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Jüdisch-liberale Zeitung · 1924-07-18 · 23 (18.7.1924) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
4 (1924)
Issue
23 (18.7.1924)
Date
1924-07-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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4. Jahrgang Nummer 23 1. Beilage 18. Juli 1924 MischÄMZeilimg Von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden Auf vielfach geäußerten Wunsch fand am 30. Juni d. I. eine Tagung der Vertreter der örtlichen Zentralen und Landesverbände zurBeratung praktisch-wichtiger Fragen der jüdischen Wohlfahrtspflege statt. Es waren Vertreter von allen Landesverbänden (Preußen, Bayern, Württemberg, Baden, Hessen-Nassau, sowie von den meisten örtlichen Zentralen Altona, Berlin, Bremen, Breslau, Düsseldorf. Elberfeld, Frankfurt a. M., Gleiwitz, Halle, Hamburg, Hannover, Leipzig, München. Stuttgart. Würzburg) erschienen. Um die Bedeutung der neuen Wohlfahrtsgesetzgebung für die jüdische Wohlfahrtspflege zu beleuchten, war an den Anfang der Tagung, die unter der Leitung des Vorsitzenden fr** Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Herrn Trigen Caspary, stand, die Besprechung der Verordnung ü v e r die F ü r s o r g e pf l i ch t und des Reichsjugcnöwohlsahrtsgesetzes gestellt. Die erste Reserentin sFrau Wronsky) gab eine kurze Darstellung des Inhalts der Verordnung über die Fürsorgepflicht und wies darauf hin, daß in Zukunft, die jüdischen Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Kriegswaisen. die Sozial- und Kleinrentner. die Wöchnerinnen in viel stärkerem Maße, als es bisher geschehen ist, in den Bereich der jüdischen Wohlfahrtspflege fallen werden. Sie betont die Notwendigkeit, eine zuverlässige Feststellung über die Lage der' jüdischen Kriegswaisen und Kriegsbeschädigten zu treffen damit Vorsorge getroffen werden kann, daß nach dem Wegfall der Reichsfürsorge. die insbesondere für Erziehung und Ausbildung große Summen aufgewendet hatte, die private jüdische Wohlfahrtspflege in Ergänzung der öffentlichen gerade nach dieser Richtung hin die sehr günstige Entwicklung fortführt. Ferner erwähnt die Reserentin die zukünftige Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege, die in 8 5 der Verordnung über die Fürsorgepflicht vorgesehen ist und die für die zukünftige Gestaltung der jüdischen Wohlfahrtspflege eine große Bedeutung erhalten wird. Es wird Aufgabe der örtlichen Zentralen und Landesverbände fein müssen, auf die Zusammenarbeit mit den öffentlichen Einrichtungen hinzuwirken und die jüdischen Anstalten so zu gestalten, daß sie für die Uebernahme von Aufgaben der öffentlichen Wohlfahrtspflege in Frage kommen. Die Referentin über das Reichsjugendwohlfahrtsgcsetz, Fräulein Dr. Bereut, gab ebenfalls einen Ueberblick über die hauptsächlichen Bestimmungen des Gesetzes und sprach den Wunsch aus, daß möglichst allenthalben für eine wirksame Vertretung der jüdischen Wohlfahrtspflege bei der Zusammensetzung der Jugendämter Sorge getragen wird. Es sei in dem Gesetz vorgesehen, daß im Jugendamt ein Rabbiner, der in dem betreffenden Bezirk wohnt, die Vertretung der betreffenden jüdischen Gemeinschaft übernehmen soll. Die Frage des Pflegestellenwesens, Vormundschaftswesens. der Schutzaufsicht, die Fürsorgeerziehung in ihrer Bedeutung für die jüdische Wohlfahrtspflege wurde ebenfalls von der Reserentin nach den verschiedenen Gesichtspunkten hin beleuchtet und die praktischen Folgerungen für die zukünftige