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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-01-02 · 1 (2.1.1925) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
1 (2.1.1925)
Date
1925-01-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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'"wwssHjr - aber mir, dem Nachdarkollegen vnd Schüler ist es ein Herzensbedürfnis, an diesem Tage von dem zu künden, wessen das Herz voll ist. Wie fruchtbar sein Arbeiten gewesen und noch ist, davon zeugen die in den „Philonischen Studien" zusummengesteilten Aufsätze, die M. Brann sei. zum 7u. Geburtstage dem Jubilar barbieren konnte, und das letzte Werk, das der Verfasser selbst herausgab, die „Gesamte Theologie und Philosophie Philos von Alexandria" Berlin 1923. jSchwetsöhke & Sohn.) Treitel ist seinem Spezialstudium, der Erforschung der Schriften des großen Alexandriners treu geblieben. Brann schreibt in dem Vorwort zu den „Philonischen Studien": „Wie Dein 1. 8peeimen doctrinae, für das Du zum Dr. phil. promoviert worden bist, der Form seiner Darstellung gewidmet war, so bist Du in Deinen höheren Semestern bei der Beschäftigung mit seiner Gedankenwelt stets der Liebe Deiner Jugend treu geblieben." Und diese Studien haben den Gelehrten begleitet auf seinen Wandersahren in der Provinz Posen (Koschmin), in Westpreuhen (Briefen), in Hamburg und in Karlsruhe, sie waren ihm Freunde geworden in dem stillen schwäbischen Landstädtch«» Laupheim, wohin er im Jahre 1896 berufen wurde und b8 vor zwei Jahren seines Amtes als Rabbiner walten durfte. Ich sage „durste"; denn es war keine Notwendigkeit, diesen heute noch geistesfrischen und geistesregen, körperlich gesunden Gelehrten „adzubauen", der wirklich nur leschew Schomain seines Amtes waltete und der heute schwer darunter leidet, daß ihm diese Möglichkeit genommen ward. Die Arbeiten Treitels sind aber gerade uns „liberalen Juden" von großer Bedeutung. Sie führen uns in die Gedankenwelt eines Philosophen ein, der mit dem Wissen Japhets in die Wohnung Sems eindrang, nicht aber, um dort Japhet allein herrschen zu lassen, sondern um mit vorurteilslosem Denken an die heiligen Schriften heranzugehen und sie zu erklären. Wir haben in Philos Werken zum erstenmal eine nationale Bearbeitung der Lehren des Judentums, nicht aber führte ätzende Kritik die Feder, sondern die Liebe zum Judentum. Und diese Liebe eines Philo zu seinem Judentum hat Treitel herausgefühlt, sie hat ihn bewogen, den Spuren dieser Liebe nachzugehen, aus der Lebensarbeit eines Philo das herauszuholen, was für den von Wert ist, der sein Judentum ebenso liebt und doch nicht den strenggläubigen dogmatischen Charakter mancher Lehren des Iudentums^anerkennen kann. Treitel ist ein Schüler Zacharias Frankel, Treitel ist der historischen Schule eines Graetz entsprungen und das zeigt sich allerorten in den Werken des Schülers: So behandelt er .jj. B. in einem Aufsatz „Der Nomos" insonderheit Sabbat imd Feste in philonischer Beleuchtung an der Hand von Philos Schrift Der Septeneario (Philonische Studien pag. 6 ff. u. Monatsschrift 1903) den Sabbat vvm Talmud wie vom philonischen Standpunkte. Wahrend nach dem Talmud der Sabbat eine theokratische Einrichtung, gleichsam Tatausdruck für das Adhängigkeitsverhältnis des Menschen von Gott, das Band zwischen Israel und Gott ist, ist es Philo gewesen, der „als glücklicher Fortsetzer der