Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 4 (1924)
- Issue
- 21 (4.7.1921)
- Date
- 1921-07-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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I. Jahrgang kummer 21 IMchliberaleZeidW I.Beftage 4 Juli 1824 Beitragszahlung. Der Beitrag fft* das dritte Vierteljahr 1924 ist am 1. Juli fällig gewesen! Der Mindestbeitrag beträgt vierteljährlich Mk. 1,60 einschließlich Zettuugsbezug. Die ordeutliche« Mitl-lie-er -er »Jüdisch-liberale« Jngeubvereine" haben nnr Mk. 1<— vierteljährlich für den Bezug der Zeitung zu zählen. Bo« de« Mitglieder» in Augsburg, Berlin, Bingen a. Rh., Bochum Jli-Breslau, Brieg, Cottbus, Danzig, Dortmund, Duisburg, Frankfurt a. M., Freiburg i. Br., Magdeburg, Mainz, Münster i. Ramsla«, Offenbach a. M., Ohla», Ratibor, SchneidemÜhl, Schweidnitz, und Stettin wird der Betrag dnrch die örtliche Organisation lOrtsgrn-pe» Liberaler Bereiue, Jüdisch-liberaler Jugendvereine oder Vertrauensleute) eingezogen. > Diese Mitglieder habe» einen direkte» Beitrag an die Zentrale also nicht zu leiste«! Alle andere« Mitglieder nnserer Bereinigung fordern wir aus, den Beitrag umgehend j direkt an das Büro, Berlin W. 8, Manerstratze 22, Postscheckkonto: Bereinigung für das liberale Judentum E. B., Berlin Nr. 187 089, Mittels beiliegender Zahlkarte einzufenden. Wir mache» darauf aufmerksam, daß der angegebene Beitrag eine» Mindestsatz barstellt und richten an alle Mitglieder, die dazu irgend in der Lage find, die dringende Bitte, freiwillig darüber hinaus eine» möglichst hohen Betrag zu zahle«, da der in dauernder Entwicklung befindliche Ausbau unserer Organisation und der Zeitung immer gewaltigere Mittel erfordert. Zugleich fordern wir die Abonnenten der Zeitung zur Zahlung des Merteljahrsbeitrags für das Mette Vierteljahr 1924 in Höhe von Mk. 1,— ans. Rach dem 20. Juli sind wir genötigt, die «och nicht eingegangene« Beiträge durch Postnachnahmen eiuzuziehe». Wir. weife» auf die dadurch entstehende» Mehrkosten hin uud erwarten pünktlichste Einsendung der Beträge. Bereinigung für das liberale Judentum e. B. Dickmann, Generalsekretär. Die Stellung der Zentralwohlfahrlsstelle der deutschen Juden innerhalb des sozialen I^ürsorgewesens der Juden in Deutschland Bon Engen Caspary-Berlin. »Wehe dem, Lessen Gewissen schläft" ries Berta Pappenheim vor mehreren Jahren den deutschen Süden zu. Der Weckruf verhallte nicht ungehört. inige beherzte Vertreter großer Organisationen, die so nebenbei innerhalb ihrer Gemeinschaften soziale Probleme zu lösen schüchterne Versuche machten, einige jüdische Körperschaften, die mannigfache Arten von Unterstützungen an Hilfsbedürftige nach Maßgabe verfügbarer Kräfte gewährten, und bekannte Großorganifationen traten zusammen und begründeten die Z e n - tralwohlsahrts stelle der deutschen Juden. Der Zweck war, die im deutschen Judentum vorhandenen Kräfte aufzurütteln, sie zur Gemeinschaftsarbeit zusammenzuschließen, um so der überaus stark verbreiteten Verworrenheit zu steuern, die auf allen Einzelgebieten des weitverzweigten jüdischen Wohlfahrtswesens herrschte. Jedoch nicht nur ein äußerlicher Zusammenschluß der vielerlei Einrichtungen, der als ihrer Träger tätigen