Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 2 (1922)
- Issue
- 15 (14.4.1922)
- Date
- 1922-04-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zu Nr. 13 der Jüdisch-liberalen Zeitung Itz. April im. haftoroh Schabboth haggoüol. Maleachi 3,4 (2,17)_3,24. Die Haftoroh für den Sabbat vor dem Erlösungsfest ist daS letzt« Propheten-Kapitel, — weil eS von der End-Erlöfung Israels spricht. In Wahrheit besteht es aus 5 Emzelsmcken, von denen das erste schon mit 2,17 beginnt. — Die Vorstellungen dieses Propheten von der Endzett sind ebenso merkwürdig, wie daS Kragennld Antwortspiel am Ansang seiner Reden. Mancher schöne Wort aber entschädigt unS dafür, daß seine Ideen für unS nicht Wahrheits-, sondem nur poetischen Wett haben. Ihr ärgert Gott mit Redens Ihr fragt: Wieso ärgern wir ihn? Ihr sprecht: Jeder Missetäter muß Gott wohl gut gefallen. Er liebt ihn wohl! Do bliebe sonst der Gott des Gerichts! Wohlan! Ich send' einen Bote«, der ebnet den Weg vor mir: Der Richter. Len itzr begehrt, plötzlich kommt er in meinen Der Bote der Bundes, den ihr ersehnt. seht: er trifft ein! Wer ertrügt mm dm Lag seiner Ankunft! Wer steht fest. wenn er erscheint! Den» er ist wie Feuer, bas Silber lautert. und Wäscherlauge: Und er setzt sich zum Schmelzen und Lautern — und läutett die Söhne LewiS! Er reinigt st« wie Silber und Gold, Bis sie mir wieder gehörige Opfer bringen Und mir das Opfer Fuldas — und Jerusalem lieb wird. Wie früher in den Jahren der Vorzeit! Doch nah' ich auch euch alS Richter, — und ich bin ein eifttger Zeuge Für Zaubrer. Meineid'ge, Ebebrecher, Bedrücker von Arbeitern, Witwen und Waisen. Und Fremdenrecht-Beuger, die mich nicht fürchten! Ja: Ich Gott Sndre mich nicht, dock» auch ihr Jakobssöhne sterbt nicht! Wohl nicht ihr seit Väterzeiten von meinen Geboten, verwarst sie: Doch jetzt kehrt nur um» so komm' ick» zu euch, — so spttcht der Herr der Scharm! Darf Gott ein Mensch betrüge», so wie ihr mich betrügt? Ihr fragt: Wie betrügen wir dich? Mit Zehnten und Weihegaben! Vom Fluch seid ihr verfolgt, nur weil ihr mich betrügt. Das ganze Volk! Bringet doch alle Zehnten ins Vorratshaus, Daß Nahrung in meinem Haus ist: Dann mögt ihr mich prüfen. Ob ich euch dann nicht öffne des Himmels Schleusen Und euch nicht überschütte mit Segen ohn' Endel Ich schelle von euch dm Heuschreck, daß er des Bodens Frucht nicht fttßt. Die Rebe der Flur bleibt nicht ohne Frucht, all« Völker preisen euch glücklich: Denn ihr werdet ein Land von Wett. — so wricht der Herr der Scharen. Hart find wider mich eure Worte, spricht Gott. Ihr fragt: Was reden wir wider dich? Ihr sagt: Umsonst sei's, Gott zu dienen: Was nützt es, sein Gebeiß zn hakten Und vor ihm tief gebeugt zu gehen? Mr müssen die Frevler doch glücklich vretsen: Die Missetäter haben ihr Haus, Sie versuchen Gott — und kommen gut fott! Nun! Einst sprechen Gottes Verehrer sich Mut zu. Einer dem andern.