Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 2 (1922)
- Issue
- 6 (10.2.1922)
- Date
- 1922-02-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Hlis Sem Reich. flrbeitsgemeinschast jü-ifch-librraler Jugen-verelne Deutschland-. Der Vorstand hol in seiner letzten Sitzung beschlossen, die „Mtteilunaen" aiL 1. April als vievtvöchentliche Beilage der „Iiidisch-l-beralen Zeitung" erscheinen zu lassen. Bis zum 1. April erscheint noch ein« Nummer der „Mitteilungen" wie bisher als Sonderheft Der Delegiertentag des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche .findet in diesem Jahre am 6. und 7. Juni in Berlin statt. Vorsitzender des Ortsausschusses ist Kollege Hermann Kaltenberg, Berlin N. 37. Lottnmstraße 22. Telephon Norden 3222. Das Zentralbureau, wohin alle Zuschriften zu richten sind, befindet sich bei Frau A. Rosenthal- B u d w i g, Berlin NW. 52, Calwinstraße 20. Telephon Moabit 3615. Köln. Provinzialverband rheinischer Shnagogengemeinden. Der Ausschuß des Provinzialverbandes rheinischer Synagogengemeinden befaßte sich in seiner letzten Sitzung am 15. Januar mit der Frage der Zentralisation der jüdischen Wohlfahrtspflege im Rheinland. In einem einleitenden Referate skizzierte der zweite Vorsitzende der Aentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Herr Rabbiner Dr. Eschelbacher, Düsseldorf, die Ziele und Aufgaben einer solchen Bezirksstelle. In Baden. Württemberg und Hessen-Nassan sind bereits solche Bezirksstellen gegründet worden, und sie haben segensreich gewirkt. In der Mitarbeit aller südlichen Gemeinden att den sozialen Aufgaben der gesamten Iudenheit, die nur durch Zentralisation in Bezirksverbänden ermöglicht weiden kann, erblickt der Referent außerdem ein Erziehungswerk, das die „autonome" Gemeinde einfügt in die Gesamtheit, das die erstrebte Organisation verwirklichen hilft, das die inneren Gegensätze ausgleicht, weil praktische Betätigung, aber nicht Austragung theoretischer Meinnngskämps« in Imge kommt. Me diese direkten und indirekten Ziele können aber nur erreicht werden, wenn die soziale Wohlfahrtspflege in Bezirken. die in geographischer, wirtschaftlicher oder politischer Beziehung eine Einheit bilden, zusarnmengefaßt wird. Darum fordert er den Ausschuß des Pwvinzialverbandes auf, die Zentralisation der Wohlfahrtspflege im Rheinland durchzuführen. In der Diskussion sprach Herr B. Feilchenfeld, Köln. Er wies darauf hin, daß in Köln die Forderungen des Referenten auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege seit Jahren PetzwiMcht sind. Et würde es begrüßen, wenn diese guten Ersahmiraen für die ganze Provinz fruchtbar aemacht würden. Zu erstreben sei, die notweudiaen Mittel für die Wohlfahrtspflege durch ausreichende Umlagen der Gemeindesteuern zu erlangen, um den Weg des unaufhörlichen Sammelns endlich vermeiden zw können. Er Wtomti, daß die Gemeinden Lei der Aufstellung deS Etats nicht großzügig genug auf diesem Gebiete sind. Nach einer kurzen Debatte über das Verhältnis der neu nt gründenden Organisation zu der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden in Berlin wurde folaende Resolution einstimmig anoenommen: „Der Ausschuß des Provinzialvetzbcmdes rheinischer Synaoooenaenreinden beschließt in Verbindung mit der Zentralwoblfabrtsstelle der deutschen Juden in Berlin die Schaffung einer WMfahrtszentrale für das Rheinland und beauftraat den Vorsitzenden, zusammen mit der WMfäbrtszentralisation der Gemeinde Köln, weiteres zu veranlassen." Breslau. Herr Gerichtsassessor Dr. Iadesohn van der Staatsanwaltschaft Breslau wurde zum Staatsanwalt ernannt. Mit ihm hat der erste Jude seinen Einzug in die Breslauer