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Jüdisch-liberale Zeitung · 1922-06-23 · 25 (23.6.1922) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
2 (1922)
Issue
25 (23.6.1922)
Date
1922-06-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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In dem Buche LcssingS wird eine Lehre verkündet, die mit einer positiven christlichen Glaubensüberzeugung schwer zu vereinigen ist, abgesehen von der speziell von Katholiken unangenehm empfundenen Figur des Patriarchen." W Die liberale Tageszeitung „Het Baderland" kritisiert diesen ministeriellen Schritt und meint, daß man nach solchen Gesichtspunkten auch den „Hamlet" verbieten müßte, ebenso Shakespeares „Kaufmann von Venedig", in welchem Drama ein unsympathischer Jude auftritt und von den jüdischen Schülern unangenehm empfunden werden könnte. Auch einige andere Zeitungen wenden sich gegen diese einseitige Auffassung des Ministers. Reue Ritualmordhetze in Polen. Die nationaldemokratische „Gazeta Warschawska" bringt unter der Aufschrift »Blut für rituelle Zwecke" die folgende Notiz: „In den letzten Monaten erhalten wir Nachrichten über Morde und andere Verbrechen, die in verschiedenen Orten unseres Landes begangen wurden. Nach allen Anzeichen zu schließen, handelt es sich um Verbrechen, die Juden aus rituellen Ursachen begangen haben. Letzthin meldeten die Posencr Zeitungen über einen geheimnisvollen Vorfall in der Stadt Wvngrowitz. Als Opfer fiel Katharina Wenzel, ein Dienstmädchen bei der jüdischen Familie Engel." Das uationaldemokratische Organ erzählt dann eine grauenvolle Geschichte, wie der Jude Engel die Magd Katharina Wengel in den Keller gelockt und ihr dort das Blut abgezapft hat, — später aber die Behauptungen der Wenzel hartnäckig leugnete. Die „Gazeta Warschawska" steht mit ihren Legenden nicht Vereinzelt da. Lin wirklich liberaler Rabbiner. Der Rabbiner der Wilnaer sogenannten Skaplerner Synagoge Kareliz hielt am vergangenen Sonnabend eine Ansprache, in der er auSführtc, bas Gammeln von Barspenden am Sabbat für die Hungrigen in Rußland sei nach der religiösen Vorschrift gestattet, da es sich um die Erhaltung der Lebens handelt. Seine Worte machten starken Eindruck und es wurden sofort 370 OOO Mark zusammengebracht. Dieser Schritt des Rabbiners rief in Wilna und Umgebung große Sensation hervor; man glaubt, daß sich die Hilfssammlungen für die Hungrigen an den Sabbattagen allgemein einbürgern werden. Ob auch in Deutschland diese Bekundung von autoritativer Seite — wir wagen nicht auSzufprechen, — bei welcher Richtung — denkbar wäre? Warschau. Der jüdische Sejmdeputierte Dr. Steinhaus trat aus dem Judentum aus und nahm die Taufe. Dr. Steinhaus wurde 1911 als Deputierter des Wahlkreises Belz m i t Unterstützung der dort ausschlaggebenden orthodoxen Judenschaft ins österreichische Parlament gewählt. Vor drei Jahren wurde er aus demselben Wahlkreis in den polnischen Sejm gewählt. Weder im einstigen österreichischen Parlament noch in dem jetzigen polnischen Sejm hat er sich für die Interessen der Juden irgendwie eingesetzt. — So muß es kommen! Rumänien. Die Organisation der jüdischen Gemeinden. Die vom Minister für Auswärtige Angelegenheiten, Banu, eingesetzte Kommission zur Ausarbeitung eines Organisationsstatuts für die jüdischen Gemeinden in" Rumänien hat ihre Arbeiten bereits beendet. Der Entwurf wird demnächst dem Parlament vorgelegt werden. 8 1 des Entwurfes behandelt die religiösen und kulturellen Angelegenheiten der jüdischen Bevölkerung und bestimmt, daß diese der jüdischen Gemeindeorganisation unterstehen. Nach § 2 darf in jedem Orte nur eine jüdische Gemcindeorganisation bestehen, welcher die jüdischen Bürger der Ortschaft angeh'ören können. Eine Ausnahme besteht für die sephardischen Juden und orthodoxen Juden in Siebenbürgen, denen das Recht eingeräumt wird, separate Organisationen zu gründen. 