Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 4 (1924)
- Issue
- 17 (6.6.1924)
- Date
- 1924-06-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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’IT.TWf- ' ***^y*-7r r7r w ‘ “7'^-^Bqgr» vertreten: vom jüdisch-theologtschen Gemtnar 1« BreSlau waren fite Dozenten als Ehrengäste anwesend. Die Berhandlungsgegenstänbe waren recht interessant, erforderte» eine große Aussprache und zogen sich btS in die späte» Nachmtttagsstunöen hin. Der Vorstand der Gynagogenaemeinde Breslau hatte den Teilnehmer» et« einfache- Krühstück geboten. AuS de» Berhandlunge» ist im wesentliche» folgendehervorzuheben: Dte Auslände t» den kleinen Verband-» gemeinden wurden eingehend erörtert. ES wurde lebhaft bedauert, datz hier eine große Anzahl von Kindern ohne jeden Religionsunterricht aufwachsen. DaS jüdische Leben in den Gemeinden verödet, das Interesse erlahmt und die Gemeinden gehen ihrer Auflösung entgegen. Der Bervand wtll diesen Zuständen begegnen, in dem er dte Anstellung eines Bezirksrabbiners sowie eine- BezirkSlehrerS plant. Der Bezirksrabbiner soll durch persönli«he Kühlungnahme mit den Gemeinden durch Halten von Borträgen, Predigten usw. die Gemeindemitglieder in de» kleinen Orten zu neuem jüdischen Leben anregen. Der BeztrkSlehrer soll, soweit eS nur irgend möglich ist, dte in Krage kommenden Gemeinden mit Religionsunterricht und Schechita versorgen. Dieser Berhandlungsgeaenstand rief eine eingehende Aussprache hervor, in der sich u. a. auch dte Beamten der Gemeinde über dte BesoldungS- und AnstellungSverhältniffe bitter beklagten. Der Notstand wurde allgemein anerkannt und dessen Beseitigung für dringend geboten erachtet. Kerner wurde angeregt, zur Schaffung eines Nachwuchses unentgeltliche Kurse zur Ausbildung von Lehrern in Breslau möglichst tm Anschluß an dajüdisch-theologische Gemtnar schleunigst einzurichten. Die Dozenten deS Seminars sagte« weitgehendste Mitarbeit zu. Schließlich wurde die Anstellung des BezirksrabütnerS und des Bezirkslehrers mit grober Mehrheit von der Versammlung beschlossen. Bet Gelegenheit der Aussprache über einige Satzungsänderungen gab Dr. Kreund--Berltn, einen eingehenden Bericht über den Preußischen Landesverband, der mit großem Interesse ausgenommen wurde. Schließlich wurde auch eine Entschließung angenommen, wonach der Bezirksverband Breslau-Liegnitz zur gegebenen Zeit seine Einführung resp. Eingliederung in den Preußischen Landesverband vornehmen soll. Nach Erledigung einiger weiterer Vorlage» wurde auch die Ergänzung und Neuwahl des BerbanöSauSschusses vorgenommen. ES wurde gewählt: zum Vorsitzenden Justizrat Hirschberg-Breslau, zum stellvertretenden Vorsitzenden Gemeinöerabbiner Dr. Vogelstein-Breslau. zum Schatzmeister Justizrat Kraenckel-Glogau. zum Schriftführer Bürodirektor Glaser-Breslau, zu Beisitzern: Prediger Bähr- Waldenburg, Erich Bayer-Breölau. Rechtsanwalt Foeröer- Breslau, Dozent Dr. Hetnemann-BreSlau, Gemeinderabbiner Dr. Hoffmann-Breslau. S. Jablonski-Liegnitz. Rechtsanwalt Jacobsohn-Breslau. Justizrat Kalisch-Breslau. Dr. Korach-Htrschberg. Kaufmann Kupferberg-Görlitz, Justizrat Landsberg-Schweidnitz. Rechtsanwalt Löwy-Glatz, Georg Tockus-Oels. Breslau. Die Sitzung der Reprüsentantenversammlung