Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 4 (1924)
- Issue
- 5 (14.3.1924)
- Date
- 1924-03-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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4. Jahrgang Nummer 5 Beilage 14. MSrz 1924 | Die jüdische Gegenwart. |j1 (Fortsetzung aus dem Hauptblätt.) Jüdische LelihilfvKonferenz in Berlin. Nach, gemeinsamen Beratungen zwischen der Jüdisch en Welthilfskonferenz und der zentralisierten jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland (Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. Borsitzender Eugen Caspary) hat am 20. und 21. Februar 1924 in Berlin eine Konferenz unter dem Borsitz von Herrn Leo M o tz k i n - Paris stattgefunden, welcher auf Initiative der Welthilfskonferenz Vertreter jüdischer Hilfsaktionen aus der Schweiz. Deutsch-Oesterreich, Holland. Schweden, England und der Slowakei beiwohnten. Vertreter aus Dänemark. Litauen, Lettland. Jugoslawien, Bratislava und anderen Ländern waren am Erscheinen verhindert. haben jedoch ihre Bereitwilligkeit zur Mitwirkung schriftlich zum Ausdruck gebracht. In den einleitenden Worten gab der Vorsitzende ein Vild dessen, was bisher von der Jüdischen Welthilfskonferenz direkt oder indirekt zur Abhilfe der jüdischen Not in Deutschland geschehen ist. Er betont das besondere Verständnis der Juden aller Länder für die Not unter einem Teil ihrer Brüder in Deutschland und schilderte die nahen Beziehungen des gesamten jüdischen Volkes zu den deutschen Juden im Hinblick auf ihre Verdienste um das jüdische Wohlfahrtswesen, die jüdische Wissenschaft und die jüdische Kultur. Caspary drückte im Namen der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden die Genugtuung darüber aus. was bisher seitens des amerikanischen Judentums als der Welthilfskonferenz und anderer ausländischer jüdischer Organisationen auf diesm Gebiete geleistet worden ist. Im Namen des österreichischen Judentums und der ausländischen Vertreter begrüßte Oberrabbiner Chajes- Wien die Welthtlfskonferenz, in der er einen Ausdruck der Brüderlichkeit des Judentums der Welt erblickte. Im Namen der Jüdischen Gemeinde Berlins begrüßte Kammergerichtsrat Wolfs die Versammlung, zu der außer den auswärtigen Gästen sich zahlreiche Vertreter, sowohl aus Berlin als auch von auswärts (Hamburg. Leipzig, Frankfurts sich eingesunden hatten. Staatsrat Teilet begrüßte die Konferenz im Namen des Verbandes der ruisischen Juden und wies auf die Beziehungen zwischen Ost? und Westjuden hin. Aufgabe der Konferenz war, eine Darstellung der Notlag,» innerhalb eines bedeutenden Teils der Juden Deutschlands sowie der Selb st Hilfs-Leistungen zu geben, einen Ueberblick über.stie bisher in den einzelnen europäischen Ländern unternommenen Hilfsaktionen zu gewmnen, auf Systematisierung des Hilssmerks und auf die bestmögliche Regelung für die in Deutschland bestehenden Notstände hinzuwirken. Dieser Zweck ist in der Konferenz erreicht worden. Dr. Segall. Generalsekretär der Zenrratwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, gab ecne zusammenfassende Darstellung der in Deutschland bestehenden Verhältnisse innerhalb der Gemeinden, der Anstalten, des Mittelstandes usw. auf Grundlage eines reichen Ziffernmatcrials und behandelte gleichzeitig die Maßnahmen, die von den Juden