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Jüdisch-liberale Zeitung · 1924-11-28 · 42 (28.11.1924) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
4 (1924)
Issue
42 (28.11.1924)
Date
1924-11-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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4 Jahrgang ttttmtntt 48 IWchGerckZeitmL ttXwmNitM Diener Brief. Der RegternngSwechfel. Mitte» tat -er» von th» tegouneneu SanierunsS-merke Hat vunLeskuni-ler Tr. Seipel domiMontert. Sein Nachfolger hat sich zu verkünden beeilt, baß die Stabilisierung -er österreichischen Aron« anLochterhalten wind. Das ist natürlich lehr zu begrüßen und wird auch von der gesamten bürgerliche» Presse als ein Fest-Halten au dem Seipelscheu Programm gefeiert. ES hie sie indessen, daS Werk des zurückgetretenen Staatsmannes Unterschäden, wollte man es lediglich als eine ausschließlich auf die Gesundung der Währung gerichtete finanztechntsche Lat werte». Prälat Dr. Seipel, der nicht ans der Ftaumzwelt. sondern von der Lehrkanzel kür Moralttzeolvgie ins politische Leben kam, konnte naturgemäß nicht eine auf die materielle Oberfläche des Staatskorpers beschränkte Operation für das Endziel seiner Heilmethode halte«. Sein« Kur ging tiefer. Er sollst hat daS Wort von der ^Eeelensauterung* geprägt, ohne die die materielle Sanierung wertlos sei. Dieses Wort hat ihm das Mißtrauen jener Spötter zugezogen, in denen die Mahnung eines katholischen Priesters zu innerer Einkehr nur Jdeenasioztationen mit Keuschheitskommisfionen und derlei lächerlichen Institutionen längst überwundener Rcaklionsperioden avSlöst. Wen« nun auch ganz gewiß kein Zweifel darüber gebattet ist, daß der Moraltheologe auch der allzu üppig in die Halme schießenden Freiheit in redu8 «roticw gern eine Schranke gesetzt gesehen hätte, so wäre eS doch ungerecht und den Tatsachen nicht im mindesten entsprechend. die Seipelsche Seelensanierung bloß ans das Sexualleben zu beziehen. Sie hat sich vielmehr ungleich segensreicher auf einem anderen Gebiet ansgewirkt, das besonders für die österreichische I n d e n s ch a f t ein Lebensinteresse bedeutet: auf dem Gebiet der Ra ssen v er s öh- «nng und der konfessionellen Duldsamkeit. Wer die Verdienste Dr. Seipels in dieser Hinsicht richtig adschätzen will, der braucht nur die Haltung des christlichsozialen Partei-Organs in der unmittelbaren Nachkriegszeit, als Herr Kunschak der 8piritu8 rector der Partei war, mit dem Tone zu vergleichen, dessen sich das Blatt seit der Durchsetzung der Persönlichkeit Dr. Seipels in Partei und Staat befleißigt. Früher eine wahre Fauchenspritze antisemitischer Gehässigkeit, die der religiösen Intoleranz des klerikalen Herausgebergern die pseudowissenschaftliche Hülle der R a s s e n Verhetzung lieh, hat sich das Blatt in Ton und Haltung derart gemausert, -aß eS jüngst sogar einer Artikelserie Raum gab. die der Raffentheorie kritisch an den Leib rückte. Daß diese Läuterung hauptsächlich, wenn nicht ausschließlich ans den Einfluß Dr. Seipels zurückzuf»ihren ist. lehrt -esieu Haltung schon zu einer /seit, in -er seine Reden «nd Taten noch nicht durch AmtSrücksichten eines Staats- Würdenträgers bestimmt waren. Solche Rücksichten haben sa schon wiederholt antisemitische Führer mit Inden zufammengebracht. So hat -er Begründer der christlichsozialen Macht in der Gemeinde Wien, der „große" Bürgermeister Dr. Lueger, nach seinem glorreich errungenen Siege Wer die jüdischen Bol ksschu Hehrer und