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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-03-20 · 12 (20.3.1925) · page 1

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
12 (20.3.1925)
Date
1925-03-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IWchNerakZeilmg Organ -er Vereinigung für das liberale Judentum e. V. St-ugspreis durch die Sefchäft-fielle V« jährlich M. 2,50, Einzelnummer v/ro. Sei freier Jufendung im Inland 0,25. zür die' Mitgtiedrr der Vereinigung ist der Bezugspreis im Miigliedsbettrage enthalten. :: n Chefredakteur: Dipl.»Ing. Bruno Woyda. Fr. 12 Berlin, 20. März 1925 Die „Jlickilcb - liberale - Leitung" erscheint jecken freitag. Bcbriftleitung und GercbäftelteUe: Berlin, JWauerftr. 22. £ernrufs Hmt Pierkur JSr. 8125 portrchcdthonYe: Berlin ssUll 7 JS>. 132069 (Vereinigung für das liberale Judentum) Nachdruck fähnlicher Original - Beitrage nur mit vorheriger Genehmigung der Redaktion geftattct! Anzeigenpreise: Oie 12gespalteneRonpareillezeile v,4S Soldmark, die Reklamezeile 3,00 Soldmark, -ei :: :: :: Wiederholungen ftaftatt. , :: :: :: Anzeigenannahme: Hermann Baswih, Verlagsabieilung, Berlin GW 6S. Lharlotienstr. 90 (Fernsprecher: Dönhoff 5360-65), sowie samil. Annoncen'Gkpeditionen. 5. Jahrgang Jüdisches Beten. erhält seine religiöse Existenzberechtigung erst als Glied der Gemeinde. Wie der Einzelne in vertikaler Richtung in seinem ganzen Sein abhängig ist von der großen Gemeinschaft und ein Produkt derselben darstellt, so erhält er seine Bedeutung und seinen Wert in horizontaler Linie erst durch die Gemeinschaft, die ihn trägt, mit der er leidet, für die er kämpft. Und wenn Religion unlöslich mit Moral verbunden ist und Moral nur auf der Grundlage der Gemeinschaft verwirklicht werden kann, so hat der jüdische Geist mit klarem Bewußtsein das Gebet zum Ge» meinschaftsausdrnck gemacht. Die materiellen und idealen Bedürfnisse des Individuums gewinnen ihr Recht erst dadurch, daß sie zugleich die der Gesamtheit sind oder in deren Dienst gestellt werden. Darum nennt Hermann Cohen das Gebet gleichsam die Vernunftsprache der Gemeinde, wie „die Gemeinde die Trägerin und Fortpflcmzcrin der Religion ist". Religion ist nicht Privatsache, sondern heiligste Gemeinschaftsangelegenheit. Der Mensch ist nie in Wahrheit ein Einzelner, niemals losgelöst von der Gesamtheit, am allerwenigsten, wenn er vor den einzigen Gott hintritt, der da ist der Gott der Einen Menschheit. Israel aber ist der Mutterboden dieser Religion der Menschheit, und darum ist jedes jüdische Gebet zugleich ein Bekenntnis zur jüdischen Gemeinschaft. Es ist keine Uebertreibung zu behaupten, daß erst durch das Gebet und nur durch dasselbe der soziale Geist wahrer Gemeinschaft in der Iudenheit Wurzel geschlagen hat. An jedem Tage fühlte sich der Jude durch das Band geistiger und religiöser Internationülität umschlungen, das ihn mit seinbr Brüdern „in der Zerstreuung" verband, wenn er mit seine« Gott Zwiesprache hielt. Er betrachtete sich als einen Sohn des Bundes, den Gott mit Israel geschlossen hat. und sehnte tW Zeit herbei, da dieser Bund zum Menschheitsbund unter ödr Herrschaft „des Reiches des Allmächtigen" werden soll. Damit wurde ihm eine heilige Verantwortung auserlegt, und es erwuchs in ihm täglich aufs neue das Bewußtsein der ethischen Solidarität, daß ganz Israel die gegenseitige religiöse und sittliche Bürgschaft, jeder für den andern, übernehme. Der durch das Gebet erzeugte Gemeinschaftsgeist beeinträchtigt keineswegs die persönliche Frömmigkeit und individuelle Religiosität. sondern erhebt und verklärt sie und macht sie unabhängig von augenblicklicher Laune und Willkür und Stimmung. Es kann wahrlich nicht behauptet werden, daß im Judentum die religiöse Erhebung d^s Einzelnen nicht zum Durchbruch gekommen ist. Die Freude der religiösen Gemeinschaft gestaltete sich zur persönlichen Freude, sowie das Gesamtleid seine Schatten warf ans das Leben des Individuums und es innerlich verdüsterte. Und dazu gab die Geschichte überreichlich