in Deutschland mit größtem Nachdruck ergriffen worden sind, um aus eigenen Kräften der Not zu steuern. Frau Brode gab im Anschluß daran einen Ueberblick über den Umfang der materiellen Hilfe, die in Berlin im letzten Jahre aufgebracht worden ist. Die Ausführungen wurden durch ein Referat von Frau Henriette Man über „Kinderhilfe" ergänzt, we.che den ungünstigen Geiundheitsz-ustand, ü.e unzureichenden V-oh.mnqs- und Bekleidungsverhällnisse, die ' außerordentlich bedenklichen Berufsausbildungssragen beleuchtete. Die ungünstige Lage eines großen Teiles der cinwanöernden. durchwandernden und aus wände enden Ostjulen, nsbesondere der erwerbslosen Arbeiter im Ruhrgebtet wurde von dem Abgeordneten. Rechtsanwalt Dr. Oskar Cohn, und dem Generalsekretär des jüdischen Arbeiter-Füriorgeamtes, Rudel, geschildert. Die schwierige Lage der Intellektuellen in west- und ostiüdischen Kreisen wurde von Eugen C a s v a r y (Vorsitzender der Zentralwo-hlfahrtsstelle der deutschen Juden) und Dr. Pines (Verb, der russischen Inden) dargelegt. Der Stand und die Leistungen der Hilfsaktionen im Auslande wurden von fotgeuc-en Per,».'Nlichrc.^u cvaraklerisiert: Oberrabbiner Dr. Chajes-Wien schilderte die Lebensmittel- und Kinderaknvn in'Wie.l, I u n > tz - Z.üruy berichtete über die Versorgung süddeutscher Gemeinden durch die Schweiz durch Liebesgaben und Geldsendungen an Anstalten, besonders an notleidende Berufsstände usw. Ministerialrat Wiesmeyer -Prag gab einen Uererb.ick über eine ganze Reihe von Teilaktionen in Prag und verschiedenen Orten in der Tschechoslowakei. Frau Frohnknecht und Dr. Polak-Amsterdam sprachen über die Sammlungen und Träger der holländischen Hilfsaktionen und Traugott-Stockholm über die Bestrebungen in Stockholm. Dr. I o ch e I m a n n - London berichtete kurz Über die bisherigen Anfänge eine Hilfstätigkeit für die ■ Juden in Deutschland und in England. Die Systematisierung der bisher zersplitterten Hilfsaktionen in -den einzelnen Ländern, die Schaffung von Zentralstellen öortselbst. die Notwendigkeit eines Hand in Hand-Avbeilens mit der in Deutschland bereits in der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden zusammenqefaßten Wohlfahrtspflege wurde von Dr. Klee dargetan. '.Eine ganze Reihe wichtiger Fragen, z. B. Kinderverschlckung. Liebesgabenpakete, die internationale Allgemeinhilfe.u. a. wurden eingehend in Referaten in der Diskussion durch Dr. Hildesheimer. Anita Müller. Bertha Pappenheim, Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes, Frau Frohnknecht, Vorstandsmitglied der holländischen Hilfsaktion „Amsteri dänisch Centrale Comite voor hulp aan de noodlijdende joden in Duitschland" Advokat Sliosberg, Petersburg. Zwi Aberl son. Vertreter der jüdischen Welthilfskonferenz in Genf, [ zu klären versucht. i m Gesamtergebnis der sehr gut besuchten und vom I Geiste jüdischen Gemeinschaftsgefühles getragenen Ver- I sammlung verdichtete sich zu der nachstehend einstimmig an- I genommenen Hauptresolution: I «Die anwesenden Vertreter der Welthilfskonferenz § auswärtiger und deutscher Hilfsorganisationen haben aus ) den vielseitigen und eingehenden Referaten zur Kenntnis ' genommen, daß die deutsche Judenheit alle Anstrengungen s gemacht hat und macht, um der in Deutschland herrschenden! Not Herr zu werden. Die auswärtigen