Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 5 (1925)
- Issue
- 9 (27.2.1925)
- Date
- 1925-02-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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5. Jahrgang Hummer 9 1. Leilag« 27; Kevrnar 1925 Demastiewng. ■Jidcböcnt öie Wahlen -junt "Prcuölfcfjcii £anücsacrbanö. Mi- \thcx Gemeinden vorüber sind, ist eS wieder möglich. aus der ..^ndisöieir Rundschau" ein etwas klareres Bild zionistischen -MilenS zu gewinnen, als es während deS Wahlkampfes der siall war. Das Organ der zionistischen Vereinigung für Deutschlj;0 hatte sich banmlr, in den Dienst der jüdischen VolKspartc':" ^stellt und muszte sich eine gewisse Zurückhaltung auserlegen, itm die (übrigens von niemand geglaubte) Fiktion ausreckt,zu erhalten, daß die „jüdische VolkSpärtcl" keine zionistische Partei jei. Vach dein die jüdische Volkspartei" bis zu den nächsten Wahlen wieder in der Versenkung verschwunden ist und der Reunomer-Richtzionist, Herr Lehrer Steiichardt-Magdcburg, durch- .lesalien ist, übrigeirs auch selbst zionistische Blätter daS Wahlc/gebuiS für die „Jüdische Volkspartei" als zionistischen Er-. >>!g gebucht haben, kann auch die „Indische Rundschau" wieder von einem Zionismus reden, der sich in seiner Eigenart nicht zur Proxcigiernng während eines Wahlkampfes eignet. l. Rachden: man van vielen Richlzionistcu namhafte. Beiträge für -en „Keren Hajessod" erhalten hat und vermutet, daß die Spenlienetngänge von dieser Seite, in Zukunft geringer sein werden, gibt mari In einer nicht gerade schönen, aber offenen Weise den nichtzionistischen Keren Hajessod-Zeichnern den Eselstritt. Herr Georg H old heim sagt in seinen „Bemerkungen über den Keren Hajessod" in Rr. 13 der „Indischen Rundschau" diesen naiven Idealisten folgendes: „Die zuverlässige Basis des Keren Hajessod können allein die Zionisten bilden. Hierüber können die großen Zeich- irungen. die wir mitunter von Richtzionisten bekommen baden und hoffentlich weiter bekoimnen werden, nicht hinwegtäuschen." Dabei war die geistige und materielle Mitarbeit nichtzionist:- scher Kreise an dem Werke des Palästinaarffbaus in dein Verstauen begründet, daß die Verwaltung der eingehenden Mittel in einer Art erfolgen werde, die die nichtzionistischen Zeichner nicht zu verkapplc-n Zionisten stempeln muhte. Will man jetzt unbequeme Kontrolleure loS werden, damit man den Keren Hajessod such öff ent lick) zu dem machen kann. waS er nach Gerhard Holdheim schon heule ist. dem „Finanzinstrmnent kat erochen der nationalen 'p-alästinakolonisation"? Dann wird cS an der Zeit sein, daß auch die Kreise, die bisher in besienr Glauben ein Werk gefördert haben, das. wie sie meinten, rein philantropischen Md kulturellen Zwecken diente, aufhören, den Zionisten „Zufälle und günstige Gelegenheiten" zu geben, mit nichtziouistischen Mitteln zionistlsch-pMtische Ziele zu fördern. Mau mag zum Keren Hajesjod stehen, wie nran will: wenn er dem Einblick neutraler Kontrollinsianzen entzogen ist, wird er zum zionistischen Kampffonds, dessen Auffüllung durch Richtzionisten ein Verbrechen an der eigenen Gesinnung und Aeberzeugung bedeutet. ' II. Ein eigenartiges Licht wirft folgender Vorfall auf die Zukunftsausfichten und Zukunftsbilder einer nationalen Palästiuakolonijatiou: Kommunistische jüdische Arbeiter hatten nach einem blutigen ^stisammenstoß bei Aiule ^Palästina) einen angeblich aufreizenden Aufruf veröffentlicht, in dem die zionistische «und die Arbeiterorganäsotion der Mitschuld am Bliutvergiehen bezichtigt ivuvde. Daraufhin versuchte man die Zionisten auS der Arbeiter- Küche in Tel-Arviw zu verdrängen, wobei es zu Schlägereieir kam. dis «in Eingreifen der Polizei notwendig machten. Die darauf folgende Gerichtsverhandlung, die ein jüdischer zionistischer Richter leitete, endigte