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Jüdisch-liberale Zeitung · 1922-05-26 · 21 (26.5.1922) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
2 (1922)
Issue
21 (26.5.1922)
Date
1922-05-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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VIII v'i.yw i-T!"II.'.PI'JJ1 »II;■ u^pip »h1 Zeitungsschau ««- verschieüenes. vom Vmgavg mit Zeitnsges. Redakteur« sind auch nur Menschen, die sich Irrtum Vorbehalten müssen. Das vergiß nicht. Zeitungen werden in denkbar kürzester Zeit mit der Uhr in der Hand hergestellt. Das sollte manche Flüchtigkeit erklären und — entschuldigen. Halte bei Redaktionsbesuchen den Redakteur nicht unnötig auf, denn seine Zeit ist kostbar, seine Höflichkeit aber unerschöpflich. Vergiß nicht, daß die Zeitung jedem etwabringen soll und daß sie nicht nur deinen besonderen Wünschen und Interessen dienen kann. Bist du mit deiner Zeitung zufrieden, so sage eS anderen, bist du unzufrieden, so sag eS der Redaktio n. Bist du durch ein Inserat zu einem Einkauf veranlaßt worden, so sage eS dem betreffenden Geschäftsmann, in.welcher Zeitung du das Inserat gelesen hast. Unterstütze den Inseratenteil deiner Zeitung. Wirb für deine Zeitung, denn du stärkst damit das eitungSunternehmen und hast selbst Vorteile der gesteigerten eistungSfähigkeit des Blattes. Unterstütze deine Zeitung wo du nur kannst, denn von den Abonnementsbeiträgen allein kann sie nicht existieren. Eiusegnungsfeiern für Mädchen. Auf Antrag der Ber. einigung jüdischer Frauen in England wird sich die Jahresversammlung der englischen Synagogen, die nächste Woche «en soll, mit einer Resolution befassen, die da- Recht dchen verlangt, ebenso wie die Barmizwoh-Knaben in den Synagogen eingesegnet zu werden. Im Berliner „Renen voltttheater" wurde das Drama „Anna Boleyn" des Bonner Rabbiners Dr. Emil Cohn mit Erfolg aufgeführt. Die Kritiker der großen Berliner Blätter äußern sich übereinstimmend sehr günstig Über das Stück. Dr. Cohn, der früher in Berlin und Kiel amtierte, hat auch schon bisher Bühnenerfolge erzielt. So wurde sein Drama „Der Brief des Urias" im Leipziger Stadttheater mit gutem Erfolge aufgeführt. Budapest. Das Ministerium des Innern hat unlängst eine Kundgebung veröffentlicht, nach der die allgemeinen Parlamentswahlen in Ungarn am 8. Juni stattfinden sollen. Da dieser Tag mit dem jüdischen Pfingstfest zusammenfällt, haben die jüdischen Führer in Ungarn gegen diesen Wahltermin Beschwerde erhoben. In Berücksichtigung dieser Beschwerden hat der Ministerrat beschlossen, den Wahltermin abzuändern und die Wahlen statt am ö. Juni schon am 1, Juni stattfinden zu lassen. Sine Konferenz mohamedanischer Völker in Beuna. Knapp vor Schluß der großen Genua-Konferenz war in Genua noch das Mitglied der palästinensischen arabischen Delegation Jshan Dgiaber eingetroffen, um die Delegation auf dem in Genua bevorstehenden pan-arabischen Kongreß zu vertreten. Biele Gesandte der verschiedenen mohamedanischen Völkerschaften weilten dort. Man erwartet beim Bölkerbundsrat weitere kopfreiche Delegationen aus Aegypten, Palästina, Syrien, Afghanistan, Arabien, Indien und Persien. Ssttfei*. Wie „Morning-Post" berichtet, hat vke ln London wellende palästinensische arabische Delegation an den Ministerpräsidenten Lloyd George und den Minister für die Kolonien Churchill ein Protestschreiben gegen die Behandlung des Palästina-MandateS durch den Völkerbundsrat übermittelt, in