Theologie der Propheten" (wie Prof. Siegfried einmal von Philo sagte) klar und bestimmt die Theorie von der s o z i a l e n Institution des Sabbats ausgestellt hat mit Abstreifung des Nationalen und allesPartikularistjs ch e n ihm die weltumfassende Bedeutung gebend. So ist Philo der Sabbat eine göttliche, aber keine theokratische Institution. — Auch an anderen Stellen sucht Treitel darzuleaen, wie Philo den universalistischen Charakter des Judentums betont, so besonders in dem neunten Abschnitt seiner gesamten Theologie usw. (pag. 119 ff.). Philo kennt keinen „Gott Israels, keinen Nationalgott, für ihn ist das „Seiende" t o o n stereotyp die Benennung von Gott in dem erhabenen Sinne des Seins Gottes, dem einen, was wir von Gott aussagen können. Besonders beachtenswert und für jeden ' liberal denkenden Juden lesenswert sind Treitels Dar-! legungen von Philos Lehre von Gott, Philos Stellung zur Bibel, von der Mission des jüdischen Volkes. Interessant ist immer der Hinweis auf die Abhängigkeit Maimonides von Philo bzw. die Gegenüberstellung dieser beiden Philosophen in den Fragen des Judentums. Dem Werke eines Philos und Maimonides ist nur noch H. Cohens „Religion der Vernunft" an die Seite zu stellen und wir möchten am liebsten die Linie ziehen von Philo über Maimonides zu Hermann Cohen:! Eine solche Arbeit wäre des Schweißes wert. Durch die Hera usarbeitungdieser Probleme, durch die klare Darstellung der Anlworten eines Philo auf soviele Fragen, die uns heute alle noch GSDGGTGGGGSGSSGSGSSG! Jeder sende den sättigen Beitrag für das erste Vierteljahr 1925 in Höhe von Mt. 2,50 einschließlich Bezugsgeld für die „Jüdisch, liberale Zeitung" auf das Postscheckkonto der Vereinigung für das liberale Judentum <S. V., Berlin AW 7, Nr. 137069 sofort ein! Da, wo Ortsgruppen bestehen, sind hiervon Mk. i,— an diese abzuführen? wo keine bestehen, ist der volle Betrag von Mt. 2,50 an die Unterzeichnete Vereinigung zu zahlen. Sind mehrere Angehörige einer Familie Mitglieder der Vereinigung, so ermäßigt sich der Mindestbeitrag für das zweite und jedes weitere Familienmitglied auf Mt. i,so? von diesem Betrage sind da, wo Ortsgruppen bestehen, Mk. o,so an diese abzuführen. Oie ordentlichen Mitglieder der „Füdisch-liberalen Zugendvereine" haben nur Mt. l, — vierteljährlich für ben Bezug der Zeitung zu zahlen. Die Mitglieder in Augsburg, Berlin, Bingen a. Rh., Bochum, Zli' Breslau, Brieg, (Lasset, Cottbus, Danzig, Dortmund, Dresden, Frankfurt a. M., Freiburg i. Br., Gelsen« tirchen, Königsberg, Liegnitz, Lünen, Magdeburg, Mainz, Mannheim, Münster i. W., Namslau, Offen« doch a. M., Ohlau, Oppeln, Ratibor, Schneidemühl, Schweidnitz, Sobernheim und Stettin haben einen direkten Beitrag au die Zentrale nicht abzuführen. Bereinigung für das liberale Judentum & B. bewegen und die nicht ruhen werden, solange denkende und forschende Juden ihre Lehre lieben und schätzen, hat Treitel sich ein großes Verdienst erworben und damit ein Werk geschaffen, das bleibenden Wert behalten wird. Wenn er auch noch nicht alle Probleme gelöst, er hat aber den Philoforschern viel Kleinarbeit geleistet unö Anregung gegeben zu weiteren Problemen, die Arbeit von Jüngeren wartet. Schade, daß es Dr. Treitel nie vergönnt gewesen, einem größeren Hörerkreis von seinen Arbeiten Kenntnis zu geben, er hat das Los so manches „stillen Gelehrten" gehabt. Wir wollen aber diese Freundesgabe, dargebracht vom Schüler dem wirklichen Freunde, nicht schließen ohne nicht dem Wunsche Ausdruck zu geben, es möge Gott dem Greise noch weiter die geistige und körperliche Kraft geben, weiterzuarbeiten zum Gedeihen und Segen der Wissenschaft des Judentums. Strahburger-Ulm. EBSSPEESEN TORTEN . FEENGEBÄCK liefert frei Haus Bestellungsannahme: BERLIN W 8, LEIPZIGER STR. 24 Merkur 4871/73 Versammlungskalen-er. Berlin. (Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde, Bezirksgruppe Norden.) 