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Jüdisch-liberale Zeitung · 1922-07-07 · 27 (7.7.1922) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
2 (1922)
Issue
27 (7.7.1922)
Date
1922-07-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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) t *■ * I ■v i I 1 I s % 1 1 f.' U >C H r!': " : < h . werbe«, eine etftftrmtttgVlofe Ungerechtigkeit gege« schwacher kleiner Volk zu begehen, da» von fernem Heim vertrieben werden soll. Palästina ist unser Heim und kann decher nicht' da» jüdische nationale Heim sein? Schwere antisemitische «nrschrettnngen in Lodz. Rach dem Warschauer Beispiel veranstalteten in der letzten Zeit auch die Rozwoj-B ander» in Lodz planmäßig organisierte Ueberfälle auf jüdische Spaziergänger. Zu sehr schweren Exzessen kam e» am vergangenen Sonnabend im Siennewiezpark, wo eine Schar polnischer Studenten eine regelrechte Hetze auf die dort weilenden Juden veranstaltet. Die bedrohten Machen Spaziergänger stürzten nach dem ParkauSgang, allein dort wartete ihrer eine zweite aus Schülern und gewöhnlichen HuliganS bestehende, mit Stöcken und Ragaika» bewaffnete Bande, welche über die Flüchtenden herfiel und sie schwer mißhandelte. Einige der Flüchtenden eilten auf daS Polizeikommissariat, um Hilfe herbeizurufen, dort aber gab man ihnen die Antwort, daß man nicht über genügend Polizisten verfüge. Inzwischen setzten die HuliganS unter den Rufen „CS lebe die Polizei" und „Meder mit den Juden" die Mißhandlungen der Spaziergänger fort und verschonten auch Frauen und Kinder nicht. Die HuliganS begnügten sich nicht mit Mßhandlungen allein, sondern raubten ihren Opfern auch Hüte und andere Gegenstände. Man bemerkte einige elegant gekleidete polnische grauen, die die HuliganS zu ihren Taten ermunterten und den eberfallenen drohten, daß die» nur ein.Anfang sei. Die Bande setzte ihre Verfolgungen in den dem Park benachbarten Gassen fort. In der Petrokower Gasse stellte sich ihr eine Gruppe jüdischer junger Leute entgegen, worauf sie sich zurückzog. Zu der gleichen Zeit geschahen auch vereinzelte Ueberfälle auf jüdische Spaziergänger auch in anderen Teilen der Stadt, wobei mehrere Juden nicht unerheblich verletzt wurden. Daß alle diese Exzesse mit den hetzerischen Versammlungen der Rozwoj-Gruppe Zusammenhängen, beweist die Tatsache, daß Ueberfälle nach Schluß einer Versammlung pattfanden, in welcher die Rozwojführer Professor Kamieez einer seiner berüchtigten judenhetzerischen Reden von Stapel ließ. Rene ««»grabmrgen in Italien. Die Zerstörung der früheren deutschen Gesandtschaft, des Palazzo Caffarelli, hat es bei den Ausgrabungen die im vergangenen Jahr in Rom stattfanden, möglich gemacht, die Ueberreste des Tempels deS Jupiter OptimuS Maximus auf dem Kapitol von neuem zu prüfen. Die südöstliche Ecke der Untergrundbauten, di« 1875 gefunden worden war, wurde wieder untersucht und zeigte nicht weniger als 19 Schichten in einer Gesamthöh« von 6,20 Meter. Auch die Südwest- und Nordostecken konnten, obwohl bedeutend mehr beschädigt, sicher festgestellt werden; dagegen ist die Nordostecke vollständig verschwunden, sie ist wahrscheinlich im Mittelalter entfernt worden. Interessante jüdische Katakomben, die anscheinend für ärmere Klassen bestimmt waren und in das zweite oder dritte Jahrhundert nach Christi gehören, wurden hierbei an der Bia Nomentana unter der Billa Torlonia aufgeschlossen. Die italienische« Konservativen und daS Mandat. Die in Turin erscheinende katholisch« Zeitung „Moxmäau veröffentlicht in Ut letzten Zeit eine Reihe der Palästinch-Frage gewidmete Aufsätze. Im allgemeinen bringt diese Artikelreihe nichts Neues, sie geben nur die Gedanken wieder, die Monsignore Barlassina in seinem Vortrag