mit der Verurteilung eines Teiles der Avgekiagien zu Haft und Landesverweisung. - Bei einem Teile der Angeklagten wurde in der Berufung dieses Urteil aufgehoben, aber einer der Verurteilten auf „adnrinistrativem" Wege deä LarcheS verwiesen. In dem Artikel eines Herrn MofeS Beilinfon aus Tel-Äwiw („Die IudenauSweisung aus Erez^lfrael Ar. 13 der .Jüdischen Rundschau"), dem diese Schilderung entnommen ist, heißt es: „Die bürgerliche Presse verhält sich dem ganzen Vorfall gegenüber gleichgültig und nur die letzte — administrative — Ausweisung rief schwachen Protest hervor. Die gerichtliche f Verurteilung zur Landesverweisung fand man aber in der : Ordnung." In der zionistischen Presse liest man inrncr wieder, der jüdische Staat in Palästina solle in jeder Beziehung vorbildlich sein bzw. werden. Man denke sich aber nur einmal, daß ein deutsches Gericht deutsche Kommunisten zur Landesverweisung verurteilen würde, und mache sich klar, wie ein derartiges Arteil ln der gesamten Kulturwelt ausgenommen würde. Man wird dann ermessen, wie weit die Zivilisten ln Palästina davon entfernt sind, ein jüdisches Gemeinwesen zu schaffen, das auch nur im entferntesten >n der Schaffung und Ausübung staatsrechtlicher Grundsätze das erreicht, was z. B. deutsche Juden zugunsten einer nationalen Heimstätte in Palästina ausgeben sollen. Eine grauenerregende Insimklosigkeit offenbart sich In dem geschilderten (auch von Herrn Bcilinson mißbilligten) Vorfall, auf den im allgemei neu Inte reffe nicht näher eingegangen werden soll. III. In der gleichen Rümmer 13 der „Jüdischen Rundschau" schreibt der zionistische Führer Dr. Arjah Tarlakower, Lodz, einen außerordentlich lehrreichen Artikel „Zur Frage der zionistischen Galuth- Politik". Er'stellt in diesem Artikel u. a. fest: . „Der- Zionismus ist eine nationale Wlrderauftebungsbewegüug,.mit deren Programm'die Palästinaarbeit nur einen, allerdings l den, weitaus wichtigsten, aber doch .nur einen Punkt ausmach t." - Diese Feststellung ist besonders interessant. wenn man bedenkt, daß die Zionisten bei der Werbung für den Keren Hajessod immer sotun. alS 'bestehe diezionistische: Arbeit allein im Ausbau' Palästinas. Dem ist aber nicht so, sondern Dr. Tartakowcr spricht eS offen aus: - „De r Zi on i S m u s inu ß a u ch d i e iv e l tg e h e nd st e Wicderaufrichtung des nationalen Lebens in dar Galuth-an streben." ' Er. ist für Dr. Tarlakower selbstverständlich, daß die Aufgaben des Palästinaaufbaus'und' der Wiederaufrichlung jüdisch-nationalen LebcnS in der Zerstreuung'Hand in Hand gehen müssen und sich nicht trennen lassen. 'Daß, wer irgendwie ideell oder materiell als Zionist oder Richlzio'nist dem Palöstiuaaufbau dient, der nationalen und kulturellen Entwurzelung aller nicht in Palästina lebenden Juden Vorschub leistet, geht auS folgenden Ausführungen des Verfassers gegen Schluß seines Artikels hervor: „Es mutz aber schließlich doch die Erkenntnis durchdringen, daß Palästina- und Galutharbeit eigentlich nur zwei Seiten derselben Erscheinung sind, und daß eS auf die Dauer unmöglich fein wird, ein einheitliches jüdisches Palästina zu schassen, solange e S kein einheitliches j ü d i s ch e g Volk in der Galuth gib >." Dr. Tarlakower stellt fest, daß Palästina- und Valutapolitik nur von einer Organisation gemacht werden darf. Ein bezeichuendcS Licht auf das Auftreten der sog. .jüdischen. VolkSpartei" bei innerjüdijchcn Wahlkämpfen wirst folgende Bemerkung deS Verfassers: „Die Zeit der naiven Versuche, besondere nationale Vereine oder Parteien neben der zionistischen Organisation zur Führung der Galuthpolitik zu gründen, deren Mitglieder fast ausnahmslos ditesetben wie die der zionistischen Organisation waren, gehört bereits ganz zur Vergangenheit." Hoffentlich geben die Zionisten bei den nächsten