8 3 bestimmt die Gleichberechtigung der jüdischen Religion mit den anderen Religionen, die unter dem Schutze des Staates stehen, insbesondere mit Bezug auf ihre Vertretung in öffentlichen Körperschaften. Alle jüdischen Gemeinden im Lande wählen einen Zentralrat, der seinen Sitz in Bukarest haben soll. Die Wahlen in die jüdischen Gemeindcorganisationen sind geheim und direkt. Jeder Jude, der das 21. Jahr zurückgelegt hat, übt das Wahlrecht aus. Liest sich alles recht nett; übrigens arbeitet man in Rumänien etwas schneller als im gründlichen Deutschland. | Elngegaagene Dächer. Arthur Höllischer. Reise durch das jüdische Palästina. S. Fischer-Berlin. Mit derselben Gläubigkeit, doch auch mit demselben klaren Blick, mit dem gleichen Eifer, Tatsächliches kritisch zn sehen, und mit der nämlichen Gabe eines ganz persönlichen, dichterischen, innerlich warmen und dabei geschliffenen Ausdrucks wie vor einiger Zeit nach Sowjetrußland, ist Holitschei nun durch Palästina gereist. Jbm erscheint es als das kommende Land der Erfüllung, andere werden in verschiedenen Abstufungen, vom Abwarten bis zum völligen Verneinen, anders denken, jeder Leser ausnahmslos darf sich aber diesem Buch als einem künstlerisch ungemein wertvollen hingeden. „Verrat am Deutschtum" nennt Wilhelm Michel eme Kampfschrift gegen den Antisemitismus, die bei Paul Seegemann. Hannover, erschienen ist. Nicht vor das Judentum stellt sich Wilhelm Michel, er stellt sich schützend vor das Deutschtum. Vor das Deutschtum, in dessen Namen beute Roheit. Engherzigkeit und Engstirnigkeit diese exzessive Hetze argen das Judentum betreibt. Der Antisemitismus ist ja nicht nur ein: Angelegenheit zwischen Juden und Juden- Hassern. „Er ist in erster Linie eine Sache zwilchen Deutschen und einer Horde von Verrätern aller edlen, geistiaen, ritterlichen U Überlieferungen des Deutschtums." Die Broschüre, die auch den vor einigen Monaten im „Berliner Tageblatt" erschienenen schönen Aussatz „Deutsche Legende" enthält, ist gerade in seinem echtdeutschen Ethos das Beste, Klärendst« und Uuwiderleglichstc, was gegen den Antisemitismus geschrieben wurde. Schriftvorlesunci am 24. Juni 1922: Toraabschnitt: Numeri: Schladi ldio, Haftora: Josua 2, 1—24 1877 l 11922 Optiker GAR AI, Breslau, Albrechtstr. 4. ■HaHanaBnBHaBMBaaBi Montag Salson-Rännuingsverkauf E J1 su bedeutend herabgesetsten außergewöhnlich billigen Preisen beginnt unser WciSSOflbSTQ & BPctUGP ’WWWWWWWWWWWW^FWWWW' Gottesdienst Breslau mte Syitag. Neue Synag. Freitag 23. Beginn . . . abends 730 7.30 Sonnabd. 24.6. Beginn . . . . morg.{ 630 8JD 9JB0 fleumondweihe . . vorm. 10.— 9.30 Predigt .. 10.15 9.45 Jugendgottesdienst . nadirn. 430* »cn den Wodien- 25*6, bis Schluß. abends 9.06 9.08 Beginn .... . . morg. 6.30 6.45 tagen 30.6. Beginn. abends 7.30 7.30 * Im Krankenhaus. 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Main und Hannover ^ü-isch-liberaler Asen-verein M Breslau "SS Montag, den 26. Juni 1922 abends von 77? Ahr an Geselliges Beisammensein im Südpark-Restaurant. Voranzeige! Sonntag, den 2. Juli 1922 Ganztags-Ausflug nach dem SOrMfelntr M-M a#runn. df ^l||liliSillilll|||Ai|ii!li!|||||||itt|||||||||||iitill!Ül|ii|||Hlll9illlillllilllitilil1i,|llil!i|lllllll^ J Wer Interesse | £ an der Gründung eines | Jüdischen | J Radfahrer-Vereines | S in Breslau hat, wird um Angabe der Adresse unter L j§ M. B. ISO an die Expedition dieser Zeitung gebeten. illl!lll|lH;illll!!!li«llilllllIllllllllllllllllllll»illliil'H'ilillli«nilllllll|l|l9llll|||||||||l*ll!illli r-""iliii»"-"«>»ilii»--'ili>iii»"""i,„in„ui k Arnhold Rosenthal 1 Breslau, Nene Schweidnitzer Straße 5 J jf empfiehlt H k Uhren und Juwelen J nniiiiiwiitimtMnt»iiitmmiiin«nimmtMannimnmwiwtwniimitiimti«unMiM» sss Großes Lager | Echter GlasHUtter Uhren J L ®i9i9i9i®i9i9i9i9i9i9ioi9i9i®i®i9i9i9i9i® | Wisch-liberaler | | ffligenöveeein zu Beeilt*: I Büro: W. 8, Mauerstr. 22, Amt Zentrum 162. fi Donnerstag, den 29. Juni, abends 8 Ahr in unfereur Heim Bortrag unseres Mitgliedes Herrn Joseph Weiusaft über: Gottesdienst und Kultus. Anschließend Aussprache. Z s 3 8 S 9 8 S 8 Sonntag, den 2. Juli «Tages-Ausflug f 8 nach dem Liepnitz-See. 8 8 Treffpunkt 8?o vor dem Stettiner Vorortbahn-- 8 g Hof mit Fahrkarte nach Bernau. Abfahrt 8*». g § Der Vorstand. 8 49191919191919191919119191919191919191919 Buchdruckerei und Verlags - Anstalt TH. 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