—Gott hött's wohl und achtet's Und schreibt's in das Buch der Erinnerung vor sich: »Die Gottesfürchtige«, die mich lieben. Mein sind sie, spricht der Herr der Scharen. Am Tage, da ich die Auslese treffe: Ich «Barme mich ihrer, wie sich erbarmt Ein Mann des Sohnes, der ihm dient!" Dann mertt ihr die Trennung von Frevlern und Frommen, Don dem, der Gott dient, und der ihm nicht dient! D«m siehe, dann wird kommen ein Tag, der glüht wie i ein Ofen, Da werden alle Frevler und Missetäter wie Sttoh, DaS lener Zukunststag entzündet; Und Wurzel nicht und Zweig bleibt dann von ihnen übrig! Euch aber, Gottesverehrer, erstrahlt Di« Sonne der Seligkeit, Heil fliegt hernieder, Und ihr zieht aus, wie Herden aus Hürden, Die Frevler zu zerstampfen wie Staub Vor euren Füßen an jenem Tage, Den ich erschaffen werde. — so spttcht der Herr der Scharen. Denkt an Moses, meines Dieners. Lehre. Dem ich am Horeb Gebot' und Gesetze Für ganz Israel gegeben habe! Seht, Ich sende euch hernieder Den Propheten Eliah. ehe kommt Der Tag d«S Herrn, der furchtbare große. Der wendet das Herz der Vater den Kindern, DaS Herz der Kinder den Vätem erst zu. Damit ich die Welt nicht schlage mit Bann! Dr. FuchS- Chemnitz. 5ttc MzvgsfLhtgkelt See Kirchensteuer bei öer Einkommensteuer. Der Reichsfimmzhof hat sich am 30. November 1921 (m v 1/21) gutachtlich dahin geäußert: „Kirchensteuern sind bei Ermittelung des nach dem Einkommensteuergesetze steuerbaren EinkomillTns vom Gesamtbeträge der Einkünfte im allgemeinen nicht abziehbar." Aus den Gründen: Der Senat tritt entgegen der rm Schrifttum vertretenen Ansicht der Auffasiung bei, daß .Kirchensteuern" nicht unter die abziehbaren „Beiträge" des 8 13 Abs. 1 Nr. 7 Eink.-St.-G. fallen. Mt Recht kann auf die Entstehungsgeschichte Bezug genommen werden, die gegen die Einreihung der Kirchensteuern unter die Beitrage im Sinne der Nr. 7 spricht. Es wurde ausgeführt: „Die scharfe Steuergesetzgebung weide die freie Liebestätigkeit privater Kreise erheblich einschränkend Um einen durchaus notwendigen Anreiz zur Aufrechterhaltung der privaten Wohlfahrtsbeilräqe zu geben, sei deshalb eine gewiss« steuerliche Begünstigung solcher Zuwendungen erforderlich." (Ausschußbericht S. 74.) Man wollte einen Rückgang solcher Zuwendungen eben durch die Steuerbefreiung hintanhallen. Die Entrichtung der Kirchensteuer ist nun. auch wenn sie an die Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft geknüpft ist, nicht so wie die Leistung von Beiträgen an sonstige Vereinigungen der km § 13 Ms. 1 Nr. 7 bezeichnten Art, vom Standpunkt der für ihn einmal bestehenden Verhältnisse in den freien Willen des Steuerpflichtigen gestellt. Ebensowenig wie die von den Steuerpflichtigen wegen ihrer Zugehörigkeit zum Staat« oder zu der Gemeinde oder wegen ihres Wohnsitzes oder Aufenthalts erhobenen Staats- oder Gemeindesteuern, weil etwa der Pflichtige durch Umzug sich freimachen könnte, dürfen die Kirchensteuern als freiwillige Beiträge nur deswegen betrachtet werden, weil dem Pflichtigen die Möglichkeit gegeben ist, sich durch Austritt aus der Gemeinschaft mit Wirkung für die Zukunft der Besteuerung zu entzieben. Demnach fallen Beiträge steuerlichen Charakters für kirchliche Zwecke unter 8 13 Abs. 1 Ziff. 7, ebenso wenig wie derartig Beiträge für die übrigen dort genannten Zwecke." Es folgen dann einzelne Ausnahmen, die aber für die jüdische Gemeindesteuer nicht in Betracht kommen. Dieses Gutachten ist durch ein neueres Gutachten des Reichsfinanzhofs vom 6. Februar 1922 bekräftigt worden. Damit ist die Streitfrage bezüglich der Abzuassähigkeit