Veranlassung. Die Iudenheit bildet seit zwei Jahrtausenden eine Schicksals^ gemeinschast, die ihre Klagen und Seufzer in ihren Gebeten ausgehaucht hat. Sie fühlt sich identisch mit dem Ich der Psalmen. das sich im Gebet innerlich zum Kampf gegen die arge Welt stählt. „Ich bin für Frieden, aber was ich auch rede, sie sind für Krieg." Und weil das Judentum auf die längste Geschichte innerhalb der Kulturwelt Hinweisen kann und weil ihm die Völker so schrecklich milgespielt haben, darum ist es nur zu natürlich, daß die Verfolgung und der schier unerträgliche Druck ihren beredten Niederschlag in unseren Gebeten gesunden haben. „Biel haben sie mich angeseindet von meiner Jugend an. aber sie haben gegen mich nichts vermocht. Auf meinem Rüären pflügten Pflüge, zogen lange Furchen: Gott aber ist gerecht." Irr dem Gedanken der gerechten Weltordnung ertrug Israel sein Leid und legte sein Schicksal in Gotteshand. Aber Leid weckt die Sehnsucht nach Erlösung. Die Erlösungsidee durchzieht wie die . jüdische Lebensanschauung sodas jüdische Gebet. „Ein starker Erlöser bist Du." Gebet und Erlösung gehören so innerlich zusammen, daß eine Unterbrechung zwischen dem Achtzehngebet und der vorhergehenden Benediktion „der Israel erlöst" vermieden werden soll. Die Gewißheit der endlichen' Erlösung ließ die Verbitterung gegen die zahllosen Bedrücker im Herzen des Juden nicht aufkommen, er war sich bewußt des Unterschieds zwischen dem Gottesvolk und den Völkern, die die Macht ihren Gott nannten. „Diese mit Wagen und jene mit Rossen, wir aber rufen den Namen des Ewigen unseres Gottes an. Sie sinken hin und fallen, wir haben uns immer wieder erhoben und haben uns dauernd erhalten " Dieser Gedanke der Erhaltung des Judentums ging aber nicht aus dem chauvinistischen Dunkel hervor, daß an jüdischem Wesen die Welt genesen werde, sondern aus der tiefen Demut vor dem heiligen Gott, der Israel durch seine Gebote geheiligt und als monotheistische Zelle auf Erden eingesetzt hat. damit einst die Menschheit'zum ethischen Gottesstaat sich veredle. Von dem ganzen Ernst dieser idealen Aufgabe waren aber niemals alle Glieder der Iudenheit erfaßt, sie blieben hinter dem Hochziel zurück, und deshalb hallen unsere Gebete von unseren Sünden wider und nennen den Bestand des Judentums einen Akt „der großen Barmherzigkeit." Nicht auf die Erhaltung Israels kommt es im letzten Grunde an. sondern auf die endliche Verwirklichung der Macht der Gottesidee, daß „das Unrecht seinen Mund schließe, alles Böse wie Rauch ausgehe und die Herr- Das jüdische Gebet. Don Rabbiner Dr. L ö w e n st a m m (Spandau). Es ist eine unleugbare Tatsache von entscheidendster Wichtigkeit, daß der moderne Mensch zum Gebet in kein rechtes Verhältnis kommen kann. Der in allen Religionen beklagte Mangel an Besuchern der Gotteshäuser geht im letzten Grunde darauf zurück, daß das Gebet, dieser vollendete Ausdruck des höchsten religiösen Bewußtseins, sich nicht eingliedern will in unsere völlig veränderte Natur- und Lebensanschauung. Nicht die Macht der wirtschaftlichen Kämpfe ist an der Verödung der Tempel schuld, sondern die ganz andersartige seelische Einstellung des heutigen Menschen zum eigenen Selbst, zum Ich des Nebenmenschen, zur Welt. Es fehlt uns die lebendige Unmittelbarkeit des Empfindens, die im besten Sinne naive Hingabe an die Mannigfaltigkeit der Eindrücke, die Schätzung des Innerlichen. Beschäftigt mit der allseiligen Bewältigung und Ausnutzung der Kräfte der natürlichen und Gemeinschafts-Welt, sind wir in jedem Augenblicke auf die Röflektion des Verstandes, auf die Zergliederung der körperlichen und seelischen Erscheinungen hingewiesen, die eine zusammenfassende Vereinheitlichung unmöglich machen. Wir suchen vergebens nach einem Geiste, der die zerlegten Teile der Kultur in einem genialen Gesamtwerk vereinigt darstellt. Wir arbeiten stets an einer Projektion der Seele in die Außenwelt und stellen deshalb die Niitzlichkeits- und Verstandeswerte in den Vordergrund, die die Grundlagen der allbeherrschenden Technik