Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 3 (1923)
- Issue
- 12 (23.3.1923)
- Date
- 1923-03-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2613366-2613709-2613721--0584-2617847- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
cntbaltsortcs unter Berücksichtigung des größtmöglichsten Nutzens für den Blau-Weih erfolgen. Feder Blau-Weihe, der vorübergehend oder für immer feinen Aufenthaltsort zu verlassen gedenkt, ist verpflichtet, mindestens zwei Monate vor dem Zeitpunkt der Uebersiedlung der Bundesleitung seine Absicht nntzuteilen. Die Bundesleitung hat das Recht, den betreffenden Blau-Weihen nach erfolgter Aussprache an den Ort zu überweisen, der ihr im Fnteresse des Bundes als geboten erscheint. Der von der Bundesleitung getroffenen Entscheidung ist unbedingt Folge zu leisten. Die Zugehörigkeit eines Blau-Weihen zu einem Verein, einer Partei oder sonstigen Organisationen bedarf in jedem Falle der Genehmigung der Bundesleitung. Auf Anordnung der Bundesleitung muh der Austritt aus den betreffenden Vereinen, Parteien, Organisationen erfolgen. Die Bundesleitung kann den Mitgliedern des Bundes Verpflichtungen materieller Art in einer Höhe auferlegen, die der Größe der Aufgaben des Blau-Weih entspricht. Feder Blau-Weihe ist verpflichtet, Anfragen der Bundesleitung in diesen Angelegenheiten wahrheitsgetreu zu beantworten und die von ihm geforderten Abgaben pünktlich zu entrichten. Feder Blau-Weihe, der die in den Grundgesetzen des Bundes ausgesprochenen Forderungen nicht erfüllt, kann von der Bundesleitung aus dem Blau-Weih ausgeschlossen und zum Ablegen der Blau-Weih-Nadel gezwungen werden." Dieses Gesetz, das die Allmacht des unabsetzbaren Triumvirates statuiert, wurde in einer von Gerhard Schalem und Genossen Unterzeichneten „Erklärung" vom 5. Dezember in durchaus treffender, mit dem rechten Mah von Fronie gewürzter Weise als jüdisches Orgeschtum gekennzeichnet. Zn einem überaus gehässigen Sprechsaal-Aufsatz in Rr. ISO der „jüdischen Rundschau" versuchte Benno Lohn-Gleiwitz die Argumente der Blau-Weih-Gegner (notabene: der zionistischen) durch persönliche Angriffe zu entkräften. Er ernannte versehentlich Heinrich Heine zum Redakteur am „Berliner Tageblatt" und bestritt Richt-Blau-Weihen die Kompetenz, über den „Blau- Weih" zu urteilen. Dann kam die Fusion, bei der der „Blau-Weih" gelobte, das infantile „Gesetz" aufzuheben.. Und nach vier Wochen wühle der „Blau-Weih", dah er ohne dies „Bundesgefetz" nicht leben kann. Und damit hatte er recht; denn dies „Bundesgesetz" atttzstiert ihm löenigstens, dah er Führer hat. O, er hat sogar Heer führer, aber „nach berühmten Mustern". Und nach der Fusion kam die Konfusion. „Blau-Weih" und „K. 2. B." trennten sich. Otto Simon- Mannheim sah darin die „Klarheit". (3. R. Rr. 17.) Aber nun kam erst die grohe Komödie. B i l e s k i vom K. 2. B. schob alle Schuld auf den „Blau-Weih", den er aus dem Buche des Lebens strich. Die Führerschaft (jawohl, einfach „Führerschaft") des „Blau-Weih" veröffentlicht eine Resolution, in der ste dem Kartell jüdischer Verbindungen „Irreleitung der öffentlichen Meinung" vorwarf. Martin P l e h n e r - Breslau, vom K. 2. V., erklärteweide Teile für