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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-01-16 · 3 (16.1.1925) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
3 (16.1.1925)
Date
1925-01-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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...... 81 BÜCHERSCHAU. ff T " T Alfred Leicht, Prof. Dr., Studiendirektor in Meißen, Lazarus, Gedenkschrift zum 100. Geburtstage des Begründers der Völkerpsychologie. Mit Bildnis nach Lenbach. J. Kaufmann, Verlag, Frankfurt a. M. 1924. br. 2 M. Zu Lazarus’ hundertjährigem Geburtstag ließ sein Lieb- Jingsschüler, Alfred Leicht, Verfasser von „Lazarus, der Beründer der Völkerpsychologie und Lazarusstudien", eine Geenkschrift erscheinen, die auf 53 Seiten eine ausgezeichnete Gebersicht über das Lebenswerk des Philosophen lind des Menschen Lazarus bietet. Liebe des Jüngers zu seinem Meister führt dem Autor die Hand. Er stellt ihn in eine Reihe mit Spinoza und Mendelssohn als der vornehmsten Vertreter des Judentums der neueren Zeit, dessen Leben und Lehre vollendete Harmonie zeigt. Er feiert ihn als Fahnenträger des Idealismus, als eine Persönlichkeit, die mit gleicher Treue am Deutschtum wie am Judentum festhielt, dem |udentum zugleich in seiner Rückkehr zur prophetischen Religion neue Bahnen weisend. „Sein Wahlspruch „Treu und frei" auf der Tafel an seinem Grabhügel in Meran, charakterisiert das ganze Lebenswerk des Mannes, der, mitten im Leben stehend, für, den Frieden kämpfte, für die messianische Friedensidee, für das Reich Gottes." Urteile berühmter Zeitgenossen über Lazarus, Hervorhebung seiner geistigen und menschlichen Beziehungen zu den Größten seiner Zeit, nehmen einen verhältnismäßig großen Raum ein und tragen dazu bei, das Büchlein zu einer genußreichen Lektüre zu machen. Rabbiner Dr. Selig mann, Frankfurt a. M. Von jüdischer Not, 2. Heft des Bundesblatts der „Kameraden", deutsch-jüdischer Wanderbund, September 1924. Was junAc jüdische Menschen über ihr Judentum zu sagen haben, hat in dem vorliegenden Heft einen überaus lebendigen Ausdruck gefunden. Der Geist der Jugendbewegung ist aus der zwanglosen Folge der einzelnen Beiträge und aus der oft recht temperamentvollen Art, mit der die Frage nach der Bedeutung jüdisch-religiösen Wesens gestellt und beantwortet wird, herauszqspüren. Dabei hebt sich erfreulicherweise eine Gruppe heraus, der das Bewußtsein der jüdischen Not unserer Tage den Willen hat schaffen helfen, in jüdische Lehre und jüdisches Leben hineinzusteigen. Hier wird nicht mehr von dem Judentum als Totalität gehandelt, sondern einzelne Stoffe aus jüdischem Sein sind herausgegriffen. Darum sind auch vielleicht die Beiträge von Erich Hirschberg, der von dem Gottesdienst der Breslauer Ortsgruppe handelt, und von Martin Goldner, der das uw’chcn ten pach d’ cho übersetzt hat, als wahre Fortschritte für die religiöse Erneuerung des Judentums anzusprechen. Der anderen Gruppe ist Jüdische Not noch ein ziemlich ungeklärtes Erlebnis. Die einen suchen sich aus ihr durch allgemeine Erneuerungsaufrufe und durch eine — oft recht unzulängliche — Skizzierung der wesentlichen Komponenten des Judeseins: Tradition, Gesetz, Ethik, Glaube, soziologischer Begriff, herauszuhelfen. Es ist erklärlich, daß auf dieser Seite sich die Leugner der Erweckung religiösen Gefühls am zahlreichsten finden. In der Ehrlichkeit ihrer Ueberzeugung aber sollten sie alle diejenigen, die glauben, auf dem Wege zu neuem jüdischen Leben zu sein, veranlassen, doch einen Augenblick haltzumachen und die erneute Frage an sich zu richten, ob ihre gewonnene religiöse Einstellung wirklich ihrer inneren Ueberzeugung entspricht, In Erwiderung auf die Religionsleugner — aas möchte ich besonders hervorheben — weiß namentlich Martin Guttmann am tiefsten den Weg zu religiöser Handlung zu schildern, wenn er von dem Lauschen auf den Rhythmus des Lebens, von dem Streben nach seelischer Ruhe und innerer Einfachheit spricht. Eines sei noch herausgenommen: fast überall findet sich die Meinung, das, was die Verfasser der einzelnen Beiträge wollen, sei weder orthodox noch liberal. Das ist richtig, wenn man an die liberale Gemeindepartei von heute und an den bestehenden liberalen Gottesdienst denkt Aber wenn liberal bedeutet, dem religiösen Impuls der Zeit und des einzelnen gegenüber der Tradition Rechnung zu tragen — und ich meine, das sei doch liberal — dann zeugen alle diese Beiträge von liberaler Gesinnung. Es wäre gut, wenn die Kameraden dafür kämpften, daß der Liberalismus seinem wahren Wesen wieder nähergeführt wurde. Im ganzen dürfen wir den Kameraden dankbar sein, daß sic ein solches