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Jüdisch-liberale Zeitung · 1923-05-25 · 21 (25.5.1923) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
3 (1923)
Issue
21 (25.5.1923)
Date
1923-05-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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nichts anderes, als jede andere Auffassung und jede andere Ansicht für Ketzerei erklären und den Anspruch erheben, alles zu beherrschen und alles?u unterdrücken. Die Orthodoxie übt aber nicht nur Unterdrückung, Vergewaltigung der Gewissen, sondern sie ruft auch einen Geist extremer Kritik hervor, die häufig von heftigster Feindseligkeit gegen die Religion selbst erfüllt ist, weil sie nicht genügend Mischen dem Wesen der Religion und ihren äußeren, veränderlichen Formen unterscheidet. Hierdurch gerade wird der heute immer mehr um sich greifende 2ndifferentismus hervorgerufen. Sn einer (Zeit wie der unseren darf man aber die Frömmigkeit nicht nur an den Alahsläben der extremen Richtungen rechts und links messen. Ls kommt häufig vor, daß Leute, von denen man glaubte, daß sie sich bereits von jeder Religion losgelöst hätten, in ihren Handlungen tiefes religiöses Gefühl ernennen ließen. Und dann ist vor allem die jüdische Fugend da, die bei der Religion erhallen oder für sie wiedergewonnen werden muß. Die religiöse Erziehung der Fugend bleibt die Hauptaufgabe des liberalen Fudentums. Wenn man sieht, daß in vielen Häusern der religiöse Geist vollkommen fehlt, daß die Kinder ihre Eltern niemals ein Gebet, niemals ein frommes Wort sprechen hören, daß man selbst an den hohen Festtagen der Religion nicht einmal für einen Augenblick im Herzen Raum gibt, und daß dafür nur oberflächliche Fnteressen und Herzenskälte Geltung finden, dann braucht man sich nicht darüber zu wundern, daß die Heranwachsende Generation die Größe und den Wert der jüdischen Religion nicht erkennt. Hier ist es die vornehmste Aufgabe des liberalen Fudentums, wiederaufzubauen. Und diese liberale WiederaufbaulLtigkeit verdient die wärmste und lebhafteste Unterstützung und Förderung aller derjenigen, die noch Liebe für unsere Religion und Vertrauen auf die Zukunft Fsraels im Herzen tragen. L. RNang. liberales Judentum und jüdtfche ReKgions - pbUoTophie. I. Das Judentum ist in seinen besten Feilen und in seinen besten Vertretern niemals wiffenschafts- und kulturfeindlich gewesen, auch dann nicht, wenn es sich um eine andersgeartete weltliche Wissenschaft und Kultur handelte. Wo es mit hochentwickelten Kulturen zufammenstieß, hat es sich mit ihnen zu verständigen versucht. Das gilt freilich nur, solange das Fudentum als Religion frei und unbehindert sich entwickeln konnte. Als es geächtet, verfolgt und ins Ghetto vertrieben wurde, schloß es sich kulturell und geistig ab, suchte es in erster Linie feine Ligenart zu entwickeln. Und je weiter die Fuden dann nach Osten vertrieben wurden, mit je rückständigeren, unkultivierteren Völkern sie Zusammenleben mußten, desto geringer wurde der Einfluß der Umwelt auf ihre eigene kulturelle Entwickelung, desto undurchdringlicher wurden die geistigen Ghettomauern, hinter die sich das Fudentum zurückzog. Aber da wir deutschen Fuden heute das Glück haben, wieder einer hochentwickelten Kultur anzugehören, die auf uns alle, auch die Orthodoxesten und Anpafsungsfeindlichen unter uns einen ungeheuren Einfluß ganz von selbst ausübt, mögen manche Fanatiker sich auch noch so sehr dagegen wehren, so ergibt sich für das heutige Fudentum als ein religiöses Kuliurelement von selbst die Folgerung, nicht dort anzuknüpfen, wo das Fudentum Veranlassung hatte und sich in der Notwendigkeit befand, sich geistig von der Umwelt abzuschließen, sondern vielmehr dort, wo seine Führer die Lore weit nach der Außenwelt hin