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Jüdisch-liberale Zeitung · 1922-05-12 · 19 (12.5.1922) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
2 (1922)
Issue
19 (12.5.1922)
Date
1922-05-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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dem Besuche der GemekrschalftSschule etuch durch Mische Kinder eine Schädigung der christlichen Religion. Daneben betonen sie auch noch die Fremdstämmigkeit der Juden, — genau so wie die Zionisten, — die ihren «indem lein Anrecht aus den Besuch der Gemeinschaftsschule und den Mischen Lehrem. trotz Artikel 169, 1 und 2, zweiter Haupt, teil, 1. Abschnitt, und Artikel 110 — 2, Artikel 130, Absatz 2 — dritter Abschnitt, iein Mstellungsrecht an den Gemeinschaftsschulen gibt. (Nach § 14 des Reichsschulgesetzent. Wurfs werden die, bisherigen formell bis fetzt als Bekennt, nisschulen bezeichneten Gemeindeschulen der Groß- und Mittel, städte als Gemeinschaftsschulen gelten, welche die Anstellung jüdischer Lehrkräfte nicht ausschließen.) Uebersehen die Anhänger der christlichen Bekenntnisschule, daß sie die Kraft der Wahrheit ihrer Religion, ebenso wie die Stärke des deutschen Charakters sehr gering einschatzen, wenn sie von diesen „srrmdstämmtgeir Elementen" eine Schädigung der christlichen Religion und des Deutschtums befürchten. Sehen denn die Anhänger der lüdtschen .Volksschule nicht ein, daß sie. durch ihre Agitatoren dieser Beweisführung Recht geben, daß sie freiwillig auf die ihnen durch die Verfassung gewährten Rechte verzichten? Sollen wir Juden, das Doll der Demokratie, das Voll der Freiheit und Gleichheit plötzlich zu Totengräbern der Demokratie werden? Dieser Zusammenhang zwischen demokratischer Weltanschauung und Judentum scheint den Anhängern der jüdischen Volksschule völlig entgangen zu sein. e) D ie finanzielle Seite. Der Reichsfchulgese-eniwurs schließt mit § 17 (Beschlüsse des Reichsrats), welcher lautet: „Die Mehrkosten, die den Ländern und den Gemeinden aus der Durchführung des Artikels 146 der Reichsverfassung und dieses Gesetzes ent« stehen, werden in Höhe von zwei Drittel vom Reich erstattet." Demnach müssen die Gemeinden bezw. die Er. ztehungsberechiigtm, welche. eine Bekenntnisschule neu einrichten wollen, ein Drittel der Kosten tmgen, während bereits bestehende, nach Bekenntnissen nicht getvrnnte Volksschulen mit Religionsunterricht als Gemeinschaftsschulen gelten und ebenso bestchende Bekenntnisschulen, also wie bisher vom Staate bezw. vom Schulverbande, in Preußen von der Landesschulkasse, nach den hierfür geltenden Bestimmungen unterhalten werden. Wir fragen: Ist eine kleine Gemeinde, die ein« einklassige jüdische Volksschule errichten will, imstande, nur die persknNche« Kosten — abgesehen von den sachlichen —» da- Gehalt deS Lehrers nach dem jetzt geltenden BesoldungSgesetz, das vom April d. I. ab noch weitere Erhöhungen erfahren wird, auch nur zu einem Drittel zu tragen? Denn dtoseS Drittel würde, im Endgehalt des Lehrers fast 1 5.600 Mark i'ährlich Zuschuß von der Gemeinde erfordern! — Ist die Gemeinde größer, dann «eforderi sie selbstverständlich für zwei, drei und mehr Lehrer entsprechend höhere Zuschüsse. Bei Gemeinschaftsschulen ist freilich auch ein Drittel der Kosten von der Stadtgemeinde auszubringen, aber an der Aufbringung sind auch alle Bürger ohne Unterschied des Bekenntnisses beteiligt! — Also würde auch von finanziellem Standpunkte die Errichtung von jüdischen Volksschulen fast unmöglich, abgesehen davon, daß die Sonderbeftenrerung für SchulzweÄ«, den Austritt aus der jüdi. schen Gemeinde bezw. aus dem Judentum nur fordern würde. Allein der ReichSschulgesetzentwurs selbst hat auch aus unterrtchtlichen Gründen die Errichtung von Bekenntnisschulen, besonders von etnktassigen, außerordentlich erschwert. Denn wenn eS in der Begründung zu dem Reichsschulgesetzentwurf heißt: „Daß damit (mit der Zulassung verschiedener Schulsysteme) die Möglichkeit einer gewissen Zersplitterung des Schulwesens entsteht, varkennt er «der Reichsschulgesetzentwurf) nicht, er sucht aber der Gefahr einer ungehinder» ten Einrichtung leistungsunfähiger Zwerg, schulen durch die Bestimmungen des § 9 Absatz i zu begegnen, wonach durch die Einrichtung von