sind. Nicht der wissenschaftliche und künstlerische Geist, wohl aber der Geist der Technik ist der Religion entgegengesetzt. Beten ist etwas Irrationales. Gefühlsentsprungenes, Einheitschafsendes. jenseits alles Nutzens Liegendes. Es hat nichts mit der Außenwelt gemein, bedeutet Konzentration und Verkehr der Seele mit der Welt des Unsichtbaren und erstrebt die Harmonie des Körperlichen und Geistigen. Die großen Kultursprachen geben diesen Sinn des Betens durchaus ungenau wieder. Der Zusammenhang mit Bitten enthalt die Beziehung zum Aeußerlichen, zu etwas, was man nicht lrsitzt. aber besitzen möchte. Das Gebet aber ist in Wahrheit der erhabenste Dialog, das Gespräch mit dem allgegenwärtigen Welt- Uist. So ist es endlich das Reden des Menschen zu sich selbst, das klarste Mysterium der Innerlichkeit. Don größtem Tiessinn ist die hebräische Bezeichnung hithpallel, bie wohl bedeute:: sich richten, sich entscheiden. Hier stellt sich das Ich vor seine Selbstentscheidung. und das Gebet wird gleichsam zur ethischen Selbstkritik. Damit ist die reine Gefühlsseligkeit und religiöse Sentimentalität vusgeschaltet» und das Selbstbewußtsein und die Celbstvercmtwortung in den Vordergrund gerückt, der Maßstab der religiös-sittlichen Gedankenwelt aufgerichtet. Erst auf dem Erunde dieser jüdischen Anschauung ist der Sinn des Gebets zur vollendeten Klarheit gekommen. Zwar gehört das Beten 'u den natürlichsten Anlagen des Menschen, da mir uns keinen Zeitpunkt in der Menschheitsentwicklung vorstellen können» wv der Mensch erst beten lernte: aber es ist allseitig zugestandaß erst der jüdische Monotheismus die eigentliche Note für das Gebet entdeckt und die ewig gültigen unerreichten Vorbilder für die Gebete der Kulturmenschheit geliefert hat. Der jüdische Genius in seiner Eigenart ist sich bei der Schöpfung der reinen religiösen Ausdrucksform. des jüdischen Gebetbuches während einer mehr als tausendjährigen Periode in unvergleichlicher Konsequenz treu geblieben. In jedem einzelnen ^ebct, ja in jeder kurzen Benediktion ist das Zurückgehen auf den religiösen und sittlichen Urquell des jüdischen Geistes, auf die Heilige. Schrift, sichtbar. Nicht bloß die Ausnahme zahluicher ganzer Psalmen in unübertrefflicher Auswahl, sondern auch öie Aneinanderreihung vieler Bibelverse Und der Gebrauch biblischer Redewendungen läßt uns in jedem Satz den Zusammenhang mit dem Urgrund der jüdischen Weltansicht erkennen, ^in Mosaik der Heiligen Schrift ist unser Gebetbuch. Der Geist der Bibel ist der Geist des Siddurs. Dieselbe Klarheit und Reinheit der Gedanken leuchtet hier wie dort: Kein unverständliches Wort, kein Mysterium. keine Gefühlstrunkenheit. Die tiefsten Probleme der Religion: Sünde, Buße und Verzeihung, Erlösung und innerliche Erneuerung. Einheit und Einzigkeit frptU'3 irn letzten Zusammenhang mit der Einheit und Harmonie be? Menschenherzens, die göttliche Weltregierung und Vorsehung uno die Natur als gesetzmäßiger Ausdruck des göttlichen Schöp- ^rivillens erscheinen in: jüdischen Gebet mit überzeugender Selbstverständlichkeit, die jedes Grübeln und jeden Zweifel aus- Ichließt, gelöst. Ueberall dringt das. kindliche Vertrauen zur göttlichem Allgüte hindurch und erzeugt den Geist' der Freude an Gott und Welt» selbst roo die Erinnerung an die erlittenen Unbilden der Geschichte sich hervorwagt. . ^/nn aber die Bibel die Schöpfung.der jüdischen Volksseele ist es dann nicht natürlich, daß das Gebetbuch, das ' eine v-öuiel im Kleinen" genannt werden kann, sich an die jüdische Mmeinschaft wendet und den Gesamtgeist repräsentiert? - Un- }2 ®obcte sind durchgängig im Plural gehalten. Sie sind aus- Gemeindegebete. Das Individuum tritt zurück und Aus dem Inhalt: Rabb. Dr. Löwenstamm, Spandau: Das jüdische Gebet. — Dr. M. Spanier, Magdeburg: Etwas über Glauben uni» Beten. — Dr. Hugo Spiegler, Wien: Wiener Brief. * Max Bosenfeld, Dresden: Erquickung. — Dr. M. Spanier, Berlin.