innerjüdischen Wahlen dieser „naiven" Annahme Ihres Freundes Tartakower recht, indem ste ruhig als das, waS sie sind, in den Wahlkampf treten. Dann wird dieser Wahlkampf auch ein klareres Ergebnis in der Frage der Stellungnahme zum Zionismus zeitigen, als es am 1. Februar 1625 der Fall war. Die Zionisten werden im Interesse einer reinlicher Scheidung nicht mehr durch phrasenhafte Betonung eines „positiven" IudeninmS, unter dem sich jeder etwas anderes denken kann, Wähler fangen, sondern sie wenden sich die klarem Forderungen des Herrn Dr. Tartakowcr öffentlich in ihrem Wahlprogramm zu eigen machen, aus denen wir daS bezeichnendste noch zitieren wollen: „ES muß ein einheitliches WirtschaftS- und Kulturprogramm für die Galutharbeit geschaffen werden, daS ebenso allgemein verpflichtend und ebenso von der Willkür einer einzelnen LandeSorganisation oder Gruppe unabhängig sein soll, wie eS im großem und ganzen daS Palästinaprogramm ist. . . Die wenn auch nur teilweise wirtschaftliche und geistige Wiederauslebung deS jüdischen Volkes in der Galuth und, waS ebenso wichtig ist, die Zusammenschweihnng all her zerstreuten und beute vielfach sehr von einander verschiedenen Teilen in ein einheitliches oder zumindest zur Einheitlichkeit strebendes Volk kann nur auf diese Weife erreicht werden." Jedes weitere Wort hierzu, außer den folgenden, wäre überflüssig. Die deutschen Richtzionisten, denen ihr Judentum zu hoch steht, als baß sie eS zum Gegenstand irgendwelcher Experimente nmchen ließen, denen außer diesem auch ihr eigenes kulturelles, politisches und rein-körperliches Leben auf deutschem Boden zum Opfer fallen kann, werden hoffentlich in Zukunft-die gebührende Antwort auf die wnh r e n zionistischen Forderungen zu finden wissen. Dr^ M-a x M a yer. Berlin. Jüdische Tuberkulose-Fürsorge. Zur umfassenden Bekämpfung der in den letzten Jahren in bedenklichem Maße gestiegenen Tuberkuloseerkraukungen aller Art unter den Juden in Deutschland hat sich eine Arbeitsgemeinschaft aas den an die Zentralwohlfahrtsstelte der deutschen Juden angeschlosfenen Organisationen (Iüd. Frauenbund, Deuffch.- Israelitischer Gemeindebund, Großloge für Deutschland, Zionistische Vereinigung) zusammen mit der Zentralwohlfahrlsstelle selbst unter dem Romen „Iüd. Tuberkulose-Fürsorge" gebildet. Die neue Gründung hat auch die Fortführung der vor einiger Zeit auf Initiative deS Jüdischen Frauenbundes eingeleiteien Sammlungen und sonstigen Vorarbeiten zur Bekämpfung der Tuberkulose übernommen. Die Arbeitsgemeinschaft hat es sich zur Aufgabe gestellt, eine großzügige SammlungSaktion in Deutschland dnrchzusührcn, auS deren Erträgnissen zunächst ein Heim sür tuberkulöse Frauen, Mädchen und Kinder geschaffen werden, ein weiterer Teil zur offenen Bekämpfung der Tuberkulose in den einzelnen.Gemeinden verbleiben soll, während der Rest zur Errichtung etwa weiterer notwendiger Heime verwendet werden wird. , Mit der Durchführung der Sammlung wurde eit» von den Gründerorga-nisalionen eingesetzter Finanzausschuß betraut, der seine. Arbeilen bereits ansgenoinmen bat. Gleichzeitig-mit der Vorbereitung der Finanzakliou finden bereits Vorverhandlungen über den Erwerb eines für das erste zu gründende Heim geeigneten Objektes statt. * - * * ' Die neubegründete jüdische Tuberkulosc-Fürserge (Arbeitsgemeinschaft der an die Zenttcilwohlsahrtsstelle der deutschen Juden angeschlossenen Oraaittsakioiien) die eine Denkschrift über die Entwicklung der Tuberkulose unter den Inden in Deutschland berauSgeben will, bittet auf diesem Wege alle Spezialär.ste mit stid.