Menschen, der Gemeinden und Länder, sondern die innerste Verbindung, die Einigung und Einheit, der Klal Jisroel, sollte erreicht werden. Es gab aber nur ein Gebiet, das imstande war, die Sehnsucht aller Juden, den viel versuchten und viel mißlungenen Einheitsgedanken. zu verwirklichen: Zeöokoh allein konnte das Gebiet sein, das die Pioniere der Juöeneinheit in Deutschland zuerst zu erobern hatten. Auf drei Dingen ruht die Welt, sagten unsere Weisen. — ruht das Judentum, sagen wir heute, liberal und bescheiden geworden: auf der Gotteslehre, auf dem Gottesdienste und auf der Mildtätigkeit. Um die Inhalte der Gotteslehre wird fast ebenso erbittert gekämpft wie um die Formen des Gottesdienstes. Diese beiden sichern heute trotz des besten Willens auf allen Seiten nicht mehr die Einheit des Judentums, sondern gefährden sie. Aller Meinungsstreit aber mutz verstummen, wenn die Streitenden die Stimme der Not hören, die von allen das Eine und das Gleiche heischt: ganz nüchterne, ganz zweckmäßige, praktische und reale Arbeit. Hier gibt es keine orthodoxe und keine liberale, keine deutsch-jüdische und keine zionistische Wohltätigkeit, hier gibt es nur eines: rasche und zweckmäßige Hilfe für den Mitmenschen, den Mitjuden. Aber freilich, so ganz einfach war das den Gemütern nicht beizubringen, mancher hat es bis heute noch nicht bemerkt, daß das einzig Wichtige bei der Wohltätigkeit ist, daß geholfen wird . . . Schritt für Schritt mutzte der Boden den Parteien und Richtungen, die sich bekämpften und z. T. eifersüchtig ihre Stellung und ihr Terrain verteidigten, abgerungeu werden. Und auch heute ist das Ziel noch nicht ganz erreicht: die einheitliche Organisation der Hilfe am Mitmenschen unter Ausschaltung aller politischen und religiösen Differenzen. — das Ziel der Zentralwohlfahrtsstelle. Mehr jedoch war zu leisten, als nur vorhandene Wohlfahrtsbestrebungen zu vereinigen. Gewiß, auch das war nicht leicht: die ZLV.St. trat zunächst als Vermittelungsstelle auf, die von Gemeinde zu Gemeinde, von Land zu Land und vor allem zwischen den Wohlfahrtseinrichtungen der verschiedenen Kategorien die Kommunikation herstellte. Mit dieser Zentralisation war gleichzeitig die größte Ausnutzung der vorhandenen Hilfskräfte und die gerechteste Verteilung auf alle Hilfsbedürftigen möglich gemovden. Auch wer nicht gerade das grüßte Elend vor Augen hat, wirb ur dessen Steuerung herangezogen, und auch wer nicht gerade in einer wohlhabenden Gemeinde Bedürftiger ist, erhält Unterstützung aus den Mitteln der reichen Gemeinde». (Das Schwere dieser ersten Arbeit war nicht die Einrichtung der Bermittelnngsstelle, sondern die Gewöhnung der Institutionen an ihre Benutzung.) Darüber hinaus jedoch war und ist es Aufgabe der ZLV.St., soziale »Propaganda" zu machen. Sie hat den sozialen Gedanken in der deutschen Judenheit zu verbreiten, hat sozial-ethische so gut wie rein moralische Bestrebungen zu fördern, und was der soziale» Erneuerung des Judentums dient, — Bestrebungen zur Erkenntnis nnserer Vergangenheit wie zur Neugestaltung unserer Zukunft durch Einsetzung ihres moralischen Einflusses und tätige Mitarbeit ihrer Vertreter zu stützen. Denn letzten Endes ist nicht Geld und Wohlstand, sondern