Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 2 (1922)
- Issue
- 15 (14.4.1922)
- Date
- 1922-04-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2613366-2613657-2613671--0335-2617556- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
M M a M._ 4 A 1F1 klA LllML^e OI&MitTlIM QIjmI«* fcjg _ .»«# > ' - /% ,(I.„| V»m 1. April ab Ist di« bisher vom Liberalen Verein der Spna^-engemeind« VreSlau heranSgegebe»« »Jüdisch. 'Im IltllPlP &jPlPl! liberaleZeitung« daS oMMe Organ der Bereinigung für da» Merale Judentum E.V., Berlin geworden; fl« ha, ' dadurch ihren Wirkungskreis über ganz Deutschland erweitert, t Der redaktionelle Seil der Zeitung wird wesentlich ««S- «baut indem ihr einmal monatlich «in« wtssenschaftliche Beilage unter de« Diel .Liberale« Judentum«, sowie einmal monMich die ..Mitteilungen der ArbettS- . «meinlchaft jüdilch-liberaler gugendverein« Deutschlands« beigefitgt «erben. Sämtlich« Mitglieder ber Vereinigung für daS liberale Judentum und der jüdisch-liberale» J ^uaendvereine erhalten die Zeitung kostenlos. / M« RIchtMiVUedl» bitte« wir HSslichst. di« VeMsSgebii-re« von «k. IS.- für das t. Quartal ins bis S spatesten» 20. April aus unser Postscheckkonto »mt BreSlau «r. »7 etnzuzahlrn, damit in der Zustellung »er Zeit»», kein« Unterdrechun« «tntrttt. Der Verlag ber »2«bisch-»beralen Äkttung«. Th. Schatzw, Duchdmckerel und VerlagsanstM. S. m. b. Breslau s. .iM4l4IUl>*t*i>*i»IIH****>*>W**W>tly|glt4^iirtt*W***liaimiim,,<l|,flll***ill**^y**l**4l***************<>l deutschen Juden vorlicgen, ttejMeftttUnw M vor sitzenden Dr. Naumann in der Fölnffchen Leitung., Liegt Berlin in Deutschland?'' aehört zu diesen Versängllchkckt«^ Berlin bleibt die Hauptstmt unsere- Vaterlandes, Und auch die ^deutschen Juden werden niemals in ihrer Treue wmmn. Kein« Einwanderung, keine Ueberftemduna. umbaS häßliche Wort der Uebmrewun,I hierherzufetzen, rann daran etwas ändern, und mancher Ausländer, der im Krieg« mit Mnd«n Zwang« als Muskelarbeit« nach Deutschland tm> btttfie ln sich das Zeug zu einem rechtschaffenen StaatMrger tragen. Ms öem Reich. Berlin. Das geplante devffche Reichs-Fremdeu-Recht. Im preußischen Abfteordnetenhause hat der Minister des Innern. Severing, Ende November v. I. anläßlich einer Besprechung des Oftjuden-PwblemS erklärt: „Ich möchte hier nur sagen, daß die Schaffung eines ReichS-Fremben- Rechtes in naher Aussicht steht, und daß von meinem Ressort aus baldige Verabschiedung gedrängt wird." In. zwischen scheint in deutschen RrgievungSkreisen die Stimmung gegen das geplante Fremden-Recht umgeschlagen zu haben. Me der I. C. B.-Berichterstatter von unterrichteter Seite erfährt, sind vorläufig keine Vorbereitungen für ein solches Gesetz an den zuständigen Stellen im Gange. Propaganda unter den deutschen Unabhängigen für Austritt aus der jüdischen Gemeinde. Innerhalb der unabhängigen sozialdemokratischen Partei Deutschlands wird gegenwärtig eine scharfe Agitation für den Austritt aus den Kirchengemeinden, bei den jüdischen Anhängern aus den Synagogengemeinden, betrieben. In den letzten Tagen hat m Konsequenz dessen der bekannte unabhängige Sozialdemokrat. Abgeordneter Dr. Kurt Rojenfeld, seinen Austritt aus der Berliner jüdischen Gemeinde angemeldet. Dr. Rosenseld hat bisher bei wichtigen jirischen sozialen Maßnahmen mehrfach seine Mithilfe zur Verfügung gestellt und auch ein anderer bekannter Führer der unabhängigen sozialdemokratischen Partei Deutschlands, der Abgeordnete Dr. Osoar Cohn, hat seine Anteilnahme