schuldig. Einerseits, andererseits. Und nun wird demnächst ein grohes „Bühnenschiedsgericht" tagen, das die interessierte Mitwelt darüber aufklären soll, ob es sich hier eigentlich um eine Burleske oder um eine Tragödie handelt. Und auf den Rängen sitzen wir und sehen, in der schlimmsten Weise bestätigt, was wir vorausgesagt. Zwischen Rationalismus und Nationalismus kann ein gradueller Unterschied bestehen; aber in seinem Gehaben, in seiner Verkennung geistiger Werte ist ein Nationalismus dem anderen gleichwertig. So können wir nun hoffen, dah aus dem Spiel von Prunn über den Umweg eines mißverstandenen Deutschtums sich ein gutes religiöses 2udentum entwickelt. L. R. H. Repräseutauteusitzung der Südlichen Gemeinde zu Berka vom 10. Marz 1923. Repräsentanten der jüdischen Gemeinde zu Berlins Eine Versammlung von würdigen Vertretern der größten Gemeinde Deutschlands, die in sachlicher Weise über wichtige Dinge sich unlechalten. Das waren meine Vorstellungen, als ich die Tribüne des schönen Saales in der Oranienburger Straße betrat. 2ch bin schrecklich enttäuscht wochen. Bei der Eröffnung wird ein Protokoll verlesen, auf das niemand achtet, denn alle scheinen, es schon zu kennen. ^Dann ein paar Zuwendungen, darauf eine Reihe von Fnlerpellationen und Anträgen der Zionisten und Orthodoxen. Was gcht in der 2ca vor? fragt Herr Dr. Klee. Der Vorsitzende des Gemeindevorstandes ist bereit, Auskunft zu geben, betont aber gleich, dah er zunächst nur wenig sagen kann, weil er erst einer Sitzung beigewohnt hat. Darauf Herr Dr. Klee: Damit bin ich zufrieden denn ich wollte nur eine Demonstration veranstalten, zum Zeichen, daß wir oufpassen. Das paßt so ganz zu der Erklärung, die er in der vorigen Sitzung gegeben hat, wenn wir das Gemeindeblatt nicht Mehr haben, haben unsere Reden hier im Saale keinen Zweck, es fehlt ihnen der Resonanzboden. Dann kam eine Anfrage, warum die Mazzoth und das Koscherfleisch so teuer seien. Die Redner der Zionisten und Orthodoxen regten sich furchtbar darüber auf, dah der Vorstand der Gemeinde garnichts zur Verbilligung der Mazzoth getan habe, und blieben auch auf ihrem Standpunkt, als ihnen zwei Herren vom Vorstandstisch ganz unzweideutig das Gegenteil nachwiesen. Als Herr Fustizrat Sonnenfeld ihnen in vornehmer Art antwortete und sie darauf hinwies, daß sie nicht recht begründet hätten, unterbrachen sie ihn durch höhnisches Gelächter oder durch Zwischenrufe, die. in Volksversammlungen aus agitatorischen Gründen Sitte sein sollen. Bezeichnend für den Geist, den diese Herren aufbringen, schien es mir zu sein, als sie das Wort „vermißt" mit einer gröhlenden Lachsalve aufnahmen, weil sie dadurch, wie es schien, an den Mist erinnert wurden, von dem Herr Dr. Klee vordem sprach. Als nächster Punkt von Bedeutung kam die Anfrage der Bolkspartei nach dem Stande der preußischen Landesorganisation. Herr Dr. Freund stellte den Verlauf der Versammlung dar, er wäre am liebsten von der Zerstörung des ersten Tempels ausgegangen, besann sich dann aber und fing mit dem 25. 