Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 2 (1922)
- Issue
- 24 (16.6.1922)
- Date
- 1922-06-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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^eitungsschau tmd verfchteüeaes. «toc VtbXiogravhie über die Geschichte der Jude» Holland. Die Gesellschaft fü, jüdisch» WtssenschJt in lcmd erläßt »in Preäsausschrttben für »in« Bibliographie die Geschichte der Juden in Holland. Gefordert wird systematische Aufzählung von Büchern und Artikeln über die Geschichte de« Juden in Holland, ferner »in Verzeichnis von einschlägigen Resolutionen, Pamphleten, Gelegenheit-« schriften, Statuten usw. Die Eindeichung der Mmuskripte vm bis zum 1. April 1928 an den Tchriftführer der Gestzllhchaft in Amsterdam erfolgen. A«S Polen. Warschau. Anläßlich de- 25iährtgen Jubiläums der llteettrifchen gttttoteit der Kvakcmer Overrabbiuer» und Setz», deputierten Dt. HfiaS Thon vereinigte« sich die Krakauer Zionisten zu einet Ehrung ihrelangjährigen Führer- und Überreichten ihm ailS Geschenk die Urkunde über den Saus ein»- Grundstückes in Palästina, das dem Jubilar gehören soll. Gegen die immer zunehmende LebenSmittelteuerung m Warschau, di» zum großen Teil ans Willkür der Großhändler «wückSlUsühren ist, versucht seit ewiger Zeit daS Warschauer Viabbinat auf dt« Weise Vorzugehe«, daer gegen dt« ungerechter Weif« verteuerten Gegenstände ein ritueller Der« bot «läßt. Neulich verbot das Rabbinat auch Fisch und Fleisch zu Preisen zu kaufen, welche die behördlich festg». fetzten iwerschveiten. t DMvend der vergangenen GchowuauStag» wurden in ^^ENksthmer Synagogen für die Hungerleidenden in Ruß. lmtd Geldspenden angeregt. In zahlreichen Synagogen be« tragt die H che der gespendete« Summen viel» Hundert« tausmide Mark. Das Geld wurde dem Nationalrat über« aeben, drr mit Hilfe der mit ihm in Kontakt sichenden jüdu scheu Hilfsorganisationen LevenSmittelpakete unter den not« leidenden Familien verteilen lassen wird. Allerlei auS und über Palästina. ' Da der Geburtstag des englischen Königs in diesem wrs den 2 Schownoth«Tag siel, verschob die paläfk« nmstsche Regierung die zeremonielle Geburtstagsfeier aus Montag, den 5. Juni, um auch der jüdischen Gemeinde zu ermöglichen, sich a« den Zeremonien zu beteiligen. . Klub in Jemsalem veröffentlicht nun «nm Protest gegen diese Mrvtznvhme der Regiemng. in ^Eu aesagt wird' die Verschiebung der königlichen Ge« vnttSlagsseier beweise den Umfang der zionistischen Macht im Lande. amerikanisch« Botschafter in China Mr. NatteS Kram, der auf seiner Rückreise nach Amerika Palä. Sä Shrien Und Aegypten bereist hat, befindet sich gegen« Jn etnem Gespräch mit dem Leiter der äui^rte sich Mrster Krane folgendermaßen: Seii 1878 war ich oft in Palästina und in Syrien, auch war ick vmpwP pp uwciuiiuiu^ii pvtop opni Somit«» für Manldatr in d« Türkei. Scho« damals war dt» Stimmung allgemein gegen dm Zionismus. Gegen Zionismus find sogar auch die alten Juden. Di» zionistische Kommiss«« üb» eine starke Kontrolle über di« politische Maschinerie im Land» aus und besitzt anscheinend mehr Macht alb di» aMoriftert» Regierung. Fast di» ganze offiziell» Welt steht dort unter ihrer Kontrolle und befolgt ihr« Instruktionen mit mehr Begeisterung als die Politik der Re« gieämg. Der Oberkommiffa» Sir Herbert Samuel empfing am 81. Mat ei« Dchegation der jüdisch-orthodoxen Weltorgcmisation ^AgudcS Jisroel". Auf di» bekannt« Forderung der Umgestaltung der Jewish Agency, präzisierte Sir Herbert Samuel seinen Standpunkt dahin, daß er alle an Erez JiSroel interessierten irrvise dejüdischen Volkes, insbesondere auch di» Orthodoxie, in