dem es u. a. heißt: „Die palästinensische arabische Delegation erfährt zu ihrer größten Verwunderung, daß der Rat des Völkerbundes das Mandat zum Zwecke der Ratifikation in Behandlung gezogen hat. Wir erheben hierdurch gegen irgend welche weiteren Schritte in der Prlästina-Mandatsfrage Widerspruch, so lange wir noch die Verhandlungen mit der englischen Politik über die Zukunft Palästinas pflegen. Wir haben den Wunsch, Ihnen noch einmal mitzuteilen, daß dar arabische Volk in Palästina dar Mandat in seiner gegenwärtigen Form niemals akzeptieren wird. Man irrt, wenn man glaubt, die Ratifikation des Manbäte» werde den Frieden in Palästina zur Herrschaft bringen. Wir appellieren an Sie, die Verhandlungen über das Mandat auszusetzen, bis wir die ganze Frage gemeinsam durchgesprochen haben." Daß Paläpioamandat vor dem Völkerbund. Die Frage de- Palästinamandates beschäftigte den Rat in der ersten Hälfte seiner BormittagSsitzung am 17. Mai. Man hatte für diese Sitzung eine wichtige Erklärung Lord Balfours augekündigt, und so war der Andrang zu der Sitzung ungewöhnlich stark. Der frühere englische Außenminister, dessen Namen die Erklärung zur Errichtung einer Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina trägt, betonte, daß es sich hier um eine technische Frage der Mandatsregelung handele, die im Grunde mit dem Vertrag von Sevres nichts zu tun habe, um so mehr, als dieser Teil de- Vertrages ja niemals von irgendeiner Seite in Frage gestellt worben fei. Verwaltungsmäßige Erwägungen. Um ben Zweck des Palästinamandats zu erfüllen, müsse man Menschen und Kapitalien nach dem Lande ziehen. Beides sei aber nur möglich, wenn das Mandat endlich legalisiert werde. Die öffentliche Meinung sei deshalb nicht mit Unrecht überrascht von dem ewigen Aufschub der Angelegenheit. Jetzt, nachdem kürzlich zwischen England und den Vereinigten Staaten eine Einigung in dieser Frage zustandegekommen sei, stünde einer raschen Erledigung nichts mehr im Wege. Balfour benutzte die Gelegenheit, um grundsätzlich zur Mandatsfrage einige Bemerkungen zu machen, die nicht ohne Interesse sind. Er betonte, daß der Rat des Völkerbundes nicht der Schöpfer der Mandate fei, und daß er nur die Aufgabe habe, die Mandatsmächte in der Erfüllung der von ihnen selbst übernommenen Verbindlichkeiten zu unterstützen. „Daraus geht hervor," fuhr Lord Balfour mit erhobener Stimme fort, „daß diejenigen, die fürchten, ebenso wie diejenigen, die hoffen, daß die Bestimmungen der als B a l f o ur d e k l a r a t i o n bekannten Erklärung abgeändert werden könnten, sich irren". Die „religiösen Bedenken", die geltend gemacht worden seien, erklärte Lord Balfour, hätten ihn maßlos überrascht. Wie könne man glauben, daß die religiösen Interessen der Christenheit bei der Uebertragung der Souveränität von einer muselmanischen Macht an eine christliche Macht leiden könnten, besonders wenn die christliche Macht Großbritannien sei. Lord Balfour schlug dann vor, die Frage in einer Sitzung zu behandeln, die in*längstens sechs Wochen stattfinden soll. Der japanische Vertreter A d a t o i stellte sich entschieden auf die Seite Lord Balfours, während Bourgeois und Im - p e r i a l i zwar erklärten, sich den Worten Balfours durchaus anschließen zu können, aber doch um eine längere Frist ersuchten. Insbesondere sagte Bourgeois, man fei Amerika doch wirklich" weit genug entgegen gekommen und könne nun erwarten, daß die« Bereinigten Staaten alle