-Klientel ihr möglichst umgehend Daten ans ihrer Praxis, über die Entwicklung der Tuberk'ulofesältein den letzten Jahren im• Verhältnis zur Vorkriegszeit mitzuieilen. Zuschriften 'erbeten sin Zentralwohlsahrtsslelle der Deutschen Juden, Berlin E2, Rosenstraße 2-1, für Tubcrkulose-Fürsorgc. Del- Wahlkampf zur Landesversammlung in Krankfmi a. M. In der ziueitgrbstteu Gemeinde PrenHeus war feit 1607 nicht mehr um jüdische Dinge in einein WahlKmnps gestritten worden. Tümal-7' rvaren 3812 Wähler erschienen, unter ihnen auch die Ostjuden, denen tu Franlrsurt non scher da? Wahlrecht zustand. aber Keine Frauen. Tie höchste Stiinrnenzahl. die ans einen libe ralen Kandidaten entfiel, betrug 2152. die höchste Zahl, die sür einen konservativen abgegeben wurde, belief sich auf 1420. Roch erbittertem Wahlkamvf hatten also die Liberalen etwas über 60 die Konservativen na beut i()% der übergebe neu Stimmen er hat len. Seitdem Hölle man sich bei den Gemeindewahlen immer geeinigt, cülerdings vornehmlich infolge des großen Entgegenkommens der Liberalen, .die Sitze iit der Gemeindevertretung abgaben, - vor allem, um and) die Zionisten und Ostjuden „zu ihrem kom men zu lassen. 21 af diese Weise schrumvste die liberale Mehrheit ilnmer stärker ztlsamineu, so daß zttr Zeit in der Gemeindevertcetung 16 Liberale iitzeu. tuüljvcub Konservativen, Zionisten und Ostsuden über.17 Mandate versiigen. Trotzdem der Liberalismus den anderen Parteien gegenüber fortgesetzt erhebliche Opfer brachte iurd keine berechtigte Forder'.lug derselben je unerfüllt blieb, wuchsen die Einsprüche der Konservativen innerhalb des Gemeindelebens immer stärker. So lvurde noäz wenige Wochert vor der Wahl zur Landesversarnmlung von den Konservativen die Forderutlg ausgestellt, daß der Rektor der bei dem Philanthropin bestehenden jüdischen Volksschule unter allen Umsläitdeu ein Konservativer sein und daß die Sclzule in traditionell konservativem Sinne geleitet tverden müsse. Wer die besonders ausgeprägte Färbung der Frankfurter konservativen Richtung, kennt, kann, sich vorstellen, mtc es in einer so geleiteten Schule etwa einem 14jährigen Frmgen ergehen mag, dessen Ellern ihn an irgend einem Fasttag dritter Ordnung mit einem Brötchen in die Sckiule schicken. Auch auf dem Gebiete der Wohlfahrtspfle-e steigerteu sich in letzter Zeit die konservativen Ansprüche derärt^ daß ein Zusammenarbeiten im höchsten Maße erschüpert erschien. Zn diese zugesvitzte Situation hinein fiel die Fragei der Mahlen zur. Landesversammlung. Die Liberalen boten aus der Grundlage der Wahl von 1967 ein. Kompromiß an. wonach ihnen 6 Sttze. den übrigen Parteien 4 Sitze Zufällen sollten. Dies eigentliche schon abgeschlossene Kompromiß wurde dann in letzter Stuntwdurch die Zionisten gebrochen, die behaupteten, daß sie ein Aecht ans eine größere Anzahl von Sitzen hätten. Der Liberalismus wollte feivstverstäMich nicht ohne Kampf auf die A^ehcheit verzichten und so kmn es zu diesem.' Konservative, Zionisten und Ost juden schlossen-sich zusammen und sie hofften, insbesondere mit Hilfe der Ostjuden, deren Zahl sich seit.1907 erheblich vergrößert hat. mit Sicherheit auf einen Sieg. Die Zionisten hatten offen bar schon von langer Hand her die Vorbereitungen getroffen and leisteten zum größten Teil die Arbeit im Wahlkampf.' Mindestens 6 große öffeniliche Versammlungen der vereinigten Gegner fon den statt, zu denen man sich in der Person der Herren Dr: Kollenscher und Moritz A. Lovb aus Berlin zugkräftige Redner verschafft hatte. Zn der größten dieser Versammlungen trat auch der Fiihrer des Kottfervativeir Rabbinats. der erst vor kurzem Zap echte Trinkkur mit 'S Sodener Mineral* huste«, gegen Heiserkeit, versihlelmtmg. €tit 4» fahren -tivlzroöewtt^t. Sodener Wasser von vorzüglicher Wirkung. Cs wirb die Naucherwelt interessieren, zu - rsahren, daß die seit Zahrzehnten als besonders! etstungsfähig bekannte Zigarren-Import-Firma Otto Doenicke, Berlin W 8 Französische Straße 21. infolge icilweiser Freigabe der Einfuhr für H a v a n a -Z m y