Ausgestaltung der jüdischen Wohlfahrtspflege gezogen. Es ist Vorsorge getroffen, daß die .Hauptergebnisse der beiden Referate und der darau aügesMoffenen Diskussionenallen Landesverbänden und dttllchen Zetttralen, sowie Gemeinden in aller Kürze von der Zentralwohlfahrtsstelle zugehen werden. Von internen jüdischen Fragen der Wohlfahrtspflege wurde der Ausbau der Zentralen und-im Zusammenhang damit die L ö s u n g. d e r F'inanzfragen von Herrn Dr. Segall und von Dr. Frank,' Frankfurt a. Dt., behandelt. Die Ausführungen beider Referenten gipfelten darin, daß schleunigst ein Ausbau der Wohlfahrtspflege, sowohl im Hinblick auf eine' geographische Zusammenfassung, wo sic bisher noch nicht besteht, erfolgen muß. als auch insbesondere eine fachliche Gliederung in einem Verband der Jugend- und Erziehungsfürsorge einerseits und der Gesundheitsfürsorge andererseits, wozu Vorarbeiten bereits vorhanden sind, durchgeführt werden muß. Zur Behebung der gegenwärtigen Notlage wird eine große Sammlung unter der Führung der Zcntralwohlfahrtsstelle, der Landesverbände und örtlichen Zentralen in die Wege geleitet werden müssen. Eingehend wurden die Aufgaben geschildert, die gerade nach dieser Richtung hin der Zentralwohlfahrtsstelle für reichswichtige Einrichtungen zukommen. Zum Schlüsse erörterte Herr Berger die Stellung der Zentralwohlfahrtsstelle zu den ausländischen Hilfsorganisationen. Er beleuchtet insbesondere die Tätigkeit des Joint Distribution Committee und der jüdischen Welthilfskonferenz. die bekanntlich Ende August eine zweite Konferenz einberufen hat, mit Vorschlägen. die noch auf ihre Bedeutung für Deutschland geprüft werden müssen. Herr Berger betont insbesondere, daß die Wohlfahrtspflege in Deutschland, nachdem die Liquidation des Joint nunmehr erfolgt ist, vom Ausland absolut keine Spenden mehr zu erwarten hat, es muß also in Deutschland selbst mit Nachdruck dafür gesorgt werden, die Bedürfnisse der Wohlfahrtspflege selbst zu befriedigen. Es fand im Anschluß an die Referate eine sehr lebhafte Diskussion statt, sodatz dre Tagung eine ganz wesentliche Klärung auf den verschiedenen Gebieten gebracht hat. Es ist vor allen Dingen ein Einvernehmen mit dem Preußischen Landesverband, der die Förderung der Wohlfahrtspflege in Preußen zu seinen Aufgaben rechnet, erzielt worden. Zur Schaffung von Provinzialverbänden in Preußen und den weiteren Ausbau der Wohlfahrtspflege sind bereits Schritte cingelettet morden. Gleichzeitig mit der Tagung der Landesverbände und örtlichen Zentralen fand eine Sitzung des Re ichsa u s s ch u s s e s der jädischen Gemeinden zur Verteilung von Auslands spenden statt, in welcher die letzte Joint-Spende in Höhe von 100000 Dollar auf Grund eines vorher sorgfältig ausgearbeiteten Planes zur Verteilung gelangt ist. Dem Wunsch des Joint entsprechend und auch aus den Zeitbedürfnifsen heraus, wurde ein großer Betrag (MProz.) für die Bedürfnisse der offenen Fürsorge bereitgestellk und ein weiterer großer Betrag für die Erholungsfürsorge von Kindern und Erwachsenen. Bei der Sitzung kam von allen Seiten der Dank der Vertreter der großen Gemeinden an das Joint Distribution Committee zum Ausdruck, welches durch seine wiederholten großen Spenden sowohl den Anstalten als auch den Einrichtungen der offenen Wohlfahrtspflege in Deutschland einen Dienst von ganz außergewöhnlicher Bedeutung geleistet hat. Ferner wurde der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden und deren Vorsitzenden für die Durchführung der Verteilung