Mandatarmächte. die Me unter den gleichen Schwierigkeiten litten, so z. B. auch Frankreich in Syrien, auf gleichem Fuße behandle. Lord Balfour stimmte schließlich zu, daß die Frist auf 8 Wochen erstreckt werde. Die Ratstagung, in der möglichst alle Mandate, jedenfalls aber da« Palästina,nandat, genehmigt werden soll, wurde vor« läufig auf den 15. Juli festgesetzt. mm eingegangene Bücher. Wir bringen an dieser Stelle ein Verzeichnis aller unS gesandten Erscheinungen interessierender Literatur und behalten uns die Besprechung vor. Lehrbuch der jüdische» Geschichte. Bon Rabbiner Dr« H. Fuchs, Chemnitz. — I. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. Main, 1922. Mitteilungen zur Jüdischen Bolrsknnde. Bon Dr. M. G r u n w a l d, Rabbiner der isr. Kultusgemeinde in Wien. 23. Jahrgang. - Wien 1622, Ignatz Spitz 6 Söhne. 3«de« «nt» Richtjude«. Erläuterungen zu Th. FritfchS „Handbuch der Judenfrage". Bon Paul Fi e b i g. (28. Aufl.) Leipzig, Dörffling und Franke. VIII, 100 S. 15 Mark. Man würde wohl keiner Meinungsverschiedenheit begegnen, wenn man fragte, ob jemand zur Beurteilung und Interpretierung einer Sache berufen sei, von der er selber nicht mehr weiß, als was er aus zweiter und dritter Hand und ohne eigene Möglichkeit der Nachprüfung erfahren hat. Das ist genau der Fall des Herrn Th. Fritsch. Die in seinem „Handbuch der Judenfrage" ausgebreitete Talmudkenntnis ist dem heute ziemlich verschollenen Buch „Der Talmudjude" Rohlings entliehen, der mit dem Talmud gleichfalls unvertraut war und feine Wissenschaft, wie zahlreiche „Forscher" gleichen Kalibers, aus dem alten Haßpamphlet des Renegaten Andreas Eisenmenger „Das entdeckte Judentum" bezog. Trotz dieser mit dem Geiste der deutschen Bildung völlig unvereinbaren und lebhaft an gewisse französische und andere Krieg-Polemiken gegen das deutsche Volk erinnernden Herkunft ist das „Handbuch" mit großem, durch eine Mengp von Auflagen bezeugten Beifall ausgenommen worden. Es ist daher schon um der deutschen Wissenschaft willen eine verdienstvolle Arbeit zu nennen, wenn sich jetzt ein wirklicher Talmudkenner der Mühe unterzogen hat, die über Rohling-Eisenmenger gewonnenen Talmud- und Schulchan Aruchzitate des Herrn Fritsch an den Texten nachzuprüfen. Was für den Leser dabei herauSkommt, ist nicht allein der Nachweis der Unwahrhaftigkeit einzelner Fritschischer Zitate, sondern zugleich ein Einblick in die Methoden und Voraussetzungen der talmudischen Erörterung. 1877 > JaL 1 1922 Optiker GAR AI, Breslau, Albrechtstr. 4*. Gottesdienst Breslau Freitag Sonnabd. An den Wodien’ tagen 26.5. 27.5. 28.5. bis 2.6. Beginn. Frfihgottesdlenet . : : ebenda morg.{ venj». vorm. dngEHdgott—dlenat nadrm. SdiluB.abends Beginn morgs. Beginn ...... abends Konfirmation In der Heuen Synagoge (28. Wolfsohn. (Vater Selo), AugustastraBe 98. — Davidsohn, (Vater Dr. Wolf), Palmstraße 22. Alte 2X111 730 630 830 88 '4*0 8.44 630 Heue Syeg. 730 MO S« S.« -«* A44 630 8.00 730 Mal): Egon Bernhard --- Ist Bedarf an Uchf und Kraft, * Dann nicht lange nachgedacht Ruft nur Ring 7003, Schon die Hüte slll herbei Repariert wird schnell und gut Ist Bure Leitung rrial Kapuf. ffefttff. JticfU" u. JVra/funfatfen {ftitfkard Q etter t Sresfau, Srd6MAcnn ffr. 90 LichtundKraft llimlWl HWt— fataaiukliM tanitvilligsl Stonuigen bmlngt sofort --------- ElcHro-i£ EicMd Breslau I, Reussen-Ohle 6 (a. Karlsplatz) Telephon Ring 8982. Arnhold Rosenthal Breslau, Nene Schweidnitzer Strafie 5 J