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Jüdisch-liberale Zeitung · 1924-08-01 · 25 (1.8.1924) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
4 (1924)
Issue
25 (1.8.1924)
Date
1924-08-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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4, Jahrgang Rümmer 25 QwWP’HXRtunMy I.Angnp 1984 Die jüdische Gegenwart. Volksentscheid über die Iudenordnung? Nach Artikel 73 der Verfassung ist ein Volksentscheid herbeizusühren. wenn ein Zehntel der Stimmberechtigten düs Begehren nach Vorlegung eines Gesetzentwurfes stellt. Auf Grund dieses Artikels der Verfassung hat sich eine Organisation gebildet, die unter dem Namen „Parteilose Bereinigung eines ver fassungsge-mäßen völkischen Volksentscheids über die Lösung der Judenfrage" Fragebogen in vielen Tausenden von Exemplaren in Deutschland verbreitet. Das Bureau dieser .parteilosen Bereinigung" befindet sich in Erfurt. Die Vereinigung verlangt, -atz jeder Empfänger sich über folgende fünf Anträge äußert und mitteilt, für welchen der fünf Anträge ex stimmt. Die Anträge Lauten: 1. Sämtliche feit 9. November 1918 eingewanderten Ostjuden sind auszuweisen. 2. Sämtliche seit 1. August 1914 eingewanderten Juden sind auszuweisen. 3. Wie Antrag 1, jedoch mit dem Zusatz: ihr Vermögen ist — soweit unrechtmäßig erworben — zu beschlagnahmen. Damit sind die um den Ertrag ihrer Arbeit betrogenen Kriegsanleihe-Zeichner und Sparer, zuerst die kleineren Sparer, zu entschädigen. 4. Wie Antrag 2, mit dem Zusatz: ihr Vermögen ist — soweit unrechtmäßig erworben — zu beschlagnahmen. Damit sind die um den Ertrag ihrer Arbeit betrogenen Kriegsanleihe- Zeichner und Sparer, zuerst die kleineren Sparer, zu entschädigen. 5. Wie Antrag 4, mit dem Zusatz: Die unter uns lebenden Duden sind unter Fremdenrecht zu stellen und wie jeder Angehörige eines fremden Staates zu behandeln. Eine besondere Iudenordnung ist auszuarbeiten und zum Gesetz zu erheben. Beigefügt ist eine genaue Richtlinie für die parteilose Vereinigung zur Vorbereitung des Volksentscheids, in der genau angegeben ist, wie unter Zusammenfassung von Ortsgruppen, Kreisen usw. die Abstimmung vorzunehmen ist. Es wird darauf hingewiesen, Latz nur wahlberechtigte Personen abstimmen dürfen. Bezeichnenderweise wird zugleich intensiv für die Stiftung von Beträgen zur Deckung der Unkosten geworben. Meine Herren, genügt denn das?! Wie die volksparteiliche „Zeit" aus den Korrekturbogen mitzuteilen weiß, läßt die „Landesgruppe der Deutschnationalen Volkspartei für Bor- und Hinterpommern" folgende Anweisung in ihrem Agitationshandbuch hinter das Kapitel „Kriegsschuldliige" einstigen: Für Geübtere. Die Schuld lüge ist ein wertvolles Mittel, um politischen Gegnern ihre nationale Minderwertigkeit nachzuweisen. Das größte Unglück ist. wenn der Herr Vorredner auch gegen die Schuldlüge ist. Dann erwidere man ihm: ,ja. der Herr Vorredner hat wohl die Schuldlüge mit großen Worten bekämpft! Aber, meine Herren, genügt denn das?!" — und spreche dann über die Judenfrage. Vom jüdischen Frauenbund. In der in Neu-Isenburg stattgehabten Borstanössttzung des Jüdischen Frauenbundes wurde beschlossen, die durch das Ausscheiden von Frl. Pappenheim aus dem Vorstand «es I. F. B. notwendig gewordene Delegierten-Versamm-, lung Anfang November stattfinöen zu lassen. Als Tagungsort sind folgende Städte in