an ber jüdischen Gemeinde dadurch dokumentiert, daß er in den letzten Repräsentantenwahlen kandidierte. Dr. Cohn wurde auch damals zum Repräsentantenftellvertreter gewählt. Ob Dr. Cohn die gleichen Konsequenzen wie sein Parteifreund Rosenfeld ziehen wird, ist hier nicht bekannt. Der deutsche AntisemitenfÜhrer Graf Reventlow uud äie Bne Brith. Der bekannte Führer der deutschen Antisemiten. Graf Ernst Reventlow. der sich in den letzten Jahren mit der Verbreitung der Legende von den Weltherrschaftsplänen der Juden beschäftigte, und auch den Apostel der bekannten Legende von den „Weisen von Zion" gespielt hat, veröffentlichte vor kurzem im antisemitischen „Deutschen Abendblatt" einen Aufsatz über da- Wesen des Ordens Bne Buch, in welchem er auch dieser Humanitären Organisation Welcherrschaftsbestrobngen unterschob. Eine Einladung des Präsidiums der Berliner Bne Brith-Loge zu einer mündlichen Besprechung, um ihm die Grundlosigkeit seiner Behauptungen dokumentarisch nachzuweisen, lehnte Gras Reventlow och. Dagegen nimmt er eine Prefsevdrichtigung der Bne BviH-Loge an die genannte Zeitung zum Anlaß, mn neuerdings Kn „Deutschen Tageblatt" vom 28. d. Mts. der Bne Brith-Ovganffation Weltherrschaftspläne vorzuwerfen. Entgegen dieser Berichtigung sucht Graf Reventlow nachzuweijen. daß die Bne Brith sowohl mit der Alliance Israelite Universelle, als auch mit der zionistischen Bewegung un*> dem Hilfs- Verein der deutschen Juden Verbindungen unterhalte, die Nach seiner Meinung die Herrschaft der Juden über die Völker der Welt bezwecken. Graf Reventlow zitiert Redebrocken aus Festschriften und Reden verschiedener jüdischer Vereinigungen, in welchen von idealen, beispielgebenden, humanitären Bestrebungen des Judentums die Rede ist, und sucht sie im Sinne der Anstrebung einer Hegemonie über die anderen Völker umzudeuten. Wie wir erfahren, werden die Angriffe des Grafen Reventlow ovgen die jüdischen Organisationen nicht unerwidert bleiben. Ueber die weitere Entwickelung werden wir noch berichten. Jüdischer Elternbund Groß-Berlin. Der jüdische Etternbund Groß-Berlin ist eine Vereinigung jüdischer Eltern, ohne Rücksicht auf deren politische und religiöse Anschauung. Sein Zweck ist der Schutz und die Wahrnehmung der Interessen aller jüdischen Schüler, die Groß- Berliner Schulen besuchen. Der Elternbund bildet an allen Groß-Berliner Schulen Gruppen. die den engeren Zusammenschluß der Mitglieder bewirken sollen und durch Delegierte im Vorstand vertreten sind. Soweit an Groß- Berliner Schulen noch keine Gruppe besteht, wollen sich interessierte Eltern zwecks Bildung einer solchen mit dem Vorsitzenden, Georg Lachmonn, Berlin NO. 55, Prenzlauer Allee 49, ttt Verbindung setzen. München. Pogromhetze der Münchener Antifemiteu. Vor einigen Tagen hat hier ein« Versammlung her tzaveriülben Mttelstandsvartei statt-einnden, bk m einer beispiellosen antisemitischen Hetze auSartete. Me Hetze stützte sich besonders auf di« Tatsache der Mischen Zugehörigkeit deS Außenministers Rathenau. Auch wurden Aufforderungen zu Gewalttaten gegen die iüdffche Bevölkerung Münchens laut. Eine Anzahl BersammlungSteilnthmer drohte, die Ausweisung ihres antisemitischen Führers mit einem Pogrom zu beantworten. Stuttgart. Gin deuffcher General gegen die Jude» Hetze. In einer Versammlung in Stuttgart sprach der cmdem Kriege bekannt« General von Deimling über die Frage: „Was lehrt uns der Krieg?" und wandte sich im Verlauf seiner Ausführungen in schärfsten Worten gegen die