empfiehlt H UhrenundJuwelen J BMsSMHMSaHinniiiiiiMiiMiw»«>wwiMnnwnwimy»wiiiMmimtiwMmw8i» s Große« Lager H Echter GlaihUller Uhren J Lange Söhne, Asamano« H Heinrich Emden & Co Telegramm-Adresse: Golderz Bankgeschäft Berlin W 56 JSgerstraße 40 Telefon: Amt Zentrum 9513 u. 9514 Reichsbank-Giro-Konto ♦ Fernanschluß; Amt Zentrum 13653 Postschedk-Konto 2477 AusfiM min tumbniBfilsen Transabflonen Haus ln Frankfurt a. Main und Hannover Breslau, Zimkernskraße 21. SISISISISISISISISISISXSISISISISISISISISIS I Wisch-liberaler | i® Wenüoerein zu Berlin. 8; r 1 —— E ' Sonntag, den 28. Mai 1922 S ZWmliM lisch Whril'ikrkllllß 8 Treffpunkt 8.15 Bahnhof Alexanderplatz 8 S Stadtbahn-Bahnsteig mit Fahrkarte nach 2 2 Zeuthen. Abfahrt: 8.28. S i — S S Dienstag, (ausnahmsweise), 30. Mai 1922 G § abends von 73/i Ahr an g | Geselliges Zusammensein 1 5 in der Alten Hischerhütte. <Bhf. Zehlen- £ s dorf-West; entweder vom Potsdamer Wann- 2 8 see-Bahnhof abfahren, oder von der Stadt- L B bahn mit Umsteigen in Nikolassee.) A 8 Der Borstand. SStSlSISISISISISISISIISISISjSlSISISISISIS Mw f General-Vertretung und Niederlage für Breslau und Umgegend: Karl Brill, Breslau Kupferschmiedestr. 21. Fernruf: Ring 11683. Mil Laser in" ‘ Breslau iNene Graapenstr. 7. 1 Sonnabend u. Feiertags streng geschlossen. Kaust nur bei Inserenten! KniserKrone . Breslau Kabarett und Tanzpalast Das neue Maiprogramm Tiglich ab 4 Ohr: Tant-Tee mit Tantvorffihruflgeii. Wir bitten bei Einkäufen auf die Düdil di "Iiberals Zeitung Bezug zu nehmen. Misch-liberaler Menövereln zu Breslau Pfingst* Sonntag und sMontags^ de» ft. und 5. Juni: Treffahrt mit Um Schweidnitzer und Liegnitzer gli in das Eulengebirge Treffpunkt Sonntag, den ft. Juni, früh 5V4 Ahr, cm Nordhotel gegenüber dem Hauptbahnhof. Abfahrt gegen 6 Ahr nach Hausdorf-WüstewalterSdorf. Sonntags* fahrkarte nach Khnau von Sonnabend mittags an selbst lösen. Für angemeldete Teilnehmer ist für Nachtquartier in Ober-Peterswaldau gesorgt. Nichtangemeldete haben Gelegenheit, Sonntag abends nach ihrem Ddohirort zurückzukeyren. Nähere Auskunft durch Herrn Georg Jonas, tzolteistraße 46. Telefon: Ring 3920, Lraumann Alle Mitglieder, die am Pfingstausflug teil» nehmen wollen, werben gebeten am Dienstag, den 30. Mai, abend» 8 Ahr, im Restaurant Engelhardt Inh. Börringer, Gräbfchenerftr. 6, hinteres Zimmer, zwecks Besprechung zusammen zu kommen. Georg Jonas Leiter der Ausflug-Kommisston deS Ili zu Breslau. Unser DorstcndSmitglied, Alfred Berger, ist bereit, an zwei Abenden von je einstündiger Dauer über: „Wesen und Bedeutung der jüdischen Organisationen Deutschlands" einen Kursus abhalten. Tellnehmer werdengebeten sich baldigst bei Alfred Berger» BreSlru 7, Höfchenstr. 61 schriftlich oder persönlich zu melden. Die beiden Abende werden sofort nach Verständigung mit den Teilnehmern festgesetzt. Montag, de« 29. Mai 1922, von 1/28 Ahr abends an Geselliges Beisammensein im SüdparkmRestaurant. Freunde und Anhänger unserer Bewegung bei allen Veranstaltungen willkommen. TNeHHeWIllliHUMMIIMmiHMHueMM Gerson Feldmann Uhrmacher Breslau. Gartenstr. 19, Tel. R;, 11S 82 Uhren und Qoldwaren. Eigene Reparaturwerkstatt. Herausgeber: Vereinigung für da» liberale Judentum Berlin. — Verantwortlich: Dr. Martin Salomonski, Frankfurt a. d. O. Druck und KommissionSverlaa: Th. Schatzrv. Buckdruckerei und D-vlnaranstalt. D. rn. b. £>.. BreSlmi ITT. Neue Grauvenstrake 5. 166587

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