Vorschlag gebracht worden, zumal Einladungen vorliegen, so Hamburg, Würzburg, Stuttgart. Königsberg i. Pr.. Frankfurt a. M„ Cöln. Nach Behandlung von vereinstechnischen und kassentechnffchen Fragen und Wiederbelebung des Bundesvrgaus sollen Referate gehalten werden: Die Klarstellung der Bunüesarbeit außerhalb der sozialen Arbeit. „Gemeindewahlrecht, unter besonderer Berücksichtigung der Wahl zum Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden am 7. Dezember 1924", Arbeitsberichte von den Ortsgruppen, Landes- und Provinz-Verbänden werden erstattet werden. Wir müssen darauf aufmerksam machen, daß vom 18.—20. September in Graz ein' internationaler Kongreß zur Bekämpfung des Mädchenhandels ftattfinöet, zu dem Frl. Pappenheim Anträge eingereicht hat und den Jüdischen Frauenbund mit Frau Man auch als Delegierte vertreten wird. Rege Teilnahme der gesamten Frauenwelt ist sehr erwünscht. Aus Sowjet-Rußland. In der letzten Sitzung des Zentral-Exekutiv-KomiteeS der Sowjet-Regierung Weißrußlands wurde beschlosien. daß sämtliche Sprachen der Einwohner Weißrußlands bei Amtshandlungen zulässig seien Als die Sprache der jüdischen Bevölkeruna gilt das Jiddisch. Es wurde ferner beschlossen, daß in allen Orten, wo Juden in Massen leben, jüdische Sowjetvertretungen gewählt werden sollen Die Hauptverwaltung für proofessionelle Bildung beim allrussischen Bildungskommiffariat hat dieser Tage beschlossen. mit Beginn des neuen Universitätsjahres eine jüdische Sektion bei der pädagogischen Fakultät der zweiten Moskauer Universität einzurichten. Die nötige Summe wurde bereits in das Budget eingestellt. Die abgeänderle „Jüdin". Unter der Überschrift „Meinungsfreiheit" brachten wir kürzlich die Nachricht aus Jerusalem, daß die dortige katholische Geistlichkeit gegen die Aufführung von Halevys jüdin" durch die hebräische Oper Protest erhoben habe, weil es aufreizend sei. daß ein katholischer Kirchenfürst in hebräischer Sprache einen Juden um Barmherzigkeit anflehe und. vor ihm ntederfalle. Da der spanische Konsul sich diesem Protest anschloß, verbot die Regierung von Palästina die weitere Aufführung. Nunmehr hat die palästinensische Regierung ihre Einwilligung zur wetteren Aufführung der Halevyschen Oper „Die Jüdin" unter der Bedingung erteilt, daß der Text der Rolle des Kardinals geändert werde. Aus den Gemeinden. Berlin: Am 3. August findet in Berlin auf dem KönigSplatz vor dem Reichstagsgebäude eine große allgemeine Feier für die deutschen Kriegsopfer statt. Die Feier, die einen offiziellen Charakter trägt, ist vom Reichskabinett beschlosien worden, die Einzelheiten der Durchführung werden vom Reichsministerium des Innern festgesetzt. Da je ein Vertreter der katholischen und evangelischen Geistlichkeit das Wort ergreifen werden, war von jüdischer Seite angeregt worden, daß mit Rücksicht auf die vielen jüdischen Kriegsopfer bei dieser Gelegenheit einer Her jüdischen Feldrabbiner das Wort ergreifen sollte. Die selbstverständliche Forderung, die an die zuständige Stelle weitergelettet worden ist. wurde nicht bewilligt. Hierin erblickten weite Kreise der Berliner Judenheit mit Recht eine Brüskierung. und es wurde geplant, um dieselbe Stunde, in der die allgemeine Feier auf dem Königsplatz ftattfinöet, auf dem Friedhof in Weitzensee auf dem Ehrenfelde der jüdischen Gefallenen eine besondere Kriegsopfer- Gedenkfeier abzuhalten. Hier