Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 2 (1922)
- Issue
- 47 (24.11.1922)
- Date
- 1922-11-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2613366-2613657-2613703--0498-2617751- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
;WUJ J!'1 * '-»IM stehenden Beter fn demselben Grade zu erbauen und zu erheben. (Man vergleiche z. B. daS wunderbare Gebet Ahawoh rabboh mit den Nebertragungen in den genannten Gebetbüchern.) Zu S: Der Gedanke der Auserwähltheit ist unbedingt aufrecht zu erhalten. Äur da, wo er etwa in schroffe Form gekleidet ist, wie in der Schacharis--Tefilloh des Sabbats oder am Anfang von Olemr, soll er gestrichen oder ihm eine andere Fassung gegeben werden. Unbedingt und völlig zu streichen sind die Wünsche um W i e d e r h erst e l l u n g de s O pferdirnstes. Auch dem Gedanken, daß die Gebete „an Stelle der Opfer" wohlgefällig ouf genommen werden mögen (f. Joel und das Gebetbuch des Hamburger Tempelverbandcs), darf kein Raum gegeben werden. Aus dieser Forderung ergibt sich folgerichtig die Streichung oder doch sehr wesentliche Kürzung der Mußas-Tefilloh; die Beibehaltung der Keduschoh würde genügen, die dann unmittelbar auf das Einheben der Thora, bezw. auf die Predigt, zu folgen hätte. .Schwierigkeiten dürften sich bei denjenigen Stellen erheben, die von der Rückkehr nach Palästina, dem Wiederaufbau des Tempels und der Wiedererrichtung des davidischen Königtums sprechen. Die Sache liegt denn doch nicht so einfach, wie sie Kollege Jacob (Dortmund) in Nr. 3V der „Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 28. Juli d. Js. schildert (s. seinen Aufsatz: „Zionistischer Liberalismus"). Nach ihm ist das liberale Judentum „ganz wesentlich entstanden als Opposition gegen die Gebundenheit des Judentums an Palästina .. Alle Gebete um Wiederherstellung des Tempels, des Opferdienstes, eines jüdischen Reiches, einer Zurückführung in das Heilige Land, wurden gestrichen, und aller solcher Hoffnung und Sehnsucht ward feierlich entsag t". Mir scheint, der Liberalismus des vorigen Jahrhunderts hat bei dieser „feierlichen Entsagung" das And mit dem Bade ausgeschüttet. Diesen Fehler soll das in Entstehung begriffene liberale Gebetbuch vermeiden. Ich kann hier nicht auf Einzelheiten eingehen, sondern will nur ganz allgemein sagen: Die politische Sehnsucht nach Palästina soll in den Gebeten keine Stätte finden, wohl aber die religiöse. Zum Schluß noch einige kurze Bemerkungen: 1. In dem ersten Band (ich nehme an, daß für die beiden hohen Feste ein besonderer zweiter Band vorgesehen ist) ist auch Chanukah, Purim und Tischoh beaw zu berücksichtigen. 2. Es wäre äußerst wünschenswert, daß auch d i e Peßach-Haggadah Aufnahme findet. 3. Für jeden der 10 Festtage (4 Tage Peßach, 2 Tage Schowuos, 2 Tage Sukkos, 2 Tage Schlußfest) müßte ein Abschnitt vorgesehen sein, der ausschließlich für diesen Tag bestimmt ist. Entwurf einer neuen Liturgie für öea Iugenögottes-ienst in Synagogen- Gemeinten. Gedanklich geordnet und in zeitgemäßer Bearbeitung dargereicht von Hermann Wallach, Lehrer in Aachen. (Feierliches Vorspiel der Orgel.) Gesang: ..Me schön ist Gottes Heiligtum, wie feierlich und füll. Durch Deine Huld betreten