Vertreter haben > aber die lieber-,enguiig gewonnen, daß die tatkräftige nmi fastende Unterstützung des Auslandes weiterhin dringend! niKrdcrlich ist. damit die Anstrengungen der Inden in -L entichland vollen Erfolg haben sollen. Eine Organisierung dieser Wohlfahrtsfürsorge deS Auslandes usw. in Verbindung mit dem Reichsausschuß der jüdischen Gemeinden Deutschlands zur Verteilung von Auslandsspenden und dessen Ausführungsorgan, die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, ist jedoch unbedingt notwendig." Außerdem wurden eine Reihe von wichtigen Resolutionen. die im Anschluß an die Referate über die verschiedenen Gegenstände sich ergaben, als Richtschnur für die weitere Tätigkeit angenommen, So programmatische Vorschläge von Frl. Pappenheim in Bezug auf die Kinderhilfe, von Dr. Pines über Hilfsmaßnahmen zugunsten der Intellektuellen, von Reichstagsabgeordnetem Dr. Oscar Cohn und Nudel in Bezug auf Arbeiterhilfe und von Abcrson-Gcnf hinsichtlich der Ausnützung der internationalen Organisationen für die individuelle Paketversorgung. Die Versammlung wurde in einer würdigen 7' mnng durch Capary und den Vorsitzenden, sowie Min rere andere Ansprache der anwesenden Vertreter , .> ff eit, welche alle ihre Befriedigung darüber zum , .druck brachten, daß in die Hilfsaktion der verschiedenen Länder nunmehr System hincingebracht werde, und in denen andererseits die Hoffnung zum Ausdruck kam. daß in der allernächsten Zeit diese Aktion wesentlich vergrößert würde. Ungeachtet des großen Unterschiedes zwischen der katastrophalen Lage in Osteuropa verpflichteten sich alle Anwesenden zu einer weitgehenden Förderung und Propaganda der durch die Konivreuz erstrebten Ziele. Es wurde der ZcutratwohlfahctSstelle der deutschen Inden gemeinsam mit der Jüdischen Welthilfskonferenz übertragen, das Programm für die Fortführung der Aktion weiter auszuarbeiten. Wie die nationaldentschen ..Juden" die Judenfraae lösen wollen. In der soeben erschienenen Nummer 1 des „M.tteituuasblattcs des Verbandes natioualdeutscher Juden, e. V.", berichtet Herr Tr. Breslauer. Redart ur am „Berliner Lokalanzeiger", über die Versammlung des Versandes im Logenßaus am 28. Januar d. I. und gibt hier die Gedankengänge des Hauptredners deS Abends wieder. Dieser Hauptredner war kein geringerer als der Verbandsvor-. sitzende. Dr. Max Naumann, selbst. Nach dem doch zweifellos authentischen Bericht gab Dr. Naumann u. a. auch seine Ansicht über die Lösung der Judensraae zum besten. In dem Bericht heißt es: „Heute sei nicht die Ze t. um praktischen Fragen, wie der Judensrage, mit Philosophie näher zu kommen. Man müsse, wie Nietzsche sagt, mit dem Hammer philosophieren. Kommentar überflüssig. Eine Synagogenpredigt über jüdische Kunst. Am letzten Sonnabend hat der neugewählte Hauptrabbiner von Warschau. Prof. Sckor, in der großen Warschauer Synagoge in der Ttomackicaasse eine Predigt über jüdische Kunst nnd Künstler gehalten. Die große Synagoge war vollbese.'