Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 4 (1924)
- Issue
- 29 (29.8.1924)
- Date
- 1924-08-29
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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TUSCHE Eraähteug «ns Aras Briten In Cltrt lef«tf, K44i jGotea Alwodt mein Ubn, iw kommst <te mdi Wut1 «KL heb« keine LnfcN «Wernm? — Wo« M loaT „Ich habe kein« Lost.* «No, aber warum 7** Im Tone des lahmen Wolf, der anter Tuschens Fenster stand, lagen zwei Fragezeichen. «Ich bin traurig." «Stoß, sras braoehsfe traurig za sein. Bist de nischt ■in hübsch Mädel?“ «Was nützt mir meine Schönheit?“ «Laß nur, mein Lehen, 's tat noch nicht aller Tage 'Abend, Pass' auf, dn wirst an Rebb Wolf denken, da wirst sehen, was ich tot mein Tusche bring." „Ihr seid so got za mir!" In Tuschens Augen stieg es ÜeiB auf, che war froh, daS es dtmkel war, sonst hatte man Trfinen gesehen. «Warum soll ich nicht gut zu dir sein? — Dein Vater, sefig, war mein Freund. Ich hab' dich anf'n Arm getragen. Und wer bringt mir alle Schabbes mein Barches so knusperig gebacken, wie s kein anderer kann? — Mein Täschchen! Wer macht mir wie ein Heinzelmännchen alle meine Sachen? — Mein Tuscheleben! Und wer macht auf der Welt dem armen verlassenen Mann noch Freude? — Da, mein Leben! Soll ich nicht gut zu dir sein? — Warum bist de traurig, hat die Mutter mit dir gezankt?“ «Nun, gezankt nicht gerade; ich soll nicht so modern •ein, meint sie, nicht mehr abends spazieren gehen, und diMwi, was mich sehr schmerzt, sie kann meine Freundin sicht leiden.“ „Ich hab dir was mitgebracht, Hab dir was mitgebracht, Von der Chaussee, Von der Chaussee!“ Schmetternd blies es der Postillon beim Durchfahren der Posener Straße, die die Judengasse durchschnitt, in die Welt. „Kuck* nur, mit was für’n Getettcre der da 'rein kommt. Er muß gar e Kronprinzen fahren.“ Tusche lachte. „Ich hab's zu gerne, wenn die Post kommt,“ sagte sie einfältig; „wenn die Post nicht käme, man wüßte gar nicht, daß noch anderswo Menschen wohnen. Herr Wolf,“ setzte sie forschend hinzu, „Sie sind wohl schon viel in der Welt herumgekommen?“ «Nn gewiß, mein Leben.“ «Ach wissen Sie was, Herr Wolf, ich komme doch heraus und Sie erzählen mir etwas, ja?" „Nu siehste, wie du deine gute Laune wiederbekommen hast?“ Der alte Mann lachte glückselig. Oede and verlassen lag die „Gass" da. Der Mond sandte sein bleiches Licht über die Dächer der Nachbarhäuser, die ein schon verschlafenes Aussehen zeigten, obgleich es erst neun Uhr war. Die Luft war lau, kein Windchen regte sich und das Städtchen lag wie ausgestorben. Hs war, als seien nur zwei Menschen darin, gerade wie im Paradies. Hier aber nicht Adam and Eva, sondern die hübsche Tasche und der alte Reb Wolf. Und dieser erzählte von Nord und Süd, von Ost und West. Wo war er nicht alles gewesen! Mit geröteten Wangen and blitzenden Augen hörte ihm Tasche zu. Ihre Mutter, die währenddessen auch herausgekommen war, sah beleidigt von Kopf bis Fuß aus. Immer, wenn ihr Worte verloren gingen, und das geschah bei ihrer Schwerhörigkeit nicht selten, wurde sie ungemütlich. Und in Leipzig sind Sie auch schon gewesen?“ Diese Frage beantwortete er mimisch. Sein etwas breiter Mund verzog sich zu einem überlegenen Lächeln, und seine Ilandbewegung sagte: unzählige Male! „Wer mir Gut’s gönnt, was ich dort schon hab vor Geld verdient. Ein Slang' Gold.