2uni 1922 an, erzählte, wie die Vertreter der Ministerien ihm immer wieder zugesagt hätten, dah alles schnellstens und glatt gehen würde, zeigte als Beweis den Etat für 1923 vor, in dem für jüdische Gemeinden 6,8 Millionen Mark bereitgestellt sind, die unter der Bedingung ausgegeben werden sollen, dah der Landesverband in die Erscheinung tritt und das Recht der Besteuerung erhält. Diese geringfügige Summe sollte nach einem späteren Mimsterialerlah dem Geldwert entsprechend erhöht werden. Er kam dann auf die Quertreibereien der Zionisten -zu sprechen, die ja in der vorigen Nummer dieser Zeitung klar und deutlich dargestellt sind, und erhob zum Schluß schwere Anklagen gegen die Zioisten, die durch ihr Verhalten alles vernichtet hätten. Er meinte amit auch die Aenderung der $§ 39 und 40 des 2udengesehes von 1847. Herr Kollenscher von den Zionisten versuchte vergeblich durch juristische Dialektik auseinanderzusetzen, dah Herr Ministerialrat Dr. Badt ein Kämpfer für die Freiheit des Fudentums sei, weil er die preußischen 2uden durch sein Verhalten gezwungen habe, nunmehr zur Eigenhilfe zu-greifen. Er tat dabei so, als ob er.garnicht wühle, dah von der liberalen Seite diese Anschauung schon seil Fahren vertreten worden ist, dah aber der Gemeindevorftand, das ist Herr Dr. Freund, aus irgendwelchen, wie mir scheint, persönlichen Gründen, es andersrum versuchen wollte, und damit nun elend Schiffbruch erlitten hat. Herr Rechtsanwalt Stern wies die Ausführungen des zionistischen Redners scharf zurück. Und dann sprach Herr Moritz Rosenthal, der den Zionisten klipp und klar sagte, dah sie ihr schriftlich gegebene«» Versprechen bei den Kompromihverhondlungen gebrochen hätten, das Fudengesetz sobald wie möglich zu ändern, um zu Neuwahlen zu kommen. Auf diesen Vorwurf hin erklärte Herr Dr. Klee mit zynischer Offenheit, wir wollen auch Neuwahlen auf Grund von Statutenänderungen, aber erst in drei Fahren. Er bestritt zwar, dah Herr Dr. Badt sein Freund sei, aber aus seinen Darlegungen und denen seiner Gesinnungsgenosien ging deutlich hervor, daß sie über alles, was dieser Herr getan hatte, vorzüglich unterrichtet waren, und daß an ihren Behauptungen nur das eine wahr ist, dah er nicht ihr „Freund" ist. Fch muh gestehen, dah ein solches Verhallen von den Vertretern der größten Gemeinde Deutschlands ganz unverständlich wäre, wenn man nicht aus Erklärungen dieser Herren selbst wüßte, dah es ihnen nur auf Demonstrationen und Agitation ankommt, und dah sie mit den niedrigsten Fnstinkten der großen Masie ihrer Wähler und derer, die nicht alle werden, rechnen. Der Liberale Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zv Berlin hielt am 12. März seine Mitgliederversammlung ab. Der Fahresbericht wurde vom stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn Zahnarzt Dr. Lipschitz, erstattet. Daran schloß sich eine lebhafte Debatte inrbes. über die weitere Ausgestaltung der „2Udisch-liberalen Zeitung", deren Schriftleiter, Herr Dipl. - Fng. Bruno W o g d a, eingehend die Grundsätze für die Ausübung der Redaktion dar.legte. Herr Dr. L i p f ch i tz gedachte der verstorbenen Mitglieder. der Repräsentanten Oscar T i e tz und Geheimrat Halle und widmete ihnen warme Worte des Gedenkens. Sodann erfolgte die Vorstandswahl. Zum 1. Vorsitzenden wurde Herr Rechtsanwalt Dr. Fulius L. 5 e l i g f o h n gewählt. Der übrige Vorstand besteht den