Iu-enhetz«. die er alS Hindernis für den Wiederaufbau Deutschlands bezeichnet«. Aus Zwischenrufe antffemitischer Jünglinge brandmarkte es General von Deimling, daß man den jüdischen Soldaten im Kriege Untreue vottverfe. Ihm selbst, als Führer eines Armeekorps, sei nie ein Fall bekannt geworden, daß Soldaten oder Offiziere Mffcher Konfession ihre Pflicht vor dem Feinde nicht getan hätten. Gegen die Mtisemittschen Anwürfe spräche die Zahl teils gefallener, teils dekorierter Soldaten. Die antisemitische Hetz«, sagte der General, sei eine Roheit gegen die jüdffchen KrieaSwitwen und Kriegswaisen, sowie gegenüber Müttern jüdischer Gefallener. Unsere Bewegung. Nachrichten de, Bereinigung für dar liberal« Judentum. Ortsgruppe Elberfeld. Vor einiger Zeit haben endlich die längst fälligen und in weiten Gemeindetteise« immer lauter -4forderten Wahlen zur Repräsentantenversammlung stattgesuiv. den; auch der Vorstand hat eine anderweiiige Zusammensetzung erfahren. Ob di« zahlwtchen neu in die beiden Körperschaften eingetretenen Mitglieder zum Gegen der Gemeinde Witten werden, mutz di« Zukunft lehren. Au dm neuen Vorstandsmitgliedern gehört auch der Gemeinderabbiner, d. h. er ist nicht gewählt, sondern er gehört, nach der «um Gemeindeverfassung, kraft seines Amtes dem Vorstände an. Auf ausdrücklichen Beschluß der neuen Gemeindevertretung hat der Rabbiner auch an allen Reprasentantensttzungen teilzunebmen. Kein Einsichtig« kann bezweifeln, daß die Hinzu. Ziehung deS Rabbiners zu fitmtltchen Gemeinde aufgaben dem wahren Jriteveffe dev Gemeinde entspricht. Denn dies in den liberalen Kreisen weniger erkannt wird als in den orthodoren und in den zionistischen Cf. die letzte Hauptvmsarmn. luna der -Bereinigung für vaS liberale Judentum"), so ist dar sehr b^tmeckich. ES ist -oh« Zeit, daß sich in den liberalen Kreisen daS Verständnis für Ding« durchsetzt, di« für die anderen Richtungen eine glatte Selbswerständlichleii stich. Ortsgruppe Magdeburg. Uns« Glaubensgenosse Herr Emil Brauer, langMriger Vertreter der Hamburg' Amerika-Linie, ist zum Konsul von Mexiko für die Provinz Sachsen ernannt worden. (Herr Brauer stammt aus Ob«, schlesten.) Ortsgruppe Stuttgart. Die Mttgliederzahl hat zu. folg« eines im vorigen Jahr hier abgehattenen WerbevvrttagS des Vorsitzenden der Vereinigung. Herrn R.-A. Heinrich Stern aus Berlin» welcher ans allen Kreisen der Gemeinde sehr zahlreich besucht war, «inen erfreulichen Aufschwung ge. nommen. GS bleibt zu wünschen und hassen, datz die schon mehrfach ohne Erfolg versuchte Verschmelzung mit dem seit lange hier bestehenden, israelitischen liberalen - Verein, ge. lingen werde. Zeitungsschau uns verschieöenes. Plötzlicher Umschwung in der Judenpolitik Polens. Bekanntlich hat die Mehrheit de» polnischen SeM trotz schärfster Opposition seitens der jüdischen und sozialistischen Sejmabgeordneten auch in der zweiten Lesung das Gesetz angenommen, wonach dm OssizierSrang in der polnischen Av> me« nur ein echter Pole etnnehmen kann, ungeachtet dessen, daß ein solches Gesetz eine Vergewaltigung der polnische« Konstitution bedeutet. Ganz unerwartet jedoch hat der Sejm in der dritten Lesung die beantragt« Abänderung des jüdischen AbtzeoÄ>> neten HachglarS emgenommm. Das Gesetz lautet jetzt solguv dermaßen: Offizier d« polnischen Armee kau» jeder polnffche Bürger werden, saNS fein polnischer Patriotismus einwandfrei feststeht. Dr. Mar Naumann — und die Nattoualludeu. I« dam Organ der Deutschen Bollrpaüei, der .Kölnischen