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Jüdisch-liberale Zeitung · 1924-12-27 · 46 (27.12.1924) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
4 (1924)
Issue
46 (27.12.1924)
Date
1924-12-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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4 Jahrgang Rümmer 46 Beilage 27. Dezember 1924 *m L j» David Reumark gestorben. Pl!vscssür für jüdische Philosophie an dem oereiuigten lüonchen Eollegnnn in Cincinnati. Prof. Tr. David Nenmark, ist am 18. Dezember in Cincinnati lOhiv» gestorben. Prof. Neiunart. einer der augesehenstell Judaisten, war ,m Jahre 1888 in Galizien geboren. Cr studierte an -er Berliner Universität, wo er als Tvktor der Philosophie promovierte. Tie hervorrageudsten seiner Werte sind: „Die jüdische Philosophie des Mittelalters", erschienen 1908* Tie Philosophie der Bibel" (1918) „r,d „Tic Peinzipie'n 'des Judaisnrns in historischem Umriß" N92«h Wir werden die Verdienste des indischen Philosophen in »nsercr nächsten Nummer würdige». Das Treugelöbnis der Sprevia. Tie jüdische Studentenverbindung „Sprevia" sandte folgendes Telegramm an den Reichspräsidenten: »Die Verbindung inr ft.C. Lprevia-Berlin, die seit drei Tagen ihr 80. Stiftungsfest feiert, möchte dies nicht beenden, ohne dem Herrn Reichspräsidenten als erwählten Vertreter des deutschen Volkes ihre Ergebenheit und Treue zum Baterlande fr» versichern" J. A.: Ter erste Chargierte: Weinbanm. — 4im nächsteu^Tage tarn folgende Antwortdcpesche: „Der Verbindung Lprevia dante ich herzlich für ihre Begrüßung ttnd U-r Gelöbnis der -rreiie .-.um Bnterlande. Zu ihrem -111. Ltislungsieste spreche ich Linien ineine >ni«richtigsten El netwünsche ans." Reichspräsident Cbert. jfOjj Aus den Gemeinden. * ♦ t | Sktiiu. Ta iirl) eine genügende 'Anzahl voll Teilnehmern gemeldet hat. iverdcn die FeriensortbildungSknrse vom •J8. Tezeiuber 1921 bis einschließlich 4.' Januar 19*25 stattiiubcn. Beginn der Vorlesung am Sonntag, den 28. Dezember 1921 nachminags 5 Uhr in der Hochschule für die Wisscnschasr des Ziid-e»-ums, -Irtillcrienr. 14. Cs wird leien: 1. Herr Rabbiner Tr. Gvldmauu: „Tie Behatldlitlig des Talmud und «einer Nlethodit im Religionsunterricht." 2. Herr Tr. Baer: „Ter Cinflnß der vBldcn auf Wirtfchail iitid ftultur des Mittelalters." Herr Professor Tr. «Entmann: „Tic Anslvertttng der indischen Relichoiisphilowphie für den Religionsunterricht." 4. Herr Studieurai Haunnerstein: „Nettere Methoden des hebräischen Sprach»nterrichts." 5. Herr Rablnuer Tr. Cinil Co!>n: „Homiletische «>>r»udfragen." 6. Herr Otabbiuer Tr. «Zoldstei»: „Tie Behandlung des nachbiblischett «Geschichtsunterrichts." 7. Herr Rabbiner Tr. Hampel: „Tie Bermertung der neueren biblischen Archäologie im Religionsunterricht." 8. Herr Tr. Tvrezpner: „Der gegenwärtige Stand der bibelioisscnschastlichen Probleine." Sämtlichen Bortrögen loeeden sich Tisknssionell auschließcn. Tie Borträge sirid kostenfrei. Fiir Sonnabend, den ü. Hannar lr>25 ist ein geselliges Beisammcusein und sür Sonntag, den I. Haimar 1925 gje Besichtignilg der ftirsteinchcn ftuustiammlu'ig in Nikolassee in Aussicht genommen. Tie Teilnehmer erfahren alles Notioendige im Gebäude der Hochschule. Artilleriestr. 