3m Auerbachschen Waisenhaus, Schönhauser Allee 16?. findet regelmäßig abends 6% Ahr, Fre itagabend-Gottes dienst mit Orgel, Chor und Predigt statt. Breslau, (Jüdisch-liberaler Iugendverein „Abraham Geiger".) Geschäftsstelle Breslau 7, Höfchenstr. 61, II Tr. l. Vereinslokal: Bereinszimmer des Konzerthauses, Gartenstr. Eingang Portal 1, part. links. Dienstag, den li. Januar 1925, abends 8# Ahr, Zusammenkunft der Gruppe 1. Lektüre: Lehren des Judentums, 2. Band: Die sittlichen Pflichten des Einzelnen. Gäste willkommen. Magdeburg. (Arbeitsgemeinschaft jüdisch - liberaler Auaendvereine Deutschlands.) Am 8. und 4. Januar 1925 findet in Magdeburg die diesjährige Delegiertenversammlung der Arbeitsgemeinschaft iüdisch-liberaler Jugend vereine statt, deren Tagesordnung lautet: Sonnabend, den 8. Januar, nachm. 4J4 Uhr, Borstan-sfitznng: nachm. 6 Ahr, Delegiertenversammlung (geschäftliche Tagesordnung): abends 9 Uhr, geselliges Beisammensein. Sonntag, den 4. Januar, vorm. 9H Uhr, Referat von Ernst H. Seligsohn-Derlin über das Thema: .Individuum und Gemeinschaft": 12 Uhr, Referat von Lotte Rosenthal-Breslau über das Thema: „Wie gewinnen wir den jungen jüdischen Menschen für unsere Bewegung?" Korreferat: Ludwig Lewin-Berliu. Mittags 2 Uhr, gemeinsames Mittagessen: nachm. 3)4 Uhr, Diskussion über die Referate von Lotte RHenthal und Ludwig'Lewin. Me'Deranstaklungen find« tmHotel /»Weißer Bär", Magdeburg. Kuttcherstraße, statt. Alle Ilimitglieoer, auch soweit sie nicht stimmberechttgte Delegierte sind, snrd zur Teilnahme an der Delegiertenoersauunümg willkommen. Kalendarium für die Zeit vom 3.1. M» 10.1.1925 Januar 1925 Tebei 5655 Sonnabend 3. 7. Sonntag 4. 8. Montag 5. 9. Dienstag 6. 10. Mittwoch 7. 11. Donnerstag 8. 12. Freitag 9. 13. Sonnabend 10. 14. Wochen-Abschnttt: Wajjlgasch (1. S. M. Kapitel 44,18 - 48,21) Haftarah: Ezechiel 32,15- 28 Sabbat-AuSgang: 4,54 Aßara b'tabeth Wochen-Abschnitt Wajeht (1. S. M. Kapitel 47,28—50,20) Haftarah: Könige I 2 1—12 Sabbat-Ausgang: 5,02 gleichen als Volksbettüger, Gaukler und Schwindler verlästerten, behaupteten dagegen, die nächste Umgebung des Heiligen sei beschuldigt worden — falsche Banknoten hergestellt zu haben, und ein Verdacht sei auf die Person des Rabbi Israel selber j gefallen. Fest steht soviel, daß Rabbi Israel und einige, ihm * 1 nahestehende Personen mehrere Monate eingekerkert waren und! ein großer Prozeß ihnen gemacht werden sollte. All die Zeit über j fand im Himmel ein Zweikampf zwischen Satan und denr Engel i Gabriel, dem Fürsprecher Israels, statt. Die stürmischen Gebete; der Chassidim, ihre Fasten mrd Kasteiungen standen dem Enge! Gabnel zur Seite, und daher ist es kein Wunder, daß er endlich als Sieger aus diesem verzweifelten Ringen hervorging. Eines Nachts taten sich die schweren Eisentürme des Kerkers aus — dk längst verstorbenen Ahnen des Rabbi Israel erschienen an der Schwelle und führlen