Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 4 (1924)
- Issue
- 32 (19.9.1924)
- Date
- 1924-09-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Sn sWischMEZeiüM Der Cenlralverein und die Preußischen Landesverbandswahlen. Der Hauptvocstand hat sich in seiner Sitzung vom 14. iSeptember ausführlich mit -er Frage seiner Stellungnahme KN Len Preußischen Landesverbandswahlen beschäftigt. Nach erschöpfender Aussprache, bei der Vertreter aus allen preußischen Provinzen zu Worte kamen, ist die nachstehende Entschließung gefaßt worden: Der Centralverein gibt für die Wahlen zum Berbandsitag des preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden die Weisung aus: S* Für deutsches Judentum und gegen den Zionismus. Keine Stimme für eine Liste, auf der ein Zionist steht.?. Für jede Liste, orthodoxe oder liberale, stimmen, wenn sie keinen Zionisten enthält und keine Listenverbindung mit einer Liste zuläßt, die Zionisten enthält. SL Sind im einzelnen Wahlkreis aussichtsreiche Listen gegen - die Zionisten vorhanden, so unterstützt der Centralverein solche Listen. Sind solche Listen nicht vorhanden, so soll der Centralverein entweder die Aufstellung solcher Listen veranlassen oder eigene Listen aufstellen. Die Entscheidung hierüber bleibt den betreffenden Landesverbänden im Einvernehmen mit dem Hauptvorstand überlassen. % Die Frage des Zusammengehens mit dem Verband nationaldeutscher Juden für den Wahlkampf wird der Entscheidung der Berliner Mitglieder des Hauptvorstanöes überlassen. Zur Durchführung dieser Entschließung ist eine neunbliedrige Kommission gebildet worden, an die wir sich in allen Fällen über die Hauptgeschäftsstelle zu wenden bitten. Die Kommission wird weitere Anweisungen ergehen lassen. W Aus den Gemeinden. u Berlin. Im Wintersemester 1924/25 werden an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums folgende Vorlesungen gehalten werden: Dr. Bacck wird lesen: 1. Mitdrasch Bereschit rabba, 2. Einleitung in die Homiletik, 3. Homiletische Uebungen, Prof. Tr. Ban et h wird lesen: 1. Talmud b. cursvrisch Hullin, 2. Talmud b. statarisch Gittin Kap. V, 3. Talmud j. Berachot Kap. III, 4. Tur. und Schulchan Aruch Hil. Pesah. Pros. Tr. Elbogen wird lesen: 1. Geschichte des Volkes Israel bis zum babylonischen Exil. 2. Talmudische Quellen zur Liturgie, 3. Hebräische Poesie des Mittelalters, 4. Hebräische Geschichtsquellen. Prof. Dr. Guttmann wird lesen: 1. Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie des Mittelalters, III, 2. Hebungen zur Religionspsychologie. 3. Interpretation von Gabirols Mekor Chajim, 4. Lektüre von Aldos Jkkarim. Dr. Torczyner wird lesen: 1. Allgemeine Einleitung in die Bibel. 2. Genesis. 3. Bibelwissenschaftliche Probleme, 4. Jüdische Bibelkommentare. 5. Hebräische Stilübungen. Dr. Epstein wird lesen: 1. Einführung in die Textkritik der Mischna. 2. Talmud b. Pesahim Kap. II. Dr. Freund wird lesen: Die Stellung des Judentums in Deutschland nach der R-eichsverfaffffung. - In der Präparandie werden, wie bisher. Kurse über Bibel und Kommentare, hebräische Grammatik, Mischna und das Gebetbuch von den Herren Dr. Grünthal und Dr. Rosenthal laut Anschlag am schwarzen Brett gehalten werden. Alle Vorlesungen und Uebungen sind unentgeltlich. Die Eröffnung des Winter-Semesters erfolgt Montag, den 27. Oktober 1024. 11 Uhr vormittags. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie rite immatrikulierte Studierende der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen teilnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem derzeitigen Vorsitzenden des Lehrerkollegiums. Prof. Dr. Baneth, in seiner Sprechstunde Montag und Donnerstag um 12 Uhr. Berli«. Am 9. b. M. verschied hier Frau Professor Bloch, die Gattin des langjährigen Vorsitzenden des Liberalen Rabbinerverbandes". Die Bestattung fand am 12. d. M. in Wetßensee statt. Die zahlreiche Beteiligung legte Zeugnis von der Wertschätzung ab, deren sich die Heimgegangene erfreute. An der Bahre sprachen die Rabbiner Dr. Bergmann und Dr. Gottschalk. Berlin. Am 15. ös. Mts. fand auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee die Beisetzung des Berliner Kunstkritikers Joseph Lewinsky statt. Lewinsky, der vor wenigen Tagen sein 85. Lebensjahr vollendet hatte, war im besonderen ständiger Mitarbeiter der „Berliner Morgenvost". Mit den Angehörigen und Freunden der Familie hatte sich eine große Zahl von journalistischen Berufsgenoffen des Verewigten eingefunden, unter denen auch Vertreter der Berliner Musikwelt nicht fehlten. Die Trauerfeier wurde durch Gesang des Dovvelquartetts der jüdischen Gemeinde und des Kantors Asch eingeleitet. Rach der Trauerrede von Rabbiner Dr. Bergmann sprach für den Ullstein'schen Verlag Chefredakteur Georg Bernhard. Berli«. Am Sonntag, den 21. September, findet vormittags um 12 Uhr auf dem jüdischen Friedhof in Weitzensee anläßlich der Errichtung des Ehrcndenkmals für den verewigten Rabbiner Dr. Felix Coblenz eine Gedenkfeier statt. Bremen. Die hiesige israelitische Gemeinde veranstaltete anläßlich der zehnjährigen Wiederkehr des Tages, an dem der Weltkrieg seinen Anfang nahm, eine Gedächtnisfeier in der überfüllten Frieühofshalle am 14. d. M.. die dem Andenken der gefallenen Helden gewidmet war. Rabbiner Dr. Aber legte die biblische Erzählung von der.Sunamiterin seiner, Gedächtnisrede zugrunde. Wie die Sunamiterin beklagen Tausende jüdische Mütter in Deutschland den Tod ihrer fürs Vaterland gefallenen Söhne. Die jüdischen Gräber predigen nicht Rache, sondern Frieden, und deshalb sollte jede jüdische Mutter die Frage, weshalb sie heute zum Gotteshause gehe, obwohl doch gar kein Feiertag sei, mit dem Worte der Sunamiterin ..Scholaum" — es sei Friede' — beantworten. In der biblischen Erzählung erweckt der Prophet das verstorbene Kind zu neuem Leben. Auch wir haben wieder aufzubauen, wenn wir auch körperliche Wunder biblischer Art nicht zu erwarten haben. Das Wunder wird möglich, weil der Prophet sich mit all seiner Kraft, mit Auge, Mund und Hand seiner Aufgabe widmet. Unser Mund muß Verleumdungen widersprechen, unser Auge klar erkennen, was not tut, unsere Hand schaffen, um den Frieden zu sichern und den Wiederaufbau unseres Vaterlandes und unseres Judentums, das schwer unter den verheerenden Folgen des Weltbrandcs leidet, dem zwölftausend junge, kräftige Menschen fehlen, die der unerbittliche Tod in der Mitte ihres Lebens auf den Schlachtfeldern in Ost und West dahingerafft hat, erfolgreich herbeizuführen. In vortrefflichen markigen Worten ergänzte dann im Aufträge des R e i ch s b u n d e s jüdischer Frontsoldaten Herr Rudolf Apt die Ausführungen des Gemeinderabbiners. Klein scheint, die Zahl derer zu sein, die aus der Godächtnistafcl als die Weltkricgsvpser der Gemeinde bezeichnet werben. Ueberwältigend groß aber ist ihre Zahl angesichts der Gesamtzahl der Geineinöemitqlieder. überwältigend traurig für den. der weiß, welche Arbeitskraft und welches wertvolle Menschentum mit jedem einzelnen von ihnen dahingegangen ist. Gebete umrahmten die Feier, die mit dem Besuch eines Kriegergrabes ihr Ende fand. Im Anschluß daran wurde der Grabstein des verewigten, weit über Bremens Grenzen hinaus berühmten und hochgeschätzten Gemeinderabbiners Dr. Rosenak eingeweiht. Sein Nachfolger im Amte, Herr Rabbiner Dr. Aber, würdigte in einer kurzen Ansprache die Verdienste des Verstorbenen um feine Gemeinde und um die ganze Judenheit. Besonders den Juden des Ostens war er Führer und Wegbereiter in schwerster Zeit. Ein /Verwandter des Verewigten. Direktor Dr. C a r l e b a ch - Hamburg, schilderte das reichbowegte Leben Rosenaks. Hamburg. Nach einer Mitteilung der rumänischen Gesandtschaft in Berlin ist Herr Simon Guttmann zum königlich