Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 3 (1923)
- Issue
- 23 (8.6.1923)
- Date
- 1923-06-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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«ränderten Brief erhalten, in welchem unter Todesdrohungen die Aufforderung zur sofortigen Auswanderung enthalten war. Auch in Reutomifchel kamen Devastierungen und Besudelungen Mischer Wohnungen unT Geschäftslokale vor. Ln Eulm nimmt die antisemitische Bewegung überhand, viele Geschäfte und Lokale tragen Plakate: „Luden ist der Eintritt untersagt." Ln Wronke wurden mehrere jüdische Einwohner attakiert. Ein angesehener jüdischer Bürger erhielt ein Schreiben folgenden Lnhalts zugefandt: „Ln Eurer Sgnagoge aushängen, daß alle Luden lesen sollen: Alle Luden innerhalb Z Wochen raus aus Wronke, sonst wird alles durch Feuer und Messer rausgedonnert." Unterschrieben ist der Brief von „Powiatowg-Komitee Antgzgdowski" >ud adressiert: „An den Hauptjuden S. S. in Wronke." 'Jüdffcbta 6eld für die ungarische Regierung« Die jüdische Öffentlichkeit in Oesterreich und auch in den benachbarten Ländern Tschechoslowakei, Polen, Rumänien und sogar in Ungarn selbst ist in Unruhe wegen der Gerüchte, daß die ungarische Regierung im Begriffe sei, eine internationale Kreditanleihe mit Hilfe des jüdischen Finanzkapitals aufzunehmen. Wie es heißt, find es in erster Reihe das Pariser Haus Rothschild und das amerikanische Bankhaus Tun Loeb ad Eo, die mit Hilfe anderer jüdischer Finanziers und Zinanzvermittler der ungarischen Regierung unter die Arme greifen wollen. Alan will es garnicht glauben, daß soetwas möglich sein könnte und erinnert sich dabei, daß das Haus Eun, Loeb ad Eo., welches das Kapital der Familien Schiff und Marburg verwaltet, seinerzeit der russisichen Zarenregierung eine Anleihevormittlung mit der Begründung verweigert habe, daß ein Land, in welchem Pogrome auf Luden veranstaltet werden und wo besondere Gesetze gegen Luden bestehen, keinerlei direkte oder indirekte Hilfe seitens jüdischer Zinanzleute erwarten dürfe. Die jüdische Oeffentlichkoit hofft, daß das jüdische Zinanzkapital und sogar die anständigen christlichen Kapitalisten solange der ungarischen Regierung eine Finanzhilfe versagen werden, als die Unsicherheit der jüdischen Lage in diesem Lande andauert und speziell gegen Luden gerichtete Gesetze und Berordnungen existieren. Hrabücbe Propaganda gegen die jüdische Paläftinaholonifation« Außer den speziellen Propagandamarken, die seit einiger Zeit im Umlauf sind, hat die palästinensisch-arabische Delegation eine Spezialkarle von Palästina herausgegeben, mit einer Karte von Hedfchas auf der Rückseite. Auf der Karte ist keine der jüdischen Kolonien verzeichnet. Der Text einer arabischen Aationalhtsmno ist darunter gedruckt, sowie Aufrufe des Lnhalts: „Araber! Euer ist dieses Landl Hütet es wohl, verschachert es nicht!" Die Delegation beabsichtigt, Sammelbüchsen nach dem Muster derjenigen des jüdischen Rationalfonds auszugeben. Aus den Ortsgruppen und Gernemden. Die Repräsevtanteuverfammluug der Lüdischea Gemeinde Berlin tagte am ZI. Mai. Auf der Tagesordnung stand ein Antrag, der die Beaufsichtigung betraf, die der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten am letzten Pesachfeste übernommen hatte. Obgleich diese unnötig gewesen ist, da keine wirkliche Gefahr bestand, wurde die Tätigkeit des Reichsbundes doch als sehr begrüßenswert angesehen. Was ferner die Veröffentlichung der Sitzungen der