geöffnet haben, um fremdes Wissen, fremde Geisteskultur in breiten Strömen hineinfluten zu lassen, selbst bis in die nächste Umgebung des religiösen Bewußtseins und der religiösen Grundideen. Eine Vermählung jüdischer mit fremden Fdeenkreisen hat zum ersten Male stattgefunden im jüdischen Hellenismus. Noch weit enger aber war dann die Verbindung mit dem arabischen Geistesleben. Angeregt durch die hochentwickelte arabische Philosophie begannen die jüdischen Denker sich aufs neue mit dem Gedanken der griechischen Philosophen zu beschäftigen.. Die Durchdringung der jüdischen Geister mit den griechischen Philosophiesgstemen ging so weit, daß man an ihnen sogar den Wert der Neligionsvorschriften und den Snhait der heutigen Schrift maß und prüfte. Das geschah übrigens keineswegs nur durch die schwankenden Elemente, die an der heiligen Schrift selbst vom Standpunkt der Philosophie aus Kritik zu üben begannen. Leibst deren ärgster Widersacher, der Gaon Laadia erklärte in seinem „Buch der Glaubenslehren und Vernunftansichten", (verfaßt 933 n. Ehr.) daß das Recht der Vernunft unantastbar, daß die wissenschaftliche Forschung eine Pflicht seil Auf dem Boden dieser Grundanschauung des damaligen religiösen Obechauptes der gesamten Fudenheit ist dann in Spanien jene jüdisch-arabische Religionsphilosophie emporgewachsen., deren Wesen in einer großzügigen Sgnthese jüdischer Religionsanschauungen und weltlicher Wissenschaft besteht, die überhaupt nur möglich war, weil das Fudentum jener Feit ganz und gar durchsetzt war durch fremde Kultureinflüsse. Wenn das Lichdurchdringenlassen von der Kultur der Umwelt „Assimilation" heißt, dchm sind nicht nur die jüdischen Hellenisten, sondern auch die spanischen Süden sämtlich „Assimilanten" gewesen. Die „Assimilation" der jüdisch-spanischen Philosophen, also eines Salomo Gabirol, eines Fehuda Halevi, eines Maimonides und Gerfonides, war gewiß keine rein äußerliche. Sie erstreckte sich gerade auf die Kernprobleme der Religion, auf den jüdischen Gottesbegriff, den sie philosophisch-wissenschaftlich aus den Grundlagen der Lehren des Griechen Aristoteles heraus zu begründen suchten. Es ist von wesentlicher Bedeutung, hier einmal die Grundzüge des Wollens dieser jüdischen Geistesheroen der spanischen Feit in aller Kürze zu betrachten, weil uns diese Betrachtung zeigen wird, daß die Grundprobleme, mit denen diese führenden Köpfe des Fudentums rangen, die gleichen sind, deren Lösung sich heute das liberale Fudentum zur Aufgabe gemacht hat: die Anpassung an die Kulturformen, an das Denken und Fühlen der Feit und der Umwelt. Laadia den Fofeph aus Fajum hat sein oben schon erwähntes religionsphilosophisches Werk „Dar Buch der Glaubenslehren und Vernunftansichten" nicht hebräisch, sondern arabisch geschrieben. Dies wie der Titel selbst beweist schon, wie stark dieser Geistliche in autoritativster Stellung von Gedankengängen beherrscht war, die wir heute als liberal bezeichnen würden. Sn der Tat hat die Lage des Fudentums, die der Gaon Laadia vorfand, in mancher Beziehung Aehnlichkeit mit der des heutigen Fudentums. Fnfolge des Einflusses fremder Fdeen, fremden Wissens hatte der innere Abfall vom Fudentum einen großen Umfang angenommen. Laadia aber erkannte» daß dieser Uebelstand nicht durch orthodoxes Festhalten an den alten Glaubenslehren, durch Bekämpfung der fremden Wissenschaft und strenge Abschließung von ihr zu bekämpfen sei. Dazu hatte er selbst das „moderne" Wissen seiner Feit viel zu sehr in sich ausgenommen und innerlich verarbeitet. Darum war es sein Fiel, dieses mit den Glaubenslehren und den Religionsgesetzen des Fudentums in Einklang zu bringen. Sein ganzes Streben galt der Verinnerlichung der Religion. Ohne an den übersinnlichen Grundlagen der Religion etwa zu