14 iNorden 218>. non Sonntag, den 28. Tezernber 1^>*24, 10 Uhr an. Ta sich eine große An naht ausinärtiger Lehrer gemeldet hat, iväre es sehr erwünscht, wenn sich noch weitere Berliner jüdische Familien bereit finden würden, einen ansioärtigen Gast anszunehmen. ' Anmeldungen nimmt entgegen: Tr. Cioldmann, Borkstr. 88 lLützviv 4721 >. Berlin. Am Hreitag, den 2. Januar 1925 findet in der Netten Snnagoge. abends 7 Uhr, beim ziveiteni Zlbcndgottesdienst eine Feier ans Anlaß des 25 jährigen Amtsjnbilänms des Herrir 2iabbiner Tr. Warschauer statt. Herr Rabbiner Tr. War schauer, der stets non der ft cum'l religiös-liberale Grundsätze vertreieu hat, lial es in der Beil seiner hiesigen Amtstätigkeit verstanden, sich eine Gemeinde >u schassen. Wir wünschen iluu uon Herzen noch eine recht lange segensreiche Tätigkeil. «Näheres über die Heier siehe Huserat in der heutigen Nnnnner.l Berlin. Hn der israelitischen Mädchenschule irr der ftaiier ftraße fand neulich ein Schaittitrnelr statt, das reine Freude auslöste. Stramm und fchilcidig marschierten all die Mädchen, groß und klein, in die geräumige Turnhalle und exekutierten nmter der sicheren Leitung ihrer ViMucriit Fräulein Auguste Kutnrer schwere Uebnngen alt hiingen. Pferd Mid :)ieck. Cs ivar eine H-rende, <*,u ichcit, ivie diese geschmeidige», schlanken Töchter HsraelS kühn und stark, oft in malerisch heroischen Stellungen ihre Uebnugen vollbrachten, und es klana wie freudiger Stal',. inemt die zahlreichen Znichaner die Lcistungen mit lautem 'Applaus belohnten.;1iini Schluß gab es auch orthopädische llebnngen, die von der genannten Lehrerin zuerst eingesührt ivorden sind, lind gerade zur fträsti stnng der iveiblichen Fngcud unerläßlich erscheinen. Herr Direktor Spanier kann mH dem Crsvlge sehr zirfrieden sein. Berlin. Am l. Hanuar sei-ert der seit 25 Hahren als C'hrenbeamter bei der Berliner jüdischen «Gemeinde tätige Hermann Aron, Rautesir. 9. feinen 70. «Geburtstag. Aren ist 1. Borsitzender beim iüdischcn Wohlsahrlsann und im Borstand der jüdische» Allersversorgnngsanstalre» und der jüdischen Steuer ve r a n l a gn n gs 1 o m in i i n o n. Tar.zig. lieber die Berhandlnngen anläßlich der bevorslelreitden tNepräsenkantcuivalilen erlialten nur folgende Mitteilung: Unter obigem ftcuuivor! veröffentlichten >vir kürzlich die Mitteilung, daß zivischeu der „Bereinigung für das liberale Hndentnm" und der Zionistischen Orgauisativn cin ftom--- ' promiß,geschlossen ivorden sei. Das Hamburger Hiraelitische Familienblatt rügt dieser Meldung hinzu, daß die orthodoxe» Kreise ihre Unzusriedenheit äußern, iveil ne ohne -Bertreter in der Gemeinde bleiben würden. Tieie Miueilnugen und einerseits tciliucifc nnrichtig und andererseits auch schon durch neuere Bvrgänge überholt. CS ist zunächst nicht ganz zntresscnd, daß die Bereinigung siir das liberale Hudentum eine der am ftompromiß beteilig tcn Parteien geivefen sei,* die liberale-Bereinigung ist als solche gar nicht in Cricheinnng getreten, und zwar ans folgenden Gründen: Cs stehen sich in Danzig vorwiegend zwei Parteien gegenüber, und zwar diejenigen, die den jetzigen Charatter der Gemeinde als eine sogenannte Ein lieitSgemeinde von liberalen und Trtovdvren deutscher ftnl tnr gewahrt iviüen lvollcn. gegenüber den .