der Stenern für die südische Gemeinde entschieden. Die Finanzämter, sind bereits bei dem Einkommensteuerbescheid für daS Rechnungsjahr 1920 dementsprechend verfahre« und haben die Steuer für die jüdische Gemeinde, sofern sie der Steuerpflichtige abgesetzt hatte, zu dem erklärten steuerbaren Einkommen hinzuaerechnet. Die Einlegung des Einspruchs gegen den Bescheid e* übrigt sich mit Rücksicht auf die mitgeteilte Ansicht detz Reichsfinanzhofs. Dr. Julius L. Seligsohn, , WWölkW Meinen MMen mm. Von Dr. Paul Rosenstein - Breslau. In der »Schlesischen Zeitung" vom 26. Fedm« nimmt Herr sind. Phil. Erich Kuschnitzky (Freiburg) daS Wort zuvtz Berfassungskamps der Studentenschaft, um vom Standpunkt des nattonaldeulschen Julen diese Frage zu beleuchten. Gerade wenn man, ttotz Ablehnung der Ranmannschen Gründung, dem Richtigen in den Ansichten Naumanns verstimmt und es für eine wichtige Aufgabe des Zentralvereins hält, die von Naumann so verachtete »Zwischenschicht" zu aufrechten deutschen Juden oder jüdischen Deutschen zu erziehen, muß man gegen Kuschnitzkvs Aeutzerungen, die durchaus dem Tone der schlimmsten antisemitischen Blätter angepaßt sind, energisch Verwahrung einlegen. Die Judenfrage in der Studentenschaft selbst, besonders, in der Oesterreichs, mag hier ganz uneröttert bleiben. Als Probe soll nur erwähnt sein, daß Herr K. von den 300 000 in Wien „heimischen", bezw. zugewanderten Juden, die irr der Mehrzahl Zionisten und Zwischenschichtler sind, als vom »internationalem Gesindel" spricht. Näher geben unS fein« Betrachtungen über die Einwanderung der Ostjuden ins Deut» sche Reich cm. Ich stehe auch auf dem Standpunkt, drtz, solange bet «ns nicht in ausreichendem Maße Wohn- und Arbeitsgelegenheit für unsere Bevölkerung vorhanden ist, die Zuwanderung aus dem Auslande auf das äußerste zü be» schränken ist; aber nicht nur für die Osttuden. die sich nach K., »gleich Maden am deutschen Volk zu nähren versuchen*. Wie denkt Herr K. über die Einwanderung der vielen rnffi« schen nichtjÄdischen Elemente, die ebenfalls unseren Volks» genossen Wohn- und Arbeitsaelegenheit wegnehmen? Ist auch der ein »Hundsfott, der diesen Schmarotzern und heimatlosen G-fetten Unterstützung und Unterschlupf gewährt"?! Z'r Lösung der Judenfrage wird diese Liebedieneret vor den völkisch gesinnten Studenten nichts beittagen, auch nicht, wenn Herr K. seine Gesinnungsgenossen als „nationale deutsche, also deutschvölkische. Studenten jüdischen Stammes* bezeichnet. Mit Men Elementen, die die Verfassungskämpfe der Studentenschaft als Plattform zur Propagierung des wüstesten Antisemitismus benutzen, wird eine Auseinandersetzung nie zu einer Zusammenarbeit führen. Aber alle die christlichen Kreise un*er:r Bevölkerung, mit denen eine Ausspräche über die „Juoensrage" herbei zuführen von Wert sein kann, werden sich wohl eher zu einer gemeinsamen Arbeit mit unserer Jugend finden, die zu aufrechten Deutschen und aufrechten Juden erzogen ist. als mit Leuten vom Schlag« des Herrn K., die das Heil in einer Anbiederung an »völkische" Kreise sehen. _ A?M) Ott WthINMllMt WM. Jubiläum des Direktors Silberberg.Ahlem. Die israelitische- Erziehungsanstalt Ahlem hatte zu der Feier des 25jährigen Jubiläums ihres Direktors Albert