.t, die studierende Jugend, sowie Künstler und Schriftsteller waren zahlreich vertreten. Prof. Schor gab einen geschichtlichen Ueberblick über die Beziehung der indischen Religion zu der Kunst und führte aus. die Griechen hätten ihren Gott nach dem Ebenbild des Menschen aeschasfen, dagegen sagt die jüdische Lehre, daß der Mensch nach dem Ebenbilde Gottesgeschaffen wurde. Auch heute sollen die. Juden aus der Kunst keinen Götzendienst machen. Zum Thema seiner nächsten Predigt hat sich Herr Prof. Schor gewählt: „Die Beziehung der indischen Gesellschaft zum jüdischen Künstler." Der Grenzschmuggel im Osten. Der Reichsminister des Innern hat auf die Anfrage der Abgeordneten Graes-Thüringen und Gen. folgende Antwort erteilt: „Die Neichsregierung. der die geschilderten Tatsachen bekannt sind, ist aus Anlaß der Anfrage erneut mit der preußischen Negierung ins Benehmen getreten. Diese hat zu der Angelegenheit folgendermaßen Stellung genommen: Es ist richtig, daß an der polnisch-schlesischen Grenze, bis etwa zur Mitte vergangenen Jahres, eine ziemlich starke ostjüdische Einwanderung stattgesunden hat: es erklärt sich dies daraus, daß weder'eine energische Grenzübcrwachung startfinden konnte, noch bis dahin eine geordnete Verwaltung die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen in der Lage war: aus der Tatsache, daß jahrelang über die Grenzziehung Unsicherheit bestand, und daß während der Bcsatzungszeit ein Hinüberwechseln über die Grenze ohne schwere Folgen möglich war, ergab sich eine Art Gewöhnung der östlichen Bevölkerung daran, daß sie unerlaubt auch weiterhin über die Grenze zu kommen versuchte und, wo ihr Hindernisse in den Weg traten, diese zum Teil durch Bestechung auszuränmen, sich nicht scheute. Es ist aber eine erhebliche Uebertreibung, daß dieser sogenannte Menschcnschmuggel einen erschütternden Umfang angenommen habe. Nach sicheren Unterlagen wird cs sich im ganzen um höchstens 1000 Personen handeln. Es ist ebenso unzutreffend, daß es die preußische Negierung an der nötigen Energie in der Bekämpfung dieses Menschenschmuggels habe fehlen lasten. Im Gegenteil, sie ist es ja gerade gewesen, die diesen Menschenschmuggel aufgedeckt hat. besten Erfassung allerdings, wie es in der Natur der Sache "wiegt, weder leicht war. noch schnell vor sich gehen konnte. Von dem Versagen der preußischen Staatsregierung kann demnach keine Rede sein. Sie bedauert es, daß auch au ihren Beamten die Versuche der Bestechung und Beeinflussung nicht restlos abgeprallt sind, muß aber darauf Hinweisen, daß es sich doch immerhin nur nm eine im Verhältnis zur Gesamtzahl außerordentlich geringe Anzahl von Beamten handelt, die den Verlockungen, wie sie leider im Osten üblich sind, nicht hat widerstehen können. Dabei muß schließlich noch darauf hingewiesen werden, daß selbst, wenn etwa tcukscnd — nicht etwa Hunderttauscnde — von ostiüdischen Einwanderern auf diese Weise nach Preußen gelangt sein sollten, die Verhältniffe sich im Laufe der letzten Monate wesentlich verschoben haben. Es ist also sicher anzunchmen, daß etwa zwei Drittel der ostjüdischcn Einwanderer das Land wieder verlassen haben: in Groß-Berlin z. B. hat sich ihre Zahl auf etwa ein Drittel verringert: im Ruhrgebiet befinden sich höchstens nur.noch tausend dieser Einwanderer. Es ist deshalb mit Bestimmtheit anzunehmen, daß. so bedauerlich die durch die Bentbener Prozeße an den Tag gelangten Erscheinungen auch sein mögen, dennoch der durch sie eingetcetene Schaden glicht den Umfang dnaenommen hat, den die Anfrage Nr. 2069 glauben machen will. In Ergänzung dieser Ausführungen darf ich bemerken, daß die der