Repräsentantenversammlung anbetrifft, so wurde beschlossen, diese regelmäßig im „Berliner Tageblatt", in der „Vossischen Zeitung", sowie in allen Mischen Zeitungen bekanntzugeben. Die Versammlung beschäftigte sich dann mit den Beschlüßen, die die gemischte Deputation über die Platzvermietung in den Lgnagogen gefaßt hatte. Diese Beschlüsse fanden wegen der Höhe der angesetzten Preise verschiedentlich scharfe Mißbilligung. Herr Pinkus von der Liberalen Fraktion gab grundsätzlich der Meinung Ausdruck, daß die Preise der Sgnagogenplätze noch der Steuerleistung abgestuft werden müßten. Da der Gemeindevorftand das als in diesem Lahre technisch undurchführbar bezeichnete, verlangte Herr Hirschfeld von der Liberalen Zraktion, daß von vornherein der Preis jedes Sgnagogenplatzes auf das Fünffache des öteuervorschusses auf Grund der vorläufigen Veranlagung für 1923 festgesetzt werde. Rach längerer Aussprache wurde zunächst beschlossen, die Vorlage an den Ausschuß zurückzuverweisen. Da aber der Gemeindevorstand erklären ließ, daß er wegen der vorgeschrittenen Zeit die Vermietung der Plätze trotz des gefaßten Befchluffes nach den vorgeschlagenen Grundsätzen vorzunehmen genötigt sei, wurden die Verhandlungen wieder ausgenommen und der Vorstandsantrag fand nachträglich die Zustimmung einer Mehrheit der Repräsentantenverfammlung. Danach ist der billigste Preis für einen Sgnagogenplatz 6000 JL, in den Sgnagogen Fasanenstraße und Lützowstraße aber 10 000 Ji. Dagegen kostet der teuerste Platz in der Fasanenstraße 120000 JL, in den Synagogen Kaiserstraße, Rgkestraßo und Eottbuser Ufer 60 000 M und in ollen übrigen Sgnagogen 75 000 M. Ln solchen Fällen aber, in denen der Preis für den Platz höher ist als das Zünffache der vorläufigen Steuerveranlagung für 1923 hat der Platzinhaber das Recht, eine Herabsetzung des Preises auf diesen fünffachen Betrag zu beanspruchen. Den Religionsvereinen wurden Vorschüsse auf die zu beschließenden Subventionen in Höhe von 200 000 M für solche mit Rabbinern und von 100 000 für solche ohne Rabbiner bewilligt. Lin orthodoxer Redner bezeichnete die Religionsvereine als Stiefkinder der Gemeinde und verlangte Erhöhung der ouschüsfe. Dagegen wandten sich dieselben Orthodoxen im Verein mit den Zionisten scharf gegen den Antrag der Vorstandes, auch der jüdischen Reformgemeinde die gewünschten Zuschüße für Zahlung von Koks, Gehältern und Nachzahlungen zu bewilligen. Herr Loeb erklärte bei dieser Gelegenheit wieder einmal, daß die Reformgemeinde außerhalb der Ludentums stehe. Lm Gegensatz hierzu betonte Herr Professor Türk im Namen der Liberalen, daß es Ehrensache der Gemeinde sei, der Reformgemeinde in der heutigen schweren Zeit bei der Aufrechterhaltung ihres Gottesdienstes zu helfen. Ein Versuch der Zionisten, nochmals eine Vertagung der Beschlußfaßung herbeizuführen, mißlang. Der Antrag des Vorstandes fand gegen die Stimmen der gesamten Rechten Annahme Ueber den Einbruch in das Museum der jüdischen Gemeinde berichtete Herr Kirstein vom Gemeindevorftand und teilte mit, daß auch der dritte Verbrecher gefaßt sei und daß Aussicht bestände, die gestohlenen Gegenstände wiederzuerlangen. Herr Pincus von der liberalen Zraktion fragte an, ob es richtig fei, daß das eine Zensier, das vom Dach aus erreichbar ist, geöffnet gewesen ist, weil es der Dieb bei einem Besuch des Museums am vorhergehenden Sonnabend selbst unbemerkt geöffnet hatte. Das wurde bestätigt, aber hervorgehoben, daß eine sorgfältige Beaufsichtigung der Museumsbesucher heute nicht möglich sei. Der öffentlichen Sitzung der Repräsentanten folgte dann noch eine geheime. Berlin. Der Liberale Verein für die Angelegenheiten der jüd. Gemeinde hatte am 20. Mai eine Versammlung seiner Mitglieder nach dem Saal der Sgnagoge Zasanenstr. eingeladen, um noch einmal zu der vielumstrittonen Zrago der Ueberlaßung der Sgnagoge Zasanenftraße an die Roformgemoinde zur Veranstaltung eines Sonntagsgottesdienstes Stellung zu nehmen. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. S e l i g f o h n, eröffnete die stark besuchte Versammlung mit dem Hinweis darauf, daß zwei Fragen, die der Teilung des jüdischen Friedhofes in Woißenfee und die der Ueberlaßung der Sgnagoge für einen Sonntagsgottesdienst der Reformgemeinde die Gemüter in Berlin erregt haben. Er erblickte in dem Friedhofsbefchluß der Mehrheit der Repräsentantenverfammlung einen Vorstoß gegen die liberale Weltanschauung und wies auf die Gefahr hin, daß, während wir im kaiserlichen Deutschland eine liberal-fortschrittliche Gemeinde hatten, wir im demokratisch-republikanischen Deutschland eine rückschrittliche Gemeindeverwaltung bekommen könnten. Sodann erörterte er die Zorderungen der Reformgemeinde an die Gesamtgemeindo in finanzieller und ideeller Hinsicht. Hierauf erstattete Herr Dr. E o b l e n z ein kurzes Referat vom Standpunkt der Reformgemcinde aus. Er betonte, daß auch diese nicht daran denke, den Sabbat abzuschaffen oder auf den Sonntag zu verlegen. Es handle sich um eine Ergänzung, nicht um eine Verdrängung des Sabbatgottesdienstes. Die Benutzung der Sgnagoge Zafanenstraße sei auch nur als Lnterimszustand gedacht, bis der Reformgemeinde der Bau eines eigenen Gotteshauses möglich fei. Befriedige die Gemeinde die religiösen Vedürfniße der 'Reformgemeinde dauernd nicht, so werde diese zu Schritten gedrängt, die olle bedauern müßten. Der heutige Zustand dürfe nicht andauern. Der Liberalismus, der Entwicklung verlange, könne der Entwicklung keine Grenzen setzen. Ln Amerika hätte der Sonntagsgottesdienst das religiöse Leben der Luden zu neuer Blüte gebracht. Die Orthodoxie haße den gesamten Liberalismus ebenso sehr wie die Reformgemeinde. Für sie sei, wie ihre Vertreter es offen, ausgesprochen haben, zwischen Zafanenstraße und Lohannisstraße nur ein quantitativer Unterschied. Linen abweichenden Standpunkt vertrat Herr Rabbiner Dr. Gollincr. Er rühmte der Reformgemeinde zwar nach, daß sie mehr für die Belebung des religiösen Lebens im Ludentum getan habe als die orthodoxe Richtung, und gab zu, daß prinzipielle Einwendungen gegen das Verlangen der Reformgemeinde von keiner Seite erhoben worden sind, da man Luden nicht das Gotteshaus verweigern dürfe. Trotzdem verlangte der Redner aus praktischen Erwägungen und aus gefühlsmäßigen Gründen die Ablehnung des Antrags der Reformgemeinde. Er begründete das damit, daß die Bewilligung von der Meinung der Mehrheit der regelmäßigen Besucher des Gottesdienstes in der Zafanenstraße abhängig gemacht werden mllße, und diese seien überwiegend konservativ. Ln der eingehenden Aussprache traten, die Herren Geheimrat Holz, Dr. Laro, Emil Lohn. Referendar Lilienthal, Dr. Lehmann, Zalkenberg, Dr. Levi, Rosenthal und Kanterowicz für den Antrag der Reformgemeinde ein, während die Herren Hirschberg und Solinger dagegen Stellung nahmen. Rach den Schlußworten der Herren Dr. Galliner und Dr. Eoblenz kam es zur Abstimmung. Ein Antrag Hirschberg, die Entscheidung den Repräsentanten