seiner Zeit entwickelt hat. Das einzig Interessante ist. dach, hier zmn ersten Mal offen heraus gesagt wird, was gewisse iia- Ikrckft mit Wer antlzlontfstschev Agttatjon eigentlich AnyenSllck, da diese Möchte auS dem Orient wegzuziehen aezwungeN fein werden, vorbereitet fein mutz, ihren Platz «inzmrehmen. Dazu aber braucht «s die Sympathien des Islam, den man zw diesem Zwecke in seinem antienglischen und anti zionistischest Kampf« unterstützen müsse. Di« Zeitung ladet zu öffentlichen imtiztonistischen Kundkbmrgen «n, um Minister Schanzer bei seinen Verhapdmgen in London zu unterstützen. Die Zeitung setzt vor- «iS, baß Schanz« gege« das Mandat Stellung nehmen wirb. Sie kündigt auch schon für die nächsten Tage eine solche Demonstratio« in Turin an. Es ist nicht ohne Interesse festzustellen, daß jene nationalistische«, faSziftischen, katholischen Kreise in Italien, die für die Selbständigkeit der palästinensischen und syrischen avabischm Bevölkerung eintreten, in den KoloniaLdebatien, di« jetzt in der italienischen Kammer vor sich gehen, gegen die arabische Bevölkerung tat italienischen Kolonien in Nord- Afrika eine Politik der „stark«: Hand" fordern. r einem Leitartikel begrüßt „Messaggero" die jüngst im enguscyrn Oberhaus angenommene Resolution und verlangt von der italienischen Regierung eine größere Energie in der Bekämpfung des Zionismus. Das sei nötig, um Palästina innere Kämpfe zu ersparen, und mich um die italienischen und -acholischen Interesse« zu wahren. Zu bemerken ist, daß „Meffaggero' als offiziöses Organ des Ministeriums des Aeußeoen angesehen wird und daß die Zeitung bis jetzt in der zionistischen Frage keine klare St-ellrmg eingenommen hat. der Beschluß der Lochs hat sie anscheinend zn ihrer ablehnenden Stellungnahme ermutigt. Die Antiimmigrationsbewegung in den Bereinigten Staate«. Das Jmmigrationskomite« des amerikanischen Kongresses ist zufammengetteten, um dt« seitens der Gegner der ^MMigvatmn gestellten Anträge auf Reduzierung der JmmigrationSquote von 3 Prozent auf 2 Prozent und Verminderung der monatlichen Einwanderung von 20 Prozent aus 10 Prozent der Jahvesquote näher zu prüfen. Das Handelsmarinekomitee beschloß vor einigen Tagen, seinem Entwurf des Schiffssubfidinmgesetzes einen Punkt hinznzufvgen, daß 50 Prozent aller Immigranten nach dm Vereinigten Staaten durch amerikamsche Schiffe beordert werden müssen. Dies bedeutet eine Abänderung des früheren Beschlusses dieser Komitees, eS dem Jmmigrationskomite« zu überlassen, eisten entsprechenden Paragraphen in dem Gesetzentwurf für di« Verminderung der Quote einzufügen. Durch dies« Trennung ist voraus Zusehen, daß die Anhänger des Schiffssulbstdiengesetzes das Antiimmigratwnsgesetz nicht mehr unterstützen wechen, da ihre Jntereffm in diesem Gesetz nicht mehr wahrgenommen würbe«. Die radikalen Jmmigrationsgegner haben auf diese Weise viele Chancen verlvren. Das Jmmigratianskomitee empfiehlt in seinem Bericht den Gesetzentwurf des KvngreßmitgkeldeS Cable, laut welchem die auslä'wdischm Frauen amerikanischer Bürger nicht mehr automatisch die amerikanische StaatstzugeWrigkeit erlangen. Dieser Entwurf erlitt in der Kommission insofern eine Milderung, als jene Frauen, die zu ihren naturalisiertest Männern tu die Bereinigten Staaten einwawdern, nicht mehr allen Formalitäten einer Naturalisierung unterworfen werden müssen und als für sie nur ein einjähriger Aufenthalt (an. statt eines fünfjährigen Aufenthaltes) im Lande genügt, um die ameritanische Sraatszugehörigkeit zu erlangrn. Auf den Sitzungen des Komitees erklärte Cable, der Nationalrat der jüdischen Parteien Amerikas habe sich für di« Abänderung seines Entwurfes ausgesprochen. Eingegangene Bücher. Wir bringen an dieser Stelle ein Verzeichnis aller un» gesandten Erscheinungen interessierender Literatur und behalten uns die Besprechung vor. Jeschurun. Monatsschrift für Lehre und Lebm im Judentum. Heft 3/4 des 9. Jahrgangs. Herausgeber: Dr. 1. Wohlgemutst. (Dozent am orthodoxen RaMnersemistar.) Verlag Pionier Berlin W. 35. Das Heft bringt zuerst eine homiletische Betvoöchtung („Heiligkeit und Wirklichkeit") Über 2. B. M c 24. 