sollte der Vorsitzende des deutschen Rabbinerverbanöes, der ehemalige jüdische Feldrabbiner Dr. Baeck. die Gedenkrede halten. Auch das allgemeine Schweigen, das für den 3. August 12 Uhr für die Dauer von zwei Minuten in ganz Deutschland angeordnet ist. sollte bei dieser Feier in Weißensee eingehalten werden. Die Möglichkeit der Abhaltung dieser Feier wurde dadurch vrhindert, daß der zuständige Regierungsdirektor die Genehmigung zur Abhaltung der Trauerfeier, die ei für eine an diesem Tage unstatthafte Versammlung unter freiem Himmel erklärte, ablehnte. Vom Vorstand der jüdischen Gemeinde wird nunmehr folgendes mitgeteilt: Um auch den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde die Möglichkeit zu geben, an dem von der Reichsregierung angesetzten Gedenktage für die Opfer des Weltkrieges der Gefallenen zu gedenken, veranstaltet die jüdische Gemeinde zu Berlin am Sonntag, den 3. August dieses Jahres, vormittags 11 Uhr, m der alten Synagoge, Heidereuther Gasse und in der Synagoge Fasanenstratze Trauergottesdienste. Die ganze Angelegenheit, die außerordentliches Aufsehen erregt, hat auch zu einer Beschwerde der Gemeinde Berlin gegen die Haltung des Polizeipräsidenten geführt. Diese Beschwerde ist an den preußischen Minister des Innern gegangen. Eine besonders gereizte Stimmung herrscht im Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, der sich seinerseits mit einer Eingabe in dieser Angelegenheit an den Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde gewandt hat. Man nimmt an, daß die Sache noch ein parlamentarisches Nachspiel haben wird. Nach RedakttonSschlutz erhalten wir die Mitteilung, daß die Feier auf dem Frieöhof in Weißen see doch noch genehmigt worden ist. Vgl. besonderes Inserat. Es mutz nunmehr Ehrenpflicht jedes Berliner Juden sein, an der Feier teilzunehmen. Die Synagogenfeiern sind abgesagt. Berlin: Die Fraktion der Deutschnationalen Volkspartei hat an den Magistrat folgende dringliche Anfrage gerichtet: Das Haus Siegmunds-Hof 11 ist das einzige größere Atelier- Haus für Maler und Bildhauer in Berlin. Es bot jedem Künstler die nötigen Werkräume, sobald er einen größeren Auftrag erhielt. Auch den Künstlern aus München, Wien, Dresden usw., die studienhalber nach Berlin kamen, bot dieses AtelierhauS Unterkunft. Es würde also diesen Kreisen fehlen. Die Möglichkeit, eine Werkstatt zu finden, ist die Vorbedingung jeder künstlerischen Arbeit. An Ateliers fehlt es jetzt überall. Die Synagogengemeinde „Adass Jisroel", die das Haus käuflich erworben hat. beabsichtigt nun. darin eine Schule einzurichten und eine Synagoge auf dom Grundstück zu erbauen. Den Bewohnern des Ateliers ist die Räumungsklage bereits zugestellt worden. Dadurch werden vierzig Bewohner auf die Straße gesetzt und den Künstlern wird die Arbeitsmöglichkeit geraubt. Sind dem Magistrat diese Vorgänge bekannt? Hat er Schritte unternommen, um die Syuagogengemeinde zu veranlassen, anderweitig Unterkunft für die «betroffenen Bewohner zu beschaffen? Wenn dieser Weg nicht gangbar ist, welche Maßnahmen gedenkt -er Magistrat zu treffen, daß dem geschilderten Notstände begegnet werde? Berlin. Mn 4. August begeht der Stadtrat a. D. Leopold Rosenow das Fest der goldenen Hochzeit. Die^ Trauung des Jubelpaares findet in der Synagoge Liudenstratze um 12 Uhr statt. Rosenow, der seit 1872 in Berlin lebt, stammt ebenso wie seine Gattin