zu überlaßen, wurde mit allen gegen4 Stimmen abgelehnt. Der Antrag auf Unterstützung des Verlangens der Reformgemeinde fand dagegen mit allen gegen 10 Stimmen Annahme. Berlin. Stipendien -Verleihung. Die von dem verstorbenen Geheimen Medizinalrat Dr. Lofeph Meger testamentarisch begründete Lulius-Adelheid-Stiftung hat für das Kalenderjahr 1924 ein Stipendium im Betrage von 400 Mark an einen talentvollen, würdigen und bedürftigen Studierenden des Baufaches jüdisclzen Glaubens zu vergeben. Geeignete Bewerber wollen ihre Gesuche unter Beifügung eines kurzen Lebenslaufes, einer Urkunde, daß Bewerber jüdischen Glaubens ist, eines Führungsattestes von der Technischen Hochschule und eines Zeugnisses über Fleiß und Fortschritte während des Studiums, dem Kuratorium der Luiius-Adelheid-Stiftung zu Händen des Prof. Dr. Kalischer, Berlin W. 15, Konstanzer Straße 1, einreichen. Berlin. Wir werden um Bekanntgabe nachstehenden Hinweises gebeten: Die Schreibstube des „Vereins für Arbeitsnachweis", Monbijoustraße 10, übernimmt Schreibarbeiten jeder Art: Das Ausschreiben von Adreßen, Maßenverfand von Drucksachen, Vervielfältigungsarbeiten und Mafchinendiklale bei mäßigen Preisen und sauberer, korrekter Ausführung. Die Schreibstube ist die einzige zur Zeit bestehende jüdische Schreibstube, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, arbeitslosen Glaubensgenoßen durch Beschäftigung mit Schreibarbeiten einen lohnenden Nebenerwerb zu verschaffen. Die Unterstützung dieser Bestrebungen durch Auftragserteilung wäre sehr erwünscht. Magdeburg. Die Bereinigung für das liberale Ludentum veranstaltete hier am 50. Mai einen Vortragsabend in der Aula des Gemeindehauses. Rach Eröffnung durch den Vorsitzenden Herrn Kronheim, hielt Herr Rechtsanwalt Stern-Berlin einen Vortrag über die Grundsätze des liberalen Ludentums und die Rotwendigkeil eines engeren Zusammenschlußes der liberalen Luden. Die Ausführungen wurden mit starkem Beifall ausgenommen. Herr Lanitätsrat Franken st ein ergänzte die Darlegungen durch eine Erörterung der besonderen Magdeburger Gemeindeverhältniße. An die Referate schloß sich eine überaus lebhafte Aussprache. Lin erheblicher Teil der Anwesenden erklärte seinen Beitritt zur Vereinigung für das liberale Ludtzntum. Ls wurde der Beschluß gefaßt, in Magdeburg einen besonderen jüdisch-liberalen Verein zu gründen, für den ein provisorischer Vorstand sofort aus der Versammlung heraus gewählt wurde. Vorsitzender ist Herr Wilhelm Kronheim, Kaiserstraße L0. Mit einem Appell an die Anwesenden, nunmehr mit aller Kraft für den neuen Verein zu arbeiten, fand die erfolgreiche Versammlung ihren harmonischen Abschluß. Nürnberg. Am 22. Mai wurde auf dem alten israelitischen Friedhöfe Herr Geheimer Lustizrat Emil Losephthal, der nach schwerem Leiden, kur; nach seinem 60. Geburtstage, starb, zu Grabe getragen. Die Beteiligung war eine ganz enorme, wie man eine solche auf dem hiesigen israelitischen Friedhof noch selten gesehen hat, darunter die Spitzen der städtischen und staatlichen Behörden, der Anwaltschaft und der Reichswehr. Ein Beweis, welcher hohen Wertschätzung sich der Verstorbene in der hiesigen Stadt bei den Angehörigen aller Konfessionen zu erfreuen hatte. Geheimrat Losephthal bekleidete im öffentlichen wie im jüdischen Leben jahrelang die höchsten Ehrenstellen, wobei sein Rat' besonders geschätzt und begehrt war. Er war viele Lahre Mitglied des städtischen Gomeindekollegiums und Schriftführer, späterhin