Bestechung überksihrten sechs Polizeibeamtcn zu Freiheitsstrafen von zehn Monaten bis zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden sind. Hiernach liegt für die Rcichsregirrung ein Anlaß zu weiterem Einschreiten nicht vor." Statistisches Material über die Jndenhcit. Im Jahrbuch des statistischen Büros für das Judentum in New?)ork finden sich folgende Angaben: Die Gesamtzahl der Juden in der Welt beträgt 15-500 060. Davon wohnen zwei Drittel in'Europa, ein Viertel in Amerika, 8 Prozent in Asien, Afrika und Australien. Von den europäischen Jude» sind 8 750 000 auf das „Jüdische Zentraleuropa" konzentriert, das die Ukraine. Weißrußland, Litauen, Polen. Lettland, Tschechoslowakei. Oesterreich, Ungarn und Rumänien umfaßt. In diesen Ländern sind 8 Prozent der Gesamtbeoölkerung jüdisch» während ihr Anteil im übrigen Europa höchstens V* Prozent beträgt. Amerika zählt 3 850 000 Juden, von denen sich in den Vereinigten Staaten 3 600 000, in Kanada 126 090 und in Argentinien 100 000 aushalten. In Asien sind'die Juden am dichtesten in Palästina. Ihre Zahl beträgt dort 84 000, doch machen sie nur 11 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes aus. Die arabischen Länder zählen ca. 140 üOQ Juden oder l '/■> Prozent der Gesamtbevölkerung. Zentral- und Nordasien 350 000, Ostasien nur 27 000 Juden. Was Afrika betrifft, so befinden sich 400000 Juden in Nord- und 50 000 in Südafrika. Australien zählt 24 000 Juden. Die größten Judengemeinden sind New Aork mit 1 643 000 oder 45 Prozent der Gesamtbevölkerung, Warschau mit 319 000 oder 48 Prozent und Wien mit 300 000 oder ca. 15 Prozent der Gesamtbevölkerung. Aus den Gemeinden. j|| Berlin. Im Alter von 75 Jahren starb der frühere langjährige Redakteur der „Mitteilungen" aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus. Hermann Abrahamsohn. Der Verstgrbene, der nach einem schweren im Jahre 1918 erlittenen Straßenbahnunfall sich in seine Heimat Rakel in Westpreußen zurückgezogen hatte, siedelte nach der Zuteilung seiner Heimatstadt zu Polen wieder nach Berlin über. Bei seiner Veerdiguna in Wcißensee schilderte Herr Rabbiner Dr. Weiße die hervorragenden Charaktereigenschaften des Verstorbenen und gedachte im besonderen der gewaltigen Verdienste Abrahamsohns um die Bekämpfung des Antisemitismus. > Vei dem Wohlfahrtsamt der jüdischen Gemeinde soll ein aus Vertretern -er jüdischen Jugendorganisationen bestehender Ausschuß sür ^Jugendpflege gebildet werden. Vom Schulvorstand der jüdischen Gemeinde ist Rabbiner Dn Mar, bisher Frankfurt a. Äst.. als Religionslehrer hierher berufen worden. y Gießen. De. Israelitischen Rcligionsgesellschaft Gießen, die seit (878 die Rechte.einer juristischen Person hat, wurde durch Beschluß des Hessischen Gesamtministeriums das Recht einer öffentlichen Körperschaft verliehen. Königsberg. Zum ersten Kantor der hiesigen Gemeinde ist Dr. jur P r ck aus Mainz gewählt worden. Leipzig. Hier wurde der früher in der Posener Gemeinde tätig gewesene Oberkauwr W il kam erst i als Oberkantor anqestellt. München. Der ordentliche Professor an der Münchener Universität. Dr. Rich. Millstätter (Chemie), ist zum stimmfähigen Mitglied des prcuß. Ordens?our le raerite für Wissenschaften und Künste gewählt worden. Die Friedensklasse des?our le merite. der durch 8 109 -er