Heft herausgebracht haben, denn es kann uns allen die freudige Gewißheit bringen, daß der Geist des Judentums wieder mächtig ist. Ernst Heinrich S e 1 i g s o h n, Berlin. Jüdische Flieger im Weltkrieg — Felix A. Teilhaber. Verlag: Der Schild, Berlin. Felix A. Teilhaber hat den Ruf der häufig nach heftigem Kampf durch deutsche Schützengräben eilte — „Der Angriff ist abgeschlagen fertig machen zum Gegenangriff" — richtig verstanden. In einem Augenblick, in dem überall die deutsch-völkische Schmutzflut abzuebben beginnt, und bei der Volksmasse kritische, sachliche Betrachtungsweise der Dinge wieder sich einzustellen scheint, läßt er die 2. Auflage seines Buches „Jüdische Flieger im Weltkriege" herausgehen. Keine trockene statistische Aufstellung, die niemand liest, deren Endzahlen man höchstens verwenden kann, die aber ohne Eindruck bleiben — nein — eine bunte Schilderung jüdischen Heldentums, geschmückt mit Bildern fliegerischen Erlebens. Es ist ein Buch, das man durchlesen muß, hat man mit dem vom ehemaligen Inspekteur der Fliegertruppe Oberstltnt. Siegert zur Verfügung gestellten Geleitwort erst begonnen. Eine gute Waffe im Gegenangriff, um in unermüdlicher Arbeit die vergiftete deutsche Volksseele wieder zur Gesundung zu bringen, aber auch ein Ehrenbuch, geeignet, kommenden Geschlechtern von persönlicher, kalt-berechnender Tapferkeit deutscher Juden zu berichten. War es doch die Fliegerei, die Gelegenheit gab, den Mut, die Entschlossenheit des Einzelnen besonders^ in Erscheinung treten zu lassen. Das Buch macht auf Vollzähligkeit keinen Anspruch, es bildet nur einen Ausschnitt aus dem von Juden bei der Fliegertruppe Geleisteten — haben sich doch noch nach Abschluß des Buches eine recht erhebliche Anzahl jüdischer Flieger gemeldet. Es wäre zu wünschen, daß der Erfolg seines Werkes den Heraus- Seher ermutigt, eine ähnliche Schilderung jüdischen Heldcnims bei den übrigen Waffengattungen zu beginnen. Gewiß eine riesige Aufgabe, aber sicherlich eine dankbare. :I : i R u d o 1 f A p t, Bremen. Fritz Mordechai, Kaufmann: Gesammelte Schriften, BcrFu, E. Laub’sche Verlagsbuchhandlung. Eugen Höflich: Die Pforte des Ostens. Das arabisch-jüdische Palästina vom Panasiatischen Standpunkt aus. Benjamin Harz Verlag, Berlin—Wien. Zwei Bücher von zwei grundverschiedenen Verfassern, ganz verschiedene Probleme behandelnd und doch einig in dem einen Kampf gegen den offiziellen Partei-Zionismus. Beide Verfasser sind Zionisten und kommen zu einer Ablehnung der Art, wie von der Partei der Zionismus und das zionistische Ziel propagiert wird. Für uns, die wir den Zionismus aus religiösen Gründen ablehnen, ist die Kampfstellung. die die beiden Verfasser einnehmen, außerordentlich lehrreich und interessant. Wer den aufrichtigen verträumten und doch so überaus raktischen Kaufmann in seinen letzten Lebensjahren hat eobachten könneil, wer ihn begeistert hat reden nören über ostjüdische Volkslieder, und die Sprache, die nach seiner Meinung die Sprache des jüdischen Volkes ist, der muß bei der Lektüre der „Gesammelten Schriften" trotz aller grundsätzlichen Ablehnung des Standpunktes des Verfassers in wehmütiger Erinnerung seinen allzu frühen Tod beklagen. Und wer „Die Pforte des Ostens" liest, dieses Buch, das' voll Leidenschaft für eine andere Orientierung des Zionismus kämpft, de/* wird auch dem Verfasser dieser Schriften die Achtung nicht versagen können, die man vor jeder ehrlichen Ueberzeugung hat. Aber schließlich muß jeder nur jüdisch religiös und antinational gerichtete Leser dieser Bücher aus ihnen von neuem' die Ueberzeugung schöpfen, daß der Zionismus, besonders der der offiziellen Partei, Phantomen nachjagt. Wir sind immer der Meinung gewesen, daß man die besten Waffen gegen das Nationaljudentum aus national-jüdischen Schriften schmieden kann. In diesem Sinne empfehlen wir diese beiden Bücher. Robert Hirschfeld, Berlin. Ankauf W gratis I NIE WIEDER KRIEG. Die bilHgrifcEMuwfesteHt Ar Scbreibwaren ist Kteimaim&Co* fit Berlin GertrondlenatraRe 4»7 / Merkur wut Beil i, Leitzordner 80 Pf., zweiseitig« Kuyarta 1000 St 2^50 Mark, Feber- Bleistifte Dutzend 55 Pf. Akademisch und seminaristisch gebildete Religionslehrer für unsere Unterrichtsanstalt II (liberal) und öffentliche Schulen zu Ostern 1925 gesucht. Gehalt für akdomisch geh. Gruppe X, nach abgeschlossen nem Examen mit Aufstiegsmöglichkeit nach Gruppe XI RBO.; Breslau im Januar 1925. für seininar. gebild. Gruppe VII mit Aufstiegsmöglichkeit nach Gruppe VIII. Der Vorstund der Synagogen- N_Gemeind«._ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦♦♦♦♦♦♦»♦♦♦♦♦♦♦«♦»! 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