Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 2 (1922)
- Issue
- 29 (21.7.1922)
- Date
- 1922-07-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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tanfert. Sie klagich an. ttm jeder ist tk Rathmtm ein SRMbe*, btt einaSJt gesprochen hat: „Weg mit dem Juden Kathen«^; oder jetzt nach seinem Lode befriedigt sagt: Mtt, daß der Mann sort ist? Fürst und Kommunist im DentlchvsMschen Schutz« uud Trutz-und. In Geka ist durch die Behörden das ges«Nte Aktenmaterial des Schutz, und TrutzbunbrS beschlagnahmt worden. Unter den Vorgefundenen Briefen befindet sich ein Dankschreiben an den Fürsten Heinrich XXVH., der der Ortsgruppe 8000 Mark unter »unbekannt* zur Verfügung gestellt hat. In einem Briese des zweiten Vorsitzenden an de« erstem heißt es wörtlich: »Wir haben übrigens in letzter Zeit einige Kommunisten ausgenommen, von denen einer die Abteilung »Aufklärung der Arbeiterschaft* übernehmen wird? Feitungsschau und verfchie-eaes. Ei«« Liuderüng der Hungersnot in der Ukraine ist bereits erkennbar. Der Vertreter des amerikanischen Mi« schm Jo im Distribution Commitee in Rußland und in der Ukraine sandte folgende Drahtung: Dt« Sterblichkeit in den GoudemementS Odessa und Ntcotasew, sowie in den anderen von der Hungersnot betroffenen Gouvernements hat sich be. deutend verringert. Infolge der ausgedehnten Kindtzrernäh' «mg und der fortgesetzten Zusendung von Lebensmittelpaketen hat sich die Grnährungslage im allgemeinen gebessert. Nach dem Programm der verschiedenen Hilfsorganisationen wird kn Monat August die Zahl der in der Ukraine ernährten Kirkder eine Million betragen. Die Zahl der auf ErnährungS- Hilfe angewiesenen Erwachsenen erreicht ebenfalls 1 Million. Abgesehen von der Hilfe, die die öffentlichen Küchen gewähren, senden verschiedene jüdische Hilfskomitees Lebensmittel an die turtlciben&en jüdischen Familien, an Rabbiner, Schriftsteller, Gelehrte, Lebrer u. a. Für Aerzte besieht eine besondere! Hilfsaktion, desgleichen für die jüdischen Studenten in' 'JckatorinoSlaw. Speziell jüdische Küchen sind in den Mischen Kolonien, sowie auch in Charkow, Aleranddowsk und Jekaterinoslaw eingerichtet worden. Die Joint hat den Kindertnstiiutionen Leib- und Bett« Wäsche, sowie 50 000 Dollar für andere notwendig« Gegenstände überwiesen. 5000 Dollar wurden von Joint denr in kMoskau gegründeten und von der Regierung legalisierten ■ Flüchtlingskomitee zur Verfügung gestellt. Moskau. In dem Gebiet von Mariampo'. werden fünf jüdische Kinderheime unterhalten. In diesen Heimen werden 1210 Kinder gespeist und unterrichtet, wobei die Unterrichtssprache durchweg jüdisch ist. Die größeren Kinder arbeiten unter der Aufsicht ihrer Lehtrer aus den Feldern. Man macht gegenwärtig alle Anstrengungen, um diese Schn« Un mit den notwendigen landwirtschaftlichen Geräten zu versöhn. Im Lause der Monate März und April wurden in der Ukraine an die jüdischen landwirtschaftlichen Kolonien in den Gouvernements' Nikolajew, Zaporoje, Jekaterinoslaw und Dvnetz 1300 000 Kilogramm Kartoffeln geliefert. Die Lage in den Kolonien bessert sich zusehens, di« Ernteaussichten sind bjsber gute. Die österreichischen Bundesgenossen der deutschen monarchistischen Verschwörer. Es ist dokumentarisch festgestellt, daß die österreichische Landes stelle des Rational Verbandes deutsch« Offiziere in intimen Böft-yungen »mr Mem verfchwö-ervund stand, der den Mord an Walt« Rachemm organisiert hat. Die genormte Landesstelle, sammelt Waffen und fährt ein« hemmungslose arrttjüdische Hetze unter den Offizieren. Akademikern und Gvmnastasten. Der frühere Innen, minister und jetzige Jnstizminister Dr. Wader Pflegt« alle üb« dm Verband eingelaufenen Berichte und Dokumente heimlich der BerbandSleitung auSzusolgett. Die »Wiener Morgenzeitung" kündigt di« Veröffentlichung authentischer Dokumente an. Die antisemitische Hetze hat in der letzten Zeit überhand genommen. Zahlreiche Beamte haben nach der Ermordung Rrthenaus Hakenkreuze angelegt. Bezeichnend ist, daß die