stellvertretender Vorsitzender der Anwaltskammer von Mittelfranken. Als Anwalt war er besonders gesucht und begehrt, daneben war er auch Vorsitzender von zahlreichen industriellen Aufsichtsräten. Ebenso wie seinem verstorbenen Vater, dem unvergeßlichen Führer Geheimen Hofrat Gustav Losephthal, lagen ihm die Angelegenheiten des Ludentums besonders am Herzen. Emil Losephthal gehörte 14 Lahre lang der israelitischen Kultusverwaltung, in den letzten zwei Lahren als Vorstandsmitglied, an und war jahrelang erster Vorsitzender der Nürnberger Ortsgruppe des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, deßen Hauptvorstand er auch angehörte. Bei den. Hauptversammlungen des Zentralvereins in Berlin hat der Genannte durch seine geistvollen, von aufrechtem Ludentum erfüllten Ausführungen stets die größte Aufmerksamkeit bei seinen Zuhörern gefunden. Auch im liberalen Ludentum war Emil Losephthal lange Zeit als zweiter Vorsitzender der Ortsgruppe Nürnberg des Vereins für die Lntereßen des liberalen Ludentums eine führende Persönlichkeit. Die hohe Verehrung für den Verstorbenen kam in zahlreichen Nachrufen zur Geltung, ganz besonders in der bedeutsamen Trauerrede des Herrn Rabbiner Dr. Freudenthal. Lm Namen der israelitischen Gemeindeverwaltung sprach Herr Ludwig Rosenzweig, der dem Verstorbenen als Freund besonders nahe stand, für die Anwaltskammer von Mittelfranken Herr Geheimrat Dr. Held, für den Anwaltsverein Nürnberg Herr Lustizrat Dormitzer, für das Korps Onoldia, dem Losephthal angehörte, Herr Oberlandergerichtspräsident Ziegler, für den Zentraloerein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Herr Syndikus Dr. Holländer, für die Nürnberger Ortsgruppe dieses Vereins Herr Lustizrat Gallinger, für die Zreimaurerloge „Loseph zur Einigkeit" Herr Oberpostsekretär Schmidt. Der Name Emil Losephthal wird in der Geschichte der israelitischen Kultusgemeinde Nürnbergs allezeit in ehrender Erinnerung bleiben. Briefharten A A« alle Mitglieder, die in diesem Lahre nach Kisstugeu reisen richten wir die Bitte,, uns dies baldmöglichst mitzuteilen und uns chre dortige Anschrift aufzugeben. B. u. Z., Breslau. Sie legen Wert darauf, zu erklären, daß die Zuschrift des Herrn Dr. Naumann in jeder Hinsicht zutreffend sei und daß Herr Dr. N. im Gedankengang und auch im Wortlaut genau das gesagt habe, was er in seiner Erklärung geschrieben hat. Sie wünschen auch festgestellt zu haben, daß Herr Dr. N. in seinem Schlußworte sich sehr eingehend und zwar eher „breiter" als knapper geäußert habe. Wir kommen diesem Wunsche nach, könne» aber über eine Frage, die unseren eigentlichen Zwecken ganz fernliegt und über die es kaum möglich sein wird, eine objektive Entscheidung herbeizuführen, die Diskussion nicht nochmals eröffnen. A. V., Nürnberg. Sie nehmen mit Recht daran Anstoß, daß das „Lüdische Echo" geflissentlich für den bekannten amerikanischen Antisemitenführer Henrg Ford Reklame macht. So findet sich in Nr. 16des genannten Blattes eine Notiz über einen angeblich bevorstehenden Besuch Fords in Palästina in Verbindung mit einer Hervorhebung des großen Absatzes der Ford-Automobile. Ln Nr. 17 folgt dann ein Hinweis darauf, daß Autos möglichst im Fordtgp in Palästina gesucht würden. Wenn man weiß, daß Ford, der amerikanische Automobilfabrikant, einer der schlimmsten und gefährlichsten Ludenhasser der ganzen Welt ist und auch den festländischen Rassenantisemitismus zu einem erheblichen Teile finanziert, so kann man über diese auffälligen Empfehlungen in einem jüdischen Blatte nur den Kopf schütteln. Wir glaubten bisher, daß die jüdische Preße andere Aufgaben hat, als den Antisemitismus zu fördern und das jüdische Publikum irre zu führen. —C=S NC91*0 NC3 —C=) ••<=3 —C=> MCS —C=S 0 I 0 0 « 0 I 0 :! 