Zeitung*. veröffentlicht der Gründer und derrcktige Vorsitzende de» Versandes nationaldeutscher Juden, Dr. Max Naumann, einen Artikel, der sich gegen die Uebersvemdung Berlin» rich. tet. De. Naumann anerkennt zwar, datz das ^jüdische -le. ment einen durchaus nicht überwiegenden Bruchteil -er Fremden -«pellt und ihre Schädlichkeit dev bet anderen Fremden Nachsicht, schüttet aber bet dieser Gelegenheit die ganz« Schale seine- Zorne» aus die deutschen Zionisten «tf. Er sagt u. a«. das Misch« nationale Element sei ein Fremd' kövpee im deutschen Volke, wie nur irgend eine Gattung««, ländischer Anwänder«, aber «S überwies« st« alle «Schädlichkeit. Der Russe, Pole, Rumäne, Tscheche, auch der aus einem dieser Länder stammende Jude sei immechtn Ausländer. den man schließlich auSweisen kann, wenn er e» ati toll treibt, -er Jttdtschnational« aber, der sich heute Zionist nennt, pocht aus sein deutsches Staat Sbüigrrrecht. Dr. Naumann sucht dann zu beweise», datz der Jüdischnationale ein Feind de» Deutschtum» ist, dem er durch Der, »der jüdischen Jugend wertvoll« Kräfte entzieht.' Er d«m bei der Angst ftatyefundenen Lag««- de« ÄttionipKomttee» aus mW demänM e». daaus der JBe* sammrmia in kt «tala tat Oftfubm. darunter ein fttae* ordnet« de» polnischen Sejm, al» Revmr aufgttrttm sind. «r greift den Vorstand der Berliner Mischen Gemeinde an, datz er vor einigen Wochen Proftsior Dr. L'haim ««Umann als Vvästdenien der Zionistischen Weltorgantsatiorr offtzieN begrüßt hat. Sr schreibt dann wörtlich: Me Herren mögen sich darauf berufen, daß auch der RetchsprSstdent Sbert Weizmann empfangen hat. Dieser mag aber vielleicht in Veizmann den Schützling England» gesehen und ans Rücksicht auf dies« Macht, von der leider heute so vieles ftw Deutschland abhangt, den Mann empfangen haben. Steht apch dem Vorstand der Berliner Mischen Gemeinde dieselbe Erklärung zur Sette?" Dr. Naumann fragt, warum die Her«« von dun Zentral-Verrin deutscher Staatsbürger jüdischeu Glaubens bei dieser Gelegenheit nicht mit der Faust aus den Tisch geschlagen haben. Er meint zmn Schluß: «Nicht» gebe den Antisemiten besseres Material als solche ÄerbrüdenlM vermeintlicher Deutscher mit deulschftemden. ja deutschseiMicken Elementen." In der Nordhausener Zeitung folgendes Fingesandt^: War Jesu» Germane? findet sich Glücklich ist der zu preisen, der nicht in der von der Rieolai-Kirchengemeinde einberufenen Versammlung war. in der Herr Pros. Kittel au» Leipzig «b«, obiges Thema sprach. Während -er Vortragende in durchaus ruhiger, ob« Mver, firrma wissenschaftlicher Weife ttefaründta all« Fragen, die obig«- Thema berühren, erörterte, sank die Aussprache aus ein Niveau, wie es tiefer nicht sein konnte. Schuld daran trug der Versammlungsleiter, Herr Superintendent Hammer, der leider gleich nach dem Vortrag eine un« nötig« Schärfe in die Debatte brachte und die Versammlung Nicht in unparteiischer Weis« leitete. Herrn Oberst von der, Hardt, der nach Prof. Kittels Worten »eine antisemitisck'» Hetznnh Brandrede übelster Art" hielt, ließ er Redefreiheit^^ Dem Vertreter d<S Judentum-, Herrn Rabbiner Dr. L»v y, wollte er nach zwei Sätzen schon das Wort entziehen. Herr Pros. Kittel wies darauf hin, datz es da» christliche Gerech. tigkeitsgesühl erfordere, mm auch die Gegenseite zu Wort, kemnten zu kaffen. Die Ausführungen des Herrn Oberst forderten eine herbe Kritik durch den Professor Kittel berau», der solche Ausführungen als eine ^Schande" bezeichnte. Go hätte von dem Verantwortungsgefühl eimS hohen deutscher» Offizier» andere Vorstellungen gchübt. Kritiklos habe dev Herr Oberst aus dunkelsten Quellen alles übernommen, wa« in feinen Antisemitismus paßt«. Trotzdem Seharrte diesen nach den Beleihrungen durch den Vortragenden noch auf, seinem unhaltbaren Standpunkt. Geradezu empörend wao daS Betragen einig« Jünglinge, die dem Herrn Prof. Kittel »Schluß!