Staatsanwaltschaft gehalten Der Ernannte hat sich wicht nur in der Praxis, sondern auch als Theoretiker auf dem Gebiete des Steuerstrafrechtes erfolgreich betätigt. Jüdischer Kiiirftlerabend. Am 20. Februar findet abends 8 Uhr im Saal der Gesellschaft der Freude ein Künstlerabend statt, dessen Programm von Mitgliedern des Jüdischen Künstlertheatcrs. Berlin (Wilnaer Truppe) bestritten werben ^wltd. (2. Inserat.) Carl Hauptmanu-Gedenkseier. Die Reziiatorin Frl. Judith Cohn veranstattet am Sonntag, den 12. Februar, vorm. 11% Uhr, in der Büchediele. Kaistr-Wilbelmstraße 21, eine Gedenkfeier für den verstorbenen Carl Hauptmann. Der Verein der Posener veranstaltet anr 11. d. Mts. in den Räumen deS Hotels „Vier Jahreszeiten" ein Wirttervergnügen, auf das hiermit besonders hingewiesen sei. Theater-Nachrichten. Lobetheater. Erstaufführung von Wedekind's $ ai tu mers ä n g c; t" und Schnitzler's „Der grüne Kakadu" am 4. Februar 1922. ES war gar keim üble Idee Barnay's, diese beiden wertvollen, literarisch und psychologisch interessanten „ollrn Kamellen" zusammen neu zu inszenieren. Denn beide Einakter verspotten in tiefer und geistreicher Weise das Komödiantentum im Menschen, das schließlich jeder nach Wabrheit Strebende einmal iti der eigenen Brust entdeckt. — Merkwürdig. Wie verschieden die Wirkung der beiden Stücke war: das Werk des genialischen Wedekind war verblaßt und hinterließ nur schwache Eindrücke, während die Groteske des Wiener jüdischen Dichters Schnitzler, der doch nicht mehr als ein kluger Plauderer und e,in großes Talent ist, wieder eine zündende Wirkung ausübte. Im „Kammersänger" treibt der leider viel zu früh verstorbene „SexualshaSespeare" einen diabolischen, mit Herzblut geschriebenen Ulk „mit. der .Hohlheit und. dem schnoddrigen Egoismus dej' KunstindufirteNeNt fein infernalischer''Hohn ailt ferner gewissen widerwärtigen Zügen der weiblich m Durchschnittspsyche. Beiden künstlerischen Absichten wurde die Darstellung durchaus nicht gerecht: Ludwig Barg war als Geraldo gar zu beauem, spießbürgerlich-bonvivantmäßig. und so verpuffte dev Wedekindsche Esprit; das wundervoll-edle Spiel Hedda Lembach's als Helene und der lebensecht-rrareisende Märtyrer des- Idealismus Karl Zistig'S konnten nur wenig retten. — Was dieser Aufführung fehlte, hatte die Inszenierung des Schnitzler'schen Stückes in erfreulich großem Ma^r: Stimmung, beschwinates Tempo, hinreißenden RbMbnms und leuchtende Farbe. Man vergaß, daß hier ungeheure, Welt« bisiorisch-tragische Beaebenheiten zu literarisch-artistischen Spielernen herhalten mußten, ein bedeutender Regisseur —- Paul Barnay — hatte aus dem htuaeworfenen Sketch ein lodern« des Bacchanal gemacht, dessen Töne bald in allen Herzen mitichivaugen. Bewundernswert war es. wie die Rraie das rauschende Crc^endo des Stückes herausholtc: ersi klang das Geräusch des Aufruhrs nur gedämpft von außen herein, dann steigerte sich bis zum Schluß die Gewalt deS Revo« lutionslärmes mit der Marseillaise zum gewaltigen Forte. Herrlich das Bühnenbild! Unheimlich mischten sich Spiel und Wirklichkeit in Prosperes Perbrecherkeller und sämtliche Darsteller wurden von der Wette der ausgezeichneten Spickleitunx emvorarhoben und gäben ihr Bestes. Man kann nur loben: Kaiser's Tpelunkenwirt, Zistig's dämonisch-vertrottelter Mörder. Böhme's randalierender Hetzer, Höcker's posierender Komödiant und vor allem Renfer's ungemein eindrucksvoller und für mein Empfinden schlechthin unübertrefflicher Henri, — alles unvergeßliche Leistungen! — Recht gut und lebendia tvaren auch die Grisetren der Damen Meller und Moest, voll wirksamer Physiognomie die Aristokraten der Herren Barg, Falkenhauseu, Meinecke