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Jüdisch-liberale Zeitung · 1922-06-09 · 23 (9.6.1922) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
2 (1922)
Issue
23 (9.6.1922)
Date
1922-06-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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zahlreiche Familien sich zur Auswanderung genötigt ,ehen. Nach^ einer Londoner Meldung hat die britische Regierung nunmehr ihren Vertreter in Teheran beauftragt, geeignete Schritte zum Schutze der jüdischen Bevölkerung zu unternehmen. Di« jüdische Universität in Jerusalem. Dr. Schmarja L e w i n, der als Delegierter des Londoner Keren-Hajessod-Direktoriums eine erfolgreiche Reise durch Südafrika unternommen hat. empfing unmittelbar von seiner Abreise eine Einzelspende von 5000 L. für die Errichtung eines hebräischen Lehrstuhles an der jüdisch-- Universität in Jerusalem. Ter Spender ist Mr. Schwarz in Kapstadt. Skeptisch schreibt zu dem gleichen Projekt Professor Iodor in Halle: Bon einer Jerusalemer Universität im herkömmlichen Sinne kann vor zehn^ oder zwanzig Jahren gar nicht gesprochen werden, da die Kolonisation noch nicht beendet und die Bedürfnisfrage nach einer Universität noch nicht geklärt ist. Es muh vor allein der Grundstock für eine werdende Universität gelegt werden. Alan vlant die Gründung eines Wirtschaftsinstituts. dos etwa ein Institut für angewandte Chemie und ein anderes für Landwirtschaft umfassen soll, eines hygienischen Instituts und als geistiger Zentralvunkt: einer orientalischen Akademie, die sich planmäßig mit Erforschung altjüdischer Kultur befaßt. Eine Bibliothek ist im Entstehen. Erst wenn diese Institute wirllich mit Land und Leuten tief verwachsen sind, kann die Errichtung einer Universität erfolgen. Staat tannrln." General k Deimling, der hervorragende Heerführer, hat füngst in einer Versammlung der Deutschen Demokratischen Partei in Tübingen in bewundernswerter Weise zu der reaktionären Agitation Stellung genommen. Unter anderem erklärte er: Was ihm als'altem Soldaten am widerwärtigsten sei. das seien die Borwürfe, daß die jüdischen Soldaten einer wie der andere versagt hätten. Auch unter den jüdischen Soldaten habe cs solche gegeben, die das Leben höher schätzten als kriegerische Lorbeeren. Die gab es aber auch unter den Christen. In seinem Korps hätten sich die Juden trefflich aehalten. Es sei statistisch unumstößlich festgestellt. daß die Juden in einer ihrer Kopszabl entsprechenden Weise teil hatten am Kriegsdienst, Blutopfern. Dekorationen und Beförderungen. Es wäre an der Zeit, daß der Iudeubetze ein Ende gemacht werde. Sie baue nicht auf. sondern reihe nieder. „Das Ganze sammeln", heiht die Parole. Die deutsche Bolksgemeinschast brauchen wir. Dah heute eine solche Bolksgemeinschast nur auf dem Boden der demokratischen Republik möglich ist. sollte» auch Monarchisten und Marxisten einsehen. Wir haben nun einmal die Republik und werden sie auf absehbare Zeiten haben. Die Entwickelung der Zeit bewegt sich in der Richtuna der Demokratie. . . . Biele glauben, eine Vaterlandsliebe aebe es nicht in der Mitte, scmdeni nur ganz rechts. Im Gegenteil ist die Vaterlandsliebe dort, wo Aufbauarbeit geleistet und nicht bloß negiert wird. Getragen von einer großen Volksgemeinschaft könnte die deutsch: Regierung and) dem Ausland gegenüber viel stärker austreten. Noch eine Lehre ist aus dem Krieg zu ziehen: der Glaube an die große, unversiegbare Kraft, die im deutschen Botte ruht. Das deutsche Volk hat mit einem Heldenmute gekämpft, der in der Welt einzig dastcht. Es gibt aber Deutsche, die dem deutschen Volke vorwerfcn. cs habe nicht äusaehalten. (..Dolchswßlec'eude".) Der Zusammenbruch hatte viele Ursachen. Die entscheidende Rolle aber hat die unacbeure Uebcrmacht der Feinde an Menschen und Material und die Aushungerung gespielt. Wir waren einfach fertig. prMötft; der Bogen war überspannt und muhte platzen. Schuld sind diejenigen. die cs nicht zu einem Verständimmasfrieden kommen liehen, als cs noch Zeit war. Das deutsche Volk hat seine Schuldigkeit im Weltkrieg bis zum letzten getan. Es sollte sich diese Legende nicht weiter gefallen lassen. Es war ein Wunder, was das deutsche Bott geleistet hat. und ein noch fast größeres Wunder war. dast es sich aus dem Cbaos wieder aufraffte und an die Arbeit ging. Das gibt rms d'c Hoffnung, daß wir wieder cmporkommen. 1877! 11922 Optiker GAR AI, Breslau, Albrechtstr. 4. Gottesdienst Breslau Freitag Sonnabd. An den Wodientagen 9. 6. 10.6. 11.6. bis 16.6. * Im Krankenhaus. Beginn ..... Beginn ..... Predigt. Jugendgottesdienst Schluß; . . . . Beginn ..... Beginn. abends morg.{ vorm. nachm. abends morg. abends Alte Synafl 730 630 830 4.30* 9.01 6.30 730 Neue Synafl. 7.30 900 10.00 901 6.43 7.30 Konfirmation Alte Synagoge: Martin Kornblum (Vater Eugen K.), Moritzstraße 50. Konfirmationen Neue Synagoge: KurtStanner (Vater Max), Körnerstr. 24. — Ernst Juliusburger (Vater Paul), Sadowastr. 84. — Kurt Lewinsohn (Vater Elkan), Scharnhorststraße 31. 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S Sonntag, den 18. gluni 8 § Vormittagsausflug | § nach Wannsee-Neubabelsberg. § S Treffpunkt: 9 Ahr Stadtbahnsteig des Bhfs. fi S Zoologischer Garten. Abfahrt 918. g H Für die, die 920 vom Potsdamer Wannfee- % S Bahnhof fahren, Treffpunkt vor dem Bahnhof K g Wannsee. g Der Vorstand, g •SISISISISISISISISISIISISISISISISISISISIS Heirats-Gesuche haben bei der weiten Verbreitung der „I. L.Z." tn den besten jüdischen Kreisen durch eine Anzeige in diesem Blatt zufriedenstellendste Wirkung. Stuttgarter Lebensversicherungsbank a. G. ALTE STUTTGARTER Größte europ. Lebensverfl.-Ge«. a. Geg. Vere.-Bstd. 2,7 Milliarden Mk. Wegen anderer Unternehmungen unseres Generalagenten Herrn Alfred Redlich, Breslau, ist die seither von ihm verwaltete Generalagentur unserer Bank neu zu besetzen. 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