Silberberg nach dem Saale des alten Rathauses eingeladen. Eine den Saal füllende Festgesellschaft hatte der Einladung Folge geleistet. Erschienen waren u. a. Oberpräsident N o s k e, Oberpräsidialrat Dr. Kriege, Geh. Regierungsrat Dr. T h ö n e, Geh. Regierungsrat Ntckell, .Landrat Krüger, Medizinalrat Dr. Drews, Hand» Werkskammer-Präsident Plate, Kommerztenval Berliner» Justizrat Wolfes, Rabbiner Tr. Creund, Sanitätsrat Dr. Caro, Großkausmann Elsbach, der Vorstand der Synagogengemein.de, Vertreter der jüdischen Logen und Frauenveretne, sowie zahlreiche ehemalige und sämtliche jetzigen Lehrer und Schüler der Anstalt Ahlem. Aus dem festlich geschmückten Podium sah man das Reilies des Begründers Motttz Simon und die Büste des früheren Vorsitzenden des Vorstandes Sartorius Rhetnhold. Beethovens „Die Bimmel rühmen", von einem aus Schülern der Arrstalt gebildeten Gemischten Chor gesungen, leitete die Feier stimmungsvoll ein. Der Vorsitzende des Borstandes der Erziehungsanstalt Ablem, Handelsschuldikektov Manfred Berliner, begrüßte die Erschienenen und betonte, daß das heutige Jubiläum des Direktors Silberb e r g zugleich ein Jubiläum der Anstalt Ablem selber sei, die zwar schon 29 Jalhre bestehe, aber im Jahre 1918 ihr Jubiläum nicht habe begeben können. Kurz wies der Redner ans die von Konsul Moritz Simon scin-r?eit vollzogene Er« Lüge -es Frühlings. Novelle von Ludwig D a v i d f o h n. (Schluß statt Fortsetzung.) Hans merkte bald, wie wortkarg Walter war; er drehte sich nach ihm mn und sah, daß er Tränen in den Mgen hatte. — »Was ist Dir?" Walter schwieg zuerst. Dann stammelte er: »Ich Hab' solche Angst, daß sie stirbt." t lt Hans blickte ihn ftst an und versuchte, ihn zu begütigen: »Du mußt die Hoffnung nicht fahren lassen.. sie kam mit dem Frühling zu uns! — Sieh nur, wie alles grünt und wird, wie alles zum Leben, zur Entfaltung drängt: — der Frühling bringt Leben, nicht Sterben — und er lügt nicht. — Gib nur die Hoffnung nicht auf. — ez wird alles noch gut werden." — t Am Nachmittag lag Walter am Strande und versuchte vergeblich, etwas zu schlafen. — Er fühlte nichts anderes, als den einen großen Wunsch, daß sie die Krisis überstehen möchte. — Furcht und Hoffnung wechselten bei ihm ab, und sorgenvoll eilte er, als es Abend wurde, wieder in das Krankenzimmer, nachm der Schwester die Wache ab, saß wieder stundenlang an ihrem Bette und wurde nicht müde, alle Verrichtungen und Handgriffe für sie zu tun. Abends kam Hans. — . . » „Siehst Du, was ich Dir sagte, es geht besser!"- Ihr Gesicht war schwach gerötet. — War es nur die trügerische Farbe, die die Lampe durch ihren Schirm ans das Gesicht der Kranken warf? Walter nahm den Schirm ab und leuchtete. — Freudig atmete er ans. Es ging ihr besser! — Die Rächt hindurch wachte er wiederum, und als am Morgen Hans kam, hätte Walter beinahe laut gejubelt. Sie genas! — Noch war nicht alle Gefahr vorüber, aber nun war die Hoffnung in ibm übermächtia aeworden. Eine stürmische, überquellende Freude war in ihm, in seinem Herzen hoher Festtag. Also sollte sich feine Sehnsucht doch erfüllen; er hatte nicht umsonst inbrünstig gehofft und geharrt und sein ganzes Denken nur aus den einen Wunsch konzentriett: »Wenn sie doch bald gesund werden