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Jüdisch-liberale Zeitung · 1924-12-05 · 43 (5.12.1924) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
4 (1924)
Issue
43 (5.12.1924)
Date
1924-12-05
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Baumkuchen Torten * Feingebäck mit garantiert reiner Naturbutter für alle Festlichkeiten liefert frei Haus KondUoreiPaulKölder llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllliHIIIIUIIIIIIIIIIIIilllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllliiiiiiHiiiiiiii Gegründet 1827 Berlin NW6, Albreditstr. 19 Telephon: Norden 8021 n Pastor Ernst Moering: „Gegen völkischen Wahn.*' Rabbiner Dr. Vogelstein: „Um Wahrheit, Recht und Frieden.“ Beide im Philo-Verlag» Berlin 1924. Vor etwa einem Vierteljahrhundert, in der Blütezeit des Monismus Haeckelscher Observanz, veranstaltete eine Berliner Zeitung eine Rundfrage: „Brauchen wir überhaupt einen Geistlichen?“ — Kein geringerer als Gerhart Hauptmann gab (kumaüs die treffende Antwort: ..Hein, und tausendmal nein, wenn es ein Pfaffe ist; ja und. tausendmal ja. wenn es ein Priester ist!“ BUCHERSCHAU. m Nun, die Verfasser obiger Broschüren sind beide Priester, die ihre gewandten Federn in den Dienst der Wahrheit, des Rechts und des Fortschritts gestellt haben, und die gegen verhetzende und verderbliche Lügen zu Felde ziehen. Bei dem gegenwärtigen allgemeinen Zeitmangel sind kurze Schriften wie diese, die in gedrängter Form so viel Wichtiges und Richtiges enthalten, besonders willkommen. Ernst Moering, der in Breslau allgemein rühmlich bekannte liberale Pastor, der ein ausgezeichneter Kanzelredner ist, setzt sich in seinem Büchlein in temperamentvoller Weise mit den „Lehren" der deutschvölkischen Ar tisemiten auseinander, die den Denkenden freilich nur komisch anmuten. Er rollt die sattsam bekannte Frage auf: ..Wer ist ein Deutscher, und was ist deutsch?" und führt die vielen törichten Behauptungen der Rasseapostel ad absurdum. Er weist die Lächerlichkeit der böswilligen Verunglimpfungen der Bibel und des Talmuds nach, kennzeichnet das Judentum als die Wurzel aller religiösen Ethik des Abendlandes, geißelt die Unwahrheiten mit Bezug auf jüdischen Kapitalismus und „zersetzenden Geist des Judentums“ und spricht in ernster» Worten von der Pflicht zur Zusammenfassung aller nationalen Kräfte, in denen das deutsche Judentum ein vollwertiger Bestandteil ist. Die Broschüre des Breslauer Rabbiners Dr. Vogelstein geht dem völkischen Unsinn mehr von der religiösen und soziologischen Seite zu Leibe; auch die Arbeit dieses Gelehrten sagt in knapper, inhaltreicher Weise viel Wertvolles. Eigentlich bringen ja beide Schriften nur Ur-Bekanntes und schon oft Gesagte«. Trotzdem ist ihr Erscheinen natürlich freudig zu begrüßen, und ihre weite Verbreitung besonders während der jetzigen Wahlen in hohem Maße wünschenswert. Denn im politischen Leben gilt das Sprichwort, daß Lügen kurze Beine haben, leider nicht. Es gibt manche, die überhaupt nicht tot zu kriegen sind, und die ein zähes Leben durch Jahrhunderte hindurch fristen. Die meisten antisemitischen Behauptungen zählen zu ihnen. Dr. Ludwig Davidsohn. Berlin. Eine Frau über die Dichterin Rahel Morpurgo. Mrs. Nina Salaman, die sich durch ihre feinsinnigen Übertragungen hebräischer Gedichte und die Mitarbeit an der vie‘1bewunderten englischen Machsor-Uebersetzung ihres Vaters Arthur Davis in der jüdischen Literatur rühmlich bekannt gemacht hat. widmet der Dichterin Rahel Morpurgo aus Triest (1790—1871) einen Essay, in dem sie mit der ganzen Liebe einer Frau die Leistungen dieser dichtenden Frau und Mutter würdigt. Eine Reihe ihrer Gedichte werden in vortrefflicher Uebersetzung dem englischen Leser zugänglich gemacht, ebenso werden die zeitgenössischen hebräischen Dichter Italiens, besonders Rahels Verwandte aus der Familie Luzzatto, gewürdigt und durch Proben ihrer Dichtung vorgestellt. Der Aufsatz bildet Bd. VI der dem Andenken Arthur Davis* gewidmeten ■ Vortragsreihe der Jewish Historical Society of England (S. 19—52); vorangeht ein Vorwort des Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz (S, 11—18), es folgt ein sehr instruktiver Aufsatz von Herbert Loewe (S. 53—70) über den Anteil der „Laien" an der jüdischen Literatur Englands. So rühmenswert dieser ist, so hat er doch auch viel Laienhaftes und Dilettantisches verschuldet. I. E1 