* Mriefen. Nichts ist kennzeichnender für den Tick« stand der DtSkMsion alS das Ur'ell deS Vortragenden: bin doch nicht Ihr Kandidat, werde doch nicht von Ihnen bezahlt, habe mich doch nicht aulgedrängt, sondem bin gerufen, um das vorzutragen, wa» deutsche Wissenschaft üben, die Frage zu sagen hat! Hätte ich gewußt, in welche Ber«' Sammlung ich hier geraten würde, ich wäre an meinem Schreibtisch in Leipzig geblieben, wo ich meine Zeit mit dem Studium alttestamentlicker Wiffenschaft beffer hätte der« briuqen können!" ES ist itesbedauerlich, daß der gute Rns Rordhausen» (eine Verallgemeinerung bleibt ja Nicht au»> durch den Verlauf dieser Versammlung wieder schwer ge» schädigt worden ist. Ein evangelischer Christ und Teilnehmer der Versammlung. Breslau. L« letzten Tage des Petzachsesie» (Donnerstag. 20. April) predigt in der Geminarshnagoge, Wallsiraßs mn Uhr Herr Dozent Dr. H«1 n c m a n «. Der Mazzothmangel. Unmittelbar vor dem Petzachsesie hat sich hrrauMsüll». daß eine große Anzahl Familien nicht mit Mazzoth versorgt ist. Sie haben sich hilfesuchend an die Gemeinde, gewandt, die von vielen Gemeindemttaliedern alS Mädchen für aller" betrachtet wird. Die Gemeinde hat aber ihrerseits alles ge-' tan, um die Mazzothversorgnng ihrer Gemeindemitglieder sicherzustette». Sie hat eine zweite Mazzothbäckerei im Herbst vorigen Jahres unter Aussicht genommen und bet beidenj unter Aussicht stehenden Bäckereien sich vertraglich das Recht Vorbehalten in erster Linie die Versorgung der Mitglieder dev Gemeinde BreSlau zu verlangen. Die htestgen Bäckereien! haben tm Januar dementsprechend bekannt gemacht, datz S‘ em bestimmten Zeitpunkte Mazzoth bestellt werden mutz.! bestellte Quantum für BreSlau ist von den Bäckereien ftliesert worden. Leider haben viele BreSlau« Familim e» verabsäumt, die Bestellungen auszugebm. Auf diese «eisei ist eS bet Gemeinde unmöglich, das für BreSlau benötigt^ Quantum zu bemessen und die Liefemnq durchzusetzm. Die Mazzothbäckereien waren bei der geringen Änüchl de» vcktellungm auS BreSlau sog« gezwungen, den Absatz nach auswärts, insbesondere nach Oberschlesten, zu sorzieren. Obgleich die Gemeinde an dem Mazzothmangel kein Verschulden trifft, hat sie dennoch alle» getan, um in letzter Minute dm Mangel zu beseitigen. Sie hat eine brr Bäckereien veranlaßt, mit großen Kosten den längst eingestellten vackvetrieb wieder zu «öffnen und aus dem noch auf. tteibbarrn Mazzotbmeb! 25 Zentner Mazzokh auszubacken. Zu den großen Selbstkosten, die hauptsächlich durch die Neueröffnung de» Betriebe» für kmze Zeit entstehen, gibt di« Gemeinde etwa 4,50 Mark auf das Pfund au» eigen« Mit« ieln dazu, sodaß der KleinbandelsvreiS auf 17 Mk. ie Pfund berubgedrückt werden konnte. Lckder dürften auch diese 25 Zentner den Bedarf nicht voll gedeckt haben. CS ist zu bofsen, datz im nächsten Jahre die BreSlaveu Nicht wieder versäumen werden ihren Bedarf rechtzeitig anzmnekden, denn e» ist bllltgerwetse von der Gemeinde nicht 5tt verlangen, daß sie unter Zuschuß eigener Mittel im letzten tugenblick für Beschaffung von Mazzoth sorgt. 1877 I faiiSsm 11922 Optik«r GARAI <t Albrechtstr. 4 v B