Studium und Verständnis der Lehre und ihrer immer zahlreicher werdenden Auslegungen. Ist Akiba auch eine der Säulen der Orthodoxie zu nennen, da er sehr streng auf Innehaltung der Vorschriften hält, so bildet sein Leben und Wirken doch einen Merkstein liberalen, weitschauenden Geistes in der Erkenntnis, daß die nur mündliche Üeberlieferung ein Versagen, ein Aufhören bedeuten könnte. Untersagte doch Rom jede religiöse Betätigung und bestrafte Zuwiderhandlungen mit grausamen Martern und Foltertod. Der große Akiba, der das geistige Haupt der gesamten Iudenheit darstellte, ermöglichte es nur unter steter Lebensgefahr, die Lehrtätigkeit an seiner großen Jüngerschaft fortzusetzen, bis endlich auch ihn und viele feiner Jünger der Marter- und Kerkertod himvegmsfte. Zu seiner Zeit stand ein großer Revolutionär gegen Rom auf: Bar Kochba. War der Besreiungsversuch aus Roms Ketten auch Wahnsinn, so muß man ihn doch als mutige, hochherzige Tat bezeichnen. Das Zufammenbrechcn seines anfangs erfolgreichen Unternehmens vernichtete die Hoffnungen Judäas, bewirkte aber doch ein Sammeln unter den Fahnen Israels und weckte die Begeisterung der Besten, auch Akibas. Nun versank das stolze Judäa immer mehr in Elend und Geistesnot. Da war es zum zweiten Male Babylonien, das Israels Standarte auspflanzte: die Standarte der Geistigkeit. Hier pflegten Geistesmenschen die großen Schätze, bauten den Talmud weiter ans und nahmen ein Wort in die Sammlung auf, das in Zeiten blinder Verleumdungen den Judenfeinden die Spitze ihrer vergifteten Waffe abbrach: „Das Gesetz des Staates ist gültiges Gesetz." Die ersten Jahrhunderte der neuen Zeitrechnung bieten Bilder, in den Knechtungen, Verfolgungen und Verbote der Religionsausübung abwechseln mit Epochen der Duldung und des Schutzes. Es mutz mit Trauer festgestellt werden, daß die Unterdrückung der Juden in demselben Maße wuchs, wie das Christentum erstarkte. Als Konstantin der Große den christlichen Staat gründete und die Institution der Kirche und des Papsttums entstand, ragen unter den Kaisern und Kirchenobersten nur wenige hervor, deren Menschlichkeit den Juden Recht verschaffte: unter ihnen seien genannt: Julian Apostata, der begann, den Tempel öu Jerusalem wieder aufzudauen und den Juden gestattete, sich in ihrer heiligen Stadt wieder anzufiedeln; nach ihm ist Theodosius der Große als Schützer der Juden zu nennen. Die Mühle Gottes mahlt weiter. Brachte das Christentum der Iudenheit auch die gehässigsten Angriffe, Verfolgungen, Kinderraub zum Zwecke der Zwangstaufe, so hat es doch auch zur Verbreitung der Lehre des alten Testaments und damit zur Bereicherung der Menschheit beigetragen. Liberale Tat der Geschichte! Unter den Kirchenvätern wurde das Studium der Bibel eifrig betrieben. Es entstanden zwei wertvolle Uebersetzungen ins Lateinische, die Itala und die Vulgata. Die letztere aus tiefgründigen Studien der hebräischen Urtexte entstanden, die der Kirchenvater Hieronymus bei geheimen Zusammenkünften mit Rabbi bar C'yanina betrieb. Die Vulgata, wie Jahrhunderte später die Bibelübersetzung Luthers ins Deutsche, hat zur W e l t - Verbreitung der Bibel beigetragen. So wuchs die Macht des Judentums durch feine Gegner. Im Judentum selbst beginnt die Erstarrung durch übertriebene Aus- und Umdeutungen der Lehre. Aber inmitten dieser Abtötung des freien Geistes sorgen immer wieder Männer von überragender Geistigkeit und liberaler Prägung für frischen Luftzug und Erneuerung. Eine hochwichtige Reform für die Verbreitung der Bibelkenntnis war die Einführung von Vokalzeichen in die Texte der Bibel und der Schriften. Es wurde dadurch nicht nur das Studium der Bibel erleichtert, sondern auch mancher Irrtum und Uebersetzungsfehler verantwortlicher Art vermieden. Denn die Konsonantenstämme konnten sehr verschieden gelesen und gedeutet werden. Die christliche Religionswissenschaft hat sich dieser Neuerung mit Eifer bedient. Die Zeit wurde für Neues reif, und neu« liberale Tat der Geschichte taucht auf: Der Islam. Der Orient war getränkt mit jüdischer Kultur und jüdischem Bewußtsein. Durch die vielen geschichtlichen Wanderungen der Iudäer waren überall Geisteskanäle entstanden, die etwas von der Lehre Israels in die Ströme des geistigen Lebens anderer Völker hinrinführten. Um 600 stand in Arabien ein vom Judentum begeisterter Mann auf: Mohammed, der sich von