“ „Und wo is es geblieben?" — fragte etwas spitz Frau Bendel, die seinen berühmten Dalles kannte. „Madam Bendel, kommen Sie mir nich wieder so oben 'rum. S'is da geblieben, wo anderer Leut' Schätze auch liegen, auf de Gass.“ „Nu, hätten Sc's denn lieber hier auf de „Bank" gebracht.“ «Ach, Mutter," fiel Tusche ein, „laß das doch, Herr Wolf erzählt so schön, und ich möchte so gerne etwas aus Leipzig wissen.“ „Was geht dich Leipzig an? Was hast du mit Leipzig?" Frau Bendel war wieder im Zankton. „Ich weiß nicht, was das for e Mädchen ist. Er soll ihr erzählen von Leipzig. Na!!" Seufzend erhob sie sich und schob sich schwerfällig, müde und mürrisch aussehend« ins Haus. Der alte Mann blickte von der Seite za Tuschen. „Du brauchst nischt so'n traurig Gesicht za machen, mein Leben. '» btt er nebbich schlecht gegangen, se is verbittert worden. Laß sie gehen. Laß se e gut Jahr haben!" Nicht ein Wort antwortete das junge Mädchen, es haschte aber nach des Alten Hand and drückte sie wann. „Ihr Herz ist wie Gold," sagte sie leise. Lange schwiegen jetzt beide, dann meinte ohne Uebergang das Mädchen: „Und immer bloß mit schaddienen?!“ „Nu, 's ist doch mein Geschäft." „Eigentlich ist es doch recht traurig " Das sagte sie mehr zu sich selbst, und wunderte sich nun, daß sie der alte Mann verstanden hatte. „Nu, wenn's de Leut' macht anders woflea?“ „Aber es iit doch recht häßlich, nicht?" „Nu!" Er zog die Schultern hoch und fächelte eigenartig, dann fuhr er mit der flachen Hand Über seinen ergrauten, siopplichen, kurzgeschnittenen Bart und sagte: „Bei mir, .du kannst mers glauben, is noch keiner schlecht angekomnicri. Warum, ich bin der lange Schxnul, der nur das S/hadchonesgeld haben will? —- Ich hab auch schon Leuten zugeredet, wenn jemand nischt gehabt hat, und hab' mer gefreut, wenn ich nischt verdient hab'. — Man red' so und so, grad' wie man's braucht. Aber nn, mein loben, es is gleich zehn Uhr, was denkst de! Gute Har Mta «Lai» steS, iirffi_ glhnt« stade hfcfcsr and Unkt* lanpaa davon. „GaIn HacÄfV* hatte Taeb« wte tat Trimm erwidert, rieh srheiben and dte zwei Stuten za ihrem ftsaae Über* 'rite«». Bevor rin h fca dimhisa Haurihn, dar Air «teigwii gähnte, trat, ÜbserfeBckte sie noch «inmal die teare Straß«. So stm, ao weltvergessen lag alles da, nichts regte rieh, und dar BHek io begrenzt in der engen Stadt. Und rie hafte doch Augen, am za sch—siy Ofaeea, aa aa hören, and war jag und sehnt« rieh nach dem warn pedrierenden Leben, von dem ihr Woff erzähltet and vori dem sie in Romanen gelesen. „Ich glaube, die Kleinstädter werden «qm Hhnrnri vergessen," sagte sie seufzend, and lohnte die Tür“ an. Abzaschfießen aalte man ln M. nkbt nMg. _ _ Ein Dieb saß im „Weinstock" wte das, Ofcttgsftngnls genannt wurde, and der andere suchte rieft „auswärts“ ein „reicheres Feld“, — Zur selben Zeit, als der lahme Woff mit Tuschen ruhig, als ginge nichts vor, auf der Bank saß, «rar man im „Schwarzen Adler" in nicht geringer Aufregung. Nicht weniger als zwei Passagiere hatte die Post gebracht. Zwei Passagiere! die sehr vornehm schienen und im „Schwarzen Adler" abgestiegen waren. Die Wirtin, aus ihrem süßen Abendschläfchen durch die Triumphstöße des Postillons aufgeschreckt, lief ganz kopflos hin und her, der Kellner hatte sich schnell seinen „glänzenden“ Frack angezogen und stürzte mit einem Talglicht auf messingenem Leuchter den Gästen entgegen. Inzwischen sprang ein rotes Küchenmädchen auf einen Stuhl, um die in der M’tte der Gaststube hängende Lampe aufzudrehen. Und nun schritten zwei modern anssehende Herren mit einem etwas beklommenen „Guten Abend“ ins Lokal. „Können wir Zimmer bekommen?