Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 2 (1922)
- Issue
- 7 (17.2.1922)
- Date
- 1922-02-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Kus Sem Reich. Berlin. Bei einem ^hna-o-eneinbrnch überrascht wurden zwei Arbeiter namens Arthur Schwanitz utck Berthold Irmeling und auf frischer Tat verhaftet. Als der Sohn des Rabbiners nachts heimkehrte, sah er zu feiner Verwunderung, daß die Tür zu der Synagoge in der Heiderenthergasse Nr. 4 mit einem Dietrich geöffnet war. Er benachrichtigte die Revierpolizei, die sofort mehrere Beamte entsandte. Diese durchsuchten die Synagoge und entdeckten drei Männer, die alles Silberzeug zum Milnehmen in einen Sack gepackt hatten. Zwei, Schwanitz und Irmeling, konnten festgenommen werden, während der dritte entkam. Die beiden wollen ihn nur dem Vornamen Richard nach kennen. Dieser hatte sie, wie sie behaupteten, in einer Schankwirtschaft in der Schönhauser Straße, wo sie sich zufällig trafen, aufgefordert, mit ihm zu kommen. Er hatte die Eingangstür mit einem Dietrich geöffnet, und alle drei waren gerade mit dem Zufammenpacken fertig, als sie ertappt und festgenommen wurden. Ermittelungen ergaben, daß es sich um eine Bande handelt. die planmäßig „arbeitete" und ohne Zweifel noch mehr auf dem Kerbholz hat. Einer der drei hatte mit einem Dienstmädchen im Hause ein Verhältnis angeknüpft, um sich über die Oertlichkeit und die Gepflogenheiten zu unterrichten. Mitteilungen, die über diese Gesellschaft weitere Aufklärung bringen können, nimmt Kriminalkommissar Trettin, Dienststelle B I, 7, im Berliner Polizeipräsidium entgegen. Sport und Rassenhaß. Der Verwaltung des angesehenen Kurortes Bad Gastein scheint nicht bekannt zu sein, in welcher Weise sich! unter ihren Augen der Auswuchs eines sinnlosen Rassenl Hasses entwickelt. Jetzt ist auch der Sport nicht mehr sicher. In den Prospekten des Kurorts ist unter anderem auch der dortige S k i k l u b als Veranstalter wmtersportlicher Konkurrenzen hervorgehoben. Dieser Klub durfte in seinen Propositionen zu den Skiläufen folgende Kraftprobe seiner arischen Gesinnungstätigkeit geben. Er schrieb unter § 1: „Die Teilnahme ist allen Deutschen arischer Abstammung gestaltet." — Hat die Kurverwaltung diesen Eingriff in ihr Geschäft stillschweigend geduldet? j* Breslau. Trauerfeier. Der Liberale Verein der Shnagogen-Gemeinde zu Breslau veranstaltet gemeinschaftlich mit dem hiesigen jüdisch-liberalen Iugendverein Sonntag, den 19. Februar, mittags 12 M U h r Pünktlich, im großen Saale der Gesellschaft der freunde eine Trauerfeier für die Herren Geheimrat Dr. Carl Reich und Professor D r. Albert W o h l a n e r. Bei der Bedeutung beider Persönlichkeiten ist zu erwarten, daß alle interessierten Kreise an der Ehrung für di« beiden dahingeschiedenen Vorkämpfer der jüdisch-liberalen Sache teilnchmen werden. Im Uebrigen verweisen wir auf die Annonce in der vorliegenden Nummer unserer Zeitung. Herr Fabrikbesitzer Eugen Freund ist nach längerem Leiden am 15. Februar verstorben. Herr Freund gehörte der: liberalen Fraktion der