Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 5 (1925)
- Issue
- 14 (3.4.1925)
- Date
- 1925-04-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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!. Jahrgang dummer 14 *■ Beilage - r. «pnl 1925 >uaMOSWM—n— Oer Haushaltsplan der Berliner Jüdischen Gemeinde für 1SLS. Besprochen von Bene, vs L c n i), Repräsentant der jüdischen Gemeinde. Etat der jüdischen Gemeinde ist in der Sitzung der Rcpräcntanlcu am Sonntag, den 22. März, beraten und in erster und weiter Lesung angenommen morden. Es mutz.zugestanden werden, iar> der diesjährige Haushaltsplan mit groher Sorgfalt und recht ibersichtlich ausgestellt worden ist. Wertvolle Beilagen sind beicsügt, die neue Vergleiche mit dem Etat deS vorigen 3ahreS „d'mit dem Etat von 1014 ermöglichen, und die ausgerechnete M70,entuale Beteiligung der einzelnen Positionen ist für die Re- (rä'sentanten sehr willkommen. Der Etat ist feit vielen Jahren ,ut aus Schätzungen aufgebaut worden. Zum erstenmal liegt ein 'lormalciat' vor, 'der nach den wirklichen Ausgaben -des 3a-hreS '^-l ausgestellt werden konnte, da glücklicherweise wl-rder mit tabi'en WahrungSverbä!inissen zu rechnen war. Allerdings hat cd aezeigt, daß für das 3ahr 1925 auf allen Gebieten weit irätzcrc Ausgaben in den Etat eingestellt werden mutzten als 1621 „id jener als in dem letzten FriedenSjahre 1914. Eine beträdai- -chc Steigerung der sämilichen Ausgaben ist eingetreten, so datz »cr bedeutende Betrag von 7 563 052 G.-M. als Schlußfumme cr Gesamtausgaben zu verzeichnen ist. Da 1924 nur 6146 837 »jdark Ausgaben etatisiert worden sind, sind die Ausgaben um >4 Prozent" gegen das Borjahr gestiegen. Die Einnahmen sind Etat eingesetzt mit 2 901 32t) M. gegenüber 2 510 771 M. in 1!)2l, und die Steigerung beträgt nicht ganz 16 %. Rechnen wir tVie Einnahmen von den Gesamtausgaben ab, so stellt sich als Resultat heraus: 7 593 052 M. Ausgaben abzüglich 2 901 320 M. Einnahmen, o das; der Betrag vcn 4 691 732 M. an Steuern im 3ahre 1925 Ivon den Gemeindemitgliedern erhoben werden mutz. 3m vorigen Lahre war der Steuerbedarf nur 3 636 066 M., so datz hierbei ■eine Steigerung von 29 Prozent zu konstatieren ist. Das ist eine Um beträchtliche Erhöhung, die um so schwerer ins Gewicht fällt, da wir uns in Deutschland in einer wirtschaftlichen Krisis infolge ‘ s akuten Geldmangels befinden. Beruhigend wirkt nur die Tatsache, daß in den Etat eine tzlnzah! von größeren Reserven eingestellt worden sind, die der Vcmc-.nde über 'die eventuellen Schwierigkeiten deS laufenden ahres Hinweghelsen werden. E s mu tz aber entschiede n :i i t der größten Sparsamkeit in Z u.k must gei r l s ch a f t e t werden, wenn n i ch t d i c F i n a n z e n e r G e m e i n d e in Unordnung kommen sollen. Die ^Inicrlmiff der Gcmeindemitglieder mutz ganz bedeutend ange- [ipannt werden, wenn die' jetzt bereits benötigten 4 691 732 Al. laufqcbtad)t werden sollen.! Die Gesamtausgaben verteilen sich im Eial auf 6 verschiedene Ikapilcl und zwar: ', |1. Kultus- und Ritual-Angelegenheiten! einschlietzlich Beerdigungswesen . . . 