“ Die Wirtin zeigte sich erfreut, dienen zu können, und eine Stunde später saß das „ganze Personal“ — der Kellner und die Magd — mit am Tische der Besitzerin und hielten großen Rat. ,,Es ist was Feines,“ sagte der Kellner, der sich als ehemaliger Offiziersbursche darauf verstand, „das hab' ich schon am Koffer gesehen.“ Die Magd aber verzog respektwidrig ihren breiten Mund und sagte mit clsm Bauernphlegma der dortigen Gegend: „Ich glaub’s, sind Juden.“ „Das glaube ich nicht,“ entgegnete gereizt die Herrin, die gern Noblesse unter ihrem Dache hatte, „nein, ganz gewiß nicht. Juden sind gar nicht so stattlich." Sie kannte freilich nur die Juden ihres Städtchens, in dem allerdings kein Apollo war, und auch keiner zur Noblesse gezählt werden konnte. „Im übrigen — morgen wird’s Buch vorgelegt. Einschreiben müssen sie sich .... Mach' mir's Bett zurecht, Hanne." Die dicke Wirtin erhob sich; Hanne griff wieder zum Messingleuchter, der auf dem Büfett stand, und leuchtete ihrer Herrin voran. * * * Am anderen Morgen kam der Vorsteher der jüdischen Gemeinde, Herr Cohn, am „Schwarzen Adler" vorüber, und fragte den in der Türe stehenden Kellner, ob gestern zwei Herren angekommen wären. „Das sind's." „Sind sie schon auf?“ „Ne, es sind ein paar Vornehme, die schlafen lange.“ Herr Cohn ging weiter. Die Fremden verloren sofort an Glorienschein, als sie bald darauf in der Gaststube, in der sie ihr Frühstück einnahmen, nach der Wohnung des Herrn Cohn fragten. Die Wirtin wackelte in die Küche zu Hanne, die am Herd stand und Kohlrüben kochte, sah erst ein Weilchen ihrem Hantieren zu, und sagte dann mit herabgezogenen Mundwinkeln: „Du hast recht gehabt, es sind doch man „bloß“ Juden." Inzwischen brachte der Kellner einen verrosteten Federhalter mit schwarzem Blechgriff und ein viereckiges Tintenfäßchen mit halb vertrockneter Tinte, das er den Herren vorsetzte. „Bitte ergebenst einzuschreiben," er salutierte. Der junge Herr setzte einige Male die Feder an —: vergeblich. Endlich stand F. u. R. Sternow, Fabrikanten aus X., da. Der Aeltere sah nach der Uhr. „Erst neun! Gibt es hier Sehenswürdigkeiten?“ „Na, das Schloß, die Hefenfabrik und das Spital," antwortete der Kellner. „Hefenfabrik — entschieden vielversprechend. Sehen wir uns also die Hefenfabrik an," sagte der Jüngere vergnügt, nahm seinen Hut vom Garderobenhalter and fragte die eben eintretende Wirtin, wann gespeist wird. „Gespeist" — dann waren’s doch wohl keine Jaden? Juden hatten bei ihr noch niemals gegessen. „Um zwölf Uhr, gnädiger Herr." — Das klang sehr ehrerbietig. Die Herren waren in ihren Augen angemein gestiegen. Der Kellner begleitete dieselben bis auf die Straße and zeigte die Richtung zar Hefenfabrik: „Hier dl« Posener runter und dann biegen Sie rechts in die Judenstraße, dann werden die Herren schon sehen." Die „Posener" zeigte bei hellem Sonnenschein eine heitere Physiognomie, ganz nette Läden and keine Menschenseele. Zuweilen ein Vorzug in der Hochflut des Lebens. Jetzt die „Jüdische Gass“. Hier herrschte mehr Leben, denn es war gerade „Konversationsstunde", die Bank «rar dicht besetzt and amringt. „Was ist denn des? — wer sein des?