wir. himmlischer Pater. Dein Haus, beugen uns ehrfurchtsvoll vor Dir in Deinem heiligen Tempel." Rabbiner: „Aschre ioschwe wesecho. od jehalalucho seloh. Heil denen, die in Deinem Hause weilen. Dich preisen immerdar. Aschre boom schekocho lo. aschrc boom, kbcflL'üitai elohow. Heil dem Volke, dem also beschiedcn. Heil dem Volke, dessen Gott der Ewige ist. Ich will Dill, erbeben, mein Gott und Vater. Deinen Namen will ich preisen immer und ewig." (Sv singet der Psalmist ein Loblied dem Herrn.) ..An jedem Tage will ich Dich preise::, und rühmen will ich Deinen heiligen Namen ewiglich." Gemeinde: Hallelnsah!" Rabbiner: ..Gepriesen seist Du. o Gott! Du hast uns;ui Vcr herrlichung Deines Namens geschaffen, hast uns die Lehre der Wahrheit gegeben und sie als Quelle der Lebensfreude und «des Lebenscilücks in uns gepflanzt. Erschließe unser Herz für Deine Güte nnd lenke unfern Sinn, daß wir Dich lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer .Kraft. Sei mit uns und behüte uns. Laß Dein Antlitz uns leuchten und sei uns gnädig. Führe uns an Deiner Vaterharw und hilf uns. damit wir unsere Pflicht erfülle:: und aufbauen helfen Dein Reich, das Reich der Vollkommenheit und Menschenliebe und dereinst teilhaftig werden der ewigen Seligkeit. Amen!" (Rabbiner und Vorbeter nebst den zur Assistenz Berufenen begeben sich zur heiligen Lade.) Ausheben der Thora. (Der Begleitgesang: Wasohi binessoa und Ki mizison. desgl. auch Boruch schenossan und lRrdlu fällt fort. Diese Sätze passen nicht zusammen: sie sind sprachlich und gedanklich hier nicht verwendbar, die beiden letzteren wären doch weiter nichts als eine ..Wiederholung", die wir vermeiden wollen. — Die Aufmerksamkeit der Kindergemeinde gilt in diesem Angenblicke der Thorarolle an sich und dem Klange der an ihr angebrachten silbernen Glöckchen. — In ft t Met Ehrfurcht möge unsere Jugend zur heiligen Rolle anfblicken lernen, als dein Svmbol und Mpstikum des Judentums.) Thora - Borles ung (6—8 Verse). (Vor- und Nachberocho sind in den entsprechenden Gebeten des Rabbiners enthalten und kommen daher für die Schüler in Fortfall.) Rabbiner: „Gepriesen seist Du. o Ewiger, unser Gott. Herr der Welt, der Du uns die Lehre der Wahrheit gegeben hast, um sie als sittlich-religiöse Pflicht, als Offeubarung des Herzens, als die Religion der Nächstenliebe in uns zu pflanzen. Gepriesen seist Du. Ewiger, der Du uns die Lehre des -Heils gegeben hast." Einheben der Thora. lBeglcitgesang fällt fort.) K i n d e r - P r e d i g t. (Tauer 5—6 Ali nuten.) Keduscha. Vorbster: „Boruch attoh Adonoi elohonu welohc awohseim. — O Ewiger, unser Gott, Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Wir erkennen, wie Du der Väter Frömmigkeit und Treue belohnet hast, wie Du ihnen Schild und Beistand warst zu aller Zeit, gleichwie wir dankbaren Herzens erkennen, daß Du auch ft'ir uns der gnadenvollc Erlöser bist und bleibst. Wer in wie Du. Allmächtiger, der Du über Leben und Sterben gebietest und doch auch Heil und Freude spendest Deinen Menschenkindern." (Orgelakkorde.) „N e k a d e s ch e s s ch e m o h a g o d o l b o o t o m. keschem schemakdischim osso bischme morom. Im mammmmmmmmammmmmmammmmmammMmammmtamiMm Vertrauen