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Jüdisch-liberale Zeitung · 1924-12-12 · 44 (12.12.1924) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
4 (1924)
Issue
44 (12.12.1924)
Date
1924-12-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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4. Jahrgang Nummer 44 Beilage 12. Dezember 1924 IMchGeraleZeitW i * I Meine jüdischen Witze. Von Alexander MoSzkowski. In den nächsten Togen wird unser Mitarbeiter, der bekannte Humorist und Philosoph Alexander Mos-lowstt, Erinnerungen auseinem reichen Leben verösfentitchen. Ti« werden in dem Berliner Verlag F. Fontane L Co. unter dem Titel „Das Panorcma meine- Leben-" erscheinen. Durch die LtebenÄvürdigteit des Verfasser- und de- Verlages sind wir in der Lage, einen iurzen Abschnitt auden Aushängebogen de» interessanten Werkeschon vor dessen Erscheinen -u bringen. Er lnübst an die Lre-tauer Iugeud-cit dcS beliebten Autors au. In jenen Zeiten machte ich die erste Bekanntschaft mit eurer Denkweise, -er ich später in Nähe der Jahrhundertwende eine berufliche Arbeit zugewendet habe. Und ich möchte in diesen Bekenntnissen verraten, daß eine erhebliche Anzahl von Scherzblnten auS dem Garten der jüdischen Humoristik tatsächlich zuerst durch mich zu Druck und Verhreitung gelangt ist. Vielfach kamen sie an mich in Erstentstehungeu ans dem Munde jener besuchenden Verwandten, ber kaftantragenden Männer mit Stirnlöckchen, die ihre Bemerkungen und Sentenzen hcrvorbrachten in losen, einem idiomfremdem Ohr ganz unverständlichen Improvisationen. Ich selbst begriff als Ltnabe davon nicht allzuviel, aber mein Bater war dankbarer Empfänger, und da er mein Interesse für diese seltsamen Gedankensplitter bemerkte, half er mit Umschreibungen nach, die sich meinem Sprachverständnis schon um einige Grade annäherten. Erst sehr viel später, als ich schon schrtftstellerte und redigierte, meldete sich bei mir das frühe Gedächtnis und lieferte mir aus der Zeitverschüttung viel Versprengtes, sonst rettungslos Vergesienes. Einige dieser blinkenden Scherben haben in meinen Druckschriften Unterkunft gefunden, man kolportiert sie anch noch als autorlos, wie ganz natürlich, da ich der einzige Ueberlevende btn, der sich der Urheber entsinnt. Deren GeisteSäutzerungen sind einzeln genommen literarisch ganz wertlos, sie können aber doch zu literarischer Arbeit verlocken. Ich habe mich erst kürzlich anläßlich eines meiner Borträae davon überzeugt, daß einzelne Proben dem originalen Tonfall angenähert. noch heute sehr schlagkräftig Wicken,- es Hai sich dabei auch gezeigt, daß es möglich ist, in die Wttzmaterie analytisch cinzudringen und in ihr einen quasiphilosophischen Atomkern abzuspalteu. Man könnte aber auch untersuchen, wie sich die Substanz des jüdischen Witzes im Zettenwandel gemodelt, verfeinert oder verschlechtert hat; die Geheimfäden aufdecken zwischen ihr und den Gestaltungen des klastischen Aphorismus. Man würde dann vielleicht die Höhepunkte der Veredelung in Heine und SBätitc wahrnehmen, di« Tiefunktc «der Verelendung irr Saphir und seinen wortwitzelnden Nachtretern. Als Publikum hierfür denke ich mir freilich eine Galerie von Hörern, denen von Anfang an die sprachlich gesicherte Einheit von Witz und Wissen gegenwärtig ist, und die es außerdem begreifen. daß eine sehr starke durch Druck niedergehaltene Intelligenz sich in Wttzeutlaöungen Luft macht. In diesem Betracht sind für mich jene längst vermoderten Menschen iu Patriarchentracht gültige Typen geblieben; sie rebellierten unbewußt gegen ihre talmuotsche Verknöcherung, indem sie den Impuls zum Stöhnen durch Gelächter überwanden. Aus