vom 28. Mai brachte eine reichhaltige Tagesordnung und dauerte mehrere Stunden. Der neue Gebührentarif für die Mitwirkung der Rabbiner und Kantoren bei Beerdigungen und Trauungen fand die Zustimmung der Versammlung. Eine endgültige Kestsetzung dieser vorläufigen Gebühren wird erst erfolgen können, wenn die Gemeinden in den Besitz der staatlichen Einkommensteuerveranlagungen sein wird. . Einen längeren Raum nahm die Verhandlung über die Beamtengehälter ein. Insbesondere sind eine Anzahl von Beamte« — zum Teil mit Rücksicht auf ihre unzureichende Besoldung in höhere Gruppen eingeordnet worden. Außerdem erhielten sämtliche Beamten für den Monat Mai eine außerordentliche Gehaltserhöhung von 25 Prozent, während die Angestellten vom 1. April ab sin« solche von 30 Prozent erhalten haben. Genehmigt wurden ferner die Grabttellenvretse für deu Krteöhof Cosel, die neuen Lohnsätze für die Krteöhofarbeiter. sowie die Kosten für den notwendigen Umbau des Büros und der BerwaltungSräume. Es wurde ferner mitgeteilt, daß die erste Kantorstelle an der Neuen Synagoge neu ausgschrieben worden ist und eine Anzahl von Bewerbungen eingegangen sind. Die Versammlung erteilte ihre Zustimmung zu den Ergänzungswahlen für dte verschiedenen Kommissionen. Eine längere Aussprache verursachte dte Gewährung einer Beihilfe für den Bezirksverbanö Breslau-Liegnitz mit 15 000 Mark zu dem Zwecke, baüptsächlsch den kleine» BerbandSgemeinbe» an helfe» «ch die Mittel für die Anstellung eine- B^trkSvabbmerS »ad Lehrers zu beschaffen. Herr Rabbiner Jaeobsohn erstattete eine» Bericht über die Tagung de- Landesverbandes. «ährend Herr GinS über dte Arbeite» der StatSkormntMo» für den Haushaltsplan 1034 eine» Ueberblick gab. Er erwähnte hierbei, datz die Gteueretngäuge recht mangelhaft seien mrfi dieserhalb mit Rücksicht auf dte gesamte Wirtschaftslage dte Gemeinde allergrößte Sparfamkett in bezug anf ihre AvSgabe» «alten lasten müste. weil man nicht weiß, ob die erforderliche» Einnahmen vorhanden fei» werben. Rach weiteren kleinere» Mitteilungen und Genehmigung von Vorlage» nicht bedeutender Natnr trat dte Versammlung in eine geheime Sitzung ein, in der in längerer Verhandlung eine Anzahl von wichtigen Beamtenangelegenhetten besprochen wurde». Ebermannftadt. Der kulturhistorische Judenfrtedhof bet Pretzfelb. anf dem seit 40 Jahren keine Beerdigungen mehr stattgefunden hat. verfiel tu de» letzte» Jahre» Immer mehr. Dte Israelitische KnltuSgemeinde Nürnberg-Fürth bat mm« mehr den Friedhof wieder t» Stand setzen laste». Gelsenklrche«. Am 24. Mat vollendete Herr Markus Elias sein 100. Lebensjahr. Zu Ehren des Jubilars veranstaltete dte Gynagogengemeinöe einen FestgotteSöienst. zu dem die Stadtverwaltung einen Vertreter entsandt batte. Rabbiner Dr. Galliuer hielt die Kestpredigt, in der er HtllelS Wort, -atz der gute Name die Krone des Levens set, auf den greisen Jubilar anwandte. Der Hundertjährige wurde zur Thora aufgerufen und sagte mit lauter Stimme dte SegenSsprüche. Marcus Eltas ist nicht nur das älteste Mitglied der Synagogengemeinde, sondern auch der älteste Manu -er Stadt, deren Preffe den verdienten Mitbürger in langen Artikeln feiert. Hamburg. Der Vorsitzende -er Deutsch-Israelitische» Gemeinde, Alfred Levy. beging feinen 