-ivtristen. die im ^Zitchmmengehen mit den Tftjnden unsere Gemeinde in eine Beitragszahlung. Der Beitrag für das erste Vierteljahr 1925 ist am 1. Januar fällig! Der Mindestbeitrag beträgt Mark 2.50 einschließlich Zeitungsbezug. Da. wo Ortsgruppen bestehen, finö hiervon Mt 1.— an diese abzuführen; wo keine bestehe», ist der volle Betrag von Mk. 2.5V an die Unterzeichnete Bereinigung z» zahlen. Sind mehrere Angehörige einer Familie Mitglieder der Bereinigung, so ermäßigt sich der Mindestbeitrag für das zweite und jedes weitere Familienmitglied ans Mk. 1.5V; von diesem Betrage sind da, wo Ortsgruppen bestehen, Mk. V,5V an diese abznfLhreu. Die ordentlichen Mitglieder der „jüdisch-liberalen jngendvereine" haben nur Mk. 1,— vierteljährlich sür den Bezug der Zeitung z« zahlen. Bon den Mitgliedern in Augsburg, Berlin. Bingen a. Nh., Bochum, Ili-Breslan, Brieg, Caflel, Cottbus» Danzig, Dortmund, Dresden, Frankfurt a. M., »Freibnrg i. Br., Gelfe»»kirchen, Königsberg, Liegnitz, Lünen, Magdeburg. Mainz, Mannheim. Münster i. W., Ramsla«, Ossenbach a. M.. Ohlan, Oppeln, Ratibor, Schnei bemüh!, Schweidnitz, Sobernhcim und Stettin wird der Beitrag durch die örtliche Organisation lDrtsgrnppen, Liberale Bereine, jüdisch-liberale Jugendvereine oder Bertranensleutej eingezogen. Diese Mitglieder haben einen direkten Beitrag an die Zentrale also nicht zu leisten. Alle anderen Mitglieder unserer Bereinigung fordern wir auf, den Beitrag umgehend direkt au das Büro, Berlin W.8, Mauerstratze 22, Postscheckkonto: Bereinigung sür das liberale Judentum e. B.» Berlin Rr. 137069, mittels beiliegender Zählkarte eiuznsenden. - Wir machen darauf aufmerksam, daß der angegebene Beitrag einen Mindestsatz t darstellt und richten an alle Mitglieder, die dazu irgend in der Lage sind, die dringende Bitte, freiwillig darüber hinaus einen möglichst hohen Betrag zu zahlen, da der in dauernder Entwicklung, befindliche Ausbau unserer Organisation nnd der Zeitung immer gewaltigere Mittel erfordert. Zugleich fordern wir die Abonnenten der Zeitung zur Zahlung des Bierteljayrsbcitrages sür das vierte Vierteljahr 1924 in der Höhe von Mk. 2,59 aus. Nach dem 15. Januar 1825 sind wir genötigt, die noch nicht eingegaugeneu Beiträge durch Postnachnahmen einznziehen. Wir weifen ans die dadurch entstehende,! Mehrkosten hin und erwarten pünktliche Einsendung der Beträge. B e r e i n i g n n g s ii r das l i e b e r a l e Judentum E. B. fvgeiuuinte indische Bvlksgemcindr umwandeln wollen. Tie liberale Bereinigung bat nun zwar die Anregung zu den Kompromiß-Bexlinndlnttgen gegeben, hat aber hier ein Wahlkvnntee gegründet, das sich ans liberalen und orthodoxen. Herren znfammensetzte. Dieses Wahlkonntee. das also keineswegs einseitig liberal war, bat dann mit den Zionisteir ein ftompromiß geschlossen und eine gemeinschaftliche Kandidatenliste ausgestellt, in der alle Kreise, auch die Orthodoxen. vertreten waren., lleberdies