- Psalm 129. — Franziska Mann: Ihr großer Augenblick. — Arthur Schweriner: Ein verpfuschtes Leben? — u. a. m. ch * Aus den Gemeinden. — Der jüdische Sprechsaal. — Bücherschau. — Aus der Bewegung. — Bersammlungskalender. — Kalendarium. Synagogenbauten. In London wurde von Claude I. Goldsand - Montefiore der Grundstein der neuen liberalen Synagoge gelegt, die für 14 000 Menschen Raum bieten soll. Die Kosten des Baues sind auf 46000 Pfund Sterling, die der Einrichtung auf 10000 Pfund Sterling veranschlagt. * * * Die jüdische Gemeinde Salonikis plant den Bau eines großen jüdischen Prachttempels und hat zwecks Erhaltung von Entwürfen ein Preisausschreiben erlassen, an welchem sich jüdische Architekten und Künstler der ganzen Welt beteiligen dürften. Für den besten Entwurf hat die Saloniküer jüdische Gemeinde einen Preis von 15 000 Drachmen ausgesetzt. August von Wassermann gestorben. Am 16. März verstarb zu Berlin im Aller von 59 Jahren der Direktor des Kaiser-Wilhelm-Institutes für experimentelle Therapie, August von Wassermann. Akt ihm ist ein Forscher dahingegangen, dessen Name wie kaum ein zweiter der zur Zeit lebenden Beizte überall in der Welt bekannt ist, wo Wissenschaft llche Medizin gelehrt und geübt wird. Er war ein Schüler Robert Kochs, mit welchem er 1891 .die Toxine entdeckt hat, sowie Paul Ehrlichs, der ihn seinen bedeutendsten Schüler nannte. Weltberühmt wurde er, als er im Jahre 1906 die Blutprobe auf Syphilis, die unter dem Namen „Wassermannsche Reaktion" ihren Siegeslauf über die Welt angetreten hat, entdeckte. August von Wassermann ist der Sohn des verstorbenen Hosbankiers Angelo von Wassermann und wurde 1866 in Bamberg geboren. Er stand jüdischen wissenschaftlichen Bestrebungen nahe und förderte insbesondere die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums zu Berlin, die ihn vor zwei Znhren anläßlich ihrer Jubelfeier gleichzeitig mit Eh. R. Bialik und anderen großen jüdischen Persönlichkeiten zu ihrem Ehrenmitglied ernannt hat. Der Alpenskandal. Am 13. März abends fand in den Spichernsälen im Westen Berlins die bereits angekündigte ordentliche Hauptversammlung der Sektion Berlin des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins statt. Hauptprogrammpunkte waren die Wahl eines neuen Vorstandes und die Erteilung von Richtlinien an denselben. Der bisherige Borstand hat, wie schon mitgeteilt, einen antisemitischen Aufruf an die, Eektionsmitglieder gerichtet, in welchem auf das Ileberhandnehmen des jüdischen Elements innerhalb der Sektion hingewiesen und vorgeschlagen wurde, eine Beschränkung der Neuaufnahme jüdischer Mitglieder vorzunehmen, um-so allmählich den Anteil der jüdischen Mitglieder, die schon jetzt etwa 30 % der Gescuntmitgliedtchaft ausmachen sollen, „auf ein erträgliches Maß h-rrabzudrücken. Außerdem soll bei der Ausnahme neuer Mitglieder eine Prüfung der bergsteigerischen Leistungen in Anwendung kommen. Die Hauptversammlung nahm einen sehr bewegten Verlauf. Bom Beginn an war zu merken, daß das antijüdische Element überwog. Es bildeten sich zwei Parteien. Die eine, antijüdischr, propagierte die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes mit Dr. Hamptner an der Spitze, die andere, demokratische, setzte sich für die Wahl eines neuen Vorstands unter drm Vorsitz des Herrn Germershausen ein. Es wurde zur Wahl geschritten. Auf die Liste Dr. Hauptner wurden 1266, auf die Liste Germershausen 739 Stimmen abgegeben. Somit ist der alte Vorstand wiedergewählt. Antragsgemäß erteilte die Hauptversammlung dem wiedergewählten Vorstand die Ermächtigung, bei Aufnahme neuer Mitglieder nach Gutdünken zu verfahren, d. h. die Neuaufnahme jüdischer Mitglieder zu beschränken. / Das Resultat der Abstimmung machte auf die anwesenden jüdischen Sektionsmitglieder einen niederdrückenden Eindruck. Wie sich die jüdischen Mitglieder mit der neuen Sachlage abfinden werden, steht noch nicht fest. Im allgemeinen herrscht die Stimmung vor, keine schwerwiegenden Konsequenzen zu ziehen, vor allem nicht aus der Sektion auszutreten, sondern den Kampf innerhalb der Sektion weiterzuführen.

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