würde!" - . Nun wollte er alles tu», war möglich war, um dem Tode die soweit abgekämpfte Beut« mm auch sicher zu entreißen. — Und er wich nicht vom Krankenbett. — Der Abend kam heran; sie lag ruhig atm««d da. Es war drückend heiß im Zimmer, und Walter öffnete etwas die Fenster. Die Sonne hatte sich hinter Wolkenschwaden verborgen; das Meer erglänzte, so weit daS Auge reichte, — wie ein Spiegel aus hellgrünem Glas«. — Langsam senkte sich die Dunkelheit hernieder. Rotumsaumte Wollen standen im Westen. Bon Süden zogen schwere, dunkle Gewitterwolken heran und eine Flottille von Fischerbooten kam in dm Hafen zurück. Walter starrt« ins Abendrot und plötzlich kam er über ihn und er tat etwas, was er schon sett seiner frühesten Kindheit nicht mehr getan batte: er stürzte in die Kniee und flehte aus übersttömendem Herzen im Gebet zu Gott, daß er ihm sein Liebstes erhalten möge. — Draußen begann es schwach zu regnen. — Es war fast ganz finster geworden. — Nur im Nordwchen leuchtete am Horizont ein schmaler, flammendroter Streifest. Walter entzündete ein kleines Nachtlämpchen und setzte sich an ihr Bett. Langsam und regelmäßig atmet« die Kranke und er lauschte aus jeden Atemzug. Auf dem Tisch stand in einem Glase ein großer Strauß Maiglöckchen und die Blumen dufteten stark. ES war fast ganz still im Zimmer. Rm bei ange- Btem Aushorchen vernahm Walter das leise, unablässige den des Meeres. Es war wie ein tiefer, voller Ton, der in kurzen Pausen durch die Nacht klang, wie ein leises Atemholen der Natur. Es regnete starker. Eintönig schlugen die Tropfen aus daS Fensterbrett. Walter schloß das Fenster. Und mn war es wieder ganz still im Zimmer. Das Nachtlämpchen leuchtete nur schwach und warf einen matten Schein auf ihr Gesicht. Wie wrmderschön war sie. Welch edle und stolze und dabei doch so liebliche und sanfte Linien in' ihrem Antlitz. — Er konnte sich kaum sattsehen an ihr. — O wie gerne hätte er den holden Kopf zwischen seine Hände genommen, hätte er die mädchenhafte Gestalt umarmt, die blassen Wangen gestreichelt! Das Nachtlicht flackerte ans. — Walter fuhr zusammen und wandte sich um. — Wie der süße Geruch der Maialöckchen fast betäubend war! Er nahm das Glas mit de» Mumen und stellte eS leise vor die Tür, damit der schwer- Duft der Genesenden nicht schädlich werden könne. Als er sich wieder an ihr Bett setzte, sah er, daß sie mH wett geöffneten Augen dalag. Sie lab ihn groft an. Mühsam und abgebrochen begann sie zu sprechen: »Ich werde bald sterben. — — — Man hätte sich nicht soviel Mühe neben sollen — — meinen Tod hinauszuschieben-— es — ist — doch — alles — nutzlos.-— AVer — ich — danke — Ihnen — allen, sür das, — was — Sie taten.-- — Leben — Sie — wohl!"-- Da verlor Walter seine mühsam gewahrte Beherrschung; er stürzte in die Kniee und barg laut aufschluchzend daS Gesicht in den Händen. Und in abgerissenen Sätzen entfuhr eS ihm: »Es geht Ihnen ja schon besser,-Sie sollen weiter leben und gesund werden-Sie sollen bei uns bleiben. — — ich habe Sie lieb!" — — Ein kaum mezjsliches, schmerzliches Lächeln spielte UM ihren Mund. „Ack! le''der habe ich damals-zu — schlecht — gezielt!" hauchte sie. Und Walter weinte und weinte, wie er in fetnwt Leben noch niemals geweint hatte...