Reichsverfassung die Daseinsberechtigung als staatlich anerkannt« Ordensgcmeinschaft entzogen wurde, hat den Beschluß gefaßt. als freie Vereinigung von Gelehrten und Künstlern, fortzubestehen und sich, wie bisher, durch freie Zurvahl zu ergänzen: Kanzler des Ordens ist gegenwärtig Prof Dr. Adolf v. Harnack. ' « Rabbiner Tr. Ehrentreu beging seinen 70 Geburtstag. Ter Jubilar ist besonders durch seine Arbeiten auf talmudischem Gebiete bekannt, dir in den Jahrbüchern der Jüdisch-literarischen Gesellschaft veröffentlicht wurden. Schönlanke. Rabbiner Dr. M. L. Bamberg er. ein Enkel des alten „Würzburger Raw" Rabbi Seligmann Bamberger, verschied plötzlich am Vorabend zur Hochzeit seiner'Tochter in Frankfurt a. Äst. Bei der auf dem Friedhofe der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Frankfurt stattgefundenen Beisetzung sprachen der Bruder des Verstorbenen. Distriktsrabbiner Dr. Bamberger-Kistingen. für die traditionellen Rabbinerverbände und die Jiidisch-literarische Gesellschaft Rabbiner Dr. Bond i-Mainz im ^Rainen des Würzburger Lehrerseminars, welches zuerst das Tätigkeitsfeld des Verstorbenen bildete. Oberlehrer Stoll, ferner neben dem Vorsitzenden der Gemeinde Scbönlanke die Herren Flörsheim- Hamburg. Rabbiner Dr. N e u - w i r t h - Halberstadt. Rabbiner Tr. H i r s ch f e l d - Gießen und Rabbiner Dr. W c e s ch n e r - Homburg. Aus der Bewegung.! D Breslau Der liberale Verein der Svnaaogenaemeinde veranstaltete einen Vortragsabend, in dem Herr Professor Dr Elbogen zu den Gegenwartsproblemen des jüdischen Liberalismus Stellung nahm. Wir werden über den erfolgreichen Abend noch ausführlicher berichten. Esten. Hier fand am 24. Februar d. I. unter der Leitung von Herrn Rektor Abraham eine Besprechung statt, an der auch Herr Rabbiner Dr. Samuel teilnahm, die sich.stihi ben Vorbereitungen für die Wiederbelebung des jüdischen Liberalismus in der hiesigen Gemeinde beschäftigte. Es wurde beschlossen, die hiesige Ortsgruppe der Vereinigung für das liberale Judentum wieder energisch auszubauen. Außerdem übernahm die Ortsgruppe für das folgende Vierteljahr das Abonnement für 100 neu zu werbende Mitglieder. Die Leitung der Ortsgruppe übernahmen vorläufig Herr Rechtsanwalt Dr. Grundmann, Herr Lehrer Lenzisohn und Herr Lehrer Bachrach. Halle a. S. Die hiesige Ortsgruppe der Vereinigung hielt am 25. Februar d. I. ihre erste ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorstand besteht - ' ^'iltig aus folgenden Herren: 1. Vorsitzender -Herr San.-Rat Dr. Oppenheimer. 2. Vorsitzender Herr Otto Pollack, SrOriftkührec Herr Georg Oppenheim, Kassierer Herr Emil Müller, 1. Beisitzer Herr Arthur Simo'nsohn, 2. Beisitzer Herr Rechtsanwalt Dr. Pintus, 3. Beisitzer Herr Regierungsrat Berghauer. Liegnitz. Hier ist es seit mehreren Jahren jum ersten Male gelungen, in die Kommission der Gemeinde, für Kultus- und Religionsunterricht eine liberale Mehrheit zu enticudcn. Bisher waren in der Kommission die Orthodoxen und Zionisten in der Mehrheit. Zu den liberalen Vertretern in der Kommission gehören ktze beiden bewährten Führer des Liegnitzer Liberalismus, Dr. Naumann und Dr. Schcyer. Recklinghausen. Am 25. Februar fanden die Wahlen für die jüdische Gemeinde statt, bei denen die Liste der Liberalen Stimmenmehrheit auf sich vereinigen konnte.