aus Strasburg in Westpreußen. Seit 1898 steht er im öffentlichen Ehrendienst der Stadt Berlin, 22 Jahre war er Stadtverordneter, spater Mitglied des Magistrats. In den Jahren 1906—1918 vertrat er Berlin im Preußischen Abgeorünetenhause. Schon 72 Jahre alt, wurde er. bei Neuordnung Berlins in Bezirke, zum besoldeten Stadtrat in Berlin-Mitte gewählt, weil man seiner Kenntnisse auf allen Gebieten der Komrnunabverwaltung nicht entraten wollte. Am 1. April d. Iist er nun auf Grund des Ueberalterungsgesetzes auSgefchieden und lebt im Ruhestände. Rosenow hat es durch sein aufrechtes Wesen verstanden, > sich bei seiner Tätigkeit bei allen politischen Parteien Ansehen m verschaffen. Seine Zugehörigkeit»um Jstlderttu« unterstrich er tu der Oeffentlichkeit Sei j^er Gelegenhett. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde hat deshalb beschlossen. die Feier in der Synagoge seinerseits als ei» htr feefamtottt Ebrnna auszuaektalte«. Bremen: In einer außerordentlichen Generalversammlung der Israelitischen Gemeinde zu Bremen, die am 24. Juli d. I. im gutgefüllten Saale des Gewerbehauses unter dem Vorsitz« des ersten Gemeindevorstehers, des Herrn Max Markreich, stattfand, wurde nach Erledigung der finanzielle» Sicherung derBeamtengehälterRabbiner Dr.Felix Aber, zuletzt Rabbiner in Salzburg, einstimmig zum Gemeinderabbmer und Nachfolger des verewigten Rabbiners Dr. Rose na ck gewählt. Es mutz außerordentlich bedauert werden, daß ausgesprochen liberale Bewerber um den Rabbinerposte» dieser in ihrer großen Mehrheit liberalen Gemeinde von besonderer Bedeutung nicht zur Probepredigt zngelaffen worden waren. Trotz ernster grundsätzlicher Bedenken — Dr. Aber steht auf gemäßigt konservativom Standpunkte — stimmte» auch unsere Freunde dem einstimmigen Vorschläge von Vorstand, Gemeinderat und Wahlkommisston zu. weil sie auf Grund der besonderen wiffenschaftlichen und persönliche» Qualifikation Dr. AberS und feiner hervorragenden pädagogischen Fähigkeiten seiner Tätigkeit nicht von vornherein Schwierigkeiten in den Weg legen wollten, und weil er von den in Frage kommenden Bewerbern unserem Standpunkte am nächsten steht. t r . ... Weitere Anträge von Bedeutung wurden besonders auch von liberaler Seite etngebracht. Erwähnt sei der Antrags auf Gewährung des vollen Stimm- und Wahlrechts an weibliche Mitglieder und ein weiterer Antrag ans Verleihung der gleichen Rechte an die Gemeinöeveamten, für die vonanderer Sette eine Disziplinarordnung gefordert wurde. Während die Anträge bezüglich der Gemetudebeamten dem Vorstände als Material für die nächste Generalversammlung über* wiesen wurden, verfiel der Antrag auf Gewährung voll^ Mitgliedschaftsrechte an die weiblichen Mitglieder, der auch vo« den Zionisten unterstützt wurde, der Ablehnung, allerdings gegen eineIarke Minorität. Ein weiterer Antrag auf Erhöhung der Beaintermehälter wurde einstimmig angenommen. Im übrigen wurden verwaltungstechntsche Angelegenheiten lokaler Art erledigt. BreSla«: In der letzten Sitzung der Repräsentanten gao Lex Vorsitzende des Etatausschusies. Herr Max Gins, eine» Vorbericht über den Haushaltsplan. Aus technischen Gründen konnte der Etat »och nicht vor gelegt werden. D er Redner gab zunächst einen Ueberblick über die Finanzverhaltnisse währender Inflationszeit und dankte dem Vorstände für Me schwere Arbeit, die er geleistet. Es verdiene höchste