rütteln, sucht er sie denen, die nur Vernunftgründen zugänglich sind, den Philosophen und Wissenschaftlern durch Beweisgründe aus deren eigenem geistigen Arsenal verständlich zu machen. Glauben und Wissen sind ihm zwei Brüder, die zu gleichem Fiele Zusammenwirken. Fst jener etwas, das auf das Herz wirkt, so übernimmt es die Vernunft, es auch dem Denkenden klar zu machen und so in ihm zur Gewißheit zu festigen. Aus der Endlichkeit der Welt sucht er die Notwendigkeit der Schöpfung der Welt aus dem Nichts philosophisch nachzuweisen, wie sie die Bibel uns lehrt. Aus der Schöpfung wiederum folgert er das Dasein eines Schöpfers. Auf demselben Wege rein logischer Schlußfolgerungen nach aristotelischer Methode gelangt er zu der jüdischen Grundlehre der Einheit Gottes. Die Propheten sind ihm, obwohl sie die Träger der göttlichen Offenbarung sind, Menschen mit irdischen Bedürfnissen und Schwächen. Laadia unterscheidet auch ganz klar zwischen Bernunftgeboten und Offenbarungsgeboten. Erstero sind für ihn die moralischen Pflichten, auf denen die soziale Ordnung ruht und zu deren Erkenntnis die menschliche Vernunft auch ohne Offenbarung gelangen kann und auch gelangt wäre. Aber weil die menschliche Vernunft oft zu lange Feit braucht, um zur Erkenntnis der Wahrheit und des richtigen Handelns zu gelangen, bedurfte es auch der Offenbarungsgebote, zu denen er die Feremonialgesetze, wie z. B. den Sabbat oder den Opferkultus, rechnet. Obwohl Saadia von der Befolgung dieser Feremonialgesetze die Erlangung der Seelenruhe in diesem wie in jenem Leben abhängig macht, kommt doch bei ihm immer wieder der Gedanke zum Durchbruch, daß nicht so sehr die Befolgung äußerer Vorschriften wie die Läuterung und Veredelung des Herzens das Fiel der jüdischen Religion sei. Es finden sich bei ihm bei aller dogmatischen Gebundenheit immer wieder Aussprüche und Lehren, die zeigen, wie fern dieser tief religiösen Natur die Ueberschätzung der äußeren Gesetzesübung und der Feremonien lag. Das liberale Fudentum wird in vielen Punkten an Saadias Gedanken anknüpfen können. Schafft liberale Fugendliteratur! Von Hermann Becker, Berlin. (Schluß.) IV. Unser Freund hofft von der Lektüre jüdischer Fugendschriften eine Stärkung und Ausbreitung des jüdisch-liberalen Gedankens, aber auch die Verbreitung jüdischen Wissens in anregender Form bei der Fugend sowohl als auch bei den Alten. Auch wir teilen diese Hoffnung, doch geben wir zu bedenken, daß mit der bloßen Lektüre dieses Fiel nicht erreicht werden kann. Es muß noch die Besprechung dieser Schriften in den Fugendvereinen, die sogenannte Klassenlektüre oder das gemeinsame Lesen hinzutreten, bei welchem gewissermaßen in pädagogischen, beileibe nicht schulmäßigen Formen, Rede und Gegenrede, Versammlungsleiter und Versammlungsteilnehmer, Frage und Antwort, Erkenntnis und Vertiefung gehört werden. Nur durch solche Arbeitsgemeinschaften wird die Fugend zu selbständigem Denken, verantwortungsvollem Tun und zur Liebe und Begeisterung für das Fudentum herangebildet. — V. Doch alle unsere Bemühungen sind fruchtlos und unsere idealen Fiele können nicht erreicht werden, wenn Stofs und Form der Fugendschriften, also auch der jüdisch-liberalen, unzulänglich sind. Es könnte manchem überflüssig erscheinen, hier über Form und Fnhalt von Fugendschristen besondere Hinweise zu geben, weil jeder Vater und jede Mutter glaubt, über die Forderungen für eine gute Fugendiektüre genügend orientiert zu sein. Und dennoch war und ist es seit vielen Fahrzehnten möglich gewesen, insbesondere unserer jüdischen Fugend Bücher in die Hände zu geben, die in religiöser und sittlicher Beziehung geradezu verderblich gewirkt haben. Für die Mehrzahl der Eltern kommen bei der Anschaffung von Fugendschriften nur die Fragen in Betracht: Fst