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Jüdisch-liberale Zeitung · 1921-07-04 · 21 (4.7.1921) · page 12

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
4 (1924)
Issue
21 (4.7.1921)
Date
1921-07-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Kant ist das Ding an sich die ethische Teleologie, für Spinoza jedoch die Kausalität (S. 101), Der Spinoxistische Primat der kausalen Notwendigkeit ist völlig unvereinbar mit der Kaatiachsn Tranazendentalphiloeophie, (S. 123.) Ein weiterer Einwand gegen die Gleichheit der Spinozbtischen Deduktionen mit Kautischen liegt darin, daß für Kant der in der Mathematik wirkende Kalkül nur auf die mathematische Naturwissenschaft snsthodieohen Einfluß gewinnt, keineswegs «her auf die beecfarei- Jiemde Naturwissenschaft, ebensowenig auf die Ethik und •Aesthatik, die einer der Mathematik völlig fremden Ratio unterstehen. Indem jedoch Spinoza die Methode der Mathematik cum Oberbegriff des Gesamtuniversums erhebt, hat er «ine völlige Nivellierung zwischen Geist und Natur vollzogen;— waa sicher dem Kantischen Geiste nicht entsprechen dürfte. (S, 167.) Die von Spinoza hergestellte Identität zwischen Denken and Ausdehnung deckt sich keineswegs mit der Kan tischen Korrelativität zwischen diesen Faktoren. (S. 178.) Spinoza weist dem Begriff volle Aktivität ru, während die Wahrnehmung die Passivität des Geistes vorauasetzi Nach Kontisohem Denken ist weder der Begriff völlig aktiv, noch die Wahrnehmung völlig peeekv. IS, 180.) Spinoza betrachtet den Menschen als einen Modus, also als sine Folge der göttlichen Natur, der Substanz} Kant dar Natur gegenüber als ein völlig autonomes Gebilde. (S. 253.) Die Stellung, die Kellermann .zwischen Spinoza and Kant einnimmt, ergibt sich wohl am besten am folgenden Sätzen: Wie jede Metaphysik, so Ist auch die Spinoxistische znm Scheitern verurteilt, weil sie unter Verkennung dt; richtigen Greasverhältniase zwischen Kausalität fand Teleologie ihren obersten Begriff mit dem Odium einer anauflösbaren Aporie belastet, (S. 328.) Gibt es einen kausalen /Gott, so gibt es keinen ethischen und damit keine Ethik; gibt «s einen ethischen Gott, so gibt es keine Kausalität, oder diese bildet eine Unterabteilung der Ethik. (S. 337.) Wer die Philosophie Spinozas erfassen, gleichzeitig aber erkennen will, warum sie von Kant im modernen philosophischen Denken Iflberbolt worden ist, sei dieses tiefgründige Werk dringend “r. Georg Wilds ‘ empfohlen. Dr. ie-Magdeburg. Zur religiösen Erneuerung des Judentums. Hierauegegebea von der Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Jugendvereine Deutschlands. Die „jüdisch-liberalen Jugendvereine" fELI*») di* eich im 'Jahre 1917 zu einer Arbeitsgemeinschaft unter Wahrung des besonderen Charakters jedes der neun Verbandevereine zusammeageschloesen haben, treten mit dem vorliegenden Heft, das als erstes einer Reihe gedacht ist, zum ersten Mal vor einen breiten Kreis der 0 Öffentlichkeit, um in vier Aufsätzen „den innerlich jungen jüdischen Menschen in ihrem Ringen um Qeae* religiöses Leben einen Wegweiser zu bieten". In seinen Darlegungen über „Religiöse Erneuerung" führt Seligsohn schwungvoll, gedankenreich und voll inneren Ernstes aus, wie die Sehnsucht unserer Tage nach Religion vergebens auf etwas Neues, Niedagewesenes hofft. Zweckmäßiger, ja einzig erfolgreich sei die Erneuerung der vorhandenen Religionen innerhalb der bestehenden Religionsgemeinschaft, also für «rung i arleäais und die Erkenntnis, daß, Gott da* sittliche Handeln von uns fordert. Unsere Sahne acht auch einheitlicherer Lebemgeatahung führe tue auf die überkommenen jüdischen Formen, unsere eigene Persönlichkeit aber« die wir nicht aufgeben wollen und sollen, stelle uns die Aufgabe, uns das Judentum und seine Formen neu an gestalten, damit es