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Jüdisch-liberale Zeitung · 1922-12-22 · 51 (22.12.1922) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
2 (1922)
Issue
51 (22.12.1922)
Date
1922-12-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Schrifttum und Literatur 7I110 Bibel unö Schrifttum. Von Robert Hirschfeld-Berlin. Die Geschichte einer großen Flut findet sich bei sehr vielen Völkern und es unterliegt wob! keinem Zweifel, -aß der biblische Bericht auf ein Vorbild bei den Babyloniern zurückzeht. Einzelne Züge sind von solcher Ähnlichkeit, -aß man daran gar nicht zweifeln kann. Aber der biblische Schriftsteller hat doch seine Anschauungen vom ethischen Monotheismus ganz unverkennbar der Erzählung aufgeprägt, Die Welt soll zugrunde gehen wegen der Verderbtheit der Menschen und Noah soll gerettet werden, weil er ein guter Mensch ist. Es ist selbstverständlich, daß wie überall in der Bibel auch hier später geltende Anschauungen als bestehend angesehen werden, daher die Re-e von den reinen und unreinen Tieren. Das Versprechen, daß niemals wieder eine Flut kommen werde, soll wohl das Vertrauen in die Weisheit der göttlichen Regierung bestärken, wichtig sind die Gesetze, die als Abschluß der Geschichte gegeben werden. Das Menschenleben wird geschützt, zur Nahrung wird nicht nur die Pflanze, sondern auch das Tier freigegeben, allerdings wird auf Grund späterer Anschauungen, der Genuß des Blutes als verboten bezeichnet. Das Blut gilt als Duelle des Lebens und man soll nicht nach heidnischer weise dieses Leben eines anderen Wesens in sich aufnehmen. In der talmudischen Ueberlieferung werden diese Gesetze als die erste Grundlage menschlicher Gesittung bezeichnet. Die Erzählung von der Trunkenheit Noahs ist wohl zu dem Zwecke vorhanden, um die Abhängigkeit der Kanaaniter von den Israeliten zu begründen. Die Unterscheidung in drei große Völkerstämme, als deren. Urväter Sem, und Iaphet genannt werden, muß als ein ganz primitiver Versuch gelten, nach ganz äußerlichen Merkmalen die Menschheit einznteilen, bedauerlich ist nur, daß diese Art der Einteilung bis zum heutigen Tage aus manchen Schriften und Köpfen nicht verschwunden ist. Der ethische Charakter dieses Abschnittes zeigt sich in der Verurteilung der Lieblosigkeit, mit der £}am seinen Vater verspottet und in dein Segen, der den beiden anderen Söhnen zuteil wird, wegen ihrer Liebe, die sie dem Vater erweisen. Der Satz, der Trieb des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf, ist schon vielfach gedeutet worden. Er zeigt aber nur, daß zu einer gewissen Zeit ein einzelner Schriftsteller dieser Meinung war, während im allgemeinen im Judentum der Mensch von Geburt an als indifferent, also weder als gut noch als schlecht betrachtet wird. Darin liegt einer der ksauptunterschiede zwischen Judentum und Christentum. Kap. *0 enthält wiederum eine Stammtafel, die von Noah bis Abraham in zehn Geschlechtern führt, es find teils Personennamen, teils Namen von Völkern gegeben, woraus schon hervorgeht, daß es sich für den Schriftsteller nicht um eine bloße Aufzählung der Nachkommen handelt, daß er vielmehr mannigfache geographische und geschichtliche Anschauungen seiner Zeit verwenden wollte. So bietet dieses Kapitel viel Anregung zu Forschungen nach der Bedeutung der einzelnen Namen, von denen aber viele bisher noch völlig unerklärt sind. Es ist aber sicher, daß es sich nur um Völker handelt, die um das Mittelmeerbecken im weitesten Sinne wohnen. Die Zuweisung einzelner Völker zu ihren sogenannten Stammvätern scheint nur nach ihrem Wohnsitz, nicht aber nach irgendwelchen anthropologischen oder