die soziale Gesinnung unsere sicherste Hilfsquelle. So könnte der Wohltätigkeit kein Geld die persönliche Arbett der in ihr tätigen Menschen ersetzen. Die Zentralwohlfahrtsstelle blieb nicht lange eine interne Angelegenheit innerhalb des Judentums. Sie wurde alsbald in der öffentlichen sozialen Fürsorge Deutschlands als legitime Vertretung des deutscher Judentums anerkannt. Die ZLV.St. repräsentiert den Reichs- und Landesbehörden, Sen öffentliche» Körperschaften und Kommunen gegenüber Sie Einheit der jüdischen Wohlfahrtsbestrebungen ähnlich, wie der Caritasverband die katholische, die Innere Mission die evangelische konfessionelle Wohltätigkeit vertritt, die sich als solche von jeder anderen Art der Fürsorge unterscheidet. Früher wußte mau nichts von Art und Umfang der jüdischen Wohlfahrtspflege, wußte man nicht einmal, was eine jüdische Gemeinöe ist. (Eine Staatsbehörde adressierte Zuschriften „An die mosaische Kirchenverwaltung in Weißensee" . . .) Jetzt weiß man's. Jetzt ist, seitdem alle Lkräfte in einem Puntt gesammelt und vereinigt auftreten, die iüdische soziale Fürsorge ein gewichtiger Faktor im Leben der öffentlichen Wohlfahrt Deutschlands geworden. Das zeigte sich in aller Deutlichkeit bereits in de« kritischen Winter 1920 auf 1921. Die Not der Anstalten und gemeinnützigen Einrichtungen, Seren Vermöge» und Einnahmen aus Sttftungen durch die Inflation bereits aufs härteste migenommen waren (im wörtlichsten Sinne), schien kaum noch überbietbar. Die Gemeinden, in deren Etat die Ausgaben für wohltätige Zwecke ja einst einen gewichtigen Posten abgegeben hatten, waren selbst in den dringendsten Finanzschwierigkeiten. Die Hilfe durch Private konnte bei der allgemeinen wirtschaftlichen Bedrängnis des jüdischen Mittelstandes (der zum größten Teil an die Jn-< flationswirtschaft noch nicht angepaßt genug warauch nicht viel ausrichten. Daher trat die Z.W.St. als Vertretung der deutschen Judenheit aus und verlangte von der Allgemeinheit fiir die jüdische Fürsorge ihren gerechten Anteil. Die Zeit war vorbei, in der für die jüdischen Einrichtungen nur von Juden gesorgt werden durste, für die allgemeinen aber a u ch von Juden. Im Reichsausschuß der allgemeinen Volkssammlung der »Deutschen Kinderhrkfe" war die Z.W.St. vertreten und hat sich an den Arbeiten stark beteiligt. Sowohl bei der Aufstellung der Richtlinien wie insbesondere bei der Verteilung der Mittel häben ihre Vertreter mitgearbeitet und sich für die Rechte der jüdischen Institutionen eingesetzt. Ebenso hat sie vom L,—128. Juli fieraftgese/gfen Herren - Sakko - Anzüge blaue und farbige Kammgarn - and Cheviotstoffe in mod, Pbrtnen früher bis M. 56.00 71.00 90.00 105.00 120.00 TF jetzt 38 00 too 59 iOO 80 iOO Herren - Schlüpfer u. Ulftcr darunter ein großer Posten Winter-Ulster aus la Stoffen, früher bis M. 62.00 85.00 90.00 110.00 120.00 Kt* 3800 4800 5900 71" 80™ Herren - Beinkleider große Posten neuer Streifenmuster Ä 500 700 gOO |Q00 1300 1700 Herren - Sport- Anzuge darunter ein großer Posten 4teüig, mit langer und kurzer Hose früher bis M. 56.00 68.00 85.00 95.00 11000 jetzt 36°° 4600 56°° 62°° 68°° Gummiu. Gabardinemäntel /, Damen u. 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