Wiener Telegraphen-Aqentur die Entgegennahme und Weiterbeförderung des obenstehenden TerteS verweigert Hai; alle Reklamationen blieben erfolglos. Fortdauernde Hetze gegen den Praaer Rektor Dr. Tteinherz. Der akademische Senat der Prager deutschen Universität hat sich in seiner letzten Sitzung mrt der ihm von der deutsch-arischen Studentenschaft auf Grund des Beschlusses des Auffiger AkademikertageS überreichten Resolution besaßt, in der gegen die Wahl des Historikers Dr. Snmuel Steinherz zum Rektor Hauptsächlich deswegen protestiert wurde, weil er ein Jude ist. Steinherz antwortet« mit einer Zuschrift an Len akademischen Senat, in welcher' den Anwürfen bet Studenten entgegengetteten wird und worin er einig« Beweise für sei« Deutschtum anführt, im übrigen aber jede Diskussion über diesen Punkt ablehnt. Diese Zuschrift des Professors Steinherz wurde auch den Vertretern der deutsch-akischen Studentenschaft zur Kenntnis gebracht, diese beschlossen jetwch, auf ihrem Standpunkt zu beharren, jeden Verkehr mit dem Rektor zu vermeiden und lieber aus die Immatrikulation und Promotion in diesem Studienjahr ver, zichten zu wollen, als daß sie dem neugewähltsn Rektor die Hand reichen. Die Verfolgung der jüdischen Lehrer in Ungarn. Der Verband ungarischer jüdischer Lehrer hielt dieser Tage seine erste Jahresversammlung seit der Revolution ab. Zum ersten Mal seit dem 45jahngen Bestehen des Verbandes ließ sich die Regierung nicht vertreten. Auf der Versammlung wurde gegen die Verfolgung Mischer Lehrer in der Hauptstadt und in der Provinz laute Klage geführt. Es wurde unter anderem zur Sprache gebracht, Latz der Staat beabsichtige, den jüdischen Lehrern die bisher gewährte Subvention zu entziehen, so daß viele ärmer« Kultusgemeinden nicht mehr imstande sein werden, ihre Schulen aufrechtzuerhallen. In manchen Ptovinzgemeinden sei die Entziehung der staatlichen Subvention bereits vollzogen worden. Außerdem wurde vorgebracht, daß in manchen ungarischen Provinzorlen den israelitischen Schulen verboten wurde, christliche Kinder aufzunehmen. Von vielen christlichen Eltern werden die jüdischen Schulen wegen ibres höheren Niveaus gegenüber den Sloatsschulen bevorzugt. Die Reformrabbiner Amerikagegen den Zionismus. Auf der Jahreskonferenz der amerikanischen Reform« rabbiner, die gegenwärttg tagt, erklärte der Vorsitzende, Rabbiner Dr. Eduard Kalisch, es sei nicht nur ein Fehler, sondern auch ein Stück Tragödie, daß die Juden ihre Anerkennung alS national-politische Individualität anstteben. Dr. Kalisch, der sich bereits vor ver Abstimmung über die zionistische Resolution im amerikani.chen Senat und in der Repräsentantcn-Vcrsommluiig durch seine scharfe Agitation gegen diese Resolution hervorgetan hatte, führte auch auf der Kon^ ferenz eine sehr heftig« Sprache grge» de« Zionismus rach forderte die Konferenzteilnehmer zu einem aktiveren Wider« stand gegen die politische Arbeit der Zionisten auf. Der mexikanische Finanzminister über die jüdisch« Immigration. Zwei Mitglieder des von dem amerikanisch, jüdischen Kongresses zur Prüfung des Angebotes der meri« konischen Regierung an die Mischen Immigranten designier« ten Komitees besuchten vor einigen Tagen de« gegenwärtig in New Dork weilenden Finawzminister Merikos. Der Minister bestätigte alle Berichte über die Zugeständnisse, di« Mexiko der Mischen Immigration und den einzelnen jüdischen Im« Migranten zu gewähren bereit ist. Aus dem Ton seiner Aeußerungen war durchaus zu entnehmen, daß die Meriko* Nische Regierung ihr Angebot nicht aus philantropischm Gründen gemacht hat, sondern Um die Entwicklung der Landes durch das Eindringen zahlreicher werktätiger Juden zu fördern. Fortgesetzter Widerstand de- Vatikans gegen das Palästina-Mandat. Die katholischen Zeitungen teilen aus anscheinend inspirierter Quelle mit: Falls die das Palästina- Mandat betreffende Note des Staatssekretärs Kardinal Gas« parri an den Völkerbund resultatlos bleiben sollte, werde sich wahrscheinlich der Heilige Stuhl an di« Christenheit der ganzen Welt