der Fewish Agency vertreten zu sehen wünsche. Di» arabischen Rufe zu Gewalttätigkeit»« tn Palästina werden stärker. Go bringt „Al Sckbckh*. das in Jerusalem erscheinende offizielle Organ der gegenwärtig in London weilenden Abordnung der palästtnenfischen Arwer, in einer seiner letzten Nummem einen Leitartikel, t« welchem die avabifchen Einwohner in unzweideutiger Weis« zu Gewalttätigkeiten gegen di» englisch» Herrscbaft im Lande ermuntert werden. In dem Artikel heißt es: „Unser Zweck ist »S, aus die okkupierenden Mächte einen Druck auSzuübeN. um sie zu bewegen, unsere Länder militärisch zu räumen. Durch mündlichen und schriftlichen Protest kommen wir nicht zu unserem Ziel, und so bleiben wir Sklaven der Mensche« Und der Pläne des Westens. Di» Türkei hat vor uns protestiert, ihrem Protest aber wurde keim Aufmerksamkeil geschenkt; Aegvptm war aufgewühlt, aber England zeigte kein Interesse hierfür. Als aber dann die Geschütz« in Anatolien zu donnern begannen, da hat Europa sofort ausgehorcht. Die Apaypter traten auch in Aktion und zwangen die englisch« Regierung, ihre Forderungen rnzuerkennen. Ebenso, ist «S mit unS. Wir dürfen auch nicht im Traum« daran glauben, daß allein durch Beschwerden und Protest» unser« Hoffnungen verwirklicht werden." Maxim Gorki veröffentlicht einen Brief in der Wochenschrift „MrZivjet", auS dem wir folgendes wiedergeiben: .Den schrecklichsten und schandhastesten Antisemitismus hatte ich Noch tn meiner Jugend erlebt: im zaristischen Rußland, nicht in Sowiettußland. Ich spüre diese Schande und dieser Unglück auch jetzt noch überall. Ich Hab« mit Schalom Asch nicht über di» Ursachen deS Antisemitismus gesprochen, die für mich tn allgemeinen unbegreiflich sind; ich sprach mit ihm über daS Anwachsen des Antisemitismus und sein Eindringen von der Stadt in das Dorf. Dieser Ansteckungsstoss war früher nirgends im ruffischen Dorf vorhanden. IM ist er auch dorthin gelangt. Und als ich ein« Antwott auf die Frag« geben wollte, woher er kam, habe ich auf di» taktlose mch beabsichtigt provozierende Teilnahme der jüdischen Bolschewisten an den verschiedenen GetreiderequisittoNem, an der antireligiösen Agitation Usw. hingemente, sowie di« Monarchisten zu ch«r Ltzitattan ausyemchl« Ich könnt» nie und nimmer ein« Phrase gebrauchen, wies .Hände weg von den russischen Heiligtümern", da für mich die Klöster keine Heiligtümer find. Die einzig wahre .Sche^ chtna" (Gottheit) — Gorki gebraucht selbst dem hebraischeff Ausdruck — ist der Mensch. Ich habe Herrn Asch sicherlich ni« den Rat erteilt, sich an die indischen Bolschewisten m wenden, daß st» das rufftsch-reltgiöse Leben nicht antasten. Da» wäre Wohl ein sehr naiver Rat gewesen. Ich wieder« hole: ich sprach über die Ursachen der Ausbreitung des Antisemitismus, keinesfalls aber über den wahren Grund der Existenz des Antisemitismus, der für mich eine beschämende, quälend», unbegreifliche Erscheinung ist.' 1 Symbole der alten Prager JndmsckdhofeS. Die Stämme d« Leviten und Aroniten haben durch rituell« Gebräuche, die sich vom Vater auf den Sohn vererbten, überall ihren Stammbaum gewahrt. Dies kam auch schon rein äußerlich zum Ausdruck, da man in Gerichts-, Heimatsdokumenten usw. dem Namen den Stammbaum hinzufügte. In religiösen Urkunden wird dieser Brauch auch noch heutzutage ge« handhabt. So wurden bei den Leviten die hebräischen Zeichen für Sgl. (das ist Segan Levirmj. bei den Awniten die Zeichen für K. Z. (Kohen Zedek) gebraucht. Auf den Grabsteinen wurde die Abstammung durch Symbole, die dem Namen hinMgefügt wurden, zuw Ausdruck gebracht. Der Grabstein eines Aroniten hatte zwei Hände' mit