wird ja nur die Hälfte der Repräsentanten neu gewählt, und unter den nichtausscheidenden Repräsentanten sind «incl, Vertreter der Orthodoxie, so daß diese also bei dem ftvmprmniß durchaus in gebührender Weife berücksichtigt war. Tiefes zur fachlichen Richtigstellung. Tie Tinge sind nun aber insofern überholt, als inzwischen ganz neue Ereignisse eingetreten sind. «Gewisse Teile der Gemeinde, vor allen Dingen Kreisedes Mittel-- standes und auch einige unzufriedene Orthodoxe, haben kurz vor dem Wahltermin die Aufstellung von eigenen Kandidatenlisten angekündigt. Das Kompromiß war somit in weitgehendem Maße gefährdet, und die an demselben beteiligten Kreise hatten keinerlei Gewähr dafür, daß tatsächlich, ans Grnnd der. ftoinpromißlisie gewählt werden würde. Hn diesem Staditim der Wahlvorbereitungen sah sich Herr. Vandgerichtsrat Tr. Kamnitzc-,- veranlaßt, dem Senat der' H-reien Stadt Danzig als Anfsirlitsbehvrde mitzuteilen. daß nach seiner Meinung die 'Wählerliste falsch ausgestellt wäre: cs feien etwa 400 Mitglieder als wahlberechtigt in die Lifte anfgenomm-en ivorden, die noch nicht drei Jahre in Danzig ansässig sind und 'deshalb nach dem Gesetz von 1847 nicht ivülilberechtigt sein könnten. CS sei mithin überhaupt keine BasiS fiiv eine ordnungsmäßige Wahl vorhanden und müßte zunächst eine Revision der Wählerliste stattsinden. Ter Senat hat sich hieraus veranlaßt gesehen, den Wahltermin anszuhebeu. Welche Maßnahmen der Senat für das Zustandekommen der Repräsentantenwahlen treffen wird, ist noch nicht bekannt. Ans Grund dieser Vorgänge hatte die Hüdische 'Volts Partei zu Mittwoch, den 17. d. M., eine öffentliche Bers-ammlnng mit dem Thema „Unsere Stellungnahme zur Bee schiebnng der jüdischen Gemeiwdewahlen" einbernfen. in der n. a. Herr Rechtsanwalt Tr. Rosenbamn nachzuweisen suchie, daß die Anshebnng des Wahltermins durch den Senat jeder rechtlichen Grundlage entbehre, sowohl i-m Hinblick am' diesen Eingriff selber als-auch ans die Auslegung des Gesetzes von 1847. Ta nachher andere Hnristcn eine gegenteilige Ans' sassnng vertraten und sich derjenigen RcchtSansicht anschlossen, die Herrn Tr. Äamnitzers Eingabe zugrunde lag, so kann nicht behauptet werben, daß diese Versammlung eine ftlärnng der Lage gebracht habe, sondern es standen sich vielmehr Meinung nn-d Meinung gegenüber, nnd das Vorgehen des Herrn Tr. ftainnitzer fand anf^der einen Seite ebensoviel Tadel, wie es ans der anderen Teile Billigung erfuhr. Herr Tr. Kamnitzer widerlegte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe damit, daß er nur das Recht der liier dauernd ansässigen jüdischen Gemeindemitglieder gewahrt habe. Das Kompromiß entspreche nicht den Interessen der Gemeinde — weber nach ihrer Geschichte noch »ach ihrer augenblicklichen Znsaunnem'etznng. Er habe es für feine Pflicht gehalten, diejenigen Maßnahmen zu ergrxisen, die geeignet find, der Gemeinde ihren in kultureller Hinsicht deutschen Charakter zu erhalten. Es steht außer allem Zweifel, daß den Interessen und Wünschen der übcriuiegendcn Mehrheit der «Gemeinde nicht -damit gedient cväre. ivenn ihre jetzige Eigenart ^eine gewaltsame Veränderung erfahren ivürde. Eine nftche Veränderung könnte aber nicht ansblei!