Statuten gemäß aus 19 von der Hauptversammlung zu wählenden Mitgliedern. Demgemäß wurden folgende Herren und Damen gewählt: Earl Aronsohn, Rechtsanw. Paul Brasch, Rechtsanw. Dr. Breslauer, Richard E a s s e l, Eugen T a s p a r g, Robert T a s p a r g, Arthur Eisenhardt, Lehrer Hermann Falkenberg, Dr. Kurt Fleischer, Referendar Arthur L i i i e n t h a l, Zahnarzt Dr. L i p s ch i tz, Sigmund Hecht, Frau Helene Meger-5targard, Emil Pincus, Moritz R o s e n t h a l (Schöneberg), Dr. M. 5 a l o m o n s k i, Paul S ch a l s ch a, Frau Gertrud 5 e l i g s o h n, Rechtsanw. Dr. Föhn W e r t h e i m. Zum Ehrenvorsitzenden wurde der langjährige verdienstvolle 1. Vorsitzende des Liberalen Vereins, Herr Fustizrat P l o n s k e r, gewählt. Rach Erledigung des geschäftlichen Teiles erstattete Herr Dr. Breslauer ein Referat über: „Gegenwart und Zukunft der jüdischen Gemeinde zu Berlin". Er wies auf die Mängel der jetzigen Verwaltung der jüdischen Gemeinde hin und legte dar, welche Arbeiten die neue Repräsentanten- Versammlung zur schnellen Durchführung einer Reorganisation der Gemeinde auf fast allen Gebieten der Verwaltung zu leisten habe. Die wichtigsten Forderungen seien: die Herbeiführung des allgemeinen Wahlrechtes für beide Geschlechter, sowie die Dezentralisation der Gemeindeverwaltung und die Einführung des Sgstems der selbständigen Sgnagogenbezirke. Voraussetzung für ihre Erfüllung sei die Aenderung des Gemeindestatuts, welches zwar auf dem alten preußischen Fudengesetz von 1847 beruhe, indessen nach der jetzigen Reichsverfasiung s. E. auch ohne Fnanspruchnahme der Gesetzgebung im Wege des autonomen Gemeindebeschlusses abgeändert werden könne. Zu gleicher Zeit mühten die Gemeindekörperschaften, Vorstand und Repräsentantenversammlung, dem inzwischen erfolgten Wachstum der Gemeinde entsprechend vergrößert werden. Ferner harrten die Fragen der Schule, der Lehrerausbildung, der Ostjuden, der Sgnagogenbauten und des Kultus einer befriedigenden Lösung. An das Referat schloß sich eine längere Aussprache, deren Ergebnis die einstimmige Annahme der von uns auf der ersten Seite wiedergegebenen Resolution war. Do« Orden Bne Brtth. Der Srohpräsident der Ordens Bne Brith in Deutschland, Geheimrat Timendorffer, hat nach seinem Amtsjubiläum mit Rücksicht auf fein vorgeschrittenes Alter den Wunsch ausgesprochen, von seinen Amtspflichten entbunden zu werden. Die Logen des deutschen Distrikts Bne Brith haben den Grohpräsidenten gebeten, das Amt noch beizubehalten, wobei sie ihm aber zur Entlastung einige Vizegrohpräsidenten an die Seite stellen. Unter diesen befindet sich der Vorsitzende des deutschen Rabbinerverbandes Dr. Baeck und Rechtsanwalt Dr. Walter. Wie aus Kreisen; die dem Geheimrat Timendorffer näherstehen, mitgeteilt wird, gedenkt Herr Timendorffer nur bis zum Herbst dieses Fahres die Grohpräsidentenwürde beizubehalten. Die im Herbst zusammentretende Distriktstagung der deutschen Orden Bne Brith ist die alleinige Fnstanz, die über die, Verleihung der Grohpräsidentenwürde die Entscheidung treffen kann. Antworten Dr. Aron Sandler, Berlin. Trotz der Länge Fhrer Ausführungen in Rr. 22 der „ 2 ii d i f ch e n Rundschau": 2 h r e Antwort ist keine Antwort. 