das Buch unterhaltend? Fst es modern oder veraltet? Enthält es antisemitische Aeußerungen? Fn ihrer Allgemeinheit betrachtet, könnte man diese Fragen wohl als berechtigt bei der Anschaffung von Fugendlektllre anerkennen. Nur sind es nicht die einzigen, die dabei in Betracht kommen, und ferner müßte man sie nicht für die Beurteilung eines jeden Buches gellen lassen, sondern unabhängig davon die Vorzüge des Buches anerkennen, auch wenn es nicht ganz den oben mitgeteilten üblichen drei Forderungen der Ellern entspricht. Der Fweck der Fugendschristen im allgemeinen ist vor allem nicht nur Unterhaltung, sondern auch Belehrung, sittliche und religiöse Bildung. Dazu kommt für die jüdisch-liberale Fugend die Forderung: Die Fugendschrift soll so weit als möglich die Leser zur Erkenntnis der Einheit von Deutschtum und Fudentum befähigen, sie soll in der Fugend die Liebe zu dem Fudentum im Lichte der Gegenwart erwecken. Aus dieser obersten Forderung ergeben sich sowohl die Anforderungen an die Schriftsteller für die jüdisch-liberale Fugend, als auch an den Stoff der Fugendschristen. Der jüdisch-liberale Fugendschriftsteller muß hervorragend erzieherisch begabt sein, er muß die Psgche der Fugend genau kennen, er muß endlich mit der Geschichte der deutschen Kultur und der Geschichte der jüdischen Kriege mit den Römern von Fosephus tums wohlvertraut sein. Aus diesen Forderungen an den Schriftsteller folgen die Forderungen für den Stofs, die sich zum Teil mit den Forderungen der Eltern decken und sich ohne Zwang mit ihnen vereinigen lassen. Die Reisen des Benjamin von Tudala, die Reisen Abraham Fbn Esras harren bis heute noch einer Bearbeitung für die Fugend, obwohl sie doch unterhaltend genug gestaltet werden können. Auch die Geschichte der jüdischen Kriege mit den Römern von Flavius Fosephus würden in einer Darstellung für die Fugend das Unterhaltungsbedürfnis der Fugend vollauf befriedigen. Aehnliche empfehlenswerte Stoffe sind: David und Fonathan, Am Hofe König Salomos, Die Fuden in Palästina zur Feit der Teilung des Reiches, Prophetenfchulen, Esther, die Makkabäerkämpfe, Die Fuden im deutschen Mittelalter, Lebensbeschreibungen bedeutender Fuden, die an der Kultur ihres Vaterlandes hervorragenden Anteil genommen haben, wie in Spanien, Portugal, Ftalien, Türkei, Deutschland, Polen, Oesterreich, Frankreich, England, Amerika. Für die religiöse Belehrung empfehlen wir: Füdische Hochschulen im Orient, Darstellung des Talmud wie der bedeutendsten Bücher des jüdischen Schrifttums in leichtverständlicher Form, Ursprung religiöser Gebräuche, Vorschule der Apologotik für die reifere Fugend, Sport und Spiel bei den Fuden usw. Wir sehen, daß in dieser kurzen Andeutung mehr „veralteter" als „moderner" Stoff gewählt worden ist. Denn die Verbreitung der Kenntnis jüdischen Lebens ist die oberste Forderung für die Fugendschriften; sogenannte „moderne" Forderungen müssen vollkommen zurücktreten, sie können sich allenfalls auf die Form, nicht aber auf den Stoff beziehen. — Was nun die antisemitischen Entgleisungen in den Fugendschristen betrifft, so ist es selbstverständlich, daß wir ausgesprochen antisemitische Tendenzschriften oder christliche Bekehrungsschriften unserer Fugend nicht in die Hände geben dürfen. Wenn aber nur gelegentlich eine antisemitische oder nicht wohlwollende Aeußerung über Fuden und Fudentum in einem Buche zu finden ist, das unseren sonstigen Forderungen an die Fugendschristen entspricht, so können und wollen wir nicht die Schrift in Bausch und Bogen verdammen, sondern sie nach sorgfältiger Prüfung — die Prüfung muß wie bei allen Büchern vor der Austeilung durch den Lehrer bzw. den Fugendbundesleiter erfolgen — zum Lesen freigeben. Noch ein kurzes Wort über die Form (Sprache und Stil) der Fugendschriften: Wenn schon jede Fugendschrift musterhafte, leichtverständliche Sprache aufweisen muß, so erst recht die jüdisch-liberale Fugendschrift. Sie muß sich von trockenem, lehrhaftem Ton, vom ewigen absichtlichen Moralisieren und endlich von jeder Lässigkeit in den grammatischen Formen fernhalten. Fugendschriften, welche diese Forderungen nicht erfüllen, sollten von der Fugend nicht gelesen werden, und seien sie noch so unterhaltend, belehrend und modern. Schließlich möchten wir noch anregen, den „Mitteilungen" der Fli eine Erzählung für die Fugend als monatliche Beilage oder als Feuilleton „unter dem Strich" beizufügen. Oie Ausgrabungen in Palästina. Fn den „Fllustrated London News" schildert Prof. Föhn Garstang die Resultate der bisherigen Ausgrabungen in Palästina. Die englische Regierung hat kurz nach dem Kriege in Ferusalem ein archäologisches Museum errichtet. An den Ausgrabungen selbst arbeiten gegenwärtig zahlreiche in- und ausländische Expeditionen. 0ie zionistische Vereinigung Palestine Sewish Exploration Societu fordert am Genezarethfee zahlreiche Ueberreste aus der talmudifchen Seit zutage. Die französischen Dominikaner der „Ecole Diblique" haben bei Fericho eine Sgnagoge aus dem 3. Fahrhundert entdeckt. Sreastad, der berühmte Aeggptologe und Professor der Ehicagoer Universität, wird demnächst seine Ausgrabungen am historischen Schlachtfeld von Megiddo beginnen, wo König Fosia im Kampfe gegen Pharao Necho gefallen ist. Der englische Palestine Exploration Fund gräbt seit drei Fahren in Askalon. Bei Samaria arbeitet eine Expedition der Harvard Universität. Die dem archäologiscken Museum angeschloffene britische archäologische Schule wird sgstematische Ausgrabungen beginnen; man hofft, hier die Ueberreste der einstigen Harofeth zu finden, wo der Kanaan,terkonlg Sisera thronte, der dann in der Schlacht am Kison von den Fuden geschlagen wurde und dessen Fall Deborah in ihrem Liede besingt. Briefhaften •A»;; Breslau. Von Seiten der Ortsgruppe Breslau des Reichsbuildes jüdischer Frontsoldaten geht uns folgende Mitteilung zu: _ Der Delikatessenhändler Fofeph Pelz i. Fa. Delikatessenhaus am Friebeberg, Kaiser-Wilhelmstr. 127, Ecke Menzelstr., hat sich in gehässigster, verleumderischer Weise über jüdische Hausfrauen christlichen Mitbürgern gegenüber in seinem Lokal ausgesprochen. Obwohl es den Bewohnern der Südvorstadt seit langem bekannt ist» daß Herr Pelz unbedingter Fudengegner ist, möchten wir im Fnteresse der Abwehr des Antisemitismus nicht verfehlen, auf das das Ansehen des Fudentums schädigende Gebühren dieses Herrn hinzuweisen. — Wir glauben, auf Grund seiner offenbar antisemitischen Gesinnung annehmen zu dürfen, daß er auf jüdische Kundschaft keinen Wert legt. Breslau. Wir werden um Veröffentlichung folgender Warnung gebeten: Ein gewisser Oscar Wieder sammelt seit einiger (Zeit >n der hiesigen Gemeinde Geld unter der falschen Angabe, ein jüdischer Kriegsbeschädigter zu sein. Unsere Mitglieder und Leser seien gewarnt. ^beiEsgkmeinschast^jWsch^liberaler^ (fugend * vereine^ Seutfthland. Äi Berlin. Büro: W •, Mauerslrahe 2S (3etrtrum 162). Donnerstag, den ZI. Mai 1923, abends von 8 Uhr an Zusammensein in Belitzhof, Restaurant Schloß Wannsee (Bahnhof Nikolassee). Sonntag, den Z. Funi 1923 Lagesausflug Oranienburg — Lehnitz — Birkenwerder. Treffpunkt */«9 Uhr vor d. Stettiner Vorortbahnhof. Abfahrt 8" Uhr. Fch praktiziere in Bad Landedt i. Scblea. und halte Sprechstunden im „Paulinenhof". Dr. med. Zosef Hirschberg. Herausgeber: Vereinigung für das liberale Fudentum e. V.. Berlin W. S. — Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Hugo Nachansohn. Tharlottenburg. — Druck: Gebrüder Maurer, Berlin SO. SH, Elisabech-Ufer 28-29.

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