ihren Enkelsohn und seine Getreuen sachte ins Freie. Er siedelte sich darauf in Sadagüra an der öfter-; reichisch-russisch-rumänischen Grenze an. Eine bessere Wahl konnte er nicht treffen. Hatte er bis dahin nur seine russische Herde in der Nähe, so war er jetzt für seine Schäflein in ganz > Ungarn, Rumänien und Polen äbenso nahe erreichbar. Das Wundertäter-Geschäft blühte jetzt von neuem in erhöhtem Maße auf. Rabbi Israels Urgroßvater, der „Große Maggid", war der Lieblingsjünoer von Israel Baal-Schemtow, dem eigentlichen Schöpfer des Chassidismus: er hat die Lehre des Meisters in ein System gebracht und der Wundertätigkeit zu einem (sehr l einträglichen) Gewerbe der Zaddikim erhoben. Das Werk des Großen Maggid haben seine Nachkommen fortgesetzt. Der Ar-! eakel brachte es zu großem Reichtum, führte dabei ein üppiges Leben und gab schon in Wolhynien großes Aergernis. In Sadagüra war fein Reichtum bedeutend gewachsen. Er erbaute sich hier ein prunkvolles Palais mit einer großen, aber nicht schönen Synagoge daneben, richtete stch eine siöewliche Hofhaltung ein, hielt sich livrierte Lakaien und fuhr vierspännig aus, die Damen des Hauses trugen Perlen und Brillanten zur Schau und kleideten sich nach der neuesten Pariser und Wiener Mode in ' Samt rmd Selbe, verbrachten den größten Teil des Jahres in > sashionablen Badeorten und Sommerfrischen. Die Mittel dazu lieferten die Weihegaben (pidjon), die jeder Chassid nach Maß- ' gäbe feiner Mittel dem Zaddik darbrachte, wenn er zu einem der htchen Feierlage oder auch auf einen gewöhnlichen Sabbat gepilgett kam, um einen Tag in der Nähe des heiligen Mannes za weilen und den Gottesdienst mit ihm zusammen abzuhalten. Bor her Heimreise nahm er Abschied vom Zaddik. trug ihm seine Anliegen vor oder, was häufiger geschah, überreichte sie ihm schriftlich aus einem Zettel verzeichnet, mitsamt der Opfergabe. Der heilige Mann verschmähte auch die kleinste Gabe nicht, die vom Aermsten der Gläubigen kam. Es gab aber auch reiche Leute aus den verschiedensten Gegenden, die Tausende und Zehntausende spendeten. Die große Masse der Armen war jedoch die wichtigere Quelle. Der Zaddik erteilte jedem Bittsteller seinen Segen und versprach Gottes Hilfe. Die Fürsprache des Zaddik bei den himmlischen Mächten war dem Chassid sicher. Der älteste Enkel des Rabbi Israel, Nachum Beer, hatte seine Kusine geheiratet, deren Vater der eigentliche Erbe der Wundergewalt des Hauses und das Oberhaupt der Sadagüraer Ehassidim-Gemeinde war. Im Schatten seines Schwiegervaters lebte er als vornehmer Privatmann dahin, dessen Beruf das Wundertun eigentlich nicht war, der dem regierenden Zaddik nur bei den Zeremonien assistierte, dessen Gunst und freundliches Lächeln zu gewinnen jedoch für jeden echten Chassid von hoher Bedeutung war. Seine Gunst konnte man aber nicht durch Geld gewinnen, er hatte nur eine Leidenschaft: Bücher, seltene, alte, schön gebundene Bücher. Man kann stch leicht ausmalen, mit welchem Hochgefühl die seltensten Bücher aus den entlegensten Winkeln hervorgezogen und dargedracht wurden. „Das Geld, das dem Rabbi von aller Welt zuflietzt, macht seinen Weg weiter und steht in keinem Zusammenhang mit seiner ureigenen Person. Das Buch aber ist etwas Beständiges und der Gegenwart des Rabbi sicher. Wenn er darin blättert, um im Schwünge der eigenen Ideen in die Regionen des Göttlichen getragen zu werden, wird er sich auch der