Au. erkennung. daß eS dem Vorstand gelungen fei, den Gemeinde, betrieb voll und ganz aufrecht zu erhalten.. Auch den Beamten müsse Dank gezollt werden, die durch chre treue Mitarbeit den Vorstand unterstützt haben. Der Redner erörtert dann die augenblicklichen Kaffenverhältniffe der Gemeinde und regt an, bis zur endgültigen Genehmigung des Etats den Vorstand zu ermächtigen, den subventionierten Vereinen die Hälfte der vorgesehenen Unterstützung bereits jetzt auszuzahlen. Der Antrag wird angenommen. c a Hierauf wird über die Wahlen zum preußischen Landes verband gesprochen: Die WahlkreiseinteiLnu^f^^ttMM«»«. Schlesien und Sachsen wird von der Versammlung nicht für , zweckmäßig erachtet. Der Vorstand wird lüg, AMlGtznheM^ puff veranlassen. Breslau: Die Gemeindebehörden haben die Herausgabe eines eigenen amtlichen Gemeindeblattes beschlossen, das an» fangs jeden Monats erscheinen und sämtlichen Gemeindemitgliedern unentgeltlich zugesandt werde» soll« Die erste Nummer erscheint bereits Anfang August. Danzig: Das Vorstandsmitglied der Vereinigung für das liberale Judentum, Rabbiner Dr. Kaelter. beging am Sonntag. den 27. Juli, die Feier seines 60. Geburtstages. Rabbiner Dr. Kaelter, der sich stets als Freund und Förderer der jüdisch-liberalen Bewegung betätigt hat. wurde am 27. Julr 1874 in Breslau geboren und studierte an dem Rabbiner- Seminar seiner Heimatstadt. Im Jahre 1902 wurde er Rabbiner in Potsdam. 1908 zum Rabbiner der Danziger jüdischen Gemeinde gewählt. In seiner Gemeinde erfreute er sich allgemeiner Beliebtheit und steht im Mittelpunkt deS geistigen jüdischen Lebens. Nicht nur in den Kreisen seiner Parteifreunde, sondern weit darüber hinaus genießt er die Achtung, die einer Persönlichkeit von großem Wissen und vorbildlichem Charakter gebührt. Besondere Verdienste hat sich Rabbiner Dr. Kaelter als jüdischer Historiker erworben., Denen, die dem Jubilar an seinem 50. Geburtstage Glück für das zweite halbe Jahrhundert wünschten, schließen sich die Vereinigung für daS liberale Judentum E. B. und die Redaktion der jüdisch-liberalen Zeitung" von Herzen an. Guben. Dm Sonntag, den 13. Juli, fand in der Synagoge die feierliche Enthüllung einer Gedenktafel für die Gefallenen der hiesigen Gemeinde statt. Anschließend au den Text: Jes. 21,8: „Auf der Warte stand ich immerfort am Tage, und auf meinem Posten weilte ich alle Nächte" zeichnete Prediger Bacher-Guben in eindrucksvollen Ausführungen die Treue in der Erfüllung der vaterländischen Pflicht, die von unfern gefallenen Kämpfern als eine besonders feierliche empfunden und betätigt wurde, weil es auch galt, das Ehrenschuld des Judentums durch Treue zum Glauben und hingebungsvollen Dienst an jeder aestellten Aufgabe vor Verunglimpfung zu bewahren. Als Vertreter der R. I. F.-Ortsgruppe Guben setzte sich Herr Lanögerichtsrat Dr. Weiß in wirkungsvollen, sachlich treffenden Worten mit den Angriffen der Gegner auf die Ehre des jüdischen Soldaten auseinander. Die Ausführungen beider Redner haben auf die gesamte Zuhörerschaft, unter welche», sich auch nichtjüdifche Gäste befanden, einen tiefen, nachhaltigen Eindruck hinterlassen. k<9C8c*äV<3QK9Cg0K9CgaK9CScH9QSGE<»08QK9QSC^^ fisspeisen, Teingebäck, fbaumkucfoea, Traänen Citfert frei Qaus Konditorei fötßbrid}, fberün U) 6, Czipz&r St, 24 Bestellnummer: Merkur 4671-73

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