sprachlichen Beziehungen vorgenommen zu sein. Nach einer sehr alten Anschauung und Zählung enthält die Stammtafel die Namen der „70 Völker", die man außer den Israeliten annahm und für die man in späterer Zeit auch eine besondere Uebersetzung der Bibel, die Septuaginta, anfertigte. Das u. Kap., die Geschichte vom Turm zu Babel schließt die Geschichten ab, die die Grundfragen der Menschheit behandeln. Es will Nachweisen, woher es kommt, daß trotz des einen Stammxaares so vielerlei Sprachen Vorkommen. Aeußerlich knüpft -ie Erzählung wahrscheinlich an ein riesiges Bauwerk an, das zur Zeit Nebukadnezars in Babel vorhanden war. Die Menschen versuchen, teils um sich nicht zu zerstreuen, teils um ihren Ruhm zu vermehren und zu befestigen, den Bau eines Turmes, den sie bis zum Fimmel fortführen wollen. Für dieses frevelhafte Beginnen werden sie bestraft, indem ihre Sprache verwirrt wird und sie dadurch gezwungen werden, sich über die ganze Erde zu verbreiten. Der Name Babel bedeutet eigentlich „Gottes Tor" wird aber hier ohne jede sprachliche Begründung mit einem hebräischen Wortstamm in Verbindung gebracht, der „verwirren" bedeutet. Spender-Liste Lucie Jacobson-BreSlau bankt dem Vorstand de? Breslauer Jli für die liebenswürdige Aufmerksamkeit anläßlich ihres Konzerts. Lucie Jacobson dankt Lotte Leschziner herzlich für tatkräftige Hilfe .. 50,— m 50,— <• Veremsaöressen 1. Arbeitsgemeinschaft Jüdisch.Liberaler Jugend vereine. Ehrenvorsitzender: Rechtsanwalt und Notar Heinrich Stern, Berlin £3. 10, Fricdrich-Wilhclmstraße 20. Vorsitzender: Erich Bayer, Breslau I, Karlstraße 13; Fernruf: Amt Ring 2702. Kasse und Büro: Alfred Berger, Breslau VII, Höfchenstraße 61. Postscheck-Konto Breslau Nr. 17 443. *2. VerbandSvereine. 1. Jli-Breslau: Vorsitzende: Erich Bayers Karlstraße 13, Curt Vrienitzer, Höfchenplatz 3, Rechtsanwalt Erich Spitz, Gute über g straße 4; Schriftführer: Max Vogelstein, Anger 8. 2. Jli-Berlin: Vorsitzender: Referendar Arthur Lilienthal, Berlin W. 60, Eislebener Straße 4; Schriftführer: Georg Michaelsohn, Charlottenburg, Giescbrechtstraße 10. 3. Ili-Franksurt a. M.: 1. Vorsitzender Dr. Erwin Seligmann, Liebigstr. 5; Schriftführer Erwin Baer, Bäckerweg 23. 4. Jti-Natibor: Schriftführerin Berta Bartenstein, Ring 7. 5. Jli-Liegnitz: 1. Vorsitzender Dr. pyil. Naumann, Däsler« straße l4; Schriftführer: Berthold Metis, Schubertstraße 10. 6. Jli--Potsdam: 1. Vorsitzender Rabbiner Dr. Schreiber; 2. Lorsitzender und Schriftführer Heinz Rochocz, Brandenburgerstraße 56. 7. Jli-Lcipzig: 1. Vorsitzender Heinz Lewin, stud. rer. et cam. Leipzig, Grassistraße 20. 8. Jli-Rybmk: Schriftführerin Hedwig Gadiel, Promenadenstraße 3. 9. Ili-Müustcr: 1. Vorsitzender Rabbiner Dr. Steinthal, Kanonengraben 4: Schriftführerin Lilly Löwenberg, Hammcrstraße 47. li-Münster, Jahresbeitrag 1022 ....... 1500,— Mk. erbert Preuß, Ludwig Freund, Edith und Leon Tischler-Berlin gratulieren Erich Bayer zur Verlobung.. 50,— Rabbiner Dr. Steinthal-Münster aus gleichem Anlaß 50,— Dr. Robert Naumann-Liegnitz aus gleichem Anlaß 100,— Herbert Preuß-Berlin gratuliert Else Ncllhaus zur Vermählung nnt Dr. Loeb.50,— Hugo Laserstein und Frau-Berlin anläßlich der Feier ihrer Silberhochzeit.. 300,— Elly Gelsenberg tmb Nathan Waldmann-Breslau anläßlich ihrer Verlobung. 500,— Lotte Rosenthal-Breslau anläßlich ihrer Verlobung 100,— Fritz Moses-Breslau anläßlich seiner Verlobung mit Fräulein Glaser-Berlin..100,— Elfriede Tichauer-Breslau anläßlich ihrer Genesung 50,— N. N.-Beuthen.21,— Jüdisch-liberaler Verein Schweidnitz dankt Tr. Naumann-Liegnitz für seinen formvollendeten Vortrag 150,— Ernst Heinrich Seligsohn-Berlin gratuliert Erich Bayer zur Verlobung.. . 