Bekenntnisschulen oder bekeuntnis freien Schulen weder die in der Gemeinde bereits erreichte Höhe der Schulorganisation erheblich herabgesetzt, noch die Erfüllung der in Gemeinden der betreffenden Art an die Gliederung des Vollsschulwesens billigerweise zu stellenden Anforderungen verhindert werden dürfe." Eine fernere Einschränkung der Errichtung jüdischer Vollsschulen enthält § 15 des Re'rchssckulaese'tentwurss: n den Lä ndern Baden und H essen, sowie in dem ehemaligen Herzogtum Nassau bleibt die dort gesetzlich bestehende, nach. Be. kennlnissen geirennreVolksschule bis auf weiterles erhalten. Doch kann in diesen Gebieten jederzeit durch die Landesaeseitzgebung die Durchführung dieses Gesetzes anaevrdnei werden." Auch die Zahl der zur Stellung eines Antrages auf Errichtung von BeleuntniS- und b^enntnisfreien Schulen Er. ziehungsberechtigten wird in dem Reichsschulgesetzentwurf beschränkt. In § 6 (Absatz 1) heißt es: Zur «Stellung eines solchen Antrages sind befugt, die im Sinne des bürgerlichen Rechtes Erziehungsberechtigten vollsfchul. Pflichtiger, die Volksschule, besuchende, Kinder, soweit sie im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte und der Staatsangehörigkeit sind. Dennoch haben also Gemein de m i tglieder, deren Kinder nicht mehr die Volksschule besuchen, kinderlose Gemeindemilglieder und Ausländer (Ost. juden) kein Antragsrecht aus Errichtung j ü d i sch e r Volksschulen. In der Begründung zu diesen heißt es: „Eine solche unnötige und ko st spie, ligc Belastung der an der Schulunteryaltung Beteiligten muß unter allen Umsiäns den vermieden werden." ß 6 fordert für die Stellung auf Errichtung von Be. kenntnisschulen eine Mindestzahl von AniiagSberechtigim. § 18 setzt diese, Zahl auf 25 in Gemeinden mit wenige, als 250 Antragsberechiigten, mindestens ein Zehntel der. selben fest. — Nach diesen Ausführungen werden hoffentlich die Kb* ralen Mitläufer unter den Anhängern der jüdischen Doll-, schule ihre Meinung ändem, die, Angehörigen der anderen Richtungen aber erkennen, daß auch für die die Bäume nicht in den Himmel wachsen, und daß es leichter ist Schlagworte zu prägen, als Hoffnungen und Wünsche zu verwirklichen. Schriftvorlesunq am 13. Mai 1922s Toraabschnttt: Leviticus 21; Haftora: Ezechiel 44, 15—31. 1877 45 Jahre Fachmann 1922 Optiker GARAI, Breslau, Albrechtstr. 4. Gottesdienst Breslau Alte Synao. Neue Synag. Freitag 12.5. Beginn. abends 730 7.30 Sonnabd. 13.5. FrQhgottesdlenst . morg. | f>.30 8.30 9.00 Predigt. vorm. 9.45 SdirlfterklSrung . . Jugendgottesdlenst vorm. nachm. 4.00 4.00* Schluß ...... abends 8.20 8.0 An den Wochen- 14.5. bis Beginn ...... morgs. 6.30 6.45 tagen 19.5. Beginn. abends 7.45 7.30 * In der Synagoge des israelitischen Krankenhauses. Konfirmationen in der Riten Synagoge (13. Mai): Walter Bodzanowski (Vater Benjamin), BrandenburgerstraBe 33. Konfirmationen in der Neuen Synagoge (13. Mai): Erich Abrahamsohn (Vater Harn ann), SadowastraBe 52. — Alfred Rosen (Vater fl)lly), Gartenstraße 3. — Gerhard Simon (Vater tot), TheaterstraBe 2. x--->iIiI1»'-""»iIIi»"-"'»I!!i»"-"«i»IIi"---""lIIIIl»"""">>IIi'"-'"'»IIlII>"""t f Arnhold Rosenthal 1 Breslau, Neue Schweidnltzer Straße 5 i p empfiehlt % l Uhren und Juwelen j F Große« Lager 1 i Echlef Glashütte? Uhren j §• Lange Sßbne, Asstnano. W i.....Hiiiiiiii. ..»»!>,.. 1 ,'OPQanaooOQOOODOODODDDBOQt'0 BODn f B. 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Domnzelgel Donnertag, den 25:'Mai 1922 (Himmelfahrt): Nachmittags - Ausflug nach Weidenhof. Pfingft-Sonntag und -Montag: Treffahrt mit dem Lieanitzer und Schweidnitzer gli in das Gulengebirge Führung: Herr Georg Jonas Telefon: Ring 3820, Traumann Nähere Auskunft erteilt Herr Georg Jonas» Holteistraße 46. Haus in Frankfurt a. Main und Hannover immerbrand-Patent-Gmde- Koch-u. Heizöfen Spezia 1-Sabbath-Ofen ersetzen jeden Herd. Gas, Holz und Kohle überflüssig. Aufsehenerregende sparsame Feuerung Vollkommen staubfrei da ohne Wellensieb. Grudekoks markenfrei AHein-Verkauf: Kallen & Vorwerk Schweidnitzer Straße 21/22, Schloßplatz 1, gegenüber Stadttheater. 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Breslau Hl, Reue (L-^menstraße 6. 326311989410999872229769205398813063996872835

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