70. Geburtstag. Der Jubilar, der fast ein Vierteljabrbunöert ununterbrochen dem Gemeindevorstand angehört, hat sich namentlich um dte Ausgestaltung des Armen-- und Wohlfahrtswesens große Verdienste erworben. Bet einem im Gemetnöehause stattgefundenen Kestakt brachten Abordnungen der einzelnen Institutionen dem Jubilar ihre Glückwünsche dar. Eine Anzahl Gemeindemitglieder überreichten eine namhafte Summe für eine Alfred-Levy-Stiftung. Königsberg i. Pr. Der Choröirigent an der neuen Synagoge. L. Baörian. ist als Chordirigent an die Berliner Gemeinde berufen worden. Baörian ist in jüdischen Kreisen durch seine synagogalen Kompositionen bekannt geworden. Leipzig. Gegen den Ausfall der Repräsentantenwahl, über die hier bereits in Nummer 9 berichtet wurde, ist ein Protest eingelegt worden. Die Wahlen, bet denen zum erstenmal deutsche Juden und ausländische Juden in getrennten Sektoren wählten, sicherten den Liberalen 16 Mandate, denen insgesamt 16 Mandate sämtlicher anderen Parteien gegenüberstanöen. Laut dem Wahlstatut durften die Ausländer nicht mehr als acht Sitze erhalten. Da aber auf der ausländischen Liste zwei Reichsdeutsche gewählt worden find, wurde das Verlangen gestellt, daß noch zwei Ausländer als mitgewählt erklärt würden. Die letzte Sitzung der alten Vertretung der Leipziger jüdischen Gemeinde beschäftigte sich mit diesen Wahlprotesten und lehnte sie zunächst ab. In weiteren Verhandlungen wurde dann beschlossen, sich an einen Verständigen zu wenden, der das Wahlstatut auslegen soll. Bis eine Entscheidung getroffen ist, wird die alte Vertretung weiter amtieren. München. Am 16. Mai fand die feierliche Einweihung der israelitischen Bekenntntssonderschule an der Herzog- Rudolf-Straße statt. Bei der Einweihungsfeier erblickte man u. a. als Vertreter der Kultusgemeinde Rabbiner Dr. Baermann. als Vertreter der Stadtschulbehörde Stadtschulrat Hirt und Bezirksschulrat Dr. Reinlein. Nach kurzen BegrützungSworten von Justizrat Dr. Max Keuchtwanger hielt Rabbiner Dr. Ehrentreu die Kestrede. Er führte auS, wte schon in alten Zeiten dte Schule als wichtigste Einrichtung der Gemeinde gegolten habe und wie gerade unsere Zeit dte Notwendigkeit der Erziehung auf reltgiöfer Grundlage gezeigt habe. Er wandte sich an dte Lehrer mit der Mahnung, sich bewußt zu sein, daß mit auf ihren Schultern die Verantwortung für die Zukunft der Gemeinde ruhe. Rabbiner Dr. Baerwald ermahnte die Jugend und Lehrer, die Treue zur jüdischen Religion mit der Liebe zur Heimat zu verbtnöen. Lehrer Laukheimer zeigte die Uebereinstimmung der Ziele der Lehrer mit den Hoffnungen der Eltern. Ne «rstnRmg -er Schule «t tat» die Nntttattve M «eretu-»Ohei Jakob" erfolgt. Die jüdische KultaSgemetnde in München »tarnt an dem Betrieb dieser Schule weder «tttelfiar »och mmttttrlb« teil. g Versammlungskalender. D Berlin. (Lweraler Verein für die Angelegenheiten der jüdische» Gemeinde E. ®- Ve-trkSarrrppe Norden). Der Gottesdienst mtt Orgel. Ho, «nd VrKtt findtt an den SchownauS-Tage» jeden Abend «« OK Uhrt« Tempel deS Waisenhaus«-. Schönhauser All« M statt Z» der gleichen Zeit wird auch immer der KreitagadendgotteSdienst abgehalte«. . Berlin. e. A DormerStag. den 12. Juni, abends 8H ttta, Fasanenstratze 79-80, Bortrag von Werner Bas» «er »SNgenderrtehung". Am Sonntag, de« 22. Jmri. ßd»et ta «mudenSmeg a. H. der erste Gautag statt, an de» dte MiS Berlin. Potsdam. Magdeburg «nd Krennde unserer Bewegung ta Mitteldentschland telluehme». Abfahrt von Berlin. Potsdamer FernSahnhof. 