Repräsentanten-Versammlung an und hat mit großem Fleiß und seltener Schaffensfreudigkeit für die jüdische Gemeinde gearbeitet. Er war in vielen Kommissionen tätig und hat noch bis in die letzten Tage, trotz schwerer Krankheit, an allen Gemeindefragen Anteil genommen. Jüdisch-liberaler Iugendverein zu Breslau. Der Gesamtvorstand trat am 8. Februar unter Vorsitz des Herrn Curt Brienitzer zu einer Sitzung zusammen und konstituierte sich für das Geschäftsjahr 1922 wie folgt: Erich Bayer. Curt Brienitzer, Rechtsanwalt Erich Spitz, Vorsitzende, Max Vogelstein. 1. Schriftführer, Ludwig Korn, 2. Schriftführer. Egon Dickmann, 3. Schriftführer, Alfred Berger, 1. Kasienführer, Lotte Leschziner, 2. Kafsenführerin. Beisitzer: Zahnarzt Dr. E g o n G u t tmann, Lueie Jacobson, Georg IonaS, Frieda Karger, Dr. Käte Lindner, Fritz Stall. Iohn Levi als Vertreter des Liberalen Vereins der Synagogengemeinde Breslau. Ferner berief der Vorstand durch Zuwahl in seine Mitte: Anneliese Dessau er und Erich W otzlau e r. Zur Erledigung der laufenden Arbeiten wählte der Vorstand einen Arbeitsausschuß, dem die drei Vorsitzenden, die drei Schriftführer, der 1. Kasienführer und F r i $ Stoll angchören. Als Leiter der Kommissionen wurden gewählt: Ausflugskommission: Georg Jonas, BibliothekSkommission: Egon Dick mann, Geselligkeits- und Statistische Kommission: Lotte Leschziner, Vropagandukom- Mission: Fritz Stoll. Der Vorstand ehrte das Andenken seiner verstorbenen Führer. Herren Geheimrat Dr. Reich und Professor Dr. W o tz l a u e x, durch Ernennung zu immerwährenden Mitgliedern. Jüdisches Künstlertheater. Außer den schon genannten Darstellern werden noch Fräulein Frida Blumenthal urib Herr He'.z Großbart an d-in Künstlerabend am 20. d. Mts. Mitwirken. Carl Hauptmann-Gedeukseier veranstaltet von Judith Cohn. In der Bücherdiele, Kaiser-Wilhelmstraße 21. veranstaltete am Sonntag, den 12. Februar 1922, die bekannte Aezttatorin Judith Cohn eine kleine, stimmungsvolle Carl Hauptmann-Gedenkfcier. Die Künstlerin las in ihrer befallen Art mit schöner, sonorer Altstimme aus des Dichters Aomanen „Einbart der Lächler" und „JSinael Frievmann". aus seinen „Sonetten". ..Jugendnovellon". „Menschenichicksalen" usw. vor. Allen den feinen' Schattierungen und Meditationen des Dichters wurde das mustkalische. modulationsfähig« Organ der intelligenten Interpretin durchaus gerecht; der kleine Kreis der Zuhörer folgte bald geistig und wurde warm: die Gedanken wandelten am Schluß zu dem verschneiten Grabe im Riesengebirge und legten dort ein schlichtes Erinnerungsreis für den liebenswerten und gütigen Dichter nieder. Die schlichte, sympathische Feier dürste dm Anwesenden wohl noch lange Zeit in Erinnerung bleiben. Der liebreizenden iungen Künstlerin gebührt für ihre Darbietungen unser Dank. Dr. D ES Kalender 5682 Wochentag Mo Febr. 28 T. nat Sdisbat 30 T. Sabbath. AuSgang Wochenabschnitt Prophetenabschnitt Freitag Sabbath 17. 18. 19. 20. Breslau!^ 2. Buch Mose Kap. 181—20» Jesajah 6,1-13, 7. 1-6, S. 5,6 1877 > f.;£L I 1922 Optiker GARAI :t Albrechtstr. 