der Dank der Gemeinden Deutschlands abgestattet. Vom Reich sind durch das Reichsarbeitsministerium wiederum Mittel für Kredite für die Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege zur Verfügung gestellt worden. Auch die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden hat Jugend und Neutralität Eine Erwiderung a n Arthur Lilienthal I. Es sei mir gestattet, als junger liberaler Jude und alZ Mitglied eines neutralen Jugendvercins gegen Arthur Lilienthal und seine in r. 18 dieser Zeitung vorgetragenen Ansichten eine Lanze zu brechen. Jugend und Neutralität! Definieren wir diese Begriffe zunächst! Was ist Jugend? Jugend aus der Jugendbewegung insbesondere? Jugend ist voll „Sturm und Drang". Jugend will lernen, sehen, erleben. Jungsein ist ehrlich sein und empfindsam für die Wahrheiten der Idee, des Ideals. Jungsein ist Kämpfer sein. Und was ist Neutralität? Neutralität eines Jugenbvercins insbesondere? Nicht statutenmäßig gebunden sein an eine Richtung irgendwelcher Art! Plattform sein für Leute aus allen Kreisen, allen Milieus. Frei allen Gelegenheit geben zur Aussprache. Und nun die Frage: Warum soll sich jüdische Jugend und neutraler Jugendvcrein nicht finden tonnen? Zunächst, Herr Lilienthal, gibt es eine jüdische Jugendvereinigung, die cs nicht nötig hat, junge jüdische Menschen zu selbstbewußten Juden zu erziehen? Nein! Ist dieses Ziel der Erziehungsarbeit bereits vollständia erreicht? Abermals nein! Wir sind heute vielleicht — vielleicht — ein ganz klein winzig wenig weiter, aber dieses Ziel ist immer noch und wird auf lange Jahre hinaus ein ganz wesentlicher Zweck aller jüdischen Jugendbünde sein. Und dann: Welcher Unterschied besteht zwischen einem jungen Inden, der „kraft seines jüdischen Wissens ein selbstbewußter Jude ist", und einem, der „innerlich von jüdischem Geist erfüllt" ist? Sie halten den crsteren für die „Grundlage" und den letzteren erst für die Folgeerscheinung. Ich halte diese konstruierten Unterschiede allenfalls für Wortklauberei und meine, daß man die beiden, den selbstbewußten" sowohl, wie den „erfüllten" für gleich setzen kann. Vielleicht haben Sie aber Gelegenheit, dies noch einmal deutlicher zu definieren. Sie weinen weiter, daß nur Gleichgerichtete einem Suchenden den Weg zu innerer Neuerstehuug seines Judentums weisen können. Ganz im Gegenteil! Gerade Gegn.cr erst werden ihn in die Fragen, die Zweifel, die Krisis Hineinstürzen. aus der allein er als ganzer Mensch, als echter, wahrhaftiger, mit sich selbst eins seiender Jude heraustritt. Nicht wenn er von Gleichgesinnten in Sicherheit gelullt wird, und wenn er sich Antworten geben läßt, ohne sie sich selbst erkämpft zu haben, sondern wenn er aus allen Zweifeln Klarheit in und durch sich selbst findet, ist er ein wertvoller Mensch und Jude. Und jetzt kommt die alte Sache mit dem Milieu! Sie, Herr Lilienthal. sind ein starrer Anhänger dieser Theorie, konsequent bis aufs Letzte. Daß man bereits im „Kindesalter", also, sagen wir, bei einem Zehnjährigen, feststellen kann, ob er ein Zionist oder ein Schwarz-Orthodoxer werden wird, ist immerhin eine gewagte Behauptung! Denn selbst der Uebergang eines Menschen aus liberaler Familie ins orthodoxe Lager und natürlich umgekehrt, ist durchaus keine solche Seltenheit, wie Sic meinen. Wo gebe cs denn sonst die Liberalen und — die Zionisten alle her? Nein, wohl spielt die Herkunft, wohl die Anlagen bei der Entwicklung des Menschen eine Rolle, aber ist es nicht in letzter Linie, der Kreis, in