745 Udr: Treffen 7 tyr. mtt Fahrkarte vierter Klaste nach Brandenburg, anf dem Babnstei^ „Ferner Abfahrt Zoologischer Garte» 648 Uhrr Treffe» S.2S Uhrauf dem Stadtbabnsteig mtt Fahrkarte »ach Potsdam. Rückkehr gegen 0 Uhr abenoS. Kahrkosten 6—4 Mark. ^, , Programm: gemeinsame Wanderung, Wettspiele, zwei Referate über unsere Arbeit. Anmeldungen RS Sonntag, den 15. Juni, im Büro. Manerstratze 22 (Merkur 8725). Bresla«. (Jüdisch-liberaler Jtmendverei» Abraham Geiger".) Sonntag, den 15. Juni: GanztagS-Au-flug »ach dem Fürstensteiner Grund. Treffpunkt 4Uhr 60 Minuten vormittag-, am Freiburger Bahnhos. Abfahrt 4 Uhr 46 Mim Fahrkarte ViS Fretbnrs vierter -lasse selbst löfemNSHereS durch Herrn HanS Hamburger. Stetastratze g« <Jle2W0. Nur von 6 bi- 6 Mr nachmittag-. Der Ausflug findet bei jeder Witterung statt. Musikinstrumente mttbrtngen. An jedem Montag biS Ende September gemütliches Beisammenfeta mit Konzert von 8 Uhr abends cm im Roland, Kaiser-Wtlhelm-Stratze. bet jeder Witterung. Straßenam ♦ Ol4*t6 4 Qj| Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin e. V. _Bezirksgruppe Norden._ Der Gottesdienst mit Orgel, Chor und Predigt findet an den Schowuaus-Tagen jeden Abend um 6* Uhr im Tempel des Waisenhauses, Schönhauser Allee 162, statt? -u -er gleichen Zeit wird auch immer der Freitagabend-Gottesdienst abgehalten. Kalendarivm für die Zeit vom S. bis 11.3tmi. Juni 1924' Sima« 5584 Freitag 6. Sonnabend 7, ©Olhu. .1 8. Montag 9. Dienstag 10. Mittwoch 11. Donnerstag 12. Freitag 16. Souuabenö 14. I 4. 6. Wochen-Abschnitt Bamidbvr (4. B. M. Kap. 1-4,20) Haftarah: Hosea Kap. 2 5. Wochenfest, 1. Tag 7. Wochenfest, 2. Tag 8. o. 10. 11. 12. Wochen-Abschnitt Nassau (4. B. M. Kap. 4,21—7) Haftarah: Richter 18. 9—26 ein Tänzchen wagen .. .*) hin gewiesen worden. Ohne irgend bestimmte Schlüsse aus jener Analogie ziehen zu wollen, aber bemerkenswert bleibt es m. E. doch, wie hier dieselben Töne und fast ganz gleichen Motive durch anderes Tempo «sw. so etwas ganz anderes zum Ausdruck bringen. Wenn wtr auch, wie gesagt, hier keine Schlüsse anf die etwaige Ursache der erwähnten Uebereinsttmmnng ziehen wollen, ganz unerwähnt bleibe aber auch nicht die von Birnbaum-Königsberg*) Zeitg. des Judt. 1897 Nr. 5. — s,Franz Schubert als Synagogen-Komponift") vermerkte Tatsache, daß sowohl Mozart, als auch Beethoven einst in Men in starkem Konnex mtt jüdischen Kreisen gestanden. Eine Verwandtschaft mit unserer Melodie möchte ich ferner in einem Volksliede von 1813 bei Böhme-Erk „Deutscher Liederhort Bö. III, S. 323 — „Der Wildschütz" — erblicken. Sonst fand sie im Gottesdienst nur wenig Verwendung. Weintraub-Königsberg in seinen „Tempelgesängen" und ein in London 1878 erschienenes Werk von Wasserzug lassen Michowaucho und Adaunoi jimlauch am Freitag abend danach singen: im Baal T'filla von Baer"erscheint sie auf dem dazwischen liegenden Malchuscho. Bei den Ostiuden ist sie lbesonders in Polen, Rußland) wie so manche andere unserer „traditionellen" Weisen (Adir hu. Moaus zur u. a. ungebräuchlich). Erwähntes englische- Werk hat ein Seftra-L'daudt in Moll und auch von der unsrigen ganz abweichende Dur-Weisen sind ausgezeichnet (Braunschw. Ges. v. 1848 und Eiseustädt-Berlin Schire Kaudesch 1897). Erwähnung getan sei auch eines Sefira-Niguns i» Moll in einer von mir bei Birnbaum kopierten Handschrift („Jabrkaddtsch" von Rosenfeld. ehem. Chordirektor in Berlin), sowie eines sefardischen Jigdal für Seftra in den Gef. der sefard.