auf seine Liebe wie auf die Verheißung ewigen Lebens lasset uns heiligen den Namen unseres Gottes mit den Worten des Propheten." Gemeinde: „Kodosch. kodoich, kodoscki adonoi zewoohs, melo chol hoore', kewodo." Borbcter: ..Der Herr wird ewig regieren. Dein Gott, o Israel, von Geschlecht zu Geschlecht!" Gemeinde: „Boruch kewod adonoi mimekomo." Borbcter: ..Bon Geschlecht zu Geschlecht verkünden wir seine Größe, durch alle Zeiten seine Herrlichkeit." Gemeinde: I imloch adonoi leolom. ledor wodor .Hallelnsah!" Borbcter: ..O. Allvater im Himmel, ich bitte für diese Kinder hier, die Dir aus kindlichem Herzen für alle empfangenen Wohltaten danken, daß wohlgefällig aufgenommen wkrde ihr Gebet, wie das Gebet aller derer, die sich an dieser Stätte mit Andacht zu Dir wenden. Behüte uns bei unserem Ausgange wie bei unserem Eingänge und segne uns mit Deinem Frieden. Ohse scholom bimeromow, hu jaaseh schotom olerm wval kol lsoamim. Ja. Eintracht. Liebe und Friede komme über uns und ganz Israel und über die gesamte Menschheit. Amen!" Stilles Gebet der Kinder. (Dezentes Ovgelspiel.) „C, lieber Gott, beinah re meine Zunge vor Bösem, meine Lippen vor Worten des Trugs. Laß mvch gegen meine Lästerer geduldig sein, demütig unfc bescheiden vor Dir. meinem Schöpfer, wandeln. Erschließe mein Herz für Deine Lehre, damit ich gern und freudig die Gebote der Menschenliebe erfülle. Derr Ratschluß aller derer, die aus Böses sinnen, vereitele und laß Deine schützende Vater- Hand über mir bleiben. Amen!" S ch l u ß g e b e t des Rabbiners (vor der heiligen Lade): I..Iin Aufblick zu Dir. Allmächtiger, dem Schöpfer des Himmels rmd der Erde, verkünden wir Dein Lob. im Glauben an Dich bekennen wir Deine Einheit. O. heiliger Gott. Du hast uns in der Vorzeit berufen. Deine Lehren und Gebote zu verkünderr. als der Religion der Tugend, der Sittlichkeit und Menschenliebe. Darum beugen wir dankend das Knie, wir neigen uns (Die Gemeinde verneigt sich) und beten Dich an. Dich Gott, den allmächtiger: König der Ehren!" «Orgclakkordc.j Rabbiner (zur Gemeinde gewendet»: ..Und so hoffen wir mir frohem Akut und rnnigern Vertrauen, daß die Zeit herankomme, wo die Macht der göttlicherr Weltregierung fiir alle Mem'chcn offenbar und verständlich werde, daß Glaubenshaß und Götzendienst von der Erde verschwinde und alle Menschen, groß und klein, als Brüder und Schwestern sich achten und lieben als die Kinder des einen all!ebenden Vaters im HiNtttttt. ( DMN werden alle Evdenbewohner dem Namen Gottes die Ehre neben und das wahre Gottesreich begründen helfen, dann wird sich erfüllen das Wort der heiligen Schrift: „Der Herr wird regiere:: immer und ewig!" Im Sinne der Verheißung. ..Gott wirb König sein über die ganze Erde. Er der Einzige und sein "Name der Einige!" Amen!" Gemeindegcscmg: „Bajom huhu jihese Adonoi echod' : nschemo cchod." J (Nachspiel der Orgel.) Gottesdienst Breslau Rite Synag. Ikie Sysag Freitag 24. 11. Beginn. abends| 4.00 4.15 Sonnabd. 25. 11. Beginn. morg. 6.45 9.00 900 Meumondweihe . vorm. — — Predigt .... — 9.45 Jugendgottesdienst . nachm. 300 300 Schluß . ..... abends 4.40 4.40 Rn den 26. 