den er erst als sogenannte „reifere Jugend", als suchender Mensch hineingerät, der ihn in der enmheidendcn Weise beeinflußt? Jetzt noch die Möglichkeit gemeinsamen Arbeitens verschiedener Richtungen in einem Verein! Hierzu scheint mir wenig zu sagen. Gerade wie in der Synagoge ein jeder sich seine eigenen Gedanken und Auslegungen, sei es nationaler oder religiöser Art. machen kann, so wird auch bei einer religiösen Feier in einem neutralen Verein ein jeder denken können, was er will. Denn dies ist, wie oben gesagt, gerade der Vorzug der „gemischten Gesellschaft", daß sie zum Denken zwingt! — Aber die Frage einer religiösen Feier ist gerade ein krasser Fall, der relativ selten vorkommt. Eine solche nur scheinbare Gelegenheit zur Dissonanz wird sich sonst auch schon gar nicht bieten. Und nun zum Schluß! Sie sagen. Herr Lilienthal: „Der neutrale Jugendvcrein beschert uns Menschen, für die das Judentum nur etwas ganz Allgemeines, sehr wenig Inhaltsreiches ist. und die zwischen den Richtungen des Judentums haltlos hin- und herschwanken." Die Kunde hör' ich wohl,.Die Behauptung steht schwarz auf weiß in Nr. 18 der „Jüd.-lib. Ztg." vom 13. 6. 24. Aber, aber, Herr Lilienthal, darf man auch einmal ganz ergebenst um den als Spitzenverband der jüdischen Wohlfahrtspflege einen Anteil, der. wie seither auf Grund der Bettenzahl errechnet wurde, erhalten. Es sind Rundschreiben an alle Anstalten erlassen worden, in welchen darauf hingewiesen wird, daß wiederum Beträge für Kredite zur Verfügung stehen, welche sie an die Hilfskasse der gemeinnützigen Wohlfahrtseinrichtungen weiter geben wird. Dem Verein Landaufenthalt von Stadtkindern sind vom Reich 600 000 Goldmark als Zuschüsse für Heilstättenbehandlung erholungsbedürftiger Kinder gewährt worden. Es ist vorgesehen, daß 63 Mark als Zuschuß für ein Kind für die Dauer von 42 Tagen geleistet werden soll. Auch die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden ist gleich den übrigen großen Verbänden von dieser Spende benachrichtigt worden. Es wird von ihr aus darauf hingewirkt, daß durch die Vermittlung der Landesverbände, der örtlichen Zentralen und Entsendestcllen in allen Teilen Deutschlands auch für die iüdischen erholungsbedürftigen Kinder, welche in solche Heime kommen, ein Zuschuß bewilligt wird. leider schuldig gebliebenen Beweis bitten, der doch nach einem mathematischen Grundsatz zu einer jeden Behauptung gehört? Denn wie soll ich verteidigen, da ich doch die Begründung der Anklage noch nicht einmal gehört habe? Nein und nochmals nein! Die Zukunft gehört nicht der Trennung! Ueberall. wo jüdische Arbeit geleistet wird, wo jüdischer Geist lebt, wird die Einigung gesucht. In Amerika und überall sonst sucht man die Juden aller Richtungen an der Palästinaaufban-Arbeit zusammcnzuschließen.Jn Deutschland einigen sich alle Juden im Abwehrkampf gegen den Antisemitismus. Und die Jugend sollte trenuen? Die Jugend, gerade die Jugend sollte den großen Einheitsgcdanken des Judentums spalten, damit zahllose „Judeutümer" entstehen? „Seid einig, einig, einig!" Das ist der Ruf der Notzeit, in der mir leben! Der Kampf gegen den Feind von innen und außen schweißt uns zusammen! Ter neutrale Jugendverein, Herr' Lilienthal, will keine neutralen Menschen, sondern Menschen, die ganz klar und bestimmt sich für und wider entscheiden: aber der neutrale Jngeudverein will dafür sorgen, daß der jüdische Mensch, der aus seinen Reibön kommt, nicht vergißt, daß über allem Trennenden, über allen verschiedenen