o r t c n ihre alten Beziehungen zu den Hananeser Fabriken, welche der Gründer der Firma, Herr Otto Boenicke, als Einkäufer van H. Upmänn er Co., während feines mehrjährigen Aufent- Sialtcs in Havana anqeknüpft hatte, wieder nufgenommen hat. Wird von allen Liebhabern dieser edelsten Klasse von Zigarren die Freigabe der Einfuhr nach zehnjähriger Unterbrechung an sich schon begrüßt, so ist es doppelt erfreulich, daß die Wiederaufnahme des Importes mit einer ausgezeichneten Tabakernte auf Euba znsammenfällt, die in. Anbetracht ihres nicht allzu schweren, eher leichteren Charakters für den deutschen Geschmack besonders geeignet ist. In der Tat sind die in den letzten Monaten ausschließlich von der Firma Otto Boemcke direkt von Havana bezogenen irischen Imvorten der bekannten Marken I-'.I -Vguila do Oro (Bock y Cia), La Africana, ( abanas y Carbajal, La Carolina, La Corona, 1 lor de Henry Clav, Flor de J. 8. Murias y Cia, Villar y Villar usw. ausgezeichnet und bisher von allen Seiten außerordentlich günstig beurteilt worden. Zn der guten Aufnahme auch die trotz hoher Steuern verhältnisnräßig rriedrige Preisgestaltung beigetragen haben, welche nach den bisherigen hoheir Preisen für ans Umwegen hereingekommene Ware für die Raucherwelt eine angenehme leberraschimg war, indem von der Firma Otto Boenicke frische Importen kleinen Formates schon mit 70 Pf. angeboteu werden. Diese garantiert für einen hcrvorragcndell Ausfall, da ihre Sendungeir vor der Verschiffung von ihrem in Havana ansässigen Vertrauensmann geprüft werden. — Der Grundstein zu dem bis zum heutigen Tage — PS 10 LZZZWZMZG Ic MB " .BTTc'dgLll StT-ViCnB ilipzTg c!^/Vstßeg ' cic.Aü^eN.r 0:TT0_BqENKK? HAVAN» -1>L OT TC FiBO EKICK e HÜMj if - 1:' , —J. OTTO. j^&OENIcKeWHorucrtPuNtKi Geschäftsfront der Zigarren-Import-Firma Dtt» Doe»öcke, Berlin W8, Französische Straße 21. erhaltenen Renommee der Firma Otto Boenicke wurde nach der im Jahre 1879 unter dem Nomen Boenicke & Eichner erfolgten Gründung durch die Leistungsfähigkeit im Havana'ImporteN'Geschäft gelegt. Die Inhaber verstanden es aber, gleichzeitig auch ausgezeichnete Spezialinarken von in Deutschland gzarbettoten Zigarren aller Preislagen zn schaffen, Wwn vrrschitztzne'. in. verhqltnzrv mäßig kurzer Zeit Weltruf erlangt haben. Welcher verwöhnte Rancher kennt nicht die Svezialmarke „V r i n c i p o do 1 a Pa die jahrzehntelang in Deutschland öoim* ■ niertc, bis sie ein Opfer der durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse auf dem Tabaksmarkte wurde. Sie ist aber vor einiger Zeit in den altbewährten Qualitäten und in den jetzigen Ansprüchen augepaßten Formaten ilcn erstanden und hat bereits ihre alte Beliebtheit wieder erlangt. Eine nicht minder glückliche Hand hatte die jetzige Geschnftsleitung irr der Herausgabe des Hausmarke-Coronas-Sortimentes, das gewissermaßen über Nacht berühmt geworden mrd dessen Absatz beispiellos ist. Nicht zu vergessen ist neben all den hochfeinen Nachtisch- Zigarren, welche den verwöhntesten Geschmack befriedigen, die vor wenigen Jahren geschaffene derrtsche Havana-Spezialmarke „Flor de I’robanza", neuartig in Anbetracht ihrer der Frischhaltung wegen gewählte,: Verpackung in Blechdosen. Von jeher wird von der Firma Otto Boenicke größter Wert auf einwandfreie, gutschmeckende Zigarreir gelegt, selbst in den niedrigsten Preislagen von 8 Pf. an. Jedoch lassen sich diese aus rein überseeischen Tabaken gearbeiteten billigsten Zigarren infolge höherer Rohtabakspreise in den jetzigen Qualitäten nicht mehr neu Herstellen. Daß die Firma Otto Boenicke mit ihren Fabrikaten etwas' Besonderes bietet, beweist der riesenhafte Ausschwung, welchen sowohl das Ladenals auch das Versandgeschaft in den letzten Jahren genommen hat. Die illustrierte Preisliste wird . i^^In^ffen^gxn^zngesVdt.