b o g e n. Immanuel Berafeld. Eid uno Gelübde nach Talmud und Schälchen Aruch. Rsbb. Dr. E. Munk, Gefälschte Talmudzitatc. Mit diesen Heften fährt der Phib-Verlag fort, Aufklärung tu verbreiten. In populärer Weise geben die Verfasser dem Leier, der Wahrheit und Belehrung sucht, das Material, um sich Seifest ein Urteil zu bilden in einigen Spezialfragen, die in der antisemitischen Literatur eine wichtige Rolle spielen. Vorliegende Broschüren sind unentbehrlich für jeden jüdischen Lehrer m Jugendführer, um als Grundlage für die notwendige Besprechung im Unterricht und in Jugendheimen zu dienen. Mit kurzer Sachlichkeit und in vornehmem Ton behandeln sie di« antisemitischen Lügen über die Stellung des jüdischen Schrifttums zu Eid, Gelübde, Meuchelmord, Ehebruch, Verführung, Behandlung des Denunzianten und Lebensrettung von Nichtjuden. Rabbiner Dr. Steinthal, Münster. Märchen. Seiner Maxa von ihrem 4. bis zu ihrem 7. Jahre erzählt von Max Nordan. Otto Hendel-Verlag, Berlin V 9, Orientalische Märchen sind Traumspielereien, die dem gequälten Erdenbürger Wunderwelten überirdischer Schönheit vorspiegeln. Die Märchen des Abendlandes sind nüchterner. Sie sind bewußt oder unbewußt Tendenz. Sie wollen dem kindlichen. Gefühl das Bewußtsein dessen geben, was recht und unrecht ist. In diesem Sinne ist der Jude Nordaiu unbedingt Abendländer. Und doch zeigt sich an einem kleinen, aber typischen Beispiel der in Jahrhunderten qualvoller Bedrängnis dem Juden erwachsene Sinn für Wirklichkeit. Die Tendenz: „Die Katze läßt das Mausen nicht" dürft« vor Nordau im M ä r ch e n kaum behandelt worden sein. Die kleine Maxa wird das Buch gern lesen und manch« daraus lernen. Auch andere sollten es sich anschaffen. Mit seiner hervorragenden Ausstattung wird es vielen Freude machen. Dr.. Woyda, Bremen. Kalendarium für die Zeit vom S. 12. di-13.12. Dezember 1924! Kiölew 5685 Freitag 5. 8. Sonnabend 0. 9. Wochen-Äbschnitt: Werijez-e (1. B. M. ftflpite 1 18. 10-82, 2) Haftarah: Hosen 11 (7—11) 12. (1—12) Sountkg 7. 10. Montag 8. 11. Dienstag 9. 12. Mittwoch 1». 18 Donnerstag 11. 14. Freitag 12. 15. Sonnabend 13. .16. Wochen-Abschnitt: Waiischlach (1. B. M. Kapitel 82,3-36) Haftarah: Ob ad ja 1—31 J Laßt Euch von der Reaktion nicht wieder einfangen — Wählt am 7. Dezember Liste 1: Sozialdemokraten. HctmmiK fl et mUHtten IrthttmmmlCTrtdile». / Von Dr. J. Rosenberg (ehern. Rabbiner in Thom). Auf psychol. Grundlage und gemäß den Forderungen der Arbeitsschule bearbeitet, nebst Lehrbeispielen. ■ —— 144 Selten. Preis karfc IN Mark - Buchhandlung C. BOAS, Nochfolger, Berlin, Neue Friedrichstraße 69 Hebräische Buchhandlung C, Boas Nachfolger Berlin, Neue FriedrlchstraBo 69. CUanukaleudtter Chanakalichte Tallissim Gebetk&dier Preisliste gratis Dcanraera Httie in größter Auswahl! Hut-Roseraiftal Blüchcrplaiz 5. PRIVAT- AUTOVERMIETUNQ Hochelegante Wagen L$bel, Moabit 5956 Hansa 1510,. Dt« €em«indebeamtenstelle eines Reügionslehrers, der audi als Vorbefer im Wochentagsgottesdienst unserer liberalen Gemeindesynagoge tätig sein soll, ist zu besetzen. Besoldung in Höhe der staatlichen Sätze« Nur Bewerber, welche die zweite Lehrerprüfung bestanden haben, werden gebeten, Lebenslauf und Zeugnisabschriften einzureichen. Leipzig, den 1. Dezember 1924. Löhrstraße 10. Der Vorstand d«v Ifaittiichw Religlon«gom«lfKlc zu Leipzig. Email-, Glas* u. Messing- Schilder Gravierungen aller Art Stempel Aetz- und Emaillier-Erzeugnisse G. m. b. H. vorm. Halle Nacht. SW68, Kochstr. 59, Dönh.6206 u. 814, Prinzenstr. 74, Mpl. 2536 Schmidts Braal o. LaxosFubraesen liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Inhaber: Erich Schmidt Charlottenburg, Küobelsdorff- Straße 11 Untergr.Bhi. Sophie-Charlotte-Pl. Fernruf: Wilhelm 622. au s d am e (evgl. Konfession) Mitte 40, seit 15 Jahren in ersten jüdisch. Häusern in gleicher leitende» Stellung als Hausdame tätig gewesen, sucht, gestützt auf prima Referenzen, entsprechenden Wirkungskreis, auch vertretungsweise, in nur gutem jüd. Hause. Geil. Angeb. u. E. R. 7193 an Rudolf Mosse, Königsberg i, Pr. Ia Qualität: Franz. Weinbrand M. 5. — 1922er Liebfrauenmilch 1.00 Alter Malaga M. 2.50 1921er Burgunder M. 2.50 1921er Welch. Bordeaux 2.50 (süß) Weine ohne Steuer. Hugo Nathan Weingroßhandlung CHARLOTTENBURG 4 Kantstr. 134 b. Steinpl 10642. 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