ausgebreiteten Fingern; die Aroniten pflegte« nämlich an hohen Festen den vorgeschrieb'enen Segen zu spenden. Auf Leviiengräbern findet man als Symbol einen Krug, oft auch einen Krug. der in einem Waschbecken steht. Grabsteine, die nichts als die israelitische Abstammung bezeichnen, haben auf dem Prager Friedhof als Zeichen eine Weintraube. Die von Tiere« und Pflanzen hergeleiteten Männer- und Frauennamen, wie z. B. Vogel. Bär. Wolf. Löwe, Blume, find durch Abbildungen derselben aus dem Grabstein zu sehen. Der Grabstein einer Jungfrau trägt als Zeichen eine weibliche Figur, bei dem einer jungfräulichen Braut hat die weibliche Figur eine Rose . in der linken Hand. Noch etwas wäre über Grabsteine und Gräber des Judenfriedhofes zue erwähnen. Man firwet auf manchen Gräbem aufgeschichtete Steinsplitts; dies war ein alter Brauch, um die Verehrung der einzelnen Besucher für den Verstorbenen auSzudrückeu; größere Mengen von Splittern deuten auf eine allgemein geehrt« Persönlichkeit hin. Ein sehr schöner altjüdischer Brauch, der besonders in Prag nachweisbar war. war der: reiche Juden legte»' Geldmünzen auf die Gräber des Gottesackers, von wo sie arme an sich nahmen. Auf diese Weise blieb es den Bedürftigsten unter den V« dürftigen erspart, persönlich um Almosen betteln flu müssen. ' Dieser schöne Brauch ist mit der Auflassung deS alten Prager Judenfried« Hofes verschwunden. Schriftvorlesung am 17. Juni 1922: 4. Buch Mose Bhar, Bchukotah. — Jeremla 16.19. 1877 43 Jahre Fachmann 1922 Optiker GARAI, Breslau, Albrechtstr. 4. Gottesdienst Breslau. ftattag Somsabd An den Votentagen 18.6. bis 23.6. Beginn . Beginn . , . predigt. Jugendgottesdienst Schluß. Beginn ..... Beginn ..... ebenda morg. { vorm. nachm. abends morg. abends ' Im Krankenhaus. Konfirmationen Alte Synagoge: Heinz Foerder David), Wallstraße 35. — Heinz Schoeps (Vater Jahnstraße 17. Konfirmationen Neue Synagoge: Ernst Brauer Martin). Klosterstr. 3. — Benno Jacobsohn Alexander), Berlinerplatz 21. Alte Synag. Neu« Synag. 130 7.30 630 630 svo 9.45 4.—* 9.06 9X6 6.30 6.45 7.30 7 JO (Vater Max), (Vater (Vater k lsk Bedarf on Uchf und Kreß, Dann nicht lenge nachgedacht Ruff nur Ring 7903, Schon die Hilfe eilt herbei Repariert vlrd schnell und gut Ist Bure Leitung mal Kaput £ßG$Hht. Xicfkin. JVraftanfaftcn iftithard Geliert Breslau, 9rA6s<ftener Mr. 99 Gerson Feldmann Uhrmacher Breslau, Gartenstr. 19, Tot Rg. 11382 Uhren und Goldwaren. Eigene Reparaturwerkstatt. W. Sonnabend SpeziaNWerkstStte f. gediegen» u. geschmackvolle POLSTERMÖBEl - DEKORATIONEN INNENEINRICHTUNGEN Breslau, Weidenstraße 25 - Fernruf: Ring 10186 OröSle Neuheit! 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Gonntagsfahrkarte 4. Klasse selbst lösen. Abfahrt: 1" Uhr nachmittags ab tzauptbahnhof, Bahnsteig 1. Treffpunkt 1 Uhr tzauptpottal, Hauptbahnhof Wanderung von Obernigk nach Jäkel. Montag, den IS. Juni 1922 abends von 7% Uhr an Geselliges Beisammensein iw Südpark * Restaurant. Dienstag, 20. Juni 1922, abends 8Va Uhr, Karlstraße 13 Kursus Erich Bayer „Die Genesis in bibelkritischer Betrachtung" (Joseph in Ägypten.) Freunde und Anhänger unsererBewegung als Gäste bei allen Veranstaltungen willkommen. | Misch-liberaler | | ffugen-vereia zu Berlin, f K Büro: W. 8, Mauerst». 22, Amt Zentrum 162. 8 g-8 8 Sonntag, den 18* Juni 8 | Vormittagsausflug | * nach WannseesNeubabelsberg. 8 S Treffpunkt: 9 Uhr Stadtbahnsteig des Bhfs. 8 L Zoologischer Gatten. Abfahrt 9**. 5 G Für die, die 92» vom Potsdamer Wannseetg S Bahnhof fahren, Treffpunkt vor dem Bahnhof F L Wannsee. 8 A - 8 8 Donnerstag, den 22. 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