usw. usw. Eine der besten bisherigen Ausführungen Barnay's. — Das Publikum war mit Recht begetsterl und jubelte — Wenn's so weiter geht, wird aus unsrer guten, alten ..Provinzmetropole" noch eine richtige Kunst- und Theaterstadt! — Pflicht der Breslauer ist es jetzt aber, auch ins Theater zu gehen; . . . zum Kulturschaffen geboren immer zwei Teile, der primär-gcbende — der ist jetzt Gott sei Dank vor b annen! — und die sekundäre „Menge", die „mitmad’t“. . . . Ach! Die Zeiten sind so bitterböse, wie sie noch nie., mals lvarcn! — Wir brauchen ja die K u n st. die unser ganzes belämmertes Dasein ein bißchen erhöht, wahrlich nötiger, denn je! ... Dr. L. D. Für die mit Namen gezeichneten Aufsätze, welche die persönliche Meinung deS Verfassers zum Ausdruck bringen, übernimmt die Schristleitung nur die preß» gesetzliche Verantwortung. V. . . '* 198* Kalender 5682 Wochentag Mo Febr. 28 T. nat Sdiebit 30 T. Sabbath- Ausgang Wochenabschnitt Prophetenablchniit Freitag Sabbath 10. 11. 13. 13. Breslaus 2. Buch Kap. 13"—17» NNIST! NVR dichter 4, 4*24 5,1-31 1877 GED 1922 OptiRer GARAI rr Albrechtstr. 4 GoMeml ln den ‘ ‘ ‘ -Synagogen ZU Breslau! Hilm. keim. Freitag 10./2. Beginn abends 5.00 ü. 5.000. Sbd. U./2. Froh ]ottei dienst tnorgs. VidMiitwlyufni 6.45 UJ V „ Hptijotterflenst vorm. R.45Ü. 9.00 0. 99 Predlot vorm. 10.00V. 9.450. n SdHifterkllruDn vorm. — —> 99 Jagend'oilesd. nachm 3.300 1.150* 99 •Schloß abends 540 V. 5.400. An den Woch.- 12.,2. bis Beginn morgs. 6.45 D. 7.150. tagen 17. <2, ,, abends 5.00 ü. 5.00 0. * Im Krankenhaus. Wesen Kohlenmangels fällt der Jugendgottesdienst in der Allen Synagoge an diesem Sonnabend aus. Konfrmation in der Neuen Synagoge: Paul Jissek, Sohn des verstorbenen Jakob J. Unsere celiebte, teure Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, unsere liebe, gute Schwester, Sch wäget in und Tante Jenny Mncr ged. Holländer ist deute von ihrem schweren Leiden durch den Tod erlöst worden. Breslau 18, Kattowitz, Flensburg, 5. Februar 1922 Oranienstrafle 11. Im Kamen aller Trauernden: Fritz Warschauer. Erich Warschauer, Amtsgerichtsrat Lothar Warschauer. Helena Warschauer geh. üenschel. Margareta Warschauer geh. Soberskl Lotta Warschauer. Lanl Warschauer. MWW NWWlllrMlM. Die Vorlesungen des Herrn Doc. Dr. IsadiN über u zU.Meilaliße.Ttt-1. Stfchahe. Sreidt vnanfiaUet Btsntag. den 90. 9«br., 8 Uhr adends, im Saal der Gesellschaft der.treundk. N-'ue Grrupenstr., «inen Udischkit Mler-AbtO Aa-führenve: ISd. Künstler-Theater, Kerttn Wllnaer>Truppe uni» der beiamite lüd. Schriftsteller: vavlck Bargalaohn- Vorvezkaaf bei Baraavh, allen jüdischen Puchbandlun.M und im Sekretariat der ,Pcale Zion", Albrechttstraße 50, ll. f Arnhold Rosenthal % U Neue Sdiweidnitrer Straße 5 J ¥ empfiehlt L Ulvreii und Juwelen j s iiimiiiiiiiiiiimmMiiiiviiMiiimmMHiiiiiiiMtntiiiiiiiiHiiHiinifimmiiiiiiiiiiitiiiniiii § F Großes Lager H I Echler OlaihUtter Uhren j P Lange Söhne, Assmann. ff I i . mniu..mimi.; Ist Bedarf an Licht und Kraft Dann nicht lange nachgedadit Ruft nur Rlnq 7913 Schon die Hilfe eilt herbei Repariert wird schnell und gut Ist Eure Leitung mal kapuL Elektrisch« licht« t». Kraftanlagen Richard Geliert. Breslau GrAbschenerstrafle 39. beginnen erst Dienstag, den 21. Februar, s—7 Uhr, im Zwinger-Gymnasium. Ich hade mied ta Breslau, Zimmeretr. 4a ll, als Dentist niedergelassen und halte Sprechstunden von 9—12 and 3~5 Uhr. Dagobert Baumgarton« Fernsprecher Oule 1015. In unserem Berlage «si erschienen: bss Mann MhNWW d e für Etabt vnd Land aeltend. Bestimmungen. 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Neue Graupenstratze 5. aoaooooaogaBgDDaDaaoaooonnoiioflBn 4