50,— Dr. Felix Heimann-Stettin gratuliert Dr. Loeb und Curt Brienißer zur Vermählung und Erich Bayer zur Verlobung. 300,— Ernst Baruch-Breslau. 30,— Walter Goldschmidt-Breslan anläßlich seiner Verlobung .. . 250,— Ruth Hoffmann-Breslau.50,— 10. Jli-Krcuzl>urg: 1. Vorsitzender Rechtsanwalt JablonSky, 2. Vorsitzender Martin Markus, Schlohstrahe 3. 3. Vertrauensleute: Beuthen O.-S.: Rechtsanwalt und Notar Dr. Schmidt, Bahnhofstraße 13. Dresden: Rabbiner Dr. Albert Wolf, Zeughausstraße 1. Düsseldorf: Ralph Letvin, ©reif Adolfstraße 44. Elberfeld: Hans Fischet, Hansastraße 60. Heidelberg: Joseph Wolf I, Rohrbacher. Straße 73; Luckenwalde: Fräulein Dora Haase, Breitestraße. Oppeln: Studienrat Dr. Freund, Moltkestraße 17. : Schweidnitz: Frau Lotte Tikotin, Studtstraße 6. Stuttgart : Land gen chtsdirektor Stern. Stettin: Rabbiner Dr. Nellhans, Gr. WoNweberstr. 1/2. Die Mitteilungen erscheinen alle 6 Wochen. Sämtliche für sie bestimmten Schriftsachen find zn senden an stuck. lur. Ernst Heinrich Seligsohn. Berlin-Grnnewald. Douglasftraße 30. C5nstteitcr für ben Teil: Jüdische Mrltrnlchauunatsragm: ©tweittbtta'b'bintt Dr. V ogelltein-Breslau; für den Teil: Jüdische TagtSsragrn und Jugendbewegung r Rabbiner Dr. NcllhauS-Stettm; für den Teil: Schrifttum uns Literatur: Robert Hirichfrld.Berlin; iür die BerbandS. und Itereinrnachiichten: Ernst Heinrich Seligsohn. Berlin. — Hauvtschnttleiter: Erntt Heinrich Seliglohn, Berim-Gmnewald, DouglaSstraße 80. Iruck und Verlag: Tb. Schatzky <8. m. v. H.. Breslau HL Neue Graupenstrahe 7. Gottesdienst Breslau Freitag Sonnabd, An den Wochentagen 22 12. 23.12. 24.12 bis 29.12 Beginn . - . Predigt ..... Beginn . ... Schrifterklärung. . JugendgottesdTenst Schluß. Beginn ..... Beginn . ... abends morg vorm. nachm. abends morg. abends Rite Neue Synag. Synag 4.00 6.45 9.00 10 CO 4.37 7.00 4.00 4.00 4.15 9.30 4.37 7.15 4.00 Festschrift anläßlich des zehnjährigen BestehendelOMMHi&rralrn Äugendverein« Abraham Seiger. Breslau Mit Beiträgen von Iustizrat Bernh. BreSIauer, Rabb. Dr. vogelstetn, Fritz Stoll» Nabb. Dr. Rieger, Rechts anwtz.Stem.Rabb.Dr.Scltgmann 8« beziehen zunr Preise von 150 Mark für Mitqlleder und 200 Mark kür Nichtmitglieder durch Alfred Berger, Breslau?, tzöfchenstrahe 61. (Postscheckkonto BreSlan 17443). XSMGnGMGMGMGMGMMX&trdKDX&MDitDKDM fpetzvaaren! 8 Reichhaltigste Auswahl in 8 | Seal- und Biberette- | a Mänteln, Pelzjacken ja A in erstklassiger Verarbeitung £ | Pelzgarnituren § M aller Art H M fi ö Umarbeitungen u. 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Dezember, nadimlttags 4 Uhr GesdiBftlidie Sitzung. Tagesordnung: 1. Tätigkeitsbericht 2. Statutenänderung. 3. Wahl zum Verbandsvorstand. 4. Propaganda. NeugrQndungen, Vereinsarbeit. Ref.: Egon Dickmannreslau. 5. Verschiedenes. In der Spinoaa-Loge, Schweldnitzer Stadtgraben ® I Montag, den 25. Dezember, vormittags 9l/j Uhr, Thema: Die theoretischen Grundlagen des liberalen Judentums. Referenten: Ellen iIttmann-Berlln und Erich Bayer-Breslau. Anschließend freie Aussprache. 5l/i Uhr nachmittags, Thema: Die Verwirklichung des religiösen Liberalismus. Ref.: Arthur Lilie n thal-Berlin. Anschließend freie Aussprache. Dienstag, den 25. Dezember 1922; Im Saale der Gesellschaft der Preunde, Nene GraopenetraBe 3/41 IO. Stiftungsfest des |Bdisdi*llbertltn Jngendw«lns „Abraham Geiger“, Breelaa. 'wkSn Fest-Versammlung. Festrede: Curt Bri e n i tzer-Breslau. Tal!?? Gesellschaftsabend mit Ball. Zu allen Veranstaltungen erbitten wir recht rege Beteiligung aller I)l-Mitglieder. 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