12. Unterrichtswesen und Bibliotheken . |3. Wohls ah rtSwesen mit den AltersversorgungSanstaltsn, Waisenhäuser, Hospital und Krankenhaus .... 4 Allgemeine jüdische Angelegenheiten 5. Vermögens-Verwaltung ..... 6. Allgemeine Verwaltung einschlietzlich Gehälter für die Bürobeamten, die Bauverwaltung und unvorhergef-chene Ausgaben . . . 2 196 810 M. - 22,5 % 795 950 M. 13,8 % 1 807 500 Al. - 24,7 % 210000 M. - 4,6 % 1 048 792 M. - 20 % 1 234 000 AI. - 14,4 % Zusammen 7 593052 M. - 100% Liberaler Synagogenverei« »Norden" Synagoge Schönhauser Allee 162 z Am peffachsest und von da ab jeden Sabbat findet ♦ der Gottesdienst nicht nur (wie bisher) an Len r Abenden, sondern auch an den Vormittagen statt. i$ predigt an allen pesiachtagen: it Herr Rabbiner Dr. Salomonöki Ir Äeginn: abends 7 Uhr, vormittags 10 Uhr Oer Vorstand If Geschäftsstelle: A. Zander, .Linienstr. 45, Telef.: Norden 3233 J Nächst den Gesamtausgaben interessieren wohl am meisten die Aufwendungen der Gemeinde für die Synagogen. Bei den folgenden Zusammenstell'lmgen sind die Gehälter für die Rabbiner und Kantoren nicht mit eingeschlossen, da die Rabbiner in verschiedenen Synagogen predigen und die Verteilung sehr kampliziert sein würde. Es sind den Rabbinern und Kantoren die Friedensgehältsr zugebilligt worden und im Etat find dementsprechend eingestellt worden für die bereits angeftellten Rabbiner . 173 000 M. für neu zu engagierende Rabbiner . 60 000 M. für die bereits angeftellten Kantoren . 100 000 M. für neu anzust eilende Kantoren . . . 30 000 M. Von den Orgel-Synagogen erfordert nur die Reue Synagoge, Oranienburger Straße, einen Zuschuß von 16 250 M., während die anderen Synagogen Ileberschüsse aufwcifen und zwar: Synagoge Lindenstraße . 7 530 M. Synagoge Lützowstrahe . 25 300 M. Synagoge Fasanenstraße . 21 450 M. Synagoge Levehowstraße ^_3 590 Al. zusammen 57870 M., so datz nach Abzug der obigen 16250 M. . .. die 5 Orgel-Synagogen 41 620 M. Aeberschutz aufiveijen. Von den orgellosen 5 Synagogen erfordern Zuschüsse die alte Synagoge Heidereutergasse . . 12 700 M. die Synagoge emt Kottbuser Ufer . . 10 330 M. die Synagoge Pestalozzistraße . . . 12 370 Al. zusammen 35 400 M., während die beiden anderen kleine Ileberschüsse bringen und zwar Synagoge Ka-iserstrahe ... 1 276 Al. Synagoge Rykcstratze . . .■■ 500 M. 1770 M. so daß die Zuschüsse im ganzen 33 630"M. betragen. An den hohen Feiertagen sollen 32 HauptgotteSdienste und 15 JugeiidgotteSdienslc eingerichtet werden, die einen Zuschuß von 165 000 Ai. erfordern. 3n die Verwaltung der jüdischen Gemeinde ist die Synagoge Münchener Straße übergegangen, für die 22 000 Al. in Einnahme und Ausgabe gestellt sind. Ferner sind im Etat vorgesehen die beiden neu zu erbauenden Gotteshäuser Synagoge Pri'nzregentenstratze, die mit 20 200 M. Betriebskosten und Synagoge Agricoiastrahe, für die im Etat 16 200 M. vorgesehen sind/Beide Synagogen sollen erst erbaut werden, wenn es der Gemeinde gelungen fein, wird, die zum Bau notwendigen 2 Millionen Mark als Anleihe aufzunehmen. ES sind bereits Unterhandlungen eingeleitet worden, doch ist ein Abschluß noch nicht erfolgt. 