Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 2 (1922)
- Issue
- 12 (24.3.1922)
- Date
- 1922-03-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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»jf fl»: WMJV.M'V. •I ,'.M?W|Uh WVWWWWWMW ^üötsch-chevldgtsches Seminar. Im Sommer-Semester iSLS werden am Seminar folgende Vorlesungen und Uebungen gehalten: Herr Prof. vr. Michael Guttmann wird lesen: a) Talmud statarisch Traktat Jebamoth . ..6 Std. wchtl. Ober-Abt. Unt.-Abt. Ober-Abt. Unt.-Abt. U.U.O.-A. b) Deeisoren o) Sckulchan aruch Orach Chaim 2 d) Halachische Uebungen.... 1 e) Kalenderkunde.1 Herr Dr. Heinemann wird lesen: a) Talmud Berakoth.5 b) Hebr. Grammatik (Nomen, starkes Verbum).2 c) Aram. Grammatik mit Lektüre a. d. aram. Stücken der Bibel 1 ä) Geschichtl. Einleitung in das Gebetbuch mit Lekt. leichter Piutim.2 e) Ausgew. Abschnitte auS RaschiS Pentateuchkommpntar ... 1 f) Reliaionsphilosophie der Kabbalah mit Lektüre aus dem Sohar.2 g) Uebungen über ReinachS Textes relat. aax ^aits ob an dudaisrne.1 b) Homiletische Uebungen ... 1 Herr Dr. Lewtowitz wird lesen: a) Grundlagen der jüdischen Ethik 2 b) Uebungen zu den Hauptproblemen der jüdischen Ethik . o) Lektüre von Otto: DaS Heilige (Einführung in die Religionspsychologie) . d) Die Klassiker der Pädagogik . s) Lektüre ausgewählter Stellen a. d. Pädagogiken Klassikern Herr vr. Rabin wird leien: a) Talmud cursoriich Makkoth . b) Der Prophet Ezechiel .... o) Einleitung tn die jüd. Bibel- Uebersetzungen; Lektüre der Veschittha. d) Historische Uebungen (Papyri v. Assukn u. Elephantine) . e) Geschichte (Die Gaonäitche Zeit) f) Historische Bücher der Bibel g) Neuhebräische Uebungen. . . Ferner werden für die Miitelabteilmig statarisch, 2 Stunden eursorisch gelesen. Vorbehalten. Die Aufnahmeprüfung findet am 1. Mai statt; die lesungen beginnen am 2. Mai. "Anmeldungen sind bis zum 25. April an den Vorsitzenden des Dozenten-Kollcgiums, Herrn Br. I. Rabin, Wallsträße 14, zu richten. Ws Ober-Abt. 2 », „ v 2 „ „ U.U.O.-A. o * ff ff If 2 „ „ Ober-Abt. 6 Stunden Talmud Verteilung der Stunden Vorftte OrtS gruppe Bre»l«e de» Jüdische« ftttuun* bunde» sendet auch in diesem Jahre im August erholungsbedürftige Kinder des Mittelstandes in das Kindevrrholungs» heim Segeberg bet Hamburg und erbittet Anmeldungen bis spätestens 31. März bet der Jugendpflegerin Frl. Cohn, Tauentzienstraße 12. I, täglich, außer Sonnabend, von 9 bis 11 Umr vormittags. Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Einem vollen Saale sah sich Herr Syndikus Tr. Hollaender aus Berlin gegenüber, als er am letzten Dienstag in der hiesigen Ortsgruppe des Zenttalvrreins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens sprach. In seinem Vortrage suchte er Erscheinungen zu erklären und verständlich zu machen, die, im modernen Judentum der Großstädte hcrvovgetreten sind, und zu deren Beseitigung die Wege zu weisen. Die Juden Hallen sich sprunghaft aus dem Gettho emporgearbeitet, und ihr Verhalten dürfe nicht vom individuell'ästhetischen, sondern vom sozial-ästhetischen Empfinden aus beurteilt werden. Dabei stellte er den Sombarischen Satz voran: Die Nichtjuden haben in Mengen die Tendenz, sich zu addieren, die jüdischen Menschen, sich zu multiplizieren, und zog daraus die Folgerungen für die soziale Äesthetit. Das Tempo in der Entwickelung gewisser Schichten des