2hr Motto mag lauten: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. So hieß es bei uns: „Erst bei dem kürzlichen Mahlkompromih in der Berliner jüdischen Gemeinde wurde eine verpflichtende Uebereinkunft aller Parteien und Repräsentanten herbeigeführt, für die Gesetzes- und Statutenänderung einzutreten." Und daran knüpften wir die Frage, wie sich nunmehr die zionistische Vereinigung und ihre Fraktion in der Berliner Ropräsentantenversammlung zu dem eigenartigen Verhalten des Herrn Ministerialrat Dr. Badt, der mit Wissen und E i n v o r st ä n d n i s der Zionisten den Aufschub der Gesetzesänderung ad kalendas graecas veranlaßte, stellen würden. Auf diese Frage bleiben Sie die Antwort schuldig. Deshalb sei hier mit der Bitte um eine offene und öffentliche Antwort an Sie die Frage gerichtet: I. Wie vereinbaren Sie die Uebereinkunft beim Berliner Wahlkompromiß mit den von uns geschilderten. Vorgängen? 2. Weshalb sollen in Berlin, wie der Vertreter der „Füdischen Volkspartei", Herr Dr. Klee, in der Berliner Repräsentanz erklärte, Neuwahlen erst in drei Fahren stattfinden? Und 3. Wie läßt sich die Erklärung des Herrn Dr. Klee mit den Vereinbarungen des Wahlkompromisies in Einklang bringen? Wenn Sie uns auch auf diese Fragen die Antwort nicht verweigern werden, dann erst brauchen wir bezüglich Fhrer Anschauung nicht mehr „im Dunkeln zu tappen". Rechtsanwalt Waller Bahn, Berlin. 2n Rr. 9 unseres Blattes batten wir von einem Zwischenfall im Prozeß Molkenthin-Eberlein berichtet, der sich dadurch ereignet hatte, dah Fhr Vertreter. Rechtsanwalt Wern icke, seine jüdischen Kollegen, verächtlich zu machen suchte. Daran knüpften wir die Frage: ob das unkollegiale, die Standesehre verletzende Auftreten Fhres Stellvertreters Fhren 2 n st r u k t i o n e n entsprach oder 2H re Billigung findet. Umgehend erhielten wir von Fhnen die folgende Erklärung, die wir mit Freude zum Abdruck bringen: „Das Auftreten des Rechtsanwalts Wernicke hat mich ebenso befremdet, wie den gegnerischen Kollegen, Herrn Rechtsanwalt Staub. Fch hatte schon drei Termine in der Privatklagesache Molkenthin gegen Eberlein vertreten und zwar selbstverständlich in ruhiger und sachlicher Weise, wie mir sicherlich der Redakteur der „Großen Glocke", Herr Wolff, bestätigen wird. Am 17. Februar d. 2. konnte ich nun den Termin nicht wahrnehmen und mußte mich durch Herrn Rechtsanwalt Wernicke, welcher als Hilfsarbeiter bei mir tätig war. vertreten lassen; dessen politische Ansichten waren mir unbekannt und sind es auch noch heute. Fch weih auch heute noch nicht, ob er ein Antisemit ist oder nicht. Daß ich persönlich Uber den Verdacht des Antisemitismus erhaben bin. geht schon daraus hervor, dah ich bis Ende 1422 zwei jüdische Sozien, ckimlich Herrn Rechtsanwalt Dr. Wisloch und Herrn Rechtsanwalt Dr. Bäcker, hatte, auherdem beschäftige ich ständig jüdische Referendare, z. B. Dr. Unger, Dr. Schönfeld, Dr. Weihenberger und Kurtzig. Fch hätte es lieber gesehen, wenn Sie mich vor Erscheinen der Notiz angefragt hätten. Sie würden dann erfahren haben, dah ich die Beziehungen zu Herrn Rechtsanwalt Dr. Wernicke auf Grund des bedauerlichen Vorfalls zum 1. März d. 2. gelöst habe. Fch habe ihn sofort, nachdem