3m Etat ist eine Verzinsung^von 10 % für die Anleihe vorgesehen worden, und eS wäre mit Freuden zu begrüßen, wenn die Fertigstellung der liberalen Synagoge im Westen und der konservativen Synagoge im Rordwesten noch bis zu den hohen Feiertagen dieses Jahres ermöglicht werden könnte. Die Nachfrage nach Synagogenplätzen ist immer noch sehr groß und kann zuin Neujahrsfest und zum Versöhn-ungStage noch nicht entfernt befriedigt werden. 18 ReligionSverei'ne veranstalten in ihren eigenen Synagogen Gottesdienste, zu denen die Gemeinde 250 000 Al., das find 100 000 M. mehr als im vorigen Jahre, beisteuert. So fetzt sich der Etat für die Kultus- und für die Ritnal-Angelegenheiten aus vielen Positionen zusammen, und eS werden hierfür an Gesamtausgaben 1444 810 M. verzeichnet, während die Gesamteinnahmen nur 658600 M. betragen. — Für den Friedhof in Weißensee und für das Beerdigungswesen sind etattsiert 399 000 M. Einnahmen und 439 000 M. Ausgaben, während der Gärtnereibetrieb 653 000 M- Einnahmen und 613 000 M. Ausgaben verzeichnet, so datz hierbei 40 000 M. Aeberschutz entstehen, die zur Deckung deS beim BeerdigungSwesen sich ergebenden Defizits von 40 000 Mark dienen. Zur Vergrößerung des Friedhofs in Weitzonsee ist ein größeres Terrain von den Böhowfchen Erben gekauft worden. Die Teilzahlung, die im vorigen 3ahre geleistet werden muhte, ist durch die Anleihe der Friedhofsverwaltung bei der Gemeinde gedeckt worden, die ihr 600 WO M. aus dem Erneuerungs-Fonds überlassen hat, mit der Bedingung, 8 % Zinsen und 2 % Amortisation an die Gemeinde zu vergüten. Der Betrag von 600 WO M. ist i-m vorigen Jahre in den Etat eingestellt worden, um die Stiftungszinsen der 20 Millionen-Stistungen, die durch die Inflation vollständig entwertet waren, nach und nach wieder zu ersetzen. Tatsächlichsind aus den hierfür eingegangenen Zinsen 10 000 M. an die Altersversorgungsanstalt, 2 WO M. an das Hospital, 3 WO M. an das Krankenhaus, 3 000 M. an das Reichercheimfche Waisenhaus und 11OW M. an das Wohlfahrtsamt überwiesen worden, während weitere 19 000 M. zur Konservierung der Gräber, die taut den Stiftungen von der Gemeinde gepflegt werden sollen, verwendet worden sind. Auch in den diesjährigen Etat ist ein Kapitalerneuernng-Ionds von 600 000 M. eingesetzt worden, die wiederum der Friedhossverwaltung.zur Verzinsung übergeben werden sollen. Im Etat sind ferner eingestellt morden wie im vorigen 3ahre 250Mi M. für unvorhergesehene Ausgaben, 60000 M. zum 111. Am-ortisationS-Foii'ds, 30 000 M. für den DiSpositionS-Fonds, sowie 50OW M. für Reserven. Die Repräsentanten-Versamn'Eung hat beschlossen, diese Etat- Posten teilweise abzuändern, da unbedingt für das Zentral-WohlsahrtSamt 200 000 M. mehr gebraucht werden als im Etat vorgesehen ist. Für daS Zenlral-Wohlfahrtsamt waren eingestellt 661 OW M. Ausgaben, die aber nicht ansreichen. 