Ansichten über Judentum als Religions- oder als Volksgemeinschaft, es etwas Einigendes gibt, — nun, eben das. was auch wir Menschen des 20. Jahrhunderts nicht restlos werden klären können, jenes Eigenartige, jenes Phänomen, das — Judentum! Und darum gehört dem neutralen Jugendverein dre Zukunft! % _ Ernst Holzer (Verein Montefiore). Frankfurt a. M. II. S e h r g e e h r t c r H e r r H o l z e r! Die Redaktion der „Jüdisch-liberalen Zeitung" legt mir Ihre Erwiderung auf meine Ausführungen über „Jugend und Neutralität" vor. Ich benutze gerne die Gelegenheit, die damals angedeuteteu Gedankengänge fortzuführen, muß jedoch meiner fachlichen Erwiderung eine Bemerkung anderer Art voranschicken. Sie beginnen Ihre Erwiderung mit einer Definition des Begriffs „Jugend" und setzen an die Spitze dieser Begriffsbestimmung die Worte: „Jugend-sein ist Ehrlich-sein". Das ist ganz meine Ansicht. Vornehmstes Vorrecht der Jugend ist die heilige Begeisterung für die ihr vorschwebenden Ideale und die Empfindlichkeit gegen alles, was die Reinheit des Ringens um diese Ideale beflecken könnte. Die Jugend sollte es deshalb als ihre besondere Aufgabe betrachten, auch den gegenseitigen Kampf um diese Ideale in diesem Sinne und nur tu absolut ehrlicher Weise zu führen. Leider wird Ihre Erwiderung dem gar nicht gerecht. Ich will ganz davon absehen, daß ich meine Anschauung mitunter als etwas schief dargestellt empfinde: wenn aber beide Zitate, die Sie in Anführungsstrichen bringen, die also den Eindruck wörtlicher Wiedergabe Hervorrufen müssen, einfach falsch sind, so geht das etwas weit. Offenbar haben Sie cs nicht der Mühe für wert befunden. Ihre in Anführungsstriche gesetzten anscheinend aus dem Gedächtnis niedergeschriebenen Zitate mit meinem Text zu vergleichen. Auf diese Weise rufen Sie in dem Leser, der natürlich weinen Aufsatz nicht mehr so genau in Erinnerung hat, die Meinung hervor, dasi ich etwas gesagt habe, was zu sagen mir durchaus fern lag. Wenn Sie an ein solches falsches Zitat dann noch einen Vorwurf wie den der „Wortklauberei" knüpfen, so machen Sie eine sachliche Erwiderung wirklich schwer. Wenn Sie ernst genommen werden wollen und wünschen, daß Sie die doch offenbar erwartete Antwort erhalten, so müssen Sie schon etwas mehr Sorgfalt auf eine einwandfreie Art der Polemik verwenden. — Sie polemisieren gegen den Unterschied, den ich zwischen einem „innerlich von jüdischem Geist erfüllten" und einem „kraft seines jüdischen Wissens selbstbermißten Juden" mache bezeichnen das als „Wortklauberei". Tatsächlich habe ich aber von einem „kraft seines jüdischen Wissens selbstbewußten Inden" überhaupt nicht gesprochen, sondern nur von äußerem Selbstbewußtsein und jüdischem Wissen. Was aber der Unterschied zwischen einem nur selbstbewußten und mit bloßem Wissen versehenen Juden und einem von jüdischem Geist d. h. dem Geist jüdischer Religiosität erfüllten Juden ist, dürften auch Sie wohl verstehen. Andernfalls wäre eine Diskussion zwischen uns allerdings sinnlos. Hier liegt aber — ich kann das nur wiederholen —< der Kernpunkt des ganzen Problems. Gewiß kann man durch gemeinsames Arbeiten in einem neutralen Jugendverein zum Selbstbewußtsein erziehen, und Wissen vermitteln, gewiß kann die Aussprache zwischen Anhängern veriisspeisen, Teüigeöädk, Tbaumkucfren, fratiaen liefert frei Qctus Kpnditorei fyttbrLcfe, fb&rttn ID 4 Ceipziger Str. 24 Bestellnummers Merkur 4571-73 Der jüdische Sprechsaal.

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