0 * « o r! 1 strbcitsgcmeinschaft jüdisch,liberaler Jugend-Vereine in Veutschiand LU Berlin Büro: W 8, Alaurrstr. 22 (Zentrum IbS) Donnerstag, dm 14. Juni 1923, abends von S Uhr an Zusammensein in Belitzhof, Neslaurant Schloß Wannse« (Bahnhof Nikolassee). Sonntag, den 17. Juni 1923 Halb- bzw. Gauztagsausflug in den Grunewaid. Treffpunkt 9'/, Uhr Ausgang Untergrunddahnhof Stadion. Sonntag, den I.Znli 1923 Eagesausflug Könlgswasterhausen — Neuwühlen — Königsroufterhaufen. Treffpunkt SU, Uhr am Aufgong des Zerndohnsteiges Alexonderplatz, nach Königswusterhausen. Donnerstag, den 5. Zull 1923, abends 8". Uhr, Nosenlir. 2/4 /Bahnhof Börse), Bortiag der Herr Egon Dickmann über Abraham Geiger als Begründer des lib. Judentums. Sonntag, den S. Zvli 1923 Halbtogsavsfiua nochGrünau. Treffpunkt 8'/.. Uhr Stadl» dahoho. Alexanderplatz,Ausg Sontardstr. Sonntag, den 22. Zali 1923 Tagesausstug Zeuthen - Rarrchfaivswrrdir Grünem. Lreffpunk« S'>, Uhr Stadtbahndof Alexanderplatz, Ausgang Sontardftratz». Säfte herslich willkommen. Lli Breslau Büro: höfchensttotze bl» It, l. Sonntag, den 10.6.1923, vormittags 11—1 Uhr, im Saale der Gesellschaft „Eintracht" Tauenftienstrahe 12 (Eingang nur Anger) Bib! rot ftekrausgabe Boranzeige. Sonntag, den 24.6.1923 Ganztags - Ausflug nach dem Lobten. Zührung: Herr Georg Zonas, Telefon Ring 3902 (Traumann). Abfahrt: S47 Uhr vorm. Hauptbahnhof, Bahnsteig 5. Gäste bei allen Veranstaltungen willkommen. » 0 : 0 » » 0 r 0 r Justizrat Michael Berger unser allverehrtes Ehrenmitglied ist nach langer Krankheit gestorben. Mit tiefer Trauer steht der Verein an der Bahre seines Mitbegründers. Ein selbstloser Mann, der mit seiner ganzen Persönlichkeit die Interessen des Deutschen Judentums vertrat, der uns in seinem kraftvollen Wirken für die jüdisch-liberale Jugend begeisterte, der uns in allen seinen Handlungen auf derr Gebiete der "Wohltätigkeit und der Nächstenliebe vorbildlich war, ist aus unserer Mitte geschieden. Ehre seinem Andenken! JGdiscb - liberaler Jugend-Verein „Abrabam Geiger“ Breslau. I. A.: Erich Bayer Curt Brienitzer Ludwig Korn JDdische Bewohner der Schlesischen Badeorte werden höfl. gebeten, ihre Adresse mitzuteilen an unsern Schriftführer Herrn Otto Elkeles, Breslau I, Ring 22. RBldisbund jüd. Frontsoldaten Ortsgruppe Breslau. Für die uns anläßlich des Hinscheidens unseres geliebten Mannes und Vaters Justizrat Michael Berger erwieseneTeilnahme sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die Hinterbliebenen. BRESLAU, Mai 1923. Die durch den Tod des Oberkantors Steifmann-Cerini erledigte Stelle eines I. Cantors an der neuen Synagoge (Orgel) ist zu besetzen. Das Gehalt entspricht zur Zeit den Sätzen der Gr. X der R. B. O. Kasualien sind abgelöst. Bewerbungen bis 30. Juni an den Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu Breslau. Nachdruck sämtlicher Originalbeitrage nur mit Geuehmigung der Redaktion gestattet. Giagesandte Mauuskripte werde« nur zurückgesaudt, wen« Rückporto beiUegt. Herausgeber: Vereinigung für das lLeraie Ludentum «. B.. Berlin W. S. — Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Hugo Nalhanfoho, Lharlottenburg. — Druck: Gebrüder Maurer, Berlin SO. 26, Llifabelh-Ufer 2S-2Y.