den Gemeinden. » Berlin. Im Interesse der Verbesterung und Ausdehnung deö ReligionS-UnterrichtSweseus der Berliner Jüdischen Gemeinde hat der Schulvorstand bei den Gemeindebehörden beantragt, daß eine Reihe bewährter akademisch und seminaristisch gebildeter Lehrkräfte definitiv und mit Pensionsberechtigung angestellt werden. Es sind dies außer einer Reihe bewährter weiblicher Lehrkräfte u. a. die Herren Rabbiner Dr. Berger, früher in Krotoschin. seit einer Reihe von Jahren Rabbiner der Tiergarten-Synagoge Berlin; Rabbiner Dr. Lcrdwig A. Rosenthal, der bekannte gelehrte Schriftsteller auf talmudischem Gebiet; Rabbiner Dr. Wilhelm Levy. der Direktor der mit einer Grundschule verbundenen Schule Kennesed JiSroel; Rabbiner Dr. Kantoromsky, Neukölln. Rabbiner Dr. Ludwig Pinevffs, Dr. Rosenbaunr und andere. Die Gemeindebehörden haben ferner die Berufung der folgenden vier Herren beschlossen: Distrikts-Rabbiner Dr. Wohlgemuth auS Kitzingen a. M., der lange Zeit am jüdischen Lehrerseminar in Würzbnrg tätig gewesen ist; des Redakteurs des „Jüdischen Wochenblattes" Rabbiner Dr. H. Levy. früher Rabbiner des Synagogenvereins Moabit, der während des Krieges ein hebräisches Mädchen-Gymnafium in Telscht in Litauen geleitet hat; des Rabbiners in Farnkfurt a.Oder, Dr. Salomvnskt, und des Studienrats Dr. Hermann Cohn, früher am Königstädtischen Gymnasium in Berlin, dann in Wolfenbüitel. Berlin. Herr Rabbiner Dr. Lazarus, an den von der Berliner indischen Gemeinde ein Ruf ergangen war, das Schulinspekborat in Berlin zu übernehmen, hat sich nunmehr, wie der JTA.-Bertrcter erfährt, doch entschlossen, in Frankstrrt am Main zu bleiben und Sen ehrenvollen Ruf nach Berlin abzulehnen. Weiter erfährt der JTA.-Bertreter, daß der Rabbiner der Slachbargemeinde Matrm, Herr Dr. Gally Levy, besten Berufung a-lS Rabbiner der Berliner jüdischen Gemeinde in fttaw kam. gebeten hat. von seiner Berufung Abstand zu nehmen, da er rn seiner Gemeinde Mainz Verbleiben möchte. Berlin. Eine der segensreichsten Wohlfahrtsemrichtungen unserer Stadt, die Toynbeenhalle der Berliner Logen, U. O. B. B.. feierte am Mittwoch, den 3. Dezember den Tag ihres zwanzigjährigen Bestehens. Die Toynbeenhalle, benannt nach einem bekannten Philanthropen, der zuerst ähnliche Bolksstätten ins Leben gerufen hat, öffnet an ihren Abenden die Pforten allen, ohne Unterschied, bis. wie es stets der Fall ist, Ueberfüllung vielen den Zutritt unmöglich macht. In vorbiMichcr Weise wird hier den Mühseligen und Beladenen ohne jedes Entgelt nicht nur körperliche Erwärmung und Labung geboten, sondern durch gute volkstümliche Borträge aus allen Wissensgebieten, durch vortreffliche literarische und künstlerische Darbietungen wird auch dem inneren Menschen eine Erhebung und Erhellung zuteil, die ihn vor dem Elendsschicksal der Seele bewahrt, unter dem Druck sozialer Not zu evstarren und zu verkümmern. Die freudige Zustimmung und der warmherzige Dank all der Tausende, die in diesen 20 Jahren aus dieser Lebensquelle Geist und Seele erfrischt und zu neuem Lebenskampf gestärkt haben, ist die schönste <Äenugtu«ng für alle, die an diesem edlen Werke echter Menschenliebe mitgcarbeitet haben. Die Jubiläumsfeier, zu der sich der Stamm der Hausgäste in erwartungsvoller Stimmung und in rührender Weife „festlich" gekleidet eingefuuden l-atte, wurde «durch den Festgesang Halleluja von Hummel eingeleitct, den Herr Oöerkantor Wilhelui Friedmann mit klangvoller Stimme meisterhaft vortrug. Dann hielt der verdienstvolle Mitbegründer und langjährige Vorsitzende der.Toynbeenhalle, Herr Kommerzienrat Maximilian Stein, die Festrede, in derer sehr geistvoll und