*.cn bei einem.Plus von euvo 400 Wählern, die alle erst in allerletzter Zeit hier zuaennnidert sind. Alle i^eineindeinitgliedcr, die den ielzigeu Charakter der Tanziger Gemeinde gewahrt sehen wollen, die Liberalen und die nichtzionistischen Orthodoxen, werden es gntheißen müssen, daß durch den Schritt des Herrn Tr. Kamniver eine Klärung der Situation herbeigeführt wird. Die Z.ionistcn haben schärsstcu ftamps^angekündigt,^aber iniächst liiii jetzt das Wort der?otnt der Hreien Stadt Tauzig, und es ist also im Angenblicl nveckloS. eine Poiennl. hinüber nnd herüber zu führen. Hannover. Hri der am 15. d. *.N. natigesnudenen stleprasentanren-sitznng stauden Anträge betreffend Aestdernngen und Verbesserungen in Unterrichts- und ftnltnsfrggen auf der Tagesordnung. i>-e»vrdert ivird unter anderem: Anstellung eines tüchtigen jungen Lehrers: viel öftere Sitzungen des Schnluvrstgttdes: Hngendgottesdienst >nr Hreilagabenden in der Oststadt: Verlesen der Hastara auch in deutscher Sprache: die Sabbatansprache in Anlehnung an die Haitara: feierliche Ansgesraltuna der Einsprache an den Barmizwvh: Ansst'nnhc in Tonisch an die das tftvtteshans znm erstenmal wieder ansinchenden Wöchnerintten: Aenderung des HreitagabendgoHesdienstes: ein deutsches Lied vor und nach der Pre-digt: Seelenscier für die Gefallenen au den letzten Tagen von Snkkoth und Pessach: Ansprachen durch den Herrn Landrabbiner außer an Chanukah auch am Purim und Tischohbeaw. Herr Paul ftaussmann führte zur Begründung dieses Antrages n. a. an: „Die wie in allen Grvßgemeinden, so auch bei uns eingetretene Entwiäknrla bringt es mit sich, daß unser Gottesdienst nicht mehr nach der gleichen Schablone wie vor 20 und 80 Jahren abgchalten werden kann, sondern daß wir den Erfordernissen der Zeit, aus'banend ans den Traditionen unserer Gemeinde, Rcchnnna tragen müssen, wenn wir eine weiter'e Entvölkerung unseres Gotteshauses verhüten wollen. Tie in der Kommission mit Zustimmung des Herrn Landrabbiners gefaßten Beschlüsse sind der erste Schritt auf diesem Weg-e nnd sollen Ihnen heute zur Genehmigung vorgclegt werdeit. Unbedingt erforderlich ist es aber, im Anschluß hieran, daß der gesamte Komplex unserer gottesdienstlichen Jragcn einer eingehenden Beratung unterzogen und dementsprechend eine eventuelle Abänöernng unserer Snnagogen-Ovdnnng vvrgcnonnncn wird. Außerdem aber ist es notwendig, daß mindestens vor und nach den hohen Jeiertagen eine Knltnskommission Zusammentritt, mn unter Hinzuziehung der Kultusbeamtenalle wichtigen Jrageu zu besprechen." Nach einer ausführlichen Disknssivn wurde eine Kommission gebildet. die sich mit der Frage einer Abändernng des Ritus im Gottesdienst zu beschäftigen haben wird. Köuigshntte. Unter lebhafter Teilnahme der ganzen Königshütter Bevölkerung feierte die jüdische Gemeinde von Kvnigshütte den Abschied des hier seit 84 Jahren tätigen Rabbiners Tr. Goldschmidt. Um 7 Uhr abends vereinigte sich die Gemeinde in dem grüngeschmückien Gotteshause zu der geistlichen Feier, an der als Bertreter der katholischen Geistlichkeit