großstädtischen Lebens habe notwendigerweise dadurch überaus gefährlich werden müssen, daß sich ein mangelnder Einfluß des Familienoberhauptes auf die Familienmitglieder infolge der Hast des Erwerbslebens hcrausgebildet habe. Das Ideal des altjüdischen Lebens war, aus dem Sohne einen Gelehrten zu machen; die alle religiöse Erziehung erzeugte innere Werte durch Ausbildung des Intellekts und durch Sinterung der Wtllensenergie. Daraus könne man die Nicht linien für die Erziehung der kommenden Generation entnehmen. Religiös-sittliche Erziehung tue unbedingt not. Ferner habe sich ein Mangel an Autorität geltend gemacht, der Gefahren in sich schließe. Demgegenüber müsse die Ausrechterhaltung berechtigter Autoritäten betont werden. Der Zusammenhang mit der Mischen Vergangenheit dürfe nicht verloren gehen. Zur Wahrheit müsie der Satz des Angelus Silesius werden: Mensch, werde, wesentlich'. Besserung könne nicht durch Moralpredigten erzielt werden, sondern dadurch daß der Stolz auf die, Mische Gemeinschaft geweckt werde und daß, man sich seiner Verantwortung nach außen bewußt werde. Darüber zum Nachdenken angeregt zu haben, bezeichnet« der Redner als den Zweck seines Vortrages. — Herr Dr. Vogel stein unterstrich in der Aussprache die eigene Verantwortung für die Gesamtheit, warnte vor Per allgemeinerungen und betonte die sittliche Verpflichtung zur Festigung im Innern. Frau Paula O l l e n d o r f f forderte ein freudigeres Judentum, wandte sich besonders an die indische Frau und erinnerte diese an ihre Pflichten in der Fanrilic. 'Theater-Nachrichten. Lobe-Theater. Der Engel". (Ein Kammerspiel von Paul Frank.) „Der Protagoni st". (Einakter von Georg Kaiser.) Ein überaus reizvoller Abend, trotz großer Fragezeichen. Im Kammerspiel „Der Engel" des feinsinnigen Wiener Journaltfien Frank ist eine wundervolle, tiefe MenschhettSÄee i« ganz unzulängliche Form gekleidet. Der sieghafte Optimismus, daß auch im sündigen Menschen das Stück „Engel' eigentlich dominierend sei, hat in Paul's Namensvetter Leon, hard Frank's Buch „Der Mensch ist gut" und in Li.zt' Kriminalpsychologie einen beredteren Ausdruck gefunden. In diesem Spiel wird ein junger Bankdefraudant geschildert, dev in verträumter Sehnsucht sein besseres Ich personifiziert und sich für einer: Engel ausgibt; das naiv-gläubige Lehrevrhepaar und der „Engelmaler" Eberweyn, Jungnickel'sche Miwchengeslalten, nehmen seine seligen Poetastereien für handgreifliche Wahrheiten, wirken aber leider! — arg karikaturen- Haft, ja zum Teil unfrciwillig.komisch, da es dem Dichter nicht geglückt ist, diese Personen auf den reinen Märchenton zu stimmen. Diese Stilwidrigkeit verwirrt und schädigt die Wirkung des sonst so feinen Stückes. Immerhin ist des Jdyllischm und Dichterisch-Feinen genug in den drei Akten! Richard Felder: schuf aus den: unglücklichen, gefallenen Hirnmelsbewobner einen stjllen, leidenden Menschen, dessen schlichte Eindringlichkeit den poetischen Retz nie vermissen ließ. Josef Halpern, Gerda Meller und Gerhard M «i n e ck e versuchten als liebe, herzensgütige Bürger Mopias oft mit Glück, das Unglaubhafte ihrer Rollen zu mildern; die übrigen Darsteller fügten sich gut in den Rahmen des „Kammerspiels", dessen entzückende Bühnenbilder von dem hochbegabten jungen Maler Gröntnger stammten, dem dafür «in kräftiges „Bravo!" zugerufen werden muß. Georg K a i s e r ' s