Tramwanschaffner bei dem jüdischen Direktor Lohnstein der Ländert an k Zuflucht in seinen finanziellen Nöten gesucht und gesunden. Und die großdeutschen Minister, die rm Kabinett Seipel die hauptsächlichsten Verfechter des Antisemitismus waren, haken mit dem geschäftlich in Wien weilenden Vertreter des amerikanischen Bankhauses Leob u. Kun wacker getäfelt, um ihn für die Finanzmtser« des österreichischen Staates zu interessieren. Zum Unterschied von diesen Herrschaften, deren gelegentliche Vorliebe für gewisse Inden sich sofort ins radikale Gegenteil verwandelte, wenn sie vor ihre Wähler traten, hat Dr. Seipel im Jahre 1919, als er noch ein einfaches Mitglied der christlichsozialen Partei war. die gerade damals dt« antisemitische Demagogie auf die Spitze trieb, in einer aufsehenerregenden Rede im — Katholischen Volksverein gegen den Nassenantisemttismus Stellung genommen und so. ohne daß für ihn irgendwelche opportunistischen Beweggründe im Spiele sein konnten, die gebundene Marschroute eines christlichsozialen Mandatars mutig verlassen. Die Partei, weit davon entfernt, eine solche Persönlichkeit deswegen zu maßregeln, hat es tot Gegenteil vorgezogen. in aller Stille den Spuren Dr. Seipels zu folgen und sie ist dabei gut gefahren. Wenn diese Partei, die dereinst zur Rettung des „kleinen Mannes" gegründet worden ist, sich heute als die parlamentarische Sachwaltcrin der Großindustrie, ja als Sprecherin des GcsamEürgertums gegenüber der Sozialdemokratie ausspielt. so verdankt sie die Möglichkeit hierzu sicher der weisen Mäßigung, die sie sich jetzt in puncto Antisemitismus auferlegt. Es haben in ihr die gemäßigten Elemente sichtlich die Oberhand gegenüber den demagogischen Hetzern gewonnen, die früher bei jedem Anlaß blutrünstige Progromreden vom Stapel ließen, sich setzt aber eine beachtenswerte Reserve auferlegen. Einer, der sich dazu offenbar-nicht verstand, der Herausgeber des radau-antisemitischen „Volkssturms", Gemeinderat Orel, wurde kürzlich in aller Form aus der Partei ausgeschloffen. Trotz dieser erfreulichen Symptome, die wohl sämtlich aus das Konto der von Dr. Seipel inaugurierten Seelensanierung zu buchen sind, war aber die Regierung des katholischen Theoloaieprosessors weit davon entfernt, liberal zu sein. Daran hinderte den geistlichen Staatsmann naturgemäß seine streng kirchliche Gesinnung, die er in der Frage der Ehe- und der Schulreform in nicht immer alücklicher Form betonte. Einen besonders reaktionären Ballast des Kabinetts Seipel bildeten aber weniger die klerikalen als die deutschvölkischen Minister. Ohne Rückhalt in der Bevölkerung und ohne jede individuelle Bedeutong suchten diese Herren ihre absolute Unfähigkeit, sich nützlich m machen, durch mn so gröberen Eifer im — Schadenanrichten auszugleicheu. Die parteipolitische Verseuchung der österreichische» Justiz durch den grobdeutschen Vizekanzler Dr. Frank hat geradezu erschreckende Formen angenommen. So konnte sich ein Linzer Richter vermessen, eine EhrenbeleidigungSklage des Nationalrats Deutsch gegen einen Mann, der ihn öffentlich einen Schuft genannt hatte, mit der famosen Begründung abzuwcisen. ein Iudenstämmling könne sich durch die Bezeichnung „Schuft" nicht beleidigt fühlen, weil er wissen müsse, daß sich dieses Wort vom — hebräischen „Schofel" herleite, was „Richter", also nichts Ehrenrühriges bedeute.... In den letzten Tagen machte der Selbstmord deS Wiener Apothekers Linsker Aufsehen, weil er als die Konsequenz einer