kundigen und tolerant gesinnten Juden in Bibel und Talmud unterweisen und fid) bei der Abfassung der neuen „Bibel", dem Iehooahbuche für „die Söhne der Wüste", dem Koran, von ihnen beraten und helfen ließ. Der Islam ruht auf den Säulen des Judentums. Das Andersgeartete, Unjüdische und zum Teil sogar Iudenfeindliche, das darin zu finden ist, wurde von gegnerischen Fanatikern erst nach und nach hineingetragen. Es ist eine tiefe Tragik in der jüdischen Geschichte, daß die beiden Kinder des Judentums, Christentum und Islam sich in Haß und Verkennung gegen ihre erhabene Mutter wandten. Vom Islam trifft dies nur zeitweise zu, denn eine neue liberale Tat der Geschichte besteht darin, daß die Hochkultur des Islams in Babylonien, wie später in Spanien und der Türkei den Juden im Wechselaustausch geistiger Güter einige Jahrhunderte höchster Blüte, geistigen Aufschwungs, edlen Menschentums, friedlichen Lebens und ungebrochener Menschenwürde brachte, die die Iudenheit kaum je wieder gesehen hat. Babylonien wurde zum dritten Male Israels Kulturretter. Die Zeit vom 7.—10. Jahrhundert brachte den Juden Babylons politische Geltung und feine Geistesblüte. Ihre Führer waren Fürsten, Rabbiner und Richter zugleich. Unter ihnen ragt Saadia hervor, ein Mann von Begabung und Wissen. Er schrieb unter anderem eine hebräische Grammatik und reinigte damit die stark verfälschte hebräische Sprache wieder. Ein ganz neuer Kulturtyp der Juden entstand in Spanien. Unter der hispanischen Urbevölkerung, unter den Römern und Westgoten war das Geschick der dort ansässigen Juden wechselnd. Als der Islam Spanien eroberte und die maurisch-spanische Epoche begann, wurden die Juden ihrer Intelligenz, Gesittung und Sprachkundigkeit wegen nicht nur geschützt, sonde n z t hohen und verantwortlichen Stellen berufen. Es erblüht ihnen eine wunderbare Zeit und durch sie der Mitwelt und dem Judentum «ine hohe Bereicherung. Die seine arabische Dichtkunst erweckte Klänge in der verwandten jüdischen Seele, führte eine Reorganisation und Kiangverfeinerung der hebräischen Sprache herbei und schuf eine neue jüdische Dichtkunst. Der bedeutendste Dichter dieser Glanzzeit (11. Jahrhundert) war Iehuda Halevy. Dichter, Arzt und Philosoph, auch kundiger Naturwissenschaftler. Aus seiner reichen jüdischen Seele flössen wundervolle Lieder zur Verherrlichung des Gottes Israel, Zions und des Judentums, »vorin tiefster Schmerz um Judas Schicksal und sehnlichste Hoffnung auf eine bessere Zukunft im heiligen Lande zum Ausdruck kommen. Seine religions-philofophifchen Abhandlungen über Gott und den Wert des Judentums zeugen von hoher geschichtlicher Begabung und einer seherischen Auffassung, wie sie damals fast unerhört war. Er sieht in dem Unglück der Diaspora, die er selbst tief-schmerzlich empfindet, auch die lenkende Hand und den Willen Gottes. Ziel fei die Durchdringung der Völker mit dem Gei st e des Judentums, und der kleine Stamm Israel sei das Samenkorn, in die Erde gelegt zur herrlichen Saat. Dies ist sein Messiasglaube. Halevy schrieb ein formvollendetes Arabisch und «in reines Hebräisch. Sehr begabte und, feingeistige Dichter und Gelehrte hat die . Familie Ibn-Esra hervorgebracht. Einer derselben, Abraham, war ein glänzender Bibelerklärer, Dichter und Satiriker, der später nach Rom überfiedelte und die dortige noch ungebildete Iudenheit eine Stufe höher hob. Erwähnt seien noch Ibn-Ganach. ein Bibelkriliker"liberale Auffassung, der dem Geiste der Bibel wieder die Herrschaft über den Buchstabenglaubcn verschaffen will; Ibn-Gebirol. «in schwermütiger Dichter, der die feingeschliffene Dialogform in feinen Dichtungen verwendete; ferner der Freigeist Ibn-Pakuda, der immer und immer wieder hervorhob, daß die Erfüllung der Gewissenspflichten, die Ausübung der Moralgebote unendlich viel höher stehe als die Ritualien. Er zerlegte das Judentum»! geradezu in zwei Teile: den religiös-sittlichen und den zeremonialen. Ohne die crsteren Gebote sei kein Judentum denkbar, wohl aber ohne die letzteren. Aber nicht nur Sprache und Dichtkunst erblühten neu, sondern die Intelligenz der Juden, bisher einseitig aus das Studium der, Schriften eingestellt, lebte sich aus und wirkte in bedeutender,- Fächern der Wissenschaft und der Kunst. Arzneikunde, Astronomie, Sprachenkunde. Philosophie und Baukunst wurden gepflegt.' In den kommenden Jahrhunderten waren