11. Beginn .... . morg. 6.45 7.15 Wochentagen bis 1.12 Beginn .. |abends 4.00 4.00 Konfirmationen in der Neuen Synagoge, am 25. November: Egon Narkus (Vater Ludwig), LohostraOe 60. 0000 000000000000000000000000000 o Für die uns anläßlich unserer Ver- § lobung erwiesenen Aufmerksamkeiten bringen wir auf diesem Wege unseren q herzlichsten Dank zum Ausdruck. § Breslau, im November 1922. § o o o Q O 0 o o o o o 13 n a a o C9 « D o o Q aoaoaoaoaoasaoaQoooaaooei Trude Behnsch Erich Bayer. I ArnhoM Rosenthal i L Breslau, Neue Schweidnitier Straße b P empfiehlt L Uhren und Juwelen 35 wtMUMnMttuuwMWHHixiiiMiunNHiiimNMmiiitMMiMttUiiaaNuni miniiMi ¥ Großes Lager | Echter OlashlUter Uhren p baute Söhne, Aasmaan. amelfsgenelnschott IBdlich-imertiler Jugentivereln; Dratschionds. Jli-Breslau.; IlWBerlin, Büro: Höfchenstr. 61. 11,1. Montag, den 27. Novbr. 1922, > abends 9/, (Ihr, Vortragefolgo d. Herrn Bei!, glonslehrers Br. Davidsohn | Der Propheti8mu8:; (JersnU) Büro: W 8 Mauerstr. 22 Amt Zentrum 162. Donnerstag. d.30.Novbr.19Z2, abends 8 Uhr, im Lehrervereinshaus (fUesanderplatz): Bit FiTlti dir lalMn SArnkin 1- Referentin: Frt. Frieda Karger. CtuartlormeldHngon zum Delegierten tag am 24. bis 26. Dezember umgehend er* beten an HnnelleaejDessauer Tauentzienplatz 1 b bei Labosdiin. Tagesordnung: Delegier* tcnversammlung der llfs. Referent: Herr Lehrer Hirschfeld über: Unser liberales Judentum, seine theoretischen Qrundlagen u. seine praktische Verwirklichung. Der Vorstand. Ili-SciiweidnUz. Sonntag, den 26. November, nachmittags 4»/a Uhr im Oasthof ru den 3 Hacken Vortrag Herrn Bi. ptiil. kltansnii Liegnitz Thema: Ichweidnitzer Stadtgraben 19 B*ea!nu Quartett Schrey Fritz Tachauer Täglich 11—1 Uhr: Tanz toetben mic. neuen Modellen bald umqearbeitct. Kürlchaer Lipvmann. e?rso!au,i>U'!d.Nadeg. L7a I.!s Buchdruckerei und Verlags - Anstalt TH. SCHAT2SKV ©. m. b. H. Breslau 3 Lieferung von Drucksachen lür Handel, Industrie u. Privat Heirats-Gesuche haben bei der weiten Verbreitung der L.Z/ in den besten jüdischen Kreisen durch eine Anzeige in diesem Blatt zufriedenstellendste Wirkung. n Schlaf- Äimmer Liche, hell, vornehme Form, äußerst preisw. A. Sprotte Breslau, Breitestr.lo. Berliner riefmarken- Zeitung gratis. Viele QeiegonhcUeangobote. Barankauf von Marken und kleinen u. großen Sammlungen. Philipp Kosack L Co. Berlin C 2, ßurgstraSe 13. mmmmemmmmaummman Kauft nur bei Inserenten; Für die Bekanntgabe von Familien-Nachrichten bitten wir die DM" Jüdisch-liberale Zeitung ständig zu benützen — Ermähigte Anzeigenpreise a0Ha»smaamsaams»a«MnsmaaaB»»ssOTNnMnMsaMan»NBft Permanente Ausstellung moderner Wohnräume, J. Günzburger, Breslau, Albrechtstraße 14 fÜcbit Ü BeiaslagaB bllligsS —WkmMu binitvllilsd Störungen sofort EleHtros^Eichwald Breslaj^^Keussea*0fa1e 6 (am Karlsplatx) Tel.: Ring 8982. Sartgefchaft Robert Dützka, Breslau 23 Goethestr. 171 / Tel. Ring 1132» .'lussübnine, jämllicher Bauarbeiten, Mscrtigunz Ver Proiektev jeder Art. — Banderatung. IWT- Bestellungen ans die „Jüdisch-liberale Zeitung" -WW können durch Einzahlung ans Postscheck-Konto Breslau Nr. 37 oder durch Postkarte an die Expedition erfolgen. Druck und Konunisfionstverlag: Th. Schatzkv, Buchdruckerei und VerlaaSanstalt, G. m. b. H„ Breslau ui. Neue Arauvenstraße 5».