-türkischen Gemeinde zu Wien von Bauer und Lövtt. Eine Ausnahmestellung nimmt innerhalb der Seftratage der 18. Jjar sLag-boaumer gleich 33. Omer-Tag) ein, da an ihm, wie berichtet wird, keine Todesfälle unter jenen Aktba-Schülern vorgekommen sein sollen. An ihm gelten erwähnte Trauerbräuche als aufgehoben, und im täglichen Gebete fallen ernster gerichtete Stellen, wie das sogenannte „Tachanun" fort. Auch poetische Einschaltunaen sind für diesen „festlicheren" Taa vorhanden lu. a. Zum Ritus S. 64). Die babylonischen Juden haben dafür — natürlich in ihrer so ganz anders als der unsrigen gearteten orientalischen Vertonung — auf den Gesetzeslehrer Simon ben Jochai' bezügliche Anspielungen, was aber wohl mit der Tradition znsammenhängen mag, daß der 18. Jjar dessen Todestag gewesen sei. *) Eine Ausgabe der gesammelten Schriften B.'s durch de» Schreiber dieser Zellen ist in Vorbereitung. Endlich auch das Sefira-„Z ä h l e n" selbst liturgisch nicht ganz übergehend, set bemerkt, datz es bei uns parlando, etwa nach Art der gewöhnlichen Sch'mauno-eßre rezitiert zu werden pflegt, während in russisch-polnischen Gegenden e r n st e S Moll auch hier erklingt. Ist Letzteres ohnehin dort die eigentliche Tongrundlage, so mögen bei einer einfachen „Brocho", denn nur eine solche stellt der Text des „Zählend dar, außer der S'fira°S t i m m un g wohl auch die in alten Gebetbüchern anschließenden Bittgebete Wiederkehr des Demveldienstes: Ps. 67 u. a.) für einen solchen Ausdruck in Tönen maßgebend gewesen sein. Wir schließen mit der Angabe des Buches „Mahartl" (15. Jahrh.). daß damals in Mainz der Synagogenöiener allabendlich im Gotteshause die Knaben um sich zu sammeln pflegte, um mit ihnen gemeinsam b'kaul romm — laut vernehmlich — „S'fira" zu „zählen". Antisemitische Miszellen. Rassige Nacktkultur Der „Vegetarischen Warte" entnehmen wir das nachstehende Heiratstasevat, dadie Sittlichkeit der Anhänger der Wotansreligion kennzeichnet: „Lebensresormer, Anfang der Dreißiger, gebildet, wünscht mit gebildetem deutschen Mädel zwecks Heirat ta Verbindung zu treten. Bedingungen: Alter etwa 17 bis 32 Jahre, arisch^ germanischer Rasse, blondes Haar, langschäbelig, gezeugt und geboren von streng vegetarisch lebenden Eltern, a« Mutterbrust gestillt, vegetarisch ernährt und in lebensformertschow Scnnc erzogen. Anhängerin der Nacktkultur und der Reformkletdung (Thalysia). Freundliche Zuschriften in obtgom Sinne mit Lebenslauf und Bild in Reformtracht sowie drei Gan-aktlichtbildern, Vorder-, Seiten- und Nückenaufnahme, an die 4vegetMsche Warte" erbeten. Strengste Verschwiegenheit zngesichert und verlangt. Die BWer werben, mem nicht zusagend, znrückgesendet/' Der gespaltene Trebitkch. I« der nationalsozialiKsche» .Deutschen Presse" setzt sich Hitlers Freund. Dr. HanS Diebow, mit dem