lebendiges Gut bleibe. Im zweiten Aufsatz: „Wesen und Erscheinung" leitet Rabbiner Vogelstein die Berechtigung zu dieser Reform ans der historischen Betrachtungsweise des jüdischen Liberalismus ab und gibt damit zweifellos da« Wesentlichste des ganzen Heftes. Er weist auf das Beispiel das Propbetismus und Pharisäismus hin, die beide um desselben Zieles willen ganz verschiedene Methoden infolge der veränderten Zeltumstände anwandten. Form und Gehalt seien immer zweierlei, and das Problem, wie die persönliche Religiosität mit der überlieferten, formgebundenen GemeinschsJtsreligioa in Einklang gebracht werden könne, sei daher nie durch eine starre Formel zu lösen, sondern gewinne seine jeweilige Beantwortung nur tue der geschichtlichen Betrachtungsweise. „Wir und die andern" heißt die mehr hm praktische Gebiet Übergreifende Abhandlung Lilienihala über dl* notwendige Auseinandersetzung mit Orthodoxie, Indifferentismus und Zionismus. Was er Ober die Art der vornehmen Kampfführung sagt, lat zu unterschreiben. Auch die Aueeioandersetaung mit der Orthodoxie bat ihre volle Berechtigung. Vom eigentlich notwendigen Kampfe, dem Kampf* für unsere Sache gegen die Gleichgültigkeit ist zu wenig gesagt, und die Gegenüberstellung des liberalen und zionistischen Ziels entspricht wohl der allgemein üblichen liberalen Terminologie, doch vermiese ich hier die Jugendlichkeit, die ru einer erneuten und vorurteilslosen Prüfung des Problems zwingen müßte. Ich verweise darauf, was ich in Nr. 18 dieser Zeitung kn Sprechsaal darüber gesagt habe. Auch die Betrachttmgen Max Vogelsteins Über die .Aufgaben innerer Arbeit", welche praktische Richtlinien für die Vereinstätigkeit geben wollen, lehnen sich m. E. zu sehr an die bestehenden Vereinsschemata und bringen zu wenig Neues, als daß sie jugendlich und propagandistisch wirken könnten. Dr. Erwin Seligmann-Fankhnrt a. M. Elijahu. Von Zsaac Breuer. J. Kaufmann Verlag, Frankfurt a. Main. Der Verfasser ist ein Sohn des bekannten orthodoxen Rabbiners in Frankfurt, der in seinen Söhnen eifrige Untexstützer und Förderer seiner ultra-orthodoxen Ideen hat. Das Buch ist so im Geiste dieser Richtung geschrieben, daß man nichts weiter dazu sagen kann, als wir lehnen den Geist ab, der daraus weht, weil zwischen Ihm und uns eine Welt liegt Das Buch ist entstanden, wie der Verfasser erzählt, nach dem sehr frühen Tode eines Söhnchens. Er nennt dieses Kind Efijabu, weil sein Tod ihn dazu gebracht hat, sieh von dea Interessen, die ihn außerhalb seines Hauses gefesselt hatten, > wieder seiner Familie oder vielmehr seiner Frau zuzuwenden. Dabei stellt er die Behauptung auf, daß die Welt, besonders! die dee Mannes, daran krankt, daß er sich zu wenig mit dem Weibe beschäftige. Was er im Verlauf seiner Auseinandersetzungen über den Snbbath als eine Einkerbung In das Leben des Menschen am 7. Tage sagt und wie er dies in Beziehung setzt zur Beschneidüng, die allerdings, soviel Ich weiß, erst am achten Tage stattfindet, gehört in das Gebiet, das ich oben gekennzeichnet, habe. Ebendahin gehören auch die Unterhaltungen mit seinen Kindern, die ein sehr merkwürdiges Bild von der Erziehungsart dea Verfassers bieten. Robert Hirschfeld. 9tie Wieder lauft matt fo dillia du, Wie jetzt im Schuhhaus Areufteiu! IWtt diesem Wahlspruch eröffnet da- SchuhhauS Areusteiu A.-G. fetueu diesjährigen Catson-AuSverkauf. Diese alte bekannte fttrma bringt zu sensationell billigen Preisen,! die zum Teil weit unter Friedenspreis sind, ihre bekannt ersten Qualitätswaren zum Verkauf. In allen Etagen des SchuhhaujeS Arenstetn A.-G. erfolgt der Verkauf durch sachüemätze Bedtenung. so datz infolge der riesigen Läger jeder etwas nach seinem Geschmack findet. Ganz besonders hat es die neneröffnete neunte Filiale. 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