fast alle Leibärzte der Fürsten Juden, nicht nur in Spanien, sondern auch im Orients wie führer schon am Hofe Karls des Großen, Ludwigs des- Frommen und seiner feinsinnigen Gemahlin Judith. Die Lebenskultur der spanischen Juden war verfeinert, und die damalige; Welt hatte Achtung und Bewunderung für diese Menschen. -j Die Geschichte führt uns nun in die Zeit der Kreitzzüge (11. und 12. Jahrhundert). Diese „heiligen" Wanderungen begannen und endeten mit furchtbaren Iudenmetzeleien. Gegen den aufgepejtschten Fanatismus der auszichenden Scharen ihrer Führer konnten selbst Kaiser und Päpste, nicht» ansrichte«.? wenn überhaupt der Wille da war, die arme« Inden zu.schütze».. Die unheilvollen, lügenhaften Beschuldigungen der Hostienschä»-, düng, des Blutmordes zu Peffach, der Brunnenvergifturig schürten den ohnedies durch die Kirche eingeimpfte« Judenhaß jti heller, Flamme. ‘i Noch hielt Spanien stand. Aber die politische Zerrissenheit ,der. Länder trug auch dorthin Unsicherheit. Denn alles hing von der. Gesinnung der Einzelherrscher ab. In der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts erobert« ein afrikanischer Stamm Saxdvva. das eine angesehene jüdische Gemeinde hatte. Juden und Christen wurde»! vor die Wahl gestellt: Islam, Auswanderung oder Tod. -Zähl reiche Familien wanderten aus. Unter ihnen die Fmnilir Maimun. Aus ihrer Mitte ging der größte Geist, das Genie der spanisch-jüdischen Kultur hervor: M o s es M a im on i des. Die Familie ließ sich nach langen Wanderungen, über Fez. wo sie zu den unglücklichen Scheinmohammedanern gehörte über Palästina endlich in Aegypten nieder. Moses wies schoi: als Kind die Erbschaft seines gelehrten Vaters auf. Seine harte und unruhige Kindheit reifte diesen Hellen Kopf, diesen tiefen Denker schnell. Klarheit des Schauens, Festigkeit der Gesinnung^ Wissensdrang und Wahrheitsliebe zeichneten diesen großen zweiten. Moses aus. In Kairo wirkte er als Rabbiner, Lehrer «rk^ philosophischer Schriftsteller. Kenner und Bewunderer fces Aristoteles, begeisterter Jude zugleich, bringt er mit wunderbarer Klarheit den Gedankenreichtum des Griechen in Beziehung zm der göttlichen Ethik des Iudentuins. Sein religions-philosophi-' schcs Werk: „Der Führer der Irrenden", das sich mit den Fragen! der Gottheit, Weisheit und Einheit auseinandersetzt, »vurde in! Wahrheit ein Führer für die in Zweifeln ringende damalige Welt« und bedeutet eine erhabene Verjüngung des religiösen Denkens^ im Judentum. Maimonides verherrlicht Moses als den mit gött*; lichem Geiste gesegneten Gottmenschen. Aus ihm habe sich Gott offenbe.rt. Für das ausgeübte Judentum wurde Maimonides von: Bedeutung durch die Herausgabe der Mischnah-Thora, eines; streng-geordneten Religionsgesetzbuches, aus dem sich jeder einigermaßen bewanderte Talmudschüler ohne jedesmalige Hinznziehumft des Rabbi in strittigen Fragen orientieren konnte. Die 13 Glau bensartikel des Maimonides gehören zu den liberalen Geistes-, taten der Zeit. Der Ruhm des Maimonides verbreitete fichi über die ganze damalige Kulturwelt. Er wurde das große' Licht in der Finsternis der kommenden Jahrhunderte. Aber die. Intoleranz erhob ihr Haupt gegen ihn. Die Finsternis des Mittelalters, der Aberglaube, der fessellose Mystizismus jener Zeit ging nicht spurlos vorüber an den in steter Angst um ihr Leben begriffenen, in allzu enge Religionsfesseln eingezwängten Juden. Schon zu Maimonides Lebzeiten erhoben sich heftige Proteste gegen feine Schriften. Und nach seinem Tode konnte es geschehen, daß strenggläubige Gemeinden den im Christentums üblichen. Bann und die Verbrennung ketzerischer Schriften auf die Werke, des Maimonides anwandten. Es ist der Auftakt zu dem langsainen Verfall der jüdischen Lehrhäuser in Europa. Engherzig^ keil, Intoleranz und Kleingeistigkeit greifen immer mehr um fidiJ Man verkannte die ungeheure Gristestat des Maimonides und! seiner Zeit, die in der Durchdringung jüdischen Denkens mit einer neuen wiffenschaftlich.philosophischen Weltanschauung bestand.! Maimonides. seinen Zeitgenossen weit voraus, bewies ja. daß das Judentum den» freien Denken standhielt, daß die Philosophie, keine Gefahr für den Bestand des Judentums bedeutet. Sein! Werk wurde erst viel später durch den 3. Moses: Mendelssohn und in unserer Zeit durch Hermann Cohen fortgesetzt. Das Schicksal der Juden im 18. und,1b., Jahrhundert