Pfarrer Gaida und Prälat Tylla teilnahmen. Tie evangelische Kirchengemeinde war durch Pastor Schmidt nnd Pastor Langer vertreten. Nach einigen Gesängen ergriff der Scheidende, Tr. Goldschmidt, das Wort zu feiner 2lbfchiedsansprache. In feinsinnigen Worten ließ er die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Königshütte vorbeiziehen. wobei er die Eintracht des Zusammenlebens mit den anderen religiösen Gemeinschaften und den Behörden besonders hervvrhob. Nach einem Sologesang sprach der Vorsteher der «Gemeinde, Sanitätsrat Tr. Kaiser dem Scheidenden den Taut der Inden unserer Stadt aus. Tie weltliche Feier begann >nn 9 Uhr tm großen Saale des Hotel „Graf Reden". Bei dieser Gelegenheit nahm Pfarrer Gaida das Wort. Er betonte den konfessionellen Frieden, der in unserer Stadt herrsche, dank des einsichtsvollen und korrekten Handelns der Bürgerschaft. Pastor Schmidt sprach sich im gleichen Sinne aus. In längerer Rede würdigte Rabbiner Tr. Kaatz die 'Verdienste Tr. Gvldschmidts. Hervorzuhebeu sind auch u. a. die Reden des Möbelkaufmanns Kains und des Holzhändlers Koplowitz. Znm Schluffe der Feier dankte Dr. Goldschmidt für die Ehrung, die ihm zuteil wurde, und schloß mit dem Wunsche des Wohlergehens der Königshüttec Bürger' schaft. Mannheim. Turcti dep Tod des Herrn Karl Jüdel hat die hiesige tziemeinde eines ihrer angesehensten und tätigsten Mitglieder verloren. Es gab kein Gebiet des jüdischen öffentlichen Lebens, aus dem sich der Verblichene nicht erfolgreich betätigte. Mit persönlicher Aufopferung widmete er sich alten Zweigen der jüdischen Wohlfahrtspflege, er ivar Vorsitzender der Ortsgruppe des Centralvereins und leitete in den ersten Kriegsjahreu die hiesige Bne-Brith-Loge. In nuferer liberalen Bereinigung gehörte er zu den führenden Mitgliedern: er war einer der liberalen Vertreter im Snnagogenrat. Tie tz-erneinde ist ihm für seine energische und erfolgreiche Arbeit in der Verwaltung. die der Gemeinde über die schlimmste Inflationszeit hinweghalf, zu großem Tank verpflichtet. Die Lücke, die sein Heimgang riß, wird schwer anszufüllen sein. Straubing. Wie schon kurz mitgeteilt, wurde unweit des neuen Friedhofes St. Michael ein israelitischer F r i e d h o f angelegt. Nach der in den letzten Tagen erschienenen Friedhof-Ordnung der israelitischen Kultusgemeinde Straubing können in diesem Friedhof beerdigt werden: Leichen von verstorbenen Glaubensgenossen ans den Gemeinden Straubing, Teggendorß Plattting, Bilkshofen und Pafsau, Leichen von Glaubensgenossen aus anderen Gemeinden mit ausdrücklicher Genehmigung der Knltusverwaltung, Aschenltntc» von in Straubing verstorbenen Mitgliedern -der Kultnsgemeinde Straubing oder ihrer Angehörigen: die Aschennrnen sind in einen Sarg einzuschließen: zu beiden Seiten des Grabes, in dem die Urne liegt, ist ein Grab freiznlassen. Für Leichen von Kindern unter 12 Jahren wird ein gesondertes Gräberfeld eingerichtet. Trensa lHesseuj. Tie seit zwei Jahren unerledigte Stelle des jüdischen Reltgionslehrers und Kantors der hiesigen «semeiude nmvüe dieser Tage durch Lehrer I. Plaut

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