doch dem Verständnis «der Hörer -ganz angepaßt, Entstehung. Entwicklung und Bedeutung der Toynbeenhalle schilderte. Er schloß seine mit großem Beifall aufgenommene Rede, «di-e in ihrem ernsten, wie ihrem mit Humor gewürzten Teil dc-m Charakter des Tages und des Ortes höchst angemessen war. mit einem Dank an all die Damen und Herren, die sich seit Jahren in der Toynbeenhalle tatkräftig betätigten, wie auch an alle Gönner und Förderer, die es durch ihre finanzielle Beihilfe ermöglichten, diese Einrichtung auch in den schwierigsten Zeiten aufrechtzuerhalten. Eine Bewirtung mit Schokolade und «Kuchen leitete znm künstlerischen Teil über, der wie stets von bewährten Kräften bestritten wurde. Möge dem segensreichen Werke weiteres Blühen und Wachsen beschieden sein. Breslau. Aus dem jüdischen Friedhof ist die Grabstätte des Botanikers Universitätsprofessors Dr. Ferdinand Cohn im Frühjahr 1924 durch Diebe schwer beschädigt worden. Sie haben die Bronzetafel abgerissen und dabei die ans schwedischem Granit bestehende Umrahmung der Platte, sowie auch die Rückseite des Denkmals zerrissen. Die Platte wurde morgens gesunden. Das Grabgittcr ist stark vom Roste zerfreffen. Der Vorstand der Synagogcngemeinde hat den Magistrat gebeten, das Grabdenkmal auf Kosten der Stadtgemeinde wieder instand zu setzen, und zwar mit Rücksicht darauf, daß Ferdinand Cohn, nach dem auch der Ferdinandsteich in Scheitnig benannt ist. Ehrenbürger der Stadt gewesen sei. Die zur Instandhaltung des Grabes bestimmte Grabstiftnng ist durch die Geldentwertung vermögenslos geworden. Da Professor Dr. Cohn kinderlos gestorben ist und die entfernteren Verwandten die Kosten der Wiederherstellung des Denkmals nicht übernahmen, hält der Magistrat es für eine Ehrenpflicht, die Grabstätte auf Kosten der Stadtgemeinde wieder, auszubestern. - Danzig. Zwischen der 'hiesigen Ortsgruppe der Vereinigung für das liberale Judentum und der Zionistischen Organisation in Danzig wurde ein Kompromiß geschlossen, öahingeliend. daß von den sieben neu zrr besetzenden Mandaten der jüdischen Gemeindevertretung vier dem liberalen Judentum und drei den Zionisten zufalleu. Von den insgesamt fünfzehn Mandaten besitzen sonach die liberalen zehn und die Zionisten fünf. Eberswalde. Nach 26jähriger Tätigkeit tritt Ende d. I. Rabbiner Hamburger in den Ruhestand, der sich bei der hiesigen Bevölkerung, anch der n ich kill di scheu, der größten Wertschätzung erfreut. Felsbera (Hessen). Angesichts der im Zeichen des Wahlkampfes mit seinen völkisch-verhetzendeu Begleiterscheinungen, in vielen Orten der Provinz wahrznuehmenden Gehässigkeit gegen Bekenner indischen Glaubens, verdient eine Feier erwähnt zu werden, die kürzlich hier stattfand und von den: harmonischen Einvernehmen der Bürger verschiedener Bekenntnisse beredtes Zeugnis ablegte. Cs galt, den im Weltkriege gefallenen Söhnen des Ortes Gedenktafeln 51t errichten, von denen eine in der Kirche, die andere in der Synagoge angebracht werden sollte. Beide waren auf Kosten der Stadt angesertigt worden, die auch das Material zur Ausschmückung der Gotteshäuser beschaffte. Der Feier in der Synagoge war eine ähnliche in der Kirche voransgegangen. Wie die jüdischen Bürger an dieser teilncchmen, so wohnten fast alle Kirchenbcsucher der Veranstaltung in der Synagoge bei. Ortsvereine mit ihren Fahnen. Vertreter der Staatsbehörden, unter denen Kreispfarrer Quelil und Amtsgertchtsrat Loos bemerkt nmrden. und andere Ehrengäste waren anwesend. Der Gesangwerein trug dieselben Chöre vor, die er zur Ehrung der Helden in der Kirche gesungen hatte. Dann übergab Bürgermeister Zimiuermann die Tafel, ivelche die