“ Leiser Bein zog nach seiner Gewohnheit die Nase in die Höhe and legte zam Schatze gegen die Sonne die Hand über die Augen. Alles wandte sich der Richtung zu, aus welcher die beiden Fremden daher kamen, zwei schöne Gestalten. Der eine schlank, von imposanter Haltung, jung, hübsch, mit sonnenverbranntem Teint, und der Aeltere würdevoll mit jovialem Gesichtsausdruck. Fröhlich kamen beide einhergeschritten. Sie lächelten etwas, als sie an der jüdischen Clique vorüberkamen und diese wiederum hielten ihrerseits Musterung. Bis die Herren um die Ecke waren, schauten die „Bankdirektoren" Wolf und Schmul ihnen nach, dann begann letzterer mit etwas näselnder Stimme: „Weiste was mir scheint? — mir scheint, des is" — er zeigte mit dem zurückgebogenen Daumen nach der „da* fct -- — —, „ Eh Modernster ans der Geae&schatt n •an Namen hochdeutsch: «Thertee Cohn? -Wieso? “ WkeofT efcpM tedotemt L .. ... - «na, rh nmr n dte hDdtete Zelt schloß dte Debatte •rinT und wandte_ Bi «rar ab« roch Ar mmJMmäk, «tennte» e Unter M.% lugend_ __ _ ______ Regsamkeit gebend. Flora war atemlos za ihrer Fr—iwW», Tasche geeuf, and hatte Ar rnftgelefft, wes „vergeht". Ste riraÖte lor Glückseßgkett, «ad dasselbe Kntiftnkea «Ate rieh letzt eaeh anf Ttaraheua hübschem Tiestehtcilmi ah. Kein Wunder! Sollte doch — men . ein Tanzkränzebea im Sehtttzenftsrten stattfinden! Amtv Hart hatte daa eeCbetrscbnd Herr Frühaal, der «Äs goto Gelegenheit wahrnahm, dann so riete Herren, als tagen-. bÜchBdh, hatte es nie im kleinen Städtchen gegeben. Wie es immer za sein pflegt, kamen ritenfbdbea Gäste za den Feiertagen. Diesmal fügte ee aber der Zufall, daß es nur Gäste männlichen Geschlechts —mi, und zwar heitere junge Leute, die einem Tanzvergnügen nicht abgeneigt waren. Za Jakobs «rar da Student gekommen; zu Levys der Sohn, der gleichfalls stadtert* und zwar „Rechtsanwalt”, wie sein« Mutier sagte. Dann war ein Reisender von der Weißwarenbranche da, und die feinen Herren aus dem „Schwarzen Adler“. Was mit denen vorging, wußte man ganz f—, de waren auf „Schau" gekommen. Frätdein Cohn, Aa der Post schon so manches eingebracht, denn durch de fahren „Schaulustige" hin und her, sollte an den schönen jungen Mann verheiratet werden. Er «rar Fabrikbesitzer fax einer Industriestadt und sie war Besitzerin von dreißig-, tausend Mark. Sie hatte zwar oft gesagt, daß sie „dafür" auch schon einen Studierten bekäme, indessen, es hängt ja alles vom Schicksal ab. Herr Fabrikbesitzer Sternow kam — siegt« —. überlegte jedoch noch. An Geld war er gewöhnt, aus reichem Hause, selbst sehr wohlhabend, hätte er bloß der Familie wegen gern die junge Dame geheiratet, — wenn sie ihm gefallen. Sie mißfiel ihm zwar nicht, indessen Rtt sie an der aufdringlichen Bildung der kleinstädtischen Halbgebildeten, hatte dicke rote Hände, die ganz schändlich das Klavier bearbeiteten, und zeigte jenen Leihbibliotheken- Geist, der Herrn Sternow, der ein nettes Wesen besaß, unangenehm berührte. Er wollte schon abreisen, aber sein Bruder, der