planmäßigen Verfolgung der jüdischen Apotheker aufgefaßt wird. Der Unglückliche wurde für ein Vergehen, das bet arischen Apothekern nur mit geringfügigen Geldstrafen qeahndet zu werden pflegt, durch — Aberkennung seiner Magisterwürde und daraus sich ergebender Vernichtung seiner Existenz bestraft! Nun liegt der famose Instizminister Frank als Opfer der Regierungskrise gleichfalls aus der Strecke. Leider kann man aLer in bezug auf dieses Reffort schon setzt die Feststellung machen, daß nichts Besseres nachkam. Denn der Nachfolger Dr. Franks ist der gleichfalls großdeutsche Dr. Wa b e r, der schon einmal Instizminister gewesen ist und damals zahllose jüdische Optanten, die seit Jahrzehnten in Oesterreich wohnen mtd den Besuch deutscher Schulen Nachweisen konnten, um das Heimatrecht in diesem Lande gebracht hat. weil er ihr Deutschtum nicht anerkennen wollte. Zum Glück ist, wie sich von Wahl zu Wahl deutlicher zeigt, dafür gesorgt, daß die deutschnatioualen Bäume nicht in den Himmel wachsen. Die christlichsozialen Staatsmänner aber haben sich bisher immer, auch wenn sie nicht die geistige Größe Dr. Seipels besitzen, schon rein theoretisch das Absurde der Rasscnverhetzung zu durchschauen, durch die Praxis zu einer richtigen Auffassung von den hohen staatsbürgerlichen Tagenden der Juden bekehren lassen. Hat doch der frühere christlichsoziale Finanzminister Dr. Gürtler die Annahme seines Portefeuilles geradezu von der Bedingung abhängig gemacht, daß ihm in der Person des jüdischen Benkdirektvrs Dr. Noseubcrg ein Berater zur Seite gestellt werde. Und sv wollen wir auch von dem neuen Bundeskanzler, dem christlichsozialen Salzburger Rechtsanwalt Dr. Namek das Beste hoffen. Dr. Hugo Spiegler. Aus der Bewegung. Breslau. (Jüdisch-liberaler Jugendverein „Abraham Geiger".) Am 18. November sprach bet uns Herr Curt Brienitze'r über das Thema: Judentum in der deutschen Geschichte. Der Referent behandelte in formvollendeten Ausführungen die Frage, wie die Juden in die Geschichte eingcgrisfen und wie sic sich zum kulturellen Geistesleben gestellt haben. Im römischen Reich unter Konstantin wurden die Juden nur zu allen Lasten herana-ezogen, erhielten aber keine Aemter. Während der ersten Jahrhunderte des Mittelalters hatte die Kirche genug zu tun, um ihre eigenen Bekenner zu sammeln; im kanonischen Recht wurde alles niedcrgeleat und damit die Juden verurteilt, sich in ihr HauS zurückzuzichen. Unter Karl dem Großen waren den Inden Handel und Gewerbe überlassen, vom Heeresdienst waren sie -befreit, der Gcldverkc.hr kam in ihre Hände. Als daS Reich Karls des Großen zerfiel, ließ man die Juden in Deutschland ganz in der Gewalt der Kirche. Es wurde den Völkern gesagt, sie seien fluchbeladen, weil sie den Erlöser nicht anerkannten. Run flohen die Juden, hauptsächlich nach dem Osten. Im 17. Jahrhundert begannen sie wieder nach dem Westen zu wandern. Erst unter dem Großen Kurfürsten ändert sich das Bild: dieser duldete alle Religionsgemeinschasten unter dem Schutze des Staates. Manches Ungemach traf noch die Juden. Die neue Zeit begann mit MoseS Mendelssohn: mit der Muttersprache gewannen die Juden das Vaterland. Der Kampf zwischen den Männern Hirsch einerseits und Holdheim, Geiger andererseits setzte ein. Mit Gabriel Rießer folgte die Emanzipation und der Einfluß aus Handel. Kunst und Gewerbe machte sich bemerkbar. Heute können Klasseugrnppen ihr eigenes Dasein führen, im modernen Deutschland verschrvanden die