Schenkenden erinnern. Die Spender, namentlich die Armen, sorgten aber auch ihrerseits dafür. Mit der Genauigkeit einer Mattik werden die eigenen Namep, zumeist auch die der Familienmitglieder, mit sorgsamer Hinzufigung der Mutternamen auf den ersten und letzten Blättern der Bücher angebracht. Die meisten begnügen sich mit dem Ramen — der Rabbi weiß ja, was ihnen allen fehlt — andere aber fügen ihre speziellen Wünsche in verschiedenen Varianten hinzu: zum Gedeihen der Seele und des Leibes: zum Gedeihen der Seele und des Leibes und zur Buße: zum Heil der Seele, zum Gedeihen im Seelischen und Leiblichen ... In gleicher Weise kommt hier die grenzenlose Liebe zu einem für wahrhaft glückselig gehaltenen, diesem Jammertal entrückten und in Reinheit lebenden Manne zum Ausdruck, wie die Hoffnung, durch ihn von den quälenden I Sorgen befreit zu werden, nun auch ein wenig für den ,L)iensi des Schöpfers" da zu sein . . . And so sprechen die namenlosen Namen die Sprache unzähliger Menfchen, die in ihrem gequälten Dasein sich eine schönere "und glücklichere Welt in der Sphäre des Rabbi erträumten." Bald fand der Sammler Geschmack an dem Besitz und dem Anblick dieser seltenen Schätze, an denen nur das Aeußere ihn fesselte, — die Dynastie von Sadagüra war berühmt durch ihre vollständige Gleichgültigkeit für jüdische Gelehrsamkeit, — und er fing an, feltene Bücher auf eigene Faust zu erwerben: feine Mittel erlaubten ihm das. Im Verlauf von zwanzig Jahren hatte er eine Bibliothek von über viertausend Bänden^zusammeni gebracht. Lauter „heilige" Literatur: Talmudische, rabbinische, > kabbalistische, chassidische Werke. Nur drei nicht ganz einwand-! freie Bücher haben sich in diese Sammlung verirrt: ein Band von > Iellineks „Beth-Hamidrasch", eine alte hebräische Uebersehung! von Iosephus contra Apionen und die Jüdischen Altertümer und der Jüdische Krieg desselben Verfassers in der hebräischen Aebersetzung von Kalman Schulmann. Die ganze moderne hebräische ' Literatur sowie die Literatur der Wissenschaft des Judentums j auch ln hebräischer Sprache erfreute sich des intensiven Hasses! der Chassidim. Dieses ganze Gebiet galt als Ausbund der Ketzerei j und der Verruchtheit und wurde grimmig verfolgt. Wer im > Herrschaftsbereich der Chassidim und deren Wunderrabbis bei s der Lektüre oder auch nur im Besitz eines derartigen Buches ab-! gefaßt wurde, dem erging es schlecht. Die philosophischen und wissenschaftlichen Werke von Maimonides, Iehuda Halewi, Bachja, Aldo usw. wurden zwar nicht öffentlich verbrannt, aber kein Chassid duldete sie in seiner Bibliothek, j Als Nachum Beer Friedmann 1883 in Wien infolge einer! Operation verstarb, fand er keinen Fortseher seines Werkes im i Schoß seiner Familie. Das Wundergeschäft blühte weiter, blüht! sogar heute noch. Sadagüra hat mehrere Zweigniederlassungen in Galizien, der Bukowina, Rumänien, neuerdings sogar in oen j Vereinigten Staaken von Amerika. Etwa ein Vlerteljahrhundert nach dem Tode Nachum Beers hat die Dynastie seine Sammlung! der Wiener jüdischen Gemeinde zum Ankauf angebolen. Doch! nur der vierte Teil, etwa 1000 Bände konnten der Bibliothek! einoerleibt werden. Der größere Teil zerstreute sich in alle Welt. . Die in Wien verbliebene Sammlung ist das einzige gemeinnützige Werk, das von einem Chassidim-Rabbi — wider seinen Willen — gestiftet wurde.

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