Namen von sieben im Weltkriege gefallenen oder vermißten Angehörigen der israelitischen Gemeinde trug, dem Knltnsbeamten der Gemeinde. Lehrer Dannenberg, welcher sie mit Worten des Dankes und ausdrücklicher Freude über die einheitliche Gestaltung der Feier entgegennahm. Seine Wlinsche galten der Wahrung einmütigen Zusammenlebens. Landrabbiner Dr. Walter aus Kassel hielt die Gedenkrede. Dem Schlußgesang ,^>ch hat einen Kameraden" folgte itocö eine Ansprache des Vertreters des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten Dr. Hahn. Die ergreifende und stimmungsvolle Feier wird allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben. Hannover. Am Sonntag, den 30. November fanden rin Gomeindesekretariat, Lützomstraßc. die Repräsentantenwahlen statt. Wahlleiter war Herr Kommerzienrat Berliner, der erste Vorsteher der Gemeinde. Stellvertreter des WahUeiters das Vorstandsmitglied Herr Max Halbe rstadt. Sonstige Mitglieder des Wahlvorstandes wäre:: die Herren Reprüsencanten Louis Sterüheirn. Rirliard Tammann und Julius Wechsler. ES wurden 158 Stimmen abgegeben, die bis auf einzelne zersplitterte fast einstimmig folgendes Wahlrcsultat erzielten: Gewählt sind: Herr Alfred Fuenst als zweiter Vorsteher für die Jahre 1925—27, Herr Siegfried Frankenberg als Vorst andsmitg lieb flir die Jahre 1925—27. als Repräsentanten die Herren Moritz Salomon und Salti Levi für die Jahre 1926—28 (sämtlich Wiederwahlen). An Stelle des eine Wiederwahl ablehnenden Herrn Otto Oppenheimer wurde Herr Dr. Erwin Friede für die Jahre 19-26—28. an Stelle des zum Vorstandsmitglied' erwählten Herrn Max Halberstadt Herr Albert Wolfs für die Jahre 1926—20 zu Repräsentanten gewählt. Hersfeld. Die Staatsanwaltschaft Cassel erklärt gegeu^ über den Mitteilungen, daß die Schänder der Synagoge zu Hersfeld nur wegen Unfugs und Sachbeschädigung angeklagt sind, folgendes: „Es ist unrichtig, daß wegen^der Beschädigungen und Zerstörungen in der Hersseldcr Synagoge eine Anklage lediglich wegen Unfugs und Sachbeschädigung erhoben worden ist. Vielmehr werden sich die Beteiligten auch wegen Vergehens «egen 8 106 StGB, zu verantworten haben. Nach dieser Gesetzesbestimmung wird mit Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft, wer in einem zn religiösen Versammlungen bestimmten Orte beschimpfenden Unfug verübt." Hirschberg. Die Segelfliegergruppe des ReichsbnudcI jüdischer Frontsoldaten veranstaltete am 20. und 27. Dezember 1924 in Grunau bei Hirschberg im Riesengebirge Segelslüge. Jüdische, deutsche Flieger werden auf Schnlapparaten ihre ersten Flugversuche machen. Ferner ist ein größerer Abflug von der Prinz-Heinrich-Baude unter Führung des Piloten Ledermann geplant. Köln. Vorstand und Reprüserrtam der Synagogen-Ge-i meiude beklagen den Heimgang des Herrn Saloinon Linz, der 9 Jahre dem Nepräsentanterlkollegium und 0 Jahre dein Vorstand der Gemeinde äuge hörte. Liegnitz. Am 29. v. M. verschied plötzlich infolge einest -Herzschlages Herr Max Wiener. Die Beisetzung am 2. d. Äst. war die erste auf dem erst kürzlich cingeweihten neuen Teile des Friedhofes. An der Beerdig'nng nahmen der Vorstand und die Repräsentanten der Syuagogengemcittde sowie zahlreiche Freunde des Verstorbenen teil. Rabbiner Tr. Perez hielt eine Ansprache am offenen Grabe. Ein Gebet für das Seelenheil aller derer, die hier ruhen werden, beschloß die Feier. Hierauf wurde der Sarg des Verblichenen von seinem Sohne, seinen Brüdern und Freunden ins kühle Grab gesenkt. München. Nach kurzem Leiden verstarb hier Frau Jdcr Wassermann. Mit ihr schied eine in rveilen Kreisen bekannte und hoclmeschätzte Persönlichkeit, deren seltene