Standesunterschiede. Mommien sagt in einer seiner Schriften: So wenig die Franzosen, die in Berlin geboren sind. Franzosen sind, so wenig sind eS die Israeliten. Innerhalb der politischen Parteien setzte ein Antisemitismus ein, der die Inden als Objekte betrachtete. Tie Negierung Bismarck hatte den Ansturm der damaligen Zeit zu überwinden, und Naihenau, dessen Ziel und Stroben die Größe des Staates war. führte es aus, daß Versöhnung das Ziel aller ist. Drei Gegensätze lassen sich zu allen'Zeiten seststel-cn: die Gegensätze de-- Ralle, der Klasse und der Religionen. Wenn man jetzt wieder die Inden aus der Politik anoscheiden will, so ist dies zugleich ein Verstoß gegen die Einheit Deutschlands. Ideal und Ziel muß es bleiben, der einigenden Menschheit den Weg zu bahnen, wie es Jciafa und die anderen Propheten getan haben. Die Einheit Dentsth'ands ist leider ein Traum, es hat sie nicht besessen. Ein Ke-se'trei'-en beginnt gegen alle, die ehrlich genug sind, gegen die vorzvgchen, die staatszerstörcu.d wirken. Arbeit im Staatsleben für das Emanze ist notwendig, jede Tat schasst dankbare Herzen und jedes dauware Hers tt et» Gewtam. **««*«* vakxm Wegen leitet. — Di« zahlreich erschienene« Zuhörer dankte» dem Redner mit stürmisch»« Beifall »ad der Letter der &tu sammlung. unser Vorsitzender Dr. Kor«, «uterstrich insbesondere die markigen Schlußworte. AlL erster DtSkirsstonLredner stellte Dr. Schustxm mU Befriedig»«« feine Uebereinstimmung mit Len Haupigestchkspuukte» de» Referenten fest. Dr. Schuft«« ist der Ansicht, daß der Mensch verschiedenen Gemeinschaften angöhöreu kau«: der Staat ist der Z»- sammenschlutz von Mensche« mit «eichen Interessen m»d Zielen. Gegen den Zwischenschichtler ist Stellung zu nehmen. Stoll wirft die Frage auf. wie wett wir tan deutschen Volke stehen. Rechtsanwalt Spitz begleitet den Inden durch Lie Geschichte und erörtert die Frage. wo steht der Jude heute und wo soll er stechen? Es gibt Staaten, t« denen das Volk eine dominierende Stellung eirmtmmt und solche, in denen cs nicht der Fall ist. DaS Muster eines Staates ohne StaatSvolk ist die Schweiz. Deutschland hat ein Staatsvolk, dem wir uns in zunechmendem Matze eingliedern. Das Gebände der katholischen Religion ist daS gvwaltigste. Man denke nur an den Kulturkampf, tn dem der große Staatsmann Bismarck der internationalen Kirche erlegen ist. Genau so ist es mit dem internationalen Judentum. daS seine Stimme für Oberschlesien erhoben hat. Lotte Rosenthal kann keinen Konflikt zwischen Deutschen und Juden setzen: für uns gibt cs nichts anderes als deutsch sprechen und denken und sich von niemandem die jüdische Religion rauben lasten. Berger bedauert nicht das Vorhandensein von verschiedenen jüdischen Richtungen, wofern sie für eine Idee eintreten, wir bleiben als liberale Juden die Partei der Mitte und wünschen die Bibel in den Vordergrund gerückt. Der LandeSveöband preußischer Synagogengemeinden soll uns Geschichte deS deutschen Judentums werben. Nach einem packenden Schlußwort von Briemtzer schließt Dr. Korn den überaus anregend verlaufenen Abend. . . Magdeburg. Der iüdisch-Merale Jngendhund „Heimat" hat seine Wintertätigkeit begonnen. Die von Herrn Rabbiner Dr. Wilde geleitete Freitagabewdfeiersmude ftndet nunmehr zwischen den beiden Gottesdiensten — dem HauptgotteSdienste und dem auf Wunsch der im Geschäftsleben stehenden Mitglieder des liberalen JngendveretriS eingeflihrte» -weiten Gottesdienste — statt. Am ll. November fand unter