ihn begleitet hatte, und Herr Cohn, sein Schwiegervater in spe, baten ihn, über die Feiertage za bleiben. Das alles war ein öffentliches Geheimnis, das sich Herr Frühauf, der als Entrepreneur gern glänzte, zunutze gemacht hatte. Cohns hatten mit Freuden akzeptiert, die anderen vornehmen Juden standen sicht zurück, and Ae weniger hochgestellten wurden darchgeschmuggelt. So kam es also, daß auch Floras Eltern eise Einladung erhielten, and daß diese ihrerseits Tasche soff orderten, mit ihnen za kommen. Ganz früh schon «rar sie anfgsetandezL, Gestern abend hatte sie ihr weißes Muflklefd gewaschen and non stand sie in der Küche, am es za plätten. Da war auch schon Flora da. «Weißt da, Tasche, dte Sdbkh fen ins Haar, die mußt da mir auf stecken, •— «riehen Cbein wie da hast — das bekomme ich doch ririte «raus* Sie hielt betroffen mne. «Du hast ja gswrint, «ran ist dir denn?" , „Ach, die Matter ist böse, daß ich Mmu marfte," „Nun so was!“ — Weiter kam rie rieht, denn ftu Bendel kam im grauen „Morgennegfigf" adt einer großen blaubedruckten Schürze and Mor^enschahea« (Be rie „Pariser" titulierte und dte sehr viel Raum beanapraehtea, angewackelt. Ihre Haube saß schief. Sehr verdrossen aussehend, begann sie übelgelaunt: „Höre Flore, du bringst mer lautet Machte «hat hm Haus. Was is na wieder mit dem mrn'fiwggtnn Prflh-i auf? Heste Wohltäger! tanzen! Muß feh mein Ferne; geben, wegen euer Kränzchen? —- dte" —, rie «des ari ihre Tochter, die mit einer ArmeurSündsi-Mtene Plätteisen auf und nieder strich, «Is doch ans Rand Band. Hat man schon so was erlebt, e jüdisch Pri tanzen gehen! In mein' Zeit —" Da konnte sich Flore nicht länger beherrschen ri% in Ihrer Zeit, Frau Bendel, die fct schon längst «ardben, Und «ras wollen Sie denn von Tneriten? Won rie aus, jahrein nichts hat, and hter arbeiten ritzt, dann woflen Sie ihr rin unschuldiges VeiguQ^n rieht fflil gönnen?” Es war das erstemal, daß Flora steh erlaubte^ gegen die Ungerechtigkeit Ihrer Freundin Matter Front W machen. Erstaunt sah (fiese rie an. «Nischt hat? -q, nischt hat? — dcaußn steht de Bank,* «gte rin, «ee Sri rischtP „Nun, was hat sie denn ari der Bank, dte htfat Uten langen Schmul and den lahmen Wolf reden, kt das ritt Vergnügen für rin junges Mädchen? — Uebrigens, Freu Bendel, wenn Sie vom „jüdischen Kind“ reden, ehe jüdische Matter darf auch nicht so mißgünstig sein, and muß bedenken, daß Ihr Kind seine Jagend za genießen ebenso das Recht hat, wte jedes andere. Damit «rar rie heraus. Tasche war sehr erschrocken über das, «ras ihre Freundin gesagt. „Mutter," sagte sie niedergeschlagen, „sei nur nicht beleidigt and wenn es dir nicht paßt, daß ich in den Schützengarten gehe, bleibe ich lieber zu Hause." Die Mutter hatte ihr erst nicht geantwortet, und war ihr Zimmer ausfegen gegangen. Im Hausflur streute sie über dte Steinfließen weißen Sand, dann kam sie zurück und sagte so weich, wie es Tusche lange nicht gehört hatte: „Nu, mein Leben, mach' nur dein Kleid fertig, geh' nur. Vielleicht hat Flore Recht. Ich bin e altmodische Frau, ich kenn’ mer m die Welt nich' mehr aus." Da fiel ihr Tusche gerührt um den Hals. „Mutter," meinte sie zärtlich, „du bist doch so gut, aber die Leute kennen dich nicht, weil du immer anders sprichst, als du es meinst." (Fortsetzung folgt.)