3nfelg: der furchtbaren Rot, in der viele Tausende unserer verarmten Gemeindemitglieder sich befinden, steigen die Ansprüche an das Zentral-WohlfahrtSamt ungeheuer. Die 3dee, alle früheren für die Bedürftigen sorgenden "Kommissionen wie Armen-Kommifsion, Waisen-Kommission, Durchreise-Kommission, aufzulösen und in dem Zentral-WohlfahrlSamt zu vereinigen, war gewiß zu begrüßen. ES haben sich aber für das Zentralinstilut die Unterstützungs- Gesuche derartig gehäuft, datz die Aufgabe, allen zu helfen, säst undurchführbar "ist, da die vorhandenen Mittel nicht ausreichcn, um die drückend: Rot wirklich zu lindern. Der Vorstand der Gemeinde hat daher beschlossen, ein Kommltee zu bilden, daS mit der Aufgabe betraut werden soll, unter den Gemein-demitgliedern für daS Zenlral-WohlsahrtSomt eine großzügige Sämmeitällgkelt zu enffalten. Hoffentlich werden -unsere Glaubensgenosscn dem an sie ergehenden Appell Folge leisten und reichliche Spenden für die Armen beitragen, damit unseren notleidenden Glaubensgenossen ausreichend geholfen werden kann. Die Ausgaben für die WobltätigkeitSanstaltstt der Gemeinde betragen laut dem Etat für 1925: bei den 3 AltersversorgunaS- ' anstalten . . . . 2ll>000 M., die Einnahmen^ 99 500 Al., der Zuschuß 110 500 Al. beim Hospital Ausgaben 106 500 M., Einnahmen 62 OW Ai., der Zuschuß 44 500 Al. beim Krankenhaus AuSgab. 084 WO M., Einnahmen 480OOP M., der Zuschuß 204OW M. daS Reichenheimsche Wal- , " . senhaus mit 70 Zöglingen;■ erforderte Ausgaben 56 Ml Al., ab Einnahmen 18 000 Al., der Zuschuß 38 000 Al. das 2. Waisenhaus in ‘ Pankow, in dem sich jetzt 95 Zöglinge befinden, er- - fordert Ausgaben ' ab Einnahmen 90 WO Al., i 5 000 Al., f , so datz ein "Zuschuß von^» 75 0W M. seitens der Gemeinde geleistet werden muß. Der Gesamtzuschutz beträgt für. die WohltätigkeitSanst-alten - ausschließlich der Ausgaben für daS Zentrai-Wobl-fahrlSamt / . . . , . 472 000 M. Von den übrigen Etat-Pofirionen dürften die j Allgemeinheit nun noch interessieren die AuSWbenüsür den neugvwählten LaudeSverbanÄ von IW Mt rM., > sowie die 'Zuschüsse an^Vereine und Anftalten. . »Z. / Für kulturelle Zwecke>110OW^M. V, je OOOOOO<X)OOOOOGOOOOOOOOOOOOOOOOOOO0O0C * W liberaler verein für die,Anselegenheiien üer-iüdischer>i'^ ftwMc M.verltzleB,,KA)Ma«erftr>2r / i vezirksigruppe^,Süüroestlichc/vorortell.Ff, i am Silo n t a g, 1 den v?)lpril >1925,Pabendsi8 nktlich es.Resigurant Rheingau,fFri * Ävmstraße. (Mngang^Aomsträßcj ' / ri c&ehau JSCaifcrallee im Veveinssaal des, ___ Tage s.»,r.d n u.n 1. Äericht^überldie Grünburjgsversammlung 2. Ergänzung.der Vorstandswahlen „2. Ergänzung.ver Vorstandswahten * f t . 3. Referate E>eminarlehrer'FalkenlLrg?Lcbren3lqsenliätt4§ 4. Aussprache % ' ' Der Vorstand(öer^Gcuppc^Südwesttrch«/Vororte'»6 -- ,r| 0OGOOOOOGOOOOOOOOQOOOOO0OOOQO Großer Sonderwerkaiif V- _ f /• modcvnsfet Jiadfketi-Jinxiii&e mit po. Xu taten’in vonü^f. Verar6eUuntf.Jreue«<er ftfknitt. Jatfteii mit losenrlülatllensi thiu fi SK10E I Jackett-Anzug Mk. 33.— Hellgraue-Farbe in ganz kleinen Karos init lütüelien und blauen Nadelstreifen. SERIE II Jackett-Anzug Mk. 38.— Chcviot-Chaialiicr, Eni ergründ braun, mit bellen und d unk len Nadelstreifen, oder blauer L'ntergiurd, ebeniabs mit keilen und jölliehen Nadelslreifen. Jackett-Anzug Wk. 38.— 0.robb inniges Ge\vei;e, .in schwar/grauc-m glatten Muster i nd breiiün. lötlieli abgetönten Nadelstreilen. SERIE ur Jackeil-Arüug Mk. 45.-- In engiistlum Jlurcj-iiitn-bbajakter. 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