Kunst kommt lediglich aus dem Verstände, nicht aus dem Herzen. Auch der „Protagonist" ist eine geistreiche und fesselnde Variation des alten Themas von dem ewigen Zwiespalt zwischen Kunst-Wirklichkeit und Lebens-Wirklichkeit. Der große Komödiant" wird zum Totschläger, weil sich bei ihm diese beiden Wahrheiten verhängnisvoll kreuzen. Das kleine, nicht allzu bedeutende Drama gab dem ersten Darsteller des Lobetheaters, Karl Zistig, endlich einmal Gelegenheit zu zeigen, was für «in großer Künstler er ist. Sein Spiel war ein unnachahmliches Gemisch von wilder, verhaltener Glut, völlig-gelöster BewegtiKit und flimmernder Intelligenz, — eine unvergeßliche Leistung, mir ein großes Erlebnis! Seine Partner, die Herren Hanna, Bensck-Rutzer, Werth, ferner B ö h me und Veit, last not least Martha Schild, waren sämtlich recht gut, und nachdem man die seine und sttmmungsuollc Begleitmusik des Breslauer Komponisten Edmund Nick's gewürdigt hat, muß man nochmals wiederholen, daß das Ganze — trotzdem die beiden Stücke nichts eigentlich ..Großes" an sich hatten — «in äußerst wohlgelunFener Abend war, ein neues Ruhmesblatt in der Geschickte des Breslauer Theaters unter des Könners Paul Barnay's Leitung. Dr. L. D. 1877 45 Jahre Fachmann 1922 Optiker CARAI :: Albrecktstr. 4 Gottesdienst In den Gemeinde-Synagogen ZU BreSlaU: Alte Sjaag. HewSyuag. Freitag 24.,3. Beginn abends 6.15 ü. 6.15 V. Sbd. 25/3. Frflhiotlndimt morgs. Wtdmitigi- M,. ff Hptgottesdlnnt vorm. 8.45 ü. 9.00 ü. ff ,1 Heuraondwsilie vorm. 1000Ü. 9.30 U. Predigt vorm. 10.15 ü 9.45 U. « tt Jogendsottasd. nachm 4-000.* 3.Ö0Ü. ächlnii abends 6 51U. 6.51 U. An den 26./B. Beginn morgs. 6.30 U. 7.00 D. Woch.- bis tagen 31. 3. „ abends 6.15 U. 6.15 0. * Im Krankenbaus. Konfirnatiofl in der Neuen Synagoge <25. März): Günther Bruck (Mutter Edith), Hohenzollernstraße 43. Günstiges Angebot! s Gardinen 1 Stores, Bettdecken, Madras, Mull, Etamin Joseph Spanier & Sohn JS Ecke Promenade. Oefftätliche Versammlung. Am Mittwoch» den 2S. MSrz, abends 8 Uh», spricht Herr Rabbiner Slnransr-Klausendurg im groben Saale der Lejsing-?oge über das Thema: l*r Min nilitliiw eise rflioiöfr 0111)1. Anschließend freie Aut spracht. Karten in den Buchhandlungen Brandetunb Mayer und in der BüLerdtele. „Mt-rachi", Ortsgruppe BreSlau. Freie MMe Volkshochschule Mittwoch, den 20. MSrz. «bendS 8 Uhr. im kleinen Laale der Lessingloge, AgneSsiraße 5, Mitgliedee-verjammluag. deS Vereinjüdische Volkshochschule. Tag eLordnung: 1. Bericht deS Vorstandes. 2. Rechnungslegung und Entlastung. 3. W^hl der Kahenprüfer. Auch Nichl Mitglieder sind herzlich eingeladen. UtrPorSonD OJrrrliisirrl'1 M.NMtziiWillt. Dr. Albert Lewkowitz. s“""i||||||l|,",,,|l||||||l".i|||||||i>-"i||||||||i*-"*"<ii||||||i.ii||||tu."l||||||l"t,"5 f Arnhold Rosenthal 1 Neue Schweidnitzer Straße 5 J jy empfiehlt L Uhren und Juwelen j S MmMiMiMiifuaiiMifiliiitMiMMHiitiHiiMimiiriifMniMHHmimimHiiiiiatiitiiicitmiiii' S F Großes Lager 1 I Echter Glashütter Uhren j W Lange Söbue, Assmann. W i.niiiiiiiiin.m„iiiiii!i...mniii...iiiiiiin.Hiiniii..Hii'iiti... .1 Schneiden Sie dieses Inserat ausl Ein solcher Ausschnitt wird bei je einem Einkauf von bar bei mir In Zah- 300 Mark an mit lung genommen 50t billiger Raufen Sie heute noch KL Stoffe Manteluu^0 als ich selbst für neue Anschaffung bezahle. 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