Wiener Juden Artur TreÄtsch auseinander, der in einer Reche größerer Schriften, besonders ta seinem Buche «Deutscher Geist oder Judentum", gegen das Judentum kämpft. Diebow. Her mit Trebitsch auch persönttchtz Diskussionen geführt hat. lehnt Trebitsch's Anspmch, trotz seiner Abstammung von einem jüdischen Vater und einer jüdischen Mutter als vollkommenen Arter genommen zu werden, entschieden ab und will Gn nur „in da- Lager WeitangerK und anderer ehrlicher Inden stellen, die erkannt haben, oatz dte jüdische Raffe unserer deiltsch germanischen schädlich ist, und daß wir Arier uns gegen diestS jüdische Blut aü-nschlietzen hätten." In dem Artikel heißt e» dann «etter: „Aber Trebitsch verlangt mehr. Er reist herum und stellt sich den völkischen Vorkämpfern vor und sagt in der ihm eigenen temperamentvollen Art und mit einer vollendeten Suggesttons kraft etwa folgendes: ^Schauen Sie mich an! Sehe ich wirklich jiidisch aus? Nein! Ganz gewiß nicht! Bei mir hat sich das Mendelsche Entmischungsgesetz bewahrheitet! Ich bin mcs der Aufspaltuna als reinrassiger Arier hervorgegangen. Mem Paß und meine Papiere weisen mich als Juden aus. Mein Paß «nd meine Papiere lügen. Ich trage die Wahrheit in meinem Dasein vor allen Augen mtt mir herum." Diebow erzählt, er habe „dem vielgewanberten Odysseus daraufhin gesagt, daß diese Auffassung eine Tragik seines Lebens sei. Trebitsch habe sich dagegen verwahrt, daß bei ihm von einer Tragik gesprochen wird und gesagt: „Im Gegenteil: Ich bin ja gerade eine freudige Bejahung des germanischen Steggodankens. aber i^r müßt enur erkennen." Botho Laser stein erzählt im Anschluß hieran: „Jeder Mensch habe einen Fimmel", pflegt mein Freund Kurt Hülsen zu sagen, „er nur einen ganz besonders großen. Was mich angeht, so Habe ich mich, nach längerem Schrvanken, zum Zwecke meines besseren Fortkommens der Schule des Stewarts Keuchhusten Chawberlata und deren bedeutendsten Vertreter Arturo Sünder angeschlossen. Da ich ein jüdisches Element bin. habe ich diese Schule sofort revolutioniert. Ich habe nämlich überzeugend nachgewtesen. daß die Astervildung dasicherste Kennzeichen für den Rassentheoretiker ist. DÄnzunächst kommt nur Schädel form un d GesichtSausdruck. Zurzeit schweben demnächstigensalls deftoweäen Verhandlungen mit der Universität Rohrstock über meine Ernennung zum Ehrendoktor. Zuettt Habe ich mich mit der Bergcmsetthett des DurchfallSkandtdatm Dinier beschäftigt. Nicht mtt seiner privaten, ibewor über fit« fiekounnt man tu Eisenach reine Auskunft, Sondern mit seiner «Mche». Dazu mutzte ich seine Kopfbildung prüfe». Verleumder behaupteten, dg oben würde ich nichts fiud«. Ich aber studierte eifrig Äe Geheimnisse der Fürstenhöfe mw habe dte folgende« Tatsachen eimvandfrej festgestellt. Artur Dinier ist Arier. DaS läßt sich vis ta die dunkelste Vergangenheit Nachweisen. Seine Ahnen find im Volke der Urgermanen zu finden. These- Volt hat daher seinen Namen, daß «s vor der Zett der Germanen, als btt Urahn belebenden Tnt-ench-amun Aegypten unsicher machte und der Urvater des Rabbiners Tagore ta Indien regierte, i» den Schwarzwälöer Urwäldern hcmste. Einer der nrgermanischen Gauführer war Statt. Ahn unserelieben Artur Dinier. Der hat ganz RottS Auge. Rotts Stirn und RottS Nase. .