Herzensgüte und deren ausgeprägter Wohltätigkcitssinn die Not vieler Bedürftigen linderte. Ihre Verdienste auf dem Gebiete der Kriegsfürsorge während des Weltkrieges wurden durch Verleihung deö König Lud-lvig-KrenzeS anerkannt. Nordhause«. Herr Rabbiner Dr. Levi-Nordhuttsen schreibt uns: Das „Volk des Buches" wurden wir Juden einmal genannt. Verdienen wir «diesen Naancn heute noch in bezug auf ,chgs jüdische Buch"? Sicherlich steht uns eine reiche Literatur zu Gebote. Aber wer dürfte behaupten, daß sie auch allenthalben ihren Einzug gehalten und in jedem jüdischen Hanse Eingaua gefunden. Die Zeiten, :vv in jedem Hause Taliund un«d Schulchan Aruch, Bibel und Raschi den selbstverständlichen Bücherbestand bildeten, uw die Hanssrau aus der Zerme Neune die -vnndersameu Geschichterl vorlas, sind vorüber-. In größeren «Gemeinden bieten die jüdischen Buchhandlmtgen uud Bibliotheken Gelegenheit zum Kennenlerueu jüdischer Werte; ob diese genügend wahrgeuvm'.nen wird, mag dahingestellt bleiben. Mittlere und kleinere Gemciuben sind ans Kataloge, Anzeigen und Besprechnngeu angewiesen. die eigcntünrliche Wirkung, die von: it cb e s e l b st aus geht, fehlt zumeist. So wurde in Nordhansen der Gedanke freudig begrüßt, eine Ans-stellung „Das jüdische Buch" zu veranstalten, auf der auch Werke der graphischen Kunst, des Kunstgewerbes, speziell häusliche Knltnvgeräte, gezeigt werden sollten. Die jüdischen Verleger waren durch reichhaltige Auöftcllungen vertreten sowie auch die Kunstgewerüe^ stube Fre-ndeuthal-Breslai: und andere kunstgewerbliche Fimnen. Gesellige Veranstalt'nugen in Form von Teeabenden mit jüdischen Volksliedern und Ältusik lockten znin Besuch, Referate über alle Gebiete der jüdischen Literatur nnesen auf die auSliegeniden Werke hin, so daß das Interesse in sichtbarer Weise angeregt und ans die Bücher hingelenkt wurde. In besonderen Veranstaltungen nnirde die Schuljugend uud die reifere Jugend ersaßt, die Wunschzettel an das „Chanuckamännchen" rvaren bald von ungelenlten Schristzügen bedeckt, für die Barmizioans und Geburtstage wurden Bormerknn'Mn notiert, und auch die „Alken" fanden, die schönen Werke rnoderner Buchkunst seien inert erworben zu werden Znm Channckafcste wurden Menoras in allen Arien, Trendel, jüdische Spielsachen lFreudeuthal-Breslanj geboten, ein Sedertisch mit allen Utensilien, diversen Hagadas. Sedecschüssel, Mazzosiasche usw. lockten zum Kauf, der Freitagabend mit Sabbathlampe, Barchesdecke und Becher sowie sonstige Geräte verbreitete seiner: ^'sauber und auch die Hawdolo--Sachen waren in vollendeten Ausführungen vertreten. Die Beratung durch die ,/Sachverständigen" rourde in ansfifttiKok-KBichen IHM ZlfMVMI SO 1L 2.50, 3.75, 5J-, 7.50, 10.-. 10.50, 15— 00— 05unr. KMIMI MN 50 ZIOAITM nis ftti«nMUrak tob JL ».« u Btt 10 nesf&fctimit 00 lio«hf«lncn Ziforvtn tm Bit 01 hochfeinen Zigarren ton M. 13.- an •ortünonUklMM nX.O—M.0«-, M.00,* Zigaretten Rauchtabak Spezialmark« Die den Rauchern willkommensten Weihnachts-Geschenke sind die Fabrikate der Firma OTTO BOENICKE Gegründet 1879 unter BOENICKE & EICHNER BERLIN W 8, Frimüslsiie Str. 21. nie Hde Friedrldufrafte Zweiggeschäft Kochstr. 59, nahe Ecke der CharloltonstraBo - I! Patrizier, Mau plus Ultra, eine feine Sumatra-Zigarre, 30 Pf., Kiste mit 25 St M. 7.80. Aagwlebta ZSoferudrsatec ror Welhnaohtea »npflshlt es sieh, dsa Welhn&chtabedarf frllbsettif so dukso. rwtofc Zu9sa8|. ianerh. Dwöchlsnds y. iL 20— «n. — PostschecUttQ. BerUs: 11470 — Fernspr.: Äsnnn 6741/2. lonsmarke, Coronas-Sorlimenf so 19, 15, 18 und 00 Pt, voraortlort, in Kisten su 50 Stück. 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