10 und 14, wobei die Schriftleitung ausdrücklich bemerkt, daß di« Veröffentlichung einer Predigt nur ausnahmsweise erfolgt. Hierauf bespricht Geheimrat Professor Dr. König- Bonn unter dem Titel: „Der moderne Kamps gegen die Geschichtlichkeit der Patriarch« streligton" den in unseren Tagen heftig tobenden Sturm gegen die geistesgeschichtliche Bedeutung der althebräischen Krlltur und kommt zu dem Resultat, daß die überlieferte Patriarchenreligion aus den olthebräischen Geschichtsbüchern nicht aestkichen werden kan«, weil deren Zuverlässigkeit gesichert wird und als di« wirklich« anDerkettnen ist. Dr. A r m i n D l a u, Hamburg, bekämpft den psychoanalytischen Deutrmgsversuch einiger Riten des Bersöihnungstages. Freud und seine Schüler glauben auf dem Wege der Psychoanalyse religiöse Probleme ergründen zu können. Hieran schließest sich „Anmerkungen zu Hoffmanns „Mar Samuel"." Sehr interelffant sind die Untersuchungen über die Entwicklung und den Geist der Massora" vost Schuldirektor Dr. Ehrentreu - München. Sie erstrecken sich von der nachtalmndischen Zeit bis zur Entfiehung' der Ochla w'oMai-iUrfchrift. die mein uuvoraeßlicher Lehrer Professor Frensdorfs ediert hat. — Unter der Ueberschrift: „Hoff. mann-Beiträgv" werden Abhandlungen veröffentlicht, die mit den Forschungen des seligen Rcktors D. Hofsmann im Znsammeuhang stehen. (1. eine He-lacha der B'ne Bstthyra, 2. Zur Geschichte des Sch'mrme-eßreGebetes). — Dr. Kaatz bringt eine Notiz über Edim somamim. Dan« Büchern besprechnuyen. Sp.-M. Schriftvorlesung am 8. Juli 1922: Toraabschnitt: Numeri: Chukas, Balak, Haftora: I. Micha 5*—6®. 1877 l r.£r:nn 11922 OptiKer GARAI, Breslau, Albrechtstr. 4. Gottesdienst Breslau Rite Synag. N«n« Synag. Freitag 7. 7. Beginn . . . abends 730 730 Sonnabd. S.7. Beginn . , . . morg.{ 630 830 9XX) Heumondweihe , . vorm. m Predigt ..... Jugendgottesdienst . 9.45 „ » nachm. <00 4.00*) SdiluB. abends 9.03 9X)3 Rn den Wodien- 9.1. bis Beginn. morg. 6.30 645 tagen 14.7. Beginn. abends 730 7.30 *) In der Synagoge des Krankenhauses. Konfirmationen. Alte Synagoge; 7. Juli: Erich Friedland {Vater Hermann). SonnenstraBe 44; Hans Parenczewski (Vater Emil), BrunnenstraBe 8. Konfirmation Neue Synagoge,8. Juli: Hans Klemperer (Vater Qeorg), SdiwerinstraSe 41. zu vergeben. Meldungen 1. August. Der Borstand der Synagogen-Gemeinde Breslau. Arnhold Rosenthal i Breslau, Nene Scbweldnitzer Strafte 5 J empfiehlt V UlMrera umi Juwelen J Großes Lager EdUer GlashllUer Lange Söhne* Ammann« Uhren j L 1 Baugeschäft;Prinz & Kalusche, Breslau Kaiser-Wilhelmstr. 133, Telefon JAIng 4410 empfiehlt sich zur Ausführung sämtlicher ins Fach schlagenden Arbeiten, r Ist Bedarf an Uchf und Krall, Dann nlchf lange nachgedacht Ruff nur Ring 7003, Schon die Hilfe eilt herbeL Repariert wird schnell und guf Ist Bure Leitung mal kaput SiatUu. ^Tra/itanfaften (Ridiard Geltest gieffau, itaftftsiftCTiCT ft». 39^ - Misch-llberal« Jugeaöverein zu Breslau Montag, de» 16. Juli 1922 abends von 772 Ahr an Geselliges Beisammensein im Südpark-Restaurant. Voranzeige: Sonntag, de» 16. Juli 1922: Nachmittags-Ausflug nach Deutsch Lissa * Kirschberg. Treffpunkt 2U Ahr Freiburger Bahnhof, AbfayrtShalle. Sonntagsfahrkarten «ach Deutfch-Lissa selbst lösen. xJ ^•lemimwwwmwwmmewwwiaiM* | Msch-liberaler | | Jugenöveeein zu Berlin. 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