ich Kenntnis von der Angelegenheit erhallen habe, zur Rede gestellt, er chat bestritten, dah sich der Vorfall so abgespielt hätte, wie im „8-Uhr-Abendblatt" berichtet. Er hat insbesondere bestritteu. eine antisemitische Aeuherung getan zu haben, sondern gemeint, es hätte sich nur um eine ungeschickte Form gehandelt, indem er gefragt hätte, ob ein evangelischer, katholischer oder jüdischer Anwalt die Fnformation zu dem Artikel in der „Großen Glocke" gegeben hätte. Wie dem auch sei, ich habe jedenfalls aus dem Vorfall die Konsequenz gezogen, und die Beziehungen mit Herrn Rechtsanwalt Wernicke zum 1. März d. 2. gelöst." Mit diesen offenen Darlegungen — das ist der erfreuliche Abschluß des unangenehmen Vorfalls — erledigt sich endlich das bisher hartnäckig umschwirrende Gerücht von Fhrer angeblich antisemitischen Gesinnung. Und doppelt erfreulich ist's, dah es in Dinterien-Deutschland noch Menschen gibt, die es als Herabsetzung empfinden, wenn man sie mit den antisemitischen Heiuckriegern identifiziert. Nachdruck sämtlicher Origiualbeiträge mrr mit Geuehmlguug der Redaktion gestattet. Elugesaudte Manuskripte werden unr zurück» gesandt, wenn Rückporto belliegt. ’ Obtr-SMMau 1™ Riesengebirge 700 m ü. M. mit eigenem 3 ha?roß> m Naturpark. — SantferballMitalt IBr Han-, Nervt»- oad Stellwacluelkraaka. Ganzjähr., klinischer Betrieb. Individuelle Behandlung. Beschränkte Patientenzahl. Dr. Joh. Haedicke. Deutsch-jüdische Jugendgemeinschaft, Bezirk Nordosten Bezirksleiter: Wilhelm Lewinski, Weissensee, Streustraße 11 Donnerstag, den 29. März 1923, im großen Saal der Bötzow-Brauerei, Prenzlauer Allee 242: Eltern-Abend Gesang, Rezitationen, Theatervorftihrungen etc. . Beginn 8 Uhr. Gäste willkommen | Für eine Verwandte «» 31 Jahre alt, aus achtbarer jüdischer Familie, Provinzsiadt •; wohnhaft, symphatisch, schlank, bescheiden und häuslich, suche passenden Gatten in gesicherter Position. Größeres Vermögen vorhanden. Herren mit angenehmem Aeufceren j! und gutem Charakter, die dem ernstgemeinten Gesuch »• nähertr^Jen wollen, werden um ausführliche Angaben unter C. G. 3Ö a. d. Geschäftsstelle dieser Zeitung gebeten. ••••••••••••••«••«••»VA •••«■ - Abitur Obersekundareife verbondsprüfung. - Bismarck - Pädagogium. Direktor Hans Danziger, Berlin, Alte Jakobstr. 124. Arbeitsgemeinscbail jüdisch - liberaler Jagend 'Vereine io Dentschiand Ili-Breslau Büro: Hö;chenstrasse 61 Im Saale der Gesellschaft „Eintracht“, Tauentzienstraße 12 (Eingang nur Anger), Montag, den 26. März 1923, abends pünktlich 81/s Uhr, Herr G emeinderabbiner Dr. Vogelstein spricht über: Die Pessach ° Hagadah Gäste willkommen! Zahlreiche Beteiligung erwünscht. Montag, den 2. April fällt der Vereinsabend aus Jeder Leser bezahle umgehend das Abonnement für April/Juli auf Postscheckkonto Berlin 137069 der Vereinigung für das liberale Judentum E. V. ' fcmneaglf: DseainiOUNg für des liberale Fudenkuu e. B>, Berlin W.8. — EHefredaktenr: Dipl.-Fng. Brun» Wogd a- Berlin. — Verantwortliche Redakteure: Für das Feuilleton und den ÄtchMlch: Beide Leser|Tein-Berlin R. 4; für dev übrigen Teil der Blatte»: Brune Wogdo -Berlin R. 37. — Druck: Gebrüder Maurer, Berlin SO. 28. Elisabeth-Ufer 28/24. 94148458^5