4 Am Sonntag, den 19. Februar 1922, mittags pünktlich 12V. Uhr, veranstalten wir im großen Saale der Gesellschaft der Freunde, Neue Graupenstratze 3/4, eine Trauer-Feier ZUM Gedächtnis der Herren Gehelmrat Dr. Earl Reich und ßroftffor Dr Albert Wohlauer zu der wir hierdurch unsere Mitglieder, die Freunde und Anhänger unserer Bewegung, sowie alle, die den Verstorbenen nahe gestanden haben, einladen. Liberaler Verein der Synagogengemeinde Älldisch-liberaler Iugendverein ZU Breslau. ZU Breslau. f""i||pi..... Arnhold Rosenthal f Neve Sdiwefdnitzer Straße 5 J empfiehlt M Uhren und Juwelen i M ..USIIIII.. W Großes Lager 1' §, Echter Glashtltter Ehren J Lange SOhoe, Atamane. s 7ngenteur~ftltro Curt lüaeöer funkerwtraße 19 beseitigt schnellstens Störungen in elektrischen Anlagen und übernimmt Ctusführunf uon TZeuanfasert jeden Umfanges hrnruft ZaQctfenst, Xcic&ictienst, K. 9193._n. 9193. j Gottesdienst in den Gemeinde-Synagogen zu Breslau:_niim. »«y«, Freitag 17./2. Beginn abends 5.15 ü. 5.15 ü. Bbd. 18./2. morgs. totalesm. V Hptgottudiuit vorm. 8.45 U. 9.00 ü. « »> Predigt vorm. — 9.45 ü. fl n SArifterklinog vorm. 10.00 u. — n n Jogend^otiesd. nachm 3.80 Ü* — Schluß abends 5.580. 5.53 ü. ^u ”den Woch.- 19."/2. bis Beginn morgs. 6.45 U. 7.15V. tagen 24.'2. „ abends 5.15 ü. 5.15 ü. * ltn Krankenhaus. Konfirmation in der Neuen Synagoge t frans Gerhard Böhm, (Vater Dr. Wal.er B.), LehmgrubenstraBo 63. Während der Genesung von schwerer Krankheit, an Grippe erkrankt, verschied Mittwoch, den 15., früh, mein geliebter Mann, unser teurer Vater, Schwiege: vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Eugen Freund im 62. Lebensjahre. Breslan, Kaiser Wilhelmstr. 148. Im Namen der Hinterbliebenen: Ernestine Freund geh. Anspuch. # Beisetzung: Sonntag, den iO.d.Mta., vormittags 117, Uhr, von der Halle in Cosel. Von Besuchen wird gebeten abzosehem, Erneut iat unsere Gemeinde in tiefe Trauer rereetst worden. Gestern verschied Herr Fabrikbesitzer Eugen Freund der unserer Repräsentanten-Versammlung seit 1921 angehört hat. Uit warmem Interesse, liebevollem Eifer sind großer Sachkenntnis hat er an allen Aufgaben und Arbeiten unserer V erw<ung lebhaftesten Anteil genommen und aneh noch in dan Tagen schwersten Leidens es sich nicht nehmen lassen, mit Bat und Tat für unsere Glaubensgemeinschaft vorbildlich einsutreten. Wir verlieren in dem Heimgegangenen eines seiner tätigsten, selbstlosesten und erfahrensten Mitglieder unserer Gemeinde - Verwaltung. Wir werden sein Andenken dauernd in Ehren bewahren. Breslau, den 16. Februar 1992. Der Vorstand and dis Reprisentanten' Verwaltung der Synagogen-Qemeinde. Die Zinsen der Stiftungen (Smnmtel fhreiimser, Baronin d. <SeQa*QMM«9ctau Moritz Lohn, Esnsnl Ehrlich, greife«« v. Pilot tmb Eovhie Gchtveitzer find <m wmdize, bedürftige jüdisch« Personen elß Beihiiie z« ein« 5ritli$m als notwendig bescheinigten Badereile zu vergeben. Dnickstückr für ärztliche Aengnifie find in unserem Büro «hülttich und nach UutfüÜmrg bis 20. März d. IS. «inzureichen. Der Vorstand _ der Lduagoge« ■ Gemeinde._ ■HHHKHSHHaSBBHaflHB 8il.Irteit«tUe,5tt> UtftWt, Sttlltt rrranstaltei Montag, den 90, fHte, 8 Uhr «Iota*, tat Vee! da Gesellschaft da Krennde, Neue Grraprnstr., einen WWi Mln-Atn- LnAficheoSder Frida vlmnenthal, Aerz Srvtzbart »am Aüd. Künstler-Theater, $t*U* Wllnaer-Truppe nnd tat betennte Kd. Vchriftfiella: Vnota lorgolootm. Enrnerkouf bei laraoih, allen jüdisch« Buchhandlung« nnd i» Sedaaiat da »Pvale Zion", Llbrechtasdmsie 50. ll. Erste und zweite Kantoren (alter und neuer Ritus) für den Zweiggottesdienst an den hoh. Festtagen gesucht. Musik, gebildete Kräfte, die mit Chor resp. Harmonium vorbeten können, werden bevorzugt. Meldungen mgenauen Angaben und Ansprüchen an den Vorstand der Synagvgen-Gemeinde Breslau. AuS der MareuS u. Berta geb. Werner- Schottländer-Stiftung sind zu vergeben: a) an würdige und bedürftige jüdische Personen Beihilfen zu Badereisen; b) Unterstützungen an nicht unter 50 Jahre alte weibliche Personen. Meldungen zu a mit Vordrucken, im Büro der Synagogen-Genreinde erhältlich, sind bis. 20. März einzureichen.! Lhor Reue Synagoge sucht hohe Sopranistin (Jüüin). Schriftliche Meldungen an das Büro, Wallstr. 9 ryzsü \ Ist Bedarf an Lldit und Kraft Dann nicht lange nachgedacht Ruft nur Rlnq 7993 Schon di« Hilfe eilt herbei Repariert wird schnell und gut Ist Eure Leitung mal kaput. Elektrisch« Licht» a. Kraftanlagen Richard Geliert, Breslau Gräbsthenerstrafte 39. Sude Srdlliar erfchelnt Ende Sevruar erscheint staatsbankerotte von Bankier Georg Hermann Loewy in Breslau zirka 100 Selten stark, zum preise von etwa Mk. 20.— Das aus Dvrträgen im Rahmen der Fachhochschulkurse der rechts- und ftaatswlssrnschastllchen Fakultät der Schlesischen Friedrich-Wllhelms-llniversitäi entstandene Büchlein gibt in lebendig geschriebener und allgemeinverstündlicher Darstellung eine durchaus umfassende Aufklärung über den Begriff, bas Wesen und die Geschichte der Etaatsbankerotte und wirft infolge seiner absolut objektiven, wissenschaftlichen und historischen llnansechtbarkeit ein um so grelleres Licht auf die entsetzenerregende Lage des Etaatöbankerotis, ln der sich Deutschland seit Jahren bereits befindet, um zum Schluß aus diesen Betrachtungen heraus mit dem intuitiv sicheren Blick des frei von Parteilogik urteilenden Fachmanns auf die einzige ONvglichkeU hinzuweisen, die dem Gleiten auf der in den furchtbarsten Abgrund führenden schiefen Ebene Einhalt tun könnte. Sin Buch, das jeder Deutsche, der die schwerwiegende Bedeutung und den verderbendrohenden Eharakter dieses für Deutschlands nächste Zukunst in erster Linie entscheidenden Problems auch nur leise empfindet oder ahnt, unbedingt lesen muß. DorauSdestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen und auch der Verlag Otzchtz G. B.». h., BuüMKti tmö . , Mw r, llM llNWW. 5. Herausaeberr Liberaler verein der «mmgoaen^hemeittde Brerlau. - Lerantwortttch für dm Inhalt: vr. Julius Loeb; für das Feuilleton: 0r. Ludwig Davidsohn; beide in vreSlau. ° »HnmiMieei! S». ««aht«, «uchdru»^ «nbWosKm?U& «.m.b.6, »tcsiau Ql. Unit etmmeitftKiSt K.