zahlreicher vetetliaung der Mitglieder des neutralen und liberalen JugendvereinS die (Gründung einer Jugendgruppe des ReichSbundeS jüdischer Frontsoldaten statt. Die anwesenden Zionisten letznten ein Zusammengehen ab. Mannheim. Nach jahrelanger Ruhepause veranstaltete die liberal-jüdische Bereinigung Mannheim wiederum eine» öffentlichen Vortragsabend. MS Redner war Herr Dr. Max Mayer, unser Syndikus, gewonnen worden, der in geistvoller und formgewandter Weife daS Thema «i ft und Forrn", ein Spezialproblem dejüdischen Liberalismus, behandelte. Er führte «usesähr a«S: Im Judentum steht das sittliche Problem an erster Stelle. Das Gefühl der Spannung zwischen sittlichem Wollen und Können stimmt den Menschen demütig. Demut ist dt« Quelle der Religiosität. Beim Prüfen der sittlichen Forderung scheidet sich der Liberalismus von andern religiöse» Richtungen. Er geht aus vom Grundsatz der Willensfreiheit deS Menschen, er billigt ferner dem Zeitgeist einen bestimmenden Einfluß auf religiöse Formen zu. Geist ohne Form, religiöses Leben ohne Formen kann nicht bestehen. DaS Empftnden der Zeit soll seinen Ausdruck auch im religiöse» Veden finden, jede Zeit darf sich ihr« Formen schaffe«. Notavendig ist »nS religiöse Gemeinschaftssorm. Eine« feste» Matzstab deS gemeinsamen religiösen MaffenbewußtsetuS gibt eS nicht, deshalb kann man keine allgemeinen Richtlinien aufstellen. Bei jedem Schritt auf religiösem Gebiet muß sich der einzelne deshalb die Grundsätze deS jüdischen Liberalismus ins Gedächtnis zurückrufen. AuS nnferm freien Willen heraus soll die Bindung an religiös« Formen entspringen, die wir für notwendig erkennen und sür unS selbst neu erobern müssen. Für die Orthodoxie ist die Frage der Form ohne problematische Bedeutung: der Zionismus betrachtet sie nur unter dem Gesichtspunkt der Erhaltung jüdischer Eigenart. Mit einem kräftigen Appell zur Schaffung liberalen Selbstbewnßtseins und Heranbildung der Jugend im Geiste religiöser Freiheit und Wahrhaftigkeit schloß der Redner seine interessanten und beifällig aufgenommenen Ausführungen. In der Diskussion wies Herr Professor Dr. Billigheimer auf die Bedeutung und Bildungsmacht der Mystik hin. Der Liberalismus denke zu rationalistisch, lieber der Idee der Sittlichkeit stehe das Gottesbewußtsein. Herr Lehrer Liebermensch betonte die Bedeutung der Aneignung jüdischen Wissens als eine Quelle der Religiosität. In einem Schlußwort ging der Referent auf die in der Diskussion behandelten Probleme ein. Mit Dank an Referent und Diskussionsredner schloß der Vorsitzende, Notar Dr. Appel, die Veranstaltung, die ein zahlrciäieres Auditorium wohl verdient hätte. Die Anschauung, daß es jedenfalls nicht liberal ist, sich nicht soder höchstens zu Wahlzeitcn) um das Judentum zu kümmern, ist tu Mannheim noch nicht Allgemeingut geworden. Nlm. Am Donnerstag, den 13. November, war eine Besprechung mit einzelnen Gemeiudemitgliedern anläßlich der Anwesenheit des Syndikus der Vereinigung. Herrn Dr. Max Mayer. Berlin, bohufs Gründung hzw. Wiedererrichtung einer Ortsgruppe der ^Lereinigung für das liberale Judentum e. V.". Nur eine kleine Schar war es. die Herr Rabbiner Dr. Straßburger begrüßen konnte: da aber zufällig in der Gemeinde in dieser Woche schon zwei JA 1 8„ P rotokolle der Weisen von Zion 259 Seiten mit 6 Abbildungen. Ganzleinen 5.— Mark;riag ima w Femspr.: Dönhoff 3594 BEELIN SW 68, Lindemtrft$e 13 Femspr.: Dönhoff 3594

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