mit einem Aufruf zum Schutze der heiligen Stätten vor der Herrschaft des Zionismus wenden. Aehnlich verlautet es in eingewerbten Kreisen, daß sich der Vertreter des Vatikans mit dem brasilianischen Mitglied des Völkerbundes in Verbindung gesetzt habe, um aus ihn im Sinn« einer Ablehnung des PÄästtncü-MändatKeNiwurfes in seiner gegenwärtigen Form einzuwirken. Da bekanntlich daS Mandat nur bei Einstimmigkeit ratisiziert werden kann, sind Komplikationen absolut nicht ausgeschlossen. Sicherheitsmatznahmen anläßlich de- Araberstreiks in Palästina. Der vom Erekuiivkornitee des Araberkongresses aus Anlaß der bevor stehenden Behandlung des Palästina- Mandates von dem Bölkerbundsrat angeordnete politische Temonstlcationsstreik hat heute eingesetzt und wird bis Sonnabend Fortdauern. Welchen Umfang und welch« Entwicklung die Kundgebung nehmen wird, läßt sich heute noch nicht übersehen. Jedenfalls ist die Stimmung» gespannt und die Regierung traf deshalb außerordentliche Schutzmaßnahmen, um etwaige Unruhen zu verhüten. Es wurden Versuche gemacht, auch di? Schulen in den Streik einzubeziehen: die Verwirklichung dieser Versuche wurde jedoch vom Grand- Mufti und anderen mohammedanischen Würdenträgern verhindert. Schriftvorlesung am 22. Juli 1922: Toraabschnitt: Mattaus, Mass’e. Haftora: Jeremia 24—®, Zt. 1877 I r?L.°,n 11922 Optiker GAR AI, Breslau, Albrechtstr. 4« Gottesdienst Breslau Alte Synag. Neue Synag. Freitag 21. 7. Beginn . . . abends 730 1 730 Sonnabd. 22.7. Beginn . . . . morg.{ S30 8.30 9.00 Neumondweihe . . vorm. 10.00 9.45 Predigt. 10.15 10.00 SdiluB. abends 9.46 8.46 An den Wodien- 23.7. bis Beginn. morg. 6.30 6.45 tagen 28.7. Beginn. abends 7.30 7.30 Konfirmationen, Heue Synagoge, 22. Juli: Hermann Qlaser (Vater Siegfried). Schwerinstraße 58. — Heinz Kdnigsberger (Vater Max), Kattowitz, Beatestraße 6. Wisch-liberaler | , Iugenöoeeein zu Berlin. § S Büro: W. 8, Mauerstr. 22, Amt Zentrum 162. 8 -—--1 Donnerstag, den 27. Juli, abends 8 Ahr: K MlNineOin in veelWfs Restaurant «Schloß Wannsee" Bahnhof Nikolassee Sonntag, den 30, Juli Tages-Ausflug f Ziel und Treffpunkt siehe nächste Nummer L dieser Zeitung. * sisisisisisisfsisisisrsisisisisiswsi« Wisch-liberaler Weriöveeeta zu Veeslav Büro: tzöfchenstratze 61. II. l. Montag, de« SS. Juli 1922 abends von 8 Ahr an Geselliges Beisammensein im „Rolarr d". Voranzeige: Sonntag, den 30. Juli 1022: Ganztags-Ausflug nach dem Zobten. (Bei jeder Witterung). Treffpunkt vorm. 8 Uhr vor dem Nord-Hotel. Abfahrt S48 Uhr ab Bahnsteig 8. Sonntagsfahrkarte 4. Klasse bis Strobel selbst lösen. (Auf der Hinfahrt wird in Zobten cmS» gestiegen). Rückkehr gegen 10 Uhr abends. Die ordentliche Mitglieder bitten wir dringend die fälligen und rückständigen Beiträge umgehend auf Postscheckkonto Nr. 17 443 BreSlau Alfred Berger einzuzahlen. Ab 28. Juli erfolgt Einziehung durch Mahnbrief zuzüglich aller unö erwachsenden Spesen. Heinrich Emden & Co. TeUgramm-Rd resse: Golden Bankgeschäft Berlin W 56 Jlgert<raße 40 Telefon: Amt Zentrum 9513 u. 9514 Femanschluß: Amt Zentrum 13653 Reichsbank-Giro-Konto Postscheck-Konto 2477 ADSfülnnis oller.: TraBsabtlonen Haus in Frankfurt a. 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Für die Bekanntgabe von Familien-Nachrichten bitten wir die mr Jüdisch-liberale Zeitung ständig zu benützen — Ermäßigte Anzeigenpreise Baugeschäft Prinz d Kalasche, Breslau Kaiser•Wilhelmsir. 133, Telefon TUng 4410 empfiehlt steh zur Ausführung sämtlicher ins Fach schlagenden Arbeiten. -~-niniii^t«flnn^niin|,^ip^-,^ii!in'M,",,»i!!i,'',""«nip''' f Arnhold Rosenthal |. - Breslau, Neue Schweidnltzer Strafte & W empfiehlt L ^hren m*«1 Juwelen f Große« Lager I Echter Oloshtltter Ihren W Lange Löhne, Assmaaa. L.^iiimiti^^i[mit^ri[miti^^^t;iniWw^iriiiw^iffliiir,_ Herausgeber: Bereinigung für da» liberale Judentum e. 3L Berlin. — Verantwortlich: Dr. Martin SalomonSki, Frankfurt a. d. O. Druck und KommmionSverlaa: Th. Gebatzky, Buchdruckerei und Verlagsanstalt, G. m. b. H.. Breslau HE Neue Graupenstraße 5. I t 3559^9