rumänischen Honorar-Generalkonsul in Hamburg ernannt worden. Giuttmann ist das Exequatur namens des Reiches erteilt worden. Zu seinem Amtsbezirk gehört auch -die Provinz Schleswig-Holstein. Hannover. Im Sitzungssaale der Synagogengsm-einde zu Hannover fand am Mittwoch, den 3. September, die Gründung eines Provinzial-Berbandes für jüdische Wohlfahrtspflege in der Provinz Hannover und den Freistaaten Braunschweig und Oldenburg, nach ausgezeichneten Referaten der Herren Landrabbiner Dr. Freund-Hannover. Landrabbiner Blum-Emden. Dr. Segall-Berlin und nach eingehender Aussprache statt. Der Verband ist bestimmt, ein Mittelglied zwischen den einzelnen Gemeinden und Institutionen und der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden in Berlin zu bilden, um die vorhandenen Kräfte zu gemeinsamer, fruchtbringender Arbeit zusammenzufaffen. Zu der fvrgfältia vorbereiteten Versammlung hatten 46 Gemeinden mit 66 Prozent der gesamten Seelenzahl der drei Provinzen, sämtliche jüdischen Provinzial-Vereinigungen, die Logen, alle indischen Wohlfahrtsanstalten der Provinzen und alle Vereine der Synagogengemeinde Hannover Vertreter entsandt. Vorsitzender des Verbandes ist .Herr Alfred Fuerst non der Zentralstelle für Wohlfahrtspflege in der Synagogengemeinde Hannover, die Geschäftsführung hat Herr Grttnbaum. Hiudenburg. Nach einem Telegramm aus Hindenburg find dort am 14. September die Deutschvölkischen mit Schlaginstrumenten. Pflastersteinen und anderen Waffenausgerüstet, in eine demokratische Wählerversammlung eingeörungen und haben zahlreiche VersammlüngsteilneHmer schwer verletzt. Die Versammlung, in der zahlreiche Frauen anwesend waren, löste sich in wilder Panik auf. Unter den Verletzten befindet sich der Rabbiner Dr. Katz, der von einem Völkischen mit einem Stuhlbein niedergeschlagen wurde. Die Erregung über diese Roheit der Deut'ckvölk'schen ist allgemein. Die Ortsgruppe Hiudenburg der Deutschen Demokratischen Partei wird gegen die Anführer Strafantrag wegen Landfriedensbruch stellen. Die Schutzpolizei nahm eine Reibe Verhaftungen unter den Deutschvölkischen vor. Lübbe«. Der Synagogenvorsteher Wilhelm Wolfs in Lübben N.-L. übersendet uns folgenden Aufruf: Werte Glaubensgenossen! Wenn Sie diesen Aufruf aufmerksam lesen, werden Sie sich vielleicht erinnern, daß. wenn Sie auch nicht direkt selbst, doch ihre Bor- und Vorvorfahren an diesem Aufruf beteiligt, da höchstwahrscheinlich.Ihre Heimat die Stadt Friedland in der Niederlausitz bei Frankfurt a. O. war. Dieser Ort war sächsisch, und wie die alten Akten ergeben, durften nur dortselbst Juden wohnen, auch wie die Chronik nachweist. wohnten dort über hundert jüdische Familien, welche erst nach Aufhebung des Edikts in den 1840er Jahren in anderen Städten und Dörfern der Nieöerlausitz sich niederlassen konnten. Da seit ungefähr 50 Jahren in Friedland kein Jude wohnhaft, wurde ich vor ungefähr 25 Jahren von Amts wegen gezwungen, die sehr alte große 'Synagoge aVveißeu zu lassen, da der Grund und Boden, worauf das Gebäude stand, nicht Eigentum der Gemeinde, sondern nur auf Erbpacht errichtet war und die jeweiligen Eigentümer des Grund und Bodens nicht zu bewegen waren, den Tempel bestehen zu Liberaler Verein für die Angelegenheiie» bev. jüdischen Gemeinde zu Verlia r.v., Maoekfirtt1 Landesverbandswahle« Für unser Wahlbüro suchen wir für sofort 2 Bürodamen der Stenographie und Schreibmaschine kundig, die Interesse für unsere Sache haben. Schriftliche Bewerbungen an unser Büro, Manerstraße 22, erbeten. Ceirtetoeber Herbst? * Herren-Ulster ST. 4.000 Herren-Ulster SÄÄ1: ft coo webter Abseite, Bückengart u. Schlitz W Herren-Ulster webter Abseite, moderne,zweireih.Form relcßöallige AuswaQl in allen Ableitungen — äußerst Herren-Sport-Amug S'lvi'on00 u- Breech., in grau mmode gemust.Chev. 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